- vor 8 Monaten
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:30Musik
00:01:00Gestatten Sie all ins Leben!
00:01:21Bitte!
00:01:25Mh!
00:01:30Bitte, mein Fehlen bei den Damen Karajong zu entschuldigen.
00:01:36Hatte eine unaufschiebbare Mission in Französisch Buchholz.
00:01:40Unaufschiebbare Mission.
00:01:42Blond oder schwarz?
00:01:43Schulmeisterstochter. Flachsblond.
00:01:49Ich lasse mir immer die Kirche von ihr zeigen.
00:01:52Wir steigen dann in den Glockenturm hinauf,
00:01:55weil ich eine Passion für Glocken in Schriften habe.
00:01:58Sie glauben gar nicht, was sich in so einem Turm alles entziffern lässt.
00:02:03Eine Blondine.
00:02:05Somit erklärt sich alles.
00:02:08Atroi!
00:02:10Ja, neben meiner Prinzessin Flachsa
00:02:13kann natürlich unser Fräulein Victor nicht bestehen.
00:02:17Ja, nicht einmal die schöne Frau Mama.
00:02:18Ach, mein lieber Alvensleben.
00:02:22Schließlich die schöne Mama wird 37.
00:02:26Rechnen wir ihr die vier Ehejahre-Halbstadt doppelt an.
00:02:30Aber das ist Schachsache.
00:02:34Na, über kurz oder lang wird er in der Lage sein,
00:02:37ihren Taufschein um seine Geheimnisse zu befragen.
00:02:40Wie meinen Sie das, Nostitz?
00:02:48Sollte Ihnen, lieber Alvensleben,
00:02:51das Verhältnis zwischen den beiden entgangen sein?
00:02:54Sie drücken sich ziemlich dunkel aus.
00:03:08Sonst nicht grad mein Fehler.
00:03:11Prost!
00:03:15Sie täuschen sich Nostitz, wenn Sie auf eine Partie schließen.
00:03:19Schach.
00:03:20Schach würde niemals eine Witwe heiraten,
00:03:23und wenn sie noch so schön ist.
00:03:26Gäbe es hierüber den geringsten Zweifel.
00:03:29Ein Umstand würde ihn beseitigen.
00:03:33Victor!
00:03:37Er fühlt sich durch Ihre mangelhafte Schönheit
00:03:40geradezu geniert.
00:03:42Er würde sich außerstande fühlen,
00:03:43Sie irgendeiner Prinzessin
00:03:45oder auch nur einer hochgestellten Dame
00:03:47als seine Tochter vorzustellen.
00:03:49Sofern Sie auf die Prinzessin Karolat anspielen,
00:03:51wer von uns ginge da nicht?
00:03:53Konform mit dem guten Schach.
00:03:55Blond vor Schwarz.
00:03:57Aber nichts über eine Prinzess.
00:03:59Auf Ehre!
00:04:04Chang-Zi!
00:04:04A quatre!
00:04:05Dennoch, Nostitz,
00:04:12gesetzt den Fall,
00:04:15er würde die Mutter heiraten,
00:04:18die Tochter zurückzusetzen
00:04:19oder einfach nur als Aschenbrödel zu benutzen.
00:04:24Dazu hat er das Herz zu sehr auf dem rechten Fleck.
00:04:26Auch würde Frau von Karyang das einfach nicht dulden.
00:04:32Denn so gewiss sie ihren Schach liebt,
00:04:34so gewiss liebt sie Victor.
00:04:36Sogar um ein Gutteil mehr.
00:04:38Sie können es drehen, wie Sie wollen, Nostitz.
00:04:40Es wird keine Partie.
00:04:41Ich glaube, er bringt uns etwas.
00:05:09Ich glaube, er bringt uns etwas.
00:05:09Hat sich nicht auch Tante Marguerite zum Essen angemeldet?
00:05:18Mein Herr wartet auf Antwort, gnädige Frau.
00:05:23Du nimmst nur.
00:05:27Er ist für dich, Mama.
00:05:29Ich habe eine Scheu vor Geheimnissen.
00:05:39Meine gnädigste Frau, der Regen der vergangenen Nacht
00:05:47hat nicht nur die Wege gebessert, sondern auch die Luft.
00:05:49Alles in allem ein schöner Tag.
00:05:51Ich werde vier Uhr mit dem Bargen vor ihrer Wohnung halten
00:05:54und Sie und Fräulein Victoire zu einer Spazierfahrt abholen.
00:05:57Über das Ziel erwarte ich Ihre Befehle.
00:05:59Aber wissen Sie doch, wie glücklich ich bin, Ihnen gehorchen zu können.
00:06:05Unter Gruß und Empfehlungen an meine liebe Freundin Victoire,
00:06:10die zu größerer Sicherheit vielleicht eine Zeile schreibt.
00:06:17Ihr Schach.
00:06:18Nun, was lassen wir sagen?
00:06:26Aber du kannst doch nicht ernsthaft fragen, Mama.
00:06:30Also dann ja.
00:06:32Ja.
00:06:32Ja.
00:06:32Herzlichst akzeptiert, obwohl die Ziele vorläufig im Dunkeln bleiben.
00:06:52Aber ist der Entscheidungsmoment erst da,
00:06:55so wird er uns auch das Richtige wählen lassen.
00:06:59Das klingt recht vieldeutig, Victoire.
00:07:02Gut, dann schreibe ich ein bloßes Ja und du kontrasignierst.
00:07:32Du darfst es auch nicht schreiben, aber ich, ich darf alles.
00:07:41Es muss etwas geschehen, Mama.
00:07:43Die Leute reden so viel, auch schon zu mir.
00:07:46Und da Schach immer noch schweigt und du nicht reden darfst,
00:07:51so muss ich es tun.
00:07:55Was tun?
00:07:56Euch verheiraten.
00:08:00Alles in der Welt dreht sich einmal um, sonst verheiraten Mütter ihre Töchter und hier.
00:08:05Ich verheirate dich.
00:08:07Er liebt dich und du liebst ihn.
00:08:11Ihr werdet das schönste Paar sein, das je im französischen Dom getraut wurde.
00:08:16Und dass du mich mit in die Ehe bringst, ist nicht gut.
00:08:18Aber auch nicht schlimm.
00:08:22Wo viel Licht ist, ist viel Schatten.
00:08:24Meine Victoire.
00:08:35Glaube mir.
00:08:39Ohne kleine Hand.
00:08:43Wird das, wird das Band nicht knüpfen.
00:08:46Das, das geht nicht, das, das kann nicht sein.
00:08:54Und warum auch.
00:08:57Zuletzt, zuletzt liebe ich doch eigentlich nur dich.
00:09:13No, no, no, Hannus, was denken Sie denn?
00:09:16Sie wissen doch, dass ich den Zeltdünger ganz und gar nicht finde.
00:09:19Pardon.
00:09:24Sag mal, Tantchen, was war nun mit der Eskapade der Gräfin Stieglitz?
00:09:28Könnte es nicht sein, dass du die Gräfin Taube meinst?
00:09:31Ebir?
