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Transkript
00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:04Ich bekomme zu dieser Sendereihe gelegentlich auch Briefe, in denen sinngemäß steht,
00:09wie kann man nur so dumm sein, auf diese Tricks hereinzufallen, die Sie da zeigen.
00:13So viel Dummheit muss doch bestraft werden.
00:16Nun, ich gebe zu, manche Fälle, die wir hier vorstellen, verführen zu einer solchen Reaktion.
00:21Dennoch sträubt sich in mir eine ganze Menge, den Betroffenen ihre Arglosigkeit anzulasten.
00:26Denn erstens ist es ja in gewisser Weise ein Bildungsproblem,
00:30wenn eine große Zahl von Bürgern die Gefahren, die ihn drohen, nicht kennt und somit unterschätzt.
00:37Und zweitens darf man nicht vergessen, dass sich die Opfer von Betrügern in vielen Fällen in ganz extremen Notlagen befinden.
00:45Und in einer solchen Situation greift man natürlich nach jedem Strohhalm,
00:49der einem da vorgehalten oder oft auch nur vorgegaukelt wird.
00:53Unser erster heutiger Fall ist ein typisches Beispiel dafür.
00:58Er gehört im weiteren Sinne in den Bereich der Betrügereien mit Wunderkuren und Heilmitteln.
01:03Und man sollte sich die Not der Betroffenen vor Augen führen,
01:06wenn man verstehen will, warum sie relativ kritiklos auf die unwahrscheinlichsten Versprechungen hereinfallen.
01:12Der 11-jährige Ralf Hübner ist von Geburt an blind.
01:21Er besucht eine Schule für Blinde und gilt dort als recht guter Schüler.
01:26Seine Eltern haben die Hoffnung, dass er einmal das Abitur machen wird,
01:30um einen möglichst guten Beruf erlernen zu können.
01:32Sehr gut, Ralf. Liesst du bitte weiter, Jürgen?
01:35Sie gingen immer wieder abends fort und ließen den Jungen allein.
01:42Er hatte immer noch Angst.
01:44So, das wär's für heute.
01:46Zur nächsten Stunde als Hausaufgabe lest ihr euch den Text noch einmal durch
01:49und macht mit eigenen Worten eine kleine Nacherzählung.
01:53Nach dem Unterricht werden die Schüler der Blindenschule,
01:56soweit sie nicht im Internat untergebracht sind,
01:58mit einem Schulbus nach Hause gefahren.
02:00Ralf geht zwar recht gern in die Schule,
02:05trotzdem ist er natürlich so wie jedes Kind froh,
02:08wenn der Unterricht zu Ende ist.
02:10Denn zu Hause wartet auf ihn neben den Eltern auch sein Hund Strolch.
02:17Ralfs Mutter hat vor elf Jahren ihren Beruf als Bibliothekarin aufgegeben,
02:22um sich voll und ganz ihrem behinderten Sohn widmen zu können.
02:30Ja, Ralf.
02:31Ja, komm.
02:32Tag, komm.
02:33Ich hab Ihnen Ralf gleich mitgebracht.
02:36Wir haben uns zufällig unten getroffen.
02:37Ja, ist ja gut.
02:38Wollt ihr nicht reinkommen?
02:40Ich wollte Ihnen nur schnell was zeigen.
02:41Das interessiert Sie bestimmt.
02:43Ich hab da nämlich was gesehen.
02:45Eine tolle Sache.
02:47Hier, hier ist es.
02:48Da gibt es jetzt eine Brille für Blinde.
02:51Sehr toll.
02:53Elektronische Sehhilfe nennen die das.
02:55Damit können Blinde wieder sehen, schreiben die.
03:00Eine Brille, die Wunder wirkt.
03:02Ob da was dran ist?
03:04Also so wie es da steht, scheint das eine ganz neue Erfindung zu sein.
03:08Übrigens soll die im Ausland schon erprobt sein.
03:10Äh, in Italien.
03:12Am besten ist, ich lass ihn mal da.
03:14Dann können Sie es in Ruhe lesen.
03:16Hab mir halt gedacht, vielleicht ist es was für ein Ralf.
03:18Das ist ja unheimlich lieb von Ihnen, Frau Schaub.
03:20Geht Sie doch, gell?
03:21Wann soll ich Sie denn wiedergeben?
03:22Der Zeitungsbericht über die neuartige Brille interessiert Frau Hübner natürlich.
03:28In den vergangenen Jahren haben Sie und Ihr Mann alles Erdenkliche unternommen,
03:32um Ralfs Augenleiden heilen zu lassen.
03:35Bisher ohne Erfolg.
03:38Am Abend ist der Artikel für das Elternpaar dann Gesprächsstoff Nummer 1.
03:42Ich weiß nicht.
03:44Das klingt ja alles ganz optimistisch.
03:46Aber wie das funktioniert, das steht da nicht drin.
03:48Aber die Hauptsache ist doch, dass es funktioniert.
03:50Und das schreiben die doch ganz klar.
03:52Na ja, Papier ist geduldig.
03:54Aber meinst du nicht, dass wir uns die Sache doch mal ansehen sollten?
03:57Na gut, ansehen kostet ja nichts.
04:00Und die Firma soll ja auch ganz in der Nähe sein.
04:02Seeform GmbH heißt sie.
04:04Ich versuche morgen mal, dass ich die Telefonnummer rauskriege.
04:07Schon wenige Tage später sprechen dann Herr und Frau Hübner bei der Firma Seeform vor.
04:12Sie lassen sich von Herrn Schneider, dem Geschäftsführer des Unternehmens, erklären,
04:16was es mit der neuen Erfindung auf sich hat.
04:19Wir haben grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Geräten zu unterscheiden.
04:26Der Stimulationsbrille hier, die bringt allein noch keine direkten Sehergebnisse.
04:31Aber sie trainiert den Sehnerv und macht ihn ansprechbar für die eigentliche Sehhilfe.
04:37Das ist diese Brille hier.
04:39Das Stimulationsgerät braucht man für die schweren Fälle, wo der Sehnerv jahrelang nicht aktiv war.
04:46Das ist bei vollständiger Erblindung praktisch immer der Fall.
04:49Tja, also bei Ihrem Sohn müssten wir sicher mit dem Stimulationsgerät anfangen,
04:53bevor wir ihn nach ein paar Monaten mit der endgültigen Sehhilfe ausrüsten können.
04:59Besonders schön sind die Brillen ja nicht.
05:00Tja, da muss ich Ihnen leider recht geben, aber die ganze Entwicklung ist ja noch im Anfangsstadium.
05:06Wir sind jetzt bereits dabei, die Geräte zu modernisieren.
05:09Sollten Sie sich zu einem Kauf entscheiden, bekommen Sie selbstverständlich das modernste Modell.
05:14Aber wie die Geräte funktionieren, habe ich ehrlich gesagt immer noch nicht kapiert.
05:18Tja, das ist doch für einen Laien etwas schwierig.
05:22Vereinfacht kann man sagen, dass das Bild, das mit dieser winzigen Kamera im linken Brillenglas gemacht wird,
05:28durch ein Glasfaserkabel zum Tuner geleitet wird.
05:32Dort wird es in Schwingungen umgesetzt, die zum Brillengestell zurückgeleitet und auf den Sehnerv übertragen werden.
