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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:00Vielen Dank.
00:43Und so war Christoph Grote nicht nur ein erfolgreicher Bäckereiunternehmer, der vielen Menschen Arbeit gegeben hat,
00:52sondern er war auch Zeit seines Lebens ein Vorbild an Menschlichkeit und Güte.
01:03In Gottes Namen.
01:38Musik
01:40Musik
01:47Musik
02:02Keine Papiere, keine privaten Dinge.
02:05Fahrer. Er hat Fahrer an den Fingern.
02:10Keine Spuren von Gewalteinwirkungen.
02:15Musik
02:16Vielleicht doch.
02:17Das hier ist keine Farbe.
02:23Musik
02:23Musik
02:26Musik
02:32Mein Beileid.
02:35Schumann, LK, es tut mir leid, dass die Beerdigung unterbrochen werden musste.
02:39Was für eine Beerdigung, oder? Ich meine, wir haben eine Leiche im Keller.
02:42Bitte, ja.
02:44Was passiert denn jetzt? Wann können wir denn damit rechnen, meinen Schwiegervater zu beerdigen?
02:48Das kann ich Ihnen jetzt nicht sagen. Wir müssen erst mal klären, wie die Leiche ins Grab Ihres Schwiegervaters gekommen
02:52ist.
02:53Wer ist denn der Tote?
02:55Wir haben seine Identität bisher noch nicht festgestellt.
02:58Sie haben jedenfalls keine Erklärung, wie der Mann ins Grab Ihrer Familie kommen konnte.
03:02Was denn das für eine Frage? Natürlich nicht.
03:05Aber wie ist denn umgebracht worden?
03:07Wann die mit Kehle durchgeschnitten?
03:09Und die dann langsam ausbluten lassen?
03:11Oder hat man...
03:12Till, es reicht.
03:16Gut, Herr Grote.
03:18Ich melde mich dann, wenn die Tatortermittlungen abgeschlossen sind.
03:21Wiedersehen.
03:23Till!
03:23Du machst die Zigaretze aus. Verdammt nochmal. Wir sind hier in der Kirche.
03:27Du bist so lächerlich.
03:35Ich habe neue Infos über den Toten, also über den, der beerdigt werden sollte.
03:38Der heißt Christoph Grote, ist gerade 70 geworden und Seniorchef bei Grote Back.
03:41Das ist so eine Großbäckerei, die haben allein in Berlin schon 70 Filialen.
03:45Das ist eine sehr reiche und sehr angesehene Familie.
03:48Der Sohn Robert führt die Geschäfte mit seiner Frau.
03:51Und der Vater hat sich vor acht Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen.
03:55Wissen wir inzwischen mehr über die Identität des Toten?
03:58Seid ihr die Vermisstenmeldung durchgegangen?
04:00Da passt nichts auf ihn. Mit dem Finger abdrücken bin ich auch noch nicht weiter.
04:05Habt ihr sein Foto an die Presse rausgegeben?
04:06Steht Bühle jetzt gerade raus.
04:11Er hat sein Erscheinungsbild genau kalkuliert. Ganz eigener Stil.
04:15Bruno, das ist eben reingekommen.
04:18Danke.
04:20Also hier, das Tattoo, das ist auch ganz eigen. Das ist garantiert nicht aus irgendeinem Katalog.
04:26Hey, der Kenner spricht. Hast du auch eins?
04:28Ich hab unheimlich viele.
04:29Und? Wie lange ist er tot?
04:31Circa fünf Tage, plus minus einen Tag. Je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc.
04:37Das Grote Grab ist erst gestern ausgehoben worden. Das heißt, wir wissen nicht, wo er die Tage davor war.
04:43Und was sind das für Farben an seinen Fingern?
04:45Acrylfarben. Genaue Analyse kommt noch.
04:50Die Verbrennung einer linken Handinnenfläche ist ein Schmormahl.
04:54Todesübersache ist Herzversagen durch Stromschlag.
04:56Er muss also was angefasst haben, das unter Starkstrom stand.
05:05Die Verbrennung
05:36Die Verbrennung
06:10Das ist die eine Laterne in der Nähe des Grabs.
06:13Da hat er den Strom angezapft.
06:14Dann hat er das Kabel vergraben, rübergeführt zum Abfallkorb, angeklemmt und damit den ganzen Korb hier unter Strom gesetzt.
06:22Und dann muss sich das Opfer hier mit der linken Hand wahrscheinlich abgestützt haben und hat so 220 Volt durch
06:30den Körper gekriegt, Exitus.
06:35Und durch den Stromschuss hat es einen Kurzschluss gegeben.
06:38Was wollte das Opfer am Abfallkorb?
06:42Oder, ich meine, warum konnte der Täter so sicher sein, dass das Opfer den Korb anfassen will?
06:47Genau. Also in jedem Fall war es ein gut geplanter Mord.
06:50Und deswegen ist es merkwürdig, dass der das Kabel da liegen gelassen hat.
06:54Ja, und warum überhaupt auf dem Friedhof?
06:57Naja, um den Toten in einem ausgehobenen Grab verschwinden zu lassen. Für immer vergessen. Ist doch praktisch.
07:01Ja, aber dafür musst du ja erstmal wissen, dass da ein Grab ausgehoben ist.
07:04Gab's in den letzten Tagen auf dem Friedhof noch andere Beerdigungen?
07:07Nein, nur die von Christoph Grote.
07:10Wir konnten die Identität des Toten immer noch nicht klären. Können Sie uns helfen?
07:14Ist das jetzt ein Verhör?
07:16Nein, eine reine Routinebefragung. Der Mann wurde ermordet. Wahrscheinlich auf dem Friedhof. Nur wenige Meter vom Grab ihres Vaters entfernt.
07:24Also hören Sie mal. Irgendjemand legt eine Leiche in das Grab meines Vaters und Sie fragen mich jetzt, ob ich
07:30den Toten kenne?
07:32Ich muss klären, wie er da reingekommen ist. Und warum?
07:36Reiner Zufall. Was denn sonst?
07:40Vielleicht will sich jemand in Schwierigkeiten bringen.
07:43Das wäre ja ziemlich geschmacklos.