00:09:32Wo liegt da der Unterschied?
00:09:34Stieglitz oder Taube?
00:09:35Oh, mein Chéri.
00:09:36Viel aufregender finde ich, dass der Rittmeister von Schenk vom Regiment Gare du Corp der Prinzessin von Carola deine Serenade gebracht hat.
00:09:47Hm, wie man sagt, im Park von Sanssouci, ganz wie in früheren Jahren, wo es noch keine Salons gab.
00:09:56Ach, überhaupt diese Salons, je ne sais pas.
00:09:59Sag mal, Tantchen, und du bist dir ganz sicher, dass es sich um den Rittmeister von Schenk handelt?
00:10:03Warum sollte es sich nicht um ihn handeln, ma Chéri?
00:10:07Kennst du ihn etwa?
00:10:13Ich kenne einen Rittmeister von Schach.
00:10:15Vraiment?
00:10:16Du kennst ihn auch?
00:10:18Oh, umso mehr muss ich darauf bestehen, dass du mir recht kümst.
00:10:22Worin denn, Tantchen?
00:10:23Dass dieser Ritter von Schach, merci, ma Chéri, nun, dass er ein verlehnterer Kavalier ist.
00:10:33Oh ja, Tantchen, das ist er.
00:10:35Wie?
00:10:36Du kennst ihn auch?
00:10:39Und du wirst ihn ebenfalls kennenlernen.
00:10:45Pass auf.
00:10:48Ja.
00:10:50Merci.
00:10:53Danke.
00:11:07So, und nun das dunkle Ziel.
00:11:12Fräulein Victoire.
00:11:14Nehmen wir den Brief.
00:11:17Bien, gut gewählt.
00:11:19Nur es ist das undunkelste Ziel von der Welt, namentlich heute.
00:11:22Sonne über Sonne.
00:11:26Eskadron Marsch, Tempelhof.
00:11:28Nun, Mühlo, unser Schach und die schönste Virtue Berlins in einer Äquipage.
00:11:53Sagt Ihnen das etwas?
00:11:54Ich will Ihnen gestehen, Nostitz, ich schwärme für diese Frau.
00:11:59Sie hat den Zauber des Wahren und Natürlichen.
00:12:02Und selbst ihre Schwächen sind reizend und liebenswürdig unter Neben und dieser Schach.
00:12:06Sie unterschätzen ihn, Mühlo.
00:12:11Zugegeben mag sein, er hat seine Meriten.
00:12:14Für mich ist er nichts als ein Pedant und Wichtigtuer.
00:12:17Immerhin ist er einer unserer Besten.
00:12:22Umso schlimmer.
00:12:25Lassen Sie es gut sein, Mühlo.
00:12:27Ich habe nicht viel für ihn übrig, aber wahr bleibt, er ist immer er selbst.
00:12:32Alles an ihm ist echt und darin unterscheidet er sich von uns, Mühlo.
00:12:36Denn er spielt nicht nur den Ritterlichen, er ist es auch.
00:12:40Jedenfalls trägt er ein ehrliches Gesicht und keine Maske.
00:12:43Ja, lieber Schach, ich weiß alles.
00:13:02Und niemand Geringeres als Tante Marguerite hat uns heute Mittag alles erzählt.
00:13:06Wovon?
00:13:07Von Ihrer Serenade.
00:13:08Gott zum Gruß, mein Herr.
00:13:12Ich weiß, was Ihnen nachgesagt wird, Schach.
00:13:15Dass Sie der garstigsten Prinzess selbst vor der schönsten Bourgeois den Vorzug geben.
00:13:20Jeder garstigen Prinzess, sag ich aber, zu allem Überfluss ist die Prinzessin Carolat auch noch schön.
00:13:27Sie werden mich eiferschüchtig machen.
00:13:33Oh, diese Kirche bezaubert.
00:13:35Ein wirklich schönes Paar.
00:13:44Vremmo?
00:13:55Glauben Sie mir, Josephine, die Huldigungen meines Herzens gelten nach wie vor Ihnen.
00:14:00Ihnen der liebenswürdigsten und besten.
00:14:02Wie gut Sie zu sprechen verstehen.
00:14:06So gut spricht man nur aus einer Verschuldung heraus.
00:14:09Nicht wahr?
00:14:10Oder aus dem Herzen.
00:14:11Von dieser Beichte willen war ich gestern bei Ihnen.
00:14:35Doch ich erschraub fast, als ich Bülow sah.
00:14:39Und dann diesen aufgedünsenen Sander.
00:14:41Was hat der nur in Ihrer Gesellschaft zu suchen?
00:14:43Er ist der Schatten Bülows.
00:14:45Sein Schatten.
00:14:46Wenn Sie sagen würden, sein Sancho Pansa.
00:14:49Sie nehmen Bülow als Don Quixote?
00:14:52Nur mit dem Unterschied, dass Don Quixote ein ehrlicher Enthusiast war.
00:14:57Bülow hingegen ist exzentrisch.
00:15:00Er ist von infernalischer Eigenliebe getrieben.
00:15:03Ein Götze.
00:15:13Und wer ist das?
00:15:14Das ist doch unser Tempelritter.
00:15:16Er bohrte die Kirche und auch unser Dorf.
00:15:19Er hieß Ritter von Tempelhof.
00:15:20Und darum heißt unser Dorf auch Tempelhof.
00:15:23Der Grabstein lag über 100 Jahre dort vor dem Altar.
00:15:26Da mussten ja alle über ihn drüber laufen.
00:15:29So wurde sein Gesicht zerschot und vor Wut donnerte und polterte er jede Nacht herum,
00:15:34dass man dachte, es gewittert.
00:15:36Und darum mussten sie ihn dort an den Pfeiler mauern.
00:15:40Da war er still.
00:15:42Ich finde doch, die Regierung sollte etwas mehr gegen den Aberglauben tun.
00:15:47Komm, Josephine.
00:15:48Komm, phone, phone.
00:16:01Es ist erwiesen, dass wir Templer in diesem Lande hatten.
00:16:22Sie wissen, was diesem Ritterorden vorgeworfen wurde?
00:16:27Götzendienste, Anbetung falscher Gottheiten,
00:16:30Verleumdung Christi, Laster aller Art.
00:16:36Und ich fürchte mit Recht,
00:16:40aber groß wie seine Schuld war auch seine Sühne.
00:16:46König Philipp der Schöne ließ alle Templer verbrennen.
00:16:50So sehen wir denn diesen schuldbeladenen Orden
00:16:54schließlich in einem neu gewonnenen Glorienschein zugrunde gehen.
00:16:57Ob schuldig oder nicht, mich überwältigt seine Größe.
00:17:05Wer sie so hört, Schach, könnte meinen, einen nachgeborenen Templer in ihn zu sehen.
00:17:10Und doch war es ein mönchischer Orden und mönchisch war auch sein Gelübd.
00:17:13Hätten Sie es vermocht, als Templer zu leben und zu sterben?
00:17:20Ja.
