- vor 2 Tagen
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LernenTranskript
00:00:00Ich hatte so das Gefühl, ich bin freiwillig auf der Straße.
00:00:02Ich kann nicht mehr nachts alleine mit dem Bus nach Hause fahren,
00:00:05ohne dass ich Angst habe vor jemandem, der hinter mir läuft.
00:00:08Seitdem habe ich auch immer nur noch einen Kopfhörer drin,
00:00:11weil ich immer Angst habe, dass ich vielleicht irgendwas nicht mitbekomme,
00:00:13was um mich herum passiert.
00:00:14Wenn ich mit Hund zum Beispiel unterwegs war,
00:00:16dann war alles total easy und ich konnte so meines Weges gehen.
00:00:20Aber sobald ich dann mal ohne Hund rausgegangen bin,
00:00:23wirklich so gut wie jeden Tag ist irgendwas passiert.
00:00:25Fühlst du dich eigentlich unsicherer in einer Umgebung von Linken oder von Ausländern?
00:00:35Lena, wann hast du angefangen, dich in Deutschland unsicher zu fühlen?
00:00:41Ich würde mal sagen, vielleicht so vor vier Jahren ungefähr erst.
00:00:48Davor habe ich das gar nicht so krass in meinem Alltag wahrgenommen.
00:00:53Und ja, vor vier Jahren, also nach Corona irgendwie,
00:00:57habe ich dann so einen Shift gemerkt.
00:00:59Vielleicht auch, weil in Corona man so viel zu Hause war
00:01:01und gar nicht so viel unterwegs war.
00:01:03Und dann auf einmal man wieder heraus in die Öffentlichkeit gegangen ist.
00:01:07Und was ist da passiert vor vier Jahren?
00:01:09Also jetzt nichts Bestimmtes, kein Ereignis oder sowas.
00:01:12Aber einfach, dass man so gemerkt hat,
00:01:14okay, ich kann nicht mehr nachts alleine mit dem Bus nach Hause fahren,
00:01:18ohne dass ich Angst habe vor jemandem, der hinter mir läuft zum Beispiel.
00:01:24Oder am Bahnhof stehen, ohne dass ich mich dauernd umgucke.
00:01:28Und seitdem habe ich auch immer nur noch einen Kopfhörer drin.
00:01:31Also ich laufe nie mit zwei Kopfhörern rum,
00:01:33weil ich immer Angst habe, dass ich vielleicht irgendwas nicht mitbekomme,
00:01:36was um mich herum passiert einfach.
00:01:40Also nachts, abends oder grundsätzlich?
00:01:43Grundsätzlich.
00:01:44Also auch tagsüber habe ich immer nur einen Kopfhörer drin.
00:01:47Nicht nur, weil ich denke, dass jetzt vielleicht irgendwas passieren könnte oder so,
00:01:50sondern auch Fahrradfahrer, Autos, Menschen, die nicht aufpassen,
00:01:54Hunde oder was auch immer.
00:01:56Einfach, dass ich meine Umgebung trotzdem noch mitbekomme.
00:02:00Also ich bin da kein Fan von, sich irgendwie große Kopfhörer aufzusetzen
00:02:04und dann seine Musik zu hören und so durch die Welt zu laufen.
00:02:08Du sagtest jetzt so vor vier Jahren.
00:02:10Das ist ja so sehr spezifisch, das so wahrzunehmen.
00:02:14Davor, du hast recht, das war dann vor vier Jahren, das war 2022.
00:02:17Ich versuchte einmal chronologisch mitzugehen.
00:02:20Davor waren zwei Jahre mehr oder minder Lockdown.
00:02:22Das kommt darauf an, also auch in welchem Alter man war
00:02:24und was man da gerade zu diesem Zeitpunkt gemacht hat.
00:02:27Da hast du vielleicht studiert?
00:02:28Genau, war ich noch im Studium.
00:02:30Und wie war das da in dieser Zeit für dich?
00:02:33Mit Corona?
00:02:34Ja.
00:02:35Eigentlich ganz entspannt.
00:02:36Also ich war da schon im achten Semester.
00:02:40Das heißt, ich hatte schon das Wichtigste vorüber.
00:02:43Man kannte schon seine Leute.
00:02:44Ich habe auch in der WG gewohnt.
00:02:46Das heißt, Corona war jetzt für mich nicht so das Riesending,
00:02:50sage ich jetzt mal gesellschaftlich,
00:02:51weil man hatte ja eben die Leute bei sich in der WG.
00:02:55Aber genau, war natürlich trotzdem total blöd.
00:02:58Also in dem Moment, als Corona war,
00:03:00habe ich mich dann auch erst überhaupt interessiert,
00:03:02was so im Land eigentlich politisch abging.
00:03:04Also das war so der Wendepunkt.
00:03:06Davor war ich eher unpolitisch,
00:03:08hat mich gar nicht interessiert.
00:03:10Und man hat halt so mal von Freunden irgendwie was aufgeschnappt
00:03:12und dann quasi deren Standpunkte einfach übernommen,
00:03:16weil man sich auch nicht damit auseinandergesetzt hatte.
00:03:19Und dann so durch Corona hindurch,
00:03:20nach Corona war dann echt so der Wendepunkt bei mir,
00:03:23wo ich dachte, okay, vielleicht muss ich doch mal
00:03:25mir ein paar Bundestagsreden anschauen oder die Nachrichten
00:03:28und mich da einfach ein bisschen mehr informieren dann zu dem Zeitpunkt.
00:03:32Das heißt, Corona hat dich politisiert?
00:03:35Genau.
00:03:35Das ist ja interessant.
00:03:37Ich hätte jetzt geraten,
00:03:39dass dich quasi die Migration politisiert hat.
00:03:42Nee, würde ich gar nicht so sagen.
00:03:44Also über Migration hat man schon davor immer wieder gesprochen,
00:03:46in der Familie, mit Freunden und so weiter.
00:03:48Und ich war nie ein Fan davon.
00:03:52Aber es war jetzt nicht so, dass ich gedacht habe,
00:03:55okay, da muss ich jetzt den ganzen Tag drüber reden
00:03:57oder mich darüber auslassen oder dergleichen.
00:04:00Sondern es war halt einfach ein Thema,
00:04:01über das hat man sich zwischendurch mal unterhalten.
00:04:03Und dann war es das auch.
00:04:05Aber durch Corona, durch diese ganzen Lockdowns und Impfen,
00:04:09ich musste mich damals zum Beispiel auch impfen lassen,
00:04:11weil ich in der Pflege gearbeitet hatte.
00:04:13Sonst hätte ich da nicht mehr meinen Job machen können.
00:04:16Und also nur so als Werkstudent habe ich da gearbeitet.
00:04:20Aber trotzdem war halt eben diese Pflicht
00:04:22und auch dieser Druck von den Eltern und so.
00:04:24Irgendwie hat mir das alles gar nicht gepasst.
00:04:26Und dann habe ich angefangen,
00:04:27mir mal die Sachen von Corona im Bundestag anzuschauen,
00:04:30was die da reden.
00:04:31Und dann dachte ich so,
00:04:32naja, eigentlich müsste ich mir vielleicht auch mal andere Sachen anschauen,
00:04:35die hier in Deutschland passieren.
00:04:36Weil so ganz richtig scheint ja hier nicht alles zu laufen.
00:04:40Also es ist ja spannend,
00:04:41wen selber so ein bisschen über so Traschen.
00:04:44Okay, durch Corona politisiert,
00:04:48vorher die Meinungen eher vom Umfeld aufgenommen.
00:04:51Das heißt, du hast dann,
00:04:53ich gehe mal davon aus,
00:04:54ich darf die Annahme treffen,
00:04:55ich kann ja fragen,
00:04:56ich gehe davon aus,
00:04:57dass du in deiner Schulzeit deshalb auch jetzt nicht besonders aufgefallen bist
00:05:01mit irgendwie einer anderen politischen Meinung.