07:46Tut mir leid, ich kann den Leichnamen erst freigeben, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind und keine Fragen mehr offen sind.
07:51Was denn für Fragen? Wir haben alles gesagt, was wir sagen können. Wir kennen den Toten nicht.
07:55Wir würden gerne in Ruhe um meinen Schwiegervater trauern.
07:58Ich verstehe das sehr gut. Ich hoffe, wir müssen Sie nicht mehr belästigen.
08:01Ja, das hoffen wir auch.
08:05Was ist?
08:10Liebevoll ist er anders.
08:13Einmal in dem Ton mit mir, dann kannst du alleine ins Hotel.
08:16Den Ton kann ich doch gar nicht.
08:18Hm.
08:23Was wird denn das?
08:24Keine Ahnung. Ich lasse meine kreative Seele sprechen. Das kommt einfach so aus mir raus.
08:28Und was hat das mit unserem Mordfall zu tun?
08:31Ja, hier. Preußisch-Blau 903, Umbra 623, Maigrün 315 und Zinnober 204.
08:38Das sind die Farben, die das Opfer an der Hand hatte.
08:42Gut.
08:43Autolackierer oder Maler vielleicht?
08:46Unkonventionelle Kleidung, unser individuelles Tattoo, an den Fingern Farben aus Spraydosen.
08:54Künstler?
08:55Vielleicht.
08:57Auf jeden Fall speziell.
09:06Also, wonach genau suchen wir jetzt überhaupt?
09:13Ich bin das Paradies.
09:15Herrlich.
09:20Lisa hat doch recht.
09:30Also, für mich sehen die alle gleich aus.
09:38Bruno, kommst du mal?
09:55Wo ist denn das?
09:57Äh, Moskauer 32.
10:21Ich hab andere Sorgen.
10:23Aua.
10:34Was glotzt denn da?
10:44Schau mal, LKA.
10:45Wissen Sie, wer das hier gespräht hat?
10:47Ich hab ja wieder eine Anzeige vom Vermieter.
10:50Warum machen die so einen Stress wegen dem Graffiti?
10:51Das sieht doch geil aus.
10:52Wissen Sie, wer das gespräht hat?
10:54Warum wollen Sie das wissen?
10:58Kennen Sie den Mann?
11:00Was ist denn mit dem passiert?
11:02Er wurde ermordet.
11:04Ach du Scheiße.
11:05Ja, das könnt ihr euch abschminken.
11:06Wenn Oma und Opa hier kommen, reinkommen, dann ziehe ich aus, ja?
11:08Aber von uns gibt's nix.
11:10Wir können selber kommen.
11:10Weiß man schon, warum er umgebracht wurde?
11:13Bisher nicht.
11:14Ja, ich komm noch gleich.
11:15Also, Sie haben ihn nicht gesehen, als er das da gespräht hat?
11:18Nee.
11:21Aber es gefällt Ihnen.
11:23Ja, ich hab früher auch mal gemalt, aber von der sowas dazwischen gekommen.
11:27Und jetzt streiche ich Wände an.
11:30Ja, ich komm noch gleich.
11:31Also, entschuldigen Sie, Sie sehen ja, was hier los ist.
11:33Natürlich.
11:34Danke, Herr Kohl.
11:36Die haben den Spreer umgebracht.
11:39Na und?
11:55Burlacher 36.
11:57Mainzer in Cleveland.
11:59Das sind gleich zwei.
12:00Die haben den Spreer.
12:00Die haben den Spreer umgebracht.
12:52Santecche Ulland.
13:10Also in der Szene kennt man deine Graffitis.
13:12Und wer ist der?
13:14Weiß keiner. Keiner weiß, wie er wirklich heißt.
13:16Der war eher so ein Einzelgänger.
13:18Sein Revier war hauptsächlich Wilmersdorf von Friedenau.
13:22Und die Zeitung?
13:23Da gibt es auch kaum Rückmeldungen.
13:25Keiner weiß, wer er ist.
13:26Keiner weiß, wo er gewohnt hat.
13:28Und die Graffitis sehen übrigens alle ziemlich gleich aus.
13:31Also die Figuren.
13:32Das Einzige, was sich ein bisschen unterscheidet, ist immer die Kette.
13:35Die Kette ist mehr als Dekoration.
13:37Er hatte eine klare Formensprache, wollte was ausdrücken.
13:39Irgendwas war in seinem Kopf.
13:41Irgendeine Botschaft, die er versucht, in den Bildern zu verstecken.
13:56Das ist mehr von dem Tagedorn.
14:05Er ist mehr von in der Apparaa.
14:11Das war's.
14:54Frau Grote!
14:58Hallo!
15:01Beobachten Sie uns etwa?
15:02Nee, nee. Nur eine Frage.
15:03Haben Sie das hier schon mal gesehen?
15:06Nein.
15:08Ich weiß alles, Prinzessin. 20.000 Euro. Was kann das bedeuten?
15:15Weiß ich nicht.
15:16Oh! Joggen Sie regelmäßig? Immer dieselbe Strecke?
15:22Ja. Seit zehn Jahren, seit ich hier wohne.
15:24Gucken Sie mal.
15:27Da hinten ist noch so eins.
15:29Wissen Sie, wer das gesprät hat?
15:32Nein.
15:33Das Graffiti stammt von dem Toten, den wir im Grab Ihres Schwiegervaters gefunden haben.
15:38Und die Sprüche da wahrscheinlich auch.
15:40Ist derselbe Stil.
15:41Ganz ähnliche Form, die Schriftzeichen.
15:44Genau wie das hier, dieses Prisma da, was der um den Hals hat.
15:46Hat der da hinten auch?
15:50Das ist ja unheimlich.
15:51Mhm.
15:54Ist Ihr Mann da?
15:58Haben Sie das noch mal gesehen?
16:00Ja.
16:01Das ist direkt vor Ihrem Haus. Auf der Straße, nicht?
16:04Ich weiß.
16:05Herr Grote, nennen Sie Ihre Frau manchmal Prinzessin?
16:08Und selbst wenn, dann würde ich es ganz bestimmt nicht auf die Straße vor unser Haus spreien.
16:13Ja, stimmt. Das ist auch eine blöde Frage. Warum sollten Sie das tun?
16:15Die Straße voll spreien?
