- vor 2 Wochen
Kategorie
🎥
KurzfilmeTranskript
00:00Vielen Dank.
00:46Vielen Dank.
01:22Vielen Dank.
01:39Vielen Dank.
02:00Vielen Dank.
02:03War was?
02:04Walter fand seinen Sportunterricht wieder so toll, dass er zehn Minuten überzogen hat.
02:07Wir treffen uns nachher auf dem neuen Spielplatz.
02:10Toll, wer denn?
02:11Leo, Luis, Ben, ich, Anna.
02:15Alleine?
02:15Papa hat gesagt, ich darf.
02:18Dann hat Papa wohl nicht daran gedacht, dass er heute nicht der Einzige ist, der arbeiten
02:21muss.
02:22Mama, es ist wichtig, dass Kinder die Welt allein erobern.
02:27Du bist die Psychologin.
02:28Von mir hat er das sicherlich nicht.
02:32Was wirst du noch früh genug?
02:35Ich mach dir einen Vorschlag, okay?
02:37Ihr trefft euch bei uns.
02:38Im Garten könnt ihr doch auch super spielen.
02:40Ich hab auch noch Kuchen.
02:41Mama, bitte.
02:43Ach, komm, das kriegen wir schon hin.
02:45Na gut.
02:49Das kriegen wir schon hin.
02:52Komm schon, Magda.
02:53Die anderen...
02:54Die anderen interessieren mich nicht.
03:02Klar, du musst in die Klinik und ich bin wieder mal die böse Mutter.
03:07Niemand ist hier der Böse, okay?
03:50Die Mutter hat uns völlig panisch angerufen.
03:52Um fünf vor zwei ist der Junge in sein Baumhaus gestiegen.
03:54Kurz nach drei hat die Mutter nach ihm gesehen und da war er weg.
03:57Dazwischen hat sie die ganze Zeit telefoniert.
03:59Sie ist Psychotherapeutin.
04:01Und der Vater?
04:02Der ist Arzt in der Klinik in Potsdam.
04:05Als sie gemerkt hat, dass der Junge weg ist, ist sie zum Spielplatz.
04:08Seine Freunde waren alle da, aber Sebastian hat niemand gesehen.
04:11Inge und Bülent befragen die Anwohner, ob ihn vielleicht jemand auf dem Weg dahin gesehen hat.
04:15Sonst irgendwelche Freunde oder Verwandte?
04:16Haben die Eltern schon alle durchtelefoniert.
04:20Gibt's Aufzeichnungen?
04:21Habe ich kurz durchgesehen, aber nichts Auffälliges bemerkt.
04:24Wo ist denn Jana?
04:25Kümmert sich um die Eltern.
04:29Ich wollte schon selbst hoch, aber ich dachte, vielleicht willst du erst mal...
05:02Ich habe mich, dann muss ich sagen, muss ich dir mal herabschiode ausziehen.
05:03Nein, ich habe mich überzogen.
05:32Untertitelung des ZDF, 2020
06:01Untertitelung des ZDF, 2020
06:19Untertitelung des ZDF, 2020
06:33Untertitelung des ZDF, 2020
06:51Könnte es sein, dass Sebastian sich versteckt hat, um ihn Angst zu machen?
06:55Wir tun so etwas nicht. Wir machen uns nicht gegenseitig Angst, um den anderen zu erpressen.
07:01Sebastian hat gelernt, ein Nein zu akzeptieren, auch wenn es manchmal schwerfällt.
07:05Naja, Jungs in seinem Alter...
07:07Das haben wir Ihrer Kollegin doch schon alles erzählt. Warum tun Sie nicht endlich etwas? Wir sitzen hier nur dumm
07:11rum!
07:11Hannes, bitte, das bringt jetzt auch nichts.
07:19Das ist von Sebastian. Wollen Sie das her?
07:23Es gibt einen Durchgang zum Nachbargrundstück.
07:25Einen Durchgang? Zu Simonitsch? Aber der Zaun ist doch...
07:31Das Loch ist allerdings schon älter, glaube ich. Die Schnittstellen sind rostig.
07:36Hast du davon gewusst?
07:40Und Sie glauben, dass Sebastian durch dieses Loch weggelaufen ist?
07:44Ich weiß es nicht.
07:46Gibt es irgendjemanden, der Ihnen Angst machen möchte?
07:49Ich kann nicht glauben, dass du von dem Loch gewusst hast, ohne mir was zu sagen.
07:53Magda, das ist doch harmlos!
07:54Ja, offensichtlich nicht!
07:58Sind Sie vermögend?
07:59Hä? Was soll das denn jetzt?
08:01Sie wollen wissen, ob wir ein Lösegeld zahlen könnten.
08:06Das Haus ist noch nicht mal zur Hälfte abbezahlt.
08:08Ist Ihnen irgendwas in letzter Zeit aufgefallen?
08:10Zum Beispiel ein Auto, das draußen in der Nachbarschaft geparkt hat, das Sie nicht kennen?
08:13Oder... oder...
08:15Hatten Sie Handwerker im Haus?
08:17Jemand, der sich hier hätte umsehen können?
08:31Ich habe die nur angefasst. Jetzt... jetzt hört die nicht mehr auf zu singen.
08:42Entschuldigung.
08:54Bruno, der Nachbar ist jetzt da.
08:57Okay.
09:08Wann haben Sie heute das Haus verlassen, Herr Simonetsch?
09:10Gleich nach dem Aufstehen.
09:12Ich habe nur eine Tasse Tee getrunken, dann bin ich los.
09:14So gegen halb neun.
09:16Wohnen Sie allein?
09:17Meine Frau ist seit dreieinhalb Jahren in einem Pflegeheim.
09:20Sie konnte die Treppen nicht mehr laufen.
09:23Es muss ziemlich einsam sein in so einem großen Haus.
09:25Es geht.
09:28Wie ist Ihr Verhältnis zu Sebastian?
09:30Er ist ein toller Junge.
09:34Sie haben ein Loch in Ihrem Zaun.
09:36Das ist kein Loch.
09:38Das ist das Tor nach Anderland.
09:41Also, haben Sie dieses Tor geöffnet?
09:45Früher war da kein Zaun.
09:47Die Kinder konnten die ganze Nachbarschaft besuchen, ohne einmal auf die Straße zu gehen.
09:51Hat Sebastian Sie manchmal besucht?
09:53Ja, wir haben zusammen geschnitzt und Ball gespielt.
09:58Ich hatte auch einen Sohn, Frank.
10:02Er war Sebastian ähnlich, als er im gleichen Alter war.
