- vor 4 Monaten
Oberinspektor Derrick - Horst Tappert /
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Alfred Vohrer
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Alfred Vohrer
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TVTranskript
00:00Musik
00:01Kajore! Kajore!
00:25Ja, ich bin doch nicht schwer, übrigens.
00:27Kommen Sie doch mal rein.
00:28Was ist denn?
00:29Ja, da ist jemand am Apparat.
00:32Es stöhnt nur.
00:33Was? Wer stöhnt?
00:35Das weiß ich nicht.
00:41Hallo, Kajore. Wer ist da?
00:45Ursula? Bist du es?
00:48Ursula, was ist denn los?
00:50Ich verstehe kein Wort. Wie sprichst du denn?
00:52Ist was passiert?
00:54Von wo sprichst du?
00:56Was bist du? Verletzt.
00:57Was ist denn passiert? Wo bist du?
01:00Sprich langsam.
01:01Sprich deutlich.
01:03Wo?
01:05Pestalozzi-Straße.
01:06Was machst du denn in der Pestalozzi-Straße?
01:08Der Herr 5b, dritter Stock.
01:11Weimann?
01:14Ursula.
01:16Ursula!
01:16Sie antwortet nicht mehr.
01:20Ursula!
01:27Kann ich die Papiere für den TÜV haben?
01:29Aber jetzt doch nicht, Panos.
01:32Herr Hore, was ist denn passiert?
01:34Meine Frau jetzt.
01:37Irgendwas ist mit dir.
01:39Sie ist verletzt, oder?
01:40Verletzt.
01:41Ja.
01:42Ihre Stimme war kaum verständlich.
01:44Was sie sagt.
01:47Versuchen Sie, meinen Bruder zu erreichen.
01:49Ja.
01:50Er soll sofort in die Pestalozzi-Straße kommen.
01:51Nummer 5b, dritter Stock.
01:52Irgendwas ist da mit meiner Frau.
01:54Ja, es ist gut, Herr Hore.
01:56Rufen Sie auf einen Arzt und die Polizei.
01:57Ich fahr schon los.
01:58Arzt und Polizei?
01:59Ja, sie ist verletzt.
02:02Was ist denn los?
02:03Weiß ich ja auch nicht.
02:04Ich hab doch gesagt verletzt.
02:10Herr Hore?
02:11Wer ist denn da?
02:12Frau Wendt.
02:13Ja, was gibt's denn?
02:14Was?
02:16Langsam.
02:17Seien Sie doch nicht so aufgeregt.
02:19Ich verstehe ja los die Hälfte.
02:20Was?
02:22Meine Frau.
02:24Ursula.
02:24Ja, sie hat angerufen.
02:26Sie sei verletzt.
02:27Also, ich soll Sie anrufen, einen Arzt und die Polizei.
02:32Was ist denn passiert?
02:33Ich meine, da muss doch was...
02:36Wie ist die Adresse?
02:39Pestalozzi-Straße.
02:39Aber wieso Pestalo...
02:41Ja.
02:42Ja, ja, ja.
02:44Ja, ich fahr sofort los.
02:47Hier, ruf den Arzt an.
02:48Dr. Steffen, Nummer steht drin.
02:50Kann ich jetzt die Papier für den Schiff haben?
02:56Hallo?
02:56Poliziai?
03:06Ja.
03:07Was ist das?
03:37Ursula! Ursula! Ursula!
03:54Ist hier bei Weimann? Was ist denn los?
03:56Ich weiß nicht. Ich habe einen Anruf bekommen von meiner Frau.
03:59Einen Hilferuf. Sie hat diese Adresse angegeben.
04:02Aber es macht keiner auf.
04:03Was ist denn das für eine Wohnung hier? Ich weiß nicht.
04:06Wer ist denn Weimann?
04:07Das ist der Mädchenhörme meiner Frau.
04:09Hat die Frau hier eine Wohnung?
04:11Ich weiß nicht. Aber wenn das hier ihre Wohnung ist, dann habe ich bis heute nichts davon gewusst.
04:15Und sie hat diese Adresse angegeben?
04:16Ja.
04:17Ich frage, ob ihr einen Hausmeister ist.
04:21Gibt es den Hausmeister?
04:22Ja, unten im Patern. Müller heißt er.
04:24Ich hole ihn auf.
04:25Da ist nichts mehr zu machen.
04:41Ich sage Bescheid.
04:46Kennen Sie diese Frau?
04:47Ja. Das ist Frau Weimann.
04:52Nein.
04:55Das ist Ursula Horat.
04:58Meine Frau.
05:03Mein Gott, was ist denn da passiert?
05:07Was ist denn da passiert?
05:08Bitte verlassen Sie die Wohnung.
05:10Und rühren Sie nicht Sandberg.
05:14Kommen Sie.
05:16Setzen Sie sich.
05:22Ja, die Mordkommission.
05:24In die Pestalozzi-Straße 5b.
05:26Bei Weimann.
05:26Was ist denn hier passiert?
05:32Da ist jemand ermordet worden.
05:34Wer? Ich meine, wer wohnt denn da?
05:36Wer da wohnt? Eine Nutte wohnt da.
05:39Sag das nicht.
05:40Ich möchte dich da nicht ein.
05:42Wer sind Sie? Was wollen Sie hier?
05:44Das ist mein Bruder.
05:46Ich wurde angerufen.
05:47Ich soll sofort hierher kommen.
05:49Was ist denn los?
05:51Was ist denn passiert?
05:54Ursula ist tot.
05:56Er ist tot.
06:00Er ist rein auf dem Bett.
06:07Komm, ich beruhige dich.
06:13Kann ich Sie mal sehen?
06:15Bitte.
06:16Aber rühren Sie nichts an.
06:17Ja.
06:26Grüß Gott.
06:41Grüß Gott.
06:41Dritter Stock, dir Frau.
06:42Danke.
06:43Meine Frau ist kein Interme gewesen.
06:45Wer sagt das?
06:46Wie kommen Sie darauf?
06:47Die Leute im Haus sagen das.
06:48Was wissen die Leute von meiner Frau?
06:49Ja, vielleicht mehr als Sie, wenn man den Leuten glauben kann.
06:51Ach, Sie sind doch verrückt.
06:52Total verrückt.
06:52Eberhard.
06:55Beruhige dich und überlege.
06:56Was soll ich überlegen?
06:58Was das hier für eine Wohnung ist.
07:01Also ich habe nicht gewusst, dass ich hier eine Wohnung hatte.
07:03Hast du das gewusst?
07:04Nein.
07:04Guten Tag.
07:05H.W.
07:06Grüß dich, Stefan.
07:07So wie es aussieht, ist Folgendes passiert.
07:09Diese Frau ruft ihren Mann an, sagt, dass sie verletzt ist, stöhnt nur schwer verständlich,
07:13bittet ihren Mann um Hilfe und gibt ihm die Adresse, weil er die vorher nicht kannte.
07:16Ihr Mann verständigt die Polizei, kommt her, zusammen mit der Polizei, öffnen die Wohnung
07:20und finden die Frau so, wie sie da liegt.
07:22Ist sie während des Telefongesprächs gestorben?
07:24Ja, ich rief, Ursula, was ist denn?
07:27Aber plötzlich war Stille.
07:30Absolute Stille.
07:31Auch das Stöhnen, das Atmen, hört dich nicht mehr.
07:35Da wusste ich, dass etwas Schreckliches passiert war.
07:38Ich habe zu meiner Sekretärin gesagt, rufen Sie sofort meinen Bruder an, die Polizei und
07:42einen Arzt.
07:44Ich bin losgefahren.
07:46Ich war ganz sicher, dass etwas Schreckliches passiert war.
07:50Sie sagte also nur, ich bin verletzt und...
07:53Hilf mir.
07:54Hilf mir.
07:55Sie gab keinen Hinweis oder hat einen Namen genannt.
07:58Nein, sie war nicht in der Lage.
08:00Sie wollte noch etwas sagen.
08:02Mehr sagen.