00:05:04Überhaupt nicht.
00:05:05Also ich würde sagen,
00:05:06bei uns in der Schule gab es gar keine politischen Meinungen.
00:05:10Es war nie ein Thema.
00:05:12Und wenn es dann mal im Unterricht Thema war,
00:05:14gab es wirklich nur zwei Leute,
00:05:15die sich überhaupt dafür interessiert haben
00:05:16und wussten, was passiert in Deutschland,
00:05:18so mit 16, 17, 18.
00:05:20Und der Rest war so,
00:05:22oh Gott, wen interessiert das?
00:05:24Also es war wirklich bei uns kein Thema.
00:05:26Und ich hatte immer das Gefühl,
00:05:27wir sind eigentlich alle,
00:05:28wenn es um irgendwas mal ging,
00:05:29der gleichen Meinung.
00:05:31Also es war wirklich,
00:05:32ja, wir waren so eins.
00:05:34In der Schule.
00:05:35Und was war da das eins?
00:05:37Na, man hatte immer die gleiche Meinung.
00:05:40Also man hat gesagt,
00:05:41naja, Migration, okay,
00:05:43aber man soll es nicht übertreiben,
00:05:45aber noch alles fein so.
00:05:47Dann war LGBTQ zum Beispiel ein großes Thema.
00:05:49Das ist da gerade so ein bisschen größer geworden,
00:05:51wo ich so 16 war.
00:05:53Und da waren natürlich alle so,
00:05:54ja, natürlich gleiche Rechte für alle
00:05:57und man Regenbogenfahne und bla, bla, bla,
00:06:00aber jetzt auch nicht so in einem Ausmaß,
00:06:01den es heute gab.
00:06:02Also damals war das ja wirklich echt nur so,
00:06:05ja, Schwule, Lesben, Bi,
00:06:08dass die sollen halt einfach genauso behandelt werden wie wir
00:06:11und jeder soll lieben, wenn er will.
00:06:12Und da waren wir uns auch alle einig damals.
00:06:14Also es gab keine Abweichler von irgendwelchen Themen oder so.
00:06:18Einer hat was gesagt
00:06:19und alle haben gesagt, ja.
00:06:20Wo bist du groß geworden?
00:06:22In der Nähe von Heidelberg.
00:06:24In der Nähe von Baden-Württemberg.
00:06:26Aha, okay, das ist ja spannend.
00:06:28Und ich meine, du kannst dich auch noch so gut erinnern,
00:06:30weil so lange ist es ja noch nicht her.
00:06:31Sie sagen so zehn Jahre.
00:06:32Ja, genau.
00:06:32So ungefähr.
00:06:33Genau, da hat man noch einen guten Horizont,
00:06:35wie das damals so war.
00:06:37Und man muss auch wirklich,
00:06:38weil alles sich so schnell gerade verändert,
00:06:41man muss wirklich manchmal so sich zurückdenken.
00:06:43Okay, vor zehn Jahren, 2016.
00:06:45Ah, was war da eigentlich?
00:06:47Die Welt war ja tatsächlich irgendwie eine andere.
00:06:49Ja, also ich würde sagen, da war alles total entspannt.
00:06:52Vor allem für mich halt jetzt,
00:06:54weil ich halt diesen Switch hatte von
00:06:56Politik interessiert mich gar nicht.
00:06:58Und das war so ein Randthema zu Politik
00:07:00oder gesellschaftspolitische Themen
00:07:02sind jetzt so mein Beruf.
00:07:04Also ich muss mich halt jeden Tag damit befassen.
00:07:06Und damals war das gar nicht so.
00:07:08Deswegen habe ich das vielleicht auch gar nicht so wahrgenommen,
00:07:10dass da damals schon irgendwie großartig Probleme waren
00:07:13oder sich die Leute deswegen die Köpfe zusammengeschlagen haben,
00:07:16weil in meinem Umfeld gab es das einfach nicht.
00:07:19Das war kein Thema.
00:07:21Also ich kann dir sagen,
00:07:22weil ich da ja schon im Journalismus gearbeitet habe,
00:07:24da gab es schon einiges zu besprechen.
00:07:26Da gab es schon einiges.
00:07:27Da war schon einiges los.
00:07:28Vor allem mit der Migrationskrise 2015.
00:07:31Das hat ja extrem viele Leute politisiert.
00:07:34Und auch viele Menschen haben dann so Erfahrungen gemacht,
00:07:37wo sie auch gesagt haben,
00:07:37irgendwas stimmt hier nicht.
00:07:38Das ist nicht in Ordnung, was hier so abläuft.
00:07:40Und mittlerweile ist es sagbarer als damals.
00:07:43Die Leute vergessen das ganz oft.
00:07:45Aus was für einer Zeit wir eigentlich gekommen sind mit Pegida und so weiter.
00:07:49Erinnerst du dich daran?
00:07:50Ja, aber so ganz dunkel.
00:07:52Also das Pegida ist echt nur so ein Randthema.
00:07:54Hat man mal gehört, dass die da irgendwo gestanden sind.
00:07:56Ich glaube irgendwie mit Fackeln sogar einmal oder sowas.
00:07:58Also es kann sein, dass es sowas gab,
00:08:00aber grundsätzlich war das in Dresden eine ziemlich große Bewegung.
00:08:04Die patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.
00:08:07Da stand dieses, also das war so interessant.
00:08:11Ich wurde ja damit quasi, das ist die Krise,
00:08:13die ich von Anfang an mitbekommen habe.
00:08:15Deswegen kann ich die so schön mitbegleiten, sozusagen.
00:08:17Die Migrationskrise.
00:08:18Ja, das war echt noch da, also wo ich mich gar nicht interessiert habe.
00:08:23Aha, okay.
00:08:25Also das ist, finde ich, spannend.
00:08:27Ich habe die Idee, dass diese Politisierung vielleicht auch eine gewisse,
00:08:32wie soll ich das formulieren,
00:08:33auch eine gewisse Sensibilisierung für das Umfeld verursachen kann.
00:08:37Ist das möglich, dass dadurch,
00:08:39dass du dich mehr mit diesen Themen auseinandersetzt,
00:08:41dass sich das auch beeinflusst, wie du durch die Welt gehst?
00:08:45Bestimmt.
00:08:46Also das ist ja bei vielen Dingen so.
00:08:48Es muss ja noch nicht mal Politik sein,
00:08:50dass ja auch wenn man, keine Ahnung, sich ein neues Auto kauft,
00:08:52immer sieht man überall das Auto,
00:08:54obwohl man es vorher nicht gesehen hat.
00:08:55Und so ist das natürlich auch,
00:08:56wenn man sich mit irgendeinem Thema befasst,
00:08:59dann achtet man vielleicht auch in seiner Umwelt einfach mehr darauf
00:09:03und guckt, oh, gehört das vielleicht dazu?
00:09:05Ist das vielleicht auch wieder politisiert?
00:09:07Also kann man hier vielleicht was rausziehen,
00:09:09wo man davor nichts rausgezogen hätte?
00:09:11Also früher, wenn ich irgendwo eine Regenbogenflagge gesehen habe,
00:09:14dann habe ich halt gesagt, okay, fertig, ist halt da.
00:09:18Und jetzt, wenn ich sie sehe, dann frage ich mich immer gleich,
00:09:21ach, wo hängt das dran?
00:09:22Ist das vielleicht ein staatliches Gebäude?
00:09:24Wer hat die aufgehangen?
00:09:25Warum hängt die da?
00:09:26So, was wollen die uns jetzt damit sagen?
00:09:28Muss das sein?
00:09:29Und so.
