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  • vor 6 Stunden

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Kurzfilme
Transkript
00:28Untertitelung des ZDF, 2020
00:40So gut habe ich das letzte Mal gegessen, ich glaube eigentlich habe ich überhaupt noch nie so gut gegessen.
00:50Was ist jetzt passiert? Ist dir die Weltformel eingefallen?
00:52Ja, so ungefähr.
00:55Was macht sie da?
01:06Willst du?
01:08Willst du?
01:27Telefon.
01:29Ja, ja.
01:33Ja, Fradicek?
01:35Ihr hätt am Pfarrer immer ein Gebot.
01:38Na, hoffentlich ein Toten.
01:40Na, was sonst?
02:14Na, was sonst?
02:14Dürfte ich vielleicht?
02:15Danke.
02:19Ja, spaß dir.
02:21Was haben wir?
02:22Nicht viel.
02:23Werner Demscher, 32 Jahre, tätig hier beim Hilfswerk Pronobia.
02:27Ja.
02:28Was?
02:30Also von dieser Selbstmord ist er dann ziemlich eigenwilliger.
02:39Und? Weißt du schon was genaueres?
02:41Erschossen ist er nicht worden.
02:43Okay.
02:45Hast du einen besonderen Abend gehabt?
02:47Ja.
02:48Darf man den Anlass erfahren?
02:50Nein.
02:53Also er ist seit drei Stunden tot, Todesursache vermutlich Genickbruch.
02:57Und alles weitere morgen zu den normalen Öffnungszeiten.
03:00Danke.
03:00Gute Nacht allerseits.
03:01Gute Nacht.
03:02Gute Nacht, Stefan.
03:04Gut, dann schauen wir uns jetzt seine Wohnung an, ja?
03:07Schickt sie uns ein paar Kollegen hin?
03:09Mache ich.
03:09Was, jetzt um die Zeit?
03:11Ja, sicher jetzt. Wann denn sonst?
03:13Das heißt, das war ein Pfarrer, was soll da schon groß gewesen sein?
03:17Entweder er hat sich am Klingebeutel vergriffen oder gegen den Zölibat verstoßen oder seine Ministranten ein bisschen zu gern gehabt.
03:24Super, vielen Dank.
03:26Inspektor Klischee.
03:30Du musst ja auch noch im sechsten Stock wohnen ohne Lift.
03:34Sag mir's, ich hab heute am Abend auch was anderes vorgehört.
03:37Echt? Auf die Idee war ich gar nicht gekommen.
03:41Erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg, kalter Krieg.
03:46Ich meine, ein Pfarrer, der sich fast ausschließlich für Krieg interessiert. Komisch.
03:50Warum nicht?
03:55Und?
03:56Was und?
03:57Was hast du denn vorkommt?
03:59Opa.
04:00Zuhören oder auftreten?
04:06Die Rote Armee in Österreich. Spannend, oder?
04:09Sehr spannend.
04:13Und?
04:14Was und?
04:16Na, was haben sie denn gespült?
04:21Das ist eine eher unbekannte Oper von Verdi.
04:24Der Titel war, glaube ich, heute mal...
04:25Können wir uns bitte auf die Arbeit konzentrieren?
04:28Kenn ich gar nicht.
04:29Nicht? Kennst du die?
04:34Antidepressiva, aber keine homöopathischen.
04:43Hallo.
04:44Guten Abend.
04:45Guten Abend.
04:46Grüß euch.
04:46Den Laptop bitte, die DVDs, die Bilder auf jeden Fall.
04:49Und wenn ihr dann einem Kollegen bitte haargenau erzählt, wie ihr den heutigen Abend verbracht habt,
04:53das interessiert ihn nämlich brennend.
04:54Ja?
04:56Ja.
05:01Stefan?
05:07Na, da war es gestern eher so aufgebrezelt.
05:11Danke.
05:15Todesursache war, wie gesagt, Genickbruch.
05:17Aber interessant, ich habe Spuren von Chloroform in seinem Blut gefunden.
05:21Also ist er vorher betäubt worden?
05:22Na, betäubt, da lässt er leicht aufhängen.
05:24Was ist das?
05:25Das nennt man Vitiligo, ist eine Pigmentstörung.
05:28Ungefähr zwei Prozent der Bevölkerung haben das.
05:31Das ist also der Chef von diesem Pronubia?
05:34Nein, der Geschäftsführer.
05:35Der Chef ist dieser Monsignore Melach-Wesley, der aus dem Fernsehen.
05:37Aber ich wundere mich, dass du Pronubia überhaupt kennst.
05:40Na klar, ich spende schon seit Längerem für die Kinder.
05:43Also wenn du unsere Kinder meinst, das sind keine Spenden, sondern Alimente.
05:48Die Susanne hat mich auf die Idee gebracht.
05:54Bitte spordet einen Kommentar, es ist alles gut.
06:04So, der Bericht vom Demscher und dein Kaffee.
06:09Darf sonst noch was sein?
06:11Ach, im Moment nicht, danke.
06:12Steht was Interessantes drin?
06:13Im Bericht? Soll ich Ihnen die vorlesen auch noch?
06:16Es würde reichen, wenn du mir sagst, ob was Interessantes drinsteht.
06:21Also, nach dem Priesterseminar war der Demscher Kaplan in Floridsdorf.
06:24Und dort hat ihn der Monsignore Melach dann zu Pronubia geholt.
06:28Für ihn war er dann immer wieder in Somalia und sonst im Pronubia-Büro.
06:31Sein einzig lebender Verwandter ist Gustav Demscher, sein Vater.
06:34Seine Mutter ist gestorben, er war auf 14.
06:36Und der hat ein Autodrom im böhmischen Prater.
06:39Sag einmal, hörst du mir eigentlich zu?
06:41Ja, ja, böhmischer Prater, Ringel gespielt mir sie zu.
06:44Autodrom!
06:45Ja, Autodrom.
06:46Das ist schon seltsam, oder? Dieses Schild, ich bin ein Mörder.
06:52Geschichte haben sie uns einmal so Fotos gezeigt.
06:54Im Zweiten Weltkrieg haben sie einen hingerichteten,
06:56so Schilder umgehängt zur Abschreckung.
06:58Ja, ich weiß.
07:00Auf jeden Fall, wo ein Mörder, da auch ein Opfer.