08:04Diesen Eindruck hatte ich.
08:06Aber dann diese schreckliche Stille.
08:10Herr Hauer, wir haben inzwischen festgestellt, dass Ihre Frau tatsächlich eine Prostituierte
08:14war.
08:15Sie ist registriert, sie hat die vorgeschriebenen Untersuchungen eingehalten und...
08:18Sie haben das alles nicht gewusst?
08:23Nein.
08:26Ich glaube es auch nicht.
08:29Ich kann das einfach nicht glauben.
08:31Wie lange sind Sie verheiratet?
08:33Seit einem halben Jahr.
08:35Seit einem halben Jahr erst.
08:36Ja, wir haben uns im Urlaub auf Mallorca kennengelernt.
08:40Und sie hat Ihnen nicht gesagt, was sie tut, wo sie wohnt?
08:42Sie sagte, sie sei Sekretärin und wohne in Düsseldorf.
08:45Haben Sie das nicht nachgeprüft?
08:46Nein, warum sollte ich?
08:48Wo haben Sie denn geheiratet?
08:49Hier in München.
08:50Ja, dann musste Ihre Frau doch Papiere beibringen.
08:52Na, hat sie ja.
08:53Die waren in Ordnung.
08:55Alles war in Ordnung.
08:57Hat Ihre Frau Verwandte?
09:00Nur noch Ihre Mutter, sie lebt in Düsseldorf.
09:02Und dass sie hier in München eine zweite Wohnung hat,
09:05das hat sie Ihnen verschwiegen.
09:08Ja.
09:11Ich wusste nichts davon.
09:13Kann er nicht was zu trinken haben?
09:15Das ist ja völlig fertig.
09:20Können wir ein Cognac haben, bitte?
09:22Was sind Sie vom Beruf, Herr Hauer?
09:24Technischer Angestellter.
09:26Sie wurden heute Mittag angerufen, nicht?
09:28Tja, Frau Wendt ist die Sekretärin meines Bruders,
09:31rief mich an und sagte, was da passiert sei.
09:33Bitte wiederholen Sie einmal, was sie gesagt hat.
09:36Nun, sie sagte, dass meine Schwägerin angerufen habe,
09:40dass sie verletzt sei.
09:41Genau wusste sie auch nicht, was da los war.
09:44Mein Bruder lasse mir ausrichten,
09:45ich solle sofort in die Pestalozzi-Straße kommen.
09:48Das habe ich getan.
09:51Ja, und von allem, was ich da jetzt erfahre,
09:53bin ich genauso überrascht wie mein Bruder.
09:56Ich kann das einfach nicht glauben.
09:58Ich hätte nie gedacht, dass Ursula...
10:00Auch Sie hatten also keine Ahnung.
10:02Nicht die geringste.
10:03Und die Wohnung in der Pestalozzi-Straße?
10:05Ich musste erst auf dem Stadtplan nachsehen,
10:07wo die Straße überhaupt ist.
10:09Entschuldigung, kann ich ihn nach Hause bringen?
10:11Na ja, tun Sie das.
10:12Danke.
10:13Danke.
10:13Eine verrückte Geschichte.
10:29Lernt jemand im Urlaub ein Mädchen kennen,
10:30verliebt sich, heiratet sie
10:32und hat eine Nutte im Nest.
10:33Da ist die Frage,
10:35merkt man sowas nicht?
10:36Ja, das ist tatsächlich die Frage.
10:37Findet er was?
10:43Wir schauen gerade Ihre Bankaufszüge durch.
10:45Sie hat zwei Konten gehabt.
10:48Eins ist aufgelöst worden,
10:49nachdem sie ungefähr 50.000 Mark abgehoben hat,
10:51vor einem halben Jahr.
10:52Vor einem halben Jahr?
10:53Dann hat sie geheiratet.
10:54Hat das Geld mit in die Ehe gebracht.
10:56Was ist mit dem zweiten Konto?
10:58Wenig Geld.
10:58Keine Bewegung,
10:59weder Einzahlung noch Abhebung.
11:01Aber wir müssen davon ausgehen,
11:02dass sie weiter tätig gewesen ist, oder?
11:04Ja, das müssen wir wohl.
11:05Bargeld habt ihr keins gefunden.
11:08Auch keine Notizen, Eintragungen,
11:10Namen, vielleicht Telefonnummern oder was?
11:12Nein, absolut nichts.
11:13Nichts Privates,
11:14außer diesem Mietvertrag,
11:15der jetzt ausgelaufen wird.
11:17Was ist denn abgeschlossen worden?
11:18In zwei Jahren.
11:19Augenblick bitte.
11:20Stefan?
11:21Ja?
11:21Ich rufe gerade die Frau an.
11:23Sie kennt Ursula Beimann.
11:24Scheint der Kollegin zu sein.
11:25Was will sie denn?
11:26Ja, sie hat gehört,
11:26was passiert ist
11:27und möchte uns sprechen.
11:29Na also, da läuft doch was.
11:35Wir haben gar nicht ausgemacht,
11:52wie ich Sie erkenne.
11:53Aber das ist nicht nötig.
11:55Man sieht es einfacher.
11:56Ach so, einfach ist das?
11:57Sagen Sie, was ist das hier?
11:58Oh, ein Freizeitzenter mit allen Schikagen.
12:01Oh, Sie sind eine davon.
12:02Ja, bin ich.
12:03Dürfen Sie einen ausgeben?
12:04Na, wenn Sie gerade Champagner isst,
12:06was möchten Sie trinken?
12:07Nein, nein, ich nehme einen Punsch.
12:08Punsch?
12:09Na gut, für uns beide ein Bier.
12:10Ein Punsch, zwei Bier?
12:12Das ist aber ziemlich heiß hier.
12:13Ziehen Sie sich doch aus.
12:15Danke.
12:16Bitte.
12:17Na komm, komm, zieh Sie doch aus.
12:27Bitte.
12:27Danke.
12:28Muss ja nicht jeder hören,
12:33was ich Ihnen zu sagen habe.
12:34Da haben Sie ganz recht.
12:37Ich hatte mich mit Ursula verabredet.
12:39Hier.
12:40Als sie nicht kam,
12:40habe ich angerufen,
12:41aber es war besetzt.
12:43Als nach einer Stunde
12:43immer noch besetzt war,
12:44habe ich den Hausmeister angerufen.
12:46Von dem erfuhr ich,
12:47dass Ursula ermordet worden ist.
12:49Ja.
12:50Wo lag sie?
12:51Auf dem Bett.
12:52War sie angezogen?
12:54Ja.
12:54Sie sind Freundin, ja.
12:57Ja?
12:58Kollegin.
12:58Ja, wenn Sie so wollen.
12:59Nur, ich arbeite hier.
13:01Ursula nicht.
13:02Sie empfing ihre Kunden in der Wohnung.
13:04Sie wissen, dass sie verheiratet war.
13:05Ja, ja, das weiß ich.
13:06Das habe ich hier alles mitgekriegt.
13:08Dass sie im Urlaub war,
13:09den Hore kennengelernt hat
13:10und dass sie geheiratet hat.
13:14In der Kirche.
13:15Ich habe hinten gestanden und gedacht,
13:19na, alles Gute.
13:21Wieder mal eine, die es versucht.
13:23Was versucht?
13:25Herauszukommen aus dem Job.
13:26Sie hat es alles gut eingefädelt,
13:28die Sache mit Düsseldorf,
13:29dass sie da wohnt,
13:30ihre Mutter wohnt da.
13:31Ja, ja, das wissen wir.
13:32Sie brachte sogar Geld mit in die Ehe.
13:35Er fing sein Transportgeschäft an.
13:37Er konnte das Geld gebrauchen.
13:39Alles war in bester Ordnung.
13:42Wäre in bester Ordnung gewesen.
13:43Was war nicht in Ordnung?
13:46Na, die Wohnung,
13:48dass sie sie behalten hat.
13:49Ja, warum hat sie sie behalten?