00:09:30Also es sind schon andere Gedanken,
00:09:31die ich jetzt halt einfach habe als vor zehn Jahren noch.
00:09:35Wie lebt es sich entspannter?
00:09:37Auf jeden Fall nicht jetzt.
00:09:39Also es ist super unentspannt.
00:09:41Es macht mir zwar Spaß,
00:09:43aber ja, man ist irgendwie immer auf der Suche nach irgendwas.
00:09:48Ja, also man geht nicht mehr ganz neutral so durch die Welt
00:09:52und kann sich einfach an allem erfreuen, sage ich jetzt mal.
00:09:55Oder einfach Sachen anschauen und sagen, ja, ist halt jetzt so.
00:09:58Sondern irgendwie versucht man immer, was da rauszuziehen.
00:10:01Was Positives, was Negatives oder so.
00:10:03Aber es kann nicht mehr nur neutral sein.
00:10:06Das ist für mich nicht mehr die Möglichkeit, habe ich das Gefühl, ja.
00:10:09Ah, das ist ja spannend.
00:10:10Also es kann nicht mehr nur, also du gehst nicht neutral durch die Welt.
00:10:14Also dann ist dein Sicherheitsempfinden auch nicht neutral.
00:10:20Glaubst du, dass sich das durch die Berichte, die du liest,
00:10:23auch ein bisschen geformt hat?
00:10:24Weil es klang jetzt so,
00:10:25als hättest du keine negativen Erfahrungen gemacht.
00:10:28Was, also würde ich jetzt mal, weiß ich nicht,
00:10:31kann man das in Frage stellen?
00:10:32Weil ich glaube, jede junge Frau hat wahrscheinlich schon mal negative Erfahrungen.
00:10:35Also ich habe schon genug negative Erfahrungen gemacht, auf jeden Fall.
00:10:39Sicherlich haben die einen auch geprägt
00:10:40und sicherlich tragen da bestimmt auch irgendwie Nachrichten dazu bei.
00:10:44Wenn man die jeden Tag liest und drüber berichtet
00:10:47und überhaupt weiß, was hier in Deutschland abgeht,
00:10:50also sich auch jeden Tag mit Straftaten befasst und so,
00:10:52dann hat man natürlich so ein Gefühl in sich.
00:10:55Oder deswegen ist vielleicht auch so eine Sache,
00:10:57dass ich nur mit einem Kopfhörer rumlaufe,
00:10:59weil ich mir immer denke, lieber höre ich die Musik nur halb,
00:11:02anstatt dass ich nicht mitbekomme, was um mich herum passiert.
00:11:04Das ist natürlich wichtiger.
00:11:07Aber ja, natürlich habe ich Erfahrungen gemacht,
00:11:09die das auch beeinflusst haben.
00:11:11Und ich bin halt zum Beispiel auch viel umgezogen.
00:11:14Das heißt, ich habe in Deutschland schon in verschiedenen Städten gewohnt,
00:11:17in sechs Stück.
00:11:19Im Osten, im Norden, im Süden, im Westen, egal wo.
00:11:23Und da habe ich unterschiedliche Erfahrungen einfach auch gemacht.
00:11:27Und da, je nach Stadt, war mein Sicherheitsgefühl auch ein ganz anderes.
00:11:31Also ich weiß nicht, willst du erzählen, was für Städte das war?
00:11:33Weil ich glaube, das ist interessant.
00:11:34Weil sechs Städte ist schon, also in deinem Alter vor allem,
00:11:37das ist schon eine Menge, da hat man auf jeden Fall Daten sammeln können.
00:11:40Und dann auch in Deutschland in diesem bestimmten,
00:11:42in einem sehr bestimmten Zeitraum.
00:11:44War das jetzt alles in der späteren Jugend?
00:11:46Das war jetzt so in den letzten zwei, drei Jahren ungefähr.
00:11:50Ah, okay.
00:11:51Also da warst du auf jeden Fall wach und du warst da
00:11:52und hast auf jeden Fall viel wahrgenommen.
00:11:54Genau.
00:11:55Vielleicht magst du mal erzählen,
00:11:56was waren denn da so die Erfahrungen, die du gemacht hast?
00:11:58Du kannst die Städte nennen, wenn du möchtest.
00:12:01Aber das würde mich mal interessieren.
00:12:02Was ist, weil ich habe jetzt in Berlin
00:12:04und dann im Umfeld Berlin gelebt, so guckt.
00:12:06Ja.
00:12:07Davor in Stuttgart, aber das ist ja auch schon urlange her,
00:12:10zwölf Jahre und das war vor Migrationskrise.
00:12:13Und wenn ich jetzt in Stuttgart bin,
00:12:14es hat sich krass verändert, okay?
00:12:17Ja, das stimmt.
00:12:19Aber vielleicht mal aus deiner Perspektive,
00:12:21was hast du da erlebt in den verschiedenen Städten in Deutschland?
00:12:24Also ich würde sagen, es kommt echt darauf an,
00:12:26ob Ost oder West tatsächlich.
00:12:29Also da merkt man einen krassen Unterschied.
00:12:31Ich habe zum Beispiel in Dresden gewohnt,
00:12:34auch da in der Neustadt.
00:12:36Das ist so ein eher linkes Szeneviertel,
00:12:38sage ich jetzt mal.
00:12:39Da hatte ich ein super Sicherheitsgefühl,
00:12:42obwohl da auch zum Beispiel viele Obdachlose waren.
00:12:45Aber die haben einfach dazugehört.
00:12:47Also es war,
00:12:47ich hatte da keine unangenehme Situation.
00:12:49Ich habe da vier Monate gewohnt.
00:12:52Ich habe an all diesen Städten immer zur Zwischenmiete gewohnt halt.
00:12:55Und da war ich vier Monate
00:12:56und hatte eine einzige unangenehme Situation.
00:12:59Und ansonsten habe ich mich da total wohl
00:13:01und sicher und entspannt gefühlt.
00:13:04Was für eine unangenehme Situation?
00:13:06Da war ich an der Bahn gestanden.
00:13:08Dann kam ein Mann,
00:13:09der war betrunken und obdachlos
00:13:11und hat dann angefangen,
00:13:12mich anzuschreien,
00:13:13mich anzufassen.
00:13:15Dann bin ich weitergelaufen.
00:13:16Er hat mich dann geschubst
00:13:18und Gott sei Dank sind dann halt eben noch Leute da gewesen.
00:13:22Genau.
00:13:22Also das war die einzige Situation.
00:13:24Ansonsten alles total entspannt.
00:13:26Okay, gut.
00:13:27Aber das ist ja schon relativ bedrohlich.
00:13:28Man könnte jetzt sagen,
00:13:29das passiert in der Großstadt,
00:13:30aber ich habe sowas in Berlin noch nicht persönlich erlebt.
00:13:32Also von dem her finde ich es schon krass.
00:13:34Ja, okay.
00:13:35Genau.
00:13:35Und da war es, wie gesagt, gut in Dresden.
00:13:38Dann habe ich in Mannheim gewohnt.
00:13:39Vier Monate.
00:13:40Das ist auch in der Nähe von meinem Geburtsort sozusagen.
00:13:44Ich kenne also Mannheim.
00:13:47Aber wenn man da wohnt,
00:13:48ist es halt natürlich was anderes,
00:13:49als wenn man da mal hingeht zum Einkaufen
00:13:51oder irgendwie sowas.
00:13:52Und da muss ich sagen,
00:13:54gab es jeden Tag,
00:13:55wo ich dann zur Arbeit gefahren bin,
00:13:57eine Situation, wo ich mir dachte,
00:13:59oh Gott, hier will ich weg.
00:14:01Also Menschen, die einen angerempelt haben,
00:14:04die irgendwie einem nachgepfiffen haben,
00:14:06obszöne Gesten gemacht haben,
00:14:08die einem zu nah gekommen sind.
