- vor 2 Tagen
Im Ferienheim angekommen, kennt Pauls Tatendrang keine Grenzen. So ist Anna froh, als er eines Vormittags allein mit seinem alten Kollegen Fritz zum Angeln fährt, während es sich die beiden Frauen im Liegestuhl bequem machen. Fritz ist seit sechs Jahren Witwer, und wie es scheint, hat er nun ein neues Glück gefunden. Doch ein peinlicher Zwischenfall stellt seine Beziehung zu Hanna auf eine schwere Probe. Im Angelkahn findet Fritz die Brieftasche eines anderen Urlaubers. Statt sich über die ehrliche Rückgabe zu freuen, beschuldigt der Mann Fritz, einen größeren Geldbetrag daraus gestohlen zu haben. Hanna will Fritz helfen und macht damit alles noch schlimmer. (Text: MDR)
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00:05Musik
00:36Guten Morgen.
00:52Heute Abend gehen wir tanzen, ja?
00:54Wenn wir nicht zu müde sind.
00:56Schlafen wir eben nachmittags ein bisschen.
00:58Weiter im Bett. Tschüss.
00:59Tschüss.
01:01Tschüss.
01:02Vorsicht.
01:14Alles in Ordnung.
01:16Tschüss.
01:28Alles in Ordnung.
01:39Ja.
01:40Anneken, aufstehen.
01:40Der Hahn hat geknippt!
01:46Bis jetzt hab ich nur dich gehört, Paul.
01:51Wie spät ist es denn?
01:53Gleich halb sieben.
01:57Gerade mal sechs vorbei, das ist ja rücksichtslos.
02:02Schlafen.
02:05Es ist herrlich heute.
02:07Ich war schon über eine Stunde im Wald und habe Rehe fotografiert.
02:10Du hast ja selbst im Urlaub hummeln.
02:12Und die Jungs freuen sich doch drauf.
02:16Hast du gut geschlafen?
02:19Nein.
02:20Warum denn nicht?
02:23Geträumt zu Hause geht alles durcheinander.
02:26Das sieht dir ähnlich.
02:29Da verreisen wir endlich mal in unserem Leben und du träumst von zu Hause.
02:34Lass mal, Anne-Kind. Jetzt gehen wir schön wandern.
02:39Nein.
02:41Mir tun noch die Füße von gestern weh.
02:45Du mal allein.
02:47Fritz und Hanna wollen doch auch mitgehen.
02:50Na, hast du ja jeden.
02:52Oh, ohne dich ist das doch nichts.
02:55Ach, ach, ach.
02:58Ja.
02:58Was du nicht sagst.
03:07Übrigens, zwischen Fritz und Hanna spinnt sich was zusammen.
03:12Uh, ich pinst dir was zusammen.
03:16Und die passen prima zueinander.
03:18Paul, wenn der Kuckuck schreit, ist mich allemal gleich Sommer.
03:25Wie ich den Fritz kenne.
03:27Na, den kenne ich doch wohl besser.
03:29Du wirst sehen, wir feiern hier noch Verlobung.
03:31Du hörst selbst das Gras wachsen.
03:36Morgen.
03:38Morgen.
03:41Was sind die Schöne?
03:43Danke.
03:45Die sind aber nicht von mir.
03:47Die sind dann.
03:51Morgen.
03:52Morgen.
03:53Morgen.
03:54Morgen.
03:55Morgen.
03:56Morgen.
03:57Morgen.
03:59Na, schon ausgeschlafen?
04:00Hör mal, Paul.
04:01Wir Bäcker sind doch Frühaufsteher.
04:03Mein Mann, der denkt immer, er verpasst was.
04:06Kann doch sein.
04:08Als Rentner muss man die Zeit nützen.
04:10Oh.
04:11Sind die perfekte?
04:13Man hat uns beide bedacht.
04:15Fragt sich nur, wer.
04:17Soll nur ein kleiner Trost sein für die anstrengende Wanderung gestern.
