## DAS TURINER GRABTUCH & DIE NAZCA-LINIEN – ZWEI RÄTSEL DER GESCHICHTE
Zwei geheimnisvolle Relikte, zwei völlig unterschiedliche Kulturen – und bis heute mehr Fragen als Antworten.
### Teil 1 – Das Turiner Grabtuch
In Turin wird ein außergewöhnliches Leinentuch aufbewahrt, auf dem sich das schwache Abbild eines menschlichen Körpers erkennen lässt. Seit Jahrhunderten beschäftigt das **Turiner Grabtuch** Historiker, Wissenschaftler und Gläubige.
Handelt es sich tatsächlich um das Tuch, in das Jesus von Nazareth nach seiner Kreuzigung gelegt wurde? Oder entstand das Bild erst im Mittelalter?
Untersuchungen haben immer wieder für neue Diskussionen gesorgt – von der Radiokarbon-Datierung bis hin zu Analysen der Fasern, Blutspuren und der Entstehung des rätselhaften Körperbildes.
### Teil 2 – Die Nazca-Linien
Tausende Kilometer entfernt, in der trockenen Wüste Perus, liegt eines der größten Rätsel der Archäologie: die **Nazca-Linien**.
Gigantische geometrische Formen, lange Geraden und gewaltige Darstellungen von Tieren wurden vor Jahrhunderten in den Wüstenboden eingebracht. Einige Figuren sind erst aus großer Höhe vollständig zu erkennen.
Doch warum erschufen die Nazca diese gewaltigen Geoglyphen?
Waren sie religiöse Symbole, astronomische Markierungen, Prozessionswege oder Teil komplexer Zeremonien? Und wie gelang es den Menschen damals, solche riesigen Formen so präzise anzulegen?
### Zwei Rätsel – eine große Frage
Das Turiner Grabtuch und die Nazca-Linien haben keine nachgewiesene historische Verbindung. Dennoch werfen beide Geheimnisse eine faszinierende Frage auf:
**Was wollten ihre Schöpfer für die Zukunft hinterlassen – und verstehen wir heute überhaupt noch die ursprüngliche Bedeutung?**
Von den Kathedralen Turins bis in die endlose Wüste Perus führt diese Dokumentation auf die Spur zweier außergewöhnlicher Rätsel der Menschheitsgeschichte.
**Zwei Kulturen. Zwei geheimnisvolle Hinterlassenschaften. Jahrhunderte zwischen ihnen – aber eine gemeinsame Frage: Was wollten uns ihre Schöpfer wirklich hinterlassen?**
### 🎬 Für SpookyTV
**Mystery • Archäologie • ungelöste Rätsel • alte Zivilisationen • verborgene Botschaften**
#TurinerGrabtuch #NazcaLinien #Nazca #Mystery #Archäologie #Geheimnisse #SpookyTV #UngelösteRätsel #Geschichte #AncientMysteries
Zwei geheimnisvolle Relikte, zwei völlig unterschiedliche Kulturen – und bis heute mehr Fragen als Antworten.
### Teil 1 – Das Turiner Grabtuch
In Turin wird ein außergewöhnliches Leinentuch aufbewahrt, auf dem sich das schwache Abbild eines menschlichen Körpers erkennen lässt. Seit Jahrhunderten beschäftigt das **Turiner Grabtuch** Historiker, Wissenschaftler und Gläubige.
Handelt es sich tatsächlich um das Tuch, in das Jesus von Nazareth nach seiner Kreuzigung gelegt wurde? Oder entstand das Bild erst im Mittelalter?
Untersuchungen haben immer wieder für neue Diskussionen gesorgt – von der Radiokarbon-Datierung bis hin zu Analysen der Fasern, Blutspuren und der Entstehung des rätselhaften Körperbildes.
### Teil 2 – Die Nazca-Linien
Tausende Kilometer entfernt, in der trockenen Wüste Perus, liegt eines der größten Rätsel der Archäologie: die **Nazca-Linien**.
Gigantische geometrische Formen, lange Geraden und gewaltige Darstellungen von Tieren wurden vor Jahrhunderten in den Wüstenboden eingebracht. Einige Figuren sind erst aus großer Höhe vollständig zu erkennen.
Doch warum erschufen die Nazca diese gewaltigen Geoglyphen?
Waren sie religiöse Symbole, astronomische Markierungen, Prozessionswege oder Teil komplexer Zeremonien? Und wie gelang es den Menschen damals, solche riesigen Formen so präzise anzulegen?
### Zwei Rätsel – eine große Frage
Das Turiner Grabtuch und die Nazca-Linien haben keine nachgewiesene historische Verbindung. Dennoch werfen beide Geheimnisse eine faszinierende Frage auf:
**Was wollten ihre Schöpfer für die Zukunft hinterlassen – und verstehen wir heute überhaupt noch die ursprüngliche Bedeutung?**
Von den Kathedralen Turins bis in die endlose Wüste Perus führt diese Dokumentation auf die Spur zweier außergewöhnlicher Rätsel der Menschheitsgeschichte.