05:39Ja, also wie gesagt, das ist natürlich jetzt stark vereinfacht.
05:42Vielleicht darf ich Ihnen gerade mal die Handhabung dieser Stimulationsbrille zeigen.
05:46Das ist ganz leicht.
05:47So, pass mal auf, Ralf.
05:48Die technischen Erklärungen, mit denen Herr Schneider aufwartet, erscheinen Ralfs Eltern sehr verwirrend.
05:54Dennoch sind sie von der Selbstsicherheit und Selbstverständlichkeit, mit der der Mann die Geräte erklärt, beeindruckt.
06:01Zumal dann bei der praktischen Vorführung etwas sehr Erstaunliches passiert.
06:06Ralf, du musst dich jetzt darauf konzentrieren, ob du etwas spürst.
06:10Das Ding ist aber komisch.
06:12Lass dich jetzt nicht ablenken.
06:15Es kommt ganz darauf an, ob du eine Veränderung spürst.
06:18Eigentlich schon.
06:20Ja, was denn? Kannst du es beschreiben?
06:22Ich weiß nicht. Vielleicht wird alles ein bisschen heller.
06:26Ich kenne es ja nicht so, aber irgendwie wird es etwas anders.
06:31Oh ja, das ist ein sehr gutes Zeichen.
06:32Das haben wir schon öfter festgestellt.
06:34Der Nerv ist also doch noch etwas sensibilisiert.
06:37Das beschleunigt natürlich den ganzen Prozess der Stimulation.
06:41Bei den meisten kommt dieser Effekt erst nach Wochen.
06:44Sag mal, Junge, ist es wirklich heller?
06:46Ja, wenn ich nach unten sehe, da ist es wie immer.
06:49Aber wenn ich nach oben gucke, da ist es anders.
06:53Das ist ja toll.
06:54Na ja, trotzdem wird noch sehr viel Training notwendig sein.
06:58Die Sache ist natürlich sehr teuer.
07:00In der Zeitung steht 10.000 Mark.
07:03Nun ja, nicht ganz.
07:04Das Stimulationsgerät kostet alles inklusive 9.150 Mark.
07:09Na ja, da steckt eine lange Entwicklung drin, die sehr, sehr viel Geld gekostet hat.
07:14Und Sie sehen ja selbst, der Aufwand hat sich gelohnt.
07:18Sie dürfen uns nicht falsch verstehen.
07:20Selbstverständlich ist uns nicht zu teuer für unser Kind, wenn nur ein Funken Hoffnung besteht.
07:25Aber mit den 9.000 Mark ist es ja wohl nicht getan, wenn ich Sie vorhin richtig verstanden habe.
07:32Das ist richtig.
07:33Die eigentliche Sehhilfe kostet dann 36.000 Mark.
07:38Aber Sie bekommen ja einen Teil von der Krankenkasse erstattet.
07:41Dann sollten wir doch am besten gleich einen Antrag stellen, damit wir nachher nicht alles vorlegen müssen.
07:44Das würde ich nicht machen.
07:45Wissen Sie, die von der Krankenkasse, die könnten dann vielleicht versuchen, Ihnen die ganze Sache auszureden.
07:49Na, denen ist doch egal, ob Ihr Junge etwas sieht oder nicht.
07:53Na, die gucken doch nur, ob Ihre Kasse stimmt.
07:55Na ja, wenn wir das aber vorher nicht anmelden, dann machen die uns vielleicht hinterher Schwierigkeiten.
08:00Na, das schon, aber zahlen werden Sie zu guter Letzt doch.
08:03Na, das müssen Sie.
08:05Dann haben Sie sie in Zugzwang gebracht.
08:07Und ausreden können Sie Ihnen die Sache dann nicht mehr.
08:10Vielleicht haben Sie recht.
08:13Was meinst du, Ralf?
08:14Willst du es versuchen?
08:17Ich weiß nicht.
08:18Sie können es sich ja nochmal überlegen.
08:20Schlafen Sie erst nochmal drüber.
08:22Ich komme Sie dann in der nächsten Woche besuchen.
08:24Da bin ich sowieso in der Gegend.
08:25Das wird wohl das Beste sein.
08:28Obwohl Ernst und Margot Hübner nicht frei von Zweifeln sind,
08:31hat sie das Gespräch und die Vorführung der Brille doch sehr beeindruckt.
08:37Da sie stets bereit sind, für ihren Sohn auch die kleinste Chance zu nutzen,
08:41hat Herr Schneider schließlich leichtes Spiel, als er sie eine Woche später aufsucht.
08:48Also ich bin ganz sicher, dass der Ralf bald gute Fortschritte machen wird.
08:52Vielleicht kann er dann schon in einem halben Jahr die endgültige Sehhilfe bekommen.
08:55Aber bezahlen brauchen wir doch jetzt nur die Stimulationsbrille.
08:58Ah, selbstverständlich.
08:59Zahlung nur bei prompter Lieferung und keine Vorauszahlung.
09:03Na, Ralf, wie fühlst du dich?
09:04Ganz gut.
09:05Ja, wenn Sie dann hier unterschreiben würden, Herr Hübner.
09:16Eigentlich habe ich ja nicht so viel.
09:18Aber die Bank hat mir einen Überziehungskredit eingeräumt.
09:20Hier, 9.150 Mark.
09:37Vielen Dank.
09:38Tja, dann kann ich nur noch besten Erfolg wünschen.
09:40Und wie gesagt, mein Junge, muss natürlich fleißig trainieren.
09:44Jeden Tag, mindestens zwei Stunden.
09:46Mehrere Monate vergehen, ohne dass sich der versprochene Erfolg einstellt.
10:00Und schließlich verliert Ralf auch die Lust, sich mit der vermeintlichen Stimulationsbrille zu belasten.
10:16Ralf?
10:17Ach, du hast die Brille ja schon wieder nicht auf.
10:19Ach, Mensch, das Ding drückt so.
10:22Na, du weißt doch, dass du täglich zwei Stunden üben musst.
10:26Du musst schon ein bisschen was dazu tun, wenn du sehen lernen willst.
10:29Ach, das Ding nützt doch sowieso nichts.
10:31Aber Ralf, du hast doch gehört, das kann Monate dauern.
10:35Und wo der Main in den Rhein mündet, liegen Mainz und Wiesbaden.
10:49In den kommenden Wochen stellen sich dann neue Schwierigkeiten ein.
10:53Sie treten zuerst in der Schule auf.
10:55Und dann fließt der Rhein weiter durch Holland ins Meer.
10:59Es gibt also einen Oberrhein, einen Mittelrhein und einen Niederrhein.
11:03Jürgen, was glaubst du, wo der Oberrhein sich befindet?
11:06Oben natürlich, im Norden.
11:14Ralf, was ist mit dir? Hast du etwas?
11:16Ich hab so Augenschmerzen und mein Kopf tut mir so weh.
11:21Willst du mal einen Moment rausgehen an die frische Luft?
11:23Vielleicht wird's dann besser.
11:25Mhm.
11:25So, wer erklärt dem Jürgen jetzt nochmal, warum der Oberrhein nicht oben auf der Karte liegt?
11:34Rainer.