16:16Nein, nein. Sie erpressen.
16:17Das ist ja nun totaler Blödsinn.
16:20Das ist lächerlich. Das ist vollkommen an Haaren herbeigezogen.
16:23Wie kommen Sie überhaupt darauf, dass der Spruch für uns bestimmt ist?
16:27Naja, es könnte sein, dass er von dem Toten stand, den wir im Grab Ihres Vaters gefunden haben.
16:32Den wir nicht kennen. Ist das klar?
16:35Hatten Sie nicht versprochen, uns in Zukunft in dieser Angelegenheit nicht mehr zu belästigen?
16:38Nein, nein. Ich habe gesagt, ich hoffe, dass ich Sie nicht mehr belästigen muss.
16:41Meine Güte. Wir wurden nicht erpresst.
16:46Sicherlich. Ist das schon mal versucht worden?
16:49Ja. Wir haben ein sehr großes, erfolgreiches Unternehmen.
16:53Da gibt es Neider.
16:55Wenn wir das alles ernst genommen hätten.
17:00Aber das da.
17:01Wir haben mit dem Tod dieses Mannes nichts zu tun. Ist das klar?
17:06Die Generation unserer Väter hat Enormes geleistet. Stimmt's?
17:10Meine Frau und ich geben uns große Mühe, dem Vermächtnis meines Vaters gerecht zu werden.
17:16Wo willst du denn schon wieder hin?
17:17Geht dich das was an?
17:18Und ob mich das was angeht, mein Sohn? Du warst schon wieder nicht in der Schule.
17:22Oh, jetzt kommt wieder Spruch mal im Internat.
17:24Lass es los.
17:28Entschuldigung.
17:32Haben Sie das schon mal gesehen?
17:34Ist das bei uns?
17:36Direkt vor Ihrem Haus auf der Straße.
17:39Da will euch jemand abzocken.
17:42Quatsch. Wofür denn auch?
17:44Naja, ihr macht eine wahnsinns Kohle. Da ist doch immer irgendwas Kriminelles dabei, oder?
17:47Red jetzt bitte kein Mist, Till.
17:50Spüren Sie die Harmonie, die Sie im Haus?
17:52Hier ist alles in bester Ordnung.
17:55Eure heile Welt stinkt.
17:57Jetzt riecht sogar schon die Polizei.
18:05Vera Grote stammt aus Telk, der tiefste Münsterland.
18:08Ingenieurstudium in Berlin.
18:09Sie hat bei Groteback als Prozestechnikerin angefangen.
18:13Irgendwann hat es dann zwischen Robert und ihr gefunkt.
18:15Und er?
18:15Ich bin studierter Betriebswirt.
18:17Die beiden führen eine Bilderbuch-Ehe und sind immer dabei, wenn die Berliner Society was zu feiern hat.
18:24Zu Hause haben sie aber weniger zu feiern.
18:27Jedenfalls nicht mit ihrem Sohn.
18:29Ich brauche unbedingt einen Kaffee. Willst du auch einen?
18:31Gerne.
18:32Naja, Dauerstress in der Schule.
18:35Zweimal nicht versetzt worden, Schulwechsel, alles etwas schwierig.
18:38Seniorchef Christoph Grote hat es innerhalb von 40 Jahren vom einfachen Bäcker zum schwerreichen Backunternehmer gebracht.
18:45Wirtschaftswunderzeit bestens genutzt.
18:46Espresso?
18:47Ja, gerne.
18:49In den 70er und 80er Jahren hat er eine kleine Bäckerei nach der anderen geschluckt.
18:54Der klassische Patriarch.
18:55Ein eifer Tier.
18:57Den bremst so schnell keiner aus.
19:00So, das ist Kolberstraße.
19:02Kolber.
19:03Das ist Leipzigerstraße.
19:05Ja.
19:06Hast du?
19:06Warte, warte, warte.
19:07Leipzig, ja.
19:09Hier.
19:10So, hier ist nochmal Kolber, aber das ist nur ein Ausschnitt von dem Bild.
19:13Hier.
19:14Das Graffiti ist unvollendet.
19:16Das lag auf der Joggingstrecke von Vera Grote.
19:20Das Opfer spret hier und bricht plötzlich ab.
19:22Na ja, der ist abgehauen.
19:24Vielleicht schießen die da in der Ecke Scharpoff-Sprayer.
19:27Vielleicht, ja.
19:28Aber hier.
19:30Womit wollte der Tote die Grotes erpressen, beziehungsweise Vera Grote, weil ihn wird er ja wohl kaum Prinzessin nennen?
19:34Die Handynummer auf dem Pflaster gehört einer Rentnerin in Wilmersdorf.
19:38Sie hat das Handy als verloren gemeldet.
19:40Wo waren die Grotes letzte Woche?
19:41In Berlin.
19:42Die ganze Woche.
19:43Die sind früh morgens in die Firma, spät abends zurück.
19:45Es gibt aber keine Zeugen.
19:47Also kein Alibi.
19:49Wir müssen wieder zurück zum Opfer.
19:50Wir wissen immer noch nichts über ihn.
19:52Offenbar vermisst ihn niemand.
19:53Es gibt keine neuen Hinweise aus der Bevölkerung.
19:56Ich verstehe das nicht.
19:57Er sieht doch nicht aus wie ein Obdachloser.
19:59Klappert mal die Hausverwaltung ab.
20:01Irgendwo muss er ja gewohnt haben.
20:04Guck mal.
20:06Fällt euch was auf?
20:08Graffiti.
20:09Was noch?
20:11Menschen an einem Tisch.
20:13Was für Menschen?
20:16Frau, Mann, Kinder.
20:18Familie.
20:19Genau.
20:20Hinter jedem seiner Graffitis sieht man Familien.
20:23Aber was soll das heißen?
20:26Vielleicht alles, vielleicht nichts.
20:29Also wenn unsere Erpressungsvermutung stimmt, ja?
20:32Wieso zahlt Vera Grote nicht?
20:33Ich meine, 20.000 Euro ist doch für sie gar kein Problem.
20:38Vielleicht wollte sie ihn für immer aus dem Weg schaffen.
20:40Was hat er erfahren?
