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  • vor 14 Minuten
Abenteuer, Antike ,Mythologie

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Transkript
00:04Verbirgt sich das Geheimnis unbegrenzten Reichtums und ewigen Lebens im verschlüsselten Dokument eines britischen Genies?
00:14Löste Isaac Newton das Rätsel um den legendären Stein der Weisen?
00:23Befindet sich in den antiken Tunneln, die unter der heiligen Stadt Jerusalem verlaufen, eine einzigartige Reliquie?
00:33Die biblische Truhe, die angeblich den lebendigen Geist Gottes enthält?
00:39Hier werden wir die Bundeslade finden, kein Zweifel.
00:57Der Stein der Weisen
00:59Die sagenumwobene Quelle unendlichen Reichtums und ewigen Lebens.
01:07Es ist ein Mythos, nach dem sich früher zahlreiche Alchemisten auf die Suche begaben.
01:13Der Stein der Weisen soll kein Gegenstand sein, sondern die Formel für eine verbotene Substanz.
01:19Jahrhundertelang wurde er als Fantasieprodukt abgetan.
01:22Doch nun wurde ein verschlüsseltes Dokument entdeckt.
01:26Verfasser ist einer der bedeutendsten britischen Wissenschaftler, Sir Isaac Newton.
01:32Darin deutet er an, dass er kurz vor der Entdeckung des Steins der Weisen stand.
01:37Mit diesem heiligen Gral der Alchemie hätte er unedle Metalle in Gold umwandeln können.
01:46Dieses Dokument führt jetzt seine Entdecker auf die Spur der begehrten Substanz.
01:51Die Historikerin und Schriftstellerin Anna-Marie Roos folgt den möglichen Anhaltspunkten durch London.
02:00Wer seine Sinne für Symbolik öffnet, wird in der Architektur der Stadt auf jeden Fall fündig.
02:14Anna-Marie Roos Spezialgebiet ist die Geschichte der frühen englischen Chemie und Medizin.
02:25Inmitten des Archivs der Royal Society blieb ein Manuskript fast hundert Jahre lang unentdeckt. Bis jetzt.
02:34Verfasst hat es Isaac Newton.
02:37Seine Gleichungen und Experimente beschrieb er mit rätselhaften Symbolen und Wendungen.
02:47Endlich bekomme ich Newtons Text zu sehen. Wer weiß, was wir finden.
02:59Die Fachwelt erhofft sich von diesem Dokument neue Informationen über Newtons vermeintliche Suche nach dem Stein der Weisen.
03:09Rob Illiff hat zahlreiche Arbeiten von Newton untersucht. Jetzt soll er das neu gefundene Dokument entschlüsseln.
03:21Die Entdeckung des Steins der Weisen war das größte Ziel der Alchemie.
03:28Dieses Handwerk betrieben Alchemisten schon lange vor dem Mittelalter.
03:32Der Legende nach handelt es sich bei dem Stein der Weisen um eine Substanz, die unedle Metalle in Gold umwandeln
03:39kann.
03:44Außerdem soll sie Wunden und Krankheiten heilen können.
03:48Der Stein der Weisen galt als Schlüssel zu Reichtum und Unsterblichkeit.
03:56Das ist Isaac Newtons Manuskript.
03:59Was bedeutet das alles?
04:02Newtons Manuskript ist in einer komplexen Kombination aus Latein, Altgriechisch und dem Englisch des 17. Jahrhunderts abgefasst.
04:10Doch das größte Rätsel stellen die seltsamen Symbole dar, mit denen er seine Ergebnisse verschleierte.
04:18Einige von Newtons Symbolen verstehen wir nicht.
04:23Wir wissen nicht, was sie bedeuten.
04:27Das ist interessant, aber was ist es?
04:32Das ist die Sonne, die wohl für Gold steht.
04:35Dann der Mond, Silber und Quecksilber.
04:39Diese essentiellen Elemente entstanden durch alchemistische Prozesse.
04:45Die mysteriösen Symbole sind jedoch nicht die einzigen Hinweise.
04:49Die Blätter selbst zeugen von dem, was Newton während der Niederschrift des Dokuments tat.
04:58Einige Seiten sind heller als andere.
05:02Diese hier ist sogar ziemlich dunkel.
05:06Wahrscheinlich lag sie bei Newtons Experimenten auf dem Tisch.
05:11Chemikalien oder Rauch könnten also das Papier verfärbt haben?
05:16Kann schon sein.
05:25Mit einem Experiment wollen die Wissenschaftler die alten Mysterien der Alchemie näher beleuchten.
