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  • vor 8 Monaten

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Kurzfilme
Transkript
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00:00:30Musik
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00:01:30Gott sei Dank, heute ist mal wieder Sonnabend und wir kommen früh nach Haus.
00:01:45Wir, das sind die Arbeiter und Angestellten der Firma Bönke GmbH.
00:01:50Das ist keine von den großen Fabriken, aber wir beschäftigen immerhin 200 Leute.
00:01:55Unter uns gesagt, wir sind ein bisschen altmodisch in unserem Betrieb.
00:01:58Andere Unternehmen haben sich von den Kriegsschäden längst erholt, aber wir kränkeln immer noch.
00:02:04Der ganze Betrieb müsste aufgemöbelt werden, von Kopf bis Fuß.
00:02:08Hauptsächlich vom Kopf.
00:02:10Wenn ich mir vorstelle, was andere inzwischen auf die Beine gestellt haben, dann sieht's bei uns bitter aus.
00:02:15Wir brauchen neue Maschinen, aber reden Sie mit unserem Chef.
00:02:22Sehen Sie, da kommt gerade unser Prokurist, Dr. Günther.
00:02:25Natürlich im eigenen Wagen.
00:02:28Darf ich Ihnen gleich unseren Buchhalter vorstellen, Herrn Hauser.
00:02:34Bisschen verschreckt ist er.
00:02:36Er hat nämlich viel mit dem Chef persönlich zu tun.
00:02:39Ja, bisschen schrullig ist er auch.
00:02:42Aber sonst prima.
00:02:43Die zwei da, das sind Schwestern.
00:02:48Links da, die größere, das ist Ernie Lauer, Direktionssekretärin.
00:02:52Und die kleine, die schusselige, das ist Christel.
00:02:54Sie ist erst 14 Tage bei uns und sitzt in der Telefonzentrale.
00:02:59Wer ist denn das?
00:03:00Was gab dir denn die Ernie so an?
00:03:02Merkwürdig.
00:03:03Der junge Mann hier, der auf dem Motorroller, der ist bei uns in der Reklameabteilung.
00:03:11Aber hier, das ist Susi Ecker, eine Korrespondentin von uns.
00:03:15Sie hat von allem ein bisschen zu wenig.
00:03:16Zu wenig Geld, zu wenig Zeit und zu wenig Freude.
00:03:19Jetzt muss ich Ihnen aber auch endlich unseren Chef vorstellen, den Herrn Böhnke.
00:03:26Er ist kein gewöhnlicher Chef.
00:03:28Nicht das, was man heute so einen richtigen Chef nennt.
00:03:31Er ist ein Sonderling, der Herr Böhnke.
00:03:34Ein Mann, der mit dieser Zeit nicht mehr zurechtkommt.
00:03:38Na nun, wo ist er denn?
00:03:40Der Mann, von dem so viel für uns abhängt.
00:03:43Böhnke Berger?
00:03:44Herr Hauser, wo ist denn nur der Chef?
00:03:46Wieso, ist er nicht in seinem Büro?
00:03:47Eben nicht, ich war schon zweimal drin.
00:03:49Na nun, ist das sonst so unangenehm pünktlich.
00:03:51Wo steckt er denn?
00:03:52Ich weiß nicht.
00:03:54Hier, Böhnke Werke.
00:03:55Sie werden aus Zürich verlangt.
00:03:57Herr Paula Böhnke.
00:03:58Herr Böhnke ist noch nicht hier.
00:04:00Na nun, bitte bestellen Sie doch meinem Vater.
00:04:03Ich würde ihn später nochmals anrufen.
00:04:05Oder wissen Sie, wo er steckt?
00:04:07Lieber Böhnke, Sie müssen den Aufregungen aus dem Wege gehen.
00:04:10Wollen Sie mir vielleicht sagen, wie man das macht?
00:04:12Nichts ist so aufregend, als wenn einem gesagt wird,
00:04:14man soll sich nicht aufregen.
00:04:16Ich rege mich schon auf über die Gedankenlosigkeit,
00:04:18mit der so ein Rat erteilt wird.
00:04:20Wenn ich in der Früh die Augen aufschlage
00:04:21und die Zeitungen lese,
00:04:23dann rege ich mich auf.
00:04:25Wenn ich an Ihr Honorar denke,
00:04:26dann rege ich mich auf.
00:04:28Und wenn ich jetzt den Fuß aus Ihrem Haus setze,
00:04:30um auf die Bank zu gehen,
00:04:31dann rege ich mich auf in Erwartung der Riesenaufregung,
00:04:34die mir bevorsteht.
00:04:35Und da sagen Sie,
00:04:36ich soll mich nicht aufregen.
00:04:37Beruhigen Sie sich doch.
00:04:39Kommen Sie bitte mal.
00:04:40Sie werden sehen, wenn ich jetzt Ihren Blutdruck messe,
00:04:42dann werden endlich auch Sie merken,
00:04:44dass ich unmittelbar vor einem Schlaganfall stehe.
00:04:46Wenn auch nicht unmittelbar,
00:04:47so lässt sich doch nicht leugnen,
00:04:48dass Sie alles tun,
00:04:50damit aus einer Ferndrohung
00:04:51eine nahe Gefahr wird.
00:04:54Es liegt doch in Ihrer Hand,
00:04:55eine Ihrem Zustand entsprechende Ruhe,
00:04:57Lebensweise zu finden.
00:04:59Es liegt eben nicht in meiner Hand.
00:05:00Nichts liegt in meiner Hand.
00:05:01Alles liegt immer in der Hand der anderen,
00:05:03nicht der eigenen.
00:05:04Ich will Ihnen sagen,
00:05:04was in meiner eigenen Hand liegt.
00:05:06In meiner Hand liegt bloß,
00:05:07mit Ihr heute eine selbstschuldnerische Bürgschaft
00:05:09zu unterschreiben.
00:05:10Nun will doch.
00:05:11Sie sind doch ein begüterter Mann.
00:05:13Diese Vorstellung spielt offenbar
00:05:14bei der Bewässerung Ihres Honorars
00:05:15eine große Rolle.
00:05:17Eine gewisse.
00:05:17Aha.
00:05:19Also, warum unterschreiben Sie mich?
00:05:21Haha.
00:05:22Sie verordnen mir Ruhe
00:05:23und bringen mich zur Raserei.
00:05:25Wissen Sie denn,
00:05:25was eine selbstschuldnerische Bürgschaft bedeutet?
00:05:28Eine Falle.
00:05:29Na, na, na, na.
00:05:30Na, nix.
00:05:31Na, na, na, na.
00:05:32Nehmen Sie es wörtlich.
00:05:34Ich brauche einen großen Bankkredit
00:05:35für meine Fabrik,
00:05:36für neue Maschinen.
00:05:38Die Bank verlangt,
00:05:39dass ich hafte.
00:05:41Na und?
00:05:41Und ich soll mit meinem Geld haften.
00:05:44Mit meinem eigenen Geld.
00:05:45Ich soll mein eigenes Geld
00:05:46in meine eigene Fabrik stecken.
00:05:49Warum eigentlich nicht?
00:05:50Warum eigentlich nicht?
00:05:52Nur wenn es schief geht,
00:05:53im Fall einer Wirtschaftskatastrophe
00:05:55oder Weltkatastrophe,
00:05:56wie Sie alle heute mit Verlässlichkeit eintreten,
00:05:57wie früher einmal die Feiertage.
00:05:59Na, was dann?
00:06:01Dann habe ich mein schwer erarbeitetes Geld verloren.
00:06:03Das wäre bedauerlich,
00:06:05aber die Bank muss nun einmal
00:06:06die ihr anvertrauten Gelder schützen.
00:06:08Ja.
00:06:08Und ich meine es.
00:06:09Sie reden ja gerade so,
00:06:10als wenn Sie der Anwalt der Bank wären.
00:06:12Das will ich nicht.
00:06:13Aber ich behandle den Direktor.
00:06:17Den Röder?
00:06:18Ja, was ist daran so erstaunlich?
00:06:19Ich bin doch schließlich Herzspezialist.
00:06:21Ist der auch so weit?
00:06:23Ja.
00:06:23Sehen Sie,
00:06:25Sie sind der einzige Nutznießer
00:06:27dieser ganzen Geschichte.
00:06:29Ja,
00:06:29der traurige Nutznießer unserer Zeit.
00:06:31Der Chef immer noch nicht da?
00:06:32Nein, Herr Hauser.
00:06:35Herr Hauser,
00:06:35was ist denn das eigentlich
00:06:36eine selbstbürgerliche Schutzhaft?
00:06:39Das heißt selbstschuldnerische Bürgschaft,
00:06:41liebes Kind.
00:06:41Ja, ja,
00:06:42aber warum will Ihnen der Chef
00:06:42das nicht unterschreiben?
00:06:44Woher wollen Sie das wissen?
00:06:45Das wird gemunkelt.
00:06:46Psst.
00:06:47Hier, Böhnke Werke.
00:06:49Ich verbinde.
00:06:50Gehen Sie doch bitte aus der Leitung.
00:06:52und ich brauche die Buchhaltung.
00:06:54Ernie,
00:06:54es tut mir schrecklich leid,
00:06:55aber ich kann heute nicht mit dir ins Theater.
00:06:56Ich muss wieder nach Bremen.
00:06:58Geschäftlich.
00:06:59Nicht böse sein.
00:07:00Du wirst schon jemanden finden,
00:07:00der mit dir geht.
00:07:01Die Nummer ist leider noch übergelegt.
00:07:03Ich rufe Sie wieder.
00:07:05Christel?
00:07:06Ja?
00:07:06Einen Moment bitte.
00:07:07Bist du heute Abend
00:07:08ins Theater geht?
00:07:10Zwei Karten.
00:07:11Parkett,
00:07:12dritte Reihe.
00:07:13Fährt er schon wieder weg?
00:07:14Mhm.
00:07:15Hinkt er dich denn nicht mit?
00:07:16Nein.
00:07:17Wieder nicht?
00:07:19Ist ja komisch.
00:07:20Findest du?
00:07:22Ja, Herr Hart.
00:07:23Ganz tolle Sache.
00:07:24Wollen wir heute Abend
00:07:24ins Theater gehen?
00:07:25Theater?
00:07:26Du bist wohl größenwahnsinnig geworden.
00:07:28Mensch, Freikasen, gratis.
00:07:30Na und,
00:07:30das Abendessen?
00:07:31Streichen wir.
00:07:33Schön,
00:07:33streichen wir.
00:07:34Ist gemacht.
00:07:34Nein, auch anders nicht, Herr Klein.
00:07:48Sie sind selbst im Druck.
00:07:49Ja, deshalb kann es nur ein ganz bescheidenes Essen sein.
00:07:52Ohne Wein.
00:07:53Na wozu auch?
00:07:55Ihr beide seid ja noch so jung.
00:07:57Also können Sie ruhig von mir annehmen.
00:07:58Hier.
00:08:00Reicht vielleicht für ein paar Blumen auch noch, nicht?
00:08:03Aber wie kommen Sie da rum?
00:08:05Sie denken wohl, ich wurde so alt geboren, wie ich heute bin.
00:08:08Ja.
00:08:08Junge Leute glauben das von uns Alten.
00:08:11Stimmt aber nicht.
00:08:12Mein lieber Gerhard, ich so in Ihrem Alter war da.
00:08:14Oh je.
00:08:16Da sind Sie ein Frosch dagegen.
00:08:18Ja, Frosch mit Pfeife.
00:08:20Sagen Sie, Gerhard, existiert heute noch eigentlich diese, die Kolibri-Bar?
00:08:28Natürlich existiert die noch.
00:08:30So.
00:08:31Ja.
00:08:32Wissen Sie, damals war eine, so eine junge Schwarze dort mit so, mit so südländischen Augen.
00:08:40Die habe ich, ob es sie heute noch gibt?
00:08:43Warum lachen Sie?
00:08:44Na ja.
00:08:47Verschunk und vergessen.
00:08:48Aber, wisst Sie, damals war ich ein Ausgesprochener.
00:08:52Na ja.
00:08:54Dararararara, darararara.
00:08:58Aber heute, dararararara.
00:09:01Wenn ich heute meine Stellung verlieren sollte, dararararara.
00:09:05Sie haben doch sicher etwas gespart.
00:09:08Gespart?
00:09:09Ich empfunden.
00:09:100,0, mein lieber Gerhard.
00:09:13Und eine neue Stellung kriege ich heute nicht mehr.
00:09:16Uns Alte will man nicht.
00:09:20So groß ist das Wirtschaftswunder wieder nicht.
00:09:23Gesetz, falls Sie würden Ihre Stellung verlieren.
00:09:25Deswegen der falschen Addition?
00:09:28Möglich wäre es schon.
00:09:29Dr. Günther kann mich ja sowieso nicht leiden.
00:09:31Nein, nein, nein, nicht deswegen.
00:09:32Aus irgendeinem anderen Grund.