04:21Und eine Aufmunterung für die heutige.
04:23Nee.
04:24Ich mach heute einen Ruhetag und sonne mich.
04:27Richtig, richtig, das mach ich auch.
04:29Gleich nach dem Frühstück zieh ich mich um.
04:32Ja, da guckst du, Paul, was?
04:34Na ja, bleiben wir eben alle zusammen auf der Terrasse.
04:37Richtig.
04:38Machen wir einen Ruhetag.
04:41Nee, nee.
04:42Ihr beide habt's euch vorgenommen.
04:44Geht mal auf.
04:46Weißt du was, Paul?
04:48Geh mal angeln.
04:49Na, das ist doch ne gute Idee.
04:51Was sollen wir denn im Urlaub mit fischen?
04:53Na, erstens beruhigt das Angeln die Nerven.
04:56Und zweitens lassen wir die uns abends braten.
04:58Ja.
04:58Na, dann Petri heil.
05:00Petri, danke.
05:08Er stammt aber nicht von mir.
05:10Das glaub ich, Paul.
05:13Als ob die jetzt welcher bekommen würde.
05:15Ein Bläschen werden Sie mir doch nicht abschlagen, Frau Schmidt, weißt du?
05:18Fritz, ich staune.
05:20So kenn ich dich ja gar nicht.
05:22Tja, danke, Kollegin.
05:24Sitzen.
05:25Morgen.
05:26Guten Morgen.
05:27Morgen.
05:28Guten Morgen.
05:30Guten Morgen.
05:31Na, du, Geburtstag?
05:32Nee, Urlaub.
05:34Soll nicht so ein Kreislauf sein.
05:36Ja, eine richtige Ruderpartie tut es auch.
05:39Ich komme gerade vom See her, habe meine Frau zum Bahnhof rübergerudert.
05:42Halleluja, Achtung.
05:43Ihre Frau ist wohl verreist.
05:45Sie ist zur Stadt, kommt heute Abend zurück.
05:47Und jetzt werde ich mich ohne Angst vor den Kalorien ans Frühstück machen.
05:52Fräulein.
05:53Gehen Sie doch mit allein, Herr Enderle.
05:54Heute steht eine Radtour auf dem Programm.
05:56Dazu kriege ich meine Frau ohnehin nicht.
05:58Nun aber, Prost.
06:01Worauf denn?
06:02Du musst doch einen Anlass haben.
06:07Ja, also...
06:10Auf, auf unseren Urlaub.
06:12Weiter nichts.
06:13Das hörst du doch nun, Paul.
06:16Auf ihr wohl, Herr Göhler.
06:18Und dass ihr viele Fische fangt.
06:20Und heute Nachmittag gehen wir alle in die Försterei Kaffee trinken.
06:24Abgemacht, Herr Schmidt.
06:44Na nun, beeil dich doch, Paul.
06:47Fritz, vielleicht gibt es hier Regenwürmer.
06:49Ach, wir angeln in Zeit.
06:55Du, sieh mal, was ich gefunden habe.
06:58Was denn?
07:03Eine Brieftasche.
07:05Äh, ja.
07:06Wem gehört sie denn?
07:08Warte mal.
07:09Mensch, du, die gehört dem Enderle.
07:12Oh, der kann sich ja gratulieren, dass wir angeln sind.
07:15Dann bringen wir sie eben gleich zurück, ja?
07:16Warum denn?
07:17Der ist doch Radfahren, hat Zeit bis Mittags.
07:20Oder zieht's dich so zu deiner Hanna?
07:22Ach.
07:24Ach.
07:24Ach.
07:28Das klingt vielleicht albern.
07:32Aber ich meine...
07:36Ist das sich verlieben können?
07:39An ein Alter gebunden?
07:42Ich glaub nicht.
07:44Wenigstens, dass man vorsichtiger wird.
07:46Sicherlich.
07:49Andererseits.
07:52Sehr genaues Prüfen erfordert sehr viel Zeit.