07:02Vielleicht liegt da ja was bei unseren Karteileichen herum.
07:04Check einmal die ungelösten Fälle, ja?
07:05Ja, aber eh nur alle ungelösten Mordfälle?
07:08Du, nichts lieber als das.
07:09Gern, klar.
07:10Hab eh nichts Besseres zu tun.
07:13Wie lange haben wir das noch?
07:1523 Wochen.
07:18Das müsst ihr mal ja anschauen.
07:28Bleib nur, bleib nur.
07:29Ja!
07:30Ja!
07:31Ja!
07:31Ja!
07:32Ja!
07:32Ja!
07:32Ja!
07:32Ja!
07:32Ja!
07:33Ja!
07:37Und das soll ein Beweis sein, oder wie?
07:39Ne, Entschuldige, kommt da das nicht komisch vor?
07:41Also wenn das ein Verbrechen ist,
07:42dann müssten wir ja die ganze Bundesliga verhaften.
07:48Ich glaube, ich spüre was.
07:49Okay.
07:50Warte, warte.
07:50Na, ihr Dürteltauben, voll im Arbeitsstress.
07:53Der Bericht von der Spurensicherung ist da.
07:57Ja, nix.
07:58Keine Fingerabdrücke, keine Verwertbarung,
07:59DNA-Spuren, gar nix.
08:00Aber ich habe herausgefunden,
08:02dass der Dämpfscher in Therapie war.
08:03Mhm, sehr gut.
08:05Bei dir?
08:05Hier am Laptop vom Pfarrer gibt es eine schiffrierte Partition.
08:08Die Entschlüsselung wird auch ein bissl dauern
08:10und an den alten Fällen sind wir noch dran.
08:11Bis jetzt nix, was man mit ihm in Verbindung bringen kann.
08:14Gut, weitermachen.
08:16Also ich meine,
08:18mit dem Arbeiten.
08:23Und es ist wieder so weit.
08:25Auf geht's.
08:26Turbo.
08:28Das tut es sein.
08:30Junge Mann in der zeitlosen Lederjacke.
08:32Ich glaube nicht.
08:33Junge Mann meint er dich.
08:35Ja, sie.
08:36Nehmen Sie Ihre bezaubernde Frau bei der Hand
08:38und fahren Sie mit ihr ins Wunderland.
08:40Ja, und wer sagt sie?
08:41Geburst es immer sein.
08:43Immer.
08:48Warum wundert mich das jetzt nicht?
08:52Herr Dämpfscher?
08:53Ja.
08:54Bezirksinspektor Franetschek.
08:56Chefinspektorin, schnell.
09:03Danke.
09:04Heiß.
09:05Wenn er mir gesagt hat,
09:06er will Pfarrer werden,
09:07hab ich mich gefragt,
09:08was hab ich falsch gemacht.
09:10Ich hab nichts am Hut mit dir.
09:13Wie war er denn so?
09:15Als Sohn, meine ich.
09:17Ja, ganz normal halt.
09:18Nichts geschissen hat er sich.
09:20Und eine große Kuschel hat er gehabt.
09:23Und einen Ries bei den Damen.
09:26Wenn ich ihn zum ersten Mal mit einer erwischt hab,
09:28war er erst 14.
09:2914?
09:30Huh, fast wie meiner.
09:32Hat er eigentlich irgendwas erzählt
09:33von Frauengeschichten im Mann?
09:35Seitdem er Pfarrer war.
09:37Nein, wir haben ja wenig Kontakt gehabt.
09:39Und wissen Sie,
09:41Doktern,
09:42Lehrer,
09:44nichts für Ungott,
09:45Polizisten,
09:46und
09:46das ist nicht so meins.
09:54Sie kommen und sagen mir,
09:55dass mein Sohn tot ist.
09:59Aber verloren hab ich eigentlich
10:00schon viel früher.
10:03Ich hab einfach nicht gewusst,
10:04wie reden.
10:05wie am Tor.
10:09Das mit dem Zuhören und Beraten,
10:11das war einmal.
10:12Der Priesterberuf ist heute viel weltlicher.
10:15Wir sind eigentlich mehr Manager,
10:17nur schlechter bezahlt.
10:18Wenn die Menschen heute einen Seelsorger brauchen,
10:21dann gehen sie zum Psychiater.
10:23Apropos Psychiater.
10:24Ihr Kollege,
10:25der Demscher,
10:25der war ja auch in Behandlung.
10:26Haben Sie das gewusst?
10:27Ich gewusst nicht,
10:28aber wundern tut's mich nicht.
10:29Wie gesagt,
10:30unser Beruf ist sehr fordernd.
10:31Da rennt schnell einer in ein Burnout.
10:33Ich könnte Ihnen da Sachen erzählen.
10:35Wo ist es denn?
10:38Sie hat's gern.
10:39Ah, da.
10:41Kennen Sie diese Frau?
10:46Ja,
10:46das ist eine Kindergärtnerin,
10:48wo wir gerade beim Thema sind.
10:50Die hat mich richtig angefleht,
10:51dass ich sie nach Somalia schicke.
10:53Was soll ich sagen,
10:54nach drei Monaten war es wieder in Wien.
10:55Ist ja auch kein Urlaub,
10:56nicht?
10:59Weil ich sie in Somalia nicht mehr ausgehalten habe?
11:01So ein Blödsinn.
11:02Wir haben nur nix tun können.
11:03Haben Sie eine Ahnung,
11:04was da los ist?
11:05Der heißt Bürgerkrieg.
11:06So Ernstchen,
11:07bitte fahr ein bisschen langsamer, ja?
11:09Wer bist denn du?
11:11Ich?
11:12Ich bin der Bezirksinspektor Franitschek
11:14von der Polizei.
11:15Warum Polizei?
11:17Warum ich zur Polizei gegangen bin,
11:19naja,
11:19das hat sich schon ergeben,
11:20heißt?
11:21Warum sind Sie denn eigentlich
11:22nach Somalia gegangen?
11:23Mein Leben war schon
11:23so in einer vorbereiteten Bahn.
11:25Heiraten,
11:26Haus bauen,
11:26Kind,
11:27Hund,
11:27bla bla bla.
11:28Da wollte ich nochmal
11:29was Neues sehen
11:30und so blöd,
11:30das klingt gut,
11:31das tun.
