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  • vor 1 Woche
Sie ist eines der bekanntesten Ungeheuer der griechischen Mythologie: Schlangen statt Haaren, ein Blick, der zu Stein erstarren lässt, und ein Kopf, der selbst nach dem Tod noch tödlich wirkt. Doch wer war Medusa wirklich – und warum wurde gerade sie zum Inbegriff des Schreckens ihrer Zeit?

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Transkript
00:00Wenn Blicke töten könnten, wären sie jetzt tot.
00:07Mit einem Blick in Stein verwandelt.
00:10Das ist der Mythos der Medusa.
00:13Eine monströse Frau, die von allen Männern nicht nur auf dem Schlachtfeld gefürchtet wurde.
00:21Doch sie wird von einem überraschenden Gegner herausgefordert.
00:26Hinter dieser Geschichte liegt eine aufregende Wahrheit.
00:30Wurde der Mythos von Griechenlands berühmtestem Ungeheuer von Leichen inspiriert.
00:35Und hat ihre Geschichte mit wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Nachthimmel zu tun.
00:42Tauchen wir ein in die verborgene Bedeutung einer der größten Geschichten.
00:47Die Jagd nach dem Haupt der Medusa.
01:09Dies war einst ein Garten.
01:11Jetzt ist es ein Friedhof voller toter Körper.
01:17In jedem Gesicht entsetzen vom tödlichen Moment, als es Medusa erblickte.
01:26Ihr Blick drängt ins Innerste des Menschen und versteinert ihn.
01:31Seit fast 3000 Jahren fesselt uns der Mythos Medusas.
01:36Auch heute noch wird ihr Bild in aller Welt sofort erkannt.
01:43Medusa, die oft auf Vasen abgebildet wurde, hat Stoßzähne eines Wildschweigs.
01:48Und anstelle der Haare wenden sich Schlangen um ihr Haupt.
01:52Manchmal hat sie einen Bart.
01:54Häufig schneidet sie Grimassen.
01:57Sie streckt ihre Zunge heraus und ihre Augen starren einen direkt an.
02:03Im antiken Griechenland dienten die Mythen dazu, die verworrene Welt zu erklären.
02:09Legenden erzählten die Geschichte, erklärten die Natur und bestimmten, wie die Menschen leben sollten.
02:16Der Mythos von Medusa war da keine Ausnahme.
02:22Sie belehren die Gesellschaft und helfen, die Dinge zu organisieren.
02:26Die Geschichte der Medusa zeigt uns einige Werte der antiken griechischen Gesellschaft.
02:31Sie vermittelt uns ein gutes Bild der Erfahrung von Männern,
02:34die sich vielleicht irgendwann einmal völlig im Bann einer betörenden Frau befunden haben.
02:43Medusa kann einen Mann mit nur einem durchdringenden Blick vernichten.
02:48Es ist eine Kraft, die sie fast unbesiegbar macht.
02:53Der Mythos der Medusa weckt eine Reihe von Ängsten, besonders bei Männern.
02:57Dieses Bild der übermächtigen Frau, deren Blick man nicht ausweichen kann.
03:02Deren Blick in dich hineinsehen und alles erkennen kann.
03:05Der dich erstarren lässt, dich verschlingt und vernichtet.
03:08Vor allem Männer haben vor solchen starken Frauen Angst.
03:22Für die alten Griechen war das Bild der Medusa eines der furchterregendsten ihrer Mythologie.
03:27Doch sie war nicht immer ein Ungeheuer.
03:35Dem Mythos zufolge war Medusa einst eine hinreißende Frau.
03:39Jeder Mann in Griechenland wollte sie haben.
03:44Sie wird als schöne Frau mit langen, ballenden Locken beschrieben.
03:47Jeder will sie heiraten.
03:49Sie wird von allen Frauen beneidet.
03:53Doch Medusa kann nicht heiraten.
03:56Sie ist eine Priesterin der Athene, der Göttin des Krieges und der Weisheit.
04:01Und durch ein ewiges Keuschheitsgelübde gebunden.
04:05Athene ist die Schutzgöttin des großen Athens im antiken Griechenland.
04:09Sie ist auch eine jungfräuliche Göttin.
04:12Geschlechtsverkehr gehört nicht in ihre Welt.
04:14Sie steht jenseits jedes männlichen Begehrens.
04:21Von den Dienerinnen des Tempels wurde Jungfräulichkeit erwartet,
04:24damit sie ihre Energie statt Dingen wie dem Kinderkriegen der Göttin widmen konnten.
04:32Medusa, das abscheuliche Abbild des Bösen, beginnt als Symbol der Reinheit.
04:39So die Legende.
04:40Aber beruht sie auf Wahrheit?
04:47Athenes Tempel ist kein Mythos.
04:49Er steht bis heute auf der Akropolis in Athen.
04:54Der Parthenon.
04:58Auf Griechisch bedeutet er Jungfrauengemach.
05:02Als er ca. 430 v. Chr. fertiggestellt war, überragte er die Stadt Athen.
05:09Jede große Stadt musste einen großen Tempel haben,
05:12so wie jede Stadt in den USA ein großes Stadion hat.
05:17Athen als wichtigste Stadt Griechenlands wollte einen Tempel, der seiner Pracht entsprach.
05:21So wurde der Parthenon gebaut.