07:54Das kenn ich aus der Buchhaltung.
07:57Ich bin bald 50.
07:59Jetzt ist es vielleicht schon zu spät.
08:03Irgendwie erinnert mich die Hanna sehr an meine Frau.
08:05So ihr Häusers.
08:07Sogar ihr Gang.
08:10Ach, aber vielleicht ist das alles sowieso lächerlich.
08:13Wieso denn?
08:14Naja, der Jüngste bin ich nicht mehr und der Schönste auch nicht.
08:18Ihr passt doch gut zusammen.
08:20Meinst du?
08:22Du, es beißt.
08:31Aber dann ist sie auch wieder ganz anders als meine Frau.
08:35Das muss ja so sein.
08:38Trotzdem.
08:40Wann weiß man wirklich, wie der andere ist?
08:47Sie kennen Herrn Böhler gut?
08:50Ja, das ist ein alter Kollege von meinem Mann.
08:53Wie man sich da so kennt.
08:58Ich mag ihn.
09:01Ich würde ihn heiraten.
09:04Das müssen Sie entscheiden.
09:06Und er.
09:08Ich kann ihm ja schließlich keinen Heiratsantrag machen.
09:11Warum nicht?
09:12Das ist doch heutzutage modern.
09:15Ich möchte keine Enttäuschung erleben.
09:20Ich muss sie ja nicht gleich heiraten.
09:23Allerdings.
09:24Wenn sie dir was bedeutet, dann musst du es ihr auch zeigen.
09:30Verloben zum Beispiel.
09:33Verloben?
09:36Oder soll das nur ein Abenteuer sein?
09:38Nein, nein.
09:40Wenn man sechs Jahre Witwer ist, hat man das Alleinsein über.
09:46Bei meinem Jungen, da bin ich auch nicht mehr gern gesehen, seitdem der verheiratet ist.
09:50Seine Schwiegermutter wohnt bei Ihnen und wir sind uns nicht grün.
09:55Dann heirate wieder.
09:59Das Zimmer habe ich bereits durchsucht.
10:01Genau.
10:03Ich mache alles genau.
10:05Außer einem Knopf meines Vorgängers habe ich nichts gefunden.
10:09Aber heute früh hatte ich die Brieftasche noch.
10:14Die Katze wird sich freuen.
10:17Hast du die gefangen?
10:18Nein, ich habe sie nur gefüttert.
10:20Jetzt habe ich selber Hunger.
10:22Der Enderle.
10:23Wir haben seine Brieftasche gefunden.
10:25Der Enderle.
10:27Aber nicht naschen.
10:33Sie war fast unter das Bodenbrett gerutscht.
10:35Mein Rat war nicht verkehrt.
10:36Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll, Kollege.
10:41Tja, aber ich hatte gestern 200 Mark von der Post geholt.
10:47Was ich beweisen kann.
10:49Die lagen heute Morgen noch drin.
10:51Das kann ich beschweren.
10:52Und jetzt?
10:53Sind es nur noch 50.
10:55Ich habe die Brieftasche so eingesteckt, wie ich sie gefunden habe.
10:58Ihr, Kollege Schmidt, der war dabei.
11:00Ja, das stimmt.
11:01Aber 150 mag fehlen.
11:04Das ist ja ein Ding.
11:06Ja, wollen Sie denn etwa behaupten?
11:07Ich behaupte nicht, ich stelle nur fest.
11:09Aber hören Sie mal, ich klaue doch nicht.
11:11Bei uns ist noch nie was weggekommen.
11:13Am besten wir klären das in meinem Zimmer.
11:18Ja, allerdings, als er sie aufhob, habe ich nicht hingesehen.
11:22Aha.
11:22Was heißt denn hier Aha?
11:23Ja, bitte, Kollegin.
11:25Ich habe Paul, ich meine, Kollegen Schmidt, sofort gerufen.
11:28Ja, das hat er.