00:09:33Haben Sie sich eigentlich was erspart?
00:09:37Ich frage nicht, dass Neugier wird.
00:09:38Nicht ein Pfennig.
00:09:41Ich auch nicht.
00:09:45Was geht eigentlich vor?
00:09:47Meine, irgendwas ist doch los.
00:09:50Nicht nur Ihr Fehler in der Addition hat mich heute Nacht nicht wahr von lassen.
00:09:53Du, Hauser.
00:09:55Du, Hauser.
00:10:00Hauser, ich komme da nicht durch.
00:10:02Kein Wunder, du hast nur deinen Fußball im Kopf.
00:10:04Nicht nur.
00:10:05Fußball ist zweitens.
00:10:06Drittens das Büro.
00:10:07Was ist erstens?
00:10:08Nur rate mal.
00:10:10Ach.
00:10:12Aber bei dir ist Büro erstens, zweitens und drittens.
00:10:15Und hinterher kommt nicht.
00:10:16Komm, nimm das Ganze über Sonntag mit nach Hause.
00:10:18Ach, ich auch alles.
00:10:19Na, du hast doch frei.
00:10:20Und ich spiele gegen den Sportverein.
00:10:21Ja?
00:10:21Danke sehr.
00:10:22Na, Sie, Trauerweide.
00:10:26Kommen Sie auch mit?
00:10:28Ich spiele rechts außen für Hertha.
00:10:30Ach so.
00:10:31Genau.
00:10:32Auf erster Regel beim Fußballspiel ist es Hände weg, nicht?
00:10:35Ernie, du sollst sofort ins Chefzimmer kommen.
00:10:37Ja, danke, ich gehe schon.
00:10:39Der Chef ist da.
00:10:40Nimm das blaue Kleid mit, ja?
00:10:50Nein, nein, nicht das blaue.
00:10:54Nimm lieber das rote.
00:11:01Einmal muss ich es ja doch erfahren.
00:11:02Ja.
00:11:11Ja.
00:11:12Ja.
00:11:13Ein Rundschreiben an alle.
00:11:18Herr Klein, wir schließen Ende des Monats.
00:11:26Das verstehe ich gar nicht.
00:11:28Wo noch so viel Geld teils?
00:11:30Das sind ein paar Tausend.
00:11:31Gebraucht werden aber Hunderttausende.
00:11:34Wie aufregen.
00:11:36Ich erlebe sowas zum ersten Mal.
00:11:38Na, ich zum vierten Mal.
00:11:40Na, was jetzt?
00:11:42Darf ich mir Ihre 10 Mark wiedergeben?
00:11:44Na, behalten Sie ihn dann.
00:11:46Darauf kommt es auch nicht mehr.
00:12:00Entschuldigen, wissen Sie warum?
00:12:09Noch nicht.
00:12:12Wie ist das nur möglich?
00:12:13Weiß nicht.
00:12:14Aber das muss doch ein Grund haben.
00:12:15Man kann doch nicht in der ganzen Belegschaft
00:12:16so ohne Wartung alles entlassen.
00:12:19Warum sind denn alle so aufgeregt?
00:12:20Sie waren tot doch.
00:12:22Wir sollten Ernie fragen.
00:12:24Vielleicht weiß Ernie Bescheid.
00:12:25Christel?
00:12:26Ja?
00:12:26Christel, wir kriegen den Kredit nicht.
00:12:29Gerhard, wir kriegen den.
00:12:30Den kriegen wir nicht.
00:12:31Wir kriegen den.
00:12:32Was?
00:12:32Was ist denn?
00:12:33Kredit.
00:12:34Kredit kriegen wir nicht.
00:12:35Kredit kriegen wir nicht.
00:12:36Das habe ich mir gedacht.
00:12:37Na, Susi.
00:12:53Schauen Sie, ich habe mal in der Zeitung gelesen,
00:12:55es gibt auf der ganzen Welt
00:12:5610 Millionen Büroangestellte zu viele.
00:12:59Gehören wir auch dazu.
00:13:0010 Millionen?
00:13:01Ja, oder 9.
00:13:04Vielleicht sind es auch nur 8.
00:13:05Das ist furchtbar.
00:13:07So schlimm für Sie?
00:13:09Aber es ist nicht meinetwegen,
00:13:10aber ich habe jemanden,
00:13:13dem ich durchhelfen muss.
00:13:16Genau wie bei mir.
00:13:18Und nicht zerspart.
00:13:19Ja, wovon soll man denn auch nicht?
00:13:23Braucht hoch.
00:13:27Ja?
00:13:28Was geschieht denn nun?
00:13:29Wo aus ist es hier?
00:13:30Ja, das weiß ich.
00:13:31Aber ich meine doch,
00:13:32wegen heute Abend gehen wir.
00:13:33Ach, ob wir ins Theater gehen?
00:13:35Ja.
00:13:36Natürlich gehen wir.
00:13:36Warum denn nicht?
00:13:37Prima.
00:13:38Ich hatte schon Angst,
00:13:38dass du jetzt die Lust verloren hast.
00:13:39Ach wo?
00:13:40Moment, warte, ich komme gleich.
00:13:45Das Leben beginnt mit 20.
00:13:48Ernie, ich möchte dir das erklären,
00:13:50das da vorhin im Korridor.
00:13:52Ich wusste doch, was hier los ist.
00:13:53Schon lange.
00:13:54Und da muss ich nach Bremen
00:13:55mich um meine Stellung kümmern.
00:13:56Und dazu brauchst du Begleitung?
00:13:57Das Mädchen?
00:13:58Aber ich bitte dich.
00:14:00Ja, das hängt ja wieder
00:14:01mit der Stellung zusammen.
00:14:02Ihr Vater hat eine große Reederei in Bremen.
00:14:03Ein allererstes Haus.
00:14:05Gratuliere.
00:14:05Du weißt ja,
00:14:06dass sie hier nur volontiert.
00:14:09Sie, junger Mann,
00:14:10wer ist denn das?
00:14:11Die neue Telefonistin.
00:14:12Die ist schon lange bei uns?
00:14:13Nein, ja, ja, doch.
00:14:1414 Tage.
00:14:15Ah.
00:14:16Kein Bescheid, Kommandantin.
00:14:17Sie, Herr Scheu,
00:14:17ist uns nicht mehr gefallen.
00:14:18Besorgen Sie mir eine Angelrute
00:14:19und das Ganze drum und dran
00:14:20und bringen Sie mir das Zeug
00:14:20morgen nachher mit einmal ins Haus hinaus.
00:14:21Ja, furchtbar.
00:14:23Gerhardt!
00:14:24Moment.
00:14:24Sagen Sie mal,
00:14:24was wollen Sie denn hier?
00:14:25Warum stehen Sie denn hier rum?
00:14:26Sie wollen doch nicht etwa zum Chef?
00:14:27Mhm, ja.
00:14:28Den gibt es ja gar nicht mehr.
00:14:29Hier wird Schluss gemacht.
00:14:30Schluss für immer.
00:14:31Gerhardt!
00:14:32Gerhardt!
00:14:36Ihnen wollte ich es persönlich mitteilen.
00:14:38Ja, ich weiß es schon,
00:14:41Herr Bönke.
00:14:42Haben Sie wirklich keine Hoffnung mehr?
00:14:44Nee.
00:14:46Diese Bürgschaft ist nicht selbst schuldnerisch,
00:14:47sondern selbst mörderisch.
00:14:49Wenn ich das unterschreibe,
00:14:50dann könnte ich auf meine alten Tage
00:14:51über Nacht zum Bettler werden.
00:14:53Das wäre schrecklich.
00:14:54Und ob?
00:14:55Ach, für Sie ist das wohl ein harter Schlag.
00:14:58Ja.
00:14:59Haben Sie Kinder?
00:15:00Nee.
00:15:01Also niemanden, den Sie mitschleppen müssen?
00:15:02Niemand.
00:15:03Den ganzen.
00:15:03Na sehen Sie,
00:15:04da haben Sie es doch besser,
00:15:05als ich es haben würde.
00:15:06Ich habe doch eine Tochter,
00:15:07mein einziges Kind.
00:15:08Alles, was ich tue,
00:15:08tue ich für Sie.
00:15:09Ich weiß es, Herr Bönke.
00:15:10Na ja, mal sehen,
00:15:11was ich für Sie tun kann.
00:15:14Vielleicht bringe ich Sie anderswo unter.
00:15:16Wie alt sind Sie denn?
00:15:1964.
00:15:20Ist eigentlich nicht günstig, eh?
00:15:22Na, hören wir mal sehen,
00:15:23vielleicht fällt mal was ein.
00:15:25Tschüss.
00:15:32Tschüss.
00:15:33Tschüss.
00:15:53Tschüss.
00:15:54Tschüss.
00:16:01Tschüss.
00:16:02Tschüss.
00:16:03Tschüss.
00:16:04Tschüss.
00:16:05Tschüss.
00:16:06Tschüss.
00:16:07Tschüss.
00:16:08Tschüss.
00:16:09Tschüss.
00:16:10Tschüss.
00:16:11Tschüss.
00:16:12Tschüss.
00:16:13Tschüss.
00:16:14Tschüss.
00:16:15Tschüss.
00:16:16Tschüss.
00:16:17Tschüss.
00:16:18Tschüss.
00:16:19Tschüss.
00:16:20Tschüss.
00:16:21Tschüss.
00:16:22Frau Klein, ist Gerhard noch da?
00:16:32Nein, Gerhard ist schon weg.
00:16:33Dankeschön.
00:16:37Guten Tag.
00:16:38Guten Tag.
00:16:43Also, wenn ich hier reinkomme, dann langt es mir schon.
00:16:46Wenn ich das Linoleum sehe, das ist total belatscht, belatscht.
00:16:49Jeden Latsch sieht man, weil sich die Menschen nicht die Füße abtreten.
00:16:53Dass es Fußabstreicher gibt, an sowas denken sie überhaupt nicht.
00:16:57Ach, ein Glück, dass sie alle fort sind.
00:16:59Hoffentlich haben sie nicht so viel Dreck gemacht.
00:17:01Die Türen lassen sie offen stehen.
00:17:02Natürlich, sie quatschen und quatschen, aber Türen zu machen, dazu haben sie keine Zeit.
00:17:07Das Fenster ist bekleert.
00:17:08Na, da sollen sie sich mal ein Fensterputzer nehmen.
00:17:10Das ist nicht meine Arbeit.
00:17:11Oh, wirklich, setze ich ruhig.
00:17:13Jetzt bin ich bloß mal neugierig, ob die heute die Blumen begossen haben.
00:17:17Ja, da hat mir der Chef doch wieder von seinem Cognac weggetrunken.
00:17:21Ich denke, der Mann soll nichts trinken.
00:17:23Seinen Schreibtisch können wir auch mal aufräumen.
00:17:25Hm.
00:17:26Oh, meine Füße.
00:17:28Die machen nicht mehr richtig mit.
00:17:31Die werden schwach.
00:17:32Na ja, bei einem sind's die Füße, beim anderen ist es der Kopf immer noch besser, der Füße als der Kopf.
00:17:37Am besten wäre natürlich weder der Kopf noch der Füße.
00:17:39So, jetzt werden wir uns mal ne Tasse Kaffee machen.
00:17:42Ich hätte noch welchen kaufen sollen, aber bei den Preisen, ey, das ist ja der reinste Füße.
00:17:49Zwölf Mark, das Füße.
00:17:51Wie hoch kommt mich da jede Tasse?
00:17:53Da kommt mich jede Tasse, was bei der ganzen blöden Rechnerei schon rauskommt.
00:17:57Für mich ist alles zu teuer, das hab ich mal längst ausgerechnet.
00:18:00Brauch ich auch nicht mehr zu rechnen.
00:18:02Wie gut, dass ich's nicht gelernt habe.
00:18:04Wenn ich nicht mietefrei wohnen würde, da könnte ich mir aber keinen Kaffee leisten.
00:18:08Da würde ich auch vielleicht aus Verzweiflung zum Schnaps greifen.
00:18:11Das könnte ich mir dann aber nicht leisten.
00:18:13Jetzt könnte ich's.
00:18:14Aber trinke ich Kaffee, also stimmt die Rechnung.
00:18:17Ah!
00:18:20Heiliger Strohsack!
00:18:21Doch, Frau Binder.
00:18:22Guten Tag, Sie sind's?
00:18:24Sind Sie denn schon zum Saubermachen hier?
00:18:26Ja, was machen Sie denn noch hier?
00:18:28Wer, wer ist denn da nebenan?
00:18:30Kein Mensch, nebenan ist kein Mensch mehr.
00:18:31Ja, mit wem haben Sie denn geredet?
00:18:33Ich geredet kein Wort.
00:18:34Mit wem soll ich denn geredet haben?
00:18:36Ich hab doch gehört.
00:18:36Aber Könntchen, Sie haben sich eingeredet.
00:18:38Das ist Ihr Zustand.
00:18:39Sie sind eben ganz überreizt.