05:27Im Zentrum des Tempels stand eine riesige Statue der Athene.
05:31Fast zwölf Meter hoch und aus Elfenbein und Gold.
05:35Sie war eines der beeindruckendsten Werke der Antike.
05:39Im Mythos ist dies der Ort, an dem das tragische Schicksal der Medusa beginnt.
05:47Medusas Schönheit ist unerreichbar.
05:50Weggesperrt, um Athene zu dienen.
05:53Ein Verehrer aber schert sich nicht um ihr Keuschheitsgelübde.
05:59Poseidon, der Gott des Meeres.
06:03Poseidon steht auch für maskuline Macht.
06:05Er ist der Gott des Meeres, der Stürme und der Erdbeben.
06:10Erdbeben geschehen nicht nebenbei, sie haben schlimme Folgen.
06:13Wenn er auch nur etwas zornig war, konnte er rasend werden und jemandem wirklich Schaden zufügen.
06:24Aus schierer Begierde schreitet Poseidon zur Tat.
06:31Er vergewaltigt die jungfräuliche Priesterin.
06:41Es geschah in Athenes Tempel, eine freislafte Tat.
06:46Er raubte ihr die Jungfräulichkeit, ein schlimmes Verbrechen.
06:54Medusa ist am Boden zerstört.
06:56Ihre Unschuld wurde ihr genommen.
06:58Ihr Leben wird sich für immer verändern.
07:03Sie war das Opfer einer Vergewaltigung und nach den damaligen Sitten der Griechen für eine normale Heirat nicht mehr geeignet.
07:09Da sie keine Jungfrau mehr war, konnte sie der Göttin nicht mehr dienen.
07:16Für bestimmte religiöse Bräuche musste man vom Geschlechtsverkehr gereinigt sein.
07:21Ihn im Tempel zu haben, hieß, diesen Ort zu entheiligen.
07:24Daher der Ärger Athenes.
07:26Sie war wütend.
07:29Aber nicht auf Poseidon.
07:31Einem mächtigen Gott kann man das verzeihen.
07:34Nach Athenes Ansicht muss Medusa bestraft werden.
07:40Das Opfer wird zur Angeklagten.
07:46Athene ist wie ein Mann.
07:48Sie hat diese Rolle, die sie diese Sichtweise übernehmen lässt.
07:51Sie stellt sich auf die Seite der Männer.
07:56Es spiegelt eine Gesellschaft wider, in der Frauen eher als Besitz gesehen wurden.
08:01Man erkennt zwar, dass eine Vergewaltigung die Frau verletzt,
08:04Aber in den meisten dieser Mythen gibt es keinerlei Mitleid für sie.
08:08Oft wird die vergewaltigte Frau auch noch bestraft.
08:13Athene spricht ein vernichtendes Urteil über ihre Priesterin.
08:18Sie wird Medusa von einer schönen Frau in eine Bestie verwandeln.
08:25Ihr neues Aussehen hat eine furchterregende Ähnlichkeit mit einer häufigen und realen Erscheinung.
08:30Erscheinung menschlichen Leichen.
08:39Medusa, die scheußliche, schlangenhaarige Bestie der Mythologie,
08:43die ihre Feinde mit einem Blick zu Stein verwandeln kann.
08:48Einst war sie in Griechenland eine Schönheit, die von Sterblichen und Göttern begehrt wurde.
08:57Doch nachdem Poseidon sie vergewaltigt hat, verändert sich Medusas Welt für immer.
09:05Die Geschichte der Medusa ist eine Tragödie, sie hat nichts getan.
09:09Poseidon vergewaltigt sie in Athenes Tempel und sie wird zur Strafe in ein Ungeheuer verwandelt.
09:17Im Mythos verflucht Athene Medusa ohne Vorwarnung.
09:22Sie erlebt eine qualvolle Verwandlung.
09:24Sie zerkratzt sich verzweifelt das Gesicht.
09:31Ihre Haut platzt auf und vertrocknet.
09:35Ihr langes seidiges Haar verwandelt sich in Giftschlangen.
09:44Medusas schreckliche Verwandlung ist fast abgeschlossen.
09:55Doch eines fehlt noch.
10:00Nun muss sie den schlimmsten und herzzerreißendsten Teil des Fluches erleben.
10:05Sie wird nun zu einer Person, deren bloßer Anblick den Betrachter in Stein verwandelt.
10:10Das isoliert sie von der Gesellschaft.
10:16Medusa ist nun jeder Austausch mit anderen verwehrt.
10:21Athene hat dieses arme Mädchen für den Rest ihres Lebens zu einer Art Einzelhaft verurteilt.
10:27Aufgrund des tragischen Verbrechens ihrer Vergewaltigung hat Medusa ihren Status verloren.
10:35Die Schönheit und die Fähigkeit, jemanden anzusehen, ohne ihn zu töten.
10:41Und der letzte Schlag, sie wird auf eine abgelegene und verlassene Insel verbannt.
10:48Lebenslänglich.
10:49Medusa muss nun für alle Ewigkeit mit diesem Flug leben.
10:52In dieser Ewigkeit ändern sich die Dinge nicht.
10:55Nur ihr steinerner Garten wächst, jedes Mal, wenn jemand versucht, ihr nahe zu kommen.
11:04Im Mythos wird Medusa zu einer Art Ungeheuer, einer Gorgone.