11:30Zu der Zeit hatte ich ja noch nicht mal nachgesehen, wem die Brieftasche gehört.
11:34Das habe ich erst gemacht, nachdem Paul dabei war.
11:36Stimmt's?
11:37Ja, das stimmt.
11:38Genau.
11:39Trotzdem.
11:40Was heißt trotzdem?
11:43Sie verbirgen sich da.
11:46Man hat doch Menschenkenntnis.
11:48Menschenkenntnis.
11:49Meine Herren, ich arbeite in der Materialbeschaffung.
11:52Sagt Ihnen das was?
11:54Menschenkenntnis.
11:55Was gehen mich Ihre schlechten Erfahrungen an?
11:57Ich habe jahrelang mit ihm im gleichen Betrieb gearbeitet.
12:00Und darum bürge ich für ihn.
12:03Können Sie das?
12:04Können Sie das wirklich?
12:06So, jetzt habe ich aber genug.
12:07Zeigen Sie mich an, da steht's Telefon.
12:09Rufen Sie die Polizei, ich will das geklärt haben.
12:11Nicht doch bitte.
12:12Hier.
12:13Da, untersuchen Sie meine Sachen.
12:15Lassen Sie den Unfug.
12:16Da drin steckt das Geld bestimmt nichts.
12:17Wenn Sie den Kollegen Göhler verdästigen, ist es vielleicht doch das Beste.
12:22Verdächtigen, wo ich nichts beweisen kann.
12:25Nein, die 150 Mark sind meine Strafe fürs Verlieren.
12:29Außerdem bin ich um eine Enttäuschung reicher.
12:33Wenn das nichts ist.
12:36Malzeit, mein Herr.
12:40Aber das heißt ja trotzdem, dass wir das Geld haben.
12:44Oder?
12:56Die werden auch denken, wer morgens Sekt trinkt, braucht mittags Geld.
12:59Ach, Gerede.
13:00Ach, Gerede ist schlimmer als eine Gerichtsverhandlung.
13:03Dort muss die Schuld bewiesen werden.
13:05Vor dem Gerede die Unschuld.
13:07Das wären die beiden Männer schon.
13:09Mein Paul ist doch genauso verdächtig wie Herr Göhler.
13:12Warten wir's ab.
13:13Was sollen wir abwarten?
13:14Dass einer dem anderen beweist, dass er lügt?
13:17Das kann keiner.
13:19Also bleibt sein Fritz hängen.
13:24Vielleicht brauchte er wirklich Geld.
13:30Ja, glauben Sie denn, dass er's genommen hat?
13:33Sind Sie so sicher?
13:35Bei meinem Mann ganz sicher.
13:39Die Verführung ist groß.
13:42Haben Sie immer alles abgegeben, was Sie gefunden haben?
13:45Nie Geld gehalten, dass man Ihnen so viel rausgegeben hat?
13:50Nein, niemals.
13:52Das war wundernswert.
13:55Vielleicht hat der Wind das Geld weggeweht.
13:57Es war Wind, still.
14:00Oder es hat schon ein anderer die Brieftasche vorher ausgeraubt.
14:06Jedenfalls kommt er so nicht raus aus der Geschichte.
14:09Tja.
14:10Wie dann?
14:13Ich weiß auch nicht.
14:14Aber mir wird schon was einfallen.
14:36Also jetzt wollen wir uns zumindest nicht die Urlaubslaune verderben lassen.
14:40Ja, das finde ich auch.
14:42Was schleppt der auf auch sein Geld mit sich rum?
14:44Paul!
14:45Na ja, ist doch wahr.
14:46Wie die mich alle angucken seit vorhin.
14:50Keiner guckt.
14:52Wer bekommt das Hähnchen?
14:53Ja, ich bekomme das.
14:55Bitte schön.
14:58Anderen Gulasch.
15:01Ja?
15:02Guten Appetit.
15:04Danke schön.
15:06Mir hat es einen Appetit verdorben.
15:08Ach was.