00:17:20Vielleicht wegen des schönen langen Mantels mit dem achtsackigen Kreuz,
00:17:28der noch kleidsamer war als die Subfrau Weste der Gendarm.
00:17:31Nicht das Kleid.
00:17:33Wie Sie mich verkennen, Victor.
00:17:37Glauben Sie mir, es lebt etwas in mir,
00:17:39was mich vor keinem Gelübde zurückschrecken lässt?
00:17:42Um es auch zu halten.
00:17:43Sie sagten, Philipp, der Schöne hat die Templer auf dem Gewissen.
00:18:04Sonderbar, dass mir alle historischen Personen,
00:18:07die den Beinamen des Schönen führen, unsympathisch sind.
00:18:11Ich hoffe nicht aus Neid.
00:18:13Schönheit?
00:18:15Schönheit macht selbstisch.
00:18:17Und wer selbstisch ist, ist undankbar und treulos.
00:18:21Ebian, das war also die Kirche.
00:18:24Und nun, finde ich, sollten wir einen Kaffee nehmen.
00:18:26Immer zu Ihren Diensten.
00:18:28Die Kirche
00:18:58Für alles, was fehlt, meine Herren, bitte ich zu bedenken, wir sind hier auf dem Land.
00:19:10Moabit ist nicht Berlin.
00:19:23Lachen Sie nur zu, lieber Sander.
00:19:24Aber es heißt, Ihr guter Tisch habe mehr noch als Ihr guter Verlag die Freundschaft zwischen Ihnen und Herrn von Bülow besiegelt.
00:19:32Ein Satz, dem ich kaum zu widersprechen wage, königliche Hoheit.
00:19:36Und doch müssten Sie es eigentlich.
00:19:39Ihr ganzer Oppositionsverlag hat doch keine Spur von jener Toleranz, die das Vorrecht aller gesättigten Leute ist.
00:19:47Ihre Genies, Pardon, Bülow, schreiben alle wie Hungrige.
00:19:50Auch, dass Sie mir die Österreicher so schlecht behandeln, missfällt mir.
00:19:56Waren die Niederlagen bei Ulm oder bei Austerlitz etwas Kluges, königliche Hoheit?
00:19:59Mein lieber Sander, was ist klug?
00:20:02Wir Preußen bilden uns beständig, eines zu sein.
00:20:06Wissen Sie, was Napoleon zu unserem vorjährigen Aufmarschen Thüringen gesagt hat?
00:20:09Nostitz, wiederholen Sie.
00:20:10Er will nicht.
00:20:19Ach, diese Preußen, die sind noch dimmer als die Österreicher.
00:20:29Wundert es Sie da noch, dass Sie uns heute zu dem Frieden beglückwünschen, den uns dieser Haugwitz erschachert hat?
00:20:34Ja, er schachert. Er schachert, indem er für das Mitbringsel Hannover unsere Ehre preisgab.
00:20:49Freilich haben königliche Hoheit einen Hass gegen den armen Haugwitz.
00:20:52So gebe ich Ihnen den Mann preis.
00:20:55Nicht aber seine Politik.
00:20:59Und warum nicht?
00:21:00Seine Politik ist gut, denn sie rechnet mit realen Größen.
00:21:07Wie steht es denn in Wahrheit mit unseren Kräften?
00:21:10Preußen ist kein Land mit einer Armee, sondern eine Armee mit einem Land.
00:21:15Das Land taugt nur als Stammquartier und Verpflegungsmagazin, so weiter nichts.
00:21:19Siegen wir, so geht es.
00:21:21Aber Kriege führen dürfen nur solche Länder, die Niederlagen ertragen können.
00:21:26Wir können das nicht.
00:21:28Ist die Armee hin, ist alles hin.
00:21:32Und wie schnell die Armee hin sein kann, hat uns Austerlitz gezeigt.
00:21:37Gott blies und die Armada zerstob in alle Winde.
00:21:41Herr von Bülow, Sie werden doch in Napoleon Bonaparte nicht den Odem Gottes erkennen wollen.
00:21:47Doch, Herr von Schach.
00:21:50Oder glauben Sie wirklich, Gott stünde im Spezialdienst Preußens und seiner Armee?
00:21:54Ich hoffe, ja.
00:21:56Und ich fürchte, nein.
00:21:59Man sagt, wir hätten die propraste Armee der Welt. Das ist alles.
00:22:03Aber gewinnt man mit der Proprierität Schlachten?
00:22:06Das alles ist Dressurenspielerei geworden.
00:22:10Es gibt doch Offiziere, die der Schlankheit halber die Uniform direkt auf dem Leibe tragen.
00:22:14Alles Unnatur.
00:22:15Selbst das Marschieren können, die ganz gewöhnliche Fähigkeit des Menschen, die Beine zu setzen, ist uns in dem ewigen Paradeschritt verloren gegangen.
00:22:25Alle modernen Schlachten sind aber mit den Beinen gewonnen worden.
00:22:28Und mit Gold.
00:22:30Ihr großer Bonaparte ist ein Meister der Bestechung.
00:22:36Hören Sie, was er unmittelbar vor der Ausdelle zur Schlacht sagte.
00:22:42Soldaten, der Feind wird unsere Flanke zu gewinnen suchen.
00:22:45Bei dieser Bewegung aber wird er seine Flanke preisgeben.
00:22:47Wir werden uns auf seine Flanke werfen und ihn schlagen und vernichten.
00:22:51Genauso verlief die Schlacht.
00:22:52Wie das von Bülow?
00:22:56Konnte er den Schlachtplan der Österreicher erraten?
00:23:00Widerlegen Sie mich.
00:23:02Königliche Hoheit befehlen.
00:23:05So gehorche ich denn.
00:23:07Die höchste Dummheit entzieht sich ebenso der Vorausberechnung wie die höchste Klugheit.
00:23:11Nicht wahr, Königliche Hoheit?
00:23:13Napoleon wusste aber ganz genau, was geschehen wird.
00:23:16Konnte es wissen, weil er sich die Frage stellte und beantwortete, was tun hier die Halbklugen?
00:23:22Was tut hier die Mittelmäßigkeit?
00:23:26Ich danke Ihnen, Bülow, das war super.
00:23:49Meine Herren, ich bitte in die Natur.
00:24:04Die Damen Carajon.
00:24:13Kaum einen Namen hört man neuerdings öfter.
00:24:17Des schönen Fräuleins von Carajon entsinne ich mich vom Maserwischen Kinderball her.
00:24:22Ihr Name Alvinslemy war ja doch gleich.
00:24:23Victor Königliche Hoheit.
00:24:26Sie war kaum 15.
00:24:28Wie ein Engel, sagte der alte Graf Nebel.
00:24:31Es wäre mir eine Freude, die Bekanntschaft von Mutter und Tochter erneuern zu können.
00:24:37Aber gern Königliche Hoheit.
00:24:39Eure Königliche Hoheit würden das Fräulein Victor nicht wiedererkennen.
00:24:42Kurz nach dem Maserwischen Kinderball wurde sie von den Blattern befallen und nur wie durch ein Wunder gerettet.
00:24:48Ein gewisser Reiz ihrer Erscheinung ist ihr geblieben.