13:51Na ja, sie hat 50.000 Mark
13:53in das Geschäft ihres Mannes gesteckt,
13:55aber es hat nicht gereicht.
13:56Und da hat sie weitergemacht.
13:58Ich habe ihr auch gesagt,
13:59du bist verrückt.
14:00Aber sie sagte,
14:01ich tue nicht mehr viel,
14:02nur noch ein paar Leute,
14:03die ich gut kenne,
14:04ein paar Mal in der Woche.
14:06Das Geld können wir gebrauchen.
14:07Wir haben Schwierigkeiten im Geschäft.
14:08Ja, wollen Sie sagen,
14:09Ihr Mann wusste Bescheid?
14:10Aber nein, das war es ja.
14:11Er durfte nichts erfahren.
14:12Nicht das Geringste erfahren.
14:14Deswegen sagte ich ja zu ihr,
14:15tu es nicht.
14:17Aber sie wollte ihm helfen.
14:19Obwohl sie das Risiko kannte.
14:21Welches Risiko?
14:22Na, die Familie von Horre.
14:24Als ich die in der Kirche gesehen habe,
14:25da war mir eins klar.
14:27Die würde der Schlag treffen,
14:28wenn sie wüssten,
14:29was für ein Kuckucksei
14:30sie da ins Nest bekommen haben.
14:31So scheißbürgerlich, wie die sind.
14:33Ja, nun mal ganz konkret.
14:35Warum haben Sie uns angerufen?
14:37Konkret?
14:38Vor ein paar Tagen kam Ursula zu mir
14:41und sagte,
14:42ich habe Angst.
14:45Ich glaube, Sie wissen es jetzt.
14:47Sie haben es herausgekriegt.
14:48Irgendwie haben Sie es herausgekriegt.
14:49Was genau, hat sie gesagt?
14:52Sie hören doch, was ich sage.
14:54Dass sie plötzlich das Gefühl hatte,
14:56den Verdacht hatte,
14:57als hätten Sie es herausgekriegt.
14:59Ihr Mann?
15:00Ihr Mann, ihr Mann,
15:01alle, die ganze Familie.
15:02Guten Tag, wir sind von der Kriminalpolizei.
15:17Ist der Horre da?
15:19Ja, ich werde ihm sagen,
15:21dass Sie da sind.
15:22Ach, bitte einen Moment.
15:24Sie sind Frau Wendt, die Sekretärin, ja?
15:26Ja.
15:27Sie haben noch den Anruf
15:28von Frau Horre entgegengenommen.
15:30Ja.
15:31Wir haben nämlich bisher nur gehört,
15:32was Herr Horre dazu sagt.
15:33Bitte erzählen Sie mal.
15:35Bitte.
15:36Danke.
15:41Ja, also ich, ähm,
15:44es klingelte und da habe ich abgenommen.
15:47Ich verstand erst gar nichts,
15:48weil ich hörte nur Stöhnen.
15:50Ja, nichts weiter hat sie nicht gesagt,
15:51was passiert ist?
15:52Nein, wie gesagt,
15:53ich hörte nur der Stöhnen.
15:55Ich habe sofort Herrn Horre gerufen.
15:56Wo war Herr Horre?
15:57Auf dem Hof.
15:58Er kam sofort herein.
15:59Da war mir natürlich klar,
16:01dass er mit seiner Frau sprach.
16:03Er war völlig verzweifelt.
16:05Kann ich mal stören?
16:06Nein, jetzt nicht.
16:09Kannten Sie Frau Horre gut?
16:11Sie hat hier ihren Schreibtisch.
16:13Sie hat mitgearbeitet.
16:14Vormittags.
16:15Herr Horre wollte nicht,
16:16dass sie den ganzen Tag
16:17im Büro ist,
16:17aber jeden Vormittag,
16:20da saß sie hier.
16:21Und wo war sie nachmittags?
16:22Sie war oben in der Wohnung
16:24oder einkaufen
16:26oder Tennis spielen.
16:27Ach, sie spielte Tennis?
16:28Ja, oder sie ging schwimmen.
16:31Wie war das Verhältnis
16:33zwischen den beiden?
16:34Sehr gut.
16:35Sie waren doch erst
16:37seit einem halben Jahr verheiratet.
16:39Hat sich dieses Verhältnis
16:40in der letzten Zeit geändert?
16:41Geändert?
16:42Ja, gab es Verstimmung
16:43und Streit?
16:44Nein, also davon weiß ich nichts.
16:47Sie waren immer sehr nett zueinander.
16:49Besonders nett.
16:49Ich meine,
16:50so wie man es nicht
16:52alle Tage findet,
16:53sie waren,
16:54sie waren richtig
16:55ineinander verliebt.
16:56Von der Wohnung
16:57in der Pestalozzi-Straße
16:58wussten Sie nichts?
17:01Nein.
17:03Sagen Sie ihm jetzt bitte,
17:05dass wir da sind, ja?
17:06Bitte.
17:11Ich weiß gar nicht,
17:12was wir hier wollen.
17:13Die Mädchen werden doch meistens
17:14von ihren Freiern umgebracht.
17:16Das wird auch diesmal so sein.
17:17Du, wir wissen noch so wenig.
17:19Guten Tag.
17:21Guten Tag.
17:25Ich habe Frau Wendt gebeten,
17:26draußen zu bleiben.
17:27Ist das richtig?
17:27Nein.
17:28Hat sich irgendwas Neues ergeben?
17:30Nein, nichts.
17:31Ich habe nur ein paar Fragen.
17:33Ihre Frau hat doch
17:3350.000 Mark mit in die Ehe gebracht.
17:36Ja.
17:37Hat sie gesagt,
17:38woher sie das Geld hat?
17:40Sie habe es geerbt,
17:41von ihrem Vater.
17:42Sie hat es ins Geschäft gesteckt.
17:44Ja, das Geschäft gehörte mir nicht.
17:46Ich habe es gekauft.
17:47Aber Sie waren in Schwierigkeiten.
17:49Ja.
17:49Und da hatte ich
17:50auf Frau Ihnen weitergerufen.
17:51Wie?
17:53Ich meine, wie oft,
17:54mit wie viel Geld?
17:56Sie,
17:57sie hat mir wöchentlich
17:59Geld gegeben.
18:021.000, 2.000 Mark.
18:04Hat sie gesagt,
18:05wo sie das Geld hier hat?
18:08Sie mache Papiere zu Geld.
18:09in Düsseldorf.
18:16Jetzt weiß ich,
18:17was es für Geld war.
18:19Jetzt weiß ich es natürlich.
18:22Es war Gottverdammtes
18:23Hurengeld.
18:28Ihre Wohnung ist hier im Haus, ja?
18:31Ja.
18:32Ein Stock höher.
18:34Können wir Sie sehen?
18:36Vielleicht gibt es
18:36unter den privaten Sachen
18:37Ihrer Frau irgendetwas,
18:39was uns weiterhilft.
18:40Was sollte das sein?
18:41Notizen, Aufzeichnungen,
18:43Briefe, Telefonnummern.
18:44Sie verstehen.
18:45Ja, ich verstehe.
18:47Bitte kommen Sie.
18:49Mein Bruder und meine Eltern
18:50sind auch gekommen.
18:51Na, das stört uns nicht.
18:56Das sind meine Eltern.
18:58Mein Bruder kennt Sie ja.
19:00Die Herren sind von der Polizeifahrt.
19:01Guten Tag.
19:03Guten Tag.
19:03Polizei im Haus
19:05meines Sohnes.
19:07Wir sind erschüttert.
19:09Meine Frau und ich
19:09sind außer uns,
19:12nachdem wir hörten,
19:13was da Unglaubliches
19:14passiert ist.
19:15Mord.
19:15Schon das allein.
19:16Und dann auch noch
19:17die Frau meines Sohnes,
19:18seine Prostituierte.
19:19Nach mehr kann da wohl
19:20nicht zusammenkommen,
19:20um meine Familie zu vernichten.
19:22Ich habe gerade
19:23meinen Sohn gefragt,
19:24erscheint das in den Zeitungen
19:25und wie?