**Zwei Kulturen. Zwei geheimnisvolle Hinterlassenschaften. Jahrhunderte zwischen ihnen – aber eine gemeinsame Frage: Was wollten uns ihre Schöpfer wirklich hinterlassen?**
### 🎬 Für SpookyTV
**Mystery • Archäologie • ungelöste Rätsel • alte Zivilisationen • verborgene Botschaften**
#TurinerGrabtuch #NazcaLinien #Nazca #Mystery #Archäologie #Geheimnisse #SpookyTV #UngelösteRätsel #Geschichte #AncientMysteries
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TVTranskript
00:00In dieser Folge von Mysterien der Menschheit, ein 4000 Jahre alter Tempel, der die älteste Skulptur Amerikas beherbergt.
00:10Meine Güte, das ist es.
00:12Er wurde als Sternwarte konzipiert. Und womöglich war das Wissen seiner Baumeister die Inspiration zu einem der größten Mysterien der
00:20alten Welt.
00:27Die Nazca-Linien.
00:33Doch vorher wenden wir uns dem Turiner Grabtuch zu.
00:39Gläubige sehen darauf den blutigen Abdruck des gekreuzigten Jesus Christus.
00:47Allerdings ist seine Echtheit umstritten. Bis heute liegen jedoch keine gesicherten Erkenntnisse vor, wie das Körperabbild entstanden sein könnte.
00:55Jetzt wollen Wissenschaftler die Erscheinung im Labor nachbilden und so ihre Entstehungsgeschichte aufzeigen.
01:03Damit wäre das Rätsel um die Auferstehung Jesu Christi gelöst.
01:07Oh, hier.
01:22Musik
01:34Mark Gaskin, ein Experten.
01:37Die Karte für alte Sprachen begibt sich auf eine Reise in die französische Hauptstadt.
01:42Er verfolgt eine Theorie, die das Geheimnis, welche das Turiner Grabtuch umgibt, lüften könnte.
01:52Ist es das Angesicht Christi oder eine geschickte Fälschung?
02:01Selbst diese Grabtuchkopie verdeutlicht seine weitreichende Bedeutung.
02:06Sehr viele Menschen verbrachten mit dem Studium dieses Objektes ihr halbes Leben.
02:14Die Echtheit des Grabtuchs stand schon immer im Mittelpunkt heftiger Diskussionen.
02:21Eines ist jedoch sicher. Es zeigt das Abbild eines Mannes, der einen grausamen Tod starb.
02:32Seine Narben deuten auf schwere Folter hin.
02:40Wurde Jesus von Nazareth wirklich und wahrhaftig nach seinem Tod in dieses Grabtuch eingewickelt?
02:54Gaskins Forschungsreise beginnt im Pariser Institut für Optik, wo Forschern eine umstrittene Entdeckung gelang.
03:04Dr. Pierre Chavelle und seine Mitarbeiter haben das Grabtuch hochauflösenden Scans unterzogen.
03:14Zuerst haben wir die Originalfotografie digitalisiert.
03:17Mit diesem Bild haben wir mathematische Berechnungen und statistische Analysen gemacht.
03:22Dann kamen wir zu einem Ergebnis, das die Interpretation vereinfacht.
03:31Die Pariser Forscher vermuten Details im Gewebe, die bisher unentdeckt blieben.
03:36Modernste Abbildungstechnologien sollen die verborgenen Geheimnisse jetzt aufdecken.
03:46Durch exakte Messungen kann man das Fischgrätenmuster teilweise ausblenden.
03:51Vielleicht sind das Schriftzeichen auf diesem Bild.
03:56Da scheint sich etwas abzuheben.
04:01Die Analyse bringt dunkle Flecken und Formen auf dem Grabtuch zutage.
04:08Die meisten Forscher sehen darin zufällige Muster.
04:12Doch einige glauben darin, Buchstaben zu erkennen.
04:20Einige in Latein, andere in Altgriechisch.
04:32Könnte es sich nicht vielleicht um Unebenheiten im Stoff handeln?
04:35Glauben Sie wirklich, dass dies Buchstaben sind?
04:39Wir könnten uns die statistischen Ergebnisse mehrerer Bilder ansehen,
04:44aber dann ist es nicht mehr an uns zu entscheiden, ob es Buchstaben sind oder nicht.
05:00Gaskin bleibt skeptisch.
05:02Doch wenn es sich um Buchstaben handelt, will er mehr über sie wissen.
05:06Wer hat sie geschrieben?
05:08Wann?
05:09Und was bedeuten sie?
05:11Die längste Inschrift ist diese hier, rechts vom Gesicht nach unten.
05:15Sie lautet Nazarenus.
05:20Dieser vermeintlich griechische Text könnte sich auf Nazareth beziehen, die Geburtsstadt Jesu Christi.
05:30Dann haben wir hier die Inschrift Inneke, was wohl Innekem bedeuten soll, die Abkürzung eines Todesurteils.
05:37Übersetzt heißt es so viel wie zum Tode.
05:47Die vier Buchstaben IBER verweisen wahrscheinlich auf Kaiser Tiberius, der Herrscher des Römischen Reiches zur Zeit des Wirkens und Todes
05:57Jesu.
06:03Tiberius, Nazarenus und zum Tode.
06:11Weshalb sollte jemand den Namen eines römischen Kaisers und ein Todesurteil auf ein Grabtuch schreiben?
06:17Vielleicht muss man das aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
06:28In Paris kommt Gaskin nicht weiter.
06:31Daher reist er in den Süden, in die ewige Stadt Rom.
