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Kurzfilme
Transkript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:58Untertitelung. BR 2018
01:27Untertitelung. BR 2018
01:56Untertitelung. BR 2018
02:09Untertitelung. BR 2018
02:22Untertitelung. BR 2018
02:34Untertitelung. BR 2018
03:04Untertitelung. BR 2018
03:06Bruno, wir wissen noch nicht, wer der Junge ist. Hier auf dem Schülerausweis kann man nicht mehr viel erkennen.
03:31Das ist das siebte Kapitalverbrechen an einem Jugendlichen in diesem Jahr in Berlin. Ich will eine schnelle Aufklärung.
03:37Das streben wir bei jedem Fall an.
03:39Dann verstehen wir uns ja.
03:42Vermutlicher Todesursache ist ein brutaler Schlag gegen die Schläfe. Außerdem wurde ein Hämatom in der Bauchgegen festgestellt.
03:48Es könnte eine Schlägerei gewesen sein.
03:50Was hätte das Opfer bei sich?
03:52Schlüsse, Kondome und 40 Euro in Bar.
03:55Ich habe hier mal so ein paar Spotttaschen ausgedruckt. Die kommen der Sache schon ziemlich nahe.
04:05Wie weit kann so eine Tasche in sechs Stunden treiben?
04:07Ja, ich habe da was rausgefunden. Eine ca. 70 Kilo schwere Tasche hat eine Fließgeschwindigkeit von 25 Zentimeter pro Sekunde.
04:15Das macht in sechs Stunden...
04:16Warte mal. 15 Meter pro Minute, 900 pro Stunde, macht insgesamt ca. 5 Kilometer.
04:24Der Junge heißt Christian Völk. Seine Eltern haben gerade als vermisst gemeldet.
04:28Warum erst jetzt?
05:244 Kilometer.
05:33Wir waren vier Tage in Chicago.
05:35Beruflich?
05:37Auf einer Messe. Wir haben ein Unternehmen für Trendsportbekleidung.
05:46Gestern Morgen hat meine Frau noch mit ihm telefoniert.
05:51Es schien alles in Ordnung zu sein.
05:54War Chris das erste Mal allein zu Hause?
05:57Nein, nein, wir waren des Öfteren weg.
05:59Bisher war immer alles in Ordnung.
06:39Nein, nein. In dem Falle haben wir nichts von der Party gerüst.
07:09Ich meine...
07:12Wir haben uns in Ordnung gefunden.
07:15Kennen Sie die Freunde von Chris?
07:17Aus dem Hockeyverein.
07:20Chris war ein begeisterter Hockeyspieler.
07:26Ein Michael war übrigens des Öfteren hier.
07:29Wie heißt der mit Nachnamen?
07:31Das weiß ich nicht.
07:41Chris hätte heute ein Spiel gehabt.
07:46Wir haben dieses Handy unten gefunden.
07:48Ist das von Ihrem Sohn?
07:50Das ist nicht seins.
07:58Ich habe ihm gerade ein neues geschenkt, aber das ist es nicht.
08:00...
08:26Jetzt Bewegel!
08:27Michael!
08:28Wer will die?
08:30Wer ist denn?
08:32Zerlob!
08:34Ja!
08:35Ja!
08:35Haust!
08:36Haust!
08:37Haust!
08:38Haust!
08:39Haust!
08:41Haust!
08:41Hey, Gerhard, komm!
08:43Ja!
08:48Ja!
08:48Hey, mach schon!
08:49Oh, Leute!
08:53Michael, wiss ich?
08:56Ja?
08:58Schumann.
08:59Wir haben einen Moment Zeit.
09:01Hätten Sie einen Moment Zeit für mich?
09:03Es geht um Chris nicht, wa?
09:05Sie wissen's schon.
09:08Er sollte heute eigentlich zum Spiel kommen.
09:09Wir haben bei ihm angerufen.
09:12Das ist furchtbar.
09:15Erzählen Sie mir doch mal was über Chris.
09:20Er war ein Energiebündel.
09:22Ständig unter Strom.
09:24Mit dem war irgendwie immer was los.
09:25Wie meinen Sie das?
09:26Ja, der hatte halt immer so lustige Einfälle gehabt.
09:30Wie die Party gestern.
09:31Waren Sie auch dort?
09:32Ja, logisch.
09:33Aber ich muss halt früher gehen, weil wir heute Spiel hatten.
09:36Mein Vater kennt ja kein paar Raum.
09:40Und trotzdem haben wir verloren.
09:43Wir waren wahrscheinlich mit den Gedanken alle bei Chris.
09:48Gab's Ärger auf der Party?
09:51Nein.
09:51Also nicht so lange ich da war.
09:53Klar gibt's immer so ein paar Kappeleien oder so, aber das ist ja nur Spaß.
09:58Hallo Papa.
10:00Das ist Herr Schumann von der Kriminalpolizei.
10:03Hallo Papa.
10:04Büssig.
10:06Eine schreckliche Sache.
10:08Die armen Eltern.
10:09So etwas zu verkraften muss sehr, sehr hart sein.
10:13Macht euch schon mal fertig.
10:14Geht gleich los.
10:17Ziehst du dich bitte um, ja?
10:26Kann ich irgendwie helfen?
10:29Ich versuche nur herauszufinden, was Chris für ein Mensch war.
10:31So kann ich leider nicht viel sagen. Ich habe ihn nur ein paar Mal vom Training mitgenommen.
10:35Ich dachte, Chris und Michael waren eng befreundet.
10:38War er nie bei Ihnen zu Hause?
10:40Michael ist selten zu Hause.
10:42Unter der Woche hat ein Junge in seinem Alter noch wenig Zeit.
10:49Bruno, das Handy, das wir im Haus gefunden haben, ist von Dirk Tillmann gemeldet.
10:53Der ist 17 Jahre alt und steht jetzt.
10:54Da ist ein Video drauf, das musst du dir angucken.
10:57Bruno, Obduktionsbericht wird gleich rüber gefaxt.
10:59Achso, und die Tasche könnte...
11:00Das ist eine Hockey-Tasche, danke.
11:02Inge?