00:18:40Sehen Sie mal, Sie sehen ja auch ganz verheult aus.
00:18:42Ach, Susiechen, nun kommen Sie von Susie.
00:18:45Bringen Sie mal erst eine Tasse Kaffee mit mir, ne?
00:18:47Sicher wegen dem Kerl.
00:18:49Keiner ist es wert, dass man sich seinetwegen das Leben verbittert.
00:18:52Was hat man schon von Ihnen?
00:18:53Das Einzige, was sich lohnt, was man von Ihnen kriegt, ist ein Kind.
00:18:56Halten Sie mal den Topf.
00:18:57Ich hab eins, eine Tochter.
00:18:59Die ist Schneiderin.
00:19:00Wissen Sie, wenn die eine Nähmaschine hätte, dann könnt sie sich selbstständig machen.
00:19:03Bitte sehr, nehmen Sie Platz.
00:19:05Darauf spare ich jetzt.
00:19:07Das ist gar nicht so einfach, kann ich Ihnen sagen, das Geld zusammenzukriegen.
00:19:11Ich will natürlich eine elektrische nehmen.
00:19:13Was die kostet, das möchte ich Ihnen besser gar nicht erst erzählen.
00:19:16Na aber toi, toi, toi.
00:19:17Wenn alles so bleibt, dann schaff ich das bis Weihnachten.
00:19:21Na, Hörtchen.
00:19:22Hat Ihren eine weggeschnappt?
00:19:24Manchmal denke ich, das wäre das Beste, wenn sie Geld hätte und nett wäre.
00:19:28Ach was, das gibt es ja gar nicht.
00:19:30Was hat Ihrer denn?
00:19:32Ja, das bedrückt ihn eben, dass ich vorläufig für uns beide sorgen muss.
00:19:36Na ja, das ist ja auch nicht richtig.
00:19:37Wieso, er studiert doch noch, der ist doch noch so hundejung.
00:19:41Im nächsten Monat kriegt er eine Stellung als Assistenzarzt im Krankenhaus.
00:19:45Ja, was verdient er denn?
00:19:47Ach, nicht der Redewert.
00:19:48Meine Erhaltsklasse.
00:19:51Ja, und davon sollen wir dann beide leben.
00:19:53Warum denn? Das auf einmal?
00:19:55Warum? Dann lesen Sie sich mal die Liste durch.
00:19:58Die Liste? Oder denn der seine Lesebrille?
00:20:00Ah, ist nämlich genau meine Kragenweite.
00:20:05Kündigungsliste?
00:20:06Was denn? Sind die alle gekündigt worden?
00:20:09Ja, ich weiß nicht mehr aus und ein.
00:20:13Ich traue mich überhaupt nicht, das ihm zu sagen.
00:20:15Kassen Sie mal auf. Gehen Sie mal zu Morg.
00:20:17Der sagt Ihnen ganz genau, was Sie tun sollen.
00:20:20Der weiß, wie es wird.
00:20:21Wer ist denn das?
00:20:22Der liest ihn aus den Sternen wie aus Ihrer Hand.
00:20:25Mohrenstraße 70. Ich schreibe es Ihnen auf.
00:20:27Wo ist denn der Montblanc?
00:20:29Wollte.
00:20:29Und wenn der Ihnen sagt, dass es für Sie finanziell schlecht bleibt,
00:20:33können Sie sich drauf verlassen.
00:20:35Irren tut er sich nur beim Gegenteil.
00:20:37Und wenn es euch denn mal so ganz dreckig geht,
00:20:39na, dann könnt ihr bei mir wohnen.
00:20:41Wieso haben Sie denn Platz?
00:20:42Acht Räume habe ich.
00:20:43Acht Räume?
00:20:44Ja, mit allem Komfort.
00:20:46Zentralheizung, elektrisch, Licht, Telefon in jedem Zimmer.
00:20:49Wie können Sie sich denn das leisten?
00:20:51Wäre ich Ihnen mal erzählen.
00:20:53Eines Tages habe ich zu mir gesagt,
00:20:55wissen Sie, ich rede nämlich manchmal mit mir selber.
00:20:59Warum vielleicht mit drei fremden Leuten
00:21:03in irgendeinem dreckigen Loch zusammenkriechen,
00:21:06wo jede Nacht tausende von Büros leerstehen?
00:21:09Warum nicht täglich zwölf Stunden hochherrschaftlich wohnen?
00:21:13Was denn?
00:21:13Hier im Büro?
00:21:15Tja.
00:21:16Ja, und das merkt keiner?
00:21:18Nee.
00:21:19Die sind doch unter Nachtwächter.
00:21:20Aber was mit dem wäre ich so fertig?
00:21:23Also auf sowas muss man kommen.
00:21:25Oh Gott, ich muss weg.
00:21:29Aber, aber Susichin, Sie wollten doch mit mir Kaffee trinken.
00:21:32Nein, nein, nein, das wird mir zu spät.
00:21:34Auf Wiedersehen.
00:21:36Auf Wiedersehen.
00:21:36Vergessen Sie nicht, Molenstraße 70.
00:21:38Jannechen, könntest du vielleicht so lieb sein
00:21:44und mir bloß für heute Abend fürs Theater
00:21:45deine schöne goldene Uhr borgen?
00:21:48Ja, komm.
00:21:48Dankeschön.
00:21:50Dann.
00:21:51Ich kann überhaupt nicht verstehen,
00:21:52warum die Menschen immer glauben,
00:21:54dass die Vergangenheit so viel schöner war als die Gegenwart
00:21:56und die Zukunft überhaupt das Schlimmste ist,
00:21:58was es auf der Welt gibt.
00:21:59Ich krieg das nicht zu.
00:22:00Kannst du mir das mal wieder zuhören?
00:22:02Jannechen, nun kannst du vielleicht noch so gut sein
00:22:04und mir für heute Abend deine schwarzen Schuh leihen?
00:22:06Ja, freilich, sind da hinten, nimmst du dir.
00:22:08Du bist süß.
00:22:09Ich hab sie schon an.
00:22:10Ach du.
00:22:11Ich hab keine Angst, Gerd hat keine Angst.
00:22:13Du brauchst auch keine Angst zu haben um dich.
00:22:15Reißen sich ja alle Firmen.
00:22:17Wenn du wüsstest, wie gleichgültig mir heute Abend alle Firmen sind.
00:22:20Tut das sehr viel.
00:22:22Was denn?
00:22:23Das mit Dr. Günther.
00:22:25Ach, weißt du, ich...
00:22:28Das hab ich schon lange kommen sehen.
00:22:30Das ist eben ein Abschnitt.
00:22:34Don Christl, so tragisch ist das nicht.
00:22:37Im Schluss mit den Männern, für lange, lange Zeit.
00:22:40Ist das so schlimm?
00:22:41Ja.
00:22:42Oh, du.
00:22:43Christl, komm.
00:22:44Komm, geh ins Theater.
00:22:46Amüsier dich gut.
00:22:48Und das wischen wir auch noch weg.
00:22:49So.
00:22:50Gute Nacht.
00:22:51Gute Nacht.
00:22:51Gute Nacht.
00:22:51Der Trottel, jetzt ist er weg.
00:23:12Nichts schnackt er, der Idiot.
00:23:14Bis zweier hab ich jetzt Ruhe.
00:23:15Wer ist denn sowas zu fassen?
00:23:17Die halbe Flasche Cognac hat er ausgetrunken.
00:23:20Ein feiner Nachtwächter.
00:23:22Brauchte man einen Wächter für diesen Nachtwächter.
00:23:25Die Kündigung.
00:23:26Günder, Kleiner, Hauser, Scholz, sind ja alle gekündigt.
00:23:32Die schließen hier vielleicht den Laden.
00:23:36Da müsste ich ja von hier ausziehen.
00:23:39Und Miete bezahlen.
00:23:40Ja, wie komm ich denn dazu?
00:23:42Miete kann doch heutzutage überhaupt kein Mensch bezahlen.
00:23:44Miete, das ist doch der reinste Wucher.
00:23:46Baukostenzuschuss, den hab ich nicht wusste.
00:23:47Ich bin ja kein Schrotthändler.
00:23:48Ach, es ist schrecklich und die Nähmaschine ist im Eimer.
00:24:04Hallo, Bönke.
00:24:06Bönke.
00:24:07Ja, Papa.
00:24:08Was ist los?
00:24:09Paula, du?
00:24:11Woher sprichst du denn?
00:24:12Aus Stuttgart.
00:24:13Aus Stuttgart?
00:24:14Gestern zu, nicht heute in Stuttgart.
00:24:16Ich konnte nicht schlafen.
00:24:17Da hab ich mich in den Wagen gesetzt und bin losgefahren.
00:24:20Nacht durch, wohl verrückt.
00:24:21Du sagtest, du willst sofort verkaufen.
00:24:23Hast du schon?
00:24:24Nee, aber ich werde.
00:24:26Montag.
00:24:26Kolfer hab ich schon.
00:24:28Ich möchte dich nochmals beschwören.
00:24:30Fang doch nicht zum Wiedern.
00:24:32Also kurz und gut, ich halte es für ein schlechtes Geschäft,
00:24:35diese Bürgschaft nicht zu unterschreiben.
00:24:37Ich bin schon froh, wenn du mir so ruhig zuhörst
00:24:39und mich nicht immer unterbrichst.
00:24:41Und ich sag dir nochmals,
00:24:43ich habe mir ausgerechnet, wie groß dein Risiko sein würde,
00:24:45falls du unterschreibst.
00:24:46Da ist nichts zu errechnen.
00:24:48So was hat man im Gefühl, das ist Instinktsache.
00:24:50Heute, darauf wollt ihr alles errechnen und berechnen
00:24:52und zum Schluss verrechnet ihr euch.
00:24:55Die Sache ist entschieden.
00:24:56Und schließlich geschieht doch alles nur um deinetwillen.
00:24:59Der Gedanke an mich dürfte bei solchem Entschluss keine Rolle spielen.
00:25:01Ich denke an dich so viel, wie ich will.
00:25:03Ich finde das rührend.
00:25:04Ich habe gar nicht die Absicht, dich zu rühren.
00:25:06Aber ich bin's.
00:25:07Komm ja nicht zu mir.
00:25:08Fahr zurück, wo du herkommst.
00:25:09Hallo?
00:25:10Hallo?
00:25:11Hallo?
00:25:14Hallo?
00:25:18Wie war es denn gestern Abend im Theater?
00:25:22Prima.
00:25:24Gelacht und geweint habe ich.
00:25:26Gelacht und geweint?
00:25:27Das muss ein gutes Stück sein.
00:25:28Wunderbar.
00:25:29Und auf Freikarten.
00:25:30So müsste das Theater immer sein.
00:25:32Wo geht's denn heute hin?
00:25:33Gerhard muss nachmittags noch zum Chef raus.
00:25:39Vorher wollen wir noch was unternehmen.
00:25:41Und dann wollten wir...
00:25:43Komm doch auch mit.
00:25:46Müsst lieber allein sein.
00:25:48Und ihr beide seid ja auch lieber ungestört.
00:25:50Eigentlich ja.
00:25:53Tschüss.
00:26:03Ernie, ein Brief für dich.
00:26:09Es wartet jemand draußen auf Antwort.
00:26:14Tschüss.
00:26:15Tschüss.
00:26:18Kommen Sie doch herein, bitte.
00:26:20Sie können...
00:26:21Sie können ruhig reinkommen.
00:26:26Interessante Beschäftigung.
00:26:28Mit dem Überbringer.
00:26:31Zu mir zu kommen.
00:26:33Guten Tag.
00:26:37Guten Tag.
00:26:39Und das heute am Sonntag?
00:26:41Ingenieur Thomas verreist heute.
00:26:43Ach so, dann...
00:26:45Dann wäre das eine Stellung für außerhalb.
00:26:48Genau das wird Ihnen Herr Thomas selbst sagen.
00:26:50Sein Wagen steht unten.
00:26:51Und ich bin beauftragt, Sie zu ihm zu bringen.
00:26:53Wer sind denn Sie eigentlich?
00:26:55Ach, ich scherf ihm heute mal aus.
00:26:59Er verreist heute?
00:27:00Ja, heute Abend.
00:27:03Und da engagiert er sich noch eine Sekretärin?
00:27:08Komisch, das am letzten Tag.
00:27:10Wie kommt er denn auf mich?
00:27:11Er kennt mich doch gar nicht.
00:27:12Zu Ehren erkennt Sie.
00:27:14Ja, er hat mir sehr viel von Ihnen erzählt.
00:27:16Was denn?
00:27:19Alles.
00:27:20Ich meine, alle Ihre Lebensgewohnheiten.
00:27:23Sie stehen an jedem Wochentag um sieben Uhr auf.
00:27:26Kurz nach acht gehen Sie aus dem Haus und fahren ins Büro der Böhnke-Werke.
00:27:30Um fünf kommen Sie aus dem Büro.