11:09Der Name kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Schreckensgestalt.
11:13Die Gorgone ist ein schreckliches Monster mit schuppiger Haut, großen, starren Augen, die jemanden durch einen Blick zu Stein verwandeln
11:20können.
11:22Die ältesten Quellen über Gorgonen erwähnen Medusa.
11:26Sie ist erst ein Mensch und wird dann in eines dieser hässlichen Geschöpfe verwandelt.
11:33In der griechischen Mythologie sind die Gorgonen die physische Verkörperung des Todes.
11:39Ihre Geschichte wurde vom Tod inspiriert.
11:44Die weit geöffneten Augen, die Flecken im geschwollenen Gesicht, die zurückgezogene Haut, die die Zähne und die Zunge hervorstehen lassen,
11:52all das erinnert an den Anblick von Leichen.
11:57In den Tagen nach dem Tod beginnt die Haut des Menschen an verschiedenen Stellen des Körpers zu schrumpfen und das
12:04Gesicht schwillt an.
12:06Die Augen treten aus ihren Höhlen und die Zunge schwillt so sehr an, dass sie aus dem Mund heraustritt.
12:14Nach und nach wird der Leichnam vollkommen entstellt.
12:20Auf Fotos und bei Leichen kann man all diese Veränderungen sehen, die charakteristisch für Gorgonen sind.
12:26Das ist etwas, das die Menschen heute kaum kennen.
12:29Wir werden meist von Toten getrennt, wir haben Spezialisten, die sich um Leichen kümmern.
12:34In der Antike war man nicht so isoliert von Leichen. Man sah sie.
12:41In der Antike war der Tod überall.
12:44Auch bei Erzählungen über andere Ungeheuer ließ man sich vom Tod inspirieren.
12:50In der Mitte des Azteken-Kalenders findet man genau dieselben Merkmale.
12:55Es gibt die überdimensionierten Augen, die breite Nase, das Grinsen mit aufgerissenem Mund und die herausgestreckte Zunge.
13:01Man findet es bei Bess in Ägypten.
13:04In Indien findet man viele dieser Merkmale bei Rahu, dem Dämon der Sonnenfinsternis.
13:09In Südostasien bei Rangda, dem Dämon der Kinder entführt.
13:12Er hat auch große Augen und eine sehr lange Zunge.
13:18Die Bekanntheit dieses Gorgonen-Symbols an ganz verschiedenen Orten der antiken Welt verdeutlicht, wie weit verbreitet diese Mythen waren.
13:29In der Legende ist Medusa nun eine Gorgone, das mythische Gesicht des Todes.
13:36Doch ihre physische Verwandlung ist nur der Beginn ihrer Strafe.
13:41Ihr scheußliches Aussehen macht sie zu einer Ausgestoßenen.
13:45Doch ihre Kraft, andere zu versteinern, macht sie zur Zielscheibe.
13:51Denn der Krieger, der Medusa enthauptet, hat damit eine unvergleichliche Waffe.
13:56Ihr abgeschlagener Kopf kann auch weiterhin Menschen versteinern.
14:02Männer aus dem ganzen Mittelmeerraum wollen Medusa töten, um diese Macht für sich zu erringen.
14:10Für einen geht es dabei um mehr als Ruhm. Sein Name, Perseus.
14:17Seine Jagd nach dem Haupt der Medusa ist eines der größten Abenteuer der Mythologie.
14:27Die Geschichte von Perseus beginnt in Argos, einem Stadtstaat im Süden Griechenlands.
14:35Im Altertum wurden viele Mythen an ganz bestimmten Orten angesiedelt.
14:39Das war wichtig für die Menschen, die dort lebten.
14:42So konnten sie sich ihrer Verbindung mit einem dieser göttlichen Helden rühmen.
14:49Im Mythos wird Argos von einem Tyrannen namens Akrisios beherrscht.
14:54Der König hat ein Problem. Er hat keinen männlichen Erben.
15:00In der griechischen Welt versuchte man, den Besitz in der Familie zu halten.
15:04Und das macht man, indem man ihn dem erstgeborenen Sohn oder dem ältesten männlichen Erben hinterließ.
15:14Akrisios einziges Kind ist eine Tochter.
15:17Danae.
15:19Sie hat keine Kinder.
15:24Der König fragt das Orakel, ob sie ihm je einen Enkel gebären wird.
15:32Akrisios wird prophezeit, dass, sollte seine Tochter je ein Kind haben, dieses ihn töten würde.
15:41Als er erfährt, dass sein Enkel ihn umbringen wird, beschließt er zu verhindern, dass sie je ein Kind bekommt.
15:50Diese Angst vor dem Generationswechsel, die Angst, die Macht an die Nachfolgen der Generation zu verlieren, war gegeben.
15:57Wenn man ein Kind und Besitz hat, der etwas wert war, musste man das Kind im Auge behalten.
16:05Von Angst getrieben brütet der König einen Plan aus, um sein Leben zu retten.
16:12Akrisios ließ seine Tochter Danae in einen Turm einbauern. Dort konnte sie niemand sehen. Ein ziemlich elendes Leben.
16:22Danae ist gefangen. So kann der König sie töten, ohne dass an seinen Händen Blut klebt.
16:32Der König wartete auf die Nachricht über den Tod seiner Tochter. Er war sehr erstaunt, dass die Nachricht, sie sei
16:38verhungert oder verdurstet, nicht kam.