19:25Werden da Namen genannt?
19:26Beruhige dich, Vater.
19:29Es werden keine Namen genannt.
19:30Da bin ich nicht so sicher.
19:32Man nennt vielleicht
19:33keine Namen,
19:34aber man erklärt
19:34die Umstände so genau,
19:36dass jeder weiß,
19:37das kann nur der Horror sein,
19:38der mit dem Transportgeschäft.
19:40Sehen Sie uns an.
19:40Wir sind in der Tat
19:41vernichtet.
19:42Die ganze Familie
19:43ist es.
19:46Meine Frau
19:46ist karitativ tätig.
19:48Ich habe auch
19:49einige Ehrenämter.
19:51Was ist jetzt damit?
19:51Die können wir zurückgeben,
19:52wegen einer Nutte.
19:54Wann haben Sie erfahren,
19:55dass Ihre Schwiegertochter
19:56eine Prostituierte ist?
19:58Wann?
19:59Na, heute?
19:59Eben.
20:00Ist doch keine zwei Stunden her.
20:01Sie haben noch gar keinen Verdacht.
20:03Wenn ich den gehabt hätte,
20:04hätte ich Sie sofort
20:05hinausgeworfen.
20:05Sie waren ja nicht
20:06mit ihr verheiratet.
20:07Bitte?
20:09Auch Sie haben
20:09erst heute davon erfahren?
20:11Ja, heute.
20:14Ich möchte die Frage
20:14auch an Sie stellen.
20:16Noch einmal?
20:16Ja, noch einmal.
20:17Aber warum?
20:17Bitte beantworten Sie meine Frage.
20:19Hat irgendjemand von Ihnen
20:19schon vorher gewusst oder geahnt,
20:21dass Ursula Weimann
20:22eine Prostituierte war?
20:23Sie hören doch,
20:24was wir sagen.
20:24Ich hatte keine Ahnung.
20:25Sie hätte sofort
20:27Ihren Koffer packen können.
20:29Ja, das ist mir klar.
20:31Können wir jetzt bitte sehen,
20:32wo Ihre Frau möglicherweise
20:33ein paar Unterlagen hat?
20:35Ja.
20:35Danke.
20:36Komm, Harry.
20:42Haben Sie ihn schon durchsucht?
20:44Ich habe nichts angehört.
20:45Na, fein.
20:45Was, was suchen Sie da eigentlich?
20:59Hinweise auf den Täter.
21:01Na, dann fiel weg.
21:02Wenn das Mädchen von einem Freier
21:07umgebracht worden ist,
21:08dann können wir die ganze
21:08Geschichte vergessen.
21:09Ich komme von der Familie
21:11nicht los.
21:12Ja, nur weil Ihre Kollegin
21:13gesagt hat,
21:13dass das Mädchen Angst
21:14gehabt hat.
21:14Ja.
21:14Ursula Horror hat gesagt,
21:18ich habe Angst,
21:18dass sie es herausgekriegt hat.
21:21Ja gut,
21:21unterstelle mir mal,
21:22Sie haben es rausgekriegt.
21:24Aber deswegen bringen die
21:25doch das Mädchen nicht um.
21:26Sie hätten sie rausgeschmissen.
21:28Das wäre alles, glaube ich,
21:28sofort.
21:29Aber du kannst doch nicht
21:30im Ernst annehmen,
21:31dass eine Familie,
21:31die spießig und beschränkt
21:32sie auch ist,
21:33einen Mord begeht.
21:34Weiß mal nicht.
21:35Hast du dir den Vater
21:36mal genau angesehen?
21:38Ja,
21:38und die Mutter ist nicht
21:39viel besser.
21:40Sie sind sicher nicht
21:41das Idealbild von Eltern,
21:42aber Mord.
21:43Auch nicht im Affekt?
21:46Wir sehen uns morgen
21:48die Familie noch mal an.
21:51Der Reihe nach
21:51und zwar ganz genau.
22:04Der Reihe nach
22:34Guten Tag, Herr Horne.
22:48Guten Tag, grüß Gott.
22:49Sie sehen mich einigermaßen
22:50überrascht.
22:52Ist was passiert?
22:53Nein, nichts.
22:53Wir müssen uns entschuldigen,
22:55wenn wir gestört haben.
22:56Haben Sie einen Moment Zeit?
22:58Da muss ich mal
22:58einen Ingenieur fragen.
23:00Soll ich sagen,
23:01die Polizei ist da?
23:02Sie können auch sagen,
23:03aus familiären Gründen,
23:04plötzlich ein Todesfall.
23:07Moment, bitte.
23:08Die Schreiber für die Messwerte
23:10eingeschaltet?
23:11Ja, die sind eingeschaltet.
23:12Wir haben nur die Bereiche...
23:13Von Trauer keine Spur.
23:14Nee.
23:15Hast du damit gerechnet?
23:17Harry,
23:18wenn die Familie
23:18wirklich etwas
23:19mit dem Tode
23:20des Mädchens
23:20zu tun hat,
23:21dann weiß es dieser Mann.
23:23Denkt mal
23:23an das Telefongespräch.
23:25Sein Bruder ist verzweifelt,
23:26seine Frau ist verletzt,
23:27sie stirbt.
23:27Sie stirbt ihm am Telefon.
23:29Was tut er?
23:30Ehe noch der Polizei anruft,
23:31da ruft er seinen Bruder an.
23:33Das lässt er darauf schließen,
23:34dass er ein ganz besonderes
23:35Verhältnis zu seinem Bruder hat.
23:40In Ordnung,
23:41ich habe Zeit.
23:42Was machen wir?
23:42Ja, wir reden
23:43ein bisschen miteinander.
23:44Möglichst unbestört.
23:45Wo können wir das tun?
23:46Im Büro.
23:47Haben Sie.
23:52Worum geht's denn?
23:55Als Sie da plötzlich stehen sah,
23:56dachte ich,
23:57Sie haben den Mörder.
24:00Aber so ist es wohl nicht,
24:01dass wir...
24:01Nein, so ist es nicht.
24:03Aber wir haben eine Kollegin
24:04Ihrer Schwägerin kennengelernt.
24:05Eine Kollegin?
24:06Ja.
24:07Ach so.
24:09Auch eine Prostituierte.
24:10Ja, auch eine.
24:11Diese Kollegin sagt aus,
24:12dass Ihre Schwägerin
24:13vor ein paar Tagen
24:14große Angst gehabt hat.
24:15Angst?
24:17Wovor?
24:17Na, davor,
24:18dass die Familie
24:18vielleicht herausgekriegt haben könnte,
24:20dass sie eine Prostituierte ist.
24:22Ah.
24:24Wen, äh...
24:26Wen hat sie denn
24:27in diesem Zusammenhang genannt?
24:29Und meinen Bruder?
24:29Nein, nein, nein.
24:30Sie hat von der Familie gesprochen.
24:33Was soll denn das heißen?
24:34Ich meine,
24:35was schließen Sie daraus?
24:37Ist der Mörder,
24:37in meiner Familie zu suchen sei?
24:39Nein, ich habe davon gesprochen,
24:41dass sie Angst vor der Familie hatte.
24:43Ach so.
24:44Na gut,
24:45dann mache ich mir mal Ihre Gedanken.
24:46Bitte nehmen Sie Platz.
24:47Danke.
24:48Wer kennt denn da in Frage?
24:51Äh,
24:53der Erste
24:54wäre mein Bruder,
24:56der fällt weg.
24:58Der Zweite wäre ich.
25:00Fahr leider auch weg.
25:01Wieso?
25:03Und warum leider?
25:04Na hören Sie mal,
25:04Sie sind aber gut,
25:06weil ich ein Alibi habe.
25:08Und Ihre Eltern?
25:09Sie haben die beiden ja gesehen.
25:12Sie haben sehr bürgerliche Ansichten.
25:15Und mein Vater ist in der Verteidigung
25:16solcher Ansichten
25:16nicht gerade kleinlich.