15:09Wir halten mich doch hier alle für einen Dieb.
15:13Also ich nicht.
15:15Nein, Herr Göhler.
15:16Ich weiß, dass Sie das Geld nicht genommen haben.
15:19Danke.
15:21Aber damit ist auch nichts gebessert.
15:25Das finde ich auch.
15:29Entschuldigt mich.
15:30Was ist denn?
15:31Mir ist nicht gut.
15:34Hanna.
15:35Herr Göhler.
15:39Sie glaubt mir auch nicht.
15:59Was macht man da draus?
16:02Vielleicht hat es der Enderle selbst.
16:05Das beweise ich mal.
16:07Genauso wenig kann er euch was beweisen.
16:09Ja.
16:10Du hast recht.
16:12Nur die Ruhe bewahren.
16:14Ja.
16:15Zur Försterei.
16:16Wie abgemacht.
16:19Meinst du, Fritz geht mit?
16:21Ja, dann kümmere dich doch mal um deinen Freund.
16:31Herr Rhein.
16:34Was machst du denn da?
16:36Fahrer.
16:38Das kommt gar nicht in Frage.
16:40Was meinst du denn?
16:41Ich laufe hier weiter Spießruten.
16:42Wenn du fährst, dann ist das wie ein Schuldbekenntnis.
16:45Du hast doch sowieso in aller Augen.
16:46Wenn du fährst, dann verfolgt es dich bis in den Betrieb.
16:50Ich werde es verschmerzen können.
16:51Nein, das kannst du nicht.
16:54Hör mal.
16:55Wir beide haben nichts zu verbergen.
16:57Nicht aber uns selbst.
16:58Du hast es doch gar nicht gesehen, als ich die Brieftasche fand.
17:03Wir gehen jetzt in die Försterei.
17:06Wie abgemacht.
17:07Aber ohne mich.
17:08Ich fahre.
17:09Fritz, dabei bleibt's.
17:14Ich denke, wir gehen zur Försterei.
17:35Du zieh doch nicht so ein Gesicht, Fritz.
17:38Die Sache ist doch ausgestanden.
17:41Ausgestanden?
17:42Ja.
17:43Pass auf, Enderle.
17:44Sieht sein Unrecht ein.
17:46Und er entschuldigt sich bei dir.
17:48Der doch nicht.
17:49Du wirst es erleben.
17:52Und du lach mal.
17:54Nimmst du alles so leicht?
17:57Schade um jeden Tag, den man sie verderben lässt.
17:59So darfst du das nicht sehen.
18:02Genau so.
18:04Schade um jeden Tag.
18:07Mich beschäftigt das noch wochenlang.
18:12Na, Annika.
18:15Wenn das nicht doch noch mit einer Verlobung endet.
18:19Gerade deswegen.
18:21Das verbindet.
18:24Freu dich, wenn du recht hast.
18:35Ich sagte doch, ich sehe das Geld als Finderlohn an.
18:38Was soll das?
18:39Ich liebe keine faulen Tricks.
18:41Mir die 150 heimlich ins Nachttisch wach zu schmuggeln.
18:44Und wer soll das getan haben?
18:45Weiß ich doch nicht.
18:47Und warum legen Sie es dann auf unseren Tisch?
18:50Irgendwo.
18:50Muss ich es ja hinlegen.
18:52Da liegt es.
18:55Oh je.
18:57Wer hat mir das angetan?
19:02Moment mal.
19:03Herr Endelle.
19:04Warum legen Sie denn das Geld nicht auf Ihren eigenen Tisch?
19:08Na, vielleicht war es gar nicht in Ihrer Brieftasche,
19:10sondern von Anfang an in Ihrem Nachttischkasten.
19:12Nein, so kommen Sie mir nicht.
19:14Ich bin ein gewissenhafter Mann.
19:16Ich würde schon aus Vorsicht kein Geld im Nachttisch liegen lassen.
19:19Außerdem war mein Geld neuer.