00:24:50Momente, wo die Liebenswürdigkeit ihrer Natur den Zauber ihrer alten Schönheit wiederherzustellen scheint.
00:24:58Also Wiederherstellung der Jungfräulichkeit.
00:25:03Wenn Sie so meinen, ja.
00:25:06Mein lieber Schach, es nützt Ihnen nichts, wenn Sie versuchen, mich abzuschrecken.
00:25:09Meine Herren, ich bitte Sie, was ist Schönheit?
00:25:15Einer der vagesten Begriffe.
00:25:17Alles ist schön und nichts.
00:25:21Ich persönlich würde einem Boutet du Diabel vor der göttlichen Schönheit den Vorzug geben.
00:25:26Hoheit, ich möchte bezweifeln, dass Sie diese teuflische Schönheit an unserem Fräulein Victor entdecken werden.
00:25:32Sie ist eher elegisch witzig.
00:25:34Na, umso besser.
00:25:36Glauben Sie mir, das Herz entscheidet doch nur das Herz.
00:25:39Wer liebt, wer die Kraft der Liebe hat, der ist auch schön.
00:25:43Und ein paar Grübchen in der Wange sind doch das reizendste der Welt.
00:25:53Glauben Sie mir, das Paradox, das Hässliche ist das Schöne, hat seine vollkommene Berechtigung.
00:25:59Es bedeutet doch nichts anderes, als dass hinter dem anscheinend Hässlichen sich eine höhere Form der Schönheit verbirgt.
00:26:07Es bleibt also dabei, ich würde mich freuen, die Damen Carajon im Salon meiner lieben Freundin Paulin empfangen zu dürfen.
00:26:29Und Sie, lieber Schach, machen sich bitte zum Interpreten meine Wünsche.
00:26:32Liebste Victoire, du schreibst mir, das Ritterliche sei so recht seine Natur.
00:26:52Und im selben Augenblick, wo du das schreibst, bezichtigst du Schach in deinem Argwohn einer Handlungsweise, die, treffe sie zu, das Unritterlichste von der Welt sein würde.
00:27:03Solche Widersprüche gibt es nicht.
00:27:05Man ist entweder ein Mann von Ehre oder man ist es nicht.
00:27:09Im Übrigen, meine teure Victoire, dir lügt der Spiegel.
00:27:14Es ist nur eines, um dessen willen wir Frauen leben.
00:27:17Um ein Herz zu gewinnen.
00:27:20Deine Lisette.
00:27:20Hanusch!
00:27:46Sie klingelten so leise.
00:27:48Hanusch wird sie überhört haben.
00:27:49Ich komme nur nach dem Befinden der Damen zu fragen.
00:27:51Ja, ich fiebre ein wenig, sodass ich das Theater aufgeben musste.
00:27:56Mama wollte mir anfänglich Gesellschaft leisten, aber Sie kennen ja Ihre Passion für alles, was Schauspiel heißt.
00:28:03Ja, und so habe ich Sie fortgeschickt.
00:28:06Weil ich aus Selbstsucht mich verlangte nach Ruhe.
00:28:08Oh, die ich nun störe.
00:28:10Aber nicht auf lange, nur um mich eines Auftrags zu entledigen.
00:28:15Der Prinz will Sie sehen, liebe Victoire.
00:28:18Sie und Ihre Frau Mama.
00:28:20Ich soll Ihnen diese Einladung überbringen.
00:28:23Der zu geräuschen, sich Mutter und Tochter zur besonderen Ehre anrechnen werden.
00:28:27Sie wissen, dass ich den Prinzen von Herzen liebe.
00:28:34Aber er hat den Vorzug vieler Fürstlichkeiten, ohne Rücksicht zu sein.
00:28:42Und sogar ohne Rücksicht gegen den Schein, was vielleicht am allerschlimmsten ist.
00:28:50Ich meine, Sie wissen doch von seinen Beziehungen zu dieser, dieser Frau Pauline.
00:28:58Gewiss.
00:29:05Ja, und?
00:29:08Ich billige Sie nicht.
00:29:11Aber Sie nicht billigen ist etwas anderes, als Sie zu verurteilen.
00:29:15Lieber Schach.
00:29:21Die Gesellschaft ist souverän.
00:29:24Was sie gelten lässt, gilt. Was sie verwirft, ist verwerflich.
00:29:26Ich. Der Prinz ist der Prinz. Frau von Karajan ist eine Witwe.
00:29:30Und ich.
00:29:33Bin ich.
00:29:37Und bei diesem Entscheid soll es bleiben, Victor?
00:29:42Ja, Schach.
00:29:49Wissen Sie,
00:29:50an dem Abend des masowschen Kinderwalds,
00:29:53als man mir huldigte,
00:29:56war ich ohne mir dessen bewusst zu sein,
00:29:58eine Sklavin.
00:30:01Jetzt bin ich frei.
00:30:02Ich wette, meine liebe Victoire,
00:30:16Ich wette, meine liebe Victoire,
00:30:30es ist ein Band Rousseau,
00:30:32den Sie da in Ihren Händen halten.
00:30:34Und Ihre Fantasie geht mit dem Dichter...
00:30:36Nein, nein, nicht Rousseau.
00:30:38Ein Leidensgenosse von mir,
00:30:39Mirabeau.
00:30:39Und der Schmeichelein wuchs ja auf.
00:30:52Ach, das schöne Kind hieß es.
00:30:54Tag aus, Tag ein, das schöne Kind.
00:30:58Und eines Tages war alles hin.
00:31:01Weg.
00:31:05Genau wie bei...
00:31:06Victoire,
00:31:07das dürfen Sie nicht sagen.
00:31:10Das...
00:31:11So dürfen Sie nicht reden.
00:31:11Warum denn nicht, Schach?
00:31:12Warum nicht?
00:31:13Ich will es, aber ich will es.
00:31:17Ich...
00:31:18Ich will mir diesen Namen zu eigen machen.
00:31:23Mirabeau.
00:31:25Victoire, Mirabeau de Carajan.
00:31:27Oder vielleicht noch besser, Mirabelle Carajan.
00:31:29Und wenn ich es recht übersetzen,
00:31:31heißt Mirabelle wunderschön.
00:31:32Hören Sie auf, Victoire.
00:31:36Hören Sie auf zu lachen, dass Sie...
00:31:39Wissen Sie, Victoire,
00:31:40das macht Sie so hässlich.
00:31:42Ja, schmollen Sie nur, schmollen Sie.
00:31:44Es macht Sie hässlich.
00:31:47Victoire, bitte.
00:31:49Hören Sie.
00:31:51Sie wüten doch so nutzlos gegen sich selbst.
00:31:55Victoire, ich bitte Sie.
00:31:57Ich bitte Sie,
00:31:58fassen Sie sich doch.
00:32:00Hören Sie, Victoire,
00:32:00ich bitte Sie,
00:32:03fassen Sie sich.
00:32:04Komm, Sie.
00:32:06Sie müssen sich fassen.