11:36Weil der Oberlauf eines Flusses immer an der Quelle ist.
11:41Mach das Auge mal auf, Ralf.
11:43Ja, schau mal nach links rüber.
11:46Und nun nach rechts.
11:48Und schau mal wieder runter, mein Junge.
11:49So, ja, das genügt.
11:52Nimm das Kind wieder hoch.
11:55Als Ralfs Beschwerden nicht nachlassen, geht seine Mutter mit ihm zum Augenarzt.
11:59Bei dieser Gelegenheit stellt sie die teure Wunderbrille dann zum ersten Mal auch einem Fachmann vor.
12:04Tja, Frau Hübner, an Ralfs Augen sind keine Veränderungen feststellbar.
12:11Weder positiv noch negativ.
12:13Alles wie immer.
12:14Was meinen Sie denn, dass die Beschwerden von diesem Ding da kommen?
12:18Die Kopfschmerzen vielleicht schon.
12:21Immerhin übt er die Brille einen gewissen Druck auf den Kopf aus.
12:25Was halten Sie denn von dem Gerät?
12:28Wenn Sie meine ganz persönliche Meinung hören wollen, Frau Hübner, gar nichts.
12:32Heißt das, dass es völlig nutzlos ist?
12:34Ich weiß nicht, was in dem Kasten drin ist.
12:38Auf keinen Fall würde ich das Ding irgendjemandem empfehlen.
12:40Es kann ja nur Rumbug sein.
12:42Was haben Sie denn dafür bezahlt, Frau Hübner?
12:44Über 9000 Mark.
12:46Und die richtige Sehhilfe, ich meine das andere Gerät, kostet dann nochmal über 30.000 Mark.
12:51Haben Sie das dann auch bestellt?
12:53Ja, eigentlich schon. Im Vertrag stand es jedenfalls so drin.
12:56Aber das soll uns die Krankenkasse ja was dazu zahlen.
12:59Ja, haben Sie denn mit der Krankenkasse schon darüber gesprochen?
13:01Nein, das sollten wir ja nicht.
13:03Der Verkäufer hat zu uns gesagt, wir sollen die in Zugzwang bringen, weil die sonst versuchen würden, uns das auszureden.
13:08Also Frau Hübner, da sehe ich wirklich schwarz.
13:11Da möchte ich Ihnen am liebsten raten, zur Polizei zu gehen.
13:14Bei der Polizei war die Firma, die die Wunderbrillen vertreibt, schon bekannt.
13:18Denn es gab inzwischen Anzeigen von vielen anderen Geschädigten.
13:21Die Familie Hübner musste somit das zweite Gerät für über 30.000 Mark schließlich nicht mehr abnehmen.
13:27Die 9.000 Mark für das sogenannte Stimulationsgerät aber waren verloren.
13:33Die Brille, die dann auch noch amtlich begutachtet und als wirkungslos eingestuft wurde,
13:38repräsentiert einen reinen Materialwert von rund 100 Mark.
13:42Wie gesagt, es wäre sicher sehr ungerecht, wenn man in so einem Fall achselzuckend sagen würde,
13:48selber schuld, wie kann man nur so dumm sein.
13:51Denn ein Mensch in Not ist nun einmal in Gefahr, nach jedem Strohhalm zu greifen.
13:56Helfen kann eigentlich nur bessere Information.
13:58Deshalb kann man allen, die in einer ähnlichen Situation kommen, nur raten, rechtzeitig einen Fachmann zu fragen.
14:05Das gilt nicht nur für Blindenbrillen.
14:08Das Angebot an dubiosen Wunderheilmitteln ist leider recht beträchtlich.
14:11Es reicht von Verjüngungskuren über Moorbäder bis hin zu Sprays gegen Übergewicht
14:16oder auch Geräten zur Abwendung angeblich gesundheitsschädlicher Erdstrahlen.
14:24Der nächste Fall, meine Damen und Herren, bestätigt eine alte Kriminalistenweisheit.
14:28Betrüger gaukeln ihren Opfern gern ein lukratives Geschäft vor,
14:32bevor sie ihnen dann das Fell über die Ohren ziehen.
14:35Sie wissen, dass kaum jemand Nein sagt, wenn er scheinbar problemlos und ohne Risiko etwas verdienen kann.
14:42Und wem auf diese Weise erst einmal Sand in die Augen gestreut worden ist,
14:45dem fällt es naturgemäß schwer, einen klaren Blick zu behalten und zu erkennen,
14:49wo der Pferdefuß bei einem solchen Geschäft steckt.
14:52Die Geprellten in der nun folgenden Geschichte sind in der Hauptsache Gastwirte.
14:56Und das sind nicht wenige.
14:58Denn immerhin gibt es in unserem Land rund 200.000 gastronomische Betriebe aller acht.
15:03Zu den angenehmen Erscheinungen der Gastronomie in einer norddeutschen Stadt gehört die Speisegaststätte zum Löwen.
15:20Der Wirt Walter Schreiner hat das angesehene Lokal erst im Frühjahr übernommen,
15:26nach dem Tod des langjährigen früheren Besitzers.
15:29Mit seiner freundlich robusten Art ist es Walter Schreiner gelungen,
15:43dem Lokalen die alten Stammgäste zu erhalten.
15:46Eine wichtige Voraussetzung für den geschäftlichen Erfolg.
15:50Außerdem sorgt der gute Ruf der Küche im Löwen dafür, dass neue Kunden kommen.
15:55An einem Tag im September gehört dann ein Mann zu den Gästen,
15:59der nicht in erster Linie wegen des Essens gekommen ist.
16:03Schön.
16:05Ob der Wirt vor ein paar Minuten Zeit für mich hat, ich möchte gern mit ihm sprechen.
16:09Ja, einen Moment bitte, ich sage Bescheid.
16:10Das wäre nett, danke.
16:16Chef, das Wirt sitzt in der Nähe, möchte Sie gerne sprechen.
16:19Ja, ich gehe gleich hin.
16:20Guten Tag.
16:30Guten Tag.
16:30Bruno ist mein Name.
16:32Sie sind der Herr Schreiner?
16:34Ja, ja, der bin ich.
16:36Äh, ich habe extra gewartet, bis der Trubel hier vorbei ist.
16:41Sie haben ja ganz schön zu tun übermittags.
16:44Aha, das ist noch gut so.
16:46Ja, danke.
16:47Darf ich?
16:48Bitte, bitte.
16:48Also, was kann ich für Sie tun, Herr Gronau?
16:52Ja, also, die Sache ist die, Herr Schreiner.
16:54Ich bin nicht ganz zufällig hier im Lokal.
16:57Ich komme vom DKTV, vom Deutschen Kraftfahrt-Touristikverein.
17:02Wir suchen Vertragshäuser, die wir unseren Mitgliedern empfehlen können.
17:06Wollen Sie uns aufnehmen in Ihre, Ihre Liste?
17:09Ja, vielleicht, aber wir haben da noch eine andere Sache.
17:12Wir wollen für unsere Mitglieder regelmäßige Geschäftsfahrten veranstalten in verschiedene Städte, nicht?
17:18Und da suchen wir noch Gaststätten, so mit angenehmer Atmosphäre.
17:23Tja, ich glaube, da wären Sie bei mir richtig.