20:42Ich meine, die Information, die muss ja so brisant sein,
20:45dass sie dafür sowas töten würde.
20:47Und ihr Mann weiß von nichts?
20:49Offenbar nicht.
20:50Na ja, dann muss es auf jeden Fall was sein,
20:51was nur Vera Grote persönlich betrifft.
21:04Ja, dann muss ich alles mitnehmen.
21:05Ich kann es nicht operieren.
21:08Ich kann es nur noch bei mir tun.
21:14Ich bin meiner Frau Brot.
21:15Ich bin zweiter.
21:15Ich bin zweiter.
21:19Scheitere.
21:21Ich bin zweiter.
21:22Ich bin zweiter.
21:38Warum sitzt du denn hier draußen?
21:39Was bockt?
21:41Feuchte Wände zu Hause?
21:44Fragen Sie meinen Alpen.
21:46Ja.
21:48Dann will ich ins Internat stecken, ne?
21:51Ich meine, das ist nicht schlimm.
21:53Dann will man uns wenigstens nicht mehr sehen.
21:54Wir sind einfach irgendwie inkompatibel.
21:59Naja, Familie ist eben manchmal Stress.
22:04Ja, aber wir sind keine Familie.
22:07Aber Heidewelt stinkt, hast du gesagt.
22:10Was genau meinst du damit?
22:15Dass irgendwas nicht stimmt.
22:17Irgendwas ist falsch.
22:21Inwiefern?
22:25Weil ich es wüsste.
22:26Mein Vater sieht irgendwer mir vorbei.
22:31Also als ich in deinem Alter war,
22:32habe ich mir auch auf deinen abgefroren,
22:34weil ich Stress mit meinem Vater hatte.
22:37Weiß nicht, wahrscheinlich gehört es auch dazu.
22:39Irgendwann hat es sich bei mir,
22:40also bei uns damals auch wieder eingeringt.
22:44Schön für Sie.
22:47Aber bei uns ist es nicht wie bei einer normalen Familie.
22:51Normal?
22:52Das ist schon normal.
22:55Als Kind habe ich immer gedacht,
22:56wir sind die normalste Familie der Welt.
22:58Mein Vater war Polizist.
23:00Und ich hatte einen großen Wunsch.
23:02Ich wollte unbedingt einmal mit ihm auf Streife gehen.
23:04Hat er mir natürlich nicht erlaubt.
23:05Also habe ich mich eines Nachts heimlich in seinen Wagen geschlichen.
23:08Habe mich hinten versteckt.
23:09Im Koffer rum?
23:10Nein.
23:11Hinter seinem Sitz.
23:12Ich wollte ja auch was mitkriegen, weißt du?
23:13Polizei, Funk, Gangster und so.
23:15Ist aber nichts passiert.
23:17Er ist einfach irgendwann ausgestiegen.
23:20Verswand, kam lange nicht wieder.
23:21Und dann sah ich ihn aus einem Hauseingang kommen
23:23und er hatte eine fremde Frau im Arm.
23:28Und die hat er geküsst.
23:31Und da habe ich mir geschworen,
23:32nie, nie, nie, nie werde ich Polizist.
23:36Tja.
23:38Hat nicht ganz geklappt.
23:45Das passiert doch in tausend Familien.
23:48Wusste ich aber damals nicht.
23:53Komm, ich bring dich nach Hause.
23:56Nee.
23:57Hier.
23:59Das habe ich heute Morgen in der Post gefunden.
24:21Was machen Sie mit meinem Sohn?
24:22Ich bring ihn zurück.
24:24Danke.
24:26Sehr nett von Ihnen.
24:27Till, kommst du bitte rein?
24:31Frau Grote?
24:33Haben Sie das hier schon mal gesehen?
24:37Nein, was ist das?
24:38Der lag in unserem Briefkasten.
24:41Das heißt eindeutig, Sie wurden erpresst.
24:44Und jetzt beschuldigt sie jemand des Mordes
24:46und führt die Erpressung fort.
24:48Hat er oder sie sich schon mal auf andere Weise
24:49bei Ihnen gemeldet?
24:51Wäre was anderes.
24:52Ich habe keine Ahnung.
24:55Was ist denn hier los?
24:57Ich werde nicht erpresst.
24:59Das muss ein Missverständnis sein.
25:05Was läuft denn nicht ab?
25:07Ich weiß es nicht.
25:08Na, du weißt eh nie was.
25:12Wolltest du nicht gerade auf dein Zimmer gehen?
25:17Komm, halt die Fresse.
25:21Das Verhältnis zu Ihrem Sohn ist nicht einfach.
25:26Das ist ja wohl nicht so ungewöhnlich
25:27während der Pubertät.
25:29Man kann nicht alles immer auf die Pubertät schieben.
25:33Haben Sie Kinder?
25:37Ich war mal Sohn.
25:51Sie sind zu Hause.
25:52Die Autos stehen in der Einfahrt.
25:54Okay, danke.
25:55Die Observation läuft.
25:56Gut.
25:57Übrigens, auf diesem Brief
25:59haben die nur die Fingerabdrücke von Thiel und dir gefunden.
26:02Vielleicht war der Tote gar nicht der Erpresser.
26:04Doch.
26:05Doch, doch.
26:07Die Sprüche und die Graffiti sind so ähnlich.
26:09Guck mal, das ist derselbe Stil.
26:11Es gibt also jemanden, der von seinem Erpressungsversuch wusste.
26:14Naja, oder später davon erfahren hat.
26:15Und wer?
26:16Das kennt ihn ja angeblich keiner.
26:17Ja.
26:18Auf jeden Fall war er nicht so alleine, wie wir dachten.
26:20Eine Maklerin kennt den Toten.
26:21Sie wartet morgen früh an seiner Wohnung auf euch.
26:31Morgen.
26:32Morgen.
26:33Morgen.
26:34Morgen.
26:37Ich komme leider nicht dazu Zeit, um zu lesen.
26:39Erst durch den Besuch ihrer Kollegin
26:41habe ich überhaupt erfahren, dass Gabriel tot ist.
26:44Mein Gott.
26:46Wer macht denn sowas?
26:48Gabriel?
26:49Ja.
26:50Gabriel Domasch.
26:51Wir sind zusammen zur Schule gegangen.