00:27:31Und in dem Geschäft, schräg gegenüber, kaufen Sie ein.
00:27:36Um sieben kochen Sie dann auf einem elektrischen Kocher Ihr Abendbrot.
00:27:39Manchmal gehen Sie aus.
00:27:41Meistens allein.
00:27:43Aber gewöhnlich sitzen Sie zu Hause.
00:27:45Lesen bis elf.
00:27:46Und dann gehen Sie schlacken.
00:27:47Ja, aber woher weiß er denn das alles?
00:27:50Manches von Ihrer Schwester.
00:27:51Von Christel?
00:27:52Dann weiß er allerdings Bescheid.
00:27:53Verschlossen, wie die ist.
00:27:55Außerdem fährt er täglich viermal mit dem Vorortzug an Ihrem Haus vorüber.
00:27:58Und hat Sie gründlich beobachtet.
00:28:00Mit dem Vorortzug?
00:28:00Ja?
00:28:01Aber Sie sagten doch, dass er einen Wagen hat.
00:28:07Sie sehen, ich lüge schlecht.
00:28:09Und ungern.
00:28:11Ich bin es, der hier täglich vorüberfällt.
00:28:13Dieser Thomas, der existiert wohl gar nicht.
00:28:14Doch, das bin ich.
00:28:16Sie?
00:28:19Und darf ich nun wissen,
00:28:20was für eine interessante und kurzfristige Beschäftigung Sie mir zugedacht haben, Herr Thomas?
00:28:25Diesen schönen Sonntag mit mir zu verbringen.
00:28:27Jetzt gehen Sie bitte.
00:28:31Nein, ich muss noch etwas sagen.
00:28:33Dann gehe ich.
00:28:34Aber Sie können mich doch nicht alleine in Ihrer Wohnung lassen.
00:28:36Noch eine Minute bitte.
00:28:37Ja, aber wirklich nicht länger.
00:28:40Seit Monaten.
00:28:41Jeden Tag morgens und abends stehe ich auf dem Bahnsteig gegenüber von Ihrem Haus
00:28:44und sehe Ihr Fenster.
00:28:47An Glückstagen sind Sie auf dem Balkon.
00:28:49Und abends sieht man in einer leuchteten, reizenden Zimmer
00:28:52mit einem schönen und traurigen Mädchen.
00:28:56Selten sieht man das Lachen.
00:28:58Oft weinen.
00:29:00Und man denkt über Sie nach.
00:29:03Und ganz leise fängt man an,
00:29:04Ihr Guten Tag zu sagen.
00:29:06Und abends zu sein.
00:29:07Sie halten mich wohl für verrückt.
00:29:10Lachen Sie ruhig.
00:29:11Ich lache gar nicht.
00:29:12Sie sehen ja, ich höre zu.
00:29:15Gestern sah ich Sie zum letzten Mal vom Bahnsteig drüben.
00:29:18Weil Sie jetzt einen Wagen haben.
00:29:19Ihr Wagen steht doch unten, oder gibt's den auch nicht?
00:29:22Doch, den habe ich für uns beide heute ausgeliehen.
00:29:24Ich muss heute Abend weg, für ein paar Jahre.
00:29:33Ich habe eine Stellung in Argentinien angenommen.
00:29:42Gratuliere.
00:29:43Danke.
00:29:45Und jetzt möchte ich mit Ihnen Abschied feiern.
00:29:47Abschied von der Stadt und diesem erleuchteten Zimmer.
00:29:50Ich würde Sie ja doch nur enttäuschen.
00:29:51Ich weiß doch, wie Sie glauben, dass ein solcher Flirt schließlich endet.
00:29:55Dieser Flirt endet anders, ganz anders.
00:29:58Denn heute Abend muss ich zur Bahn.
00:30:00Es gibt keine Fortsetzung.
00:30:02Kurz nach Mitternacht geht mein Zug.
00:30:04Die einzige Gefahr ist, dass ich mit mir langweil.
00:30:07Aber zu Hause sind Sie ganz schrecklich allein.
00:30:10Ich weiß es.
00:30:12Ich auch.
00:30:15Kurz nach Mitternacht?
00:30:18Also, gehen wir.
00:30:21Ich weiß es.
00:30:51Ich bin sonntags alleine, deswegen öffne ich selbst.
00:31:04Nöchte Sie sprechen?
00:31:05Eigentlich pflege ich sonst sonntags.
00:31:07Ich sage Ihnen sprechen.
00:31:08Aber es ist Ihnen anzusehen, wie dringend Ihr verletzt.
00:31:10Äußerst dringend.
00:31:11Fangen wir gleich an.
00:31:1420 mal ganz halb.
00:31:15Bitte schön.
00:31:17Oh, bitte sehr.
00:31:20Handelt es sich um Geld?
00:31:22Nein.
00:31:23Also, dann handelt es sich um eine Frau.
00:31:24Ja.
00:31:25Sie lieben Sie.
00:31:26Ich möchte Ihnen das gern von Anfang an erzählen.
00:31:30Oh, bitte schön.
00:31:31Nehmt doch Platz.
00:31:33Entschuldigen Sie, ich war gerade beim Frühstück.
00:31:35Na, dann schießen Sie mal los.
00:31:36Frau, setzen Sie sich.
00:31:38Dankeschön.
00:31:38Ich habe eine junge Frau gekannt, die war glücklich verheiratet.
00:31:43Sehr glücklich sogar.
00:31:44Ah.
00:31:45Im Krieg wurde Ihr Mann eingezogen.
00:31:47Die Frau bekam noch ein paar Briefe von ihm, dann hörte sie nichts mehr.
00:31:50Jetzt wollen Sie wissen, ob der Mann noch lebt.
00:31:53Die Frau wollte es wissen.
00:31:55Sie hatte jahrelang gewartet, dann kam sie zu Ihnen.
00:31:56Zu mir?
00:31:58Vor zwei Jahren, eine gewisse Frau Lübers.
00:32:00Ich frage meine Klienten nie nach Ihrem Namen.
00:32:04Sie haben dieser Frau gesagt, Ihr Mann sei tot.
00:32:08An diesem Tag verlor sie ihre letzte Hoffnung.
00:32:10Traurig.
00:32:14Zwei Wochen später kam der erste Brief Ihres Mannes.
00:32:17Ach, der lebt.
00:32:18Ja, der Mann konnte nicht früher schreiben, er war in Gefangenschaft.
00:32:22Ein Freund hat ihm dann geschrieben, was zu Hause geschehen ist.
00:32:24Ach, wissen Sie, manchmal muss unser Eins auch etwas gegen sein besseres Wissen sagen.
00:32:28Aus Verständnis, aus Seelenbehandlung.
00:32:31Frauen in der Situation fühlen sich hinterher direkt erleichtert.
00:32:34Die Frauen erwarten das doch geradezu von uns, um hinterher getrost mit einem anderen anwandeln zu können.
00:32:40Nicht diese Frau.
00:32:44Sie hat sich umgebracht.
00:32:47Nach Ihrer Auskunft.
00:32:49Ah.
00:32:50Das tut mir aber leid.
00:32:54Na nun, sagen Sie mal, wo fehlt es denn?
00:32:57Hm?
00:32:58Ach, ich...
00:33:00Leider eine Depression.
00:33:04Leider eine schreckliche Depression.
00:33:06Gehen Sie mal Ihre Daten, ja?
00:33:0810. Oktober 1922.
00:33:15Was machen Sie denn da?
00:33:19Ich bin der Tote.
00:33:21Ach, Sie?
00:33:22Der von Ihnen totgesagt.
00:33:24Ach, das sind Sie.
00:33:24Vor zwei Tagen bin ich aus dem Jenseits zurückgegangen.
00:33:28Also beruhigen Sie sich doch.
00:33:30Eigentlich aus der Hölle.
00:33:31Jetzt nehmen Sie mal eine Pille.
00:33:32Da ist jahrelange Gefangenschaft vielleicht nicht.
00:33:34Aber selbstverständlich und trinkt Ihnen eine Tasse Kaffee dazu.
00:33:39Sie haben meine Frau umgebracht.
00:33:42Zwei Jahre.
00:33:43Habe ich auf diese Begegnung gewartet.
00:33:57Hast du was gehört?
00:33:59Nein.
00:34:01War auch nichts.
00:34:03Dann habe ich geträumt.
00:34:05Was denn?
00:34:05Mein Mann kam herein und schoss.
00:34:10Dich hört auf mich.
00:34:12Weiß ich nicht.
00:34:12Bin ich gerade aufgewacht.
00:34:14Ist aber schade.
00:34:16Wird gern gewusst, wen der Mann gegeben hat, falls er schießen würde.
00:34:19Dich.
00:34:24Lass mich durch.
00:34:25Ich bin nervös.
00:34:26Vielleicht soll man doch die Polizei...
00:34:27...gehen.
00:34:28Was ist denn da?
00:34:55Ist sie?
00:34:56Da ist doch was geschehen.
00:34:57Ach, der war Fluch in dünnen Wände.
00:35:01Ich habe vorhin nicht geträumt.
00:35:03Die haben geschossen.
00:35:04Ja, schrecklich.
00:35:05Du musst die Polizei verstehen.
00:35:06Okay, Polizei.
00:35:08Hattet doch gleich die Personalien von uns auf.
00:35:10Na, dann?
00:35:11Dann erfährt es ja mein Mann.
00:35:13Ach, so war es doch.
00:35:14Nie wieder.
00:35:19Zieh Dich an und verschwind.
00:35:21Und dann rufe ich die Polizei an.
00:35:23Na, ist das gut?
00:35:24Ja.
00:35:27Guten Tag.
00:35:35Ich müsste Sie dringend sprechen.
00:35:42Entschuldigen Sie bitte.
00:35:44Ich bin ein bisschen durcheinander.
00:35:46Sind Sie allein?
00:35:47Ja.
00:35:48Darf ich mich einen Augenblick hinsetzen?
00:35:50Ja.
00:35:50Ich weiß nicht mehr einen noch aus.
00:36:10Ich habe meine Stellung verloren.
00:36:13Bitte, bitte, Herr Morten, helfe Sie.
00:36:14Ja, ich bin...
00:36:15Herr Morten, Sie haben doch schon so vielen Leuten geraten.
00:36:18Sie haben doch schon so vielen Menschen in die Zukunft gesagt.
00:36:21Und es hat doch auch immer gestimmt.
00:36:23Bitte.
00:36:24Ja.
00:36:25Bitte, ich kann nicht mehr weiter.
00:36:27Bitte.
00:36:28Der handelt es sich um einen Mann?
00:36:31Ja.
00:36:31Ist er tot?
00:36:33Nein, Gott sei Dank, nein.
00:36:36Ihr lebt und Sie sind verzweifelt?
00:36:39Ja, sehen Sie, er ist doch so kränklich.
00:36:44Danke.
00:36:44Und dann ist er auch so jung.
00:36:47Ist er viel zu jung für mich.
00:36:49Ist er denn nur?
00:36:51Wer denn?
00:36:52Mein Lippenstift, ich habe ihn doch vorhin gerade noch gehabt.
00:36:55Moment, Moment, ich bin was Hartes.
00:36:57So.
00:36:57Da fehlt ein Knopf.
00:36:59Hast du so einen Knopf?
00:37:00Wer soll ich denn so einen Knopf haben?
00:37:02Komm.
00:37:03Ach, du liebe Zeit, jetzt habe ich auch noch eine Laufmasche.
00:37:06Ach, jetzt habe ich auch noch eine Laufmasche.
00:37:08Hast du einen Nagellack?
00:37:09Nein, Lagellack habe ich nicht.
00:37:12Vielleicht ist doch nicht geschossen worden.
00:37:16Sehen Sie sich das an, bitte, der Mantel und das Kleid.
00:37:18Das Kleid ist schon sechsmal geändert.
00:37:20Das sind meine einzigen Sachen.
00:37:22So kann ich mich doch nicht vorstellen.
00:37:24So kann ich doch mich nicht um eine neue Stellung bewerben.
00:37:27Ich hätte nicht geglaubt, dass ich nur mal jemand helfen würde.
00:37:30Jetzt nehmen Sie diesen Zettel.
00:37:31Gehen Sie zu Ihrer Firma, da ist ein Koffer eingelagert.
00:37:34Ist alles drin, was eine Frau zum Anziehen braucht.
00:37:37Ja, wieso?
00:37:37Was?
00:37:39Ja, wen gehören denn die Sachen?
00:37:40Meiner Frau.
00:37:42Ja, und?
00:37:44Das ist seit zwei Jahren tot.
00:37:45Nun, nun, mach schon.
00:37:46Nein, ich mach ja.
00:37:47Ja, das ist so, kann ich nicht zu meinem Mann gehen.
00:37:51Du weißt ja nicht, wie der misstrauisch ist.
00:37:55So, jetzt habe ich einen Fallschroman, bloß weil du mich so hetzt.
00:37:59Du ahnst nicht, der mich quält.
00:38:02Ja, umso grundlos.