10:06Er ist vor ein paar Jahren gestorben.
10:09Das tut mir leid.
10:14Wussten Sie Sebastians Eltern, dass er sie manchmal besucht hat?
10:17Man kann ein Kind nicht vor der Welt beschützen, wissen Sie?
10:20Irgendwann bricht es raus.
10:22Dann ist es nicht vorbereitet.
10:24Eigentlich eine Entscheidung, die man den Eltern überlassen sollte, finden Sie nicht?
10:31Wir müssen uns in Ihrem Haus ein bisschen umsehen.
10:33Außerdem werden meine Kollegen Ihren Wagen untersuchen.
10:36Schon in Ordnung.
11:03Du hast ihm erlaubt, dass er ein Loch in den Zaun schneidet?
11:07Mein Gott, Sebastian war ab und an drüben.
11:10Sie haben Ball gespielt.
11:12Oder Blumen gegossen.
11:13Was ist schon dabei?
11:14Was da dabei ist?
11:15Ich werde dir sagen, was da dabei ist.
11:18Seit Sebastians Geburt spielt er sich auf, als wüsste er alles besser.
11:21Jetzt weiß ich auch, woher die Sprühe kommen.
11:23Kinder müssen die Welt erobern.
11:25Ist das denn so verkehrt?
11:28Simonitz hat vor ein paar Jahren seinen Sohn verloren.
11:30Er war Junkie.
11:32Vielleicht ist das ja seine Vorstellung davon, wie Kinder sich die Welt erobern müssen.
11:35Vielleicht wollte er ja auch nur, dass wir nicht denselben Fehler machen wie er.
11:39Du scheinst dich ja großartig mit ihm zu verstehen.
11:41Aber Sebastian ist unser Kind.
11:43Ich weiß selbst, was für mein Kind gut ist und was nicht.
11:46Gibt es denn irgendeinen konkreten Grund, warum Sebastian nicht auf den Spielplatz durfte?
11:51Er ist sieben.
11:52Das sind seine Freunde wahrscheinlich auch, oder?
11:58Frau Gengwacher, wenn irgendwas vorgefallen ist, wenn Sie bedroht worden sind oder Sebastian,
12:03dann müssen Sie mir das sagen.
12:05Sebastian ist nicht bedroht worden.
12:06Was heißt das?
12:07Meine Frau arbeitet ab und an mit Sexualstraftätern.
12:10Das hier ist doch was völlig anderes.
12:12Und wenn nicht?
12:20Hat irgendjemand von diesen Leuten Ihnen je gedroht?
12:27Nein.
12:30Nie.
12:32Haben Sie Unterlagen über die Männer, mit denen Sie gearbeitet haben?
12:45Die Spusi hat jede Menge Fingerabdrücke des Jungen im Hause des Nachbarn gefunden.
12:50Was ist mit dem Auto?
12:52Sauber. Aber am Gartenzaunen haben wir Blutspuren und Hautpartikel gefunden.
12:55Laut DNA-Test sind die auch von dem Jungen.
12:58Und das Kaugummi?
12:59Sind Sie gerade noch dabei? Kommt gleich nach.
13:02Vermutlich hat der Kleine versucht, sich festzuhalten, als man ihn vom Grundstück geschleift hat.
13:06Ich glaube nicht, dass Simonitsch den Jungen mit Gewalt entführt hätte.
13:09Der kannte ihn doch. Der hätte ihm vertraut.
13:11Simonitsch war es auch nicht.
13:15Ich habe mir vom Wetteramt den genauen Verlauf der Sonne geben lassen und das mal grafisch dargestellt.
13:20Hier, diese Linie zeigt den Verlauf der Sonne.
13:22Exakt 14.50 Uhr steht sie über dem Haus und fällt auf die Stelle, die du fotografiert hast.
13:28Nach ca. 5 Minuten verschwindet sie hinter der Baumkrone.
13:32Das heißt, wenn der Entführer also hier stand und die Sonne mit dem Spiegel in das Baumhaus reflektiert hat,
13:37dann kann das nur zwischen 14.50 Uhr und 14.55 Uhr gewesen sein.
13:41Ich habe die Aussage von Simonitsch überprüft.
13:43Er war wirklich Punkt 3 bei seiner Frau.
13:45Ins Pflegeheim brauchst du mit dem Auto mindestens 15 Minuten.
13:48Das heißt, er kann den Jungen nicht entführt haben.
13:53Das ist ja doll.
13:58Das ist das Ergebnis der DNA-Analyse des Kaugummis.
14:01Und?
14:03Die DNA stammt weder von Simonitsch noch von dem Jungen.
14:05Naja, wäre ja auch komisch gewesen, wenn der junge Nikotinkaugummis kauen würde.
14:09Das heißt, wir haben einen Täter, der sich gerade das Rauchen abgewöhnt hat.
14:12Nicht gerade viel.
14:13Ich gehe nochmal die Unterlagen von Frau Gengbacher durch und schaue dir nochmal alle Aufzeichnungen der Überwachungskameras an.
14:22Hast du diese Grafik gemacht?
14:24Ja.
14:25Also, von den Kollegen im Labor, aber nach meinen Angaben.
14:33Und hier noch eine Suchmeldung der Polizei.
14:36Seit heute Mittag, 14 Uhr, wird der siebenjährige Sebastian aus Berlin-Steglitz vermisst.
14:41Ja.
14:41Ja, ich bin okay.
14:43Ich habe eine Couch, wo ich mich hinlegen kann.
14:46Gibst du unserem Engel einen Kuss für mich?
14:49Nein. Für sachdienliche Inweise wenden Sie sich bitte an einem Polizeidienststeller oder wenden Sie sich an der Folgen an.
14:56030 627 45847.
14:59Das Wetter in Berlin von Brandenburg.
15:02Die Temperaturen liegen kaputt.
15:04Warum willst du denn jetzt wissen, wie man ein Kind behandeln muss?
15:06Entschuldige, du bist doch nicht die ganze Welt.
15:08Du kannst gleich mitnehmen in Therapie.
15:22Störe ich Sie?
15:24Nein, gar nicht.
15:26Ist alles in Ordnung?
15:29Ja.
15:29Alles gut.
15:34Kommen Sie rein.
15:34Nein, ich, ähm, ich kann sowieso nicht schlafen.
15:38Danke.
15:41Ich weiß auch nicht, was ich tun soll.
15:47Haben Sie alles, was Sie brauchen?
15:49Ja, danke.
15:52Kann ich Ihnen einen Kaffee anbieten?