11:31Das war unter den Umständen
11:32aber nicht möglich,
11:33oder wie?
11:34Da fehlt es an allen Ecken
11:35und Enden.
11:35Alle sind traumatisiert
11:37und wissen Sie,
11:38was in den Paketen war,
11:39die der Mellach uns geschickt hat?
11:41Bibeln.
11:42Was hat denn der Pfarrer Demscher
11:44davon gehalten?
11:44Ja, der Werner war
11:45genauso fassungslos.
11:46Der hat ja noch dazu gewusst,
11:47was Pronubia in Österreich einnimmt
11:49und was davon in Somalia ankommt,
11:50das ist einfach lächerlich.
11:52Verstehe.
11:53Nehmen Sie mir das jetzt nicht übel.
11:55Ich muss das fragen.
11:57War zwischen Ihnen
11:58und dem Pfarrer Demscher
11:59vielleicht ein bisschen mehr
11:59als kollegiale Empörung?
12:02Ich sage Ihnen, wie es war.
12:03Ich bin in dem Hilfsprojekt angekommen,
12:05da hat der Werner gerade
12:06einen LKW abgeladen
12:07mit freiem Oberkörper.
12:09Wie am Abend
12:10die Messwahn vor mir gestanden ist,
12:12habe ich schon schlucken müssen.
12:13Aber ich habe einen Freund.
12:17Wann haben Sie denn den Werner
12:18eigentlich das letzte Mal gesehen?
12:20Nach Afrika?
12:21Nie mehr.
12:24Naja, nach der Schule
12:25habe ich mir gedacht,
12:26ich mache was Gescheites
12:27und gehe zur Polizei,
12:29weil als Beamter hat man es gut.
12:31Warum gut?
12:32Naja, da hat es noch
12:34was ganz Tolles gegeben,
12:35die Pragmatisierung,
12:36aber ich bin auch heute
12:38recht zufrieden.
12:39Meistens.
12:39Warum nur meistens?
12:42Na du, das ist nicht immer leicht, weißt du?
12:44Warum nicht?
12:45Naja, du, ich habe eine Chefin
12:47und die ist manchmal ziemlich streng.
12:49Und das habe ich gehört,
12:50Frau Nitschek.
12:51Siehst, was ich meine?
12:53Ich muss gehen.
12:53Servus.
12:54Tschüss.
12:55Papa.
13:01Du, die hat ja
13:03Verhörtechnik drauf.
13:03Ja, von der kannst du noch
13:04was abschauen.
13:05Nein, oder?
13:06Das hast du das gesagt?
13:07Und was hast du das gesagt?
13:09Bin im achten Level.
13:11Na, nix, nur der Papa.
13:13Das war gerade
13:14dein Rekordjahr.
13:15Super, Papa.
13:16Du bist mein Hell.
13:17Hallo, meine Süßen.
13:19Hallo.
13:20Was machst du da?
13:21Verbring Zeit mit unseren Kindern.
13:23Aha, und wo sind's?
13:26Was ist das?
13:27Es ist für dich.
13:29Es ist heute geliefert worden.
13:40Und sonst noch?
13:41Ich meine, das Spiel ist jetzt noch fertig.
13:45Aber, ja,
13:46jetzt ist es schon ziemlich spät.
13:47Ja.
13:50Also dann,
13:51ciao.
13:52Gute Nacht.
14:10Gute Nacht.
14:40Gute Nacht.
14:42Angststörungen kombiniert mit einer schlimmen Schlafstörung.
14:46Das führt dann schnell zu einem Teufelskreis.
14:48Das haben wir mit Antidepressiva behandelt.
14:50Außerdem war der Herr Demscher zweimal in der Woche bei mir.
14:54Gesprächstherapie.
14:54Ja.
14:55Ich hasse diese Uniform,
14:57habe Angst und Heimweh.
14:58Meine Finger sind klamm von der Kälte hier in Schopron.
15:00Das steht in seinem Tagebuch.
15:02Ja.
15:04Das könnte ein Traum gewesen sein.
15:06Ich habe ihn gebeten, ein Traumtagebuch anzulegen.
15:08Wir haben das hier in den Sitzungen besprochen.
15:11Und dass er irgendwas von Ungarn träumt, das hat eine Bedeutung, ja?
15:15Mitunter, ja.
15:16Wie würden denn Sie den Herrn Demscher beschreiben?
15:21Begeisternd, zupackend, optimistisch, in einer guten Phase.
15:25Puppertär, aggressiv, renitent.
15:27Wenn er in einer akuten Angstphase war.
15:29Ich frage mich das schon die ganze Zeit.
15:32Also, verstehen Sie mich da jetzt bitte nicht falsch, ja?
15:34Aber warum wird so jemand ausgerechnet Pfarrer?
15:39Der Herr Demscher hatte viele unbegründete Angstgefühle.
15:42Aber das alleine ist keine ausreichende Erklärung.
15:45Warum bin ich Psychiater geworden?
15:47Und Sie, Polizistin?
15:53Sagen Sie, unten auf Ihrem Schild steht unter anderem Hypnotherapie.
15:58Was genau ist denn das?
16:01Das ist eine besondere Form der Psychotherapie.
16:03Da versetzt der Therapeut den Klienten in eine hypnotische Trance
16:07und dieser Zustand wird dann benutzt zur Veränderungsarbeit.
16:10Zur Veränderungsarbeit? Aha, das ist interessant.
16:14Und das heißt?
16:16Veränderungsarbeit heißt, man macht mit den Klienten eine Rückführung in vergangene Zeiten.
16:21Ah ja, und das hilft.
16:23Ja.
16:26Bei Suchtbekämpfung, Traumabewältigung und, und, und.
16:30Ich habe Selbsterfahrung damit.
16:32Ah ja.
16:33Nein, Sie dürfen nicht glauben, dass ich nichts zu verarbeiten habe,
16:35nur weil ich Psychiater bin.
16:49Wo finden wir denn den?
16:51Den Herrn...
16:57Du, Angelika?
16:58Ja?
16:59Schau mal.
17:00Den hätte ich da am wenigsten vermutet.
17:08Ich würde mir noch anschauen, wo der Werner gekakelt hat.
17:12Ich hätte mir eigentlich Ärger vorgestellt.