05:35Das ist gelber Phosphor.
05:38Ja, der deutsche Alchemist Hennig Brandt stellte ihn mit menschlichem Urin her.
05:46Im Rundkolben befinden sich also Sauerstoff und etwas Phosphor.
05:56Vereindruckend.
05:58Für den Chemiker Andrea Seller ist Alchemie mehr als nur schwarze Magie.
06:04Er hält sie für den Anfang der modernen Chemie.
06:08Das hätte Newton wahrscheinlich fasziniert.
06:14Damals gab es nur wenige Lichtquellen.
06:16Dieses Aufleuchten hätte bestimmt Aufsehen erregt.
06:23Als Isaac Newton 1668 an der Universität von Cambridge als Gelehrter tätig war,
06:29begann er mit Experimenten der Alchemie.
06:32Sein Arbeitszimmer verwandelte er in ein Labor, in dem er Tag und Nacht arbeitete.
06:37Ein Feuer, das beinahe das komplette Gebäude vernichtet hätte,
06:41war vielleicht das Ergebnis eines misslungenen Experiments.
06:45Alchemisten arbeiteten im Verborgenen und verschlüsselten ihre Arbeiten.
06:49Aus gutem Grund.
06:51Newtons halbes Leben lang war Alchemie verboten und wurde mit dem Tode bestraft.
07:02Zahlreiche Alchemisten wurden an Galgen gehängt, die mit Gold verziert waren.
07:13Alchemie war als Teufelswerk verschrien, weil sie eine weltliche Bedrohung darstellte.
07:19Könige und ganze Nationen gründeten ihren Reichtum auf Gold.
07:23Hätte die Alchemie einen Weg zur Massenproduktion von Gold gefunden,
07:26was wären die Schätze der reichsten und mächtigsten Königreiche noch wert gewesen.
07:37Angeblich gingen aus der Alchemie zu Newtons Zeiten auch gefälschte Münzen hervor.
07:46Als der König Newton zum Leiter der Königlichen Münzprägeanstalt im Tower von London bestellte,
07:53wusste er wahrscheinlich nichts von dessen Leidenschaft für die verbotene Kunst.
08:03Zu seinen Pflichten gehörte der Schutz des königlichen Münzwesens.
08:07Er verfolgte Falschmünzer mit gnadenloser Härte und verurteilte sie zum Tode.
08:20Der Autor und Dokumentarfilmer Thomas Lovenson kennt sich mit Newtons Leben und Werk aus.
08:331696 begann Newton in der Königlichen Münzprägeanstalt mit der Umstellung des Münzsystems.
08:42Damals waren derart viele gefälschte und stark abgenutzte Silbermünzen im Umlauf,
08:47dass neue Münzen mit hohem Feingehalt eingeführt werden sollten.
08:52Ein Münzhändler verdeutlicht Newtons damalige Aufgabe.
09:01Mal schauen, da fehlt richtig viel.
09:05Stimmt.
09:09Kann ich helfen?
09:10Ich erforsche Newtons Einfluss auf das Münzsystem.
09:15Seine Zeit als Master des Münzamts.
09:18Warden und später Master.
09:20Richard Bishop handelt mit alten englischen Münzen.
09:25Wahrscheinlich wissen Sie denn auch von dem schweren Erbe, das Newton antrat.
09:30In den 90er Jahren des 17. Jahrhunderts wurden sehr viele Münzen gefälscht.
09:35Newton schätzte, dass 1696 11% der englischen Silbermünzen falsch waren.
09:40Haben Sie auch historische Fälschungen versteckt?
09:45Versteckt? Ganz sicher.
09:48Sie sind gut verstaut.
09:50Okay, all right.
09:51Thank you.
09:53Here we go.
09:54Bitte.
09:55Der Geheimvorrat.
09:57Alles Fälschungen.
09:58Wir haben sie aber nicht hier gesehen.
10:04Ich hielt sie für echt, bis ich das entdeckte.
10:07Ein silbriges Glänzen und dazwischen schwarzes Metall.
10:11Ist das da drunter Sinn?
10:13Eine gute Fälschung.
10:15Eine ausgezeichnete.
10:17Das hier ist ein klassischer Fehlschlag.
10:19Was passiert, wenn man von Metallurgie nichts versteht?
10:25Wahrscheinlich wurde das Metall nicht hoch genug erhitzt.
10:27Die Silberhaut ist ganz dünn.
10:29Damit kann man jemanden betrügen.