16:45Nach einiger Zeit sah man Lichter und hörte Geräusche aus dem Turm. Dann sah Akrisios nach seiner Tochter.
16:54Der König betritt die Kammer seiner Tochter. Zu seinem Entsetzen muss er feststellen, dass seine Tochter nicht nur lebt, sondern
17:02auch einen Sohn geboren hat.
17:06Perseus.
17:08Akrisios ist bestürzt, dass jemand Zugang zu dem gesicherten Turm gefunden und seine Tochter verführt hat.
17:15Doch der Vater ist kein Sterblicher. Es ist der oberste der griechischen Götter.
17:22Der fruchtbarste Frauenheld der Mythologie.
17:26Zeus.
17:29Zeus, der so viele Frauen in so vielen Mythen verführt hat, sieht Danae durch das Gitter, verliebt sich in sie
17:35und kommt zu ihr in der wohl einzigen Form, wie er die Gitterstäbe durchdringen kann.
17:39Als Goldregen.
17:45Er nahm die Form eines goldenen Wasserfalls an und floss in den Raum hinein, um sie dann zu lieben.
17:52Der Goldregen des Zeus könnte durch ein natürliches Phänomen inspiriert worden sein, eines, das nach Perseus benannt wurde.
18:01Der vermutlich beeindruckendste und sichtbarste Meteoroidenschauer am Himmel ist der Meteorsturm der Perseiden.
18:08Er sieht aus wie ein Goldregen.
18:10Wer ihn im August sieht, kann einzelne Streifen in gelblicher Farbe erkennen.
18:20In Mythen auf der ganzen Welt werden Frauen durch verschiedene natürliche Kräfte geschwängert.
18:25Es gibt nicht nur den Goldregen der Perseus-Legende.
18:28Es gibt Frauen und Tiere, die manchmal auch vom Wind geschwängert werden.
18:32In anderen Mythen werden sie von der Sonne schwanger.
18:39Perseus ist sowohl göttlich wie sterblich. Ein Heldentyp, der als Halbgott bekannt ist.
18:48Diese Vorstellung des Halbgottes bedeutet, dass die Person einige Merkmale hat, die sehr göttlich sind, also etwa göttliche Kräfte.
18:56Doch sie ist gleichzeitig auch sterblich.
18:59Ich vermute, dass die Griechen diese Halbgötter erfunden haben, um den Göttern so nah wie möglich zu sein.
19:04Sie schufen Bilder ihrer selbst, die den Göttern immer näher kamen.
19:12Um sein Schicksal als Halbgott zu erfüllen, muss Perseus zunächst dem Zorn seines Großvaters entkommen.
19:19König Akrisios hat Angst, der Junge könnte die Prophezeiung erfüllen und ihn töten.
19:26Zuerst denkt er daran, Mutter und Kind zu töten.
19:30Doch er fürchtet die Rache des Zeus.
19:32So entwickelt er einen Plan, in dem die Natur den Mord für ihn ausführen soll.
19:39Akrisios beschloss, Mutter und Kind in eine bootsartige Konstruktion zu stecken und sie ins Meer zu öffnen.
19:50Danae und Perseus werden dem Tod überlassen. Ohne Essen, ohne Ziel und ohne Schutz vor den Gefahren des Meeres.
20:04Inzwischen vermehrt Medusa auf ihrer trüben Insel jenseits des Meeres die Statuen in ihrem Garten des Todes.
20:12Krieger, die beim Versuch, ihren Kopf zu ergattern, zu Stein erstarrten.
20:17Sie verfügt über eine Macht, die sich jeder Eroberer wünscht.
20:22Auch wirkliche Eroberer wie Alexander der Große.
20:30Medusas Macht, Menschen in Stein zu verwandeln, hat vielleicht die Redewendung, wenn Blicke töten könnten, hervorgebracht.
20:37Doch die alten Griechen glaubten, dass diese Macht für Gutes und Schlechtes benutzt werden konnte.
20:43In ihrer Sprache hatte der Name Medusa sogar eine positive Bedeutung. Beschützerin.
20:51Ihre Abbildung wurde oft benutzt, um Gefahren abzuwehren.
20:55Sie erscheint sogar auf dem Brustpanzer eines der größten Feldherren aller Zeiten.
21:00Beweise dafür können in einer der Zeitkapseln der Antike gefunden werden, in Pompeji.
21:07Als die Stadt um 1830 ausgegraben wurde, fanden die Archäologen ein sehr großes Mosaik,
21:13das eine Schlacht zwischen Alexander dem Großen und dem persischen Großkönig Darius darstellte.
21:19Auf der Brustplatte von Alexander befindet sich eine Abbildung der Medusa.
21:26Das Schlachtfeld war nicht der einzige Ort, an dem Medusas Kräfte gefragt waren.
21:32Sie diente auch als Kinderschreck.
21:39Man brachte das Symbol außen an Öfen an und hoffte damit, die Kinder davon abzuschrecken, die Ofentür zu öffnen.
21:48Medusa wurde von griechischen Eltern benutzt, um Kinder zu erschrecken, damit sie aufessen.
21:54Iss auf oder ich bitte Medusa, dass sie dich holt. Das war etwas sehr grauenhaftes und angsterregendes.