00:14:10Das war schon schwierig.
00:14:13Ich habe auch in so einem Viertel gewohnt,
00:14:15was eher nicht so dafür bekannt ist,
00:14:17entspannt zu sein, sage ich jetzt mal.
00:14:19Und wenn ich mit Hund zum Beispiel unterwegs war,
00:14:22dann war alles total easy
00:14:24und ich konnte so meines Weges gehen.
00:14:26Aber sobald ich dann mal ohne Hund rausgegangen bin,
00:14:29wirklich so gut wie jeden Tag ist irgendwas passiert.
00:14:32Und das war halt schon ein krasses Gegenteil zu Dresden,
00:14:37wo ich davor gewohnt hatte,
00:14:39wo ich natürlich auch viel unterwegs war und so weiter.
00:14:41Aber ja, einfach dieser Unterschied,
00:14:44den hat man da zum Beispiel extremst gemerkt.
00:14:47Also in Mannheim will man auch irgendwie nachts
00:14:49nicht alleine am Bahnhof stehen.
00:14:51Das ist auf gar keinen Fall.
00:14:53Ah, wow. Okay.
00:14:54Ja, ich kenne das nur bei der Durchfahrt.
00:14:56Mein Gefühl ist, hier werde ich nicht sein.
00:14:59Aber das ist rein subjektiv von mir.
00:15:02Aber das war auch schon vor zehn Jahren
00:15:03oder auch vor 15 Jahren, so wenn ich eigentlich bin.
00:15:06Also das war irgendwie kein Fleckchen Erde,
00:15:08an dem man unbedingt mehr Zeit verbringen wollen würde.
00:15:10Muss nicht unbedingt.
00:15:10Ja, deswegen. Okay, krass.
00:15:13Und jetzt habe ich halt diesen krassen Kontrast.
00:15:15Jetzt wohne ich an der Ostsee und da ist das Leben wirklich ein anderes.
00:15:20Also ich sage immer, an der Ostsee ist das Polen Deutschlands.
00:15:24Da kann man wirklich nachts nach Hause gehen,
00:15:28um vier Uhr morgens von der Innenstadt zu seiner Wohnung laufen.
00:15:32Und ich habe noch nicht mal das Gefühl, dass ich mich umdrehen müsste
00:15:35oder irgendwie auf der Hut sein müsste,
00:15:38weil ich Angst habe, dass irgendjemand hinter mir läuft
00:15:40oder mit mir mitgeht oder sowas.
00:15:42Sondern da gibt es einfach keine Angst für mich.
00:15:46Und auch zum Beispiel nachts mit dem Bus fahren.
00:15:49Es ist so entspannt.
00:15:51Es sind einfach auch Frauen, die Bus fahren, Paare, die Bus fahren,
00:15:54normale Menschen, keine Betrunkenen, keine Asozialen, gar nichts.
00:15:58Es ist einfach wirklich ein normales Leben, sage ich immer, kann ich da führen.
00:16:03Und das ist woanders nicht möglich gewesen in diesem Ausmaß.
00:16:07Wow, also das ist ja schon ein eklatanter Unterschied, den du da beschreibst.
00:16:11Wie ist es für dich?
00:16:12Ich weiß, dass du ab und zu mal natürlich in Berlin bist.
00:16:13Du arbeitest bei der Jungen Freiheit und dann ist man, wir haben ja einen Sitz hier.
00:16:17Wie ist es für dich in Berlin?
00:16:19In Berlin, finde ich, kommt es ganz stark darauf an, wo man ist.
00:16:22Auf jeden Fall.
00:16:23Also ich hatte mal eine ganz schlimme Erfahrung in Marzahn.
00:16:26Da hatte ich einen Freund von mir besucht
00:16:28und bin mittags wirklich fünf Minuten von seiner Wohnung zu meinem Auto gelaufen.
00:16:34Und ja, man muss sagen, das war ein sehr migrantisches Viertel auf jeden Fall,
00:16:39auch mit vielen Dönern und Barbern und so weiter.
00:16:41Also das hat man schon gesehen.
00:16:43Und da gab es mehrere Situationen in diesem fünf Minuten Fußweg,
00:16:47wo Leute mir hinterhergerufen haben.
00:16:50Ein Typ ist aus dem Bus gestiegen, hat angefangen, mich vollzureden,
00:16:54ist mir hinterhergelaufen.
00:16:56Und da habe ich mich so unsicher gefühlt.
00:16:58Am helllichten Tag, es waren auch irgendwie nur Männer unterwegs.
00:17:01Und ich dachte mir, oh Gott, jetzt muss ich hier weg.
00:17:04Und dann habe ich meinen Freund angerufen und habe gesagt,
00:17:06ey, sorry, aber ich glaube, ich fahre jetzt nach Hause.
00:17:07Also ich bin dann echt geflüchtet quasi aus Berlin,
00:17:11obwohl ich noch einen Tag bleiben wollte,
00:17:12weil das für mich so mir die Sicherheit genommen hat,
00:17:16am helllichten Tag einfach wirklich diese ganzen Situationen zu durchleben.
00:17:20Und ich hatte so das Gefühl, ich bin freiwillig auf der Straße
00:17:23und jeder ruft jetzt irgendwas und spricht mich an.
00:17:26Und ja, das war schon extrem.
00:17:29Das hört sich auch extrem an, so etwas am Mittag zu erleben.
00:17:31Ich bin vor kurzem, und wie gesagt, okay,
00:17:33zwischen uns sind auch noch mal zehn Jahre,
00:17:34es ist wirklich ein Unterschied, wie alt man ist.
00:17:36Das muss man auch mal dazu sagen.
00:17:39Aber nicht desto weniger Frau ist halt Frau.
00:17:41Und ich bin vor kurzem vom Estrell da in Neukölln
00:17:45komplett einmal die Sonnenallee hoch über das Cottbussator
00:17:48und im Cottbussator in die U-Bahn gestanden.
00:17:50Das sind fast vier Kilometer.
00:17:51Und das war zehn Uhr.
00:17:53Ich habe mich null unsicher gefühlt.
00:17:55Das kann ich aber auch bestätigen.
00:17:56Also ich war auch schon nachts öfters mal in der Sonnenallee,
00:18:00in Adana-Essen zum Beispiel.
00:18:02Und da habe ich mich nie unsicher gefühlt.
00:18:04Also ich muss sagen, da sind dann nachts hauptsächlich Männer unterwegs.
00:18:07Also Frauen, finde ich, sieht man da sehr wenig.
00:18:09Aber ich hatte nicht das Gefühl, dass die mir nachgucken
00:18:12oder irgendwie sich da bedrohlich breit machen oder sowas.
00:18:17Sondern die waren halt einfach auch da und ich war auch da.
00:18:19Und das war in Ordnung.
00:18:20Also ich hatte da nicht so ein unsicheres Gefühl
00:18:22wie in Marzahn am helllichten Tag.
00:18:25Und das ist halt schon krass, obwohl man immer denkt,
00:18:27so Neukölln, Sonnenallee und so.
00:18:29Da gibt es auch manchmal Missverständnisse darüber
00:18:31und vor allem auch von Leuten,
00:18:33die das vielleicht noch nicht erlebt haben.
00:18:34Weil die Ideen, die es über Neukölln gibt,
00:18:38Sonnenallee und so weiter.
00:18:40Und das heißt jetzt nicht,
00:18:40dass dort nichts Schlimmes passieren kann.
00:18:42Also ich habe dort auch einen Aushang gesehen.
00:18:44Schießerei, hier wurde jemand erschossen.
00:18:45Haben Sie Hinweise?
00:18:46Okay.
00:18:48Let's calm down.
00:18:50Aber es ist trotzdem interessant,
00:18:52wenn man es erlebt,
00:18:54als Frau alleine da durchzugehen.