15:55Nein, vielen Dank.
15:59Wenn ich Sebastian erlaubt hätte, heute auf den Spielplatz zu gehen, dann wäre das alles nicht passiert.
16:06Hat dir Hannes gesagt?
16:09Hannes.
16:11Du hast bei allem so viel gelassener.
16:14Du hast auch nie Angst vor was.
16:19Ich wollte doch Sebastian beschützen.
16:23Das tut man als Mutter eben.
16:28Ich habe immer gedacht, wir seien uns einig.
16:31Also mein Mann und ich.
16:34Und jetzt habe ich fast das Gefühl, er sei froh darüber gewesen, dass unser Nachbar Sebastian heimlich aus meinem Käfig
16:40befreit hat.
16:48Ich glaube, der einzige Fehler, den man bei der Erziehung machen kann, ist, ist, wenn man versucht, jemand anderer zu
16:57sein, als man ist.
17:00Aber jetzt ist Sebastian weg.
17:05Wir werden ihn finden.
17:10Ich habe mir die Wände erst einmal ganz genau angesehen, also da ist nichts Verdächtiges drauf.
17:17Und die Sexualstraftäter, mit denen sie gearbeitet hat, saßen alle schon in Haft?
17:21Außerdem.
17:22Was soll einer von denen für einen Grund gehabt haben, sich an ihr zu rächen?
17:25Die hat ihnen geholfen, früher rauszukommen.
17:28Die Entführer wussten von dem Loch im Zaun.
17:32Die müssen auch gewusst haben, dass Simonetsch jeden Tag um dieselbe Zeit weg ist.
17:35Und, und, dass sie den Jungen auf dem Weg vom Grundstück erwischen können.
17:41Wenn sie das Haus nicht beobachtet haben...
17:44Dann wussten sie das alles schon.
17:46Du meinst, es war gängbarer.
17:49Was soll denn der für ein Motiv gehabt haben, sein eigenes Kind zu entführen?
17:52Keine Ahnung, aber ich meine, eine Beziehung, die sich nur noch um das Kind dreht...
17:56Glaube ich nicht.
17:58Eine Frau, die so viel Angst hat, dass sie sich komplett verkriecht.
18:02Deswegen tust du doch deinem Kind nichts an.
18:07Weißt du, ich hatte früher mal einen Kumpel, mit dem bin ich jeden Tag mit dem Zug in die Schule
18:11gefahren.
18:12Und der war so ein Typ, der hat immer alles liegen lassen.
18:14Also seine Jacke, sein Schulranzen, seine Sportasche, alles.
18:17Und der Vater musste immer zur Endstation fahren und die Sachen wieder abholen.
18:21Irgendwann hat es ihm dann wohl gereicht und hat er gesagt,
18:23wenn du noch einmal was liegen lässt, dann kriegst du so eine Tracht Prügel, die vergisst du dein ganzes Leben
18:26lang nicht mehr.
18:28Ja, ein paar Tage später hatte er, also mein Kumpel, dann Streit mit so ein paar Jungs, die waren zwei
18:34Klassen über ihm.
18:35Es waren so Typen, die immer Stress gemacht haben.
18:38Kenn ich.
18:38Ja, und die haben ihn dann rumgeschubst und ihm sein Schulranzen weggenommen.
18:42Und der Vater hat es ihm nicht geglaubt?
18:43Doch, doch, im Gegenteil. Der ist sofort zum Rektor.
18:46Die Jungs mussten antreten, haben natürlich alles abgestritten und zur Strafe sind sie von der Schule geflogen.
18:52Also zumindest so lange, bis die Bahn angerufen hat und gesagt hat, dass sie den Schulranzen gefunden haben.
18:58An der Endstation.
19:01Was ist denn aus deinem Freund geworden?
19:03Der Staatsanwalt. In Bielefeld.
19:05In Bielefeld?
19:07Ja.
19:09Vielleicht hast du ja recht. Überprüf mal Gängenmachers Alibi.
19:34Sind Sie okay?
19:35Ja.
19:36Bleiben Sie ganz ruhig.
19:37Ich bin ganz ruhig, ja.
19:38Tun Sie alles genauso, wie wir es besprochen haben.
19:40Versuchen Sie, das Gespräch hinaus zu zögern und sagen Sie, dass Sie mit Sebastian sprechen wollen.
19:43Ja, okay.
19:48Hallo?
19:49Hallo, Sebastian. Bist du dran?
19:52Ich möchte mit Sebastian sprechen. Hören Sie mich?
19:58Wo ist mein Sohn?
20:00Reden Sie mit mir.
20:02Was wollen Sie?
20:04Wir werden alles tun, was Sie wollen.
20:07Lassen Sie mich mit meinem Sohn sprechen, bitte.
20:09Hören Sie mich?
20:10Lassen Sie mich mit meinem Sohn sprechen.
20:11Sebastian?
20:14Sebastian?
20:15Was wollen Sie?
20:17Sebastian?
20:18Er hat einfach aufgelegt.
20:24Gut, das war gut. Sie haben alles richtig gemacht.
20:27Ja.
20:33Sebastian?
20:36Was wollen Sie?
20:39Sebastian?
20:41Was wollen Sie?
20:54Sebastian?
20:55Ich habe gesucht die ganze Nacht im Kindergarten, im Spielplatz bei seinen Freunden, bin in die ganzen Straßen abgefahren im
21:02Park.
21:05Du hast geraucht.
21:06Ja.
21:09Du hast mir versprochen, ne?
21:12Entschuldige.
21:13Sie rauchen?
21:14Ich habe es mir gerade erst abgewöhnt.
21:17Wie?
21:18Was?
21:19Naja, wie haben Sie aufgehört? Akupunktur, Hypnose, Kaugummis.
21:23Was sind Sie denn für ein Polizist? Unser Sohn ist gerade entführt worden und Sie wollen wissen, wie ich mir
21:27das Rauchen abgewöhnt habe. Sind Sie noch ganz dicht?
21:30Ich habe im Nachbargarten neben dem Zaun Nikotinkaugummi gefunden. Könnte es sein, dass der von Ihnen stammt?
21:36Nein, ich habe keine...
21:42Nikotinkaugummi?
21:44Was ist denn?
21:46Verdammt, dieser Typ, der den kleinen Jungen... Du weißt schon, wen ich meine der Freigänger.
21:54Pelko.
21:58Ich habe den Namen in Ihren Unterlagen gelesen. Das ist einer der Männer, mit denen Sie gearbeitet haben. Stimmt's?