10:33In seinen späteren Lebensjahren galt Newtons Interesse dem Schutz des königlichen Münzsystems,
10:38während er in jüngeren Jahren am Rande der Kriminalität agierte.
10:43Unzählige Male versuchte er, unedle Metalle in Gold umzuwandeln.
10:49Angetrieben wurde der britische Patriot von dem unstillbaren Wissensdrang eines Wissenschaftlers,
10:55der ihn zum Okkulten und der Jagd nach dem Stein der Weisen führte.
11:21Große Teile von Newtons Manuskript sind mit einem Code verschlüsselt.
11:31Doch vielleicht bildet ein faszinierendes Gemälde in der Bibliothek des Genies den Schlüssel zu diesem Rätsel.
11:51Der sogenannte Grüne Löwe frisst eine goldene Sonne, aus der rotes Blut tropft.
12:08Die Sonne soll vermutlich Gold darstellen.
12:12Der Löwe beißt in das Gold, das heißt eine Reaktion findet statt.
12:16Aber ich weiß nicht, ob Korrosion oder Destillation gemeint ist.
12:22Das Blut fasziniert mich.
12:27Wieso blutet Gold? Wieso wird es rot?
12:33Der Weg zum Stein der Weisen war von einem Farbverlauf bestimmt.
12:37Die wichtigste Farbe war rot. Wenn sich die Substanz rot färbte, hatte man es fast geschafft.
12:43Man war nah dran.
12:46Möglicherweise enthält das Bild einen Hinweis auf die letzten Phasen zur Herstellung der Substanz.
12:53Gold reagiert noch mit einem anderen Stoff.
12:56Mit Quecksilber verbindet es sich zu einem Amalgamen.
13:00Das ist die klassische Methode zur Goldgewinnung.
13:04Das Blut könnte eine verschlüsselte Anspielung auf ein magisches Lösungsmittel sein.
13:10Philosophisches Quecksilber.
13:15Philosophisches Quecksilber sollte jede Art von Metall, also auch Gold, auflösen können.
13:20Die Analyse solcher Bilder erweist sich als schwierig.
13:24Wegen des illegalen Status ihrer Arbeit verschlüsselten die Alchemisten den wahren Zweck ihrer Experimente mit Symbolen.
13:36So scheint es auch Newton getan zu haben.
13:38Der Code bewahrte ihn vor potenziellen Anschuldigungen, schwarzer Magie zu betreiben.
13:43Nur so konnte er, nachdem er die Alchemie aufgegeben hatte, Leiter der königlichen Münzprägeranstalt werden.
14:05Newton setzte Spione auf Falschmünze an.
14:09Wer erwischt wurde, konnte keine Gnade erwarten.
14:18Er baute sich ein Netzwerk aus finsteren Gestalten auf.
14:24Er schickte sie, teilweise verkleidet, in Pubs oder Gasthäuser, wo sie sich unter Verdächtige mischten.
14:32Er verfügte also über einen Spionagedienst, der in der Unterwelt unterwegs war?
14:36Genau. Während Newtons Amtszeit hörte immer jemand zu, selbst wenn man es nicht vermutete.
14:44Mindestens einmal ging Newton, der keine besonders ausgeprägte soziale Ader hatte, selbst in ein Pub und quetschte dort einen Informanten
14:52aus.
14:53Der berüchtigte Falschmünzer William Chaloner wurde Newtons Erzfeind.
15:02Chaloner war um 1790 der größte Fälscher in London.
15:05Er behauptete, fast 30.000 Pfund gefälscht zu haben. Heute wären das etwa 4 bis 5 Millionen Pfund.
15:13So ein dicker Fisch interessierte Newton sicher sehr.
15:17William Chaloner war beeindruckend. Er hatte nicht nur den Ruf eines Schwerverbrechers, er war auch einer.
15:271698 schnappten Newtons Spione den Meisterfälscher schließlich.
15:31Noch heute existieren die Aufzeichnungen des Verhörs und das Gnadengesuch Chalaners.
15:41Werte Herr, ich bitte Sie, mein Verbrechen gegen Sie hat mich hierher gebracht. Verschonen Sie mein Leben, oh lieber Gott.
15:49Er bettelt um sein Leben, oder?
15:51Seine Großformel. Ihr bald gemordeter, bescheidener Diener William Chaloner.
15:57Er ist verzweifelt. Wie kommt ein Schwerverbrecher in Newgate dazu, mit Isaac Newton, dem klügsten Mann der Welt, zu korrespondieren?
16:05Mit Isaac Newton, dem klügsten Mann der Welt.