17:27Darf ich Sie zu irgendwas einladen?
17:29Ja, vielleicht noch ein Bier.
17:32Du, Doris, sei doch bitte so lieb und bring uns zwei Bier.
17:35Für so einen Ausflug, da kommen etwa 40 Leute zusammen und da können wir so alle vier Wochen mal Ihr Lokal ansteuern.
17:42Klingt nicht schlecht. Mit was kommen die?
17:44Mit Pussen natürlich. Platzmäßig müsste das doch hier gehen.
17:49Na klar, wenn ich das rechtzeitig weiß, kann ich diese Hälfte vom Lokal für Sie reservieren. Das lässt Sie schon machen.
17:55Wenn wir gerade dabei sind, wir haben noch eine andere Sache vor im DKTV.
18:00Ein dolles Ding, eine Misswahl.
18:02Wie? Eine Misswahl? Wie soll denn das gehen?
18:08Ein Schönheitswettbewerb. Die jungen Mädchen sind ganz wild auf sowas.
18:12Wir versprechen uns da einen regen Zulauf.
18:15Naja, also, die hübschen Mädchen habe ich nichts.
18:19Aber sagen Sie mal, da brauchen wir doch eine Bühne oder einen Aufstieg oder sowas.
18:24Ach, das kriegen wir schon, wenn Sie so ein bisschen umräumen und da an die Wand ein Podest stellen.
18:29Ja, das können wir schon machen.
18:31Sehen Sie, Herr Schreiner, so werben wir für diese Veranstaltung.
18:36Also, das Plakat kann sich doch sehen lassen, oder?
18:39Da werden Sie ein volles Haus haben.
18:41Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass der gute alte Löwe da aus allen Nähten platzen würde.
18:46Walter Schreiner hat durchaus Fantasie.
18:53Er malt sich schon aus, wie die schönsten Mädchen der Stadt auf seiner improvisierten Bühne posieren.
18:57Und er weiß natürlich auch, dass eine solche, aus dem Rahmen fallende Veranstaltung viel Neugierige in sein Lokal locken wird.
19:11Eine Parade schöner Mädchen im Löwen, das wäre für die kleine Stadt eine Attraktion.
19:19Also, wenn wir das hinkriegen, bitte, dann küren wir halt eine Schönheitskönigin.
19:39Hör doch mal was Neues.
19:41Das Plakat lasse ich Ihnen gleich hier.
19:43Das können Sie dann hier ans Fenster hängen, damit sich auch genügend hübsche Mädchen melden.
19:47Unsere Adresse ist da unten eingedruckt.
19:49Also, dann Prost.
19:50Prost auf Ihr Wohlerscheiner und auf gute Partnerschaften mit dem DKTV.
19:55Ja.
19:59Hier habe ich noch ein paar Handzettel mit den genauen Teilnahmebedingungen.
20:04Die können Sie dann ja verteilen, wenn da jemand nachfragen sollte.
20:07Na klar, kein Problem.
20:09Ja, ich schreibe das hier gerade mal auf.
20:11Das ist für unsere Unterlagen und Sie sollten ja auch was Schriftliches haben.
20:15Also, das ist hier das Gasthaus zum Löwen.
20:19Schriftlichen, Inhaber, wie war doch noch Ihr Vorname, Herr Schreiner?
20:23Walter, Walter Schreiner.
20:25Vorne mit Sch, hinten mit Rainer.
20:28Sagen Sie, ist das jetzt für die Misswahl oder wegen der Ausflugswahl?
20:32Für beides, Herr Schreiner.
20:34Also, für die Ausflüge halte ich dann erst einmal zehn Abende bis zum kommenden Sommer fest.
20:41Circa 40 bis 50 Teilnehmer, die genauen Termine geben, wie Ihnen dann noch bekannt.
20:45Sagen Sie, Herr Schreiner, könnten Sie uns für diese Abende vielleicht ein preiswertes Menü anbieten?
20:50Sicher doch.
20:51Wenn ich das rechtzeitig weiß...
20:53Gut, dann schreibe ich das gleich mal mit auf.
20:55Wie wäre denn da der Preis?
20:57Tja, für zwölf Mark, denke ich, können wir da schon was Ordentliches auf die Beine stellen.
21:04Zwölf Mark?
21:06Das ist nicht schlecht.
21:07Das kommt bei unseren Mitgliedern erfahrungsgemäß sehr gut an.
21:10Also, dass dem einen die flotte Miss, ist dem anderen das billige Schnitzel.
21:15Dem Wirt erscheint der Besuch des Vertreters fast wie ein kleiner Lottogewinn.
21:20Ganz unverhofft werden ihm Busse voll mit neuen Gästen vor die Tür rollen, so glaubt er.
21:26Und die Misswahl dürfte dazu führen, dass sein Haus in aller Munde sein wird.
21:29Angesichts dieser verlockenden Perspektive denkt er nicht weiter darüber nach, dass er vom DKTV, dem Verein, der es scheinbar so gut mit ihm meint, noch nie etwas gehört hat.
21:43Und als der DKTV-Vertreter dann seinerseits einen kleinen Wunsch anmeldet, will Walter Schreiner die neue Geschäftsbeziehung nicht durch übertriebene Kleinigkeit aufs Spiel setzen.
21:53Ich glaube, Sie können ganz zufrieden sein mit der Bestellung, die ich Ihnen da gebracht habe.
21:58Ich habe jetzt nur noch eine kleine Bitte.
22:00Aha.
22:01Jetzt kommt das dicke Ende.
22:03Nein, nein.
22:04Herr Schreiner, so schlimm wird das nicht, obwohl bei einem solchen Auftrag eine kleine Provision durchaus üblich wäre.
22:09Aber bei uns gibt es das nicht.
22:11Allerdings, wir haben hier eine Vereinszeitschrift.
22:15Mhm.
22:15Und die soll ich jetzt abonnieren?
22:17Nein, auch das nicht, Herr Schreiner, denn als Inhaber einer Vertragsgaststätte erhalten Sie unsere Vereinszeitschrift quasi als Belegexemplar kostenlos zugestellt.
22:27Aha.
22:28Aber worum ich Sie bitten möchte, ist, dass Sie vielleicht mit einer kleinen Anzeige hineingehen.
22:32Unsere Mitglieder wissen dann gleich, wo Sie landen bei unseren Ausflügen.
22:36Das leuchtet mir schon ein.
22:38Ich sehe schon, Sie haben da viele Gaststätten aus dem süddeutschen Raum drin.
22:41Ja, der DKTV arbeitet ja bundesweit und wenn Sie da zum Beispiel mit einer Leiste quer über die Seite hineingehen, dann wird das überall sehr aufmerksam registriert in Konstanz genauso wie in Aachen und in Kassel.
22:55Nicht schlecht. Aber sagen Sie, was kostet so eine Anzeige? Oder wie sagen Sie, Leiste heißt das?
23:02Ja, der Preis richtet sich nach der Größe. Also, diese Leiste hier zum Beispiel, die kostet 550 Mark plus Mehrwertsteuer.
23:10Müh, billig ist das nicht gerade.
23:13Aber das sind doch für Sie Betriebskosten. Und denken Sie doch mal an die positiven Auswirkungen bei all unseren Mitgliedern.