22:06Vor etwa einem Jahr hat Pelko versucht, einen siebenjährigen Jungen zu missbrauchen.
22:09Das Kind konnte fliehen und Pelko wurde anhand eines Nikotinkaugummis, das man am Tatort gefunden hat, überführt und verurteilt.
22:16Lass mich raten, Schuhgröße 41.
22:19Richtig.
22:19Er bekam 18 Monate und die Auflage, eine Therapie zu machen.
22:23Nachdem Magda Gengenbacher ein halbes Jahr mit ihm gearbeitet hatte, hat sie befürwortet, dass man Pelko zum Freigänger macht.
22:29Klingt nicht gerade nach einem Motiv, Ihren Sohn zu entführen.
22:32Das Interessanteste kommt ja auch erst.
22:33An dem Tag, an dem Pelko zum ersten Mal als Freigänger draußen war, ist ein kleiner Junge verschwunden.
22:41Kolja Degen.
22:42Natürlich hat man Pelko sofort verdächtigt, musste ihn aber im anschließenden Prozess aus Mangel an Beweisen freisprechen.
22:47Was ist aus dem Jungen geworden?
22:51Das Einzige, was man von ihm gefunden hat, war sein Fahrrad.
22:55Und Pelko?
22:56Sitzt in der JVA Tegel und verbüßt die Reststrafe für sein erstes Verbrechen.
23:01Als Freigänger.
23:20Als Freigänger.
23:35Ich wurde freigesprochen, ich habe mit der Sache nichts zu tun.
23:38Ich weiß, deswegen bin ich auch nicht hier.
23:40Es geht um den Sohn von Frau Gengenbacher.
23:44Sie erinnern sich doch an Frau Gengenbacher.
23:49Ihr Sohn wird seit gestern Mittag vermisst.
23:51Er heißt Sebastian.
23:53Ich will von solchen Sachen nichts mehr hören.
23:58Wir haben am Tatort ein Nikotinkaugummi gefunden und Fußabdrücke, Größe 41.
24:08Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen.
24:11Man hat Ihnen die Gefängnisleitung nicht gesagt, dass ich seit dem zweiten Prozess nicht mehr draußen war?
24:17Hat man mir gesagt, ja.
24:20Aber sagen Sie mir doch mal, warum jemand den Sohn von Frau Gengenbacher entführt und den Verdacht auf Sie lenkt.
24:26Sie wollen wissen, warum?
24:30Das sage ich Ihnen.
24:32Allen war sofort klar, dass ich es war.
24:36In der Presse war ich der Freigängermörder.
24:39Das Monster.
24:42Pelko die Bestie.
24:45Es gibt doch Leute, die das anders sehen.
24:48Frau Gengenbacher hat sich sehr dafür eingesetzt, dass Sie zum Freigänger werden.
24:52Stimmt.
24:53Aber nur bis das mit dem Jungen passiert ist.
24:58Was heißt das?
24:59Als sie im Prozess gefragt wurde, ob sie die Möglichkeit in Betracht zieht, dass ich vielleicht den Jungen verschleppt haben
25:07könnte,
25:08da hat sie gesagt, dass man das Risiko eines Rückfalls nie, nie ausschließen kann.
25:18Leuten wie mir gibt man keine zweite Chance.
25:28Und?
25:30Herr Pelko hat mit dem Verschwinden von Sebastian nichts zu tun.
25:33Was soll das heißen?
25:35Er hat das Gefängnis seit dem zweiten Prozess nicht mehr verlassen.
25:37Das gibt es doch nicht.
25:38Er ist Freigänger, er muss es gewesen sein.
25:41Bülent, bringst du bitte Herrn und Frau Gengenbacher nach Hause?
25:44Nein!
25:45Wir wollen jetzt nicht gehen.
25:46Wir können doch nicht so tun, als sei nichts geschehen.
25:47Wir wollen hier bleiben.
25:49Gut.
25:50Aber ich möchte nicht, dass Sie hier auf den Gang sitzen müssen.
25:52Kommen Sie bitte mit in mein Büro.
25:57Gengenbacher war von zwei bis vier im Ärztezimmer und hat Berichte geschrieben.
26:00Seiner Sekretärin hat er gesagt, dass er nicht gestört werden möchte.
26:03Das Zimmer liegt im zweiten Stock, das heißt, er hätte das Problem los über das Gerüst, also da stand sein
26:06Baugerüst, verlassen können.
26:09Das Motiv?
26:10Er hat uns auf Pelkos Spur gebracht, weil er dachte, der ist immer noch Freigänger.
26:14Und er war nicht da, als die Mutter angerufen hat.
26:16Das ist aber kein Motiv.
26:17Außerdem ist er Arzt.
26:18Also er weiß, dass wir seine DNA in dem Kaugummi gefunden hätten.
26:23Gut, wir haben kein Motiv, aber das heißt ja noch lange nicht, dass es keines gibt.
26:27Ich sage ja auch nicht, dass er es selbst gemacht hat.
26:28Henry, entschuldige, aber ich glaube, du bist wirklich auf dem Holzweg.
26:33Was mit der Mutter?
26:36Die Mutter?
26:37Ja, sie war auf jeden Fall zur Tatzeit in der Nähe des Jungen.
26:40Ja, aber der Junge wurde durch ein Loch im Zaun verschleckt, von dem sie keine Ahnung hatte.
26:43Also wie die alles kontrolliert hat, hat sie es vielleicht irgendwann entdeckt.
26:46Also ich will ja nicht mit der Mutternummer kommen, aber ich habe eine ganze Nacht neben der Frau gesessen und
26:51gesehen, wie sie leidet.
26:52Sie ist Opfer, nicht Täter.
26:55Vielleicht ist das ja der Fehler, den wir gemacht haben.
26:59Wir gehen die ganze Zeit davon aus, dass Sebastian und seine Eltern Opfer sind.
27:05Jürgen Pelko wird aufgrund eines Gutachtens von Magda Gengbacher zum Freigänger.
27:09Am ersten Tag, als er draußen ist, verschwindet der siebenjährige Kolja Degen.
27:13Es kommt zum Prozess, aber Pelko wird aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
27:17Nach allem, was damals in den Zeitungen gestanden hat, müssen Koljas Eltern, also die Degens, geglaubt haben, dass ihr Kind
27:23nur verschwunden oder also wahrscheinlich umgebracht worden ist,
27:27weil Magda Gengbacher Pelko zum Freigänger gemacht hat.
27:32Das wäre ein Motiv.
27:54Was für ein Witz.
27:57Sie finden das witzig?