19:21Na, genauso wie Sie andere ehrliche Menschen verdächtigen,
19:24verdächtige ich jetzt Sie, sich geirrt zu haben.
19:26Nur nicht den Mut haben, es zuzugestehen.
19:28Das verbitte ich mir.
19:29Bitte, bitte, Kollegin.
19:30Sie wären nicht der Erste, der immer nur Recht behalten will
19:32und dabei nur rechthaberisch ist.
19:34Also, wenn die 150 Mark jetzt plötzlich wieder da sind?
19:36Es sind aber nicht meine.
19:39Dann werde ich die Scheine an mich nehmen,
19:42bis sich der Besitzer meldet.
19:44Guten Abend.
19:45Guten Abend.
19:47Entschuldige, dass es zu spät geworden ist,
19:48aber ich war noch im Café und beim Friseur.
19:50Und dann habe ich mir noch den Mantel gekauft.
19:52Bin ich hübsch?
19:56Lady, wovon hast du ihn bezahlt?
19:59Na, von dem Geld,
19:59was ich mir heute Morgen aus deiner Brieftasche genommen habe.
20:02Aber das habe ich dir doch gesagt.
20:09Entschuldigung.
20:10Ich bitte um Entschuldigung.
20:14Komm, bitte, Betty.
20:19Das war Rettung in Höchsternort.
20:21Und darum spendiere ich jetzt dir am Tisch ein Fleisch-Effekt.
20:24Bravo.
20:25Von den 150 Mark, die jetzt herrenlos sind?
20:28Nein, lieber nicht.
20:29Der Besitzer meldet sich schon noch.
20:31Ja, wenn er sich meldet.
20:32Komm, setz dich zu uns.
20:34Also keine Widerrede.
20:35Du bist auch ein Leidtragender des heutigen Tages.
20:37Einen Moment.
20:45Auf das der Rest des Urlaubs besonders schön wird.
20:53Also du hast ihm das Geld hineingelegt.
20:57Ich hatte es schon befürchtet.
21:01Ich wollte dir helfen.
21:03Ach, helfen.
21:04Du hast gedacht, ich hätte es genommen.
21:07Ich wollte die Sache aus der Welt schaffen.
21:10Und deinen Verdacht da drin.
21:12Den hättest du damit auch aus der Welt geschafft.
21:16Ich wäre damit fertig geworden.
21:21Ich verstehe.
21:23Nichts verstehst du.
21:25Ich wollte dir helfen.
21:27Meine Frau hätte mich erst gar nicht verdächtigt.
21:29Deine Frau ist sechs Jahre tot.
21:32Langsam musst du dich daran gewöhnen, dass andere anders sind.
21:38Und wenn ich mich nur nicht daran gewöhnen kann?
21:42Dann gefällt dir an mir nur, was dich an sie erinnert.
21:50Fritz, das ist mir zu wenig.
21:52Aber ich kann da auch nichts dafür, Hanna, dass ich sie dauernd noch vor Augen habe.
21:56Aber ich bin ich.
21:57Und du musst mich so nehmen, wie ich bin.
22:00Ich kann nicht nach einem Maßstab leben,
22:04den du dir aus verklärter Erinnerung zurechtmachst.
22:07Was heißt denn aus verklärter Erinnerung?
22:08Du betrügst dich selbst.
22:12Du würdest auch mich betrügen.
22:17Mit einer Toten?
22:19Ja.
22:20Gerade das.
22:23Dagegen käme ich nie an.
22:29Schade, Fritz.
22:32Lassen wir es lieber.
22:34Bisse so für uns beide.
22:37Mach's gut.
22:42Hanna.
22:48Ich möchte bloß wissen,
22:50wer die 150 Mark in Schubfach gelegt hat.
22:55Na, wer schon?
22:57Die Hanna.
22:59Äh.
23:03Das wäre aber ein großer Liebesbeweis.
23:08Da ist der Fritz ja zu beneiden.
23:12Na, dann beneide ihn.