23:20Und wenn Sie die Anzeige jetzt bestellen, gilt sie zum selben Preis für drei Ausgaben.
23:26Na gut, dann schreiben Sie so ein Ding auf.
23:29Ja.
23:31Walter Schreiner ist zwar von der Nützlichkeit des Inserates nicht ganz überzeugt. Und auch der Preis erscheint ihm etwas hoch.
23:38Nachdem er aber einmal zugesagt hat, will er nun keinen Rückzieher mehr machen.
23:45Ah, so, wenn Sie da bitte hier unterschreiben würden, das andere fülle ich dann nachher aus.
23:52Ja.
23:52So, dann bekomme ich jetzt 621 Mark 50 von Ihnen.
23:59Ja.
23:59So zahlt er schließlich das Inserat, obwohl er weder über die Höhe der Auflage noch über den Bezieherkreis der Vereinszeitschrift etwas weiß.
24:09Nachdem der Wirt die Anzeige bezahlt hatte und der Vertreter des sogenannten Deutschen Kraftfahrt-Touristikvereins gegangen war,
24:17wartete Walter Schreiner die nächsten Wochen vergebens auf die angekündigten Ausflugsbusse.
24:23Auch von der Misswahl hat er dann nichts mehr gehört.
24:26Dafür musste er aber eines Tages erfahren, dass der Vertreter auch bei anderen Gastwirten im selben Ort gewesen ist.
24:32Dort hat er die gleichen Versprechungen gemacht und ebenfalls für die Inserate kassiert.
24:38Als Walter Schreiner dann bei dem ominösen Verein reklamierte, warum der Schönheitswettbewerb und die Ausflüge nicht stattfinden,
24:46musste er erleben, dass der Vereinsmanager den Spieß einfach umdrehte.
24:50Angeblich habe er, der Wirt, im Ort die Werbetrommel nicht genug gerührt,
24:54sodass sich die Veranstaltung einer Schönheitskonkurrenz nicht gelohnt habe.
24:58Und einem so unzuverlässigen Partner könne man natürlich auch keine Ausflugsgäste schicken.
25:05Was die Anzeigen betrifft, hat sich der Verein gegen den Betrugsvorwurf relativ geschickt abgesichert.
25:12Die teuer bezahlten Inserate sind zwar gedruckt worden, allerdings nur in einer Auflage,
25:17die gerade reicht, um die Inserenten mit je einem Belegexemplar zu bedienen.
25:22Und nun wieder zu den aktuellen Kurzwarnungen.
25:29Aus Berlin kommt die Meldung, dass sich in jüngster Zeit wieder Beschwerden über unkorrekte Lieferungen von Kohlen- und Briketts häufen.
25:38Eine Berliner Rentnerin, die im vorigen Jahr schon einmal betrogen worden ist,
25:42hat sich die Mühe gemacht, nach der Anlieferung die Briketts mit einer Haushaltswaage nachzuwiegen.
25:47Dabei stellte sie fest, dass ihr tatsächlich wieder zu wenig Kohlen geliefert worden sind.
25:5120 Zentner waren bestellt und bezahlt.
25:54Geliefert wurden, sage und schreibe, nur 15,5 Zentner.
25:58Die Kontrolle mit der Küchenwaage ist sicher ein mühsamer Weg, der nicht von jedermann gegangen werden kann.
26:04Dennoch sollte man sich überlegen, wie man die Lieferung seines Heißmaterials,
26:07und sei es nur stichprobenweise, kontrollieren kann.
26:11Eine weitere Warnung kommt vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden.
26:15Sie macht auf einen reisenden Hoteldieb aufmerksam, der insbesondere in Kurorten auftritt,
26:22und zwar stets in Hotels, die über ein Hallenbad verfügen.
26:26Dort wartet er einen günstigen Moment ab, um aus den Bademänteln die Zimmerschlüssel zu entwenden.
26:31Da auf diesen Schlüsseln die Zimmernummern vermerkt sind,
26:34hat der Dieb keine Mühe, die entsprechenden Räume schnell zu finden und dort Geld- und Wertgegenstände zu entwenden.
26:40Die bisherige Beute beläuft sich auf über 700.000 Mark.
26:46Sollten Sie also ein Hotelhallenbad benutzen, empfiehlt es sich, die Zimmerschlüssel am Empfang abzugeben
26:51oder zumindest den Bademantel mit dem Schlüssel stets im Auge zu behalten.
26:58Aus mehreren Gegenden der Bundesrepublik häufen sich Meldungen über das Wiederauftauchen eines alten, besonders üblen Tricks,
27:05betrügerische Nachnahmesendungen an Tote.
27:08Die Gauner gehen dabei folgendermaßen vor.
27:11Sie besorgen sich anhand von Todesanzeigen und Telefonbüchern die Adressen von Verstorbenen.
27:16Diesen schicken sie dann, einige Tage nach der Beerdigung, Rechnungen über angeblich bestellte und gelieferte Waren.
27:23Krawatten, Bücher, Genussmittel wie zum Beispiel Tee und Kaffee oder ähnliches.
27:28Die Hinterbliebenen wundern sich zwar meist, wollen dann aber doch aus Gründen der Pietät nicht lange feilschen und bezahlen in den meisten Fällen.
27:36Besonders hinterhältig ist in diesem Zusammenhang der sogenannte Pornotrick.
27:41Die Witwen erhalten Rechnungen über Pornomagazine oder andere Erotikartikel, die die Ehemänner kurz vor ihrem Tod angeblich noch bestellt haben.
27:49Den Frauen ist das Ganze natürlich ausgesprochen peinlich.
27:53Da die Betrüger Diskretion zusichern, zahlen sie die geforderten Summen, meist um die 100 Mark, damit die Sache in der Verwandtschaft nicht publik wird.
28:01Diese Haltung ist zwar verständlich, besser ist es aber in so einem Fall sofort die Polizei zu verständigen.
28:08Soviel unter der Rubrik aktuelle Kurzwarnung.
28:12Der nächste Fall, den wir wieder etwas ausführlicher schildern, behandelt eine besonders niederträchtige Masche.
28:18Eine alte Dame wird um einen Teil ihrer Ersparnisse geprellt.
28:21Die Täter spinnen vorher eine raffinierte Intrige, bei der sie mit verteilten Rollen arbeiten und das Opfer somit kaum eine Chance hat, die verdeckte Komplizenschaft rechtzeitig zu erkennen.
28:32Es wird gar nicht so einfach sein, ohne die Frau Bergmann. Ich weiß gar nicht, was ich machen soll.
28:40Wann zieht sie denn nun aus? Ist es wirklich endgültig?
28:43Ja, nächste Woche am Ersten. Ist dein Jammer. Sie war so ordentlich und zuverlässig.
28:49Na, du wirst schon wieder jemanden finden.
28:52Tja, aber wie? Ich kann doch nicht jeden x-beliebigen ins Haus lassen.
28:56Vielleicht solltest du mal inserieren. Ich kann das ja für dich machen. Du musst mir nur sagen, wie die Frau sein soll und was sie zu tun hat.
29:03Die Hauptsache ist, dass sie mir die groben Arbeiten abnimmt. Und das Einkaufen.