26:53Und vor einiger Zeit haben wir uns dann zufällig auf der Straße getroffen.
26:58Gabriel war gerade auf der Suche nach einer größeren Wohnung und vor allem nach Ruhe.
27:02Ja, und dann habe ich ihm das hier als Atelier vermietet.
27:08Warten Sie einen Moment.
27:09Wenn wir.
27:37ARD Text im Auftrag des Er8
27:48Das gestohlene Handy.
28:03Er hat sich offenbar genauestens über die Familie Grote informiert.
28:38Untertitelung des ZDF, 2020
28:39Tragischer Verkehrsunfall auf dem Berliner Stadtring.
28:42Seine Eltern und zwei Geschwister alle tot.
28:44Er hat als einziger überlebt.
28:45Ist durch die Heckscheibe rausgeschleudert worden, da war er drei.
28:49Ja, und hier das Prisma an dem Spiegel.
28:51Das ist wahrscheinlich das letzte, was er gesehen hat.
28:53So die letzte Erinnerung.
28:55Darum hat er das auch auf seinen Zeichnungen und auf dem Arm tätowiert.
28:59Und hier.
29:02Vielleicht so eine Art Symbol für den Verlust, den er erlebt hat?
29:08Wie ging es denn dann weiter?
29:10Also, Gabriel Domisch am 12.03.68 in Spandau geboren.
29:14Er ist dann bei einer entfernten Verwandten seiner Mutter aufgewachsen.
29:17Zehn Jahre Schule, danach Ausbildung zum Industriekaufmann.
29:20In dem Beruf hat er aber nie gearbeitet.
29:22Jedenfalls habe ich nichts gefunden.
29:24Also eine Biografie mit lauter Abbrüchen.
29:26Ja, nur deswegen landet man nicht im Grab eines Brötchen-Millionärs.
29:31Naja.
29:32Das hat Gabriel Domisch gewusst.
29:34Till Grote fühlt sich auch verloren.
29:37Kann mit seinem Vater nichts anfangen.
29:39Sagt, die beiden sind inkompatibel.
29:40Der Junge hat das Gefühl, dass in seiner Familie irgendwas falsch läuft.
29:43Aber er weiß nicht was.
29:44Und der Vater ist, glaube ich, auch dieser Meinung.
29:46Mit seiner Mutter hat er kein Problem.
29:49Auf jeden Fall steht er ihr wesentlich näher.
29:52Sind die Grotes jetzt zu Hause?
29:53Ich denke, ja, sonst hätte Bülent sich gemeldet.
30:04Das Graffiti ist unvollendet.
30:08Nehmen wir mal an, Gabriel Domisch hat seine Arbeit unterbrochen.
30:12Vielleicht, weil ihn jemand erwischt hat.
30:13Vielleicht aber auch, weil er was gehört hat.
30:16Irgendwo hier, auf ihrer Joggingstrecke.
30:19Und?
30:21Gabriel Domisch hat etwas mitgehört, das nicht für seine Ohren bestimmt war.
30:24Und mit dieser Information hat er sie erpresst.
30:27Da haben Sie sich wirklich was in den Kopf gesetzt.
30:29Und mit genau derselben Information werden Sie jetzt weiter erpresst.
30:32Es gibt aber keine Information, mit der ich zu erpressen bin.
30:38Ich glaube schon.
30:39Kommen Sie.
30:45Der Tote wusste alles.
30:47Ihr Sohn Till ist noch auf der Suche nach der Wahrheit.
30:49Und wenn Sie nicht aufpassen, geht er dabei kaputt.
30:51Till ist in der Pubertät.
30:53Ich habe über Ihre Familie nachgedacht.
30:56Über Sie, über Ihren Mann und über Ihren Sohn.
31:01Kinder spüren, wenn man Ihnen nicht die Wahrheit sagt.
31:05Till hat Ihre Fassade wahrscheinlich schon lange durchschaut.
31:07Aber er weiß nicht, was an Ihrer, wie er sagt, heilen Welt stinkt.
31:11Er weiß nur, dass er mit seinem Vater nicht klarkommt.
31:13Aber er weiß nicht, warum.
31:14Wird das jetzt eine Therapiestunde?
31:17Stimmen Sie einem Gentest zwischen Ihrem Mann und Ihrem Sohn zu?
31:21Einem was?
31:22Na ja, es könnte doch sein, dass Ihr Mann nicht der Vater Ihres Sohnes ist.
31:26Das ist abstruser Unsinn.
31:28Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, diesen abstrusen Unsinn zu widerlegen.
31:31Stimmen Sie dem Test zu.
31:33Warum sollte ich das machen?
31:35Für Ihren Sohn?
31:37Für Ihren Mann?
31:39Und um mich zu widerlegen?
31:43Ja oder nein?
31:46Und wenn ich Nein sage?
31:48So leicht werden Sie mich nicht los.
32:00Ich möchte mit meinem Mann sprechen.
32:26Direkt nach unserer Hochzeit, da hatte ich eine ziemliche Krise.
32:32Ich kam mit meiner neuen Rolle nicht klar als Frau des Juniorchefs.
32:39Ständig in der High Society verkehren, damit war ich überfordert.
32:45In der Zeit bin ich oft mit meiner Freundin Maren weggegangen.
32:49An einem Abend hatte ich so viel getrunken, dass ich komplett die Kontrolle verloren habe.
32:53Da muss es wohl passiert sein.
32:56Ich kannte den Mann nicht mal.
32:59Aber danach war ich schwanger.
33:09Haben Sie nie versucht, die Identität des Vaters herauszufinden?
33:13Nein.
33:14Ich wollte dadurch nicht meine Ehe riskieren.
33:26Wie guckt Ihr denn?
33:31Was ist los?
33:34Nichts.
33:42Warum geht Vater raus?
33:44Weil er alleine sein möchte.
33:46Es ist nichts.
33:47Es ist wirklich nichts.
33:48Warum will er alleine sein?
33:49Warum erzählt mir niemand was?
33:55Das verscheiden mir meine Eltern.
34:02Ich krieg's raus.
34:10Sind Sie jetzt zufrieden?
34:15Hat sich der Herr Presse noch mal gemeldet?