17:17Da war er 16.
17:19Fallschirmspringer.
17:20Die letzten großen Ferien,
17:23wo wir durch ganz Österreich die Engel sind mit dem Auto trauen.
17:26Nur er und ich.
17:28Wie sich ein Mensch so verändern kann.
17:34Wissen Sie, ich weiß so wenig über ihn.
17:37Ich will nur verstehen, wer er war,
17:40was er ihm antrieben hat.
17:42Da sind wir schon zwei.
17:44Also, ich meine drei.
17:47Ihr seid zu wildfremde.
17:49Und ich bin sein Vater.
17:52Entschuldigung, ich möchte gern was spenden.
17:58Stopp, alle bleiben stehen.
17:59Keiner rührt sich.
17:59Hallo, Herr Melach.
18:01Ich müsste dringend mit Ihnen unter vier Augen sprechen.
18:04Ja, Sie sehen doch, dass ich jetzt gerade nicht weg kann.
18:06Nicht.
18:07Gut, dann warum werfen Ihnen ehemalige Mitarbeiter vor,
18:09dass nur ein Bruchteil der Spendengelder auch tatsächlich in Afrika ankommt?
18:13Oh.
18:15Hallo, hallo, was soll denn das?
18:18Wer sagt sowas?
18:19Zeugen.
18:20Aha, Zeugen.
18:21Jetzt werde ich Ihnen was sagen.
18:22Solange Sie keine konkreten Beweise haben,
18:24werde ich auf so unverschämte Fragen gar nicht antworten.
18:27Dann werde ich Ihnen auch was sagen.
18:28Wenn irgendwas an diesen Vorwürfen dran ist
18:30und der Demscher das gewusst hat...
18:32Dann haben Sie ein erstklassiges Mordmotiv.
18:34Also, wir werden hier sehr von einem unabhängigen Institut geprüft.
18:39Ich kann Ihnen die entsprechenden Unterlagen gerne zeigen.
18:43Was glauben Sie, was ich für Probleme kriege,
18:44wenn sich solche infamen Vorwürfe in der Öffentlichkeit herumsprechen?
18:48Wenn Sie meine Chefin noch einmal so grob angreifen,
18:51dann werden Sie noch ganz andere Probleme kriegen,
18:53und zwar mit mir, Monsignore.
18:55Gab es da nicht auch noch persönliche Konflikte
18:57zwischen Ihnen und dem Pfarrer Demscher?
18:59Ich meine, was die Ausrichtung von Cronubia betrifft zum Beispiel.
19:02Aha.
19:04Hat Ihnen das die Schönhuber erzählt?
19:07Es mag schon sein, dass ich einer aussterbenden Gattung angehöre.
19:11Werner mag das vielleicht auch anders gesehen haben.
19:14Möglicherweise eine Generationsfrage.
19:16Aber bei gewissen Punkten Abtreibung zum Beispiel.
19:20Das kann ich nur ablehnen.
19:23Abtreibung?
19:23Wie kommen wir uns da jetzt drauf?
19:26Aha, das hat Ihnen die Schönhuber nicht erzählt.
19:29Interessant, dass sie sich hat beraten lassen von Werner
19:32wegen der unerwünschten Schwangerschaft.
19:42Geben ist seliger, den nehmen.
19:45Ah ja, für's?
19:46Mhm.
19:50Also wenn ihr mich fragt, es hat sich die Schönhuber in Afrika in eine Demscher verliebt.
19:54Und auch ein Priester vergisst sein Zölibat leichter, wenn er 5000 Kilometer von Rom entfernt ist.
19:58Und dann in Wien hat sie gemerkt, dass sie schwanger ist und bam.
20:01Meine Rede.
20:02Plötzlich wollte der Herr Pfarrer nichts mehr wissen von der großen Liebe.
20:05Ja.
20:05Und nach der Abtreibung ist drauf gekommen, was sie da eigentlich getan hat und auch was sie verloren hat.
20:10Vielleicht hat sie ja der Demscher sogar zur Abtreibung gezwungen.
20:14Ich bin ein Mörder.
20:17Ja, das wird dann Sinn machen.
20:19Gehen wir auf Ranecheck.
20:20Das ist übrigens das Tagebuch vom Demscher.
20:22Schau dir das bitte an.
20:23Okay, cool.
20:24Magst du es auch noch?
20:25Ja, Frau Gamm, ich bin schon hungrig.
20:27Danke.
20:29Das ist eins von diesen nachhaltigen Häusern.
20:32Also was die, die heizen mit Kompost oder sowas und am Ende des Jahres kriegen sie ein Geld zurück,
20:37weil sie mehr Strom erzeugt als verbraucht haben.
20:40Und der Besitzer ist sicher so ein Öko-Bobofuzzi.
20:43Nein, der ist Architekt.
20:46Öko-Bobofuzzi-Architekt.
20:47Ja.
20:49Chefinspektorin Schnell.
20:50Bezirksinspektor Franicek.
20:52Wir müssten eigentlich die Frau Schönhuber sprechen.
20:55Aha, muss ich mir Sorgen machen.
20:58Ist sie da?
20:59Auf der Terrasse.
21:00Ich bin auf dem Sprung.
21:02Sorry.
21:02Ja, lassen Sie sich nicht aufhalten.
21:05Ah ja, und Helm nicht vergessen.
21:10Schatz?
21:12Guten Tag.
21:13Äh, grüß Gott.
21:15Frau Schönhuber, ich habe gehört, Sie haben sich seelsorgerischen Rat beim Demscher eingeholt.
21:19Dabei haben Sie mir doch erzählt, dass Sie das letzte Mal in Afrika gesehen haben.
21:21Und um eine Obtreibung soll es auch gegangen sein.
21:25Schön haben Sie es da.
21:27Bitte.
21:33Ich wollte ihn ja nicht mehr sehen.
21:35Danke, Knütsch.
21:39Aber ich habe es nicht ausgehalten.
21:41Vielen Dank.
21:42Ich war irgendwie so verwirrt.
21:45Haben Sie mit dem Demscher über eine Abtreibung gesprochen?
21:49Auch.
21:51Wissen Sie, ich habe gewusst, dass ein Pfarrer ist, klar.
21:54Aber dieses erste Bild von ihm, das ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
21:59Und so weit weg von zu Hause, da verliebt man sich halt leicht.