28:00Nein, Sie haben recht.
28:03Aber vielleicht versteht sie jetzt, wie es sich anfühlt, wenn einem alles genommen wird.
28:08Herr Degen, Sie haben ein Motiv für diese Tat.
28:11Ich habe ein Motiv.
28:15Damals hat man alle Einwände, die meine Frau und ich gegen den Freispruch hatten, einfach abgelehnt.
28:20Der Richter hat gesagt, das ist ihm Leidtue, dass Rechtsprechung aber niemals Rücksicht auf Emotionen nehmen dürfe, sondern sich an
28:27die Fakten halten müsse.
28:29Sie können es gerne nachlesen.
28:31Ich kenne den Fall.
28:32Umso besser.
28:34Keine Gefühle, nur Fakten.
28:37Damals waren unsere Emotionen nicht relevant.
28:39Heute tauchen Sie hier auf und sagen, dass die gleichen Emotionen für ein Motiv taugen.
28:44Was ist das für ein merkwürdiges Rechtsverständnis?
28:48Wo waren Sie gestern zwischen 14 und 15 Uhr?
28:52Bei meiner Frau.
28:55Bei Ihrer Frau?
28:57Ja.
29:01Wir...
29:03Wir wohnen nicht mehr zusammen.
29:08Aber ich bin mir sicher, sie wird sich über Ihren Besuch freuen.
29:15Danke.
29:19Wiedersehen.
29:2732
29:2933
29:31Es müsste davon sein.
29:35Nee, das ist 36.
29:37Jetzt sind wir zu weit.
29:39Wo ist denn die blöde 34? Ich hab die gar nicht gesehen.
29:47Der hat uns verarscht.
30:21Sie hat sich das Leben genommen.
30:23Ich hab mit dem Friedhofsverwalter gesprochen.
30:25Komm.
30:34Herr Degen?
30:37Sie haben Sebastian Gangbach reinführt.
30:39Wo ist der Junge?
30:42Es ist vorbei, Herr Degen.
30:46Nein.
30:49Es fängt gerade erst an.
30:50Nein.
30:52Nein.
31:03Nein.
31:18Ich hab mit dem
31:20Ich werde Ihnen nicht sagen, wo der Junge ist.
31:25Sind Sie bereit, für Ihre Rache den Tod eines unschuldigen Kindes in Kauf zu nehmen?
31:30Rache. Vergeltung.
31:34Das sind doch wenigstens Motive, finden Sie nicht?
31:38Für Koljas Tod gab es überhaupt keinen Grund.
31:41Für den Mord an einem Menschen gibt es nie einen Grund.
31:44Für meinen Sohn kommt auch diese Erkenntnis leider zu spät.
31:54Philipp Degen hat gestanden, dass er Ihren Sohn entführt hat.
31:56Wo ist er? Geht es ihm gut?
31:59Ich weiß es nicht.
32:00Sie wissen es nicht.
32:02Er will es nicht sagen. Ich kann ihn nicht zu einer Aussage zwingen.
32:04Ich werde alles tun, was im gesetzlichen Rahmen möglich ist.
32:07Im gesetzlichen Rahmen möglich?
32:09Sie reden vom Leben meines Sohnes. Ist Ihnen das eigentlich klar?
32:12Herr Gengbacher, wir werden alles tun, um rauszufinden, wo Ihr Sohn ist.
32:16Das erzählen Sie uns schon die ganze Zeit. Wo ist mein Sohn?
32:18Mit Druck kommen wir jetzt nicht weiter.
32:19Im Moment bestimmt er die Spielregel.
32:21Und wenn wir das ändern wollen, so schwer das fällt, dann brauchen wir Geduld.
32:25Wir werden ihn finden.
32:27Wenn er tot ist.
32:28Hör auf damit! Hör endlich auf damit!
32:33Jetzt kriegen wir auf jeden Fall einen Durchsuchungsbeschluss für Deggans Wohnung.
32:36Hör aufzimmern!
33:07Untertitelung des ZDF, 2020
33:16Das riecht nach Hase hier.
33:18Oder Kaninchen.
33:22Guck mal, hier hat ein Käfig gestanden.
33:24Das siehst du noch an den Druckstellen da.
33:27Degen hat gewusst, dass wir früher oder später auf ihn kommen.
33:29Wahrscheinlich hat er sich vorbereitet.
33:32Und der Käfig, der muss bis vor kurzem hier gestanden haben.
33:35Guck mal, das Heu.
33:37Das riecht noch ganz frisch.
33:44Das Futter hat er wahrscheinlich hier aufbewahrt.
33:46Glaubst du, er hat das Kaninchen dahin gebracht, wo er den Jungen versteckt hält?
33:50Das wäre schön.
33:52Ein toter Junge braucht nämlich kein Kaninchen zum Spielen.
33:56Was heißt denn da?
33:57Das sind Angeln. Eine für Erwachsene und eine für Kinder.
33:59Finden wir aus, ob der ein Mitglied im Angelsportverein ist.
34:02Vielleicht gibt es irgendwo ein Grundstück, zu dem der Zugang hat.
34:04Okay, mach ich.
34:08Sie haben die Familie Wochener ausspioniert.
34:10Sie wussten, dass der Nachbar Sebastian mit dem Spiegelzeichen gibt.
34:14Ich wollte wissen, was Frau Gengenbacher für eine Frau ist.
34:18Das hat sie überhaupt nicht interessiert.
34:20Sie wollte nur den Jungen.
34:22Es war interessant zu sehen, wie sie versucht hat, sich vor so jemandem zu schützen.
34:28Wie dem, der mir meinen Jungen weggenommen hat.
34:33Selbst wenn Frau Gengenbacher schuld wäre, an dem, was Kolja widerfahren ist.
34:39Was hat Ihr Sohn damit zu tun?
34:41Das Thema hatten wir schon.
34:47Haben Sie Ihren Sohn geliebt?
34:51Haben Sie ihn geliebt?
34:54Ich glaube schon.
34:56Sie waren angeln mit ihm?
34:59Sie haben ihn vielleicht draußen gezeltet?
35:03Wie waren das nachts, wenn es dann kalt wurde?
35:05Oder wenn er vielleicht Angst hatte, hat er sich an Sie gekuschelt?
35:10Haben Sie ihn beschützt?
35:14Sie wissen doch, wie sensibel so ein kleiner Junge ist.
35:18Wie haben Sie sich das vorgestellt?
35:20Ich meine, die Entführung.
35:22Haben Sie gedacht, Sie zeigen dem Jungen einen Hasen und dann kommt er einfach freiwillig mit?