16:09Chalaners Gnadengesuch blieb unerhört.
16:16Heute wie damals strömen Menschenmassen ans westliche Ende der Oxford Street.
16:21Heute zum Einkaufen, damals um Hinrichtungen beizuwohnen.
16:271699 wurde William Chaloner fünf Kilometer durch die Straßen Londons geschleift, hin zum berüchtigten Richtplatz Tyburn Tree.
16:37Eine Einlassung im Boden am Marble Arch bezeichnet die Stelle, an der Tausende ihr Ende fanden.
16:42Unter ihnen auch der Meisterfälscher.
16:51Tyburn Tree war einer der schlimmsten der vielen Richtplätze.
16:55Es gab Hinrichtungen im Akkord.
16:57Der Galgen hatte die Form eines Dreiecks.
17:00An jeder Seite hing bis zu vier Leute, also insgesamt bis zu zwölf.
17:05Newton ließ Chaloner wegen Falschmünzerei hängen.
17:08Oder hatte er noch ein anderes Motiv?
17:13Vor seinem Tod deutete Chaloner an, Newton sei in kriminelle Machenschaften verwickelt.
17:20Hatte der große Wissenschaftler etwas zu verbergen?
17:27Newton bewahrte sehr viele Dokumente auf.
17:30Fünf große Ordner aus seiner Zeit bei der Münzprägeranstalt.
17:34Außerdem besaß er einen Ordner über seine Verhöre mit Münzprägern, Fälschern und anderen Kriminellen.
17:42Dieser Ordner enthielt an die 400 Dokumente.
17:46Dennoch sind damit nur 14, 15 Monate seiner dreijährigen Amtszeit abgedeckt.
17:52Was geschah mit dem Rest?
17:55Newtons Neffe berichtete, dass er Newton einmal half, Papiere aus dem Münzamt zu schaffen und sie zu verbrennen.
18:02Das war sehr ungewöhnlich für ihn.
18:04Was waren das für Dokumente? Das werden wir leider nie erfahren.
18:08Ich weiß, was in ihnen war, aber ich würde wissen, ob ich sie konnte.
18:14Was der Wissenschaftler aus dem öffentlichen Gedächtnis tilgte, bleibt ein Geheimnis.
18:22Doch die Dinge, mit denen er sich beschäftigte, erachtete Newton offenbar für wertvoll oder gefährlich genug, um seine Aufzeichnungen zu
18:30verschlüsseln.
18:37Die Dokumente der Royal Society zeigen, dass Newton die Arbeit eines rivalisierenden Alchemisten erwähnte.
18:48Das Dokument ist auch deshalb so faszinierend, weil es aus verschiedenen Einzelarbeiten besteht.
18:53Manche wurden anscheinend wörtlich abgeschrieben.
18:57Das hier ist interessant. Es geht um einen amerikanischen Philatelisten, einen der ersten Harvard-Studenten.
19:06Ein amerikanischer Alchemist.
19:08Ja, seine englischen Kollegen des späten 17. Jahrhunderts nahmen ihn äußerst ernst, denn er entwickelte mehrere Techniken zur Herstellung des
19:16Steins der Weisen.
19:27Die Experten sind besonders fasziniert von dem lateinischen Wort regulus, das sich in Newtons Aufzeichnungen findet.
19:43Diese Passage in Latein ist die Rezeptur zur Herstellung des Regulus.
19:51Das lateinische Wort greift zurück auf das rätselhafte Bild vom grünen Löwen.
20:00Die Astrologie spielte bei vielen Metallen und Symbolen der Alchemie eine Rolle.
20:06Zum Sternbild des Löwen gehört, soweit ich weiß, ein Stern namens Regulus.
20:13Er ist das Herz des Löwen.
20:17Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, steht der grüne Löwe nicht vielleicht für das Herz des Löwen, für Regulus?
20:28Der legendäre Stein der Weisen soll sich nur herstellen lassen, wenn eine bestimmte Schrittabfolge eingehalten wird.
20:35Als letzter wichtiger Schritt galt die Anfertigung eines mysteriösen Lösemittels, das als philosophisches Quecksilber bekannt war und durch das der
20:44Stein der Weisen entstehen sollte.
20:48In Newtons Manuskript ist das Blut, das aus dem Maul des Löwen tropft, zu philosophischem Quecksilber geworden.
20:56Und der Löwe enthält den Hinweis.
20:59Denn der Legende nach bedarf es zur Herstellung von philosophischem Quecksilber das Herz eines Löwen.
21:05Oder Regulus.