22:02Und Hochwürden?
22:03Der hat meine Versuche sofort abgeblockt.
22:05Ich kann nicht, ich darf nicht.
22:07Ich habe ein Gelübde abgelegt.
22:08Aber geschwängert hat er Sie trotzdem?
22:15Wäre er der Vater Ihres Kindes gewesen?
22:19Nach Somalia war ich völlig durcheinander.
22:22Der Weine ist mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gegangen.
22:24Und der Roman, der hat in der Zwischenzeit das da gemacht.
22:30Inklusive Kinderzimmer.
22:31Nur mit mir zu reden hat er vergessen.
22:34Ich habe mich einfach überrumpelt gefühlt.
22:36Und dann war da dieser eine One-Night-Stand.
22:39Mit einer Schwangerschaft als Andenken?
22:42Der war DJ.
22:4420 angeblich.
22:47Aber wegen einem Ausrutscher setze ich doch die Beziehung mit dem Roman nicht aufs Spiel.
22:50Natürlich nicht.
22:52Ich will nicht, dass er was davon erfährt.
22:54Aber dem Pfarrer Demscher haben Sie es erzählt.
22:57Warum?
22:59Mit dem Werner habe ich reden können.
23:01Als Priester hat er gesagt, muss ich mir von einer Abtreibung abraten.
23:05Aber als Freund ratet er mir, von meinem Herz zu hören.
23:09Glaubst du das, dass der Demscher nicht der Kindsvater ist?
23:12Also was ich mich eher frage, ist, ob der Freund wirklich nichts von der Abtreibung gewusst hat.
23:16Naja, so eine Abtreibung, das geht halt ambulant.
23:18Da bist du am selben Tag wieder zu Hause.
23:20Dann darfst du zwei Wochen nicht schwimmen, keinen Sex haben.
23:23Das ist schon möglich, dass er nichts gemerkt hat.
23:27Wenn man mit einer Schwangeren das Büro teilt, kriegt man mehr mit, als man will.
23:30Klick, klick.
23:35Slava. Das ist ein schöner Name. Findest du nicht?
23:38Slava? Bitte, na.
23:40Slava?
23:41Ja, der Name taucht ständig im Notizbuch vom Demscher auf.
23:44Ich finde den total schön.
23:46Slava Öztürk.
23:48Dazu gibt es auf dem Laptop einen E-Mail-Verkehr zwischen Demscher und der russischen Botschaft.
23:53Er hat sich erkundigt, ob es seine Akte gibt zu diesem Slava-Schukschin.
23:56Ja, und?
23:57Ja, gibt es. Er hat es auch angefordert, aber nicht gekriegt.
24:01Naja, vielleicht haben wir da ja mehr Glück.
24:03Herr Angelika.
24:05Ja.
24:09Danke.
24:44Na, Schöfin? Alles in Ordnung?
24:51So wird die Lucy Haller heute ausschauen.
24:53Und ich bin mir hundertprozentig sicher, dass ich genau dieses Mädel auf der Intensivstation gesehen habe.
24:57Und das heißt, sie lebt.
25:00Aber wie willst du es beweisen?
25:03So ein Computerfoto ist ein bisschen wenig.
25:05Für mich nicht.
25:07Was gibt's?
25:08Ich habe die verschlüsselte Partition auf dem Rechner vom Demscher geknackt.
25:13Das schaue ich herum.
25:14Ja. Kontoauszüge von Pronovia.
25:17Und Esther.
25:19Das ist ein E-Mail vom Demscher an Monsignore Mellach,
25:22der mir ihn auffordert, alles bis auf den letzten Cent zurückzuzahlen.
25:25Sonst geht er an die Presse.
25:27Ja.
25:28Das wird Ihnen noch sehr leid tun.
25:31Ihnen beiden.
25:32Ich bin eine Person des öffentlichen Lebens.
25:34Ich habe Kontakte, Freunde, Beziehungen.
25:37Herr Mellach, vor dem Gesetz sind alle gleich.
25:39Und bei uns auch.
25:40Nicht so wie in Ihrem Verein.
25:42Und ein Verbrecher ist ein Verbrecher.
25:45Verbrecher?
25:46Das nehmen wir Sie sofort zurück.
25:47Sie, Sie Polizist.
25:50Jetzt beruhigen wir uns wieder, ja?
25:52Alle beide.
25:54Also, ich kann mit einer solchen Lüge nicht leben
25:56und die Menschen in Afrika können ohne unsere Spenden nicht überleben.
25:59Ich bitte Sie als Freund, tun Sie das einzige Richtige jetzt.
26:02Erklären Sie mir doch mal, warum einer Ihrer engsten Mitarbeiter behauptet,
26:05dass Sie Geld unterschlagen.
26:06Wo ist denn das Geld hin?
26:07Verschwunden wie bei einem Wunder?
26:09Das hat doch damit nichts zu tun.
26:12Der Werner war ein fähiger Bursch.
26:14Nur manchmal ein bisschen naiv.
26:16Aber ich habe nichts eingesteckt.
26:18Aber verhandeln Sie einmal mit einem Clanchef.
26:22Schmiergelder werden nun einmal gezahlt.
26:24Aber mir ist lieber von zehn Trinkwassertanks kommen acht an als gar keiner.
26:29Ah ja?
26:32Ich schaue vielleicht aus wie ein Unsympathler.
26:34Vielleicht bin ich auch einer.
26:36Aber eines bin ich ganz gewiss nicht.
26:38Ein Verbrecher.
26:44Der Werner hatte diese fixe Idee,
26:46dass ich mir das Geld in meine eigene Tasche stecke.
26:49Ich habe kurz vor seinem Tod noch einmal mit ihm geredet.
26:53Ihnen alles eingeweiht.
26:54Und?
26:56Hat er Ihnen geglaubt?
26:57Hat er.
26:59Wir sind im guten Auseinander.
27:01Gut.
27:04Herr Melach.
27:12Den Verbrecher nehme ich zurück.
27:15Und ich den Polizisten auch.
27:23So brauchst du uns nicht jedes Mal mit Heimbegarten.
27:26Ich meine, wir können selber U-Bahn fahren.
27:27Das sind jetzt echt keine Babys mehr.
27:30Sagst du mal, gibt es da irgendwas, was ich wissen sollte?