35:27So war es nicht, nicht?
35:29Sebastian ist nicht freiwillig mitgekommen.
35:32Sie mussten ihn packen.
35:33Wahrscheinlich haben Sie ihm noch den Mund zugehalten.
35:37Und dann hat er sich am Zaun festgehalten und die Hände blutig gerissen.
35:40Wie hat sich das angefühlt, Herr Degen?
35:41Wie hat sich das angefühlt, als Sie gemerkt haben, der Junge leidet?
35:44Haben Sie gedacht, so ist es Kolja auch gewesen?
35:45Hören Sie endlich das Auge!
36:01Herr Degen, noch ist der Junge am Leben.
36:05Sagen Sie mir, woher ist, bevor es zu spät ist.
36:09Sie können nicht ein Unrecht mit einem anderen wiedergutmachen.
36:13Sie werden ihn nicht finden.
36:25Vielleicht haben wir ihn schon.
36:30Kommt, jede Minute zählt.
36:32Das gehört ja wegen des Frauen.
36:43Vielen Dank!
37:13Untertitelung. BR 2018
37:28Bruno!
37:31Come on!
37:47Das ist ein Grab.
37:54Habt ihr eine Schaufel dabei?
38:03Hier ist nichts. Nur noch Stein.
38:23Das ist ein Grab.
38:25Das ist ein Grab.
38:37Das ist ein Grab.
38:39Das ist ein Grab.
39:03Wie lange sollen wir uns das noch ansehen?
39:04Der spielt doch nur mit uns.
39:06Der wird es so lange hinauszögern, bis der Junge tot ist.
39:08Der will, dass wir versagen, so wie man damals versagt hat, als es um sein Kind ging.
39:12Und wir erlauben es ihm.
39:13Henry, wir tun alles, was wir können.
39:15Tun wir das?
39:16Ja, alles, was das Gesetz zulässt.
39:17Glaubst du, das Gesetz wurde gemacht, um zuzusehen, wie ein Kind stirbt?
39:20Nein.
39:22Aber ich glaube auch nicht ans alte Testament.
39:39Ich habe mir sehr große Mühe gegeben, so wenig Verständnis für möglich für das zu haben, was Sie getan haben,
39:45Frau.
39:48Ich habe mich getäuscht. Sie haben gar kein Mitleid verdient.
39:51Sie sind noch viel kälter und herzloser, als die Justiz jemals zu Ihnen gewesen ist.
39:57Klingt so, als hätten Sie den Jungen doch nicht gefunden.
40:04Ohnmacht ist kein schönes Gefühl, stimmt's?
40:07Sprechen Sie von Ihrer Ohnmacht oder von der Ohnmacht Ihrer Frau?
40:10Ich weiß nicht, wovon Sie reden.
40:12Natürlich wissen Sie das.
40:13Sie hätte jemanden gebraucht, der Sie in den Arm nimmt, der ihr Kraft gibt.
40:16Aber Sie hatten ja keine Zeit.
40:18Sie waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
40:21Sie haben ja nicht mal gemerkt, wie Sie vor die Hunde geht.
40:28Sie haben keine Ahnung.
40:37Sie verlieren langsam die Nerven.
40:40Das kann ich verstehen.
40:43Muss eine schreckliche Vorstellung sein,
40:46dass der Junge noch lebt und Sie nichts dagegen tun können, dass er stirbt.
40:51Was haben Sie davon, wenn er tot ist?
40:55Wissen Sie, was Ihr Problem ist?
40:57Sie stellen immer wieder die gleichen Fragen.
40:59Und alle führen immer wieder ins Nichts.
41:03Vielleicht sollten Sie mal drüber nachdenken,
41:04ob Sie wirklich der richtige Gesprächspanner für mich sind.
41:09Wenn Sie glauben, dass ich Sie mit Frau Gengbacher reden lasse,
41:11dann täuschen Sie sich.
41:14Sie ist die Expertin.
41:16Sie weiß doch, wer was warum tut.
41:22Darauf hat er es angelegt.
41:23Die ganze Zeit.
41:25Ich will ihm diesen Triumph einmal nicht gönnen.
41:27Warum eigentlich nicht?
41:28Weil er nur Rache will.
41:29Na und, dann gönnen wir sie ihm.
41:31Frau Gengbacher ist eine erwachsene Frau.
41:33Was immer Degen ihr vorwirft,
41:34sie wird es aushalten, um das Leben ihres Kindes zu retten.
41:37Und wenn er ihr nichts sagt?
41:39Dann haben wir es wenigstens versucht.
41:45Bruno, es ist nicht wichtig,
41:47ob Degen über uns triumphiert.
41:48Es geht nur um den Jungen.
41:52Überlass wenigstens der Mutter die Entscheidung.
41:58Kein Wunder, dass er nicht reden will.
42:01Was willst du damit sagen?
42:05Wenn du dich für den Perversen nicht eingesetzt hättest,
42:07dann wäre das alles nicht passiert.
42:08Aber du hast ja gedacht,
42:09es reicht, wenn wir eine Überwachungskamera vor das Haus hängen.
42:11Und dann sind wir sicher.
42:13Scheiße.
42:14Alles scheiße.
42:23Er will mit Ihnen reden.
42:25Was?
42:28Ich habe ihm gesagt,
42:29dass ich das nicht zulassen werde.
42:32Ich rede mit ihm.
42:35Ich glaube, er wird dir nichts sagen.
42:39Wahrscheinlich wird er nur versuchen,
42:40sie zu demütigen.
42:41Ich brauche Ihre Ratschläge nicht.
42:42Ich bin es gewohnt, mit Leuten zu reden,
42:44die mir nichts sagen wollen.
42:47Entschuldigung.
42:48Aber ich muss es doch wenigstens versuchen, oder?
43:11Darf ich mich setzen?
43:13Bitte?
43:25Sebastian ist ja ungefähr so alt wie ihr Sohn.
43:29Ich kann sehr gut verstehen, dass...
43:32Ich kann sehr gut verstehen,
43:34dass Sie mich für alles verantwortlich machen,
43:36was passiert ist.
43:38Aber ich habe damals versucht,
43:40in der Therapie mit Herrn Pelko...
43:42Ich habe wirklich versucht, herauszufinden,
43:44ob er...
43:48Ich habe doch nicht gewollt, dass das passiert ist.
43:50Das müssen Sie mir glauben.
43:52Warum haben Sie zugestimmt,
43:54dass Pelko das Gefängnis verlassen darf,
43:55wenn Sie der Meinung waren, dass er es wieder tut?