25:18Das ganz gewiss nicht.
25:18Sagen Sie mal,
25:21Sie halten es für möglich,
25:23dass mein Vater,
25:26ich meine,
25:26dass mein Vater ein Familienproblem
25:28auf diese Weise aus der Welt schaffen würde?
25:30Was macht Ihr Vater?
25:33Er ist pensioniert,
25:34er war bei der Bundesbahn.
25:36Jetzt ist der Hafenmeister
25:37in einer Buswerft
25:38am Starnberger See.
25:39Ich mache Ihnen einen Vorschlag.
25:43Ich lasse mir den Nachmittag freigeben
25:45und fahre mit Ihnen raus
25:47zu meinen Eltern.
25:47Das ist ein sehr guter Vorschlag.
25:49Ja, heute ist nämlich
25:50auch mein Onkel da.
25:51Da haben Sie den ganzen
25:52Verein beieinander.
25:54Alles hartgesottene Spießbürger.
25:59Wo stehen Sie mir in Ihrem Wagen?
26:00Hier vorm Tor.
26:01Gut, ich fahre Ihnen voraus.
26:03Hängen Sie sich dran, ja?
26:04Ist gut, ja.
26:09Ich fahre Ihnen.
26:39Langsam, so, jetzt hier rüber.
26:44So, so, ist gut, jetzt.
26:51Langsam, vorsichtig, hier rüber ein bisschen.
26:58Ja, da, so, so, das ist Polizei, für dich.
27:05Ja, ich komm, bleib.
27:06So, komm mal, hier.
27:11So, gut, danke, danke.
27:13So.
27:15Geh mal hin.
27:17Komm gleich.
27:18Wahnsinnig, was war auf hier?
27:19Er ist ziemlich neugierig.
27:22Ich habe versucht, ihm ein bisschen Angst zu machen.
27:24Sie mögen ihn wohl nicht besonders.
27:26Nein.
27:27Er würde ihn gerne mal blass werden sehen,
27:29um ihm auf diese Weise etwas heimzuzahlen.
27:31Meine Jugend war nicht so besonders, wissen Sie.
27:37Als Vater war er ein Kotzbrocken,
27:39der ihm nur eines Spaß gemacht hat.
27:41Schlagen.
27:44Guten Tag, Herr Horres.
27:45Guten Tag.
27:46Sie wollten mich sprechen?
27:48Ja, wir möchten Sie fragen,
27:49wo waren Sie vor drei Tagen mittags,
27:52gegen 14 Uhr?
27:53Ja, er fragt, Vater, nicht ich.
27:58Wie, 14 Uhr?
27:59Warum gerade 14 Uhr?
28:01Da starb Ursula.
28:03Du wirst nach deinem Alibi gefragt, Vater.
28:06Das habe ich schon ergriffen.
28:10Wann schließt nicht aus,
28:11dass du der Mörder gewesen sein könntest?
28:13Wer ist denn hier verrückt?
28:15Das ist nur eine Routinefrage.
28:18Routine, Routine.
28:20Fragen Sie das im Ernst?
28:21Ja, aber Vater,
28:23die meinen sowas immer im Ernst.
28:25Sie haben auch mich im Betrieb aufgesucht,
28:27ausgefragt,
28:28nach den Familienverhältnissen.
28:31Dürfen wir Sie also noch mal fragen,
28:32wo Sie vor drei Tagen waren,
28:34mittags gegen 14 Uhr?
28:37Ich war...
28:39Das ist doch kein Problem, Vater.
28:41Du warst hier.
28:43Du bist doch immer hier.
28:45Arbeiter haben dich doch sicher gesehen.
28:47Nein, die haben mich nicht gesehen.
28:49Nicht gesehen?
28:51Ich war mit dem Boot
28:54auf dem See zum Fischen.
28:56Das heißt also,
28:57Sie haben keine Zeugen?
28:59Ich weiß nicht,
29:00ob mich einer gesehen hat
29:01und auch nicht,
29:03wer es gewesen sein könnte.
29:04Ich kümmere mich nicht um andere Leute.
29:06Das ist aber unangenehm, Vater.
29:09Was ist daran unangenehm?
29:09Wann sind Sie rausgefahren?
29:11Wann sind Sie zurückgekommen?
29:13Nach dem Mittagessen gegen eins bin ich raus.
29:17Um drei Uhr kam ich zurück.
29:19Was berechtigt Sie eigentlich dazu,
29:21nach meinem Alibi zu fahren?
29:23Ihre Schwiegertochter hat einer Bekannten gegenüber geäußert,
29:26dass Sie Angst vor der Familie habe.
29:29So.
29:30Ja.
29:31Angst hat sie gehabt.
29:33Mit Recht.
29:35Ich scheue mich nicht, das zu sagen.
29:36Mit Recht.
29:38Was meinen Sie wohl,
29:39was ich mit dir gemacht hätte,
29:40wenn ich es gewusst hätte,
29:41wenn ich es zeitig gewusst hätte?
29:44Ich hätte ihr das gegeben,
29:45was sie im Leben sicher zu wenig bekommen hat.
29:48Prügel.
29:49Aber leider haben Sie es nicht zeitig gewusst.
29:51Nein.
29:53Haben Sie noch Fragen?
29:54Ja, ein paar Fragen hätte ich schon noch.
29:56Dann kommen Sie ins Haus.
29:57Ja.
30:13Da bist du ja.
30:14Tag, Siegfried Tag.
30:15Komm, die Polizei ist bei uns oben.
30:19Polizei?
30:21Ja, die Mordkommission.
30:23Sie haben Erich nach seinem Alibi gefragt.
30:25Nach seinem Alibi?
30:26Und er hat keins.
30:28Er war zum Fischen auf dem See.
30:31Also, mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
30:34Das ist mein Objekt Siegfried.
30:36Ich habe schon gehört.
30:37Die Herren sind von der Mordkommission.
30:38Ja, das ist richtig.
30:39Ist das nicht ein unglaublicher Fall?
30:42Geht man zur Hochzeit seines Neffen in die Kirche?
30:44In eine Kirche?
30:45Man stelle sich das vor
30:46und wird Zeuge, wie dieser Neff eine Nutter heiratet.
30:50Nicht nur Zeuge bin ich,
30:52auch noch Trauzeuge.
30:54Ich war immer gegen diese Heirat.
30:55Erinnerst du dich, was ich gesagt habe?
30:57Eine Urlaubsbekanntschaft.
30:59Wisst ihr, wer das Mädchen ist,
31:00woher sie kommt, was sie tut?
31:02Mutter in Düsseldorf.
31:04Warum sieht sich die Frau nicht die Familie an,
31:06in die ihre Tochter hinein heiratet?
31:07Warum kommt sie nicht mal zur Hochzeit?
31:09Ach, sie kam nicht zur Hochzeit?
31:10Nein, angeblich war sie krank.
31:13Die wusste, warum sie nicht gekommen ist.
31:16Die hat sich einfach nicht hergetraut.
31:19Sie waren also Trauzeuge?
31:21Ja, leider.
31:23Wann haben Sie denn gehört,
31:24dass Ursula Weimann eine Prostituierte ist?
31:28Wann hast du mich angerufen?
31:29Vor drei Tagen.
31:31Gleich nachdem es passiert war.
31:32Ich denke, ich falle aus allen Wolken.
31:35Wo wohnen Sie?
31:35Was sind Sie vom Beruf?
31:37Ich wohne in der Herrenhauser.
31:38Ich habe da eine kleine Zoohandlung.
31:41Warum fragen Sie mich danach?
31:42Ich möchte auch Sie fragen,
31:43wo Sie vor drei Tagen mittags,
31:46so gegen 14 Uhr waren.
31:48Ja, da haben Sie recht.
31:49Wenn Sie meinen Bruder fragen,
31:50können Sie auch mich fragen.
31:52Ich war im Geschäft.
31:53Wir machen da eine Mittagspause.
31:55Aber um genau 14 Uhr öffnen wir wieder.
31:59Wird der Mörder hier gesucht?