21:07Und in Newtons verschlüsseltem Text steht auch die Rezeptur für den Regulus.
21:19Bedeutet dies vielleicht, dass Isaac Newton sich kurz davor wähnte, den Stein der Weisen herstellen zu können?
21:31Hier sind einige alchemistische Symbole.
21:35Das hier ist Mars.
21:36Es steht für Eisen.
21:38Und dies hier für Antimon, also Erz.
21:43Das ist alles nicht eindeutig.
21:45Ich weiß nur, dass man Antimon mit Eisen einschmelzen kann.
21:48Aber so genau steht das hier nicht.
21:59Weiter drüben sehen wir das reinste Gold.
22:03Das ist sehr interessant.
22:05Denn jeder Bezug auf dieses reinste Gold bedeutet, dass man dem Stein der Weisen wieder näher gekommen ist.
22:16Offenbar glaubte Newton, dass er das Geheimnis des Steins der Weisen gelüftet hatte.
22:21Seine Forschungsergebnisse hat er in seinem Buch der dunklen Künste festgehalten, verschlüsselt durch einen Code.
22:30Der Chemiker Andrea Seller will jetzt Newtons Anleitung folgen und den magischen Regulus herstellen.
22:40Dafür muss er das Halbmetall Antimon extrahieren und mit Eisen einschmelzen.
22:55Nach Newton müssen wir das Gemisch bis zum Schmelzpunkt von Silber erhitzen.
23:00Es sind jetzt schon über 1000 Grad. Wir müssen den Tiegel jetzt entnehmen.
23:06Darin kann man schon jede Menge gelbe Verfärbungen entdecken.
23:12Und ich sehe etwas Silbriges.
23:18300 Jahre nach ihrer Niederschrift wird Newtons Rezeptur getestet.
23:27Exakte Chemie ist das bestimmt nicht.
23:31Ich sehe einen Metallschimmer.
23:35Aber für ein passables Ergebnis war die Reaktion einfach nicht heftig genug.
23:44Sie scheitern an Newtons Regulus, dem angeblich wichtigsten Bestandteil auf dem Weg zum Stein der Weisen.
23:53Newton stand vor dem selben Problem.
23:55Auch er wollte in seinen Experimenten eine bestimmte chemische Reaktion nachstellen.
24:00Sie gehörte zu dem Puzzle, das er lösen wollte.
24:05Doch ein anderes Experiment könnte beweisen, dass Newtons Methode funktioniert.
24:11Aus einer anderen, hocherhitzten, chemischen Mischung ging etwas hervor, das durchaus Newtons Regulus sein könnte.
24:19Er ist an der Oberfläche gerillt.
24:22Die Riefen gehen von einem einzigen Punkt aus.
24:29Anscheinend handelt es sich bei Regulus, dem hellsten Himmelskörper im Sternbild des Löwen,
24:34um einen versteckten Hinweis auf das gemusterte Material, das für die Herstellung des Steins der Weisen nötig ist.
24:42Doch der Stein der Weisen selbst ist nichts weiter als ein Mythos.
24:47Der alchemistische Traum, aus unedlen Metallen Gold zu schaffen, hat sich als unrealistisch erwiesen.
25:00Wie weit Isaac Newton ging, um den legendären Reichtum, der vom Stein der Weisen ausgeht, zu erlangen, bleibt ein Geheimnis.
25:10Doch möglicherweise befindet sich ein letzter Hinweis in der Westminster Abbey, wo er 1727 beigesetzt wurde.
25:22Als er starb, fand man in seinem Körper jede Menge Quecksilber, sehr symbolisch für seine zehnjährige Suche nach dem Stein
25:27der Weisen.
25:33In Jerusalem brodeln seit Jahrtausenden religiöse und politische Konflikte.
25:38Und die Probleme dauern an.
25:40In ihrem Mittelpunkt steht der Tempelberg, den sowohl Juden als auch Moslems als Heiligtum verehren.
25:50Sein Anblick wird beherrscht vom 1300 Jahre alten Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee.
25:58Ursprünglich stand auf dem Hügel jedoch der Salomonische Tempel.
26:01Nach der biblischen Legende beherbergte er die Bundeslade des Allmächtigen.
26:08Der Archäologe Shimon Gibson lebt und arbeitet seit 35 Jahren in der heiligen Stadt.
26:15Er will das weitverzweigte Labyrinth aus altertümlichen Tunneln untersuchen, das unter dem ehemaligen Standort des Salomonischen Tempels verläuft.
26:28Ein Großteil dieses Tunnelsystems ist noch unerforscht.