43:58Ich war eben nicht der Meinung.
44:00Ich war mir sicher, dass es nicht passiert.
44:03Das Gericht hat ja auch so entschieden.
44:05Haben Sie nicht gesagt,
44:06es gebe immer so etwas wie ein Restrisiko?
44:09Kein Mensch kann doch wissen, was passiert.
44:12Er hat es schon einmal getan.
44:15Aber Sie haben einfach das Leben meines Kindes auf Spiel gesetzt.
44:18Warum?
44:21Hä?
44:22Weil ihm die Zelle zu eng geworden war?
44:24Weil ihm die Matratze zu hart ist?
44:28Das ist das Gesetz.
44:30Ich habe mir das nicht ausgedacht.
44:37Niemand hat Sie gezwungen, ihm zu vertrauen.
44:39Herr Degen, ich fliehe Sie an.
44:42Machen Sie mit mir, was Sie wollen,
44:43aber lassen Sie mein Kind aus dem Spiel.
44:46Hören Sie auf damit.
44:47Warum sollte ich Ihnen was tun wollen?
44:48Weil Sie mich hassen.
44:52Sie haben damals gesagt,
44:53dass solche Gespräche
44:54frei von Emotionen und Vorurteilen sein müssen.
44:57Also halten Sie sich jetzt daran.
44:59Aber mein Kind...
45:00Seit sieben Monaten!
45:01Weiß ich nicht, was mit meinem Sohn ist.
45:03Seit sieben Monaten.
45:06Sie werden noch lernen, was das bedeutet.
45:13Bringen Sie sie raus.
45:14Es hat keinen Wert mit ihr.
45:16Herr Degen, ich...
45:20Herr Degen, bitte...
45:43Sie sind unmenschlich, Herr Degen.
45:46Mein Sohn hat nichts getan.
45:47Vergessen Sie das nicht.
45:51Wenn Sie noch ein bisschen Menschlichkeit im Leib haben,
45:53geben Sie ihn mir zurück.
45:56Bitte.
46:15Scheiße, jetzt haben wir unseren letzten Trumpf gespielt.
46:17Dann geh du doch rein!
46:20Geh rein, geh rein und prügel es aus ihm raus.
46:22Bruna, ich...
46:23Das kannst du nicht.
46:24Ich weiß.
46:25Und wenn du es könntest,
46:26dann wirst du nämlich nicht hier.
46:41Was ist denn los mit euch?
46:44Jana, du hast die Verantwortung für Degen.
46:53Er will nichts sagen, ha?
46:56Er hat alles verloren.
46:58Seinen Sohn, seine Frau.
47:02Seine Frau hat ihn verlassen?
47:03Sie hat sich vor zwei Monaten das Leben genommen.
47:08Oh mein Gott.
47:12Er hat sich so in seine Rache-Fantasien reingesteigert,
47:15dass sie ihn mit ihrer Trauer gar nicht mehr erreichen konnte.
47:19Hat er dir das erzählt?
47:23Als uns die Ärzte damals gesagt haben,
47:25dass unsere Tochter nicht mehr lange leben würde,
47:27da habe ich Tag und Nacht in Maries Bett gesessen.
47:29Ich habe immer gedacht, ich hätte das für Lotte getan,
47:31weil sie das alles kaum ausgehalten hat.
47:34Aber ich habe es für mich gemacht.
47:37Ich habe das gebraucht, um Abschied zu nehmen.
47:39Und ich habe überhaupt nicht gemerkt,
47:40dass ich Lotte für ihre eigene Trauer
47:44überhaupt keinen Raum mehr gelassen habe.
47:51Der will keine Rache.
47:54Degen hat das Grab nicht gegraben,
47:55um irgendjemandem Angst zu machen.
47:57Er hat einen Ort gebraucht,
47:58an dem er um sein totes Kind trauern kann.
48:00Aber die Entführung hat doch nichts mit Trauer zu tun.
48:03Ich glaube, der schreit einfach nur um Hilfe.
48:05Und diesmal tut er es so laut,
48:06dass es niemand überhören kann.
48:09Aber was will er?
48:10Seinen Sohn.
48:11Du kannst keinen Frieden mit einem Toten machen,
48:13wenn du nicht mal einen Beweis dafür hast,
48:14dass er tot ist.
48:17Einen Beweis?
48:18Er kann doch nicht wirklich glauben,
48:20dass sein Sohn noch lebt.
48:21Das ist doch...
48:22Irrational, unlogisch
48:25und menschlich.
48:27Dann haben wir jetzt noch ein Problem.
48:29Wir wissen nicht, wer Kolja umgebracht hat,
48:31also werden wir auch niemals eine Leiche finden.
48:42Danke.
48:49Ihr Mann hat vorhin gesagt,
48:50Sie hätten diese Überwachungskameras aufgehängt
48:53und gehofft, dass damit alles gut wird.
48:55Wie hat er das gemeint?
48:57Ich hatte Angst.
48:59Wovor?
49:03Davor, dass Pelko Kolja doch umgebracht hat?
49:07Davor, dass das, was wir tun,
49:09manchmal schreckliche Konsequenzen hat?
49:17Sie haben Koljas Eltern gesehen,
49:18als Pelko freigesprochen wurde.
49:23Hatten Sie da das Gefühl,
49:26was falsch gemacht zu haben
49:28oder was versäumt zu haben?
49:31Meine Arbeit besteht ja darin,
49:33Menschen zu helfen
49:35und ihnen eine Chance zu geben.
49:37Nein, nein, das meine ich nicht.
49:41Ich glaube, dass es
49:42Koljas Eltern sehr geholfen hätte,
49:44wenn sie gespürt hätten,
49:46dass der Tod ihres Sohnes
49:47nicht einfach ein unkalkulierbares
49:48Restrisiko ist.
50:02Bist du verrückt?
50:03Du kannst mich doch nicht
50:04einfach aus der Sitzung holen.
50:05Es tut mir leid, wirklich,
50:06aber ich muss Pelko
50:07im Präsidium vernehmen.
50:08Und deswegen kommst du einfach
50:09reingeschneid.
50:09Lara, sofort!
50:10Unmöglich, er wurde freigesprochen.
50:12Du kannst ihn nicht wegen der gleichen Sache
50:14ein zweites Mal anklagen.
50:15Das habe ich doch gar nicht vor.
50:16Ich will nur, dass Degen endlich erfährt,
50:18was mit seinem Sohn passiert ist.
50:19Bruno, es hat einen Prozess gegeben.