00:18:56Ich merke, nee, es ist okay.
00:18:58Ich war mit Schawarma gegessen, alles in Ordnung.
00:19:01Ja, genau.
00:19:02Es ist nichts Unangenehmes passiert.
00:19:04Gar nichts.
00:19:05Also die sind halt respektvoll da.
00:19:07Einfach normale Menschen,
00:19:09die da auch unterwegs sind.
00:19:11Es ist interessant, weil ich meine,
00:19:12man würde jetzt denken,
00:19:13du arbeitest mit einem konservativen Medium,
00:19:15aber du hast ja schon die Fähigkeit,
00:19:16das irgendwie so zu differenzieren.
00:19:18Ja, klar.
00:19:19Also man muss immer differenzieren.
00:19:21Wenn man irgendwann aufhört,
00:19:22Sachen zu hinterfragen und nicht mehr differenziert,
00:19:24dann hat man wirklich verloren.
00:19:27Also das ist schwierig.
00:19:30Du machst auf Instagram unter JF Update,
00:19:35da bist du quasi aufzufinden,
00:19:37einen sehr erfolgreichen Instagram-Account,
00:19:39machst viele Videos
00:19:40und machst auch viele Videos
00:19:41zum Thema Migrantenkriminalität.
00:19:42Und dann wird dir auch immer wieder,
00:19:44du kennst ja die Vorwürfe,
00:19:45die da dann immer wieder kommen.
00:19:47Ja, die Deutschen machen das auch.
00:19:48Das ist auch sozioökonomischer Hintergrund.
00:19:50Ist doch egal.
00:19:51Männer sind das Problem.
00:19:53Wie reagierst du auf diese,
00:19:55ja, auf diese Prompts,
00:19:58will ich schon fast sagen,
00:19:59die dir da entgegengeschlossen werden?
00:20:00Ich finde es halt schade,
00:20:01dass man immer so reagiert,
00:20:04weil natürlich hat das verschiedene Gründe,
00:20:07warum es so ist,
00:20:08warum Nicht-Deutsche einfach häufiger
00:20:11in der Kriminalstatistik zum Beispiel auftauchen
00:20:13als Deutsche.
00:20:14Es gibt diese Gründe.
00:20:15Ich will nur einfach erstmal dahin kommen,
00:20:17dass wir uns alle darüber einig sind,
00:20:19dass es so ist,
00:20:21dass eben Ausländer einfach überproportional
00:20:24häufig auftauchen in der Kriminalstatistik.
00:20:27Und noch nicht mal das wird ja anerkannt.
00:20:29Und das ist halt so ein Grundsatz.
00:20:31Das sind ja Fakten,
00:20:32die man ja in der Statistik nachlesen kann,
00:20:34einfach in ganz vielen Statistiken,
00:20:36dass sie extremst überrepräsentiert sind.
00:20:39Und dann frage ich mich halt,
00:20:40warum kann man das nicht einfach nur diesen Fakt akzeptieren?
00:20:42Und danach können wir darüber reden,
00:20:45wieso, weshalb, warum es so ist.
00:20:46Denn es ist ja nicht so,
00:20:48Ausländer sind krimineller,
00:20:49weil sie Ausländer sind.
00:20:50Das ist aber das,
00:20:51was einem vorgeworfen wird,
00:20:53wenn man sagt,
00:20:53naja, Ausländer tauchen halt häufiger
00:20:55in der Kriminalstatistik aus.
00:20:58Wer will das denn nicht wahrhaben?
00:21:01Auf jeden Fall Linke.
00:21:04Also das sind ja die Einzigen,
00:21:06die immer diese Ausreden suchen.
00:21:08Jedes Mal.
00:21:09Warum glaubst du, ist das so?
00:21:12Na, weil die halt sagen,
00:21:13es sind ja Männer.
00:21:15Männer sind das Problem.
00:21:16Und das ist halt einfach zu kurz gegriffen,
00:21:19meiner Meinung nach.
00:21:20Also das ist ja der größtmögliche Nenner von,
00:21:25wenn man jetzt auf die Kriminalstatistik schaut,
00:21:27der größtmögliche Nenner sind ja Männer,
00:21:29die halt eben Tatverdächtige sind.
00:21:31Okay, aber dann gehen wir doch eins weiter rein.
00:21:33Was sind das für Männer?
00:21:35Hauptsächlich nicht deutsche Männer.
00:21:37Wenn man dann noch eins weiter reingeht,
00:21:39dann könnte man zum Beispiel
00:21:40deren Argumentation anschauen.
00:21:42Sind das denn eher ärmere Männer
00:21:44oder jüngere Männer oder sowas?
00:21:46Dann würde man diesen Kreis noch mehr eingrenzen.
00:21:49Aber die fangen an,
00:21:50den Kreis riesig zu machen
00:21:52und sagen, okay, das ist der Kreis
00:21:53und das ist alles das Problem.
00:21:55Dann sage ich,
00:21:56es sind aber Ausländer
00:21:58ein größeres Problem als Deutsche
00:22:00in der Kriminalitätsstatistik.
00:22:01Und dann sagen die,
00:22:02ja, okay, aber jetzt machen wir den Kreis kleiner,
00:22:04weil es sind ja nicht Ausländer,
00:22:06sondern arme Menschen
00:22:07oder Racial Profiling
00:22:09oder Sonstiges.
00:22:10Also die fangen dann auf einmal an,
00:22:11diesen Kreis noch kleiner zu machen.
00:22:13Das ergibt halt gar keinen Sinn,
00:22:15wenn man anfängt zu sagen,
00:22:16es sind Männer.
00:22:19Man könnte sagen,
00:22:20doch, es sind ja Männer
00:22:21und Männer sind ja allgemein
00:22:22für die meisten kriminellen Akte
00:22:25also einfach verantwortlich.
00:22:27Also ob jetzt Sexualdelikte,
00:22:29Gewaltdelikte, häusliche Gewalt sowieso.
00:22:32Also es sind Männer.
00:22:34Wo ist das Problem?
00:22:37Also zu sagen, dass es Männer sind.
00:22:40Naja, weil das die Gruppe
00:22:41nicht genug eingrenzt.
00:22:43Also was machen wir denn jetzt
00:22:44mit dieser Aussage,
00:22:45es sind Männer.
00:22:47Okay.
00:22:48Also was sollen wir jetzt dagegen tun?
00:22:50Wir müssen ja reinschauen
00:22:52in die Gruppe hinein der Männer.
00:22:54Das sind ja nicht alle Männer,
00:22:56sondern es ist ja
00:22:57ein bestimmter Anteil von Männern.
00:22:58Und wenn man da dann tiefer reingeht,
00:23:00sieht man halt eben,
00:23:01wenn zum Beispiel Syrer oder Afghanen
00:23:03zehnmal häufiger tatverdächtig sind
00:23:04bei Gewaltkriminalität als Deutsche,
00:23:06dann kann man nicht einfach sagen,
00:23:08es sind Männer,
00:23:09wenn Deutsche diesen geringen Anteil ausmachen
00:23:12im Gegensatz zu anderen Ausländergruppen.
00:23:16Und dann kann man ja feststellen,
00:23:18okay, zum Beispiel Syrer und Afghanen
00:23:20sind zehnmal häufiger tatverdächtig
00:23:21bei Gewaltkriminalität.
00:23:22Und dann muss man noch gucken,
00:23:24was kann man da dagegen tun,
00:23:26um diesen extremen Überschuss
00:23:29irgendwie in den Griff zu bekommen,
00:23:31um da anzusetzen.
00:23:33Und da ist natürlich eben die Migration
00:23:35ein großes Problem,
00:23:37weil halt eben diese Menschen
00:23:38auch zu uns kommen aus anderen Ländern,
00:23:40wo eben auch andere Werte
00:23:42vertreten werden,
00:23:43eine andere Kultur ist da gibt,
00:23:44ein anderes Frauenbild da gibt.