06:42Sollten auf dem Grabtuch tatsächlich Worte stehen, will er ihren Urheber und ihre Bedeutung herausfinden.
06:52Hier in der Basilika der zwölf heiligen Apostel trifft er den Theologen Bruder Peter Massengill.
07:08Welchen möglichen Sinn sehen Sie hinter dem vermeintlichen Wort Nazarenus? Was könnte es bedeuten?
07:15In den Evangelien wird Jesus als Nazarener bezeichnet, jemand, der aus Nazareth stammt.
07:23Auch die ersten Christen wurden Nazarener genannt, nach Jesus von Nazareth.
07:28Doch im Mittelalter war dieser Begriff als Gotteslästerung verschrien.
07:35Man nahm Anstoß an diesem Begriff.
07:37Im Mittelalter hat es die Kirche sogar verboten, Jesus Christus als Nazarener zu bezeichnen,
07:43da sie diesen Begriff als ketzerisch einstufte.
07:46Und Ketzer wurden umgebracht.
07:53Das Wort Nazarener war bereits im ersten Jahrhundert geläufig.
08:02Was könnten der Name des Kaisers und das womöglich beschriebene Todesurteil bedeuten?
08:10Für mich sieht es so aus, als würden diese Begriffe zu einem ordentlichen Todesurteil gehören,
08:16sozusagen den Hintergrund der ganzen Angelegenheit beleuchten.
08:19Alles weitere ist wohl wissenschaftliche und geistliche Spekulation.
08:28Wer könnte diese Inschriften verfasst haben?
08:31Ich nehme an, dass derjenige, der den Leichnam begraben sollte, ihn irgendwie gekennzeichnet hat.
08:39Die Hinrichtung Christi wurde nach römischem Recht vollzogen.
08:44Handelt es sich bei dem Grabtuch etwa um eine Art Sterbeurkunde?
08:49Viele halten diese Möglichkeit für ausgeschlossen.
08:52Wieso sollte jemand das Grabtuch eines Gekreuzigten auf diese Weise kennzeichnen?
09:01Daher fragt sich Gaskin, wie vor 2000 Jahren im römisch besetzten Jerusalem Begräbnisse abliefen.
09:12Er kontaktiert dazu den Archäologen Shimon Gibson in Jerusalem.
09:19Ich gehe der Vermutung nach, dass man auf dem Turiner Grabtuch Inschriften entdeckt hat.
09:24Ich wüsste gerne, was sie davon halten.
09:31Es ist auf jeden Fall denkbar, dass man die Grabtücher, in die die Leichname eingewickelt waren,
09:37zur späteren Identifizierung gekennzeichnet und sie dann in die Gräber gebracht hat.
09:41Vermutlich gibt es auch in der Grabhöhle Holzkohlemarkierungen oder eingeritzte Steine.
09:46Also müsste sich nicht nur auf dem eingehüllten Leichnam, sondern auch im Grab etwas finden lassen.
09:53Fallen Ihnen bestimmte Gräber oder etwas Vergleichbares ein, wo Leichname identifiziert wurden?
10:02Ich denke da insbesondere an einen Grab, wo ich über den einzelnen Grabnischen Markierungen entdeckt habe.
10:08Ich könnte sie sogar noch einmal gründlicher untersuchen.
10:11Das wäre fantastisch.
10:28Professor Gibson verantwortet mehrere bedeutende historische Funde im Heiligen Land.
10:44Jetzt begibt er sich zu einer Grabstätte, die er im Jahr 2000 entdeckt hat.
11:02Es war ein bemerkenswerter Fund.
11:06Denn in Israel fielen viele antike Gräber Grabplünderern zum Opfer.
11:12Als Gibson diese winzige Öffnung entdeckte und sich hindurchzwängte,
11:16landete er in einer Grabkammer, wo er auf mehrere in Stein gehauene Gräber und menschliche Knochen stieß.
11:36Es war wahrscheinlich solch eine Grabkammer, in die man den geschundenen Körper Christi nach der Kreuzigung brachte.
11:43Eingewickelt in ein Grabtuch.
11:49Dies ist eine 2000 Jahre alte Grabhöhle, an deren Wänden sich Grabnischen befinden.
11:54In diese Nischen legte man damals die Toten.
11:57Über dieser Grabnische kann man rätselhafte Zeichen erkennen,
12:01die in den Stein geritzt und mit Holzkohle nachgezeichnet wurden.
12:10Wahrscheinlich stand hier der Name der Person, die man in dieser Nische bestattet hatte.
12:24In einem Grab in der Nähe gibt es über der Grabnische eine Hebräische Inschrift.
12:28In anderen haben wir Schriftzeichen gefunden, die vermutlich mehrere griechische Buchstaben darstellen.
12:35Anscheinend muss eine Art Buchstabencode existiert haben, der eine bestimmte Aussage beinhaltete.
12:47Gibsons Bemühungen bleiben erfolglos.
12:50Er fand keinen Beweis, dass bei Begräbnissen im ersten Jahrhundert lateinische Buchstaben verwendet wurden.
12:56Allerdings stieß er auf griechische.
13:10In Rom untersucht Gasken währenddessen die neuesten Aufnahmen des Grabtuchs.
13:20In der Inschrift über dem Kopf können wir zwei griechische Buchstaben ausmachen.