34:19Würden Sie jetzt bitte gehen.
34:53Warum hat sie plötzlich geredet?
34:56Sie wollte nicht, dass es durch einen Gentest rauskommt.
34:58Sie wollte es ihrem Mann lieber selber sagen.
35:01Glaubst du ihr die Geschichte vom One-Night-Stand?
35:03Ich weiß nicht.
35:05Jedenfalls lässt sich's praktisch nicht überprüfen.
35:08Und wie hat Ihr Mann reagiert?
35:10Gar nicht.
35:11Er hat einfach nur da gesessen und zugehört.
35:15Wahnsinn.
35:16Eine Firma mit 300 Angestellten, 10.000 Brötchen am Tag, 70 Filialen und plötzlich...
35:21Bang!
35:23Tja, wir denken ja immer, wir haben's im Griff, aber nichts haben wir im Griff.
35:27Es kommt immer anders.
35:29Bist du dir sicher, dass er's nicht schon wusste?
35:32Also, wenn er's wusste, dann kommt er auch als Mörder in Frage.
35:35Und dann hätte er wirklich verdammt gut gespielt.
35:40Jedenfalls ist Robert Grote kein Softie.
35:42Der kann ganz schön austeilen.
35:43Tja, wir haben mit Angestellten gesprochen und die haben gesagt, dass sich Robert Grote und Christoph Grote
35:47einen jahrelangen Kampf geliefert haben um die Firma.
35:50Also bis aufs Messer.
35:51Und am Ende war der Alte draußen.
35:52Tja, und seitdem gab's doch kaum noch privaten Kontakt.
35:56Bruno, draußen ist Besuch für dich.
36:05Hallo.
36:22Wie geht's?
36:35Mein Lieber, ich dachte, ich hätte es endlich geschafft, dich zu vergessen.
36:38Aber als du gestern plötzlich vor mir standst, war mir klar, ich kann es nicht.
36:41Kein Mann hat mir mehr bedeutet als du.
36:43Ich weiß, es ist falsch, diesen Brief zu schreiben, aber...
36:48Wo ist denn den her?
36:49Ich wollte wissen, was ich mir verheimlichte, habe ich ihren Sekretär aufgebrochen.
36:54Sie hat einen anderen, deswegen auch die Erpressung.
36:58Sie haben diesen Brief vor drei Wochen geschrieben. An wen?
37:02Ich finde es widerlich, wie Sie mein Privatleben herumschnüffeln
37:04und dabei noch meinen Mann und meinen Sohn mit hineinziehen.
37:07Wir ermitteln in einem Mordfall.
37:09Da kann man leider vor der Privatsphäre nicht Halt machen.
37:12Bitte, nehmen Sie doch wieder Platz.
37:18Ich glaube, der Mann, dem Sie diesen Brief geschrieben haben,
37:20ist der, mit dem Sie sich unterhalten haben.
37:22Ich habe mit niemandem geredet.
37:24Ich jogge jeden Morgen alleine durch den Park
37:26und komme nach einer halben Stunde wieder zurück.
37:28Wem haben Sie diesen Brief geschrieben?
37:30Tills Vater?
37:32War es doch mehr als ein One-Night-Stand?
37:34Ich habe ihm bereits gesagt, dass ich den Vater von Till nicht kenne.
37:37Warum haben Sie diesen Brief nicht zu Ende geschrieben?
37:38Warum haben Sie ihn nicht abgeschickt?
37:39Das geht Sie nichts an!
37:41Hatten Sie Angst, dass die Gefühle für diesen Mann wieder hochkommen
37:43und Ihr Leben durcheinander bringen?
37:46Ich diskutiere mit Ihnen nicht meine private Korrespondenz.
37:49Da draußen sitzen zwei Menschen, die Sie sehr verletzt haben.
37:54Auch Sie werden keine Ruhe geben, bis Sie die Wahrheit kennen.
37:57Was treibt Sie dazu, meine Familie zu zerstören?
38:00Das tun Sie selbst.
38:02Ich suche den Mörder.
38:04Ich habe niemanden umgebracht.
38:11Sie können gehen.
38:29Ich habe es immer gespürt, dass zwischen uns irgendwas nicht stimmt.
38:33Jetzt weiß ich es.
38:34Für wen war der Brief bestimmt?
38:36Das werde ich dir nicht sagen.
38:37Diese Antwort akzeptiere ich nicht.
38:39Das wirst du wohl müssen.
38:41Vera, bitte, jetzt sei doch nicht so albern.
38:43Es kommt doch sowieso alles raus.
38:44Warum bist du dir da immer so sicher?
38:52Du Mamsen-Verräter.
38:55Wer ist mein Vater?
39:01Ja.
39:03Ich habe es ihm gesagt.
39:06Ich habe keine Lust mehr zu lügen.
39:08Es wurde sowieso genug in dieser Familie gelogen.
39:11Ich stelle dir jetzt zwei Fragen.
39:13Erstens, wer ist der Vater von Till?
39:16Zweitens, wer ist der Mann, den du nicht vergessen kannst?
39:32Ziemlich tough.
39:33Wird schwer sein, aus dir was rauszukriegen.
39:38Abwarten.
39:42Wer ist an Ihnen dran?
39:43Bülent an ihm, Henry an ihr.
39:52Bruno?
39:54Ja, sie war auf der Bank und hat Geld geholt.
39:5620.000.
39:57Jetzt fährt sie auf der Hohen Staufenstraße
39:58Richtung Winterfeldplatz.
40:00Ja, sie war auf der Hohen Stufenstraße.
40:58Untertitelung. BR 2018
41:28Untertitelung. BR 2018
41:58Hallo, Frau Grote.
42:05Und da, Herr Kolb, darf ich mal?
42:13Was gibt's in Ihrer Vergangenheit, das niemand unter gar keinen Umständen erfahren darf? Weder Ihre Familie noch wir.
42:23Sie belügen Ihren Mann, Sie belügen Ihren Sohn und Sie belügen mich.
42:27Weil Sie genau wissen, dass ich Ihnen einen Mord nachweise, wenn die Wahrheit ans Licht kommt.
42:31Sie können mir keinen Mord nachweisen, den ich nicht begangen habe. Und wem ich 20.000 Euro schenke, das ist
42:36immer noch meine Sache.