29:08Na, das ist doch schon was. Und wenn wir dann noch schreiben, zuverlässige Kraft, zwei bis drei Mal in der Woche für gepflegten Haushalt bei alleinstehender Dame gesucht und so, dann wird sich schon jemand melden.
29:23Wenn du meinst, wir können es ja mal versuchen.
29:25Wilma Lund ist 71 Jahre alt und seit 15 Jahren verwitwet.
29:30Sie lebt allein in einem geräumigen Einfamilienhaus am Rande der Stadt.
29:34Ihre Verwandtschaft wohnt weit entfernt.
29:37Zu den wenigen Freunden, die die alte Dame regelmäßig besuchen, gehört auch der Pensionär Walter Schlüter.
29:44Wilma Lund hat keine finanziellen Sorgen.
29:46Dafür macht ihr aber die Bewältigung der Hausarbeit zunehmend Schwierigkeiten.
29:50In den vergangenen Jahren hat ihr eine Nachbarin geholfen, die nun in eine andere Stadt zieht, weil ihr Mann dort eine neue Arbeit aufnimmt.
29:59Ja, prima. Danke.
30:03Ich werde dann morgen früh gleich hingehen. Da komme ich dann bestimmt noch zurecht für die Wochenendeausgabe.
30:07Was meinst du denn, was so ein Inserat wohl kostet?
30:10Ach, da macht ihr mir keine Gedanken. Ich lege es erst mal aus und bringe dir dann die Rechnung.
30:14Das von Herrn Schlüter aufgegebene Inserat wird auch von einer jungen Frau gelesen, die gerade daran interessiert ist, eine neue Nebenbeschäftigung zu finden.
30:26Sie sucht genau das, was hier geboten wird. Eine Stelle bei einer alleinstehenden, nicht unvermögenden Dame.
30:32Guten Tag, Frau Lund. Hier ist Helga Braun. Ich rufe an wegen des Inserats, das Sie da in der Zeitung haben. Ist die Stelle denn noch frei?
30:40Ja, Sie sind die Erste, die sich meldet. Wären Sie denn interessiert daran?
30:45Ja, wer?
30:46Was machen Sie denn sonst? Arbeiten Sie noch bei anderen Stellen?
30:49Ja, ich bin Diplomkosmetikerin.
30:51Ja, würde das nicht zu anstrengend sein für Sie?
30:54Nein, nein, da brauchen Sie keine Angst zu haben. Ich kann schon arbeiten.
30:58Verdient man denn da nicht genug als Diplomkosmetikerin?
31:01Ach, wissen Sie, Frau Lund, ich habe mich gerade erst selbstständig gemacht und so viele Kunden habe ich noch nicht.
31:07Da muss ich eben noch was dazu arbeiten.
31:09Wie viel wollen Sie denn haben, die Stunde? Ich habe da an 10 Mark gedacht.
31:13Ja, das geht in Ordnung. Das ist ja steuerfrei, nicht wahr?
31:16Ja, natürlich.
31:18Ach, sagen Sie, Frau Lund, wo ist das denn? Ich meine, wo wohnen Sie?
31:22In der Lilienstraße 5.
31:24Ja, das ist ja günstig. Da kann ich den Bus nehmen. Das sind nämlich nur ein paar Haltestellen.
31:27Ich komme dann also morgen früh gleich mal vorbei, wenn es Ihnen recht ist.
31:30Ja, das wäre mir schon recht.
31:32Wiederhören, Frau Lund.
31:33Die beiden Frauen verstehen sich auf Anhieb.
31:40Und so hat Frau Lund für ihren Haushalt dann gleich wieder eine Hilfe, nachdem ihre Nachbarin weggezogen ist.
31:46Helga Braun stellt sich recht geschickt an und gewinnt sehr schnell das Vertrauen der alten Dame.
31:51So, ich mache jetzt noch das Schlafzimmer. Sie können gerne hierbleiben. Ich mache das schon.
31:57Ja, ist gut. Sie wissen ja, die Steckdose ist gleich hinter der Tür.
32:00Ja.
32:01Die neue Hilfe konzentriert sich im Haushalt auf die schweren Arbeiten, so wie es sich Frau Lund vorgestellt hat.
32:08Und sie nimmt der alten Dame natürlich auch die Einkäufe ab, die sie selbst nicht mehr bewältigt.
32:13Die Hausherrin merkt nicht, dass ihre neue Hilfe, mit der sie so überaus zufrieden ist, auch eine etwas weniger gute Eigenschaft hat.
32:30Ohne, dass es der alten Dame zunächst auffällt, verschwinden nämlich nach und nach mehrere kleine, aber wertvolle Gegenstände aus dem Haus.
32:38Und dann bahnt sich bald ein noch völlig anders geartetes Unheil im Hause Lund an.
32:46Kommen Sie nur rein. Ich habe nicht geschlafen.
32:50Ich wäre dann soweit, Frau Lund. Oder haben Sie noch was?
32:53Nein, ich glaube nicht.
32:56Na nun, wie kann denn das sein? Ach, bitte schauen Sie doch mal nach, Frau Braun.
33:01Guten Tag, ich komme vom Gesundheitsamt. Ich hätte gerne Frau Lund gesprochen.
33:08Ja, einen Moment bitte.
33:10Bitte schön.
33:11Da ist ein Mann. Er sagt, er ist vom Gesundheitsamt. Soll ich ihn reinlassen?
33:15Ja, ich denke schon, aber bleiben Sie noch so lange da, ja?
33:19Kommen Sie doch bitte herein.
33:21Schön.
33:21Guten Tag.
33:23Guten Tag.
33:25Rebke ist mein Name. Ich komme vom Gesundheitsamt.
33:29Vom Gesundheitsamt? Wieso denn? Dürfte ich mal Ihren Ausweis sehen?
33:32Ja, aber bitte schön. Bitte.
33:38Frau Braun, haben Sie vielleicht irgendwo meine Brille gesehen?
33:41Ich mache das schon. Ich habe ja bessere Augen.
33:43Danke. Na gut, dass ich Sie habe.
33:45Das ist ein Dienstausweis. Der ist in Ordnung. Stadtverwaltung, Gesundheitsamt steht drauf.
33:49Ja. Bitte nehmen Sie doch Platz, Herr Rebke.
33:53Ja, um was handelt es sich denn?
33:54Ja, das ist so eine Sache, Frau Lund. Ist mir ja ein bisschen peinlich, aber gegen Sie ist eine Anzeige erstattet worden.
34:03Eine Anzeige? Weswegen denn, um Gottes Willen?
34:06Genau das ist es ja, was ich meine. Eine peinliche Sache. Also, ich mache es kurz.
34:12Es heißt, dass hier Ungeziefe im Haus sein soll.
34:16Was?
34:17Ich glaube Sie eigentlich auch nicht. Aber ich muss es halt untersuchen.
34:23Also, das ist doch nicht zu fassen.
34:24Wer behauptet denn sowas?
34:26Was meinen Sie, was wir alles erleben?
34:29Also, das ist ja wohl eine Frechheit. Ich putze ja schließlich hier.
34:33Und ich tue nur meine Pflicht. Vielleicht ist doch alles nur erfunden.
34:37Aber erst muss ich die Räume kontrollieren. Wo ist denn das Schlafzimmer?
34:41Dort. Sie können gern nachschauen.