13:25Einmal der Buchstabe I.
13:26Der zweite ist eigentlich ein Sigma, ein S, obwohl es für uns aussieht wie ein C.
13:31Das ist eine Abkürzung für Nominas Sacra, ein heiliger Name.
13:35In griechischen Handschriften finden wir so etwas häufig.
13:42In antiken griechischen Texten verkürzte man heilige Namen oft auf zwei bis drei Buchstaben.
13:49Iota Sigma, IS, war die griechische Abkürzung für Jesus Christus.
14:02Diese Abkürzungen wurden ein, zwei, dreihundert Jahre nach der Kreuzigung Jesu eingeführt.
14:08Zur Zeit Jesu hätte noch niemand gewusst, was eine solche Abkürzung bedeuten soll.
14:13Der Name Jesu war damals noch nicht so bekannt, dass man ihn auf diese Weise hätte abkürzen können.
14:23Sollte es sich tatsächlich um griechische Buchstaben handeln, hätte man sie erst viele Jahre nach Jesus' Tod auf das Grabtuch
14:30aufgebracht.
14:34Das heißt aber nicht zwingend, dass das Tuch selbst eine Fälschung ist.
14:58Bisher konnten die Skeptiker nicht eindeutig belegen, wie Fälscher das Ganzkörperbildnis hätten anfertigen können.
15:09Doch nun soll Forschern der Nachweis seiner Entstehungsgeschichte geglückt sein.
15:15Unter Laborbedingungen sollen sie das Grabtuch bis ins kleinste Detail rekonstruiert haben.
15:25Im norditalienischen Mailand will Gaskin Luigi Gallaschelli treffen, einen Professor für organische Chemie an der Universität Pavia.
15:37Dort wird ihm Professor Gallaschelli sein persönliches Exemplar vom Turiner Grabtuch vorführen.
15:46Hier sieht man die Blutflecken, die spiegelverkehrte drei, den Epsilon-Fleck und die anderen Blutflecken am Kopf.
15:56Mit seinem Werk gelang ihm eine fast detailgetreue Nachbildung des Grabtuches.
16:04An der Seite kann man die Haare sehen.
16:06Das ist sehr gut gemacht.
16:08Wie haben Sie das geschafft?
16:10Ja, ich kann Ihnen die Nachbildung des Gesichts vorführen.
16:13Natürlich nicht alles. Gehen wir in mein Labor. Folgen Sie mir.
16:16Das Turiner Grabtuch ist Gegenstand hitziger wissenschaftlicher Debatten.
16:23Bis heute blieb die Entstehungsgeschichte des berühmtesten Bildes der Christenheit ungeklärt.
16:33Professor Gallaschelli verfolgt eine eigene Theorie.
16:36Im Mittelalter hat ein Fälscher Farbpigmente überein in ein Leinentuch gehülltes Modell gerieben.
16:44Dadurch bildete sich der Umriss eines Mannes heraus.
16:48Zum Beweis seiner Theorie verteilt er Pigmente über einem Flachrelief, das er nach dem Vorbild des Grabtuchs gefertigt hat.
16:59Auf diese Weise wird an den erhöhten Stellen des Reliefs automatisch mehr und an den tieferen Stellen weniger Farbstoff aufgetragen.
17:11Und so entsteht das Bild.
17:15Nach Gallaskellys Meinung ist die Farbe seit dem Mittelalter nach und nach verblasst.
17:20Weshalb heute nur noch geisterhafte Umrisse auf dem Tuch zu erkennen sind.
17:29Diesen Alterungsprozess will er in einem Industrieofen nachstellen.
17:41Gallaskellys ist der Auffassung, dass Farbunreinheiten die Abbildung auf dem Tuch hinterlassen haben.
17:49Das ist das Endergebnis.
17:54Mit einem einfachen Schritt haben wir alle Merkmale und Eigenheiten des Grabtuchs erhalten.
18:03Doch viele Turiner Grabtuch-Experten, darunter auch Gaskin, sind nicht davon überzeugt, dass Gallaskellys Version alle Merkmale des Turiner Grabtuchs
18:13aufweist.
18:19Gaskin wendet sich daher der Arbeit eines Maschinenbauingenieurs zu, der behauptet, er könnte die ungewöhnlichen Umrisse auf dem Grabtuch noch
18:28exakter nachbilden.
18:36Professor Giulio Fanti von der Universität Padua will seit 14 Jahren das Geheimnis um das Grabtuch lüften.
18:46Fanti betrachtet die These als widerlegt. Bei dem Abbild Christi handele es sich um eine Malerei auf dem Stoff.
18:54Wenn wir uns einen Faden des Grabtuchs ansehen und ihn auf das drei- bis vierhundertfache vergrößern, kommt das dabei
19:04heraus.
19:05Ein Faden besteht aus etwa 100 Leinenfasern.
19:10Diese Strohhalme repräsentieren einen durchschnittlichen Faden des Grabtuchs.
19:15Ein Strohhalm stellt eine einzelne Faser dar.
19:21Die Vergrößerung offenbart einen entscheidenden Fakt.
19:26Das Abbild Christi erscheint nur auf einigen Fasern, hier durch die roten Strohhalme verdeutlicht.
19:33Die Fasern in der Mitte weisen keine Verfärbung auf.