26:32Es wird vermutet, dass darin die verschollene Bundeslade verborgen ist.
26:47Gibson sammelt alte Karten und schriftliche Zeugnisse von Menschen, die sich in das Innere des Tempelbergs vorgewagt haben.
27:01Es sind etwa 45 unterirdische Kammern und eine Menge Gänge und Tunnel.
27:14Seit den Kreuzzügen finden im Tempelberg Grabungen statt, jedoch keine archäologischen. Alle suchen die Bundeslade.
27:24In der Bibel heißt es, die Lade enthält die zehn Gebote und den Stab, der die zehn Plagen über Ägypten
27:30gebracht hat.
27:36Der Legende nach ereilt jeden, der sie berührt, der sofortige Tod.
27:41Doch ohne einen Beweis für ihre Existenz bleibt die Reliquie eine Legende.
27:47Einige Archäologen jedoch glauben, dass ein solcher Gegenstand die Zeit überdauert haben könnte.
27:54Theorien über Aussehen und Verbleib der Bundeslade gibt es viele.
27:57Sollte sie tatsächlich existieren, so eignet sich laut Gibson der Tempelberg am besten als Ausgangspunkt für die Suche.
28:08Die Bundeslade war eine Holzkiste. Sie war mit Gold überzogen und wurde von zwei Pfosten gestützt.
28:15Die frühen Israeliten glaubten, dass sich darin der Geist Gottes befand.
28:20Sie wurde im Salomo-Tempel aufbewahrt, verschwand dann aber. Keiner weiß wohin.
28:25Sie könnte irgendwo im Inneren des Tempelbergs sein.
28:30Gershon Solomon leitet eine Gruppe radikaler Juden, die Moslems vom Tempelberg verbannen wollen.
28:36Die Stimme Gottes soll ihm verraten haben, dass sich die Bundeslade unter dem heiligen Berg befindet.
28:49In den Aufzeichnungen von König Josia aus dem Hause David steht, dass er die Leviten anwies, die Bundeslade im Tempelberg
28:57zu verstecken.
29:02Der Eingang zu den Tunneln ist frei zugänglich.
29:10Von einem Tunnel sind Archäologen ganz besonders fasziniert.
29:15Dem Warren-Schacht, der zwölf Meter in die Tiefe führt und nach seinem Entdecker benannt wurde.
29:21Bevor Sir Charles Warren im 19. Jahrhundert Polizeipräsident von London wurde,
29:26sollte der Ingenieur im Auftrag des Königs das alte Jerusalem archäologisch kartografieren.
29:34Es heißt, er wäre Hinweisen zur biblischen Geschichte der Stadt gefolgt.
29:43Für ihn war klar, dass dies, der in der Bibel erwähnte Schacht war, über den König David, die Stadt einnehmen
29:48konnte.
29:53Einige Tunnel sind erst seit kurzem zugänglich, andere müssen erst noch freigelegt und erforscht werden.
30:08Nur wenigen Archäologen ist der Zutritt gestattet. Dr. Gibson ist einer von ihnen.
30:21Dieser Tunnel, ein Abzweig vom Warren-Schacht, ist zur Hälfte mit Wasser gefüllt. Eng und schwer begehbar.
30:35Ich brauche Licht. Ich sehe nichts.
30:43Bald verzweigt sich der Tunnel erneut. Hier unten in der Tiefe kann man schnell die Orientierung verlieren.
30:57Dieses unterirdische Labyrinth existiert seit tausenden von Jahren.
31:03Viele der Tunnel hat seit Jahrhunderten niemand mehr betreten.
31:13Größtenteils scheinen sie leer zu sein.
31:16Gibson muss die Suche über der Erde fortsetzen.
31:23Schimon Gibson will mehr über Sir Charles Warren erfahren, der 1867 die ersten umfangreichen Ausgrabungen in den Tunneln um den
31:32Tempelberg leitete.
31:41Warren war kein gewöhnlicher Archäologe.
31:52Nach seiner Zeit in Jerusalem wurde der Militäringenieur damit beauftragt, den berüchtigten Serienmörder Jack the Ripper zu fassen.
32:09Der Historiker Daniel Doran hat Charles Warrens Leben und seine Beziehung zu den Freimaurern untersucht.
32:16Diese könnte das Interesse des britischen Ingenieurs an der verborgenen Unterwelt der heiligen Stadt erklären.
32:28An dieser Stelle wurde 1873 das erste moderne Freimaurer-Treffen abgehalten.