11:03Wir haben kein Blut von Chris gefunden in der Villa.
11:30Das ist ein Freund Michael Lüssig.
11:32Das ist ein Freund Michael Lüssig.
11:33Das ist ein Freund Michael Lüssig.
11:39Das ist ein Freund Michael Lüssig.
11:47Das ist ein Freund Michael Lüssig.
11:58Das ist ein Freund Michael Lüssig.
12:08Das könnte irgendein Werkzeug sein.
12:11Das könnte auch ein Teil von der Schaufensterpuppe sein oder so.
12:17Sieht nicht nach der ersten Party aus, die Chris gefeiert hat.
12:20Seine Eltern wissen wenig über ihn.
12:22Ja, oder sie wollten nichts wissen, weil sie beruflich so eingespannt sind.
12:24Typische Wohlstandsverwahllosung.
12:26Ja, wie kannst du nur so schnell urteilen?
12:27Jeder muss heutzutage strampeln, um seine Kinder groß zu kriegen.
12:30Ja, bisschen weniger Geld, bisschen mehr Zeit.
12:33Seine Eltern hatten offenbar den Kontakt zu ihrem Sohn verloren.
12:37Chris provozierte gerne, was?
12:39Wer ist denn der Junge, der da so wütend auf ihn war?
12:41Dirk, der ist im selben Hockeyverein.
12:43Ich habe ihn nach dem Spiel gesehen.
12:44Aber ich glaube, jetzt verstehe ich, was Michael meinte, als er sagte, mit Chris war immer was los.
12:47Man konnte sich schön besaufen.
12:50Komisch.
12:50Michael wirkte so sportlich, als ich mit ihm gesprochen habe.
12:54Was sind die Schlimmsten?
12:56Auf Partys trinken alle. Das war bei uns nicht anders.
12:58Die Obduktion von Chris' Leiche hat Folgendes ergeben.
13:03Ein Hämatom in der Bauchgegend, vermutlich durch einen Tritt.
13:07Eine Verletzung an der Schläfe, aber daran ist er nicht gestorben.
13:11Was soll denn?
13:12Chris hatte Wasser in der Lunge.
13:14Er ist also ertrunken.
13:16Durch den Schlag hatte er nur sein Bewusstsein verloren.
13:23Das heißt, er hat noch gelebt, als er in der Tasche ins Wasser geworfen wurde.
13:28Durch das kalte Wasser könnte er auch wieder zum Bewusstsein gekommen sein.
13:33Mein Gott, wer macht sowas?
13:35Er hatte 1,6 Promille.
13:37Dazu noch Gras.
13:39Der Junge muss ja vollkommen zugeknallt gewesen sein.
13:54Der Junge wird gegründet.
14:13Was heißt dein Kleid?
14:15Ein Robb.
14:17Und das hier?
14:19Ein Short.
14:21Was heißt dein Hemd?
14:23Weiß ich nicht.
14:24Ja, streng dir doch mal an wie ins Echtes.
14:32Hallo Dirk.
14:34Hallo.
14:35Kann ich dich mal kurz sprechen?
14:38Wir haben uns ja heute schon gesehen, ne?
14:39Ja, nach dem Spiel.
14:42Hallo.
14:43Hallo.
14:44Meine Mutter muss heute Abend arbeiten.
14:46Und da springst du ein?
14:47Sieht ganz aus.
14:49Erzähl doch mal, was auf der Party so los war.
14:54Nichts Besonderes.
14:55Was soll gewesen sein?
14:57Guck mal.
15:05Nichts Besonderes?
15:11Ich...
15:11Ich hab Chris nichts getan.
15:13Aber?
15:15Ich hab ein bisschen auf der Party gefilmt und er hat's mir dann irgendwann aus der Hand gerissen.
15:18Und das ging dir auf den Keks?
15:19Mein Vater hat's mir letzte Woche geschenkt.
15:21Die Kamera hat drei Megapixel.
15:24Außerdem seh ich ihn nicht oft.
15:26Außerdem seh ich ihn nicht oft.
15:26Meine Eltern sind getrennt.
15:29Also...
15:29Chris hat dich provoziert.
15:31Und?
15:32Es war wieder eins seiner kranken Spielchen.
15:35Er hatte den absoluten Riecher für...
15:38Wunde Punkte?
15:41Was hält denn da in der Hand?
15:45Keine Ahnung.
15:46Er ist mit dem Handy abgehauen.
15:47Das hab ich nicht mitgekriegt.
15:49Außerdem muss ich dann eh nach Hause.
15:50Weil wenn ich nicht um halb eins hier bin, dann ruft meine Mutter die Polizei.
15:55Hast du auf der Party gekifft?
15:59Nicht so viel wie Chris.
16:01Der konnte damit nie aufhören.
16:03Was heißt denn jetzt? Das Held!
16:06La chemise!
16:08Oder?
16:13Guck mal, dieser Typ hier, Clemens Arnold.
16:15Der ist seit drei Jahren Deutschlands Nummer eins.
16:18Wenn wir mal im Fußball so erfolgreich wären wie im Hockey.
16:20Aber dafür interessiert sich leider keiner.
16:22Ich wusste gar nicht, dass du dich da so gut auskennst.
16:24Meine kleine Schwester spielt Hockey, da weiß ich das.
16:27Hast du als Kind irgendeinen Sport gemacht?
16:28Bisschen Tennis.
16:30Äh, Tischtennis.
16:31Echt? Ich auch!
16:32Wärste gut?
16:33Der Zirksliga.
16:36Ach, das ist für ein bisschen Tischtennis ja ganz ordentlich.
16:47Guck mal.
16:58Das hat bestimmt nichts mit Drogen zu tun gehabt.
17:01Hat vielleicht mal gekifft.
17:03Aber verkauft hat er das Zeug bestimmt nicht.
17:06Hat er gar nicht nötig gehabt.
17:08Hat er dauernd Geld von uns bekommen.
17:13Ich war früher viel mehr zu Hause.
17:16Unsere Firma hat große Probleme.
17:18Wir müssen sehr hart arbeiten.
17:20Wir haben unsere Position auf dem Markt zu behaupten.