00:23:46Und vielleicht Gewalt auch einfach
00:23:49einfacher
00:23:50oder entspannter gesehen wird
00:23:52als hier in Deutschland.
00:23:56Was ich von rechts auch höre,
00:23:58ist, dass die,
00:23:59wenn es dann mal vor Gericht kommt,
00:24:01dass die Straftäter
00:24:02zu geringfügig bestraft werden,
00:24:06wenn überhaupt.
00:24:07Bewährung gibt es dann öfters,
00:24:09weil wir ja hier so,
00:24:11was ja auch eigentlich ziemlich progressiv ist,
00:24:13diese Resoziatisierungsidee einfach haben.
00:24:15Und da ist die Frage,
00:24:16ob das jetzt so an bestimmte Grenzen kommt,
00:24:19weil wir mit Gruppen zu tun haben,
00:24:22mit Menschen zu tun haben,
00:24:23die eben aus anderen kulturellen Kontexten kommen.
00:24:25Ja, also glaube ich auf jeden Fall,
00:24:27wenn man es vielleicht gewöhnt ist,
00:24:30dass es vielleicht noch Todesstrafen gibt
00:24:32oder Steinigungen oder ausgepeitscht
00:24:34oder wie auch immer,
00:24:36man gefoltert werden kann im Gefängnis
00:24:38und man kommt dann hierher nach Deutschland
00:24:39und du begehst hier eine schwere Straftat
00:24:42und dann sagt der Richter zu dir,
00:24:45ja, machen Sie mal zehn Sozialstunden
00:24:48und stellen Sie jetzt mal ein Jahr lang nichts an,
00:24:50dann denke ich schon,
00:24:51dass diese Leute denken,
00:24:53okay, also ist ja jetzt nichts passiert.
00:24:56Es gibt keine Konsequenzen quasi,
00:24:59wenn man es halt eben extrem hart gewöhnt ist
00:25:01und man dann hier nach Deutschland kommt
00:25:02und dieses, Anführungszeichen,
00:25:04lasche Rechtssystem hier hat.
00:25:06Im Verhältnis, die wir hier haben.
00:25:07Genau, eben.
00:25:08Und dann denke ich immer,
00:25:09diese Menschen müssen einfach über uns lachen,
00:25:11auch über unsere Polizei zum Beispiel,
00:25:13weil die immer auch so lange warten
00:25:15und ankündigen müssen und so weiter,
00:25:17bis sie dann mal irgendwie einschreiten können.
00:25:20Und dann sieht man als diese Videos
00:25:21und man denkt sich,
00:25:22die machen sich doch lächerlich
00:25:23vor diesen Menschen,
00:25:24die mit Messern durch die Innenstadt laufen,
00:25:27weil sie irgendwie zwei Minuten warten,
00:25:28bis sie dann jetzt schießen können,
00:25:29obwohl da Passanten in akuter Gefahr sind zum Beispiel.
00:25:33Also das ist wirklich fraglich mittlerweile,
00:25:35was da unsere Justiz treibt für mich.
00:25:40Warum glaubst du wollen,
00:25:41dass bestimmte Leute von den Linken nicht wahrhaben?
00:25:47Was glaubst du ist die Angst?
00:25:48Also was steckt dahinter?
00:25:49Naja, ich glaube halt,
00:25:52man will es halt nicht auf irgendeine Nationalität reduzieren.
00:25:57Ja, also für die sind wir ja sowieso alle gleich
00:26:00und es braucht keine Grenzen
00:26:01und Deutschland ist sowieso irgendwie blöd,
00:26:07sage ich jetzt mal.
00:26:08Also ich weiß nicht,
00:26:10wie ich das sonst ausdrücken soll.
00:26:11Also ich bin nicht im Gehirn von Menschen,
00:26:14die sich dem linken Spektrum zuordnen einfach,
00:26:17aber das ist so.
00:26:20Wir haben eine Hündin ist hier,
00:26:22also falls im Hintergrund manchmal so Geräusche sind,
00:26:24das wollen wir jetzt mal hier.
00:26:25Genau.
00:26:26Ja, ich weiß nicht warum,
00:26:27aber ich denke halt eben deswegen,
00:26:28weil sie halt sagen,
00:26:29ja sollen doch alle herkommen
00:26:30und die gehören ja auch alle zu uns.
00:26:31Also für die gibt es jetzt gar nicht
00:26:32diese verschiedenen Nationalitäten
00:26:34oder Länder oder sowas,
00:26:36sondern wir sind alle einfach eins und gleich
00:26:39und es gibt ja gar keine Unterschiede.
00:26:41Aber das ist halt falsch,
00:26:42das zu sagen,
00:26:43also natürlich sind wir vor dem Gesetz
00:26:45vielleicht dann alle gleich,
00:26:46aber wir sind ja unterschiedlich.
00:26:48Also sonst gäbe es ja auch keine verschiedenen Länder
00:26:50und Kulturen und so weiter.
00:26:51Und wenn man dann über Afrika zum Beispiel spricht
00:26:54und sagt, Afrika ist so und so,
00:26:56dann kommt es von links und heißt ja,
00:26:58ihr könnt ja nicht alle in Afrika
00:27:00über einen Kamm scheren
00:27:01und die sind ja so unterschiedlich und so weiter,
00:27:02was ja auch richtig ist.
00:27:04Aber wenn wir dann sagen,
00:27:06naja, aber diese Menschen,
00:27:08die aus diesen Ländern kommen,
00:27:09sind ja auch ganz anders als wir,
00:27:11wenn sie zu uns hierher kommen,
00:27:12dann heißt es nein,
00:27:13aber es ist ja alles dasselbe.
00:27:15So und das ist halt auch so eine Doppelmoral dann wieder,
00:27:17dass man das dann nicht anerkennen will,
00:27:19nur weil wir, keine Ahnung, Europäer sind.
00:27:21Ich weiß es nicht.
00:27:23Ja, es stimmt.
00:27:24Es ist eine selektive Differenzierung,
00:27:26die da stattfindet.
00:27:27Bei den einen Sachen,
00:27:28da muss man immer genauer hingucken
00:27:29und dann auf der anderen Seite
00:27:31ist es ja aber alle Männer.
00:27:32Ja, genau.
00:27:33Es ist genauso wie,
00:27:34kennst du auch diesen Begriff selektive Empathie,
00:27:37dass jede Gruppierung selektiv empathisch ist
00:27:39mit ihren eigenen Themen
00:27:41oder mit ihren eigenen Leuten.
00:27:42Also zum Beispiel selektive Empathie von Linken
00:27:45ist dann vielleicht mit Ausländern
00:27:47beziehungsweise Menschen,
00:27:48die einen Asylantrag gestellt haben,
00:27:49die dann abgeschoben werden,
00:27:50die aber eigentlich,
00:27:51sagen wir mal,
00:27:52bestimmte Formalitäten erfüllt haben,
00:27:53haben einen Job,
00:27:54sind nicht von Bürgergeld abhängig und so
00:27:55und dann denkt man sich wirklich,
00:27:56den willst du jetzt abschieben?
00:27:57Gibt es 300.000 andere,
00:27:59die man eigentlich hätte abschieben können.
00:28:00Also so selektive Empathie
00:28:02oder auch die Opfer von rechter Gewalt
00:28:04sind dann,
00:28:04damit ist man extrem empathisch,
00:28:06aber eben nicht die Opfer
00:28:07zum Beispiel von linker Gewalt oder sowas.
00:28:08Und bei Rechten gibt es das ähnlich.
00:28:10Man ist extrem empathisch
00:28:11mit den Opfern von Ausländerkriminalität.