42:37Nicht ganz. Die strafrechtliche Betrachtung dieses Vorgangs bleibt im Gericht vorbehalten.
42:41Warum machen Sie so ein Geheimnis daraus, an wen Sie diesen Brief geschrieben haben?
42:45Aus was ich ein Geheimnis mache? Und warum ist auch meine Sache?
43:03Wie groß muss eine Schuld sein, damit eine Frau wie Sie sich erpressen lässt?
43:13Nach Dommers Tod haben Sie die Erpressung von Frau Grote weitergeführt. Aber hier geht's gar nicht um Erpressung, hier geht's
43:19um Mord. Und Sie stecken mittendrin.
43:23Okay. Er stand auf der anderen Straßenseite und hat bei uns ins Fenster gestarrt. Stunden, Tage, immer wieder.
43:32Ich hab gesehen, wie er gesprüht hat. Hat mich irgendwie interessiert. Fand seine Sachen toll. War ein Künstler und allein,
43:40ohne Familie, die nervt.
43:42Ich hab ihn angequatscht und ein Bier ausgegeben. Interessanter Typ, aber total strange. Wir haben ganz schön getankt.
43:51Hat er Ihnen dann von der Erpressung erzählt?
43:53Er hat gesagt, dass er irgendwann 20.000 kriegt, weil er was weiß.
43:58Als Sie bei mir waren und ich wusste, dass er tot ist, bin ich in seiner Bude.
44:02Er hat mir gesagt, wo er wohnt. Ich war neugierig.
44:05Und da lag dann das Zeug über den Grote-Clan.
44:07Und damit wussten Sie dann, von wem man die 20.000 kriegt?
44:10Dann haben Sie sich gedacht, das kann ich auch.
44:14Wissen Sie, wie viele Schulden ich hab? Und die Grotes, die haben's ja wirklich.
44:18Womit hat Gabriel Dommersch für ihre Grote erpresst?
44:20Das weiß ich nicht.
44:22Wie bitte?
44:24Wollen Sie mir ernsthaft weismachen, dass Sie Frau Grote erpresst haben und gar nicht wussten, womit?
44:29Ich weiß das wirklich nicht.
44:35Haben Sie Dommersch eigentlich mal gefragt, warum er tagelang vor ihren Häusern rumgestanden hat und Familien beobachtet hat?
44:41Hab ich. Er hat gesagt, er braucht sie für seine Graffitis.
44:53Das weiß ich nicht.
45:24Er beschreibt Familien.
45:26Ein abstrakter Stammbaum, kunstvoll arrangiert und ineinander verwoben.
45:31So, ich zeig euch das mal.
45:34Dreiecke. Dreieck nach unten zeigend bedeutet männlich.
45:39Dreieck nach oben zeigend bedeutet weiblich.
45:43Für jede Generation eine andere Farbe.
45:45Ja, so zum Beispiel.
45:46Wenn wir jetzt eine Familie wären, Vater, Mutter, Kind, das wäre ich, das wärst du und das wäre unser über
45:56alles geliebter Sohn Henry.
45:57Nee, beziehungsweise nein.
45:58Also wenn er hier wäre, dann würde es heißen, dass er dein Sohn wäre, aber nicht unser Sohn.
46:03Er muss hier sein, mit uns beiden verbunden.
46:08Und das ist er.
46:09Ein Dreieck.
46:10Allein.
46:11In der Welt.
46:12Sprayen gegen das Trauma.
46:14Da muss es aber ziemlich viele Traumatisierte geben bei den Graffitis, die es in der Stadt gibt.
46:18Ist das das Graffiti von der Villa Grota?
46:20Ja.
46:29Lass die Leiche von Christoph Grota in die Pathologie bringen.
46:32Volles Programm.
46:37Wissen Sie, was dieses Graffiti zeigt?
46:40Nein.
46:42Das ist Ihre Familie.
46:46Das sind Sie.
46:48Das ist Ihr Mann.
46:50Und das ist Till.
46:51Zwischen Ihrem Mann und Till gibt es keine Verbindung.
46:54Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass mein Mann nicht der Vater meines Sohnes ist.
46:57Genau, genau.
46:58Denn das ist dieses Dreieck hier.
47:01Da gibt es eine Überschneidung mit Ihnen und eine Überschneidung mit Till.
47:06Fällt Ihnen was auf?
47:09Dieses Vaterdreieck überschneidet sich auch mit Ihrem Mann.
47:15Ist Tills Großvater auch sein Vater?
47:21In diesem Graffiti hat der Ermordete die Wahrheit festgehalten.
47:24Die Wahrheit, die er da gehört hat.
47:29Wissen Sie, was ich glaube?
47:31Dass Sie zu viel Fantasie haben.
47:33Das sind Dreiecke auf einem Graffiti.
47:37Naja, das wird ein Gentest zeigen.
47:38Ich habe Ihren Schwiegervater schon mal in die Pathologie bringen lassen.
47:44Jetzt wird auch klar, warum Sie den Liebhaber für eine Nacht aus dem Hut gezauert haben.
47:48Sie wollten nicht, dass wir einen Gentest zwischen Ihrem Mann und Ihrem Sohn machen.
47:52Der hätte nämlich gezeigt, dass die beiden Halbbrüder sind.
47:57Das ist Ihr großes Geheimnis.
48:16Wer ist mein Vater?
48:21Verdammt, ich will wissen, wer mein Vater ist.
48:29Los, die wollen eine Gen-Kruhe machen.
48:32Woher weißt du das?
48:33Ich habe zugestimmt.
48:36Bitte nicht.
48:38Ich sage es dir irgendwann.
48:39Ich verspreche es dir, aber nicht jetzt.
48:41Nein, ich will jetzt wissen, wer mein Vater ist.
48:43Du hast mich 17 Jahre lang belogen und den da auch.
48:47Hast du eine Ahnung, was das für ein Leben ist?
48:48Wenn du dir die ganze Zeit falsch und irgendwie fremd vorkommst?
48:52Und du hast immer das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt.
48:55Es ist wie ein einziger, riesiger Beschliss, ist das.
48:58Bitte verlang es nicht jetzt von mir.