17:23Wie sieht denn so ein Tag bei Ihnen aus?
17:26Tja, ich kam immer erst um sieben, halb acht nach Hause.
17:29Da hatte Christian meistens schon gegessen.
17:31Und war unterwegs.
17:33Irgendwo mit seinen Freunden.
17:35Das heißt, es fanden keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr statt.
17:40Es hingen eben sehr viel ab von dieser Messe.
17:44Was hatten Sie für ein Verhältnis zu Chris?
17:46Ein gutes.
17:48Ich wollte nächstes Wochenende mit ihm zusammen nach London fliegen.
17:51Hände ich mal wieder Zeit zu haben, mal alles sprechen zu können.
17:56Hätte Chris in letzter Zeit Streit mit jemand?
17:59Nein.
18:00Nicht, dass ich wüsste.
18:02Mit seinem Trainer, da gab es wohl irgendeinen Ärger.
18:05Er hat ihm wohl meine Ohrfeige verpasst, weil er angeblich keinen Sinn für Teamgeist hätte.
18:11Ich wollte nicht mit nach Chicago.
18:16Aber Stefan hat darauf bestanden, dass ich mitkommen soll.
18:20In einem halben Jahr sei Chris ja schon volljährig, so meinte er.
18:26Können Sie mich jetzt bitte entschuldigen?
18:36Wo bleibt eigentlich Henry?
18:38Keine Ahnung. Abgemeldet hat er sich nicht.
18:41Also, die Tabletten aus Chris' Zimmer bestehen zu 99 Prozent aus Traubenzucker.
18:45In den ganzen Tütchen war ein einziges Ekstasy.
18:48Das heißt, er hat mit Traubenzucker sein Taschengeld aufgebessert.
18:50Damit wird er sich viel Ärger eingehandelt haben.
18:52Aha.
18:53Hier, schaut euch das mal an.
18:58Ziemlich gut.
19:01Vielleicht ein bisschen kitschig?
19:04Von seinen Freunden wusste davon garantiert keiner was.
19:06Und wenn, war es Chris sicher sehr unangenehm.
19:08Denn für sie war er ja der selbstbewusste, coole Typ.
19:11Er hatte Geld, bohle Klamotten, eine sturmfreie Villa.
19:14Damit macht man Eindruck.
19:15Er wollte mehr als das.
19:16Er zeigte den anderen ihre Schwächen.
19:18Das hat keiner gern.
19:20Nee, Dirk auch nicht.
19:21Der war wütend, weil Chris ihm was weggenommen hat, was ihm viel bedeutet.
19:25Dirk hat wenig Geld, seine Mutter zieht die Kinder allein groß.
19:28Für ihn muss ein Handy sehr wertvoll sein.
19:29Dazu kommt noch der ideelle Wert.
19:31Es ist von seinem Vater, den er nicht oft sieht.
19:32Okay, Chris hat ihm das Handy geklaut.
19:35Ist das ein Motiv für einen Mord?
19:36Der Fall sieht nicht nach einer Tat unter Jugendlichen aus.
19:39Nee, ich glaube auch nicht, dass ein 17-jähriger Junge seinen Freund in eine Tasche steckt
19:43und dann ins Wasser schmeißt.
19:48Entschuldigung.
19:50Der Zug hatte Verspätung.
19:52Also der Zug von meinen Eltern.
19:54Chris provozierte gerne.
19:56Sein Trainer soll auch mal die Hand rausgerutscht sein.
19:58Wem?
19:59Seinem Trainer, Toni Preuß.
20:04Aber schön, dass du auch da bist.
20:09Das nächste Mal machst du das bitte außerhalb der Dienstzeit, okay?
20:13Ja, meine Eltern sind nicht meine Jüngsten und ich sehe sie leider nicht mehr so oft.
20:16Ich habe auch Familie, ich komme trotzdem immer pünktlich, oder?
20:18Dann steinigt mich doch.
20:21Werde ich doch mal bei den Taxifahren um.
20:22Vielleicht ist Chris in der Nacht noch mal irgendwo hingefahren.
20:24Weißt du, wie Taxifahren es in Berlin gibt? Über 3000.
20:27So ist das nun mal. Ganz normale, ehrliche Polizeiarbeit.
20:30Genau.
20:39Machst du neuerdings ein Problem mit mir, oder willst du dich nur Frau Bruno im Vordergrund spielen?
20:42Wenn ich einmal sage, dass mir was nicht passt, hat das nicht gleich was mit Profilneurose zu tun.
20:45Was passt dir denn nicht?
20:46Dass die Arbeit immer an mir hängen bleibt, wenn du nicht da bist.
20:48Weißt du, wie oft Nelly diese Grippe hatte?
20:51War ich mich da einmal so aufgeregt?
20:54Was anderes.
21:02Rausgabe Herzen da.
21:03Bei Konzentration, ja?
21:06Es muss schneller gehen, es muss Wettkampstempo haben.
21:09Der Beuys.
21:14Mach mal weiter, dass man einen Mannschaften will.
21:16Bleibt euch schon mal warm.
21:18Geht gleich weiter.
21:23Es tut mir leid, dass er tot ist.
21:25Er war eine echte Nervensäge.
21:28Inwiefern?
21:30Er war nicht gerade ein Engel.
21:32Aufsässig.
21:32Er hat die anderen abgelenkt.
21:34Und ein Schauspieler.
21:34Kleinste Verletzung.
21:35Man dachte, der stirbt gleich.
21:38Entschuldigung, das war blöd jetzt.
21:40Er hatte überhaupt keinen Teamgeist.
21:42Warum haben Sie ihn nicht rausgeworfen?
21:44Seine Eltern unterstützen den Verein.
21:46Großzügig.
21:48Alex!
21:49Das habe ich genau gesehen.
21:50Kannst du total vergessen!
21:53Ich habe gehört, dass Sie Chris mal eine runtergehauen haben.
21:58Ich wusste, dass das wieder kommt.
22:00Hören Sie, ich fasse keinen von meinen Jungs an.
22:02Egal, was Chris erzählt hat.
22:03Sowas mache ich nicht.