22:08Im Mythos ist auf Medusas Kopf ein Preis ausgesetzt.
22:13Krieger aus ganz Griechenland besuchen die abgelegene Insel,
22:16in der Absicht, ihn zu rauben und seine versteinernde Wirkung als Waffe gegen Feinde einsetzen zu können.
22:24Bisher haben alle, die das versuchten, einen tödlichen Fehler begangen.
22:28Sie sahen sie zuerst an.
22:35Die antiken Quellen schweigen darüber, was Medusa wohl gedacht haben muss, als sie da saß und ihr Leben inmitten einer
22:41Menge versteinerter Leichen verbrachte.
22:44Man kann sich vorstellen, dass dies eine sehr merkwürdige Situation ist.
22:48Überall sind kleine Menschen, Stalagmiten und sie ist allein, ohne jede Möglichkeit, sich mit jemandem austauschen zu können.
22:57Man muss sich das einmal vorstellen.
22:59Medusa lebt vor sich hin und wartet nur, dass der Nächste in ihr Blickfeld kommt und zu Stein erstarrt.
23:06Doch ein Held ist entschlossen, ihren Zauber zu brechen.
23:10Während Medusa zwischen ihren Statuen dahinwelt, wird Perseus erwachsen.
23:18Als Säugling wurden er und seine Mutter Danae von seinem Großvater, König Akrisios, auf das Meer verbannt.
23:27Er erwartete, dass Tochter und Enkel sterben würden, doch Perseus' Vater Zeus schützte sie.
23:35Sie wurden an die Insel Seriphos angeschwemmt und ließen sich dort nieder.
23:43Er wächst zu einem strammen Burschen heran. Er hat einen starken Willen und beschützt seine Mutter.
23:50Perseus hat einen guten Grund, seine Mutter schützen zu wollen. Der Herrscher von Seriphos hat Pläne mit ihr.
23:58Der König von Seriphos war nicht sehr begeistert davon, dass Perseus immer anwesend war, zumal er ein Auge auf Danae
24:05geworfen hatte.
24:06Sie war immer noch eine schöne Frau und er wollte sie heiraten.
24:11Der König ersinnt einen Plan, um Perseus loszuwerden.
24:15Er verlangt ein teures Geschenk von allen seinen Untertanen und erklärt, alle zu verbannen, die diesem Wunsch nicht nachkommen.
24:23Er weiß, dass Perseus arm ist und deshalb nichts zu bieten hat.
24:28Perseus war ein junger Mann ohne Vater und ohne Familie.
24:32Wenn man im alten Griechenland keinen Vater hatte, war man ein gesellschaftlicher Außenseiter.
24:37Er hatte nichts, was er dem König geben konnte.
24:42Perseus ist in Bedrängnis.
24:45Schickt man ihn ins Exil, wird seine Mutter in eine Ehe gezwungen, die sie nicht will und auf ewig von
24:50ihm getrennt.
24:51Er trifft eine unbedachte Entscheidung mit tödlichen Aussichten.
24:57Perseus sagt, ich werde etwas tun, was noch niemand geschafft hat. Ich bringe dir den Kopf der Medusa.
25:07Es ist ein selbstmörderisches Vorhaben. Noch nie ist jemand lebend von Medusas Insel zurückgekehrt.
25:13Doch für Perseus gibt es kein Zurück.
25:18Es ist eine Frage der Ehre. Er muss ihm den Kopf der Gorgone bringen.
25:27Wenn Perseus das gelingt, wird er als Held heimkehren.
25:32Er wird den König herausfordern und seine Mutter beschützen können.
25:35Doch wenn er scheitert, wird er zu Stein erstarren.
25:45In der griechischen Mythologie sind die Namen Perseus und Medusa auf ewig miteinander verbunden.
25:53Der vollkommene Held und das schrecklichste Ungeheuer.
25:56Es ist eine Geschichte, die in diesen Ruinen begann.
26:04Dies ist das antike Mykene. Der Legende zufolge wurde diese Stadt von Perseus selbst gegründet.
26:13Mykene war in der Bronzezeit der größte der antiken Stadtstaaten und es beherrschte einen großen Teil des alten Griechenslands.
26:23Jahrtausendelang hielt man Mykene für einen Mythos. Genau wie Perseus und Medusa.
26:30Der einzige Hinweis auf die Stadt war die Ilias, eines der Epen Homers.
26:36Doch im späten 19. Jahrhundert wurde eine verlorene Kultur wiederentdeckt.
26:42Mit Homers ethischen Gedichten als Anhaltspunkt gelang es den Archäologen im 19. Jahrhundert, diese antiken Zitadellen zu finden.
26:50Welch ein Abenteuer ist es, zu merken, dass Homer über etwas Reales sprach und nun selbst damit in Kontakt zu
26:56kommen.
27:00Mykene liegt in der Nähe von Argos, der Geburtsstadt von Perseus.
27:05Die Ruinen sind wie ein Fenster zu jenen Menschen, die die Geschichte von Perseus und Medusa ersannen.
27:12Griechen, die die Mythologie benutzten, um die Geheimnisse des Lebens zu erklären.
27:18Die Mauern der Stadt waren so gewaltig, dass spätere Generationen glaubten, die Götter selbst hätten sie erbaut.