34:43Wilma Lund hat Zeit ihres Lebens einen gepflegten Haushalt geführt.
34:48Ungeziefer kennt sie nur vom Hörensagen.
34:51Dennoch beschleicht sie ein ungutes Gefühl.
34:56Das ist ja unglaublich.
34:57Und sie merkt nicht, dass es der Besucher mithilfe eines Taschenspielertricks darauf anlegt, sie zu schockieren und in Angst und Schrecken zu versetzen.
35:07Also doch.
35:12Wissen Sie, was das sind, Frau Lund?
35:16Nein.
35:17Wanzen.
35:19Was?
35:20Und das in Ihrem angeblich so sauberen Haus.
35:25Da bin ich ja gespannt, was wir noch alles finden.
35:28Eine schöne Bescherung.
35:31Da muss die Desinfektionskolonne her.
35:33Was?
35:33Die Desinfektionskolonne.
35:34Setzen Sie sich erst mal.
35:35Dann seien Sie doch nicht so hart mit der Frau.
35:38Sie sehen doch, Frau Lund ist fix und fertig.
35:40Mein Gott, das ist ja schrecklich.
35:42Wie kann denn das passieren?
35:44Tja, das müssen Sie doch wissen.
35:46Das wird jedenfalls eine teure Sache.
35:49Ja, warum denn das?
35:50Wieso denn teuer?
35:52Die Desinfektionskolonne müssen Sie doch bezahlen.
35:55Die kommen mit einem großen Spezialwagen.
35:57So ein Einsatz kostet um die 4000 Mark.
36:01Mein Gott, dass ich das erleben muss.
36:03Was sagen Sie da?
36:05Spezialwagen?
36:06Ja, aber dann sehen das ja die Nachbarn.
36:08Ja, was denken Sie denn?
36:09Unter der Decke halten lässt sich sowas kaum.
36:14Mein Gott, dass ich sowas erleben muss.
36:17Also, ich muss jetzt erst mal meiner Dienststelle Meldung machen.
36:20Ich kann doch sicher mal bei Ihnen telefonieren.
36:23Der Apparat ist im Wohnzimmer.
36:24Sie wissen ja, wo das ist.
36:25Ja, danke schön.
36:27Beruhigen Sie sich doch, Frau Lund.
36:29Das wird schon wieder werden.
36:30Aber die Nachbarn, was sollen die denn denken?
36:33Nun regen Sie sich doch nicht schon vorher auf.
36:35Wer weiß, vielleicht kriegen wir das noch alles hin.
36:37Kommen Sie.
36:38Wir müssen mit dem Mann noch mal reden.
36:40Nein, Herr Direktor.
36:43Ich glaube schon, dass Ihr Eide geboten ist.
36:46Sonst werden womöglich die anderen Häuser auch noch infizieren.
36:49Gut, dann teilen Sie also die Desinfektionskolonne ein.
36:53Geht in Ordnung, Herr Direktor.
36:55Wiederhören.
36:56Mein Chef konnte mir jetzt noch nicht genau sagen, wann der Spezialtropf frei ist.
37:03Das kann noch ein oder zwei Tage dauern.
37:06Sie kriegen noch genauen Bescheid.
37:07Sagen Sie mal, gibt es denn da gar keine Möglichkeit, dass das ein bisschen unauffälliger gehandhabt wird?
37:12Sie sehen doch, wie Frau Lund das nahe geht.
37:15Ich verstehe das schon.
37:17Aber das wird schwer gehen.
37:19Ersparen Sie der alten Dame doch die Blamage.
37:22Es gibt da eine Privatfirma, die wickelt solche Aufträge ganz diskret ab.
37:27Aber die ist viel teurer als unser Trupp.
37:30Da kostet so ein Einsatz rund 6.000 Mark.
37:33Und die müsste ich vorauskassieren.
37:35Denn wir dürfen den Auftrag nur erteilen, wenn in der Amtskasse das Geld hinterlegt ist.
37:39So viel Geld.
37:41Tja, das ist schrecklich.
37:43Aber immer noch besser, als wenn die Nachbarn davon erfahren.
37:46Frau Lund, meinen Sie nicht auch?
37:47Ja, aber so viel Geld habe ich doch gar nicht im Haus.
37:50Es genügt, wenn Sie einen Scheck ausstellen, den ich hinterlege.
37:53Ich habe das Geld auf dem Sparbuch.
37:55Da gibt es doch keine Schecks.
37:57Vielleicht kann ich Ihnen da helfen.
37:59Ich könnte dem Herrn ja einen Scheck von mir geben.
38:02Ich bin für ein paar Tage flüssig auf meinem Konto, weil ich die Kosmetiklieferanten noch nicht bezahlt habe.
38:07Das wollen Sie tun für mich?
38:09Ach, das ist aber nett.
38:10Das werde ich Ihnen nicht vergessen.
38:12Ach, das mache ich doch gern.
38:14Schließlich bin ich ja auch ein bisschen davon betroffen.
38:17Ich mache ja bei Ihnen sauber.
38:186.000?
38:23Ja, bitte.
38:25Ich disponiere den Auftrag dann gleich um und werde Sie anrufen und Ihnen sagen, wann die Firma kommt.
38:32Das kann, wie gesagt, ein paar Tage dauern.
38:36So, hier.
38:376.000, Herr Rübke.
38:38Danke.
38:39Und sorgen Sie dafür, dass die Leute wirklich unauffällig kommen.
38:42Sicher.
38:43Das geht in Ordnung.
38:44Sie hören dann von mir.
38:45Auf Wiedersehen, die Damen.
38:47Auf Wiedersehen.
38:49Und, wie gesagt, ich tue nur meine Pflicht.
38:52Ehrlich, Frau Lund, das war sicher richtig, so wie Sie es gemacht haben.
39:03Ja, also ich gehe dann morgen früh gleich auf die Bank und hebe das Geld ab für Sie.
39:07Ja, ist schon gut.
39:08Ich komme dann so um 11 Uhr vorbei und hole es mir ab.
39:11Und den Salat bringe ich auch gleich mit, den ich heute vergessen habe.
39:14Wiedersehen.
39:15Am nächsten Morgen ist Wilma Lund nach einer schlaflosen Nacht ganz erschöpft.
39:23Immer wieder hat sie das Licht eingeschaltet und, allerdings vergeblich, nach Ungeziefer in ihrem Bett gesucht.
39:30Um 9 Uhr ist sie dann gleich zur Sparkasse gegangen, denn dass sie bei ihrer Hausgehilfin Schulden machen musste, liegt ihr zusätzlich auf der Seele.
39:39Entschuldigen Sie, ich habe es gar nicht gehört.
39:41Wilma Lund hat, wie gesagt, keine finanziellen Sorgen.
39:45Aber die 6.000 Mark, die sie an diesem Morgen abhebt, schmälern ihre Ersparnisse doch ganz beträchtlich.
39:59Pünktlich zur verabredeten Zeit erscheint dann Helga Braun bei Frau Lund, um sich das angeblich verauslagte Geld abzuholen.
40:07Sie hat es, entgegen ihren sonstigen Gewohnheiten, jetzt recht eilig.
40:12Ich war heute schon ganz früh auf der Bank.
40:146.000 Mark.
40:16Danke.