22:04Er wollte sich wieder wichtig machen.
22:07Stockfaul!
22:09Dirk Tillmann und Michael Büssig.
22:10Was sind denn das für Jungs?
22:12Dirk ist ein ganz passabler Verteidiger.
22:14Fehlt ein bisschen die Selbstsicherheit.
22:15Michael ist top.
22:17Sehr talentiert.
22:18Spielt die präzisesten Pässe.
22:19Ist der einzige hier, der das Zeug für die Bundesliga hält.
22:21Aber er macht zu viel.
22:22Zu viel was?
22:24Ja, zu viel Schnickschnack.
22:25Zu viel Schule.
22:26Was weiß ich.
22:27Er müsste sich ganz auf den Sport konzentrieren.
22:32Hallo, Spazi.
22:37Das ist Herr Schumann von der Kripo.
22:39Hallo.
22:40Meine Tochter.
22:41Meine Tochter.
22:44Haben Sie Chris auch gekannt?
22:52Ich war auch auf der Party, falls Sie es wissen wollen.
22:56Mein Kassenzettel mit, ja?
22:58Ja, immer.
23:00Tschüss, Wiedersehen.
23:01Wiedersehen.
23:08Was fehlt Ihrer Tochter?
23:10Der rechte Unterschenkel.
23:23Kommt ihr bitte mal.
23:33Chris hat Leila auf der Party ihre Prothese abgenommen.
23:37Warum hat das niemand erzählt?
23:38Weil es deshalb wahrscheinlich richtig Streit gegeben hat.
23:41Vielleicht hatte Chris was mit ihr und hat es ausgenutzt.
23:44Leila ist sehr attraktiv.
23:46Sind die anderen Jungs eifersüchtig gewesen?
23:48Ich meine, die Sache mit der Prothese, das ist was anderes, als jemand ein Handy wegzunehmen.
23:51Das geht ein bisschen tiefer.
23:52Was hat Leila Ihrem Vater erzählt, als sie nach Hause kam?
23:55Wie hat er reagiert?
23:57Reus war auf Chris sowieso nicht gut zu sprechen.
23:59Also, im Computer liegt nichts gegen ihn vor, aber ich höre mich mal um.
24:01Bist du mit den Taxifahrern weitergekommen?
24:03Hör auf. Es könnte eine Lebensaufgabe werden.
24:06Versuch so viel wie möglich über Michael und Dirk rauszufinden.
24:10Gewohnheiten, Schule, Tagesabläufe etc.
24:12Okay.
24:36Tag, Herr Schumann.
24:37Können Sie mir sagen, wo ich Michael finde?
24:40Heute ist Dienstag, dann müsste er jetzt...
24:42Der ist beim Klavierunterricht.
24:44Ja, beim Klavierunterricht.
24:46Und danach?
24:46Hat er Training.
24:48Okay.
24:49Ja.
24:55Möchten Sie vielleicht einen Tee oder Kaffee?
24:57Kaffee.
24:59Ja, warum nicht?
25:03Das alte Möbel zu restaurieren, ist ein Hobby von mir.
25:07Bitte.
25:09Ich kann mit diesen billigen Möbelhäusern nichts anfangen.
25:13Früher hat Michael ja immer noch keinen Tisch lang bereifend.
25:16Na ja, irgendwann ist das wohl vorbei.
25:19Die Pubertät ist bestimmt kein leichtes Alter.
25:22Für die Eltern.
25:23Das kann ich eigentlich nicht sagen.
25:26Michael hat uns bisher keine großen Schwierigkeiten gemacht.
25:28Das ist ungewöhnlich.
25:30Jeder Mensch ist anders.
25:31Ich war auch kein Musterschüler.
25:33Michael dagegen tut sich ziemlich leicht in der Schule.
25:35Er möchte seinen Abschluss in Millfield machen.
25:37Das ist eines der besten Internate Englands.
25:40Allerdings fehlt uns dafür das nötige Kleingeld.
25:42Und deswegen hat er sich jetzt für ein Stipendium beworben.
25:47Muss man da nicht sehr, sehr gut sein? In der Schule?
25:50Er braucht einen Notendurchschnitt von 1,3.
25:521,3.
25:53Ja, aber das ist zu schaffen.
25:55Michael ist ein Mathe-Crack. Damit reißt er alles raus.
25:58Ich denke, Englisch gehört heute zur Grundausstattung,
26:01damit man später im Berufsleben klarkommt.
26:06Lächter! Lächter! Lächter!
26:09Abspielt!
26:12Ungekommen!
26:15Ja, Micha, führ dich an!
26:18Ah!
26:22Danke!
26:22Danke mal, gibts noch gar nicht mehr!
26:24Danke!
26:24Danke!
26:34Na, was will denn der schon wieder von uns?
26:40Psst!
26:46Warum trinkst du denn jetzt so ein Zeug?
26:48Chris und der Trainer, die konnten sich nicht ab.
26:51Was das heißt?
26:52Es gab ständig Ärger.
26:54Hat der Chris mal geschlagen?
26:56Keine Ahnung.
26:58Michael?
27:00Ich schätze, Toni.
27:02Er ist der beste Trainer, den wir jemals hatten.
27:04Er kann uns super motivieren.
27:06Aber?
27:08Ich will hier wirklich niemanden verleumden.
27:10Aber er kann halt auch mal ausrasten.
27:13Das heißt, Sie haben gesehen, wie Chris eine geknallt hat?
27:16Nein, ich hab's nicht gesehen.
27:18Ich hab's gehört.
27:20Die Tür war zu und Chris hat's mir dann erzählt.
27:23Ist Preuß am Samstagabend bei Chris aufgekreuzt?
27:26Wieso soll der das tun?
27:28Wegen Leilas Prothese.
27:35Warum habt ihr Leila nicht geholfen?
27:37Ich hab's zu spät mitbekommen.
27:40Ich wollte ja noch nach, aber da war sie schon weg.
27:43Wie ist denn eigentlich dein Verhältnis zu Leila?
27:45Gut.
27:47Sie steht nicht auf Jungs in unserem Alter.
27:50Ich hab mir noch gedacht, dass es ganz schön Ärger geben wird, wenn es ihr Vater erfährt.