00:28:14Aber wenn wir uns jetzt
00:28:15häusliche Gewalt angucken
00:28:17oder wenn Tobias Torben und Sören,
00:28:20Michael oder Manfred,
00:28:22irgendwie ihre Frau verprügeln,
00:28:24dann ist es halt so.
00:28:26Hast du das auch schon wahrgenommen?
00:28:28Ja, finde ich auch.
00:28:29Also ich finde es sehr, sehr schwierig,
00:28:32dass da einfach immer so ein Narrativ
00:28:34auch gepusht wird
00:28:35und man gar nicht richtig hinschaut.
00:28:38Aber ich glaube,
00:28:39dass, wenn wir jetzt beim Selektiven schon sind,
00:28:42ich sage ja immer,
00:28:43es gibt selektives Zuhören auch einfach.
00:28:46Also die Menschen hören nicht mehr richtig zu,
00:28:48was man sagt
00:28:49und dadurch entstehen dann halt eben
00:28:50auch diese Diskussionen.
00:28:52Also wenn ich jetzt zum Beispiel hier sage,
00:28:54Ausländer sind krimineller als Deutsche,
00:28:56dann hören eben linke Menschen,
00:28:59ja, ich hasse alle Ausländer
00:29:00und alle Ausländer sind blöd
00:29:02und die sind sowieso kriminell
00:29:03und so Sachen hören die dann halt einfach aus.
00:29:06Das habe ich aber gar nicht gesagt.
00:29:08So, und das finde ich halt,
00:29:10ist einfach so ein Problem generell
00:29:11zwischen links und rechts,
00:29:13dass man sich gegenseitig nicht mehr richtig zuhört
00:29:15und immer nur draufhaut und draufhaut,
00:29:18aber nicht versucht,
00:29:20in diesem Draufhauen
00:29:21vielleicht noch ein bisschen
00:29:22diese Differenzierung zu finden
00:29:23und zu sagen,
00:29:24hey, aber das geht jetzt auch nicht.
00:29:25Und nur weil es die Linken zum Beispiel machen,
00:29:27heißt das nicht,
00:29:27dass die Rechten jetzt damit anfangen müssen.
00:29:29Also was ich wahrnehme,
00:29:30ist jetzt dieses
00:29:32woke Rechte zum Beispiel.
00:29:34Und das nervt mich total
00:29:36oder dass auch Rechte anfangen,
00:29:37jetzt so Methoden von Linken zu übernehmen
00:29:39und zu sagen,
00:29:40ja, dann können wir den ja jetzt auch doxen
00:29:41oder sowas.
00:29:42Aber warum wollt ihr euch
00:29:44auf dieses Niveau herablassen?
00:29:46Zeigt doch einfach,
00:29:47dass ihr es besser könnt.
00:29:49Also es bringt ja niemandem was.
00:29:50Ihr beschwert euch,
00:29:51wenn die es machen
00:29:52und jetzt macht ihr es selbst.
00:29:53Was ist denn woke Rechte?
00:29:55Naja, einfach so
00:30:01Menschen, die
00:30:05Das ist vielleicht das ein Beispiel,
00:30:07was beobachtest du da?
00:30:09Das ist vielleicht auch
00:30:09ein C-Shows, Social Media-Film.
00:30:11Ja, also dass man
00:30:12im rechten Spektrum
00:30:14Sachen zu ernst nimmt.
00:30:18Also ich hatte das Gefühl,
00:30:20früher gab es so eine Leichtigkeit,
00:30:21man hat so drüber gelacht.
00:30:22Also ich versuche immer drüber zu lachen,
00:30:24wenn Linke irgendwas Blödes machen oder so.
00:30:25Ich bin da gar nicht sauer
00:30:26oder denke mir,
00:30:29ach Gott, die sind so blöd.
00:30:30Sondern ich finde es witzig.
00:30:31Ich finde,
00:30:32man muss einfach Sachen
00:30:32ein bisschen weglachen.
00:30:34Und ich finde,
00:30:34diese Woken Rechten,
00:30:36die fangen jetzt an,
00:30:38Sachen total ernst zu nehmen.
00:30:40Also es gab jetzt zum Beispiel
00:30:41dieses Millrahm Käse.
00:30:44Hatte jetzt so ein neues Layout irgendwie
00:30:48und wollte besonders vielfältig sein
00:30:49und bla bla bla.
00:30:50Und dann haben die halt
00:30:51Verpackungen gemacht
00:30:53und darauf waren dann halt eben Schwarze
00:30:55und Menschen mit Kopftuch
00:30:56und Weiße
00:30:57und alle sind glücklich
00:30:58und zufrieden
00:30:58und bla bla bla.
00:30:59So, und dann denkt man sich halt,
00:31:01ich habe mir auch gedacht,
00:31:02ich weiß auch,
00:31:03Gott, muss das jetzt sein,
00:31:04dass ich auch noch
00:31:04auf einer Käseverpackung
00:31:05diese tolle Vielfalt,
00:31:08die mir sowieso schon
00:31:08den ganzen Tag vorgeplappert wird,
00:31:09auch noch sehen muss.
00:31:10So, das ist was,
00:31:11was mich nervt,
00:31:12aber da lache ich drüber,
00:31:13mache mein Video dazu
00:31:14und denke mir so,
00:31:14mein Gott,
00:31:15die sind doch alle blöd.
00:31:16Die Woken Rechten
00:31:18fangen dann aber an,
00:31:19da hinterher zu gehen
00:31:21und gehen in den Supermarkt
00:31:23und stechen Löcher in den Käse
00:31:25oder nehmen sich den Käse mit nach Hause
00:31:27und posten dann Bilder davon,
00:31:28wie sie das Bild durchstreichen
00:31:29oder sagen,
00:31:30ich kaufe jetzt nie wieder
00:31:31Millrahm.
00:31:33Also, es ist so lächerlich,
00:31:34aber das ist ja was,
00:31:35die Woken Linken machen.
00:31:36Ja, und jetzt gibt es
00:31:38diese Woken Rechten,
00:31:39die genau diese Sachen übernehmen,
00:31:42wo man sich als normaler Mensch
00:31:43hinstellt und sich denkt,
00:31:44sag mal, seid ihr bescheuert?
00:31:45Also, was soll das denn?
00:31:47Was ist der Sinn dahinter?
00:31:49Den gibt es nicht.
00:31:50Es ist einfach nur
00:31:51Hass auf das Andere
00:31:53und es kann nicht mehr
00:31:54weggelächelt werden
00:31:55bei manchen Leuten, glaube ich.
00:31:59Ich habe Millram Käsegate
00:32:01nicht mitbekommen,
00:32:02weil ich nicht mehr so viel
00:32:03auf X bin,
00:32:04weil das einfach ein Raum ist,
00:32:05wo ich mir denke,
00:32:07das bringt nichts mehr hier.
00:32:09Das ist so weit weg
00:32:11von irgendwas,
00:32:12was ich gedeihlich,
00:32:13konstruktiv oder produktiv nenne.
00:32:15Das stimmt.
00:32:16Das ist ein,
00:32:17okay, wenn ich jetzt mal sage,
00:32:18das ist so ein richtiger
00:32:20Empörung-Circle-Jerk.
00:32:21Sorry, gut,
00:32:22dass ich es auf Englisch sage.
00:32:23Es ist besser,
00:32:24das nicht zu übersetzen.
00:32:25Wo man sich wirklich
00:32:26gegenseitig nur,
00:32:27guck, hast du gesehen,
00:32:28wie doof das ist?
00:32:29Hast du gesehen,
00:32:30wie doof der ist?
00:32:31Und ich denke,
00:32:32nee,
00:32:33gar keinen Bock mehr drauf.
00:32:34Ja, also finde ich auch
00:32:35total übertrieben.