00:32:08Glauben Sie doch
00:32:09an Ihren Anspruch auf Leben.
00:32:13Auf Liebe.
00:32:15Sie dürfen es doch,
00:32:16Mirabelle.
00:32:24Sie...
00:32:25Ja.
00:32:28Ja.
00:32:30Mirabelle.
00:32:36In diesen bitteren Worten,
00:32:37mit denen Sie sich demütigen wollten,
00:32:40haben Sie es getroffen.
00:32:43Sie sind es.
00:32:45Sie sind wunderschön,
00:32:47liebste Mirabelle.
00:32:48Sie sind wunderschön,
00:33:07die ich Ihnen so zeggen
00:33:09an Ihnen verteidigung,
00:33:10können Sie sich nicht gewinnen wollte.
00:33:11Es ist mal.
00:33:41Komm, versteck dich.
00:33:58Victoire?
00:34:07Mama, du kommst früh.
00:34:09Und wie habe ich auf dich gewartet?
00:34:11Oh, meine Kleine.
00:34:41Schreibt er, warum er seit Tagen nichts von sich hören ließ?
00:34:54Aber dazu ist er doch nicht verpflichtet, Mama.
00:34:56Hör zu.
00:35:04Ich bitte, mein Ausbleiben höflich zu entschuldigen.
00:35:06Sie wissen, Majestät weilt in Berlin, um morgen eine große Revue sein Regimenter zu halten.
00:35:13Ich bin also wie alle meine Kameraden gänzlichst engagiert.
00:35:16Du siehst, Mama, er ist gänzlichst engagiert.
00:35:24Hm?
00:35:24Ja.
00:35:25Ich bin also wie alle meine Kameraden gänzlichst.
00:35:40Musik
00:36:10Wirklich, Mascheri, euer Rittmeister von Schenk ist ein schöner Mann.
00:36:17Aber hätte er nicht darauf grüßen können?
00:36:19So, passant.
00:36:21Man erzählt sich übrigens, dass er neuerdings in großen Häusern verkehrt.
00:36:25Ein Mann von Fortunes, ba.
00:36:27Kommt, lasst uns reingehen.
00:36:35Oh!
00:36:39Voila!
00:36:40Übrigens, man spricht bei Hofe sehr freundlich von einer neuen Komödie.
00:36:51Bernouvi ist doch euer Name.
00:36:54Ja, die Weihe der Kraft.
00:36:56Nespa?
00:36:59Sie berührt, so sagt man, den Hauptpunkt unserer gereinigten Kirche.
00:37:04Welchen Hauptpunkt meinst du, liebe Tante?
00:37:07Nun, den von der christlichen Ehe, Mascheri.
00:37:10Ob unsere Prädikateurs in einer südlich getrauten Ehe leben oder nicht, mein Engelchen, das ist von einer wirklichen Importanz.
00:37:21Du bist dran, Tantin.
00:37:23Bitte.
00:37:24Oh, pardon.
00:37:26Eine Komödie.
00:37:28So sagt man bei Hof.
00:37:30So schön wie noch gar keine.
00:37:31Und die Beckmann soll wirklich eine hübsche Frau sein, viel hübscher als die richtige Nonne war.
00:37:37Mr. Ferrier, unser Luther war ja auch kein hübscher Mann.
00:37:41Und lange nicht so hübsch als er.
00:37:43Ja, ja, ja, ja, ja, werde nur rot, mein Engelchen.
00:37:46Was wahr ist, muss wahr bleiben.
00:37:48Unser Rittmeister von Schenk ist wirklich ein sehr angenehmer Mann, auch wenn er nicht heraufgegrüßt hat.
00:37:57Nimm diesen Engel nun aus Freundeshand.
00:38:02Sie sei verbündet dir auf Tod und Leben.
00:38:06Kommt, ihr Fürsten, gebt mir euer Wort zum Schwur.
00:38:10Die Menschheit rein zu lieben und Licht zu wecken, dass es hell werde ringsumher.
00:38:15Lieber Schach, wie fanden Sie das Stück?
00:38:42Ich mag keine Komödien, die fünf Stunden dauern.
00:38:49Zugestanden, aber das ist etwas Äußerliches.
00:38:51Ich will Ihr Urteil über das Stück, lieber Schach.
00:38:58Es hat mich nicht befriedigt.
00:39:02Es ist...
00:39:04Es stellt alles auf den Kopf.
00:39:06Und solch einen Luther hat es Gott sei Dank nicht gegeben.
00:39:14Und was diese Katharina von Vora angeht, soll ich mich für eine Nonne begeistern, die schließlich gar keine war?
00:39:20Wie recht Sie haben, Herr von Schach.
00:39:30Auch mir widerstrebt es, Luther so auf der Bühne zu sehen.
00:39:35Oder gehe ich darin zu weit?
00:39:38Ich stehe mir absolut überein, teuerster Viktor.
00:39:40Unser Reformator als biederer Ehemann.
00:39:48Also wenn das keine Entweihung ist?
00:39:50Auch nicht, wenn Ifland ihn spielt, den ich übrigens sehr schätze.
00:39:54Nicht bloß als Künstler, sondern auch als Mann von Grundsätzen und vor allem guter preußischer Gesinnung.
00:40:00Da haben wir es.
00:40:04Die Gesinnung macht den Künstler.
00:40:06Lieber Alvensleben,
00:40:08unsere Prinzipien dauern gerade so lange, bis Sie mit unseren Leidenschaften oder Eitelkeiten in Konflikt geraten
00:40:12und ziehen dann jedes Mal den Kürzlern.
00:40:15Ifland wollte den Luther spielen.
00:40:17Das entschied.
00:40:18Es wird Sie nicht überraschen, Sander, wenn auch ich Herrn Alvensleben widerspreche.
00:40:22Oh, wir wissen nicht.
00:40:24Ich sehe darin keine Entweihung, lieber Alvensleben.
00:40:26Was freilich nicht bedeutet, dass ich mich zum Anwalt dieses mystisch-romantischen Stücks zu machen gedächte.
00:40:35Ich bin niemandes Anwalt.
00:40:38Auch nicht Luthers?
00:40:40Auch nicht Luthers.
00:40:43Wie gut, dass er dessen entbehren kann.
00:40:46Aber auf wie lange?
00:40:48Glauben Sie mir, Herr von Schach, auch er ist im Niedergang, wie so vieles andere mit ihm.
00:40:52Ich glaubte, Sie bisher dahin verstanden zu haben, dass uns Graf Haugwitz nicht den Niedergang,
00:40:58wohl aber die Rettung und den Frieden gebracht habe.
00:41:01Das hat er.
00:41:03Aber kann er unser Geschick auf die Dauer wenden?
00:41:06Der nationale, wieder konfessionelle Standpunkt sind hinschwindende Dinge.
00:41:10Vor allem der preußische und der lutherische.
00:41:13Beide sind künstliche Größen.
00:41:16Ich frage, was bedeuten Sie?
00:41:19Welche Mission erfüllen Sie?
00:41:20Sie ziehen Wechsel aufeinander und sind sich gegenseitig Zweck und Aufgabe.