00:38:03Nur er, da hat mich mit seiner blöden Eifersucht in all das hinein.
00:38:08Die wissen wir, aber bis du fertig bist, werden dann eben auch noch ein paar erschossen.
00:38:11Na so, dann halt mich nicht auf.
00:38:13Wo ist denn jetzt der Lippenstift?
00:38:16Danke.
00:38:17Überhaupt wirst du mich jetzt nur los sein.
00:38:20Wenn ich Ihnen jetzt sage, dass ich ein Verbrechen begangen habe,
00:38:24dass Sie jeden Augenblick abgeholt werden können.
00:38:28Na, was werden Sie tun?
00:38:29Schreien?
00:38:29Polizei rufen, oder?
00:38:30Ach was, Polizei, ich rufe doch nicht die Polizei.
00:38:33Sie werden schon nichts Gemeines gemacht haben.
00:38:35Sie sind ein armer Teufel und verzweifelt.
00:38:38Das, das kenne ich, da macht man vieles.
00:38:42Sie werden doch irgendjemanden haben.
00:38:45Irgendeinen Menschen, der Ihnen jetzt weiterhilft.
00:38:47Nein.
00:38:49Wenn Sie mir nicht helfen, niemand.
00:38:50Ist das Polizeirevier?
00:38:51Ja, ich möchte Ihnen melden, dass hier in der Nachbarwohnung gerade geschossen worden ist.
00:38:56Oberländer, Mohrenstraße 70, zweiter Stock.
00:39:04Sehen Sie mal zum Flurfenster hin, also unten jemand steht.
00:39:07Ja.
00:39:10Ich sehe niemanden.
00:39:14Am besten gehe ich zuerst alleine.
00:39:17Warten Sie hier ein paar Minuten.
00:39:18Ja.
00:39:19Ich danke Ihnen, denn es gibt Menschen, die Ihnen nicht helfen können.
00:39:26Was wollen Sie denn hier?
00:39:39Ich?
00:39:39Ja.
00:39:40Ich möchte Herrn Morten sprechen.
00:39:45Ich weiß nicht, ob der gerade spricht, oder?
00:39:47Ob der überhaupt noch mal spricht?
00:39:49Vor einer Viertelstunde ist er oben nämlich geschossen worden.
00:39:52Übrigens, da kommt schon die Polizei.
00:39:56Wo sind Sie denn mit Ihren Gedanken?
00:40:04Ach, es ist mir gerade durch den Kopf gegangen, dass ich nur noch einen Tag vor mir habe.
00:40:08Ich meine, einen Tag zusammen mit Ihnen.
00:40:10Ja.
00:40:13Aber man kann in einem einzigen Tag ein ganzes Leben hineintun.
00:40:15Tja, wie macht man denn das?
00:40:18Jetzt sind wir verlobt, am Nachmittag sind wir ein glückliches Ehepaar und am Abend lassen wir uns scheiden.
00:40:22Ja, das ist ganz amüsant.
00:40:24Also gemacht.
00:40:28Als Brautleute müssen wir natürlich du zueinander sein.
00:40:31Ach, ich weiß ja nicht einmal Ihren Vornamen.
00:40:33Ralf.
00:40:34Ralf?
00:40:35Also, auf dein Wohl, Ralf.
00:40:38Das ist so eine Gemeinheit!
00:40:53Was guckst du denn die so an?
00:40:54Das ist doch die Tochter vom Chef.
00:40:56In einem Volkswagen ist ja poplig.
00:40:58Los, fahr weiter.
00:40:59Ich weiß ganz genau deine wahren Motive.
00:41:06Du findest, ich dürfte nicht zu vielen Menschen entlassen.
00:41:09Ja, ja.
00:41:11Er tappt.
00:41:14Und außerdem muss ich dir sagen...
00:41:17Herr Scholz ist da.
00:41:19Jetzt unterbrechen Sie mich auch noch.
00:41:21Ich bin unterbrochen worden.
00:41:22Soll ich Herrn Scholz nur hereinkommen lassen, oder?
00:41:24Ach, damit der mich auch noch unterbricht.
00:41:25Soll das Zeug draußen lassen.
00:41:27Ja, stimmt.
00:41:28Lange halte ich die Schreie aber auch nicht mehr.
00:41:30Aber es war schon als Kind noch gut.
00:41:31Es wird immer ärgern.
00:41:32Ich dachte, er wird was springen, um diese Knauser.
00:41:34Hier, haben Sie die Angst.
00:41:35Diese verdammte Unterbrecherei.
00:41:37Aber in Wirklichkeit geht es dir ja gar nicht um mich und mein Geld.
00:41:39Du sagst doch, es ist mein Geld.
00:41:41Wenn es dir jetzt schon gehörte,
00:41:43dann müsste man dich unter Kuratell stellen lassen.
00:41:45Ja.
00:41:46Aber im Grunde genommen willst du ja mich unter Kuratell stellen lassen.
00:41:49Will ich nicht.
00:41:49Etwas Ähnliches hast du jedenfalls schon einmal gesagt.
00:41:51Hab ich nicht gesagt.
00:41:52Hörst du.
00:41:53Ich habe von einer allgemeinen Geldneurose gesprochen.
00:41:55Eine weit verbreitete Krankheit.
00:41:57Von denen am meisten die Ärzte befanden.
00:41:58Stimmt.
00:41:59Deshalb können Sie sie auch nicht heilen.
00:42:01Aha.
00:42:01Also ich bin unheilbar.
00:42:02Man müsste mich eigentlich entmündigen, wie?
00:42:04Oder vielleicht gar internieren.
00:42:06Unsinn.
00:42:07Es ist aber unverantwortlich.
00:42:09Ein Unternehmen, das lebensfähig ist.
00:42:10Ich weiß, was ich tue.
00:42:14Ich habe keine Neurose.
00:42:16Ich bin nicht Sinir.
00:42:19Ich handel lediglich nach meinem eigenen Ermessen.
00:42:21Und jetzt Schluss der Debatte.
00:42:23Den Kerl da drüben kann ich nicht riechen.
00:42:26Noch nicht mal Dank hat er gesagt, dieser Grobian.
00:42:28Ach, ärgere dich doch nicht.
00:42:29Ist doch hier viel zu schön.
00:42:30Ach, ich schau lieber meine Fotos an.
00:42:32Hübsch sind die Bilder.
00:42:33Was haben die denn dazu gesagt?
00:42:34Wenn ich Porträts eben so gut mache, kriege ich die Stellung.
00:42:36Was für Porträts?
00:42:37Nur für die Reklameabteilung.
00:42:39Sonnencreme und sowas.
00:42:40Ein hübsches Mädchen soll drauf sein mit Sonne und Wasser und...
00:42:42Im Badeanzug.
00:42:43Muss nicht sein.
00:42:45Rein künstlerisch natürlich eher nicht im Badeanzug.
00:42:47Tja, ist ja unerhört.
00:42:49Wer macht denn schon sowas?
00:42:50Mein Gott, ich habe Mädchen im Badeanzug fotografiert.
00:42:52Und wenn sie es jetzt haben wollen ohne Badeanzug, was ist da für ein Unterschied?
00:42:55Der Badeanzug.
00:42:57Und nachher ist die Nackte in alle Straßenecken angeklebt.
00:43:03Aber doch nicht für Plakate.
00:43:04Das ist für Reklame, die ins Ausland geht.
00:43:06Ja, und wenn die Arme nachher ins Ausland kommt, dann weiß jeder Ausländer sofort,
00:43:09das nackte Mädchen aus dem Queruda-Prospekt.
00:43:12Unsinn, ich fotografiere das doch auf Stimmung.
00:43:14Das Gesicht ist aber für dich Nebensache.
00:43:16Ich mache das mit etwas Sonne und Wasser und Sonnenbrille und Profil und...
00:43:21Ach, die Meier macht das schon.
00:43:25Ja, die Meier aus der Reklameabteilung.
00:43:27Puh, Meier hat ja viel zu dicke Beine.
00:43:31Finde ich nicht.
00:43:33Von der Meier kann ich verlangen, was ich will.
00:43:36Die steht mir jedenfalls sofort Modell.
00:43:39Woher weißt du denn das?
00:43:41Hast du schon mit ihr, hat sie dir schon Modell gestanden?
00:43:43Nein, noch nicht.
00:43:45Du, sag die Wahrheit.
00:43:47Nun schimpf doch nicht gleich.
00:43:48Wenn ich durch die Meier diesen Posten bekomme, ist es auch dein Vorteil.
00:43:51Wir müssen schließlich auf unsere Existenz achten.
00:43:53Ich will meine zukünftige Existenz nicht auf der nackten Meier aufbauen.
00:44:08Ja?
00:44:09Würde man auf dem Bild wirklich nicht erkennen, wer es ist?
00:44:12Ausgeschlossen.
00:44:15Und du würdest ganz bestimmt nicht zu dich drankommen?
00:44:17Nein.
00:44:18Wirkst'n fünf bis sechs Meter, ich muss ja auch Hintergrund haben.
00:44:21Sag mal.
00:44:22Du stehst mitten im Bild.
00:44:25Was machst du denn da?
00:44:27Schließlich muss der Mensch doch was für seine Zukunft tun.
00:44:30Du bist eine Süße.
00:44:32Ich muss mich doch mal irgendwo...
00:44:34Wenn ich fertig bin, werde ich rufen.
00:44:47Ja.
00:44:50Fünf bis sechs Meter.
00:44:52Ja.
00:44:53Nicht mehr.
00:44:54Nein.
00:44:55Ehrenwort.
00:44:56Ehrenwort.
00:44:57Und ganz bestimmt nicht vorher gucken.
00:45:00Herrgott, hab die doch nicht.
00:45:01So ist doch kein Aas hier.
00:45:03Doch, doch.
00:45:09Da Sie gerade da sind, Herr Scholz, da könnten Sie mir eigentlich einen Gefallen drüber.
00:45:11Furchtbar gern.
00:45:12Ich bin so aus dem Haus gelaufen, es wird kühler.
00:45:14Bitte holen Sie mir Hut und Mandel von drücken, ne?
00:45:17Ja, aber...
00:45:18Gahorz!
00:45:19Ja, richtig.
00:45:20Sie sind ja in Begleitung.
00:45:21Ja.
00:45:21Das macht ja nichts.
00:45:22Sie sind ja gleich wieder zurück, junger Mann.
00:45:23Los, los, los.
00:45:24Jawohl, aber...
00:45:25Wie, heute vertrag ich kein A bei mir.
00:45:27Gahorz!
00:45:28Na, soll ich die Dame verständigen?
00:45:29Nein, nein, bitte, bitte mehr halten Sie Platz, das mache ich schon.
00:45:31Komme gleich!
00:45:33Wissen Sie, als ich vorhin aber sagte, dann meinte ich eigentlich unten, weil dieses
00:45:35aber unten ist.
00:45:35Hoffentlich verstehen Sie mich nicht falsch.
00:45:36Ich gebe es.
00:45:37Bitte.
00:45:39Applaus
00:46:09Georg!
00:46:11Georg!
00:46:18Georg!
00:46:24Georg!
00:46:28Georg!
00:46:30Entschuldigen Sie bitte, vielmals haben Sie nicht zufälligerweise unterwegs einen jungen Mann getroffen?
00:46:34Ja, ja, der lässt Ihnen bestellen, dass er gleich wieder hier ist.
00:46:37Habe ich Sie nicht irgendwo schon mal gesehen? Sind Sie nicht auch bei uns in der Firma?
00:46:41Gewissermaßen ja. Darf ich Ihnen?
00:46:45Sie müssen nicht denken, dass ich zu meinem Vergnügen hier bin. Ich soll nämlich so fotografiert werden.
00:46:50Ach!
00:46:52Ein Auftrag. Es handelt sich um eine neue Stelle.
00:46:56Für Sie?
00:46:57Nein, nein, für Gerhard.
00:46:58Ach so.
00:46:59Wo bleibt er denn nur? Der hat sich ja schon längst noch was anderem umgesehen.
00:47:02Es war doch klar, dass der Alte es nicht mehr schafft. Haben Sie noch an ihn geglaubt?
00:47:06Eigentlich, ja. Was haben Sie denn gegen ihn?
00:47:09Alt und modern und blem, blem.
00:47:11Ach so, blem, blem.
00:47:12Na, hören Sie mal, jetzt sperrt der zu, wo andere aufmachen wegen der, der, der selbstsicheren Schutzhaft?
00:47:17Oder wie das Ding heißt?
00:47:19Gerhard sagt immer, der Alte gehört entmündigt. Der hat eine, eine, wird mir gleich einfallen, eine...
00:47:24Eine Gelkneurose.
00:47:26Das hat er.
00:47:27Sagen Sie, haben Sie die vielleicht nicht?
00:47:30Leider nicht. Dazu braucht man ja Geld.
00:47:35Sagen Sie mal, was sollte denn Ihrer Meinung nach der Alte Esen eigentlich tun?