28:04Mein Unterschenkel habe ich dem Berliner Straßenficker gespendet.
28:07Aber ich meine, was ist schon ein Bein.
28:09Es hätte ja auch schlimmer kommen können.
28:12Wie lange leben Sie schon bei Ihrem Vater?
28:14Seit sieben Jahren.
28:15Danke.
28:17Er war früher Hockey-Profi.
28:19Hat's aber nie die Nationalmannschaft geschafft.
28:21Er hat dann den Trainerschein gemacht.
28:24Meiner Mutter war das aber nicht ambitioniert genug.
28:27Danke.
28:29Ich bin bei Ihnen geblieben.
28:32Mein Vater ist die bessere Mutter.
28:34Verstehen Sie, was ich meine?
28:36Wo lebt Ihre Mutter jetzt?
28:38Sie hat wieder geheiratet.
28:39In den Ferien bin ich manchmal bei ihr.
28:42Wie gut waren Sie mit Chris befreundet?
28:45Wir hingen also zusammen ab.
28:47Leider bitte ich, Herr Fernsehner, nur von diesen Geschichten.
28:49Chris ist ermordet worden.
28:51Ertränkt, eingepfercht in eine Tasche.
28:56Also, wie ist Chris an Ihre Prothese gekommen?
29:01Ich bin auf ihn reingefallen.
29:04Hat er Ihnen gesagt, dass er in Sie verliebt ist?
29:08Und Sie?
29:09Waren Sie auch in ihn verliebt?
29:10Irgendwie mochte ich ihn, ja.
29:13Er war jemand, der sich von jemandem was sagen ließ.
29:16Wir haben ihn ein bisschen rumgeknutscht.
29:18Und dann wollte er eins bei seiner Eltern.
29:19Das fand er lustig.
29:20Sie auch?
29:21Nein.
29:22Ich habe mich dagegen gewehrt.
29:24Wir sind dann ins Gästezimmer gegangen.
29:26Und dann wollte er wissen, wie man die Prothese abmacht.
29:32So sehr haben Sie ihm vertraut?
29:38Ich habe ja nicht damit gerechnet, dass er Empathicaktor hat.
29:44Ich kann mir vorstellen, dass das sehr, sehr schlimm für Sie war.
29:47Ich wollte nur noch nach Hause, ja.
29:49Keiner hat mir geholfen.
29:50Die meisten haben sich totgelacht.
29:52Und die anderen, die nicht gelacht haben, die haben weggesehen.
29:55Wie armselig manche Menschen sein können.
29:57Die waren verunsichert.
29:59Trotzdem kann man nach Stellung beziehen, oder nicht?
30:01Ja.
30:03Da haben Sie recht.
30:06Wie hat Ihr Vater auf diese Geschichte reagiert?
30:09Ich wollte ihm davon nichts erzählen.
30:10Aber er hat gesehen, dass ich geweint habe.
30:13Dass er, ich meine, hat er in dieser Nacht noch mal die Wohnung verlassen?
30:18Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen.
30:20Dass er was mit dem Tod von Chris zu tun hat.
30:22Aber er war es nicht.
30:23Er hat ein viel zu weiches Herz.
30:45Das war es nicht.
30:50Das war es nicht.
31:01Ich bin demütig, kommt weinend nach Hause und Sie legen sich hier einfach ans Bett und schlafen.
31:07Ja, ich habe Sie getröstet.
31:09Ich habe ihr gesagt, dass die Typen eh nicht gut genug sind für Sie.
31:14Und Sie selbst?
31:16Hat Sie das nicht aufgeregt?
31:18Ja, natürlich.
31:21Also was bringt euch jeden Vater aus der Fassung?
31:23Soll ich Chris deswegen den Kopf abreißen?
31:25Ich bin doch kein Tier.
31:28Ich habe den Verein in Hamburg erreicht.
31:29Die haben ihn vor drei Jahren rausgeschmissen.
31:30Aber Sie neigen schon dazu, sich schnell aufzuregen.
31:36Ich gebe es zu, ich konnte den reichen Schnöseln nicht leiden.
31:39Aber ich habe ihn weder geschlagen noch umgebracht.
31:42Trotzdem, man darf sich doch aufregen, oder?
31:44Das ist mehr oder weniger eine Kommunikationsform.
31:46Ja, und als Sie in Hamburg Ihren Trainerkollegen fast krankenhausreif geschlagen haben,
31:50läuft das bei Ihnen auch noch so unter Kommunikationsform?
31:53Oh mein Gott, jetzt kommen wieder die alten Sünden aufs Tablett.
31:56Das ist doch Geschichte.
31:57Ich habe mich verändert, klar?
31:59Gut, fassen wir nochmal zusammen.
32:01Ihr habt 20.000 Euro Kreditschulden, ihr braucht den Job.
32:04Sie konnten Chris nicht ausstehen.
32:05Er ist eine Plage für die Mannschaft.
32:07Er vermisst Ihnen das, was Sie mögen, den Sport.
32:08Aber Sie können ihn nicht rausschmeißen,
32:10weil seine Eltern die Mannschaft und den Verein unterstützen.
32:13Chris weiß das, er quält Sie.
32:15Aber Sie brauchen den Job, denn Sie haben mehr Schulden.
32:19Und jetzt vergreift sich der Junge auch noch an dem,
32:21was Sie über alles lieben.
32:23an Ihre Tochter.
32:27Ich habe Fehler gemacht in meinem Leben, okay?
32:31Ich wäre gern als Spieler Weltmeister geworden.
32:34Dazu hat es nicht gereicht.
32:35Für meine Frau hat es auch nicht ganz gereicht.
32:37Deswegen ist sie weg.
32:38Ich habe Schulden, weil es mit dem Geld eben nicht so ganz klappt.
32:42Die Prothese für Layla, sie ist ja noch im Wachstum.
32:45Zahlt die Kasse auch noch zur Hälfte.
32:46Ich habe genug Probleme.
32:48Da bringe ich kein Kind um.
32:52Kinder sind unsere Zukunft.
32:54Sie sind das Licht des Lebens.