27:25Sie betrachteten die Ruinen dieser Paläste und sahen monumentale Maurerarbeit von einer Dimension, die sie sich selbst nicht zugetraut hätten.
27:33Nur Helden oder Götter konnten so etwas errichtet haben.
27:38In diesen Ruinen entstand die Geschichte von Perseus.
27:42Jenes Helden, der als Gründer dieser Stadt galt und der es mit Medusa aufnahm.
27:51Es ist die letzte Herausforderung. Perseus stellt sich ihr mit der Tapferkeit eines Jungen, der sich als Mann beweisen will.
28:00Aber er ist für seine Aufgabe schlecht vorbereitet. Er hat keine Waffen, keine Erfahrung und keinen Plan, wie er Medusa
28:09töten will.
28:13Was Medusa so erschreckend machte, war, dass niemand wusste, wie sie aussah.
28:17Jeder, der sie vor Perseus gesehen hatte, war tot und konnte nichts berichten.
28:22Alles, was er wusste, war, dass dieses Monster so schrecklich war, dass jeder, der es ansah, zu Stein erstarrte.
28:32Er machte sich auf ins Abenteuer. Es dauerte nicht lange, da merkte er, dass er nicht einmal wusste, wohin er
28:38gehen sollte.
28:40Aber, wie so oft bei Helden, zumal Helden, deren Väter Götter sind, bekommt er bald übernatürliche Hilfe.
28:49Verloren in der Wildnis macht Perseus das, was die meisten Griechen im Altertum in dieser Situation getan hätten.
28:55Er betet. Und die Götter erhören ihn.
29:02Sein Vater Zeus schickt ihm einen göttlichen Boten, Hermes.
29:06Der gibt ihm die nötige Starthilfe, ein paar geflügelte Sandalen.
29:14Perseus muss weite Strecken schnell zurücklegen. Und da es keine Flugzeuge gibt, kommt Hermes mit der Lösung.
29:20Geflügelte Sandalen, die er selbst als Götterbote trägt.
29:24Er gibt sie Perseus und der kann nun schneller als ein Düsenflugzeug über Kontinente hinwegfliegen.
29:35Nachdem Perseus nun Flügel hat, braucht er nur noch die richtigen Waffen.
29:43Für Perseus läuft alles prächtig. Er hat göttliches Blut, große Kräfte und wächst zum Mann heran.
29:49Er ist bereit, die scheußliche Bestie herauszufordern.
29:52Doch er braucht noch mehr. Er braucht Technik.
29:59Hermes gibt Perseus einen Rat.
30:03Er soll die stygischen Nymphen finden.
30:06Schöne Frauen, die jene Zauberwaffen besitzen, die er braucht, um Medusa zu töten.
30:14Die Nymphen sind Naturgeister, die mit den Elementen der Natur in Verbindung gebracht werden, die sie bewohnen.
30:23Sie leben in Wasserquellen, in Bergen und in Bäumen.
30:29Oft sind sie Objekte großen sexuellen Begehrens.
30:32Daher der Begriff nymphomanisch.
30:38Wo sich diese Nymphen aufhalten, ist ein Geheimnis.
30:42Nur drei scheußliche Frauen wissen, wie man sie findet.
30:44Die Greien.
30:46Schwestern, die bereits als Greisinnen geboren wurden und keine Besucher mögen.
30:55Perseus muss sie zum Reden bringen, damit er sein Treffen mit Medusa überlebt und seine Mutter retten kann.
31:03Es ist eine Schlacht, die wir noch heute am Nachthimmel erblicken können, wenn wir genau hinsehen.
31:16Medusa, eine der tödlichen Gorgonen, hat zahllose Krieger zu Stein verwandelt.
31:22Doch einer verfolgt sie weiterhin.
31:25Perseus.
31:26Und er will ihren Kopf.
31:29Sein Erfolg verlangt mehr als kindliche Tapferkeit.
31:34Perseus braucht wirksame Waffen, um Medusa zu töten.
31:39Um sie zu bekommen, muss er die stügischen Nymphen finden.
31:43Doch nur drei scheußliche Schwestern kennen ihren Aufenthaltsort.
31:47Die Greien.
31:53Sie sind sehr merkwürdig. Keine von ihnen hat Augen, außer dem einen, das sie untereinander weitergeben, wenn eine mal etwas
31:59ansehen möchte.
32:00Sie müssen es sich teilen. Dieses Auge ist sehr wertvoll für sie.
32:09Die Insel der Greien ist ein dunkles Reich. Dort scheint nicht einmal der Mond.
32:17Mit seinen geflügelten Sandalen gelangt Perseus dorthin.
32:22Perseus ist nicht nur ein hitzköpfiger Muskelbrotz. Er ist auch ziemlich schlau.
32:27Als er auf die Insel kommt, spioniert er etwas, um ihre Schwachstellen herauszufinden, bevor er zur Tat schreitet.
32:38Als er bemerkt, dass sie alle zusammen nur ein Auge haben und sonst blind sind, stiehlt er ihnen das Auge,
32:44als sie es herumgehen lassen.
32:49Die Schwestern ergreift blinde Panik.
32:53Als ob man einem Bettler den letzten Cent gestorben hätte. Beim Versuch, das Auge wiederzubekommen, fallen sie übereinander.
33:04Perseus gewinnt die Oberhand.
33:07Er will von ihnen den Aufenthaltsort der Nymphen wissen.