19:39Wäre das Abbild eine gefälschte Malerei, so der Professor, müssten sich im gesamten Faden chemische Farbrückstände finden lassen.
19:48Nach Fantis Auffassung zeigt die Faseranalyse, dass das Abbild Christi nicht durch Farbstoffe entstand.
19:56Er verfolgt einen anderen Erklärungsversuch.
19:59Unterschiedliche Testergebnisse veranlassten ihn zu einem ungewöhnlichen Schluss.
20:05Die ganz besonderen, ungewöhnlichen Eigenschaften des Abbildes lassen sich nur durch eine elektrische Entladung erklären.
20:12Eine elektrische Entladung?
20:21Eine gewagte These. Doch Professor Fanti demonstriert sie sorgfältig.
20:30Eine Möglichkeit zur Übertragung eines Körperabbildes auf ein kleines Stück Stoff ist ein Plasmaball.
20:41Den dafür notwendigen Strom erzeugt er mit einem Zahnrad.
20:47Wir decken den Plasmaball mit einem Leinentuch ab, dann nehmen wir das bronzene Uhrenzahnrad, legen etwas Isoliermaterial darüber und beschweren
20:58die Konstruktion.
21:01Die Energie, die bei einer elektrischen Entladung freigesetzt wird, könnte eine chemische Reaktion verursachen.
21:07Diese könnte die Fasern angreifen und theoretisch oberflächliche Spuren auf dem Leinentuch hinterlassen.
21:16Schauen wir uns das Stoffstück einmal an.
21:23Die Umrisse des Zahnrads sind deutlich zu erkennen. Aber wie tief hat sich das Abbild eingebrannt?
21:30In der Mitte ist nichts mehr zu sehen.
21:37Fanti behauptet, das Abbild sei nur oberflächlich in die Fasern eingearbeitet, wie beim Turiner Grabtuch.
21:45Doch die Theorie, eine elektrische Entladung habe das Körperabbild auf dem Grabtuch verursacht, enthält eine wesentliche Schwachstelle.
21:54Stromerzeugung ist den Menschen erst seit ca. 1830 möglich.
22:07Fantis Behauptung lässt daher nur einen gewagten Schluss zu.
22:14Sie vermuten also, dass die Elektrizität irgendwie aus dem Körper kam?
22:20Es wäre höchst sonderbar, wenn ein Leichnam eine solche Energie ausstrahlen könnte.
22:26Allerdings.
22:28Es gibt viele seltsame Möglichkeiten, wie dieses Bild zustande gekommen ist.
22:34Bis jetzt ist und bleibt es ein Wunder.
22:38Es ist ein Wunder.
22:46Laut der Bibel soll tatsächlich ein Wunder geschehen sein, als Jesus in seinem Grab lag.
22:54Christen sehen darin das größte Wunder überhaupt.
22:58Jesus Christus soll von den Toten auferstanden sein und sein Grabtuch abgelegt haben.
23:10An einem winzigen Leinentuch konnte Professor Fanti seine Theorie vorführen.
23:16Jetzt will er den Test im großen Stil wiederholen.
23:22Wow.
23:24In Fantis Labor stehen Geräte zur Generierung von Ultrahochspannung.
23:29Bis zu 350.000 Volt können sie erzeugen.
23:33So viel, wie bei einem Blitzeinschlag entsteht.
23:42Zu Demonstrationszwecken nutzt er ein Gipsmodell von Jesus.
23:47Es wird die volle Kraft der elektrischen Entladung zu spüren bekommen.
23:56Giancarlo, könnten Sie bitte das Licht ausschalten?
23:59Okay.
24:05Der Test beginnt.
24:09350.000 Volt durchströmen das Modell.
24:15Dadurch soll sich ein Abbild des Modells auf das Leinentuch übertragen?
24:18Ja, ich hoffe, dass das Bild in kleinen Punkten auf dem Tuch erscheinen wird.
24:24Doch es ist nicht einfach, ein Bild wie das auf dem Turiner Grabtuch zu erhalten.
24:31Zu viel Energie und der Stoff könnte sich entzünden.
24:35Zu wenig Energie und auf dem Tuch könnte man nichts erkennen.
24:53Dann wollen wir mal sehen.
24:55Bitte das Licht anschalten.
24:57Danke.
25:13Können wir nun das Tuch abnehmen?
25:15Ja, ja.
25:18Falls Abdrücke entstanden sind, müsste man sie nach Meinung des Professors unter ultraviolettem Licht erkennen.
25:31Oh, hier, hier kann man einen Arm sehen.
25:36Kann man noch was erkennen? Zeichnet sich noch etwas auf dem Stoff ab?
25:42Hier ist ein Bild. Wir sehen Punkte.
25:46Dieses Bild ähnelt dem auf dem Grabtuch.
25:51Allerdings fehlen den von Fanti erzeugten Umrissen die feinen Gesichtszüge, die das Turiner Grabtuch aufweist.
25:59Einige Wissenschaftler sind sogar überzeugt, dass eine elektrische Entladung auf einem Grabtuch keine sichtbaren Spuren hinterlassen würde.
26:07Fanti jedoch hält an seiner Theorie fest.
26:12Allerdings hätte nur eine einzige Energiequelle ein Gesamtkörperbildnis auf dem Tuch hinterlassen können.