32:40Und Charles Warren war dabei.
32:43Warren war also Freimaurer.
32:47Die Logen der Freimaurer umgibt seit jeher der Hauch des Geheimnisvollen.
32:52Ihre Mitglieder werden misstrauisch beäugt.
32:57Was verband Charles Warren und seine Logenbrüder mit einer Höhle in Jerusalem?
33:04Was haben die Freimaurer mit dieser Höhle zu tun?
33:08König Salomo und sein Tempel bilden den Kern der Freimaurerlehre.
33:14Man vermutet, dass die Steine, mit denen der Salomonische Tempel gebaut wurde, aus dieser Höhle stammen.
33:21Wir sind also am richtigen Ort?
33:25Wenn es um König Salomo und seinen Tempel geht, auf jeden Fall.
33:33Eine Legende um die Freimaurerei besagt, dass eines ihrer ersten Mitglieder den Salomonischen Tempel erbaut hat.
33:40Der Stein dafür soll aus einem der unterirdischen Schächte stammen.
33:46Die Schnitte an der Decke deuten die Größe der Steine an.
33:51Der Schnittlänge nach müssen sie so groß gewesen sein.
33:55Also knapp drei Meter lang.
33:56Das waren riesige Steine.
34:01Seit über 100 Jahren besuchen Freimaurer die Höhle.
34:11Einige der Inschriften sind wirklich spannend.
34:15Hier, da steht Logen Nummer 1372.
34:21Das ist eine schottische Loge.
34:23Sie existiert noch.
34:24Holy City Lodge.
34:26Hier, London 1942.
34:28Ja, das sind viele.
34:30Das sind Freimaurer-Symbole.
34:33Winkel und Zirkel.
34:35Wirklich faszinierend.
34:38Es sind viele.
34:40Und viele davon aus den 40er Jahren.
34:43Sie waren wohl aufgeregt, weil sie es für den Steinbruch des Salomonischen Tempels hielten.
34:47Die Quarys, ja.
34:59Über mögliche Verbindungen zwischen Bundeslade, Tempelrittern und Freimaurern wird noch immer wild spekuliert,
35:06obwohl bis heute keine Spur zu der Reliquie führt.
35:13Vielleicht wurde die Bundeslade tatsächlich hier versteckt.
35:17Denn stellen Sie sich vor, Sie leben in Jerusalem und die Stadt, die über eine solch große Höhle verfügt, wird
35:23belagert.
35:25Wo würden Sie Ihre Wertsachen verstecken?
35:28Sicher nicht bei Ihnen zu Hause, sondern in so einer Höhle.
35:35Unter uns gibt es noch eine weitere Ebene.
35:39Dort gibt es Tunnel, die nach Südosten hinunterführen.
35:45Also von uns aus in diese Richtung.
35:50Direkt zum Tempelberg.
35:51Direkt dorthin.
35:53Hier liegt zwar Geröll fast bis zur Decke, doch wer weiß, wohin die Tunnel führen.
36:07Der Felsendom, der auf dem Tempelberg thront, ist das älteste erhaltene islamische Monument der Welt.
36:17Die israelischen Behörden haben einer islamischen Organisation den Großteil der Kontrolle über Zutritt und Bebauung auf dem Tempelberg überlassen.
36:27Daher dürfen sich Nicht-Moslems nicht an Ausgrabungen auf dem Berg beteiligen.
36:32Der Journalist Dani Rubenstein versucht zu erklären, wieso der Zugang zu diesem heiligen Ort ein derartig sensibles und schwieriges Thema
36:40ist.
36:44Viele westliche Wissenschaftler würden sich gern in den unterirdischen Kammern umsehen, doch die islamische Organisation erlaubt es nicht.
36:51Sie haben Angst.
36:53Seit den Kreuzzügen fürchten sie, dass dieser Ort von Christen oder Juden übernommen wird.
37:02Doch niemand darf ihn betreten, weil er heilig ist und jeder Einfluss von außen eine Bedrohung darstellt.
37:16Die zuständige islamische Organisation hat Shimon Gibson keine Erlaubnis zur Untersuchung des Berges erteilt.
37:23Doch an einem Bergabschnitt wird gerade ein Bauprojekt vorbereitet.
37:30Tausende Tonnen Geröll und Erde aus dem Hügel wurden auf diversen Müllhalden der Stadt verteilt.
37:37Jetzt sammeln und sichten Archäologen einen Teil dieses wertvollen, antiken Materials.
37:54Ein Teil des Materials, das wir untersuchen, stammt aus den Höhlen.