00:47:40Na, unterschreiben natürlich.
00:47:41Ah.
00:47:42Aber selbst wenn er unterschreibt und der Betrieb geht weiter mit dem an der Spitze, geht er ja doch kaputt.
00:47:47Der sollte tüchtige Leute ranlassen, statt so viele Brot loszumachen.
00:47:50Wen sollte denn er die Spitze lassen?
00:47:51Tja, wenn ich das wüsste. Sohn hat er keinen, Tochter ist auch blem, blem.
00:47:56Ach, die ist auch blem, blem?
00:47:57Aber wie?
00:47:58Das muss ja eine schreckliche Familie sein, diese Böhnkes.
00:48:00Eine furchtbare Familie.
00:48:01Tja, wenn man sich überlegt, wie blöd die Menschen sind.
00:48:04Ich meine die mit dem vielen Geld.
00:48:06Die ziehen sich immer erst zurück, wenn sie nichts mehr genießen können.
00:48:09Wenn es mit allem vorbei ist.
00:48:11Ich meine, mit dem Schönen im Leben.
00:48:13Immerhin ist diese Unterhaltung mit Ihnen mir sehr aufschlussreich gewesen, mein Fräulein.
00:48:17Ich meine das mit der Geldneurose, mit dem blem, blem und mit dem Schönen.
00:48:21Danke, Herr Scholz.
00:48:23Ja, wirklich, ich habe dieser jungen Dame sehr viel zu verdanken.
00:48:27Denn durch sie ist mir plötzlich aufgegangen,
00:48:30dass ich eigentlich gar nicht so alt bin, wie ich mir gedacht habe.
00:48:33Also, auf Wiedersehen und alles Gute.
00:48:38Schön, dass du wieder da bist.
00:48:40So blöd.
00:48:41Ausredet, jetzt muss der Chef vorbeikommen.
00:48:44Seinen Mantel holen.
00:48:46Wer war das?
00:48:47Herr Böhnke. Soll er sich doch erkälten?
00:48:49Der was?
00:48:50Unser Chef, Herr Böhnke, war das.
00:48:52Herr Böhnke, war das?
00:48:53Herr Böhnke!
00:48:54Da...
00:48:56Ich glaube, du kriegst die dümmste Frau der Welt.
00:48:59Daran habe ich nie gezweifelt.
00:49:05Ich habe gedacht, nach dreijähriger Ehe haben wir Anspruch auf ein eigenes Heim.
00:49:08Hier ist es.
00:49:09Das wichtigste zuerst, das Schlafzimmer.
00:49:12Hier ist das Kinderzimmer.
00:49:14Sag mal, wie viele Kinder haben wir eigentlich?
00:49:16Na, wie viele Kinder können wir bestenfalls nach dreijähriger Ehe haben?
00:49:19Und wir müssen auch an die Zukunft denken.
00:49:22Ach, du mein kleiner Spitzbuck, du süßer kleines Bubbelchen.
00:49:25Du ja, weißt du, du bist ja so ein Vielfraß.
00:49:29Und jetzt machen wir einen ganz großen Spazierkopf.
00:49:31Hier ist das Wohnzimmer.
00:49:32Ach, wunderbar.
00:49:34Und deine Terrasse hat es auf und alles ist zu schön.
00:49:38Hier nebenan lasse ich mir meine Werkstatt bauen, wenn wir wieder Geld haben.
00:49:41Darf ich dir den Kaffee servieren?
00:49:43Danke.
00:49:45Eigentlich sind wir ein sehr glückliches Ehepaar.
00:49:47Nicht einen Krach in drei Jahren.
00:49:49Wenn ich an unsere Bekannten denke.
00:49:51Aber das ist etwas vergessen.
00:49:52Ja, was denn?
00:49:53Wenn wir Kaffee trinken, pflegst du mir mal einen Kuss zu geben.
00:49:56Moment, die Kleine braucht die Flasche.
00:49:59Ja, nach dem langen Spaziergang, da muss ich wirklich was trinken.
00:50:02Das süße kleine Bubbelchen.
00:50:04Wohl verrückt geworden.
00:50:12Was machen Sie denn da?
00:50:13Da ist doch gar nichts drin.
00:50:14Außerdem ist lange Schluss.
00:50:15Gehen Sie mal nach Haus.
00:50:23Sie spielen das Spiel schon besser als ich, meine Freunde.
00:50:25Ja.
00:50:34Wir bringen dasить, eine die kleine Feuerwehr an in den Pistamm.
00:51:03Wir bringen Kurznachrichten. Kurz vor seiner Einschiffung in Marseille wurde der flüchtige Devisenschieber Gephardt von der französischen Kriminalpolizei verhaftet.
00:51:13Unter dem Verdacht, den Astrologen Morthon ermordet zu haben, wurde eine Frau verhaftet. Sie wurde vor Morthons Wohnung festgenommen.
00:51:20Geheime Verteidigungsdokumente sind in der Wohnung des Agenten Bracellin gefunden worden.
00:51:25Im Zusammenhang mit dem Verlust dieser Dokumente wurde vor dem mit der Untersuchung beauftragt, in die der Tribunal ein Kapitän Grisot verhört und sofort verhört.
00:51:33in Haft genommen. Der Strafsenat des 14. Bezirksgerichts hat einen 36-jährigen Mann, der seine Frau
00:51:41in drei Fällen zu lebenslänglichem Zuchthauskarot heilt. Ein schweres Flugzeugunglück in Kanada forderte acht Bote und 35 Verletzte.
00:51:53Ganz Norditalien wird durch die anhaltenden Regenfälle von einer Überschwemmung verhaftet werden.
00:51:58Und nun der Wetterbericht.
00:52:08Die Voraussage bis morgen Abend.
00:52:11Früh bedeckt, gegen Mittag leicht aufreißend, Schauerneigung.
00:52:15Es ist jetzt 22 Uhr 8.
00:52:21Damit sind die Nachrichten beendet.
00:52:26Nur ist er tot, der Mordung.
00:52:29Kann er nicht mehr in meine Zukunft blicken, der Arme?
00:52:33Eigentlich hätte er das ja voraussehen müssen, dass er ermordet wird.
00:52:36Wenn er meine Zukunft sehen kann, muss er ja seine auch sehen können.
00:52:39Vielleicht kann er meine gar nicht sehen.
00:52:45Morgen wäre ich zu dem gegangen.
00:52:48Wieder zehn Mark gespracht.
00:52:59Einbrücher!
00:53:09Ich will den Überfall und nicht den Unfall.
00:53:18Ja, natürlich.
00:53:20Einhundertzehn.
00:53:21Einhundertzehn.
00:53:23Nein!
00:53:25Ich bin's doch.
00:53:30Ja, Herr Klein.
00:53:32Sie haben mich.
00:53:33Aber es ist recht.
00:53:34Ja, ich bin ja nur hergekommen, weil ich, äh, um etwas, was ich gestern irrtümlich
00:53:41vergessen hatte, wieder auf seinen Platz zurückzulegen.
00:53:46Ach, denken Sie mal an, und ich habe gedacht, Sie sind so ein Einbrecher, so ein Geldschrankknacker.
00:53:50Ich meine, wie ich Ihre Schritte gehört habe.
00:53:52Na, da bin ich aber heilfroh, dass Sie das sind.
00:53:54Und nicht irgend so ein Verbrecher, so ein Rumstreicher, so ein Notsichter,
00:53:57der die Frauen nötigt, heutzutage alles mit Gewalt, wo es auch ohne geht.
00:54:01Aber andererseits kostet mich das meine Wohnung, dass Sie das sind und nicht irgend so ein
00:54:06Kerl.
00:54:06Ich meine, der wäre hinterhergegangen und hätte nichts gesagt, aber Sie werden mich verpetzen.
00:54:11Mein lieber Herr Klein, Sie werden sicher sehr gern wissen wollen, wieso und warum ich
00:54:16hier wohne.
00:54:17Ich werde es Ihnen mal erzählen.
00:54:19Vielleicht haben Sie dann auch ein Einsehen und werden mich nicht verpetzen.
00:54:24Um Himmels Willen, ja.
00:54:26Ich habe schon so viel Ärger gehabt, wo ich schon überall gewohnt habe.
00:54:30Ich kann nämlich nicht mit fremden Leuten in einem und demselben Raum wohnen.
00:54:34Ich kriege immer Krach mit den Menschen.
00:54:35Ich wecke sie nachts mit meinen Gequatschen, behaupten die.
00:54:39So, jetzt werde ich Ihnen mal einen Kaffee machen.
00:54:42Wo ist denn der hin?
00:54:45Vielleicht haben Sie unterwegs verloren.
00:54:50Oder ein Taschendieb hat Ihre Brieftasche genommen.
00:54:55Ist denn viel drin gewesen?
00:54:57Ja, so ziemlich.
00:55:05Hallo?
00:55:06Hier Pension Fischer.
00:55:09Ja.
00:55:10Ein Augenblick.
00:55:15Herr Klein, ans Telefon.
00:55:17Ich wollte Ihnen nur sagen, Herr Klein, Sie haben doch die Schlüssel zum Geldschrank.
00:55:26Ich brauche gleich morgen früh die Kassenbücher und alle Unterlagen und den Barkassenbestand.
00:55:32Gewiss ging es fallen, gewiss.
00:55:34Herr Klein, was ich fragen wollte, Sie verreisen jetzt wohl nicht?
00:55:39Nein.
00:55:41Ach, dann behalten Sie das Zimmer.
00:55:43Nein.
00:55:47Wozu?
00:55:48Wozu?
00:55:58Wozu?
00:55:58Wozu?
00:55:59Wozu?
00:56:00Wozu?
00:56:01Wozu?
00:56:02Wozu?
00:56:03Wozu?
00:56:04Wozu?
00:56:05Wozu?
00:56:06Wozu?
00:56:07Wozu?
00:56:08Wozu?
00:56:09Wozu?
00:56:10Wozu?
00:56:11Wozu?
00:56:12Wozu?
00:56:13Wozu?
00:56:14Wozu?
00:56:15Wozu?
00:56:16Wozu?
00:56:17Wozu?
00:56:18Wozu?
00:56:19Wozu?
00:56:20Wozu?
00:56:21Wozu?
00:56:22Wozu?
00:56:23Wozu?
00:56:24Wozu?
00:56:25Wozu?
00:56:26Guten Abend.
00:56:49Können Sie bitte Ihre Garderobe abgeben?
00:56:51Nein, danke schön.
00:56:52Ich will nicht bleiben.
00:56:54Ich wollte mir das nur angucken.
00:56:56Das ist schon so lange her, dass ich ...
00:57:05Na, 30 Pfennig, bitte.
00:57:18Ich kann nicht wieder die Brille nicht finden.
00:57:20Also bleiben Sie da, gehen Sie.
00:57:24Ja, ein wenig werde ich bleiben.
00:57:26Dann müssen Sie die Garderobe abgeben, 30 Pfennig.
00:57:29Kann die Brille nicht finden?
00:57:31Da ist sie.
00:57:32Muss man ja auch immer suchen.
00:57:33Da ist sie.
00:57:34Muss man ja auch immer suchen.
00:57:35So.
00:57:36Hier, nehmen Sie.
00:57:41Michel Austach.
00:57:42Herr Ober!
00:57:43Das ist doch ...
00:57:49Das bist du ...
00:57:51Hermanns ...
00:57:53Oder das, was von mir übrig geblieben ist.
00:57:57Kiki.
00:57:58Du, nenn mich hier nicht so, sonst lachen die Kellner.
00:58:00Na, also ...
00:58:02Na, also ...
00:58:03So was.
00:58:04Ihr setzt dich.
00:58:05Dankeschön.
00:58:06Ich muss mich nämlich setzen.
00:58:08Nein!
00:58:09Ja.
00:58:14Na ja, also jünger sind wir beide nicht geworden.
00:58:16Na, bestimmt nicht.
00:58:18Schau, Kiki, es sind also jetzt her ...
00:58:20Na, 30 Jahre.
00:58:21Aber du über 30 Jahre.
00:58:22Ja, bestimmt mindestens 30 Jahre.
00:58:24Aber nein.
00:58:25War doch gleich nach dem ersten Weltkrieg ...
00:58:27Damals ...
00:58:28Ja, damals hab ich drinnen gesungen und heute ...
00:58:31sitze ich hier draußen.
00:58:33Was dazwischenliegt, ist das Leben.
00:58:35Guten Abend.
00:58:36Moment.
00:58:37Moment.
00:58:38Was sind die ...
00:59:03So, auf Blumen habe ich ja nicht mehr gerechnet.
00:59:16Machen Sie schnell mal ein paar Joschen.
00:59:18Nee, die brauche ich heute selber.
00:59:19Eduard, bringen Sie mal was zu trinken, ja?
00:59:22Was hier?
00:59:22Na ja, was denn sonst?
00:59:24Dankeschön.
00:59:25Sehen doch, ich bin unabkömmlich.