32:01In der Familie?
32:02In der erstes Jahr.
32:04Dagegen kann ich eigentlich nicht sagen.
32:05Wenn ich das gewusst hätte oder erfahren hätte,
32:08ich hätte schon den Wunsch gehabt,
32:09dir den Hals umzudrehen, oder?
32:11Wie wurde das gemacht?
32:14Mit einem Lampenfuß?
32:17Geht denn sowas überhaupt?
32:18Ach, äh, darf man mal probieren?
32:21Nicht doch, lass das!
32:23Sag doch, lass das!
32:24Wie tust du das?
32:26Entschuldige, tut mir leid.
32:27Ist er kaputt?
32:28Ah, ist ja nichts passiert.
32:30Aber es geht.
32:31Es funktioniert.
32:33Ein ganz schönes Gewicht.
32:34Ich setze das Kaffeewasser auf.
32:36Ja, da wollen wir nicht länger stören.
32:38Ich bringe Sie hinaus.
32:39Wiedersehen.
32:40Wiedersehen.
32:49Du kommst schon mit der Familie nicht mehr los.
32:51Nee.
32:53Dann nimm mir doch mal einen Grund dafür.
32:54Ja, da gibt's mehrere.
32:56Der Vater hat kein Alibi.
32:58Er kann durchaus das Boot genommen haben.
33:00Er ist in die nächste Bucht gefahren,
33:01hat es da stehen lassen.
33:02Dann fährt er nach München,
33:03braucht eine halbe Stunde hin,
33:04eine halbe Stunde zurück.
33:05Und dann setzt er sich in seinen Kahn
33:06und kommt vom Fischen zurück.
33:08Ist perfekt.
33:08Das ist doch Spekulation.
33:10Ja, ich weiß.
33:12Aber wenn man so vollgepumpt ist mit Hass
33:15wie der alte Horror und dieser Bruder,
33:18wehe dem, bei dem Sie die Luft ablassen.
33:21Aber wir haben doch keinen Grund mehr,
33:22gegen die Leute vorzugehen.
33:24Wie denn?
33:25Womit denn?
33:25Ich habe gar nichts dagegen,
33:28mal ganz was anderes zu probieren.
33:30Gleich morgen früh.
33:32Hier ist der automatische Anruf
33:34beantwortet des Anschlusses,
33:36Ursula Weimann.
33:38Wenn Sie ein Bekannter von Ursula Weimann sind,
33:40dann hören Sie bitte genau zu.
33:42Hier spricht die Polizei.
33:45Ursula Weimann ist ermordet worden.
33:47Wir sind auf die Mitarbeit aller Personen angewiesen,
33:50die Ursula Weimann gekannt haben.
33:52Absolute Diskretion ist zugesichert.
33:55Wir bitten Sie,
33:56sich unter der Telefonnummer
33:582141
34:01Durchwahl
34:036574
34:06zu melden.
34:08Oder geben Sie,
34:09wenn Sie anonym zu bleiben,
34:10wünschen Beobachtungen,
34:12die möglicherweise für uns wichtig sind,
34:14auf dieses Band.
34:16Sie haben 30 Sekunden Zeit.
34:19Bitte sprechen Sie jetzt.
34:23Wenn sich da jemand meldet,
34:24frisst sich ein Besen.
34:25Abwarten.
34:26Würdest du dich melden?
34:27Ja, ich würde mich melden.
34:28In der Familie aus Kinder?
34:29Habe ich ja nicht.
34:30Ach ja.
34:30Das Ding bleibt tot, sage ich dir.
34:32Hau so, ich gehe jetzt.
34:33Alles klar.
34:34Danke, Herr Braun.
34:36Harry, das war keine gewöhnliche Straßennutte.
34:39Also ich glaube nicht,
34:39dass Ihre Kunden das...
34:41Nee, nee, das war keine Laufkundschaft.
34:43Glaube ich nicht.
34:43Also ich weiß nicht.
34:44Da wollen wir nicht abheben.
34:52Nein, lass.
34:53Er muss sich gut überlegen,
34:54was er tut.
34:55Jetzt sage mal,
34:55komm, lass ihm Zeit.
34:57Wenn wir jetzt dazwischen gehen,
34:58da liegt er auf,
34:58da bin ich sicher.
34:59Sie haben 30 Sekunden Zeit.
35:15Bitte sprechen Sie jetzt.
35:17Sie haben wohl eine Meise, wa?
35:42Wir müssen einen Anwalt beauftragen.
35:43Sonst komm aus der Sache nie wieder raus.
35:45Guten Tag.
35:46Familienrat?
35:49Was führt Sie denn wieder hier?
35:50Immer noch dieselbe Sache,
35:51der Todesfall in Ihrer Familie.
35:53Todesfall in unserer Familie?
35:54Machen Sie sich lustig über uns?
35:55Nein, ich untersuche den Mord
35:57an Ihrer Schwiegertochter.
35:58Diese Frau ist nicht meine Schwiegertochter.
36:01Die Familie hat mit dieser Frau nichts zu tun.
36:03Gehört nicht dazu.
36:04Ist das auch Ihre Ansicht?
36:06Natürlich.
36:07Ich habe Ihren Sohn gefragt.
36:09Weswegen sind Sie hier?
36:11Und weswegen Sie?
36:12Das ist einfach zu sagen.
36:13Ich wurde angerufen.
36:14Sie wissen anscheinend nicht,
36:15was los ist.
36:16Die Presse hat längst herausgekriegt,
36:18wer diese Ursula H.
36:19Punkt ist.
36:20Sie rennt meinem Sohn die Bude ein.
36:21Sogar mir.
36:22Aber ich wurde angerufen.
36:23Ob das stimmt, dass wir eine Nut in der Familie haben.
36:25Und darüber sprechen wir eben.
36:27Was man dagegen tun kann.
36:28Ob man vielleicht einen Anwalt einschalten soll,
36:30der sich im Namen der Familie distanziert.
36:31Dann sollte sich Ihr Sohn aber erst mal den schwarzen Anzug ausziehen.
36:34Das sage ich ihm auch.
36:35Die ganze Zeit sage ich ihm das schon.
36:37Warum trägst du das?
36:38Dazu besteht kein Grund, keine Veranlassung.
36:40Was fehlte noch?
36:41Trauer tragen.
36:42Mögen Sie nicht, was?
36:43Nein.
36:45Was wollen Sie eigentlich hier?
36:46Weswegen sind Sie gekommen?
36:47Sie sollen mir zeigen, wo Sie gefischt haben.
36:49Das war gut.
36:53Na gut.
36:53Na gut.
37:14Geht Ihnen das Flitzchen so nah?
37:17Moment mal.
37:18Hier ist ein Mensch ermordet worden.
37:19Und das sollte auch Ihnen nachher gehen.
37:20Sie sind doch Polizist.
37:23Sie sind doch dazu da, für Ordnung zu sorgen.
37:26Und nicht nur für Ordnung,
37:27sondern auch für Einhalten der Moral.
37:29Oder sehe ich das falsch?
37:30Was ist das?
37:33Einhalten der Moral.
37:34Was ist das?
37:36Also was wollen Sie sagen?
37:38Dass es doch eigentlich keine Rolle spielt,
37:40ob so ein Mord aufgeklärt wird oder nicht.
37:43Spielt keine Rolle?
37:44Ja, das meine ich.
37:45Es wird auch einen Unterschied bestehen
37:47zwischen einer Familie,
37:48die sich nie was hat zu Schulden kommen lassen
37:49und einer Hure.
37:50Ja, das ist eine weitverbreitete Ansicht.
37:54Sagen Sie, machen Sie mir da einen Vorschlag?
37:58Ich stelle Ihnen nur anheim,
38:00sich ein paar Gedanken zu machen.
38:03Herr Gott, überlege Sie doch mal,
38:04mit welchem Trick die sich bei uns eingeschlichen hat.
38:07Denken Sie mal darüber nach.
38:08Überlegen Sie.
38:09Was soll ich überlegen?