50:22Hallo?
50:23Du glaubst doch wohl nicht,
50:24dass es jetzt passiert ist.
50:25Ich glaube es nicht, ich weiß es.
50:28Und was ist, wenn Pelko gesteht
50:30und Degen erfährt,
50:31dass Pelko gar nicht mehr
50:32angeklagt werden kann?
50:35Degen will einfach nur
50:36seinen Frieden machen.
50:37Er will sein totes Kind beerdigen.
50:40Lara.
50:43Bitte.
50:47Ich muss nicht mit Ihnen sprechen.
50:50Ich wurde freigesprochen.
50:51Ich weiß.
50:53Deswegen sind Sie auch gar nicht hier.
50:54Ich brauche Ihre Hilfe.
50:55Ich möchte Sie als Zeugen vernehmen.
50:57Ich verspreche Ihnen,
50:58Sie nichts zum Fall
50:59Kolja Degen zu fragen.
51:01Was wollen Sie denn?
51:04Und jetzt, was soll das?
51:08Wir möchten, dass Sie sich das ansehen.
51:10Ich möchte, dass Sie mir alles erzählen
51:11über Ihre Sitzung mit Frau Gengbacher.
51:13Vielleicht helfen Sie uns,
51:14damit Ihren Sohn zu helfen.
51:16Ich würde schweinig sehen.
51:17Sie glauben doch,
51:18dass er Ihren Sohn umgebracht hat.
51:19Wie haben Sie mit Frau Gengbacher gearbeitet?
51:22Herr Gengbacher.
51:25Ich habe diese Therapie nie gewollt.
51:28Aber Sie wollte das nicht akzeptieren.
51:32Ich habe ihr gesagt,
51:34dass mir der Junge leidtut.
51:40Aber da ist dieser Drang.
51:41Verstehen Sie?
51:43Dieser Drang.
51:47Dass dann sowas passiert.
51:51Sie hat gesagt,
51:52das bekomme man nicht
51:52von heute auf morgen weg.
51:55Aber dass man daran arbeiten könne.
51:59Sie hat gesagt,
52:00dass ich mich nicht
52:01in solche Situationen bringen darf.
52:03Was für Situationen?
52:08In denen ich in Versuchung komme.
52:13Im Gefängnis habe ich gesehen,
52:14was Sie mit einem wie mir gemacht haben.
52:21Ich hatte solche Angst.
52:26Sie hat gesagt,
52:26dass ich nicht zu einer bin.
52:29Haben Sie das Gefühl,
52:30dass Frau Gengbacher
52:31Sie überfordert hat
52:32mit dem, was sie von Ihnen wollte?
52:39Sie wollten doch gar nicht,
52:40dass man Sie zum Freigänger macht, oder?
52:44Ich war doch an einem Ort,
52:46an dem ich nicht in Versuchung komme.
52:51In meiner Zelle,
52:52da war eine Fliege.
52:56Sie ist immer wieder
52:57gegen die Scheibe geflogen,
52:58wollte raus.
53:02Einen Tag lang.
53:05Ich habe sie beobachtet.
53:08Dann war sie tot.
53:12Es gibt keinen freien Willen.
53:16Warum hat sie mich nicht
53:17da gelassen, wo ich war?
53:19Frau Gengbacher ist nicht schuld
53:21an Ihrem Schicksal.
53:22Und auch der Kolja,
53:23der Kleine,
53:24der ist nicht schuld
53:24an dem, was passiert ist.
53:25Und auch die Presse
53:26ist es nicht.
53:30Aber ich bin kein Monster.
53:31Nein, Sie sind kein Monster.
53:33Aber Sie sind verantwortlich
53:34für das, was passiert ist.
53:36Genauso wie Sie jetzt
53:36dafür verantwortlich sind,
53:38das Leben eines kleinen Jungen
53:39zu retten.
53:40Sagen Sie mir,
53:40was damals passiert ist.
53:43Wenn Sie das jetzt nicht tun,
53:46dann sind Sie ein Monster.
53:48Und haben es nicht verdient,
53:49dass man Ihr Leid anerkennt.
53:51Dann hat die Presse
53:52mit Ihren abscholllichen Behauptungen
53:53recht gehabt.
53:55Aber ich habe den Jungen
53:56nicht umgebracht.
53:59Herr Belko,
54:00in drei Monaten
54:01haben Sie Ihre Haftstrafe
54:02verbüßt.
54:03Und dann kommen Sie nach draußen.
54:05Und da draußen
54:07treffen Sie den nächsten
54:08kleinen Jungen.
54:10Vielleicht halten Sie das
54:11eine Weile aus.
54:13Vielleicht können Sie
54:14der Gefahr aus dem Weg gehen.
54:15Aber irgendwann ist
54:16der Augenblick da.
54:17Und dann tun Sie es
54:18vielleicht wieder.
54:20Wenn Sie jetzt
54:21Sebastians Tod
54:21in Kauf nehmen,
54:22dann sind Sie ein Mörder.
54:24nicht vor dem Gesetz,
54:25aber hier.
54:26Und das hat dann nichts
54:27mit Ihrer Krankheit zu tun.
54:28Wenn Sie aber
54:29Koljas Vater helfen,
54:30seinen Frieden zu finden,
54:32dann retten Sie das Leben
54:33eines kleinen Jungen.
54:36Und das kann Ihr Leben
54:37ganz entscheidend verändern.
54:42Das macht er bei den Jungen
54:44auch nicht wieder lebendig.
54:48Also, Herr Belko.
55:09Kommen Sie, hier!
55:12Kommen Sie, hier!
55:46Kommen Sie, hier!
56:03Kommen Sie, hier!
56:14Frau Sebastian.
56:31Sebastian!
56:32Sebastian!
56:33Mama!
56:34Hallo!
56:36Hallo!
56:38Hallo, wie geht's dir?
56:39Mir geht's gut.
56:41Du musst nicht raus.
56:42Okay.
56:43Ich muss euch was zeigen.
56:44Was denn?
56:48Er ist Mockel.
56:50Er muss ganz kleine sein.
56:52Ja.
56:54War der die ganze Zeit da drin?
56:56Ja.
56:58Und hast du den immer rausgenommen?
57:00Oder war der wirklich nur da drin?
57:01Nur da drin.
57:03Was denn?
57:07Hast du dir auch immer gegessen, die ganze Zeit?
57:10Ja.
57:14Ja.
57:44Ja.
57:45Ja.
57:45Ja.
57:46Ja.
57:46Ja.
57:46Ja.
Kommentare