27:34Hat die Mama wieder wen?
27:36Willst du uns jetzt ausspionieren oder was?
27:37Das ist nicht ausspionieren, das ist kommunizieren.
27:40So macht man das in einer Familie.
27:42Hallo.
27:43Wer schickt denn dir da immer seinen halben Vorgarten?
27:48Und mit dem Fall kommt es gut voran?
27:51Ja, der Engel auf Erden ist ein Dreck gegen den Dämpscher.
27:54Es gibt einfach niemanden, der einen Grund gehabt hätte, ihn umzubringen.
27:59Stefan.
28:05Ich habe jemanden kennengelernt und er ist witzig und charmant und er tragt mich auf Händen.
28:08Ich weiß, das ist gerade ganz blöd wegen dir und der Susi, aber...
28:14Ich freue mich für dich.
28:18Ist gut.
28:19Gut.
28:28Slava Shukzin.
28:29Geboren 1936 in Tscheliabinsk, Südural.
28:32Soldat der Roten Armee.
28:3456 während des Ungarn-Aufstands an der österreichisch-ungarischen Grenze in Schopron stationiert.
28:41Das scheint ein ziemliches Schwein gewesen zu sein.
28:43Unzählige Übergriffe auf die Zivilbevölkerung.
28:45Diebstahl, Vergewaltigung, Mord.
28:48Nach seiner Rückkehr nach Russland gab es eine interne Untersuchung.
28:51Man wollte ihn aus der Armee entlassen.
28:52Aber dazu ist nicht mehr kommen.
28:54Er hat sich mit seiner Dienstwaffe erschossen.
28:56Mhm.
28:5921.06.1958.
29:03Ich meine, der Demscher ist 21 Jahre später auf die Welt gekommen.
29:07Sind die verwandt?
29:08Na, weder verwandt noch verschwägert.
29:10Aber was wollte der Demscher dann von dem?
29:14Ist alles okay?
29:15Du bist ein bisschen blass.
29:16Möchtest du lieber nach Hause gehen?
29:17Alles gut.
29:17Bist du sicher?
29:19Ja.
29:20Sicher.
29:22Ja.
29:33Aber die Ordination vom Dr. Bruckner ist doch ganz woanders.
29:37Ich habe ja auch gesagt, ich fahre zum Dr. Bruckner.
29:41Und ich?
29:42Also jemand von uns muss sich um die Abtreibung von der Schönhofer kümmern.
29:46Ob sie jemand begleitet hat, ob sie jemand besucht hat und, und, und.
29:49Und dieser jemand bist halt du.
29:50Und warum ausgerechnet ich?
29:52Ja, weil du dich so wahnsinnig gut auskennst.
29:57Na gut.
29:58Danke, Franicek.
30:01Bitte.
30:04Okay, jetzt los ist mit.
30:10Wie war dein Name nochmal?
30:12Schukzin.
30:13Slava Schukzin.
30:15Tut mir leid, nie gehört.
30:17Der Herr Demscher hat den Namen in der Therapie nie erwähnt?
30:19Nein, nicht, dass ich mich erinnern könnte.
30:27Kann ich Ihnen sonst irgendwie helfen?
30:29Mir?
30:30Nein.
30:34Also, naja, eigentlich doch.
30:36Ich bin vor ein paar Monaten angeschossen worden.
30:41Ärzte sagen, ich habe da so eine posttraumatische Belastungsstörung.
30:45Jetzt wollte ich fragen, zu einer Hypnotherapie, kann man da auch zu bestimmten Traumas zurückkehren?
30:51Natürlich.
30:53Sogar ein früheres Leben.
30:55Und wie?
30:57Dann gibt es gewisse Techniken.
30:59Dann versetzt man den Klienten in Hypnose immer weiter zurück.
31:02Jugend, Kindheit, Mutterbauch.
31:05Bis hin zu früheren Leben.
31:07Spooky, ja?
31:12Würden Sie bitte diese Frau in Ruhe und durchlassen?
31:16Dürft das wahr sein?
31:20Reingehen beim Rausgehen.
31:22Immer die Auseinandersetzung mit dieser Abtreibungsgegner.
31:25Mein Bauch gehört mir.
31:26Maja!
31:27Maja!
31:30Ja?
31:34Ja.
31:36Willkommen.
31:38Was ist denn?
31:39Die Maja, sie hat Blutungen.
31:40Ja, dann wird Druck aufs Gas.
31:51Jetzt wart!
31:52Warum rennst du so, Franicek?
31:54Wir wissen ja nicht einmal, wo sie liegt.
31:57Franicek!
32:00Franicek, jetzt!
32:01Hey mal, wo ist sie?
32:04Geht's dir gut?
32:04Ja, alles klar.
32:05Geht's dir wirklich kurz?
32:07Da?
32:07Ja.
32:09Blendend.
32:10Die haben ja wunderbare Drogen.
32:11Was?
32:12Scherzer.
32:14Es ist nur eine harmlose Blutung.
32:16Aber der Arzt meint trotzdem, ich soll mich eine Zeit lang schonen.
32:20Aber wie geht's euch?
32:21Was gibt's Neues vom Dämmschau?
32:23Naja, ich war in der Abtreibung.
32:26Ja, nicht viel eigentlich.
32:28Also das Wichtigste ist, dass du dich jetzt ausruhst und dass es dir bald wieder gut geht, ja?
32:33Deswegen werden wir dich jetzt auch allein lassen.
32:35Okay.
32:35Papa, kommst du, Franicek?
32:37Ja, Chefin.
32:38Papa.
32:39Papa, danke für den Besuch.
32:45Also die im Ambulatorium waren schwerer zu knacken als das Beichtgeheimnis.
32:49Zum Glück kenne ich die Sekretärin dort, die Evelyn.
32:51Ja, vom Schildkröten-Suchtverein.
32:53Bitte, ich sag's ja.
32:54Es geht nichts über Schildkröten.
32:56Nein.
32:57Der Dämmschau hat die Schönhuber tatsächlich zur Abtreibung begleitet.
33:00Die Evelyn hat ihn am Foto wiedererkannt.
33:03Ein Priester, der zu einer Abtreibung mitkommt, ne?
33:05Natürlich merkt man sich den.
33:06Ja, aber nicht, wenn er in Zivil war.