32:57Mei.
32:58Kinder sind das Licht des Lebens.
33:00Süß, ha?
33:02Dann machen wir alle nicht.
33:05Ich habe es verstanden.
33:07Ja.
33:10Ich muss jetzt Schluss machen.
33:11Tschüss.
33:17Was ist eigentlich los mit dir?
33:19Nix.
33:19Ja, nix gibt es nicht.
33:23Daniel und ich haben uns gestritten.
33:26Er ist vorübergehend ausgezogen.
33:30Ach so.
33:32Es tut mir leid.
33:35Kümmern wir dich jetzt um Nelly, wenn du arbeitest?
33:37Meine Mutter.
33:39Aber die ruft da mal an und macht mir Vorhaltungen.
33:43Das ist einfach gerade ein bisschen anstrengend.
33:51Wer ich hier irgendwie helfen kann.
33:58Anne?
34:01Kommst du gleich mal in mein Büro, bitte?
34:03Ja.
34:05Henry?
34:06Telefon.
34:09Telefon.
34:25Bei dir alles okay?
34:28Der übliche Stress zu Hause.
34:30Weißt du ja, wie das ist.
34:32Ja, ich wusste es mal.
34:43Überprüfst du bitte die Kartenabrechnung von Preuß?
34:45Sein Fahrzeug, die Nachbarschaft, einfach das ganze Programm.
34:48Hast du was über die Jungs herausfinden können?
34:50Ja, Michael hat den Terminplan eines Managers.
34:54Rhetorikseminar, Schachklub, dreimal die Woche Hockey, Unterricht in Mandarin.
34:58Chinesisch?
34:58Da musst du auf die neue Wirtschaftsmacht vorbereitet sein.
35:02Der arme Junge.
35:03In seinem Alter lief bei uns Schule nebenbei, oder?
35:09Treffer.
35:10Ein Taxifahrer hat Chris wiedererkannt.
35:11Er hat ihn halb eins in Dahlem abgeholt.
35:13Und Chris war nicht allein, da waren noch zwei Leute dabei.
35:15Wo ging die Reise hin?
35:17Zum Hockeyverein.
35:21Der kallistenz.
35:25Der kallistenz.
35:26Der kallistenz.
35:26hum.
35:36Er hat anger.
36:03Wir haben nach der Party noch ein bisschen gespielt.
36:04Das war alles.
36:06Warum habt ihr ihnen das nicht gleich erzählt?
36:09Weil es verboten ist, hier nachzuspielen.
36:11Und wie viel Uhr war denn das?
36:13Keine Ahnung.
36:15Wir waren schon ziemlich besoffen.
36:19Das war so gegen halb eins.
36:20Das heißt, ihr seid die Letzten gewesen, die Chris lebend gesehen haben.
36:23Wir haben damit nichts zu tun.
36:27Danke.
36:31Wir haben hier auf dem Platz Blut gefunden.
36:34Das wurde gerade untersucht.
36:35Das stammt von Chris.
36:37Also, dann fangen wir jetzt noch mal ganz von vorne an.
36:39Oder wollt ihr erst mal eine Nacht in der Zelle darüber nachdenken?
36:43Ihr habt gespielt.
36:45Na, was ist los?
36:47Bewegt euch!
36:50Wer war im Tor?
36:51War Chris im Tor?
36:52Du warst sauer auf Chris.
36:54Aber hauptsächlich auf dich selbst.
36:56Weil du überhaupt nichts unternommen hast, als Chris Leila vor allen anderen lächerlich
36:59gemacht hat.
37:00Als Mädchen, in das du verliebt bist.
37:02Und das ihr wahrscheinlich alle verliebt seid.
37:04Dann hast du dich volllaufen lassen, um deinen Schmerz zu betäuben, aber es hat nichts geholfen.
37:09Irgendwann musste die ganze Wut raus.
37:11Man will ja nicht vor allen als Loser dastehen, oder?
37:19Chris war ein Vollidiot.
37:24Er hätte das nicht machen dürfen.
37:26Was?
37:29Er hat damit geprahlt, dass er sie geknackt hätte.
37:33Was meinst du?
37:38Meinst du, er hatte Sex mit ihr?
37:42Er hat damit angegeben, sie gefögelt zu haben.
37:45Im Bett seiner Eltern.
37:49Oh.
38:10Chris hat den Ball hier an die Schläfe bekommen.
38:14Hattet ihr überhaupt keine Skrupel, euren Freund einfach so liegen zu lassen?
38:20Es war dunkel.
38:23Wir dachten, es wäre schon wieder so eine Show, um uns Angst zu machen.
38:27Habt ihr das nicht überprüft?
38:30Doch.
38:32Ich hab ihn einmal in den Bauch getreten.
38:34Als Rache fürs Handy.
38:35Hat sich nicht mal bewegt.
38:36Wir dachten, dass er tot ist.
38:38Chris war ohnmächtig.
38:41Er war nicht tot.
38:44Und dann habt ihr ihn in die Hockey-Tasche gestopft.
38:48Und ab in den Kanal.
38:49Ich schwöre es Ihnen, das waren wir nicht.
38:50Er hat noch da gelegen, als wir gegangen sind.
38:52Wer soll es denn dann gewesen sein?
39:231,8 Kilometer.
39:27Von hier bis zum Grundort sind es ca. 5 Kilometer.
39:37Das könnte passen.
39:5670 Kilo sind nicht leicht, aber...
40:01...ist zu schaffen.
40:02Zu zweit auf jeden Fall.
40:04Hier ist das Hockey-Feld.
40:08Hier.
40:09Der kürzeste Weg zum Kanal führt hier lang.
40:11Henry und ich sind ihn heute Nacht abgefahren.
40:13Das ist schon weit zu Fuß, ne?
40:14Ja, aber in der Stunde zu schaffen.
40:16Oder sie hat ein Auto.
40:17Genau.
40:18Überprüft ihr das bitte?
40:21Entschuldigen Sie.
40:23Ich hätte mich anmelden sollen.
40:25Aber hätten Sie kurz Zeit für mich?
40:29Meine Frau und ich sind erschüttert.