38:11Ob es richtig ist,
38:12so hinter einer ehrenvollen Familie herzurennen,
38:15wie Sie das tun.
38:19So, hier.
38:20Da habe ich gefischt.
38:23Na, dann rudern Sie mal wieder an Land.
38:25Ich will wissen,
38:26ob sich jemand gesehen hat.
38:28Wie Sie wollen.
38:28Er hat ein Alibi.
38:44Dann hat er ihn beim Fischen gesehen.
38:45Na, dann können wir ihn abhaken.
38:47Auch einen?
38:47Ja, gerne.
38:48Ja, gerne.
38:51Doch.
38:53Die haben damit zu tun.
38:55Harry, da stehen Sie.
38:58Horace, sein Vater, sein Onkel.
38:59Sie reden, danke.
39:00Sie gestikulieren,
39:01Sie besprechen die Lage.
39:02Und dann sehen Sie mich und...
39:04Ja.
39:05Auf einmal sind Sie nervös.
39:06Sie sind irritiert und...
39:09Nee, nee.
39:09Ich bleibe dabei.
39:11Die Familie hat es umgebracht.
39:15Ja, Klein?
39:16Wer ist da?
39:18Der Anrufbeantworter hat offenbar funktioniert.
39:20Ja, Derek?
39:25Ja, ich verstehe.
39:30Wollen Sie herkommen, oder...?
39:32Ja, ist gut.
39:37Ja, sofort.
39:48Erst jetzt durch den Anrufbeantworter gehört, was passiert ist.
39:51Ich, äh, ich kenne das Mädchen.
39:55Ich bin, äh, na ja, einer Ihrer Kunden.
39:58Ja, ich verstehe.
39:59Und ich habe Ihnen etwas mitzuteilen, und das ist ziemlich dringend.
40:02Wollen Sie herkommen, oder...?
40:04Nein, nein, kommen Sie zu mir.
40:06Ja, ist gut.
40:07Mein Name ist Stößel, Lindenstraße 5, Grünwald.
40:10Kommen Sie sofort?
40:11Ja, sofort.
40:13Wenn nichts will los.
40:14Die nächste Querstraße links, muss ich sagen.
40:33Fahr mal links dran, ich glaube, das ist es schon.
40:39Ja, Nummer 5.
40:40Ja, bitte, wer ist da?
40:50Derek ist mein Name.
40:52Ja, ich komme.
41:00Guten Abend.
41:01Stößel.
41:02Guten Abend, Herr Stößel, das ist der Kleine.
41:04Grüß Gott.
41:04Sagen Sie, wollen wir hier, oder wollen wir vielleicht woanders mit mir reden?
41:07Nein, nein, bitte, meine Herren, kommen Sie.
41:09Dankeschön.
41:09Bitte, meine Herren.
41:15Danke.
41:17Lilly, das ist Herr Derek und Herr Klein, meine Frau.
41:21Guten Abend, Grüß Gott.
41:22Guten Abend, meine Herren.
41:25Soll ich dich hinausbringen, Lilly?
41:26Nein, nein, du weißt, ich bin sehr interessiert.
41:29Ich möchte gerne hören, was du mit den Herren besprichst.
41:32Ja, aber dazu müsste ich eine Erklärung abgeben.
41:36Tu es.
41:39Meine Frau weiß, dass ich ab und zu ein junges Mädchen aufsuche, eben Ursula Weimann.
41:52Ich tue das mit ihrer Billigung.
41:54Mit meiner Zustimmung, ja.
41:56Auf meinen Wunsch hin.
41:57Die Gründe dafür liegen in meiner körperlichen Verfassung.
42:04Ein Autounfall vor vier Jahren.
42:06Ich verstehe.
42:12Wann haben Sie gehört, dass Ursula Weimann tot ist?
42:14Ich habe es in der Zeitung gelesen.
42:17Ich kannte den Namen und war ganz erschüttert.
42:20Mein Mann war für ein paar Tage verreist.
42:22Er kam es gestern Abend zurück.
42:24Ich sagte es ihm.
42:26Er wollte es nicht glauben.
42:28Ich habe Sie sofort angerufen und hörte am Anruf beantworte, was Sie hinterlassen haben.
42:34Aber bis heute Mittag hatte ich keinen Grund, Sie wieder anzurufen.
42:37Und den haben Sie jetzt?
42:39Ja, ich bekam heute Mittag einen anonymen Anruf.
42:42Ein Mann versuchte mich zu erpressen.
42:45Zu erpressen?
42:45Und was sagte er?
42:48Nun, ich sei einer der Kunden der prostituierten Ursula Weimann.
42:56Er sagte er sei Besitz ihrer Aufzeichnungen und fragte, wie viel mir die Sache wert sei.
43:02Ich wollte schon wieder auflegen und da kam mir plötzlich der Gedanke, dass der Anrufer vielleicht der Mörder sei.
43:09Sehr gut. Und weiter?
43:12Ja, ich unterhielt mich mit dem Mann und fragte ihn nach seinen Forderungen.
43:15Er wollte 10.000 Mark.
43:17Und? Sind Sie darauf eingegangen?
43:19Ja. Der letzte Anruf war vor ungefähr einer halben Stunde.
43:23Er wollte, dass ich das Geld in einen Briefumschlag stecke, diesen Umschlag in der Hand halte und zum Wald in Richtung Friedhof gehe.
43:30Er wollte sich auf diesem Wege irgendwo an mich wenden.
43:33Er warnte mich noch davor, die Polizei einzuschalten.
43:36Wann sollen Sie losgehen?
43:37Um 22 Uhr soll ich das Haus verliehen.
43:39Nach fünf Stunden also.
43:41Würden Sie die Stimme des Mannes wiedererkennen?
43:42Nein, es war zu undeutlich, offenbar, Sprache durch ein Taschenduch.
43:47Junge Mann, alte Mann, können Sie das sagen?
43:49Nein.
43:50Darf ich mal telefonieren?
43:51Ja.
43:51Bitte.
43:51Sie brauchen keine Angst zu haben.
44:08Ich habe keine.
44:09Wir haben alle Vorkehrungen getroffen.
44:11Sobald Sie das Haus verlassen, passen mindestens 20 Leute auf Sie.
44:14Wir haben Sie überall postiert.
44:16Bleibt jemand bei meiner Frau?
44:18Ja, Herr Klein.
44:20Also, ich gehe jetzt los.
44:23Ist alles in Ordnung?
44:24Ja.
44:26Gut.
44:36Er geht gleich los.
44:37Irgendwas aufgeregt?
44:48Nein, nein.
44:51Pass auf dich auf.
45:07Er geht die Straße entlang.
45:25Wo übernimmt er ihn?
45:26Bei der Gärtnerei.
45:27Wir sehen ihn schon.
45:28Ja.
45:28Was Verdächtiges?
45:30Ja, ein Autopark gerade ein.
45:32Jetzt kommt ein Mann.
45:32Ja.
45:33Ja.
45:37Und jetzt sei.
45:51Gehen Sie langsam weiter.
46:00Jetzt geht er nach links in den Wald.
46:03Sie verfolgen jeden seine Schritte.
46:05Er ist nicht in Gefahr.
46:07Machen Sie sich keine Sorgen.
46:09Wissen Sie, er hat das Mädchen sehr gern gehabt.
46:31Bleiben Sie stehen.
46:32Dann kommt jemand aus dem Gebüsch.
46:38Geht auf ihn zu.
46:39Dann los.
46:40Alles absperren.
46:41Alles absperren jetzt.
46:41Geht auf ihn aus dem Gebüsch.
47:11Ah!
47:41Ab!
48:00Das Notizbuch von Ursula Weimann.
48:02Namen, Adressen, Telefonnummern, alles aufgeführt.
48:05Auch die Summen.
48:06Ja.
48:07Sie war ordentlich.
48:09Eine Nutte, die ordentlich war.
48:11Wo haben Sie es her?
48:13Ich fand es in der Wohnung meiner Schwägerin.
48:15Ich habe es an mich genommen.