26:18Der Leichnam selbst.
26:21Ein Leichnam, der nach christlichem Glauben wieder zum Leben erwacht ist.
26:30Selbst heute, im 21. Jahrhundert, mit all unseren technischen Errungenschaften, schaffen wir es nicht, ein Bild auf einem Leinentuch zu
26:38erzeugen,
26:38das sämtliche bekannte Eigenschaften und Merkmale des Turiner Grabtuchs aufweist.
26:45Wie gelangte das Abbild eines Mannes auf einen antiken Stoff?
26:49Noch immer kann Gaskin diese Frage nicht beantworten.
26:53Umso mehr fühlt er sich von dem Geheimnis angezogen, das diese Frage umgibt.
26:59Die Lösung dieses Rätsels liegt immer noch im Verborgenen.
27:02Und gerade das fasziniert mich so an diesem außergewöhnlichen antiken Relikt.
27:12Der Tempel des Fuchses.
27:15Er ist Amerikas ältester Sternentempel und gleichzeitig die erste Sternwarte.
27:23Womöglich zeugt er von einem Wissen, mit dem es uns gelingt, eines der erstaunlichsten Geheimnisse der Antike zu ergründen.
27:31Welchem Zweck dienten die Nazca-Linien in Peru wirklich?
27:54Dr. Phyllis Pitluga ist Astronomin.
27:57Sie hat für das Edler Planetarium und das Astronomie-Museum in Chicago gearbeitet.
28:04Der Großteil ihrer Forschungen beschäftigt sich mit der Frage, in welcher Verbindung die antiken Kulturen zum Kosmos standen.
28:13Nun ist sie nach Peru geflogen, wo sie den Archäologen Bob Benfer von der Universität von Missouri trifft.
28:22Professor Benfer hat die Entdeckung seines Lebens gemacht.
28:30Ich möchte Sie um Ihre Meinung zu einem Fund bitten, der Sie mit Sicherheit interessieren wird.
28:35Wir haben einen Tempel gefunden, der unserem Wissen nach 4200 Jahre alt ist.
28:40Sie machen Witze.
28:42Wir denken, dass er astronomischen Zwecken diente.
28:45Dann wäre er der älteste astronomische Tempel Amerikas.
28:49Ja, das denke ich auch. Der Tempel selbst ist ziemlich spektakulär.
29:03Benfer und Pitluga reisen von Lima zum 50 Kilometer entfernt gelegenen Tempel bei Buena Vista im Chion-Tal.
29:16Professor Benfer glaubt, dass sie durch die verstreuten Überreste einer alten Andenkultur fahren, die 2200 Jahre vor Christus existierte.
29:27Seine Funde offenbaren die Fortschrittlichkeit jener Kultur, die alle Erwartungen übertrifft.
29:36Es sieht zwar aus wie ein Geröllhaufen, doch es ist viel mehr. Das sind Ruinen. Dort stand ein Gebäude.
29:50Zwei Jahre dauerten die Ausgrabungen schon, als Benfer ein großartiger Fund glückte.
29:57Zeremonientempel, die 2000 Jahre vor der Entstehung der Nazca-Linien gebaut wurden.
30:03Einen davon will er Pitluga zeigen.
30:08Wir konnten ihn konservieren und ihn zum Schutz abdecken.
30:12Durch die Strommatten kann die Luft ausreichend zirkulieren.
30:19Benfer und seine Mitarbeiter waren die ersten Menschen, die diesen Raum seit dreieinhalbtausend Jahren betreten haben.
30:30Meine Güte, das ist es!
30:33Das ist es!
30:36So etwas habe ich noch nie gesehen.
30:42Dieses bemerkenswerte Gesicht wurde vor über 4000 Jahren geschaffen.
30:47Es ist die älteste Skulptur, die je auf dem amerikanischen Doppelkontinent gefunden wurde.
30:55Doch welchen Zweck hatte dieses seltsame Gesicht? Hatte es überhaupt einen? Was könnte sein ungewöhnlicher Ausdruck bedeuten?
31:04Zuerst hielten wir dieses Gesicht für traurig.
31:07Doch dann haben wir Bilder davon an zwei Psychologen geschickt, die Experten für Gesichtsausdrücke sind.
31:13Beide waren unabhängig voneinander der Meinung, dass es sich um einen bedrohlichen Ausdruck handelt.
31:19Daher nennen wir es das bedrohliche Gesicht.
31:25Diese düstere Figur passt sehr gut in die Mythologie der Andenvölker, der zufolge es nach Sonnenuntergang einen ewigen Kampf gibt
31:33zwischen Gut und Böse, bekanntem und unbekanntem Mann und Frau.
31:37Ein kosmischer Kampf.
31:41Benfer hat die Mythen und Legenden der Andenvölker erforscht, sowie die astronomischen Aufzeichnungen der Gegend studiert.
31:54Dabei fand er Bemerkenswertes heraus.
32:02Dieses Gesicht schaut einen Gang entlang, der sich früher hier befand.
32:06Am Tag der Sommersonnenwende, am 21. Dezember, schien das Licht direkt durch diesen Gang und erleuchtete das steinernde Gesicht.
32:19Wenn auf der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres anbrach und die Sonne im Morgengrauen langsam über den Tempel wanderte,
32:27schließlich in den Raum und auf das bedrohliche Gesicht schien, tauchte sie es in ein strahlendes Licht.