00:41:25Das ist alles.
00:41:26Und das soll eine Weltrolle sein?
00:41:29Ich frage Sie, Herr von Schach, was hat Preußen der Welt geleistet?
00:41:34Ja, was finde ich, wenn ich nachrechne?
00:41:37Die langen Kerle, den eisernen Ladestock, den Zopf?
00:41:40Ja, ja, ja, ich weiß.
00:41:45Und Luther, Herr Bülow, Luther.
00:41:48Ich spreche von ihm.
00:41:50Von Unduldsamkeit, von Nüchternheit, von Langeweile.
00:41:55Nein, nein, ich werde mir diesen Bühnen-Luther nicht ansehen.
00:41:59Weil an dieses Herrn Ifland-Verzerrung einfach ein Ding ist, das mich ärgert.
00:42:03Aber ihn mir nicht ansehen, weil es Entheiligung sei.
00:42:07Das ist, verzeihen Sie, das ist mehr, als ich fassen kann.
00:42:10Ha, ha, ha, ha, ha, ha, ha.
00:42:19Kameraden vom Regiment Gendarm, Ärm, eines alten Ruhmes auf dem Felde militärischer und gesellschaftlicher Ehre.
00:42:26Denn wir haben nicht nur der Schlacht die Richtung, wir haben auch der Gesellschaft den Ton gegeben.
00:42:31Kameraden, sag ich, wir sind schlüssig geworden. Es muss etwas geschehen. Es muss etwas geschehen, sag ich, dem alten Luther und uns selber zuliebe.
00:42:52Und es muss etwas Großes werden. Ein Aufzug also, von dem spätere Geschlechter noch melden sollen.
00:43:01Ich bin bereit, Vorschläge entgegenzunehmen. Ich gebe Leutnant von Zieten das Wort.
00:43:10Was ich vorzuschlagen habe, heißt Schlittenfahrt.
00:43:14Im Sommer? Mitten im Juli?
00:43:15Details bitte. Im Juli. Unter den Linden wird Salz gestreut und über diesen Schnee beginnen wir unsere Fahrt.
00:43:24Kanal gestreut Salz. Erst seit ein paar aufgelösten Mannen. Auf dem Hauptschlittenparadieren Luther und Katrinchen.
00:43:31Ad Libitum. Mit Fackel und Schlittenpeitsche. Vorreiter öffnen den Zug. Kostüme werden im Theater entliehen.
00:43:38Meine Herren, ich habe gesprochen.
00:43:39Kameraden! Kameraden! Kameraden! Kameraden! Kameraden! Kameraden, ich lebe den Namen aus Zustimmung.
00:43:54Und beglückwünsche Kameraden, zieht sein Arzt. Also Schlittenfahrt!
00:43:59Schittenfahrt! Schittenfahrt! Schittenfahrt! Schittenfahrt! Schittenfahrt!
00:44:05Dann schreibt die Ralle Verteilung! Schittenfahrt! Schittenfahrt!
00:44:10Mein lieber Nostitz,
00:44:25diese Maskerade widerstreitet meinem Gefühl.
00:44:30Ging mir schon dieser Bühnenluther Kontrechör,
00:44:34wie sehr missfällt mir einen Mummenschanzluther.
00:44:40Jüngeren Kameraden sollte aber durch meine Einstellung
00:44:47kein Zwang auferlegt werden.
00:44:58Ich bin weder das Gewissen des Regiments noch sein Aufpasser.
00:45:05Diskretion meinerseits ist verbirgt.
00:45:10Eben, so bringe ich Luther unter den Hammer.
00:45:24Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten.
00:45:37Niemand?
00:45:48Meine Herren, ich stelle mich zur Disposition.
00:45:54Habe die Ehre, Luther!
00:45:56Ja!
00:46:04Monsieur!
00:46:07Klack 11 Uhr!
00:46:10Alles bereit?
00:46:12Alles bereit!
00:46:14Na dann!
00:46:15Ja!
00:46:15Eskaterin!
00:46:21Nein!
00:46:31Mein Gott, was ist das?
00:46:33Vielleicht Feuer, Mama.
00:46:45Nein!
00:46:51Nein!
00:46:57Nein!
00:47:03Nein!
00:47:04Hau!
00:47:05Ja, das ist nicht!
00:47:13Abscheulich und pietätlos.
00:47:19Komm, lass uns gehen.
00:47:34Hanusch!
00:47:44Hanusch!
00:47:50Schnell, hol Dr. Carstens! Nun schnell, beeil dich!
00:47:54Jawohl, gnädige Frau.
00:47:56Ach, schneller!
00:47:59Victor?
00:48:04Nein!
00:48:14Nein!
00:48:23Oh nein!
00:48:25Oh nein!
00:48:27Es ist nur eine Mascherade.
00:48:29Früher hast du darüber gelacht.
00:48:32Victor?
00:48:35Victor?
00:48:39Du verschweigst mir etwas.
00:48:41Victor, ich beschwöre dich.
00:48:43Sprich es aus.
00:48:45Victor?
00:48:49Ah!
00:48:50Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:48:51Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:48:52Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:48:53Ich bin gekommen, um nach dem Befinden der Dach,
00:48:56um nach dem Befinden der Dach zu gehen.
00:48:57Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:48:59Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:49:01Ich bin gekommen, um nach dem Befinden der Dach zu gehen.
00:49:02Ich bin gekommen, um nach dem Befinden der Damen zu fragen.
00:49:03Und, um zu fragen, ob der gestrige Mumenschanz ihre Gnade hat.
00:49:05Und, um zu fragen, ob der gestrige Mumenschanz ihre Gnade fand.
00:49:06Und, um zu fragen, ob der gestrige Mumenschanz ihre Gnade fand.
00:49:07Offen gestanden, nein.
00:49:08Offen gestanden, nein.
00:49:10Aber, nein.
00:49:12Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:49:14Bitte nehmen Sie Platz, lieber Schach.
00:49:20Ich bin gekommen, um nach dem Befinden der Damen zu fragen.
00:49:25Und, um zu fragen, ob der gestrige Mumenschanz ihre Gnade fand.
00:49:32Offen gestanden, nein.
00:49:36Victoire fand es geradezu widerwärtig
00:49:41Ein Gefühl, das ich teile
00:49:42Sie waren nicht mit von der Partie?
00:49:48Es überrascht mich, teuerste Josefin, das erst versichern zu müssen
00:49:51Und doch bin ich eben dieser Tollheit
00:49:58auch zu Dank verpflichtet, dass ich durch diese Maskerade und diesen Wahnsinn
00:50:03Ihre Zunge löste, sie brach ihr langes Schweigen
00:50:07Und Victoire vertraute mir ein Geheimnis an
00:50:11Ein Geheimnis, das Sie kennen, Herr von Schach
00:50:16Ich bin nicht albern genug, Ihnen eine Szene zu machen
00:50:22oder gar eine Sittentredigt zu halten
00:50:23Wie könnte ich es für Ihnen?
00:50:27Josefin
00:50:27Verzeihung?