00:59:27Bring es in eine Flasche Sotern mit zwei Gläsern.
00:59:29Na ja, mach.
00:59:31Wie früher.
00:59:33Wir müssen doch unser Wiedersehen feiern.
00:59:38Oder ist es zu teuer?
00:59:42Nein, nein.
00:59:43Keineswegs, warum?
00:59:55Und jetzt nähert sich das Jahr unserer Scheidung einiges.
00:59:59Was soll ich da tun?
01:00:00Böse sein und mich hassen.
01:00:09Ja, ich werde es versuchen.
01:00:14Man kann auch im Guten auseinander gehen.
01:00:16Das liegt mir nicht.
01:00:25Es gibt noch eine dritte Lösung.
01:00:26Ja?
01:00:27Wir machen jetzt Schluss mit dem Spiel.
01:00:29Vorhang aus.
01:00:31Sind wieder normal.
01:00:32Sagen Sie zueinander.
01:00:34Und adieu.
01:00:34Die Hauptdarstellerin blickt zum Schluss, Blumen zu bekommen.
01:00:48Ja.
01:00:49Ja.
01:00:50Ja.
01:00:51Dankeschön.
01:00:56Prost auf Ihr Engagement in Argentinien.
01:01:01Prost.
01:01:02Sagen Sie mal, wie kommt man eigentlich zu einem Engagement in Argentinien?
01:01:16Durch Zufall.
01:01:18Zufall?
01:01:18Ja.
01:01:19Ach so.
01:01:19Eigentlich sollte unser erster Ingenieur hinfahren.
01:01:23Aber es stellte sich plötzlich heraus, dass er operiert werden muss.
01:01:26Er hat vom Krieg ja noch einen Granatsplitter im Gehirn.
01:01:28Armer Kerl.
01:01:29Sie haben sofort einen Ersatz gebraucht und das bin ich.
01:01:32Glück muss der Mensch haben.
01:01:33Ja.
01:01:34Ja.
01:01:36Freuen Sie sich darauf?
01:01:37Seit früh habe ich mich gefreut.
01:01:45Sagen Sie mal, kannst du dich noch erinnern an Otto?
01:01:51Welchen Otto?
01:01:53Welchen Otto?
01:01:54Meinem besten Freund Otto.
01:01:56Herr Ober.
01:01:57Ach der Otto.
01:02:01Den hältst du für deinen besten Freund?
01:02:03Hast du eine Ahnung?
01:02:04Hast du eine Ahnung, was der angestellt hat, um mich dir abspenstig zu machen?
01:02:09Ganz wollte er, sollte ich bei ihm bleiben.
01:02:11Na ja, ab und zu genügte dem nicht.
01:02:12Na ganz war ich doch damals bei dir.
01:02:14Ja.
01:02:15Kommt gar nicht in Frage, habe ich zu ihm gesagt.
01:02:17Und jetzt fährst du mich sofort zu Herbert zurück.
01:02:20Du erinnerst dich doch an den Daimler, den Otto hatte.
01:02:22Du warst ja nicht totschick.
01:02:23Ja, ja, der war totschick.
01:02:25Wo wart ihr da eigentlich?
01:02:27An der Riviera.
01:02:27Du und den Daimler war ich ganz vernaht.
01:02:29Und stell dir vor, was der Otto noch gesagt hat.
01:02:31Was, hat er gesagt, zu dem Herbert willst du zurück?
01:02:35Der ist ja pleite.
01:02:36Der ist ja vollkommen fertig.
01:02:38Da bin ich die ganze Nacht allein durchgefahren.
01:02:41So.
01:02:42Raucher, dritter Klasse, sitzend.
01:02:44Jawohl.
01:02:45Wie ich dann nach Hause kam, wie er war weg, du.
01:02:49Na, ich habe mir eben deinen Seitensprung sehr zu Herzen genommen.
01:02:53Und außerdem war ich ja wirklich pleite.
01:02:57Du, was ist denn?
01:03:06Hast du Sorgen?
01:03:08Ich?
01:03:08Wieso?
01:03:09Sehe ich so aus?
01:03:10Nein, keineswegs.
01:03:13Ja, bringe ich.
01:03:14Noch eine?
01:03:14Ja, bringe ich.
01:03:16Aber nein, lieber nicht.
01:03:18Bringen Sie noch eine.
01:03:19Wie lange haben wir noch Zeit?
01:03:43Noch eine Stunde.
01:03:46Aber Sie müssen doch noch den Wagen zurückbringen.
01:03:48Nein, der wird abgeholt und das Gepäck ist auch aufgegeben.
01:03:55Darf ich zum Bahnhof mitkommen?
01:03:58Das wäre wunderschön.
01:04:04Na ja, dann ist ein anderer Otto gekommen.
01:04:08Reich.
01:04:09Dann einer, der weniger reich war.
01:04:12Für jeden kommt die Zeit, wo man's Bilder gibt.
01:04:14Man muss nur wissen, wann sie da ist.
01:04:16Ich hab's gewusst.
01:04:18Na und du, was hast du denn die ganze Zeit gemacht?
01:04:21Entschulde, dass ich dich noch gar nicht gefragt habe.
01:04:23Ich habe gearbeitet.
01:04:24Nichts als ehrlich gearbeitet.
01:04:26Und verdienst du denn anständig?
01:04:28Ich sehe wohl nicht danach aus, was?
01:04:30Gibst wohl nicht viel auf Kleiner.
01:04:31Ja, nicht viel.
01:04:34Sparsamkeit?
01:04:35Nein, nicht auf Sparsamkeit.
01:04:37Aber schau, liebes Kind, für wen soll ich mich denn anziehen?
01:04:40Allerdings, wenn ich geahnt hätte, dass ich dich hier treffen würde.
01:04:43Oh Gott, für mich, für mich lohnt sich das doch nicht mehr.
01:04:47Ja.
01:04:47Ja, nicht schön, dass alt werden, was?
01:04:50Stimme weg, Füße geschwollen.
01:04:53Wenn man dann so alt wird, dass man gar nicht mehr arbeiten kann,
01:04:56dafür habe ich am meisten Angst.
01:04:57Bin ich auch?
01:04:58Ich?
01:04:59Wieso?
01:05:00Du musst doch wissen, liebes Kind, ich bin pensionsberechtigt.
01:05:04Ich bekomme eine Pension.
01:05:06Pension?
01:05:07Da, glücklich.
01:05:08Da, da, da kennst du meinen Chef, Schlechtung.
01:05:12Das ist der selbstloseste Mann, den du dir vorstellen kannst.
01:05:17Ja, Fluchtehund.
01:05:19Ja, ich habe sogar eine Gewinnbeteiligung bei diesem, ähm, bei diesem Chef, ja?
01:05:25Und bezahlte Ferien, um mich brauchst du dich nicht zu sorgen.
01:05:29Ich bin versorgt bis an mein Lebensende, ja, bis an mein Ende.
01:05:34Prost.
01:05:35Tja, Faberla, wie heißt denn die Firma?
01:05:41Bönke, das sind die bekannten Bönkewerke, dort bin ich Kassierer.
01:05:45Eine ausgesprochene Vertrauensstellung.
01:05:48Ja, gestern habe ich einen größeren Vorschuss bekommen.
01:05:51Nur schade, dass ich meine Brieftasche nicht bei mir habe.
01:05:54Guten Abend, guten Abend.
01:05:56Zeit später, ja.
01:05:57Ich muss irgendwo verlegt haben, oder?
01:06:01Was ist denn mit dir?
01:06:04Na, was weinst du denn?
01:06:06Guck, sei mir nicht böse.
01:06:09Sei mir nicht böse, aber wenn ich dich ansehe, muss ich heulen.
01:06:14Wahrscheinlich aus Freude.
01:06:16Ich freue mich so schrecklich, dich wiederzusehen.
01:06:20Ist ja schließlich auch so allein, nicht?
01:06:22Hat ja keinen Menschen.
01:06:24Jetzt tun wir uns aber auch nicht mehr aus den Augen verliehen.
01:06:29Manu, wo ist denn der Kavalier?
01:06:44Weg!
01:06:45Warte denn.
01:06:46Ohne zu bezahlen?
01:06:49Ist das dein Mantel?
01:06:50Ja.
01:06:51Aber geben Sie mir doch den Mantel.
01:06:52Ja, ja, ja, nicht in Frage.
01:06:55Was ist denn das hier?
01:06:56Gut, hier steckt auch noch was.
01:06:58Moment mal.
01:07:01Tasche kaputt.
01:07:03Futterzeit.
01:07:04Schöner Mantel.
01:07:06Oh!
01:07:07Er kann seine Rechte nicht bezahlen.
01:07:09Die hat dann Vermeel.
01:07:09Das ist ja sein Vorschuss.
01:07:11Hat er also doch noch sie gekriegt?
01:07:12Herbert!
01:07:14Kommen Sie.
01:07:15Geben Sie mir mal die Brieftasche, ja?
01:07:16Aber hören Sie mal, ich muss ihm doch seine Brieftasche nach.
01:07:23Au!
01:07:23Erbliche!
01:07:24Komm zum Bisschen!
01:07:26Achter!
01:07:30Herbert!
01:07:32Herbert!
01:07:33Herbert!
01:07:34Herbert!
01:07:36Herbert!
01:07:42Herbert!
01:07:43Herbert!
01:07:44Die Stadt ist voller Geheimnisse
01:07:49Und voller Rätsel ist die Nacht
01:07:57Das Herz ist voller Geheimnisse
01:08:03Die dunklen Träume sind erwacht
01:08:10Was weiß ich, was weiß ich von dir
01:08:14Was weißt du, was weißt du von mir
01:08:18Die Finsternis hat über dich
01:08:21Und mich
01:08:23Die macht die Stadt
01:08:27Die ist voller Geheimnisse
01:08:30Und voller Rätsel ist die Nacht
01:08:36Die ist voller Geheimnisse
01:08:38Und voller Geheimnisse
01:08:42Das war's.
01:09:12Es ist Zeit. Zahlen!
01:09:22Das hätten wir nicht tun dürfen.
01:09:24Warum nicht? Das war doch wunderschön.
01:09:28Eben.
01:09:28Denken Sie doch daran, wie leicht Ihnen die Trennung nach ein paar Wochen fallen wird.
01:09:44Wenn Sie mich richtig kennen, mit allen meinen Fehlern.
01:09:47Ich verstehe es nicht.
01:09:48Sie meinen, es ist besser, wenn wir gleich auseinander gehen, solange wir noch unsere Illusionen haben.
01:09:52Stimmt. Sie würden entsetzt sein und sich freuen, mich loszuwerden.
01:09:55Ich bin auch kein Engel.
01:09:56Aber ich bin egoistisch, rücksichtlos und renommiere gern.
01:09:58Ich bin faul, vergnügungssüchtig und manstreu.
01:10:00Na, sehen Sie. Es ist das wahre Glück, dass wir nicht zusammenbleiben.
01:10:04Ein Riesenglück ist das.
01:10:06So ein Glück hat man nicht alle Tage.
01:10:08Gehen wir.
01:10:09Sehen Sie? Jetzt können Sie es schon gar nicht mehr erwarten, mich loszuwerden.
01:10:12Es wäre ja schrecklich, wenn Sie Ihren Zug verfehlen würden.
01:10:15Wo ist denn der Ober?
01:10:16Richtig, ja. Ich hole ihn.
01:10:17Fünf Minuten.
01:10:41So.
01:10:42Und jetzt wollen wir uns Adieu sagen und über diesen komischen Tag lachen.
01:10:46Es war doch ein komischer Tag.
01:10:47Ja, sehr komisch.
01:10:51Allerdings, das kann man sagen.
01:10:54Sehr komisch.
01:10:57Du.
01:11:11Ich komme lieber nicht mit auf den Bahnsteig.
01:11:17Hallo.
01:11:29Der Koffer.
01:11:31Ich bin den Koffer.
01:11:32Ich meinst Combat.
01:11:42Ich bin der Koffer.
01:11:43Ich bin der Koffer.
01:11:44Das war nicht.
01:11:45Bitte zurücktreten von der Barsche der Kappe. Bitte zurücktreten.
01:12:15Bitte zurücktreten von der Barsche.
01:12:45Oh, Entschuldigung.
01:13:09Na, Fräulein, wohl trostbedürftig.
01:13:15Danke.
01:13:26Ihre Fahrkarte.
01:13:28So, ja.
01:13:29Danke.
01:13:30Ja, guten Abend.
01:13:41Hallo.
01:13:57Ja, bitte.
01:13:57Entschuldigen Sie, gibt es da noch einen anderen Ausgang?
01:14:00Oh ja, da müssen Sie da lang gehen und dann rechts.
01:14:01Da lang.
01:14:02Bitte schön.
01:14:02Und dann rechts.
01:14:03Ja, danke schön.
01:14:04Oh, bitte.
01:14:06Jesus, komm.
01:14:18Komm, komm von hier weg.