48:17Sie ist mir angesehen und kam auf die Idee,
48:20ein bisschen davon zu profitieren.
48:24Ja.
48:25Von Leuten, denen sowieso dahinter zittert vor Angst.
48:28Denn das bisschen Geld nicht viel ausmacht.
48:30Er hat sie ehrlich bedient.
48:32Er hat die Seite rausgerissen und ihnen zugeschickt.
48:36Tja, es war sicher ein Fehler, aber...
48:40da konnte ich einfach nicht widerstehen.
48:44Sie haben anscheinend keine große Angst.
48:46Wovor auch?
48:47Da ist bisschen Erpressung.
48:49Erpressung?
48:50Für mich sind Sie der Mörder.
48:55Mörder?
48:56Ja, jetzt denken Sie mir mal ein bisschen nach.
49:00Ursula ruft meinen Bruder an.
49:02Schwerverletzt.
49:03Und er ruft sofort mich an.
49:05Nein.
49:06Er lässt mich anrufen.
49:07Durch seine Sekretärin.
49:08In derselben Sekunde.
49:09In meiner Wohnung.
49:11Und ich bin am Apparat.
49:13Neubitzi.
49:14Er hat recht, Stefan.
49:24Moment mal.
49:33Ja, was suchst du denn?
49:34Das Tatortprotokoll. Bring ihn raus.
49:36Wahnsinn.
49:44Was gibt's denn?
49:45Ari, es ist bisher von der Annahme ausgegangen, dass Ursula Horr während des Gesprächs, das
49:50sie mit ihrem Mann geführt hat, gestorben ist.
49:52Ja.
49:53Also mit dem Hörer in der Hand.
49:54Ja.
49:55Aber was hat man dem Hörer gehört?
49:57Ja, was denn?
49:58Da steht's das Amtszeichen.
50:01Aber um das Amtszeichen zu hören, da hätte sie doch nach dem Gespräch erst einmal den Hörer
50:06wieder auf die Gabel zurücklegen müssen und dann erneut abheben müssen.
50:10Warum kommen wir da jetzt erst drauf?
50:11Ja, das frag ich mich auch.
50:12Sie ist nicht während des Gesprächs gestorben.
50:15Man hat sie erschlagen und dann hat man ihr den Hörer in die Hand gedrückt.
50:18Ja, und wer hat Horr angerufen?
50:20Der Stöne im Telefon?
50:21Was gibt's denn?
50:35Bitte kommen Sie runter und schließen Sie das Büro auf.
50:40Kommen Sie herein, Frau Wendt?
50:52Frau Wendt?
50:53Bitte.
50:54Wo stand der Apparat?
50:59Auf meinem Schreibtisch.
51:01Es klingelte also und Sie holen den Hörer ab.
51:03Ja.
51:04Bitte setzen Sie sich und tun Sie's.
51:05Was hörten Sie?
51:06Stöhnen.
51:07Jemand stöhnte.
51:08Stöhnte entsetzlich.
51:09Haben Sie die Stimme erkannt?
51:10Nein.
51:11War es die Stimme eines Mannes oder einer Frau?
51:12Das war nicht zu unterscheiden.
51:13Haben Sie gefragt, wer da ist?
51:14Ja, mehrmals.
51:15Ich rief.
51:16Ich rief.
51:17Hallo, wie ist da?
51:18Aber keine Antwort.
51:19Nur das Stöhnen?
51:20Ja, nur das Stöhnen.
51:21Ich wollte schon auflegen, aber da sah ich Herrn Hörer auf dem Hof.
51:25Wo war denn Herr Hörer gewesen?
51:26Wo war denn Herr Hörer gewesen?
51:27Er war über Mittag nicht da.
51:28Hat er gesagt, wo er war?
51:29Nein.
51:30Zum Essen nehme ich an.
51:31Er war also nicht da.
51:32Wie lange war er weg mittags?
51:33Etwa eine Stunde.
51:34Bitte kommen Sie einmal her.
51:35Sie riefen also Herrn Hörer herein.
51:36Herr Hörer nahm den Hörer und Sie hörten, dass er mit seiner Frau sprach.
51:39Sie mussten also annehmen, dass es Ihr Stöhnen gewesen war, das Sie gehört haben.
51:40Ja.
51:41Er war über Mittag nicht da.
51:44Hat er gesagt, wo er war?
51:45Nein, zum Essen nehme ich an.
51:48Er war also nicht da. Wie lange war er weg mittags?
51:51Etwa eine Stunde.
51:54Bitte kommen Sie einmal her. Sie riefen also Herrn Horre herein.
51:59Herr Horre nahm den Hörer und Sie hörten, dass er mit seiner Frau sprach.
52:04Sie mussten also annehmen, dass es Ihr Stöhnen gewesen war, das Sie gehört haben.
52:08Ja.
52:09Es kann nicht Ihre Frau gewesen sein, Herr Horre.
52:14Ihre Frau war tot. Sie hatte zwar den Hörer in der Hand, aber keine Verbindung.
52:18Es war nur das Amtszeichen zu hören.
52:23Wer also war am Apparat?
52:39Was ist?
52:51Er hat gestanden.
52:54Dann brauche ich auch nicht mehr den Mund zu halten.
52:57Nein, das brauchen Sie nicht.
52:58Aber ich höre es auch gerne noch mal von Ihnen.
53:07Geben Sie Platz, bitte.
53:08Danke.
53:14Also?
53:14Er war misstrauisch geworden.
53:18Das Geld jede Woche.
53:191.000 Mark, 2.000 Mark.
53:22Er rief in Düsseldorf an.
53:24Ihre Mutter war im Altersheim.
53:26Wusste überhaupt nicht, dass sie ihre Tochter geheiratet hatte.
53:30Da hat er Ursulas Sachen durchsucht und fand...
53:32Was ist das da?
53:33Tja.
53:35Er ahnte schon alles.
53:38Er ging hier nach, kam in die Pestalozzi Straße
53:40und hat es ihm die Wahrheit gesagt.
53:45Er hat dann einfach durchgedreht.
53:49Er muss besinnungslos gewesen sein vor Enttäuschung, vor Wut.
53:53Er ist das da.
54:23Als er wieder zu sich kam, war es passiert.
54:32Er rief mich an und sagte, Alfred, ich habe Ursula umgebracht.
54:36Was soll ich tun?
54:37Ich fuhr sofort los.
54:39Hin zu ihm.
54:41Da habe ich gesehen, was da passiert war.
54:45Er wollte sich selber umbringen.
54:47So verzweifelt war er.
54:50Dann zeigte er mir das Notizbuch.
54:53Dann habe ich noch einen Ausweg gesucht.
54:58Dann habe ich mich verschillt.
55:05Dann habe ich mich wieder gehört.
55:06Musik
55:36Komm, komm, du machst jetzt folgendes, du fährst jetzt nach Hause und ich fahre nach Hause und dann werde ich dich im Büro anrufen, aber pass auf, dass du nicht selbst am Apparat bist, die Wendt muss es sein.
55:59Ich werde stöhnen, sie wird dich holen, dann nimmst du den Hörer und sagst, Ursula, bist du's? Was ist denn los? Ich kann dich nicht verstehen. Bist du verletzt? Wo bist du?
56:14Und dann sagst du, Pestalozzi, Straße 5b, 3. Stock, Weimann. Und denk daran, die Wendt muss deine Zeugin sein, sie muss bestätigen, dass du mit deiner Frau gesprochen hast, die am Telefon stirbt. Auf den Eindruck kommt es an.
56:29Und dann sagst du der Wendt, sie soll mich anrufen, ich soll in die Pestalozzi-Straße kommen, danach soll sie die Polizei verständigen und den Arzt.
56:38Und wenn du das alles richtig machst, dann sind wir raus aus der Sache.
56:45Womit sie auch beinahe Recht gehabt hätten.
56:50Wenn das nicht gewesen wäre.
56:59Womit sie auch beinahe Recht gehabt hätten.
57:18Musik
57:48Musik
58:18Musik
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