00:50:30Sie haben eben selbst den alten Namen wieder heraufbeschworen
00:50:32Und doch darf ich wohl nicht darauf verzichten, der Anwalt der Josefin von Carillon zu sein
00:50:38Ihres Hauses und ihres Namens
00:50:41Josefin, ich...
00:50:42Einen Augenblick, Schach
00:50:43Victoire hat mich gebeten, über alles zu schweigen und nichts zu verlangen
00:50:47Sie gefällt sich in dem Hochgefühl des Opfers
00:50:51Für den, den sie liebt
00:50:53Und für das, was sie lieben wird
00:50:56Victoire erwartet ein Kind
00:51:00Und so muss ich denn auf Legitimierung des Geschehenen dringen
00:51:15Dies war es, was ich Ihnen zu sagen hätte, lieber Weltmeister
00:51:21Ich weiß, jedes Ding im Leben hat seine natürliche Konsequenz
00:51:32Ich entziehe mich ihr nicht
00:51:39Victor ist ihre Tochter
00:51:47Und eine gute Gewehr für meine Zukunft
00:51:52Die wirkliche Verheißung
00:51:58Eines großen Glücks
00:52:01Gleich viel mir genügt ihr Wort
00:52:11Ich nehme also vorläufig ein stilles Verlöbnis an
00:52:15Über alles andere
00:52:19Verständigen wir uns, wenn es sein muss, schriftlich
00:52:22Und jetzt wollen Sie mich bitte entschuldigen, Herr von Schach
00:52:29Die Kranke erwartet mich
00:52:30Nun
00:52:40Ich denke, wir werden voneinander hören
00:52:44Au revoir
00:52:47So wäre mein Vorschlag
00:52:58In einer Woche Verlobung und in drei Wochen Hochzeit
00:53:01Hochzeit
00:53:05Hochzeit
00:53:11Hochzeit
00:53:14Ich bin rettungslos dem Spott meiner Kameraden verfallen
00:53:33Ich bin
00:53:36Was bleibt mir
00:53:41Ich quittiere den Dienst
00:53:44Übernehme Wut du noch
00:53:46Ziehe Raps und Rüben
00:53:49Welch leben
00:53:50Welche Zukunft
00:53:51Ich
00:53:59Was hältst du eigentlich vom Heiraten?
00:54:27Jot, Herr Rittmeister
00:54:29Was soll ich davon halten?
00:54:34Und aufs Hirsche Panski sagt immer
00:54:37Heiraten ist gut
00:54:39Aber nicht heiraten ist besser
00:54:41Weitermachen, Barsch
00:54:47Weitermachen, Barsch
00:54:48Ich bin
00:54:52Was hältst du eigentlich
00:54:55Was hältst du schon?
00:54:56Aber ist der Entscheidungsmoment erst da, so wird er uns auch das Richtige wählen lassen.
00:55:26Wie recht du hattest, Viktor, der Moment entscheidet. Wusstest du, was kommen würde? Wolltest du es? Nein.
00:55:36Nein, die Schuld, die Schuld liegt bei dir, Schach. Und du wirst sie auch tragen.
00:55:50Meinen Rockbarsch!
00:55:56Ach, wie sehr wir ihn verkannt haben.
00:56:00Komm, Mama. Was hat er noch gesagt?
00:56:06Na.
00:56:10Was er dich sehr liebt.
00:56:13Ja.
00:56:15Dass die Überraschung und Verwirrung ihn einen Augenblick schwankend machten.
00:56:21Weiter, Mama, weiter.
00:56:25Ja.
00:56:26Wie schön du bist, Viktor.
00:56:34In einer Woche soll die Verlobung sein und nach drei Wochen die Hochzeit.
00:56:41Oh, Mama.
00:56:43Als Reise schlägt er Italien vor, auf das er sich ganz besonders freut.
00:56:47Und danach ein Jahr Votonou und schließlich gemeinsamer Einzug in das Eckhaus am Wilhelmsplatz.
00:56:55Oh.
00:56:55Also.
00:56:56Oh.
00:57:07Oh.
00:57:08Oh.
00:57:10Oh.
00:57:13Oh.
00:57:15Oh.
00:57:16Musik
00:57:46Musik
00:58:16Achtung
00:58:46Musik
00:59:16Musik
00:59:18Musik
00:59:20Musik
00:59:22Musik
00:59:24Musik
00:59:26Lachen und Lachen und Lachen und Lachen und Lachen.
00:59:56Das war's für heute.
01:00:26Das war's für heute.
01:00:56Das war's für heute.
01:01:26Das war's für heute.
01:01:56Das war's für heute.
01:02:26Das war's für heute.
01:02:56Das war's für heute.
01:03:26Das war's für heute.
01:03:56Das war's für heute.
01:04:25Das war's für heute.
01:04:55Das war's für heute.
01:05:25Was nicht zu befürchten steht, Sie sind eben doch anders.
01:05:29Aber nicht besser.
01:05:59Er hat sich von mir nicht, aber er wird sich doch von...
01:06:39Das war's für heute.
01:06:41Das war's für heute.
01:06:43Das war's für heute.
01:06:45Und...
01:06:47Die Schach, die Schach...
01:06:49Und...
01:06:51Und...
01:06:53Das war's für heute...
01:06:55Und...
01:06:57Und...
01:06:59ist...
01:07:01ist, ist...
01:07:03Und...
01:07:05Und...
01:07:07Und...
01:07:09...
01:07:39Aber...
01:07:41...
01:08:11...
01:08:41...
01:08:43ist, ist, ist...
01:08:45erfolgt, er...
01:08:47selbst...
01:08:49Also...
01:08:50Also...
01:08:51... also...
01:08:53... also...
01:08:55...
01:09:25...
01:09:55...
01:09:56...
01:10:25...
01:10:27...
01:10:29...
01:10:31...
01:10:33...
01:10:34...
01:10:36...
01:10:38...
01:10:40...
01:10:42...
01:10:44...
01:10:46...
01:10:47...
01:10:49...
01:10:51...
01:10:53...
01:11:25...
01:11:27...
01:11:29...
01:11:31...
01:11:33...
01:11:35...
01:11:37...
01:11:39...
01:11:41...
01:11:43...
01:12:45...
01:12:47ch
01:12:49Und...
01:12:51...
01:12:53...
01:12:55...
01:12:56...
01:12:58...
01:12:59...
01:13:00...
01:13:04...
01:13:05...
01:13:05Aber glaub mir, ich habe alles schon vorher gewusst,
01:13:07von dem Moment an den Tempelhof,
01:13:09wie du die Blumen vor der Kirche gepflegt hast.
01:13:13Natürlich für unseren Herrn von Schach.
01:13:15Da wusstest du ja mehr als nicht, Tantje.
01:13:17Ich gestehe, Sander, dass mir ihr Verhalten
01:13:20in dieser peinlichen Karikatur-Sache ungemein imponiert hat.
01:13:23Ich habe erfahren, dass Sie es abgelehnt haben, sie zu drucken.
01:13:27Dafür schulde ich Ihnen Dank.