40:17Da wollen Sie denn nicht nachzählen?
40:20Ach, ich weiß doch, dass das stimmt.
40:22Sie werden mich doch nicht betrügen.
40:23Ja, das nicht, aber Ordnung muss doch sein.
40:26Trinken wir jetzt eine Tasse Kaffee?
40:28Nein, Frau Lund, ich muss gleich weg.
40:30Ich habe noch was vor.
40:31Wie schade, dann darf vielleicht ein andermal.
40:33Ja, ja.
40:33Also dann...
40:34Wilma Lund kann sich die plötzliche Eile nicht erklären, denn die alte Dame weiß noch nicht, dass die freundliche Hausgehilfin eine Diebin und Betrügerin ist, die auf sehr raffinierte Weise mit einem Komplizen zusammengearbeitet hat.
40:50Na, hat's geklappt?
40:53Klar.
40:536.000 war auf die Hand.
40:59Na, dann gib mir mal gleich meine drei Riesen.
41:01Erst den Scheck.
41:02Okay.
41:02Frau Lund hat in den nächsten Tagen nicht nur vergeblich auf ihre Hausgehilfin, sondern auch auf eine Nachricht vom Gesundheitsamt gewartet.
41:23Als sie sich schließlich doch erkundigte, kam der ganze Schwindel ans Licht.
41:27Es fällt schwer, jemandem, der auf so niederträchtige Weise hereingelegt worden ist, hinterher mit guten Ratschlägen zu kommen.
41:35Denn diese Ratschläge laufen natürlich darauf hinaus, gegenüber seinen Mitmenschen ganz allgemein etwas vorsichtiger und misstrauischer zu sein.
41:43Wenn man sich aber die Folgen von allzu großer Vertrauensseligkeit anschaut, dann ist eine gehörige Portion gesundes Misstrauen durchaus gerechtfertigt.
41:54Konkret bezogen auf den Fall heißt das, Frau Lund hätte der neuen Putzhilfe ruhiger ein paar Wochen länger etwas auf die Finger schauen sollen.
42:01Und sie hätte natürlich auch selbst den Ausweis des angeblichen Beamten vom Gesundheitsamt kontrollieren sollen.
42:07Und vor allem noch eins, keine Behörde dieser Welt fordert von einer Stunde auf die andere ohne Vorankündigung eine so große Summe sofort in bar.
42:17Wenn jemand so etwas verlangt, dann muss an der Sache ein Haken sein.
42:22Und nun, wie zum Schluss jeder Sendung, wieder ein Experiment.
42:28Unsere Mitarbeiter haben diesmal eine ganz neue Masche getestet, bei der es um zweifelhafte Praktiken im Zusammenhang mit Videoaufnahmen geht.
42:36Und zwar um Videoaufnahmen bei der standesamtlichen Trauung.
42:40Sie wollten wie heute viel praktiziert mit Brautpaaren ins Geschäft kommen, um den großen Moment auf dem Standesamt festzuhalten.
42:55Die finanzielle Seite war geschickt verschleiert.
42:57Auf der Rückseite des Auftragsformulars stand lediglich, die Kosten der Videoaufnahmen errechnen sich aus den erforderlichen Bandmetern.
43:10Bernd Schröder wurde diesmal von Zweikammermännern begleitet, die ihre Ausrüstung nicht einmal zu verstecken brauchten.
43:19Wir kochen das gerade ein bisschen mit.
43:21Wenn Sie vielleicht gerade mal ein bisschen hier zur Seite treten, kommen Sie ruhig mit dazu.
43:24Ja, vielleicht so im Halbkast, dass die Damen auch nicht so ganz verdeckt sind.
43:28Ein paar kleine Regieanweisungen unterstreichen die Bedeutung des Vorgangs.
43:33Haben wir alles drauf, oder?
43:34Wir drehen das ein bisschen mit auch drinnen und beim Ja-Wort und draußen, wenn Sie runterkommen, dann haben wir eine schöne Erleitung.
43:40Während im Vorzimmer des Trausaals die letzten Formalitäten erledigt werden, unterschreiben Bräutigam und Braut den Auftrag der vermeintlichen Videofirma.
43:57Das Kleingedruckte auf der Rückseite lassen sie dabei unbeachtet.
44:02In puncto Kosten bleibt das Brautpaar völlig im Ungewissen.
44:10Wenn sich zwei Menschen im Leben begegnen, dann ist es oft so, dass sie gleich füreinander sind.
44:40Und dann kommt der große Augenblick.
44:43Auftragsgemäß beobachtet von den Kameras des angeblichen Videounternehmens.
44:49Der Schlusspunkt, das sorgfältig arrangierte Gruppenbild mit Brautpaar.
45:01Auch im nächsten Fall kommt der Auftrag sehr rasch zustande.
45:11Ohne Klarheit über die wirklich entstehenden Kosten zu haben, unterschreibt der Bräutigam.
45:17Das Argument, mit den Videoaufnahmen eine bleibende Erinnerung zu bekommen, verfängt auch diesmal.
45:22Strahlend kommen die frisch vermählten Brautleute die Treppe herunter und die Videokamera hält natürlich alles im Bild fest.
45:36Das Geschäft der Videofirma blüht.
45:47Auch der nächste Bräutigam unterschreibt den Auftrag.
45:49Auch er hat sich nicht sonderlich um das Kleingedruckte auf der Rückseite des Formulars gekümmert.
45:55Und dieser Auftrag erweist sich sogar als besonders lukrativ.
45:59Denn es handelt sich gleich um eine Doppelhochzeit.
46:02Spätestens nach der Rückkehr von der Hochzeitsreise hätten unsere Brautpaare im Ernstfall eine böse Überraschung erlebt.
46:17Dann nämlich wäre die Rechnung der Videofirma fällig gewesen.
46:21Eine teure Rechnung, nicht selten, zwischen 600 und 1000 Mark.
46:25Für junge Leute, die jeden Pfennig für den Start ins gemeinsame Leben brauchen, sicher eine bittere Pille.
46:30Deswegen der dringende Rat.
46:33Lesen Sie das Kleingedruckte.
46:35Verschaffen Sie sich immer Klarheit über die zu erwartenden Kosten, wenn Sie etwas bestellen.
46:41Wer die Katze im Sack kauft, kann meist nichts mehr machen, wenn es zu bösen Überraschungen kommt.
46:46Und damit bis zum nächsten Mal.
46:48Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:50Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:51Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:52Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:53Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:54Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:55Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:56Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:57Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:58Auf Wiedersehen und guten Abend.
46:59Auf Wiedersehen und guten Abend.
47:00Auf Wiedersehen und guten Abend.
47:01Auf Wiedersehen und guten Abend.
47:02Auf Wiedersehen und guten Abend.
47:03Auf Wiedersehen und guten Abend.
47:04Auf Wiedersehen.
47:05Auf Wiedersehen.
47:06Auf Wiedersehen.
47:07Auf Wiedersehen.
47:08Auf Wiedersehen.
47:09Auf Wiedersehen.
47:10Auf Wiedersehen.
47:11Auf Wiedersehen.
47:12Auf Wiedersehen.
47:13Auf Wiedersehen.
47:14Auf Wiedersehen.
47:15Auf Wiedersehen.
47:16Auf Wiedersehen.

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