33:08Das stimmt.
33:09Vor allem hat sie sich aber den Auftritt vom Landstädter gemerkt.
33:12Der hat nämlich ein paar Tage später reingerauscht und hat einen Riesenwirbel gemacht.
33:16Aha, wissen wir warum?
33:17Nein, ein Arzt hat mit ihm geredet in seinem Besprechungsthema, aber der Arzt war heute nicht da.
33:22Na ja, dann werden wir das den Herrn Ladstädter persönlich fragen.
33:25Frau Schnell, was führt Sie denn so schnell wieder zu uns?
33:30Hallo, Herr Doktor, das ist mein Kollege, der Bezirksinspektor Franitschek und das ist mein Anästhesist, der Ex-Anästhesist, der Dr.
33:37Nosek.
33:38Guten Tag, ich erinnere mich.
33:40Wir haben deine Kollegin besucht.
33:42Gut, schauen Sie aus.
33:44Danke, Sie auch.
33:46Sie entschuldigen mich.
33:50Kommst du?
33:51Ja, ja.
33:55Der Dämpfer hat mich am Tag vor dem Abbruch angerufen.
33:58Michi sollte ihn zu einem Vortrag nach Innsbruck begleiten, hat er gesagt.
34:02Über Somalia.
34:03Und am nächsten Tag hat er sie abgeholt, aber er bringt sie nicht nach Innsbruck,
34:07sondern einfach so mir nichts, dir nichts in diese Abtreibungsklinik.
34:10Und Sie haben...
34:17Sie haben gedacht, er ist der Vater des Kindes, stimmt das?
34:20Entschuldigung, hätten Sie das nicht?
34:22Und am nächsten Tag liefert er sie wieder bei mir ab und danke und schön war's in Innsbruck
34:27und wenn ich nicht zufällig die Post von diesem Ambulatorium gefunden hätte, dann wäre ich nie draufgekommen.
34:33Was denn für eine Post?
34:34Die Befunde haben die geschickt.
34:36Da ist drinnen gestanden, dass die Michi eine dünne Gebärmutterwand hat.
34:39Wissen Sie, was das heißt?
34:42Ich hab's nicht gewusst.
34:44Deswegen bin ich hingefahren und hab mir den Befund erklären lassen.
34:48Michis Gebärmutterwand ist so dünn, dass von einer weiteren Schwangerschaft abgeraten wird.
34:53Und dann sind Sie zum Dämpfer gefahren?
34:55Ich hab so eine Scheißwut gehabt, am liebsten hätte ich...
34:57Ihn umgebracht?
35:00Ja, ich wollte ihn umbringen.
35:04Aber er hat's irgendwie geschafft, mich runterzukriegen.
35:06Gibt's dafür Zeugen?
35:10Er hat mir geschworen, dass er nicht der Vater ist.
35:16Sagen Sie, die Michi haben Sie nie auf den Abbruch angesprochen?
35:19Ich hab mir gedacht, ich warte, bis sie davon anfängt.
35:22Gut.
35:25Danke, Herr Latschle, dass Sie können gehen.
35:26Fass, Moment. Sie bleiben, bitte.
35:28Dann kommst du kurz.
35:33Keines Moment, dann noch ja.
35:35Was denn?
35:38Du glaubst ihm die schmalzige Geschichte?
35:40Du, der Mord am Dämpfscher ist einiges, aber ganz sicher keinen Affekt hat.
35:44Grüß Gott.
35:46Kann ich...
35:47Ich muss mit dem Roman reden.
35:51Ich muss ihm das erklären.
35:53Mit dem Mord hat er nichts zu tun.
35:54Der weiß von nichts.
35:56Da wären wir nicht so sicher.
35:59Darf ich?
36:00Bitte.
36:01Danke.
36:02Roman, bitte Lass uns bitte.
36:10Du siehst, haben wir jetzt eine Paarberatung?
36:12Manchmal tun gute Kriminalisten auch einfach nur beobachten.
36:22Jetzt kraucht's gleich.
36:25Ah, WhatsApp.
36:27Warte.
36:29Pass auf, ich sag dir, die küssen sich gleich.
36:31Ja, das hättest gern.
36:35Wettner, fünf Euro.
36:37Die Wette gilt.
36:38Gut.
36:41Schau, pass auf, jetzt passiert's gleich.
36:46Okay.
36:48Tadaaam.
36:52Na und, Frau Superkriminalistin, was bringt dir das jetzt?
36:55Fünf Euro.
37:03Ah, Sie schon wieder?
37:05Hallo, ja, ich komm so gern her.
37:07Wegen dem Essen.
37:08Ich lade Sie mit Vergnügen in die Kantine ein.
37:11Was ist denn heute Mittwoch?
37:13Dinkelläibchen.
37:14Das bringt nur in charmanter Gesellschaft runter.
37:16Ja, Dinkelläibchen, das klingt ziemlich uro.
37:20Apropos, Sie könnten mir da vielleicht auch helfen.
37:24Haben Sie dieses Mädel schon einmal gesehen?
37:28Das könnte die Tochter von der Stichverletzung sein.
37:31Die ist zur gleichen Zeit, wie Sie auf der Intensivklingel.
37:34Aha, Sie wissen nicht zufällig, wie die Stichverletzung heißt.
37:37Na, das ist schon Zeitl her, sind Sie mir nicht böse.
37:40Aber Sie könnten nachschauen.
37:41Ich könnte nachschauen.
37:43Das wäre total nett.
37:44Mit einem Gerichtsbeschluss.
37:47Haben Sie jetzt die Freude an den Dinkelläibchen verloren?
37:49Das wäre aber schade.
37:52Dinkelläibchen.
38:04Fallt da was auf?
38:11Gut gezielt, würde ich sagen.
38:12Das Einschussloch beim Schukzin ist genau an derselben Stelle, wo der Demscher seine weißen Haare gehabt hat.
38:16Tja, die Wege des Herrn, weißt du?
38:18Aber was anderes, die Akte Schukzin ist schon einmal rausgegeben worden im Zuge einer Opferwiedergutmachung.
38:24Und an wen?
38:26Wilmosz-Köreschi.
38:32Und?
38:33Im ungarischen Geburtenregister gibt es nur einen Wilmosz-Köreschi.