33:10Die Greien sagen ihm, dass sie am Stücks leben, dem Fluss, der das Reich der Lebenden von dem der Toten
33:17trennt.
33:22Perseus hat, was er braucht.
33:24Er wirft das Auge in den See und schwingt sich in die Lüfte.
33:31Soweit der Mythos.
33:32Doch inwiefern ist dieses Ereignis mit der Realität verbunden?
33:37Wie viele andere Geschichten der griechischen Mythologie, ist vielleicht auch diese buchstäblich vom Himmel gefallen.
33:44Seit dem Beginn der Zivilisation hat die Menschheit in den Himmel geblickt, um die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu erklären.
33:58Viele der Geschichten drehten sich um die Sternbilder, die man im Himmel sah.
34:02Wir wissen, dass sehr viele Mythen mit diesen Sternbildern in Verbindung stehen.
34:10Im 5. Jahrhundert vor Christus geben die Griechen diesen Sternbildern die Namen von mythischen Wesen.
34:16Die Menschen dieser Zeit sahen die mythischen Geschöpfe im Himmel nicht nur als Symbole, sondern glaubten auch, dass diese Sternbilder
34:23göttlich waren.
34:29Im Himmel gibt es ein besonders interessantes Muster, ein Held mit einem gekrümmten Schwert und dem Haupt einer Gorgone.
34:36Das ist das Sternbild, das als Perseus bekannt ist.
34:43Doch in diesem Sternenhaufen mag noch mehr stecken.
34:46Vielleicht kann er auch aufzeigen, woher die Geschichte der Greien stammt.
34:55Die Sternbilder selbst regten einige Teile der Mythen an.
34:59Der zweithältste Stern im Sternbild des Perseus ist Algol.
35:03Und das ist ein sehr besonderer Stern.
35:06Im Sternbild des Perseus bildet Algol einen Punkt auf Medusas Kopf ab.
35:12Er ist als veränderlicher Doppelstern bekannt.
35:15Er erscheint als einzelner Lichtpunkt am Himmel, besteht aber in Wirklichkeit aus zwei Sternen, die umeinander kreisen.
35:23Bei dieser Umkreisung verdunkeln sie gegenseitig ihr Licht.
35:26So erscheint Algol manchmal dunkler und dann wieder heller.
35:31Es ist ein Zyklus von fast drei Tagen, von der sich die Geschichte der Greien vielleicht hat inspirieren lassen.
35:38Algol ist eine Zeit lang sehr hell und erlischt jeden dritten Tag ziemlich schnell.
35:45Das repräsentiert das Stehlen des Auges durch Perseus.
35:49Als es der dritten Schwester gereicht wird, stiehlt er es und dann wird es dunkel.
35:57Wenn man ein guter Geschichtenerzähler ist, der weiß, wann der Stern verschwindet, kann man mit der Geschichte anfangen, wenn der
36:03Stern noch hell ist.
36:04Wenn man dann zu dem Teil kommt, als Perseus das Auge stiehlt, kann man in den Himmel zeigen und sagen,
36:09seht ihr, weg ist es.
36:14Algols Einfluss auf den Mythos könnte sogar noch weiterreichen.
36:18Manche Experten vermuten, dass er auch den Höhepunkt der Geschichte inspiriert hat.
36:23Medusas grauenhaften Tod.
36:34Perseus ist auf Kollisionskurs mit Medusa.
36:38Seine Chancen stehen schlecht.
36:40Um das Ungeheuer herauszufordern, braucht er die richtige Ausrüstung.
36:45Er findet sie am Fluss Styx, dem Übergang zum Hades.
36:50Dort trifft er die stygischen Nymphen.
36:56Sie geben Perseus drei Waffen, die sein Überleben sichern sollen.
37:01Das Schwert des Zeus, den Schild der Athene und den Helm des Hades, des Gottes der Unterwelt.
37:11Das erinnert einen an James Bond, der von Q all diese Geräte bekommt, um eine Mission zu erfüllen.
37:16Und weil sie trickreiche Eigenschaften haben.
37:22Nun ist Perseus bereit, seine Aufgabe zu erfüllen.
37:29Er steht an der Schwelle von Medusas tödlicher Zuflucht.
37:34Die Götter haben ihm auf seinen Weg dorthin geholfen.
37:37Doch der Rest ist seine Aufgabe.
37:42Um Medusa herum sind nur Felsen und hartes Gestein.
37:45Alles, was je gelebt hat, ist zu Stein erstarrt.
37:47Es muss ein sehr trostloser und verlassener Ort gewesen sein.
37:53Perseus hat Angst, als er die ersten Schritte auf seinem Schicksalsweg macht.
37:58Doch es sind keine Schritte vorwärts.
38:01Der junge Held schleicht langsam rückwärts.
38:07Perseus ist sehr schlau.
38:08Er erkennt, dass es sein Verderben wäre, Medusa frontal anzugreifen.
38:12Er würde augenblicklich zu Steine erstarrt.
38:14So nimmt er seinen Schild, dreht ihn, um von hinten her anzugreifen.
38:18Er nähert sich ihr rückwärts, wobei er in seinen Schild schaut, um vor ihr sicher zu sein.
38:23Man kann sich vorstellen, wie die Spannung steigt, als er näher kommt.
38:27Er hofft, dass der Schild ihn schützen wird, aber er weiß es nicht sicher.