01:13:29Wie ich Sie überhaupt so verkannt habe, habe so verkennen können.
01:13:32Dann, gestatten Sie mir, dass ich auf Sie trinke.
01:13:44Gern.
01:13:46Er kommt mir wie verwandelt vor.
01:13:49Abschiedsstimmung, bester Böhlo.
01:13:51Oder besser noch, Aufbruchsalfer.
01:13:54Venedig, Florenz...
01:13:55Nein, nein, in allem, was er sagt,
01:13:57drückt sich ein Hang zur Versöhnung aus.
01:14:00Warum, Alves Leben, warum?
01:14:01Ist das so schwer zu erraten?
01:14:03Am prinzlichen Hofe ein Halbgott
01:14:05und nun Wuteno, Spargelbeete anlegen.
01:14:08Auf Ehre.
01:14:09Das ist hart für einen Mann wie ihn.
01:14:12Nur keine Neid, Nostitz.
01:14:14Da unten in Schlesien,
01:14:15da werden Sie noch an meinen Spargel denken.
01:14:19Aber ich schicke Ihnen keinen.
01:14:23Weder auf Nachfrage noch per Extrapost.
01:14:25Es sind dies unsere letzten Minuten.
01:14:47Ich habe Sie kleinlich, hochmütig und eitel gescholten
01:14:57und, was noch schlimmer ist,
01:14:58Sie der Undankbarkeit und Feigheit geziehen.
01:15:02Ich schäme mich dieser Stimmungen.
01:15:07Sagen Sie nichts, Schach.
01:15:09Alles in mir verlangte nach dieser Beichte.
01:15:21Nun erst ist alles klar zwischen uns.
01:15:25Und ich kann Ihnen wieder frei ins Auge sehen.
01:15:27Nicht wahr, Sie werden sich
01:15:33wie etwas liebewürdig zeigen.
01:15:43Kommen Sie.
01:15:45Man wird uns ohnehin vermissen.
01:15:54Nicht wahr,
01:15:55man kehrt immer wieder
01:15:57zu seiner ersten Liebe zurück.
01:16:21Nun, das war's.
01:16:23Was ist wahr?
01:16:24Das war eine Liebeserklärung.
01:16:27Ein Glück, dass wir morgen früh reisen.
01:16:29Ich möchte der Welt
01:16:30in keinen Preis
01:16:31eine eifersüchtige Tochter geben.
01:16:32Herr Rittmeister.
01:16:42Herr Rittmeister.
01:16:56Hallo.
01:16:57Ihr Wagen.
01:17:04Ja, dann gehe ich kommen.
01:17:05Mesmo.
01:17:22Bis morgen.
01:17:46Bis morgen.
01:17:48Hörst du?
01:17:52Bis morgen.
01:18:22Bis morgen.
01:18:52Bis morgen.
01:18:54Bis morgen.
01:18:55Bis morgen.
01:18:56Bis morgen.
01:18:57Bis morgen.
01:18:58Bis morgen.
01:18:59Bis morgen.
01:19:00Bis morgen.
01:19:01Bis morgen.
01:19:02Bis morgen.
01:19:04Bis morgen.
01:19:05Bis morgen.
01:19:06Bis morgen.
01:19:07Bis morgen.
01:19:08Bis morgen.
01:19:09Bis morgen.
01:19:10Bis morgen.
01:19:11Bis morgen.
01:19:12Bis morgen.
01:19:13Bis morgen.
01:19:14Bis morgen.
01:19:15Bis morgen.
01:19:17Bis morgen.
01:19:18Bis morgen.
01:19:19Bis morgen.
01:19:20Bis morgen.
01:19:21Bis morgen.
01:19:22Bis morgen.
01:19:23Bis morgen.
01:19:24Bis morgen.
01:19:25Bis morgen.
01:19:26Bis morgen.
01:19:27Bis morgen.
01:19:28Bis morgen.
01:19:29Bis morgen.
01:19:30Bis morgen.
01:19:31Bis morgen.
01:19:32Bis morgen.
01:19:33Bis morgen.
01:19:34Bis morgen.
01:19:35Bis morgen.
01:19:36Bis morgen.
01:19:37Bis morgen.
01:19:38Bis morgen.
01:19:39Bis morgen.
01:19:40Bis morgen.
01:19:41Bis morgen.
01:19:42Bis morgen.
01:19:43Bis morgen.
01:19:44Bis morgen.
01:19:45Sonst annotieren Sie einokes zaj�ertes Geld für den Journaluen.
01:19:47Auf dem
01:19:49das machen.
01:19:51Bis morgen.
01:19:53Alarm!
01:20:05Das ganze Regiment.
01:20:07Abmarsch von früh 6 Uhr.
01:20:09Hier, die Order vom Chef.
01:20:10Seine Majestät hat Napoleon den Krieg erklärt.
01:20:27Die schändliche Episode Haugwitz ist passé.
01:20:33Na, was meinen Sie dazu?
01:20:35Nostiz!
01:20:38Auf Ehre, Alvenslim.
01:20:41Das finde ich sehr perp.
01:20:44Wir können uns gratulieren.
01:20:48Krieg!
01:20:50Krieg!
01:20:51Ich bin Schrittmeister von Schach.
01:20:58Zu Hause, mein Lieber. Zu Hause.
01:21:02Jetzt auf Vorbereitung für die Hochzeitseise.
01:21:06Ja!
01:21:06Wir sind grüß!
01:21:07Ich bin Eiwink!
01:21:13Die Schachucci!
01:21:15Die Sch 은n Nat holds mal offen!
01:21:16DerGE Tag fuß von wem geschenkt!
01:21:21Das ist sehr wichtig!
01:21:23Nicht bet Risk!
01:21:24Bra pas?
01:21:27Der sind wild.
01:21:28Be Preis!
01:21:29Der ist sehr schwer.
01:21:29Speziell Sie werden es begreiflich finden, wenn ich sage, der Fall Schach ist nur ein Symptom.
01:21:43Durch und durch eine Zeiterscheinung mit lokaler Bedeutung,
01:21:46der sich nur in den Reihen unserer nachgeborenen föderizianischen Armee zu tragen konnte.
01:21:51Eine Armee, die statt der Ehre nur noch den Dünkel und statt der Seele nur noch ein Uhrwerk hat.
01:21:55Und ich habe immer gewarnt, ein Uhrwerk, das bald genug abgelaufen sein wird.
01:22:01Und nun? Nun ist der Krieg da. Wir haben ihn erklärt.
01:22:06Und wir werden an derselben Welt des Scheins zugrunde gehen, an der Schach zugrunde gegangen ist.
01:22:15Die Leute sagen, er sei der schöne Schach gewesen und ich die nichtschöne Viktor.
01:22:20Das war's. Das habe den Spott herausgefordert. Um diesen Spott trotz zu bieten, dazu habe er nicht die Kraft gehabt.
01:22:29Nein, er fürchtete sich nicht vor dem Leben. Jedenfalls nicht so, wie vermutet wird.
01:22:38Er konnte sich selbst nicht besiegen.
01:22:42Das war's.
01:22:43Das war's.
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