01:14:20Du bist wohl meinetwegen nicht weggefahren.
01:14:30Eigentlich wollte ich mich ja verkrümeln.
01:14:32Wieso?
01:14:34Ich habe niemals die Absicht gehabt, fortzufahren.
01:14:36Na, no.
01:14:37Ich wollte nur da hinausgehen und warten, bis du weg bist.
01:14:41Und dann allein an die Station.
01:14:43Warum?
01:14:43Ich habe dir doch erzählt von unserem ersten Ingenieur.
01:14:48Ja.
01:14:50Der eigentlich fahren sollte.
01:14:51Ja.
01:14:52Und der operiert werden muss.
01:14:53Ja.
01:14:54Dieser erste Ingenieur bin ich.
01:14:59Es ist heute ein anderer an meiner Stelle Gefahr.
01:15:02Warum früh machen Sie mir den Schädel auf?
01:15:03Natürlich würden Sie versuchen, mich zu retten.
01:15:12Ja.
01:15:14Ich habe Angst.
01:15:17Entsetzliche Angst.
01:15:24Deshalb wollte ich den letzten Tag mit einem Menschen zusammen sein, der nichts davon weiß
01:15:27und nicht davon spricht.
01:15:29Darum bin ich zu dir gekommen.
01:15:32Das war vielleicht egoistisch für mich.
01:15:33Ich hätte das nicht tun sollen.
01:15:37Wann musst du in der Klinik sein?
01:15:39Heute Nacht.
01:15:41Darf ich dich hinbegleiten?
01:15:56Ich finde, sowas zu fassen, so ein Trick.
01:15:58Man muss doch bedenken, dass ich das nun jeden Morgen praktische und immer wieder bringe.
01:16:02Ich möchte mal wissen, wo der Staub herkommt.
01:16:05So was einfach bloß in der Luft rumfliegt.
01:16:07Doch ich kann mir das direkt.
01:16:08Entschuldigen Sie.
01:16:09Entschuldigen Sie.
01:16:09Tut mir leid.
01:16:11Sie gehören doch hier sicher auch zur Fabrik.
01:16:15Wir merken noch alles.
01:16:16Das ist ja ein tolles Ding.
01:16:19Wie gut mit Schleier und Fehlern.
01:16:20Also wenn Sie hier zur Fabrik gehören, dann kennen Sie doch sicher einen Herrn Klein.
01:16:27Ob ich einen Herrn Klein kenne?
01:16:29Die ganze Nacht habe ich von ihm geträumt.
01:16:31Das heißt, wenn ich geschlafen habe, so erschreckt hat er mich, wie Sie mich lieben.
01:16:34Wissen Sie, ich habe nämlich seine Brieftasche gefunden.
01:16:36Mit seiner Adresse drin.
01:16:38Aber der ist nicht zu Hause.
01:16:39Kann er ja auch gar nicht sein.
01:16:41Vor einer Stunde haben sie ihn rausgezogen.
01:16:42Hat das Radio gesagt.
01:16:44Was, er ist tot?
01:16:46Ja.
01:16:47Jetzt kann er nicht mehr über mich quatschen.
01:16:49Aber leid tut er mir.
01:16:51Gott hab ihn selig.
01:16:53Keine.
01:16:54Seine Brieftasche haben sie gefunden.
01:16:56Ach du Liebeskirche.
01:16:57Da haben sie aber was Feines gefunden.
01:17:00Wo hat er denn das viele Geld her?
01:17:03Sein Vorschuss.
01:17:04Was ist das?
01:17:05Sein Vorschuss hat er gestern gekriegt.
01:17:07Quatsch, Vorschuss hat er gekriegt.
01:17:08Die Kühnung hat er gekriegt.
01:17:09Alle haben sie die Kühnung gekriegt.
01:17:11Und da hat er dann.
01:17:12Nehme ich ihn nicht, liebe.
01:17:15Außerdem hat er es wieder hinlegen wollen, wo er es hergenommen hat.
01:17:18Deshalb war er hier.
01:17:19Das kann ich beschwören, so war ich immer heiß.
01:17:21Halb so schrieben.
01:17:23Ein Jahr ist rasch vorüber.
01:17:24Und mehr kriegt er bestimmt nicht dafür,
01:17:26dass er so einen Gauner wie diesen Morgen...
01:17:27Also, ich würde ihn freisprechen.
01:17:29Ich auch.
01:17:30Und Sie haben ihn schon.
01:17:33Sie.
01:17:36Auf der Leitung wird noch immer gesprochen.
01:17:38Wollen Sie warten?
01:17:40Verzeihen Sie, ich habe vorhin schon einmal...
01:17:42Können Sie mir vielleicht jetzt die Auskunft geben,
01:17:44wie es dem Patienten auf 209 geht?
01:17:47Ich stelle durch.
01:17:48Ehrlich?
01:17:49Einen Moment.
01:17:51Ja.
01:17:52Wen wollen Sie?
01:17:53Ja, bitte schön.
01:17:54Bitte schön, können Sie mir sagen,
01:17:56wie die Operation des Patienten auf 209 ausgegangen ist?
01:18:00Ich gebe Ihnen die Auskunft.
01:18:02Einen Moment.
01:18:04Ja.
01:18:05Einen Moment, bitte.
01:18:07Ernie!
01:18:07Ich brauche jetzt endlich die Leitung.
01:18:09Halt den Mund, sage ich dir.
01:18:10Halt du lieber deinen.
01:18:13Jetzt nehme ich dir das Amt raus.
01:18:14Nein, nein.
01:18:16Hier ist die Auskunft.
01:18:17Ich gebe Ihnen die chirurgische Abteilung.
01:18:20Ja, bitte.
01:18:21Einen Moment.
01:18:23Ernie.
01:18:24Hier ist die chirurgische Abteilung.
01:18:25Sie wünschen?
01:18:26Ja, ja, bitte.
01:18:27Bitte können Sie mir sagen,
01:18:28wie die Operation des Patienten auf Zimmer 209 ausgegangen ist?
01:18:33Wir können leider telefonisch keine Auskunft geben.
01:18:35Das hat doch keinen Zweck.
01:18:45Die geben dir ja doch keine Auskunft.
01:18:47Hau lieber ab und fahr hin.
01:18:49Ja.
01:18:50Ich halte dir die Daumen.
01:18:53Ach, Herr Hose, wenn Sie wüssten,
01:18:55wie sehr ich die Entwicklung hier bedauere.
01:18:57Wollen Sie mir bitte helfen,
01:18:59die Geschäfte hier abzuwickeln?
01:19:00Aber bitte gerne.
01:19:01Mein Vater ist leider erkrankt.
01:19:05Schwer erkrankt.
01:19:08Moment, ich muss mal mit seinem Arzt.
01:19:10Ach, Herr Professor, entschuldigen Sie,
01:19:11wenn ich nochmals anrufe.
01:19:12Ich wollte Sie bloß daran erinnern,
01:19:14sofort zu meinem Vater zu fahren.
01:19:15Liebes Fräulein Böntke,
01:19:17es ist überflüssig, zu ihm hinaus zu fahren,
01:19:19denn er sitzt hier, mir gegenüber.
01:19:23Ja, ja, da kann man nichts machen.
01:19:25So ist er nun mal.
01:19:27Auf Wiedersehen.
01:19:28Meine Fräulein Tochter wollte,
01:19:30ich sollte zu Ihnen hinausfahren.
01:19:32Meine Fräulein Tochter wollte,
01:19:34was die nicht alles will.
01:19:36Und das Honorar,
01:19:37das Sie dann gefordert hätten.
01:19:39Sie hätten wohl einen stürmischen Sonntag,
01:19:41obwohl ich Ihnen dringend geraten habe.
01:19:43Jede Aufregung zu vermeiden.
01:19:45Vermeiden Sie mal jede Aufregung,
01:19:46wenn Ihnen ein solcher Sonntagskast
01:19:48ins Haus gefegt kommt,
01:19:49so einen Dickschädel sollen, Gott vor allem.
01:19:51Sie sprechen wohl von Fräulein Tochter.
01:19:52Sie merken aber auch alles.
01:19:54Aber glauben Sie ja nicht,
01:19:55dass ich nachgegeben hätte.
01:19:56Ich unterschreibe diese gottverdammte Bürgschaft nicht.
01:20:00Vielleicht überlegen Sie sich es doch noch.
01:20:01Noch kümmern Sie sich doch um meinen Zustand
01:20:03und nicht um meine Geschäfte.
01:20:04Mir geht es nämlich saumäßig.
01:20:07Bevor gestern Abend,
01:20:08für ein paar Stunden,
01:20:10hatte ich noch Rosinen im Kopf.
01:20:12Daher wollte ich es noch mal wissen.
01:20:14Was?
01:20:15Was, was, was, was.
01:20:16Die ganze, die ganzen Klimpen.
01:20:20Aber jetzt ist damit Essig.
01:20:22Und das ist bitter.
01:20:23Komm,
01:20:27wir haben es aber schon so ein Ding in den Arm.
01:20:29Das kräftigt meinen Liderstand.
01:20:31Bin schon dabei.
01:20:34Sie will nämlich,
01:20:35dass ich einen Teil der Erbschaft
01:20:36schon jetzt auszahle,
01:20:37damit sie es ins Geschäft steckt.
01:20:40Mach ich nicht.
01:20:41Auf in den Kampf.
01:20:46Sie haben recht.
01:20:47Ich erge mich über jeden Dreck auf.
01:20:49Zum Beispiel über den alten Klein.
01:20:51Na gerade, das kann ich verstehen.
01:20:52Wenn jemand sich umbringt,
01:20:54das ist...
01:20:54Was?
01:20:55Sie umbringt?
01:20:57Das weiß ich auch gar nicht.
01:20:59Ich meinte doch,
01:21:00ob er eine neue Stellung findet.
01:21:01Ich dachte, Sie wüssten es.
01:21:03Nee, keine blasse Ahnung.
01:21:04Ich habe es am Radio gehört.
01:21:05Und ich doch mal nachfragen.
01:21:11Die Unterlagen habe ich leider nicht da.
01:21:13Die sind ja bei...
01:21:16bei Klein im Büro.
01:21:19Ja?
01:21:21Ach, du bist Papa.
01:21:22Moment mal.
01:21:23Bitte, dann holen Sie sie mir doch.
01:21:25Wie geht es dir denn?
01:21:26Was sagt denn der Arzt?
01:21:27Ja, ja, ich höre.
01:21:28Chris!
01:21:29Chris!
01:21:31Chris!
01:21:32Chris!
01:21:37Susi!
01:21:38Gerhard!
01:21:39Susi!
01:21:40Susi!
01:21:42Susi!
01:21:43Gerhard!
01:21:44Susi!
01:21:45Gerhard!
01:21:52Bitte sofort ins Schäfzimmer kommen, Freundin!
01:21:55Maja, entschuldigen Sie bitte.
01:21:57Ich habe mich gestern beim Fotografieren erkältet.
01:21:59Bitte sofort ins Schäfzimmer kommen!
01:22:01Also, Ernie,
01:22:02die Sache hat geklappt in Bremen.
01:22:05Das braucht ja nicht unbedingt eine Trennung zu bedeuten.
01:22:08Bremen ist ja nicht aus der Welt.
01:22:11Christel,
01:22:12der Bulls ist normal.
01:22:14Er ist fieberfrei.
01:22:15Du, das habe ich mir gedacht!
01:22:17Mein liebes Frau Christel,
01:22:18sagen Sie mal, wer ist dieser Er?
01:22:19Er ist mein zukünftiger Schwager.
01:22:23Entschuldigen Sie,
01:22:23ich habe mich beim Fotografieren erkältet.
01:22:27Ich habe Sie hergebeten, um Ihnen zu sagen, dass...
01:22:30Ich habe eben mit meinem Vater gesprochen.
01:22:33Offenbar hat Ihnen der Verzweiflungstod des Kleinen,
01:22:37des Armen, Mürbe gemacht.
01:22:40Bin so froh.
01:22:43Ich bin sehr, sehr glücklich.
01:22:45Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist...
01:22:48Es geht weiter.
01:22:49Jetzt kann ich dem Kind doch zu Weihnachten die Nähmaschine kaufen.
01:22:53Bevor wir uns jetzt an die Arbeit machen, möchte ich Ihnen nur sagen,
01:22:56um alle Vermutungen im Keim zu ersticken,
01:22:59die Kassenprüfung, die wir soeben durchgeführt haben,
01:23:02hat die Pflichttreue und Ehrlichkeit des armen Kleinen erneut bewiesen.
01:23:06Feierabend, ein richtiger Feierabend.
01:23:20Die Jugend hat sich durchgesetzt.
01:23:24Der alte Pönke tritt wohl bald ganz ab
01:23:26und der arme Kleiner hat es schon hinter sich.
01:23:29Ja, ja, die Alten gehen und die Jungen rücken nach.
01:23:32Hoffentlich machen Sie es besser als wir.
01:23:37Hoffentlich.
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