32:36Mit dieser Entdeckung sowie weiteren Bauten begründet Professor Benfer seinen bemerkenswerten Schluss.
32:44Ich halte es für das älteste astronomische Messinstrument Amerikas.
32:54Ein anderer Tempel ist seiner Meinung nach einem Tier gewidmet.
33:02Wir nennen ihn den Tempel des Fuchses, weil wir die Umrisse eines Tieres entdeckt haben, und zwar hier an der
33:09Tür,
33:10sodass sie besonders beim Verlassen des Tempels auffallen.
33:16Ein derart bedeutsames Gebäude wie ein Tempel ist mit einem Fuchs verziert?
33:22Wahrscheinlich hatte diese Zivilisation zu dem Tier eine besondere Beziehung.
33:30Benfer möchte Pitluga ein paar Hügel zeigen.
33:34Sie wurden von Menschen geschaffen. Es sind keine einfachen Hügel, sondern haben die Umrisse von Tierkörpern.
33:44Allerdings lässt sich aus der Nähe nicht erkennen, um welche Tierform es sich handeln soll.
33:57Das lässt sich vermutlich nur aus der Vogelperspektive genau sagen.
34:03Deshalb soll ein Experte Luftbilder der Gegend machen.
34:23Innerhalb der letzten 4000 Jahre hat sich die Landschaft stark verändert, durch Industrieansiedlungen und landwirtschaftliche Nutzung.
34:33Doch Benfer lässt sich nicht beirren.
34:36Er ist sich sicher, dass eines der Fotos, das eine Drachenkamera aufzeichnet, die Umrisse eines Greifvogels zeigen wird.
34:47Bob meint, dass sich hier vor mir ein riesiger Kondor befindet.
34:54Das ist der Schwanz!
34:57Ich denke, dass mich erst die Bilder aus der Luft überzeugen werden.
35:14Und wie lief's?
35:16Der Drachen flog dort oben mit den Vögeln um die Wette.
35:20Nathan hat dabei hier eine Kondor-Figur gefilmt.
35:24Hier sieht man seinen Schnabel und dort ist sein Kopf.
35:27Das Auge ist sehr gut zu erkennen.
35:30Und hier sind seine Flügel, der Schwanz, wir sind übrigens hier, und sein Bauch.
35:37Ein kleines Stück wurde von der Straße abgetrennt, aber man kann ihn deutlich erkennen.
35:43Ja, ganz deutlich.
35:48So könnte wirklich die altertümliche Darstellung eines Kondors ausgesehen haben.
35:55Ich habe da mal eine Frage.
35:57Wohin zeigt der Kondor?
35:59Ich meine, in welche Richtung weist sein Schnabel?
36:02Er weist in Richtung Milchstraße.
36:04Wow!
36:08Der riesige Kondor ist nur aus der Luft zu erkennen und zeigt angeblich in Richtung Milchstraße.
36:17Mit dieser Entdeckung kann Pitluga vielleicht eine Theorie untermauern, an der sie seit über 20 Jahren forscht.
36:32Sie hängt mit einer anderen Entdeckung zusammen, die ebenfalls am besten aus der Luft zu sehen ist.
36:38Doch diese befindet sich nicht im Chion-Tal, sondern in einer Wüstenebene südlich von Lima,
36:43wo sie sich über eine Fläche von 500 Quadratkilometern erstreckt.
36:53Auf sie wurde man erst aufmerksam, als die ersten Linienflüge in den 1920er Jahren diese Gegend überflogen.
37:02Die Nazca-Linien.
37:07Mehrere komplexe geometrische Formen und Linien.
37:11Bilder von Pflanzen, Tieren und seltsamen menschlichen Figuren.
37:20Forscher halten sie für rituelle Städten.
37:23Doch Pitluga vermutet, dass damit der Zweck der Bilder nicht vollständig erfasst wird.
37:29Ich frage mich, was die Nazca gedacht haben, als sie diese komplizierten Bilder vor 2000 Jahren schufen.
37:41Wie Benfers Condor-Bild kann man auch die Nazca-Linien nur aus der Luft vollständig erkennen.
37:51Könnte hier eine Verbindung bestehen?
37:57Mir ist aufgefallen, dass die Figuren nicht willkürlich in der Wüste platziert, sondern in einem bestimmten Muster angeordnet sind.
38:11Sind die Nazca-Linien nach Mustern am Sternenhimmel angeordnet?
38:16Sind sie eine Art Gebets- oder Botschaft, die sich an einen bestimmten Punkt am Himmel richtet?
38:23Astronomen wie Pitluga finden diese Vorstellung faszinierend.
38:30Wenn man in der südperuanischen Wüste steht und zum klaren Sternenhimmel blickt, erstrahlt dort ein Streifen aus weißem Licht.
38:40Die Milchstraße.
38:43Pitluga glaubt, dass die Nazca in den dunklen Teilen der Milchstraße Formen erkannten und sie auf dem Boden nachbildeten.
38:53Mein ganzes Leben lang habe ich zu den Sternen aufgeschaut und sie miteinander verbunden.
38:58Zusammen ergaben sie ein Bild.