49:01Doch, jetzt.
49:03Wer ist mein Vater?
49:30Dein Großvater.
49:35Wir haben uns damals ineinander verliebt.
49:38Wir konnten nichts dagegen tun.
49:42Als ich schwanger wurde, wollte ich mich von dir scheinen lassen, aber...
49:45Er war strikt dagegen.
49:46Der Ruf der Familie ging ihm über alles.
49:59Gabriel Domersch hat sie erpresst.
50:02Sie wollten um alles in der Welt sicherstellen, dass das große Geheimnis ihres Lebens auch ein Geheimnis bleibt.
50:08Die Idee mit dem Mord kam Ihnen, als Sie vom Tod Ihres Schwiegervaters erfahren haben.
50:13Haben Sie Domersch's Handy benutzt?
50:21Sie haben...
50:23Sie haben ihn auf den Friedhof gelockt.
50:24Sie haben gesagt, Sie können Ihr Geld haben.
50:27Es liegt da hinten im Papierkorb.
50:30Den hatten Sie vorher unter Strom gesetzt.
50:32Und als er ihn berührt hat, bekam er einen Schlag und war auf der Stelle tot.
50:35Sie kennen sich aus mit Elektrizität.
50:37Sie haben ein abgeschlossenes Ingenieurstudium.
50:41Wo haben Sie die Leiche zwischengelagert?
50:46Das finden wir auch noch raus.
50:49Und als das Grab Ihres Schwiegervaters ausgehoben wurde...
50:53... haben Sie Gabriel Domersch dort versteckt.
50:57Versteckt.
51:00War es so?
51:04War es so?
51:10Wenn Sie sagen, es war so...
51:12... dann war es wohl so.
51:17Sie ist bis zum Äußersten gegangen, um ihr Geheimnis zu bewahren.
51:21Und nun hat sie ihre Familie damit endgültig zerstört.
51:24Ich denke, das reicht für eine Anklage.
51:27Sind Sie sicher?
51:28Naja, sie hat es praktisch zugegeben.
51:31Ne, zugegeben hat sie es nicht.
51:32Sie hat mir noch nicht widersprochen.
51:34Wenn sie es nicht war, hätte sie widersprochen.
51:36Ich beantrage Haftbefehle.
51:39Ich glaube nicht, dass sie es getan hat.
51:42Sie wehrt sich nur nicht mehr.
51:44Sie schützt jemand.
51:47Aber wen denn?
51:49Ihren Mann?
51:50Ich glaube nicht, dass er was gewusst hat.
51:54Wer dann?
52:05Wir sind doch bisher immer davon ausgegangen,
52:07... dass er den Mordplan gefasst hat,
52:10... nachdem der alte Grote gestorben war.
52:13Warum?
52:15Warum?
52:17Christoph Grote ist gestorben in der Nacht von Montag auf Dienstag.
52:20Dommersch ...
52:22... zwischen Sonntag und Mittwoch.
52:25Das Zeitfenster lässt also auch eine ganz andere Version zu.
52:28Dommersch kann am Dienstag ermordet worden sein, am Mittwoch, aber auch am Sonntag oder am Montag.
52:34Und das würde nämlich heißen, Dommersch wurde getötet, bevor Christoph Grote gestorben ist.
52:42Aber von wem?
52:43Niemand konnte wissen, dass genau dort in den nächsten Tagen ein Grab ausgehoben werden würde.
52:49Einer schon.
53:13Der Leiche kann nicht falsch mit der Leiche im Keller an.
53:20Frau Grote?
53:23Kommen Sie bitte nochmal?
53:33Wir haben den Leichnam Ihres Spiegervaters obduzieren lassen.
53:39Der Spiegervater ist nicht an den Folgen seines Tumors gestorben.
53:45Sondern ein Cocktail aus Barbituraten, Sedativa und Renaissance.
53:51Die Medikamente hat er sich selber besorgt.
53:55Der reiche Mann hat kein Problem.
53:58Ihr Schwiegervater hat sich selbst getötet.
54:00Er wollte selber bestimmen, wann Schluss ist, wie in allem.
54:04So einer wie er lässt sich doch nicht von einem kleinen Repressor unter Druck setzen.
54:08Er war es.
54:09Er hat Gabriel Dommersch auf den Friedhof gelockt und getötet.
54:11Deshalb hat er auch das Kabel an der Laterne gelassen.
54:13Das war ihm völlig egal.
54:19War es so?
54:27Frau Grote, da draußen sitzt Ihr Sohn.
54:34Der hat 17 Jahre lang auf die Wahrheit gewartet.
54:38Wollen Sie ihn jetzt wieder belügen?
54:54Wir hatten eine Verabredung.
54:59So wenig Kontakt wie möglich, das hat ganz gut funktioniert, die ganzen Jahre lang.
55:05Eines Morgens stand er plötzlich vor mir.
55:08Ich kam gerade aus dem Park vom Joggen.
55:11Er wollte mir sagen, dass er Krebs hat und dass er sterben wird.
55:15Er wollte nur mein Versprechen, dass ich niemals irgendjemandem sage, dass er Tills Vater ist.
55:22Und das Versprechen haben Sie ihm gegeben, aber Gabriel Dommersch hat zugehört.
55:27Dann habe ich den Spruch auf der Straße gesehen.
55:29Ich wusste, dass ich gemeint war.
55:32Christoph hat mich immer Prinzessin genannt, auch an diesem Morgen.
55:35Ich rief ihn an und er sagte, er würde die Sache erledigen.
55:41Mir war nicht klar, wie.
55:46Bis er eines Abends anrief und sagte, die Leiche liegt in einer Regenwassertonne in der Nähe des Familiengrabes.
55:52Er hat mir sehr präzise gesagt, was ich tun muss, um die Leiche verschwinden zu lassen.
55:58Das haben Sie getan.
56:07Ich habe es nie geschafft, ihm zu widersprechen.
56:28Ich habe es nie geschafft, ihm zu widersprechen.
56:41Ich habe es nie geschafft, ihm zu widersprechen.
56:59Ich habe es nie geschafft, ihm zu widersprechen.
57:31Ich habe es nie geschafft, ihm zu widersprechen.
57:31Untertitelung des ZDF, 2020
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