40:33Einen hilflosen, verletzten Menschen einfach so zurückzulassen.
40:40Das ist doch überhaupt nicht Michaels Art.
40:44So haben wir ihn nicht erzogen.
40:47Um wie viel Uhr genau ist Michael nach Hause gekommen?
40:50Das habe ich Ihnen doch schon gesagt.
40:52So gegen halb eins.
40:54Ich hatte schon geschlafen.
40:55Als ich unten die Tür hörte, habe ich kurz auf den Wecker geguckt.
40:59Und Ihre Frau?
41:02Marion war nicht da.
41:04Sie war bei einer Freundin.
41:07Was kommt denn jetzt auf Michael zu?
41:09Das kann ich Ihnen nicht sagen.
41:11Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.
41:16Michael hat schon mal gelogen.
41:29Hallo, Leila.
41:31Ihr Vater hat mir erzählt, dass ich Sie hier finde.
41:36Und was arbeiten Sie?
41:38An einer Hausarbeit über Richard Kapuscinski.
41:41Haben Sie schon mal seine Afrika-Reportagen gelesen?
41:43Hm.
41:49Hier.
41:53Aber Sie sind nicht hier, um mit mir darüber zu reden, stimmt's?
41:58Was ist Samstag Nacht zwischen Chris und Ihnen wirklich passiert?
42:03Das habe ich Ihnen doch schon erzählt.
42:05Wir haben rum im Klitsch und ein bisschen rumgefummelt.
42:08Chris hat auf der Party geprahlt, dass er mit Ihnen geschlafen hat.
42:15Klar.
42:17So war er eben.
42:19Er hat jede Situation ausgenutzt.
42:26Lügen Sie, um Ihren Vater zu schützen?
42:30Wollte Chris mehr.
42:31Hat er Sie bedrängt?
42:34Ich kann mich wehren, wenn ich etwas nicht will, auch wenn ich ein Wann aus Kunststoff habe.
42:38Wie stehen Sie zu Michael und Dirk?
42:41Michael hat mir gestanden, dass er an mich verliebt ist.
42:46Ich interessiere mich nicht wirklich für ihn.
42:48Er setzt sich nicht durch.
42:49Lässt sich völlig von seinem Vater verplanen.
42:51Er hat keine eigenen Ziele, er kennt Stolz.
42:53Und ich finde, er ist richtig stolz.
42:55Hat er Ihnen in der Nacht nicht geholfen?
42:57Nein, er hat weggesehen.
42:59Vielleicht war er zu stolz.
43:01Das muss er Ihnen ja auch sehr verletzt haben.
43:04Das macht ihm dann Chris.
43:07Das sollte es auch.
43:14Dirk?
43:25Ja?
43:26Ja, Bruno, pass auf.
43:27Warte mal.
43:31Okay.
43:33Wir haben die EC-Kartenabrechnung von Preuß überprüft.
43:35Er war 2.07 Uhr an der Tankstelle in der Argentinischen Allee.
43:39Das ist in der Nähe von diesem Hockey-Verein.
43:41Übernimmst du das bitte?
43:42Ich bin gerade auf dem Weg ins Krankenhaus, Michael.
43:44Bis ich jetzt eine Rekore vergift habe.
43:46Hm.
43:49Tschüss, Herr.
43:53Danke.
44:24Oh, das ist so schlecht.
44:27Das ist so schlecht.
44:30Ein schöner Sterben.
44:37Das fehlt mir so.
44:42Chris?
44:46Ich glaube, er meint seinen toten Bruder Thomas.
44:51Ich weiß nicht, woran er gestorben ist, aber es ist schon länger her.
45:11Ich bin zu dem Bengel nach Dalim gefahren.
45:14Ach so, und das fällt ihm jetzt wieder ein, ja?
45:16Was wollten Sie da?
45:17Ich wollte ihn ein für alle Mal rausschmeißen.
45:19Ich dachte, das ging nicht, weil seine Eltern den Verein unterstützt haben.
45:23Das war mir zu dem Zeitpunkt egal.
45:24Muss ich mir alles gefallen lassen.
45:27War Chris zu Hause?
45:29Nee, da war niemand.
45:29Das Haus war dunkel.
45:31Und dann sind Sie zum Hockeyfeld gefahren, haben den Jungen da liegen sehen und ihn im Fluss entsorgt.
45:35Nein!
45:41Ich werde mir doch wegen so einem Schnösel nicht das Leben ruinieren.
45:45Bin ziellos in der Stadt rumgefahren, habe versucht, meine Ruhe wiederzufinden.
45:50Zeugen?
45:52Na, natürlich habe ich keine Zeugen.
45:55Außer dem Typ bei einer Tankstelle.
45:57Das war um 2.07 Uhr, da war Chris bereits tot.
46:11Thomas war nur anderthalb Jahre älter als Michael.
46:15Als Sie ganz klein waren, haben Sie sich dauernd gestritten, aber später haben Sie dann viel zusammen gemacht.
46:24Wie ist er gestorben?
46:27Vor sieben Jahren hat er ein Auto überfahren.
46:30Er hatte so Kopfhörer auf, als er über die Straße gegangen ist.
46:35Er war noch drei Tage im Koma und dann ist er gestorben.
46:40Eigentlich darf hier nicht niemand rein.
46:42Mein Mann will das nicht, er will, dass alles so bleibt, wie es war.
46:47Er hat sogar noch fünf Jahre lang die Fische gefüttert, bis auch der Letzte noch gestorben war.
46:59Sprechen Sie manchmal über Thomas?
47:02Nein.
47:04Bernhard will das nicht.
47:06Er kann es nicht.
47:08Der Schmerz ist noch zu groß.
47:15Sie wissen, dass Michael trinkt.
47:18Der Arzt hat es mir gesagt.
47:20Ich habe das wirklich nicht gewusst.
47:28Sie waren nicht da, an dem Samstag, als Michael nach Hause kam.
47:32Ich war bei einem Bekannten.
47:36Es gibt ja jemand anderen.
47:38Weiß jemand davon?
47:40Er will es nicht wissen.
47:46Die ersten Jahre nach seinem Tod, das war unheimlich schwer.