38:37Aber der ist beim Ungarn Aufstand über die Grenze ins Burgenland geflüchtet.
38:41Also vermutet man.
38:42Auf jeden Fall sind seine Eltern auf der Flucht erschossen worden.
38:46Da waren er erst vier.
38:47Verstehe.
38:47Dann wird er wahrscheinlich in Österreich adoptiert worden sein und einen anderen Namen angenommen haben.
38:51Danke.
38:52Kommen wir mal.
38:53Dankeschön.
38:55Na, dann schauen wir mal.
39:00Wie heißt der nochmal?
39:01Karaji.
39:07Klicke mal drauf, bitte.
39:13Boah, der ist ja big süß, Kämmerl.
39:14Wahnsinn.
39:19Stopp.
39:20Geht das da größer?
39:21Mhm.
39:28Schalat-Köreschi.
39:30Du, weißt du, wer dieser Wilmosz-Köreschi ist?
39:33Wilhelm Bruckner.
39:35Das Foto.
39:35Ich habe das Foto schon einmal in seiner Praxis gesehen.
39:39Gut.
39:39Also wir haben einen Pfarrer, der päpstlicher war als der Papst.
39:43Oder sagen wir besser, christlicher als der Papst.
39:45Wir haben echt überall geschaut.
39:47Der hat einfach keinen Dreck am Stecken.
39:48Was einige von uns, die mich verwundert hat.
39:50Gell, Franicek?
39:51Ja, und trotzdem ist dieser super Pfarrer umgebracht worden.
39:54Ja, nicht zu vergessen.
39:55Jemand hängt ihm ein Schild um den Hals, wo draufsteht, ich bin ein Mörder.
39:58Genau.
39:59Und wir haben einen Psychiater, der als Kind mit anschauen musste, wie seine Eltern erschossen worden sind von einem russischen
40:04Soldaten.
40:04Und möglicherweise von diesem Slava Schukshin.
40:07Auf jeden Fall kommt er sehr häufig in den Traumtagebüchern vom Demscher vor.
40:10Urschräg eigentlich, wenn man sich das so überlegt, gell?
40:12Ich glaube, es geht sogar noch viel schräger.
40:14Der Bruckner, der hat was erzählt von Rückführungen in ein vergangenes Leben, also...
40:19Ich komme bitte.
40:20Du willst ja nicht sagen, du glaubst, der Demscher war im früheren Leben der Schukshin nur, weil er da an
40:24der Stelle weiße Haar gehabt hat?
40:26Ich glaube das nicht, aber der Bruckner könnte es glauben, hm?
40:30Hm.
40:32Na gut, aber wie willst du es beweisen?
40:33Aua!
40:35Entschuldige.
40:40Sog einmal.
40:44Danke.
40:46Machen Sie sich bereit, Ihr Altersleben zu verlassen?
40:50Ich zähle bis drei, dann sind Sie wieder in der Gegenwart.
40:54Eins.
40:55Sie reisen durch Ihr Leben.
40:57Sie werden älter.
40:59Sie sterben.
41:01Zwei.
41:03Sie schlüpfen durch den Kanal der Zeit.
41:06Sie werden wiedergeboren.
41:09Und jetzt sind Sie die kleine Angelika.
41:13Wenn ich jetzt drei sage,
41:16dann sind Sie wieder in der Gegenwart.
41:19Drei.
41:25Na, wie geht's Ihnen?
41:30Ja, das ist ein netter kleiner Zaubertrick, das muss ich zugeben.
41:35Äh, jetzt nehmen wir mal an, das ist alles kein Schmafu.
41:40Was bringt mir das, wenn ich jetzt weiß, was in meinem früheren Leben passiert ist?
41:43Ganz einfach.
41:45Jeder Mensch nimmt die Sünden seines vorherigen Lebens in das jetzige Leben mit.
41:50Ein schlechtes Karma kann man auflösen.
41:54Ein schlechtes Karma kann man auflösen, indem man die Sünden büßt.
41:59Die Sünden büßen, genau.
42:01Und wenn einer nicht bereit ist, die alten Sünden zu büßen, der kann man ja auch ein bisschen nachhelfen, oder?
42:06Was soll das sein?
42:08Das, das ist das Lavaschuk-Schinn.
42:11Den habe ich Ihnen ja schon mal gezeigt.
42:14Das ist der Mann, der Ihre Eltern auf dem Gewissen hat.
42:16Und ich glaube, Sie haben den Pfarrer Demscher für seine Wiedergeburt gehalten.
42:25Glauben Sie?
42:27Das glaube ich nicht nur, da bin ich sogar ziemlich überzeugt davon.
42:31Es muss schrecklich gewesen sein, als Kind zuzuschauen, wie die eigenen Eltern erschossen werden.
42:35Da muss man schon wohin mit seinem Hass, habe ich recht.
42:39Wissen Sie, was das Schöne an der modernen Kriminaltechnik ist, Herr Dr. Bruckner?
42:42Ja. Wenn ich einmal weiß, wer es war, dann finde ich auf jeden Fall einen Beweis.
42:47Zum Beispiel der Strick, mit dem Sie den Demscher aufgehängt haben, da haben wir Abriebspuren von Ihren Lederhandschuhen gefunden.
42:53Oder der Stift, mit dem Sie das Schild gemalt haben, den haben Sie weggeschmissen, ja?
42:58Nicht?
42:59Das ist blöd, weil wenn wir den finden, dann...
43:03Das Blödeste ist aber, wenn man, wo habe ich sie, seine Haare am Tatort verliert.
43:10Den Wunsch nach Rache, den kann ich ja verstehen.
43:13Aber der Mörder Ihrer Eltern liegt seit 50 Jahren tot auf einem russischen Friedhof.
43:17Und der Pfarrer Demscher hat genau gar nichts damit zu tun gehabt.
43:20Der war einfach nur ein unendlich guter Mensch.
43:27Sie haben Ihre Wahrheit.
43:29Ich habe meine.
43:50Und?
43:53Was warst du jetzt in deinem letzten Leben?
43:55Ein Hex.
43:58Entschuldige, aber das hätte ich da so auch sagen können.
44:01Haha.
44:03Fangen wir?
44:04Steig du schon einmal ein. Ich brauche noch einen Moment.
44:20Komm.
44:21Ach.
44:22Das war's für heute.
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