39:00Und dann stehe ich hier und merke, dass die Nazca die Formen von Pflanzen und Tieren in den dunklen Teilen
39:05der Milchstraße entdeckten.
39:08Im Gegensatz zu den alten Griechen und Ägyptern, die ihr Wissen über den Kosmos durch die Kartierung der Sterne erlangten,
39:14studierten die alten Völker Perus die Formen zwischen den Sternen.
39:23Und die Nazca-Linien hält Pitluga im Gegensatz zu anderen für Spiegelbilder dessen, was ihre Konstrukteure am Nachthimmel zu sehen
39:32glaubten.
39:37Als ich erst einmal alle Figuren in den dunklen Teilen der Milchstraße erkannt hatte, sah ich, dass sie eine Reihe
39:43ergaben.
39:44Von einem Ende zum anderen.
39:45In der Wüste konnte ich diese wunderschöne Verbindung endlich herstellen.
39:53An bestimmten Tagen im Jahr deuten die Linien einer Figur auf der Erde direkt auf die entsprechende Figur der Milchstraße.
40:02Als ob man ihr Spiegelbild in den Wüstenboden gehauen hätte.
40:14Vielleicht kann Pitluga ihre Theorie von den Nazca-Linien als Sternenkarte der Milchstraße mit den Forschungen belegen,
40:21die Professor Benfer am Tempel des Fuchses betreibt.
40:26Er ist überzeugt, dass schon die Zivilisationen des Chion-Tals die Milchstraße kartierten.
40:32Und zwar 2000 Jahre vor dem Volk der Nazca.
40:37Die Fuchszeichnung am Tempel verweist auf einen bestimmten Punkt in der Milchstraße.
40:42Das Sternbild des Andenfuchses.
40:49Wenn man in der Zeit zurückgeht und sich den damaligen Nachthimmel am 21. Dezember vorstellt,
40:55dann würde das dunkle Sternbild des Andenfuchses genau hinter diesem Hügel hervorschauen.
41:03Am 21. Dezember, dem Tag, an dem die Sonne das bedrohliche Gesicht erleuchtet,
41:09erscheinen auch die Augen des Fuchses am Himmel.
41:12Zwei helle, benachbarte Sterne.
41:15Nach Benfers Berechnungen taucht der Fuchs drei Monate später erneut am Nachthimmel auf,
41:21nur an einer anderen Stelle.
41:26Zur Tag- und Nachtgleiche am 21. März wurde nach Sonnenuntergang der komplette Fuchs in der anderen Richtung sichtbar.
41:42Pet Luga will herausfinden, welche Bedeutung der 21. Dezember und der 21. März für dieses Andenvolk hatten.
41:51Der Archäologe Bernadino Ojeda bringt sie auf eine Spur.
42:04Auf dieser Karte sind die jährlichen Durchschnittsniederschläge in den hohen Anden verzeichnet.
42:10Sie beginnen im Januar und im Februar und erreichen im März ihren Höhepunkt.
42:18Im Dezember geht dieser jährliche Kreislauf zu Ende.
42:24Dieses Ende wurde vor 4000 Jahren auf den Tag der Sommersonnenwende am 21. Dezember festgelegt.
42:36Die beiden entscheidenden Tage verweisen auf den überlebenswichtigen Wasserkreislauf im Chion-Tal.
42:43Die korrekte Vorhersage, wann in dieser trockenen Region die jährlichen Fluten aus den hohen Bergen anbrechen,
42:51entscheidet mitunter über Leben und Tod.
42:57Nach dem 21. März gab es kein frisches Wasser mehr.
43:02Wer bis dahin nicht erfolgreich sein Getreide angepflanzt hatte,
43:05musste für den Rest des Jahres sehen, woher er genug Nahrung bekam.
43:10In dieser lebensfeindlichen Umgebung konnten nur diejenigen überleben,
43:15die um die alljährlichen Wetterumschwinge wussten.
43:17Und die alte Zivilisation las jene von den Sternen ab.
43:22Wenn die Augen des Fuchses dort drüben zu sehen waren,
43:26wussten die Fischer, dass reiche Beute bevollstand
43:28und den Menschen im Tal vorerst weder Fluten noch Dürren drohten.
43:33Diese Menschen glaubten jedoch nicht,
43:36dass das Wetter irgendwelchen jährlichen Zyklen folgte.
43:41Ihrer Meinung nach lenkten mystische Wesen im Himmel das Klima.
43:50Pitluga stellt sich jetzt die Frage,
43:52war es dieses fortschrittliche astronomische Wissen,
43:55das man im Tempel des Fuchses vor über 4000 Jahren gewann,
43:59das die Menschen 2000 Jahre später zur Konstruktion der Nazca-Linien inspirierte?
44:05Auch wenn die Fachwelt ihre These vielfach anzweifelt,
44:09für sie steht fest, warum die Nazca das Wüstengemälde schufen.
44:15Die Menschen damals bauten eine Sternwarte für die Milchstraße,
44:19damit sie diese als Kalender nutzen konnten.
44:21Und das steht in jeder Kultur für den Beginn der Astronomie.
44:29Während die Griechen und Ägypter die Sterne studierten,
44:33wandten sich die alten Andenvölker den dunklen Zwischenräumen zu.
44:39Denn dort wohnten die Sternengötter von Peru.
44:42Und das steht in jeder Kultur für die Milchstraße.
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