47:54Aber irgendwann habe ich angefangen, damit zu leben.
47:58Auch wenn man das natürlich nie vergessen hat.
48:02Aber bei Bernhard ist das irgendwie andersrum.
48:06Er hat zunächst alles geschultert.
48:10Er hat mich gestützt.
48:11Er hat Michael gestützt.
48:16Und irgendwann hat er sich immer mehr zurückgezogen.
48:21Ja.
48:24Männer leiden anders als Frauen.
48:27Er hat sich total auf Michael gestürzt.
48:30Er lässt ihm überhaupt keine Luft mehr.
48:34Jetzt hat er sogar wieder angefangen, Englisch zu lernen.
48:38Damit er besser im Internat mit den Lehrern kommunizieren kann.
48:43Das kostet natürlich alles eine Menge Geld.
48:49Ich weiß gar nicht, wann wir das letzte Mal im Urlaub waren.
48:56Ich mag nicht mehr.
49:04Bruno, wir haben keine Spuren gefunden.
49:06Weder bei Tillmann noch bei Büssig oder Preuß.
49:09Die Fahrzeuge sind alle sauber.
49:21Wie geht's dem Michael?
49:24Der hat vor sieben Jahren seinen älteren Bruder verloren.
49:31Jetzt muss er mit den Erwartungen seines Vaters allein zurechtkommen.
49:38Brauchst du einen Schnaps?
49:47Ich habe nur ein Magenbitter im Schreibtisch.
49:50Ja.
49:58Hast du es einigermaßen überstanden?
50:05Leila hatte nichts mit Chris.
50:08Er hat einfach nur an mir gegeben.
50:19Ich weiß nicht mehr, was ich will.
50:23Wie meinst du das?
50:28Ich habe gute Noten.
50:31Ich kann ganz gut Hockey spielen.
50:32Ich habe viele Freunde.
50:35Aber irgendwie ist mir alles gleichgültig.
50:38Gibt es nichts, was du gern machen würdest?
50:45Die ganze Zeit, all die Jahre, hat sich alles um England gedreht.
50:48Um meine Ausbildung, um meine Zukunft.
50:51Und jetzt weißt du gar nicht, ob du das wirklich willst?
50:55Ja, doch.
50:58Mein Vater liebt mich.
51:01Er will nur das Beste für mich.
51:03Er ist ein wunderbarer Mensch.
51:05Ich habe ihm einfach viel zu verdanken.
51:16Michael?
51:21Was hast du gesehen?
51:39Bruno, wir haben uns noch mal ein bisschen das Wagen vorgeknöpft.
51:42Der Kofferraum war frisch gesaugt, keinerlei Blutspuren.
51:45Dafür aber was anderes.
51:46Ich bin gerade auf dem Weg zu ihm.
51:47Schieß los.
52:08Herr Schumann, warum rufen Sie mich denn nicht an?
52:11Ich hätte auch zu Ihnen kommen können.
52:12Was ist denn los?
52:13Sie haben ein Kind verloren.
52:17Warum müssen wir jetzt darüber sprechen?
52:22Sie haben all Ihre Hoffnungen und Wünsche in Michael gesteckt.
52:25Für Sie war es wahrscheinlich der einzige Weg, den Verlust zu ertragen.
52:29Michael ist sehr begabt.
52:31Er hat einen überdurchschnittlichen Intelligenzquotient.
52:33Michael hat angefangen zu trinken, weil er den Druck nicht mehr ausgehalten hat.
52:36Er hatte keine Möglichkeit, ein eigenes Ich zu entwickeln.
52:39Er lebte das Leben eines anderen.
52:41Sie irren sich.
52:43Michael hat immer betont, dass er selbst diesen Weg gehen will.
52:46Er hat ja auch gearbeitet.
52:47Ohne das wäre es ja gar nicht möglich gewesen.
52:50Er hat sich angestrengt, weil er Sie liebt.
52:52Weil er Angst hatte, Ihre Zuneigung zu verlieren.
52:54Deshalb hat er auch immer mehr getrunken.
52:56Und an diesem Samstag ist es dann passiert.
52:59Er hat es nicht getan.
53:00Nein, er hat es nicht getan.
53:14Wir haben in Ihrem Wagen Urin von Chris gefunden.
53:20In Todesangst hatte er keine Kontrolle mehr über seine Körperfunktion.
53:31Michael kam betrunken und völlig verheult nach Hause.
53:37Ich habe ihn ins Bett geschickt und versprochen, dass ich mich darum kümmere.
53:42Er war überzeugt, Chris getötet zu haben.
53:46Dann sind Sie selbst zum Hockeyplatz gefahren?
53:51Ja.
53:54Chris lag leblos auf dem Rasen.
53:58Ich habe mehrfach versucht, seinen Puls zu füllen.
54:01Aber da war nichts.
54:03Absolut nichts.
54:07Ich habe doch nicht ahnen können, dass er noch lebt.
54:11Ich würde doch nie ein Kind umbringen.
54:12Das müssen Sie mir glauben.
54:22Aber Sie haben es getan.
54:27Michael wäre vorbestraft.
54:30Vielleicht hätten Sie ihn sogar ins Jugendgefängnis gesteckt.
54:35Sein Leben wäre ruiniert gewesen.
54:40Ich hatte nicht die Kraft, noch ein Kind zu verlieren.
54:49Bitte lassen Sie uns das ohne großes Aufsehen machen, ja?
54:59Ach, Entschuldigung.
55:00Ich würde gerne noch mein Jackett holen und mich von meiner Sekretärin verabschieden.
55:03Geht das?
55:04Gut. Zwei Minuten.
55:05Danke.
55:14Danke.
55:23Danke.
55:51Untertitelung des ZDF, 2020
56:11ZDF, 2020
56:26Bono, ist es okay, wenn ich nachher meine Eltern zum Bahnhof bringe?
56:29Solange du nichts zu tun hast.
56:32Wo sind alle?
56:46Unten steht eine Tischtennisplatte.
56:49Lust auf ein Spielchen?
56:56Kann ich mitspielen?
57:46Untertitelung des ZDF, 2020
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