38:00Und es gibt viele Artefakte.
38:08Insgesamt wurden vom Tempelberg etwa 400 Lkw-Ladungen Erdreich hierher gebracht.
38:15Es enthält viele kostbare Gegenstände von archäologischem Interesse.
38:20Das ist ein Teil?
38:22Ja, genau. Leider wissen wir nicht, von welcher Stelle des Berges es genau stammt.
38:30Möglicherweise erweist sich der Schutt als archäologische Fundgrube.
38:35Unter all dem Dreck und Geröll finden sich altertümliche Fragmente.
38:39Zum Teil stammen sie aus der Zeit, als die Bundeslade noch im Salomonischen Tempel vermutet wurde.
38:51Dies sind einige unserer Funde.
38:56Zehntausende.
38:59Das hier sind die frühesten?
39:02Wir haben drei ägyptische Skarabäen, Pfeilspitzen aus der Zeit des ersten Tempels.
39:10Auf dieser Spitze ist der Name einer Familie eingeritzt, die in der Bibel erwähnt wird.
39:16Dies sind Pfeilspitzen von den Kreuzzügen.
39:20Spielsteine aus der Zeit der Mameluken, ein Silberring aus osmanischer Zeit.
39:27Der Tempelberg ist die bedeutendste archäologische Stätte des Landes, vielleicht sogar der Welt.
39:34Und wir entdecken immer wieder Dinge, von denen vorher niemand wusste.
39:41Endlich hat Shimon Gibson von der israelischen Behörde für Altertümer die gewünschte Erlaubnis erhalten.
39:47Er darf den Tunnel, in dem noch Ausgrabungen stattfinden, betreten.
39:55Er vermutet, dass diese Gänge zum Tempelberg führen.
40:11Der Tunnel verzweigt sich in mehrere lange Gänge, die vielleicht einst zum Abwassersystem gehört haben.
40:25Der uralte Tunnel verläuft unter der Altstadt von Jerusalem.
40:30Für die Ausgrabungen wurden hier vorübergehend Lampen installiert.
40:36Tiefer im Tunnel bestehen die Decken aus Steinplatten.
40:41So könnten zu Jesus' Lebzeiten die Straßen ausgesehen haben.
40:45Vielleicht ist auch Jesus einst auf jenen Straßen unterwegs gewesen.
40:51Dieser Tunnel wurde vor 2000 Jahren gebaut und aufgegeben, als die Römer die Stadt im Jahre 70 angriffen und zerstörten.
41:00Doch ursprünglich führte er hinauf zum Tempelberg.
41:07Er ist eine technische Meisterleistung. Beachten Sie die Steine und Platten, die die Tunneldecke bilden.
41:16Man sieht sogar noch den Einstieg von der Straße.
41:33Gipsen wagt sich immer tiefer in das Tunnelsystem vor.
41:40Die jahrtausende alten Gänge sind wie Waben angelegt. In ihnen steht das Wasser.
41:52Bei diesem Anblick kann man sich leicht vorstellen, wie Salomos Tempelwachen vor tausenden von Jahren die kostbare Bundeslade irgendwo in
42:00diesen Höhlen versteckten.
42:14Da vorne ist noch ein weiterer Abzweig. Der ist völlig trocken.
42:28Mit viel Mühe gelingt es Gipsen in den Schacht zu klettern.
42:39Unglaublich.
42:41Es geht weiter.
42:48Hier waren noch keine Archäologen.
42:51Denn hier liegen Geröll und Erde und 2000 Jahre alte Tonscherben.
43:00Der Putz an den Wänden ist genauso alt.
43:06Und überall finden wir Tonscherben, Tierknochen und Holzkohle.
43:18Auch die Erde ist völlig schwarz. Das heißt, Unmengen an Asche wurden in den Tunnel gespült.
43:24Wahrscheinlich nach der Zerstörung der Stadt durch die Römer im Jahre 70.
43:31In den Wänden befinden sich überall kleine Löcher.
43:36Oh, das zeigen wir besser nicht.
43:40Menschliche Überreste.
43:45Offensichtlich haben sich in diesem geschichtsträchtigen Tunnel dramatische Szenen abgespielt.
43:51Doch die andauernden politischen und religiösen Konflikte in Jerusalem verhindern Gibsens weitere Forschungen.
44:02Vielleicht enthalten die rätselhaften Tunnel nicht mehr als Geröll.
44:06Den Spekulationen und Legenden um das faszinierende Rätsel der Bundeslade wird das sicher keinen Abbruch tun.
44:19Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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