38:36Vorsichtig schleicht Perseus durch ihr Versteck.
38:39Die Augen fest auf den Schild gerichtet.
38:45Der kleinste Fehltritt könnte tödlich sein.
38:52Endlich sieht Perseus seine Gegnerin.
39:01Er schließt die Augen.
39:06Und erhebt sein Schwert.
39:11Er macht einen einwandfreien Hieb.
39:14Und das Haupt der Medusa rollt zu Boden.
39:17Ihre Jahre der Qual und der Isolation sind endlich vorbei.
39:23Medusa hat wohl eine große Faszination auf das antike Publikum ausgeübt.
39:27Ob es nun für oder gegen sie war, es hatte Mitleid mit diesem armen Geschöpf.
39:32Wenn man bedenkt, was sie durchgemacht hat, was sie verloren hat und zu welch schrecklichem Leben sie verurteilt war,
39:37um dann von einem Helden enthauptet zu werden.
39:41Das tragische Ende einer tragischen Figur.
39:45Doch Medusas Geschichte ist damit noch nicht zu Ende.
39:50Bemerkenswert am Haupt der Medusa ist, dass es sogar nach ihrem Tod, nachdem es abgeschlagen und in einen Sack gesteckt
39:56worden ist,
39:57immer noch jeden, der es ansieht, in Stein verwandeln kann.
40:03Medusa ist unaufhaltsam und erschreckend.
40:05Doch auch diese Kräfte können von Nutzen sein.
40:08Und Perseus' Geschichte zeigt das.
40:10Das Haupt im Sack wird zu einer Waffe, die für gute und schlechte Zwecke eingesetzt werden kann.
40:16Perseus ist nun der Besitzer der gefährlichsten Waffe der Welt.
40:21Er kann jeden zu Stein verwandeln und hat so einige Ziele.
40:29Seine Mutter Danae hat niemanden, der sie vor dem lüsternen König von Serifos beschützt.
40:35Ihre Krönung zur Königin Widerwillen steht kurz bevor.
40:40Für Perseus beginnt ein Rennen gegen die Zeit.
40:50Als der Held nach Hause fliegt, wird deutlich, wie mächtig Medusas Haupt immer noch ist.
40:58Als Perseus mit seinen geflügelten Sandalen zurückfliegt, fallen Blutstropfen auf die Erde und daraus entstehen hunderte von Giftschlangen.
41:13Einige der scheußlichen Ungeheuer der Antike sind so schrecklich, dass sogar ihr Blut neue Monster erschaffen.
41:19Medusa verfügt über ein solches Blut.
41:22Das Blut, das aus ihrem Kopf tropft, als Perseus wegfliegt, soll laut späteren Versionen dieser Geschichte alle Schlangen geschaffen haben,
41:29die die Römer in Nordafrika kannten.
41:38Im Mythos ist der Tag der Hochzeit gekommen.
41:42Aus Argos kommt der Vater der Braut und der Großvater von Perseus, König Akrisios.
41:50Lange hatte die Prophezeiung gefürchtet, dass sein Enkel ihn töten werde.
41:56Perseus kommt an, als die Hochzeitszeremonie gerade beginnt.
42:01Als Perseus nach Seriphos zurückkommt und sieht, dass seine Mutter im Begriff ist, den König zu heiraten, wird er sehr
42:10wütend.
42:11Er hebt das Haupt der Medusa hoch und sagt, König, ich habe dir dein Geschenk gebracht.
42:21Ein Blick und der König erstarrt zu Stein.
42:24Sein Gesicht gefriert zu einem ewigen Schrei.
42:28Doch er ist nicht der einzige König, der durch diesen Anblick versteinert.
42:33Auch Akrisios wird zu Stein.
42:44Danae ist von ihrem Sohn gerettet worden.
42:49Perseus hat sich einen Platz als einer der tapfersten Helden der Mythologie verdient.
42:55Die Reise hat aus ihm einen Mann gemacht.
43:01Mit Perseus kann man sich identifizieren.
43:04Immer wieder wird er verstoßen und nur aufgrund der Liebe seiner Mutter gelingt es ihm, alle Schwierigkeiten zu überwinden.
43:10Er hinterlässt seine Spuren in der Welt und wird zu einem Helden, zu dem die Griechen aufblicken können.
43:22Nachdem er seine Mutter gerettet hat, bringt Perseus das Haupt der Medusa der Athene, jener Göttin, die das Ungeheuer erschaffen
43:30hatte.
43:31So erbt am Ende die Göttin, die Medusa ursprünglich bestrafte, deren Macht.
43:37Dass am Ende Medusas Haupt zum Abbild auf der Brustplatte der Athene wird, hat einen poetischen Wert.
43:42Schließlich steht am Beginn des Unglücks dieses arme junge Mädchen, das der Göttin missfiel.
43:48Athene triumphiert zu Beginn und am Ende.
43:57In Medusas Geschichte schließt sich der Kreis.
44:01Ihr Mythos endet an dem Ort, an dem er seinen Anfang nahm.
44:05In einem der größten Tempel des antiken Griechenlands, dem Parthenon.
44:10Am nächtlichen Himmel darüber sind Medusa und der Mann, der ihr das Leben nahm, für immer miteinander verbunden.
44:21Am nächtlichen Himmel darüber sind.

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