00:32:37Einfach,
00:32:38also auch manchmal sieht man
00:32:39irgendwelche Videos auf X
00:32:40und dann kursieren die so extrem
00:32:41und wenn ich dann mir denke,
00:32:43ach, da könnte ich ja mal nachgucken,
00:32:44von wann ist das?
00:32:45Ist das aktuell und so weiter?
00:32:47Dann sehe ich,
00:32:47dass es von vor acht Jahren ist
00:32:48und ich denke mir so,
00:32:49was regt ihr euch jetzt alle
00:32:50wieder darüber auf?
00:32:51Vor allem,
00:32:52was ist der Inhalt?
00:32:53Also wie könnt ihr euch
00:32:54darüber aufregen?
00:32:55Und das passiert mir so ganz oft,
00:32:56deswegen,
00:32:57ich bin auch gar nicht
00:32:58auf X unterwegs,
00:32:59weil das für mich einfach nur
00:32:59so ein Wutbürgerraum ist
00:33:01mit so ein paar Journalisten,
00:33:03die da gute Takes bringen,
00:33:04aber das war es dann halt
00:33:05auch wirklich auch.
00:33:05Also alles andere auf X
00:33:08ist wirklich so das Letzte vom Letzten.
00:33:10Da treffen sich ganz linke,
00:33:11ganz rechte,
00:33:11so Wutbürger aus aller Welt
00:33:13und laden einfach nur ihren Frust ab
00:33:16und das ist wirklich überhaupt
00:33:18nicht konstruktiv,
00:33:18was da passiert.
00:33:19Ich finde das eine spannende Beobachtung,
00:33:21weil mir das auch aufgefallen ist,
00:33:22so Videos von vor acht Jahren,
00:33:23wo ich mir denke,
00:33:24hä, das Thema ist doch,
00:33:25hä, diese Leute,
00:33:26die sind doch gar nicht mehr
00:33:28relevant im Diskurs,
00:33:29warum macht dieses Video
00:33:30100, 2, 3, 500.000 Klicks?
00:33:32Was ist hier eigentlich los?
00:33:33Und das ist interessant,
00:33:34das ist fast so,
00:33:35als wolle man,
00:33:38da wo wir jetzt aktuell sind,
00:33:40was diskussionstechnisch eigentlich
00:33:41alles möglich ist,
00:33:42also rechts ist ja mega rehabilitiert,
00:33:44also sorry,
00:33:45aber ich weiß nicht,
00:33:46in welcher Welt
00:33:47manche Leute leben,
00:33:48wo sie sagen,
00:33:49das darf man nicht mehr sagen,
00:33:50darüber kann man nicht reden,
00:33:51wenn du das ganz aufmerksam
00:33:52über die letzten zwölf Jahre
00:33:53beobachtet hast,
00:33:55dann ist aber der Debattenraum
00:33:57sowas von weit aufgegangen
00:33:58und ich habe manchmal die Idee,
00:34:00dass viele noch nicht wahrhaben wollen,
00:34:01weil sie sich noch da
00:34:02in alten,
00:34:03weiß ich nicht,
00:34:04in alten Strukturen bewegen,
00:34:06ich weiß nicht warum,
00:34:07weil es ist ja eigentlich,
00:34:08es ist ja eine positive Entwicklung,
00:34:10dass wir über mehr reden können,
00:34:11dass wir uns migrationskritisch
00:34:13auseinandersetzen können,
00:34:14dass bestimmte Fakten
00:34:15noch nicht anerkannt werden wollen
00:34:16von allen Seiten,
00:34:17okay,
00:34:17das sehe ich auch so,
00:34:18da hast du schon recht,
00:34:19das ist schon eine richtige Beobachtung,
00:34:21aber dass man,
00:34:21dass da bestimmte Dinge
00:34:22bei Lanz besprochen werden,
00:34:23das wäre vor zehn Jahren
00:34:24undenkbar gewesen.
00:34:25Ja, das stimmt,
00:34:26also so in Talkshows,
00:34:28finde ich,
00:34:28merkt man jetzt gerade
00:34:29so ein bisschen diesen Shift
00:34:30auf jeden Fall
00:34:31und auch halt auf Social Media,
00:34:34also da ist das natürlich
00:34:34ein Riesenthema,
00:34:35da würde ich schon sagen,
00:34:36rechts ist schon fast Mainstream,
00:34:38eigentlich auf Social Media.
00:34:39Willkommen im Mainstream,
00:34:40hat Böhmermann gesagt
00:34:41und er hatte Recht
00:34:42da mit Clowny damals,
00:34:44das war vor einem Jahr,
00:34:44ne?
00:34:45Ja, genau,
00:34:46ja, stimmt,
00:34:46vor einem Jahr.
00:34:47Ja,
00:34:48also da ist es auf jeden Fall angekommen,
00:34:50ich glaube,
00:34:50so im privaten Kontext
00:34:55trauen sich viele noch nicht.
00:34:57Also ich kriege auch immer wieder Nachrichten
00:34:59und ich kenne es auch von mir selbst einfach,
00:35:01dass man manchmal an Runden sitzt
00:35:03und einer fängt an,
00:35:04linke Takes zu bringen
00:35:05und alle sagen,
00:35:06ja, ja,
00:35:07sehe ich auch so
00:35:08und ich habe es dann einmal gemacht
00:35:09in meiner früheren Arbeit,
00:35:11dass es eben so eine Situation war
00:35:12und alle gesagt haben,
00:35:14ja, ja, sehe ich auch so,
00:35:15ich weiß nicht mehr,
00:35:15was das Thema war,
00:35:16aber ich habe dann auf jeden Fall gesagt,
00:35:18ne,
00:35:19sehe ich anders so und so.
00:35:20Und auf einmal,
00:35:22wirklich,
00:35:23sind die aus ihren Löchern rausgekommen
00:35:25und haben gesagt,
00:35:25ja,
00:35:25eigentlich sehe ich das auch so
00:35:27und das ist doch nicht so.
00:35:28Und dann dachte ich mir so,
00:35:29ja, krass,
00:35:30wir sitzen also alle an einem Tisch,
00:35:32irgendwie zehn Leute,
00:35:33einer sagt was Linkes
00:35:34und alle tun so,
00:35:34als würden sie dazugehören.
00:35:36Natürlich fühlt man sich dann im Privaten,
00:35:38als würde niemand seine Meinung vertreten,
00:35:41als wären alle nur links.
00:35:43Aber wenn mal einer den Mund aufmacht,
00:35:45auf einmal merkt man,
00:35:46okay,
00:35:46hier sitzen aber mehr Leute am Tisch,
00:35:48mehr Meinungen
00:35:48und es ist alles gar nicht so homogen
00:35:50sehen,
00:35:50wie man sich das immer denkt.
00:35:52Nur einer muss halt anfangen.
00:35:53Das ist halt das Ding.
00:35:55Ja,
00:35:55das ist absolut meine Erfahrung auch.
00:35:57Und es ist natürlich auch,
00:35:57wie man etwas sagt,
00:35:58ob du jemand angreifst
00:35:59oder ob du einfach so ganz entspannt da sitzt
00:36:01und sagst,
00:36:01ja,
00:36:02ich sehe das anders.
00:36:03Ja.
00:36:03Das ist auch der Ton spielt die Musik.
00:36:05Man muss es halt souverän machen.
00:36:07Also das merke ich auch zum Beispiel,
00:36:08wenn wir irgendwo hingehen,
00:36:09auf Demos oder sowas.
00:36:11Dann,
00:36:12wenn man da hingeht
00:36:13und schon rumdruckst oder so
00:36:14und sagt,
00:36:15wenn dich jemand fragt,
00:36:16ja,
00:36:17woher bist du?
00:36:18Und dann sagt man,
00:36:18ja,
00:36:19junge Freiheit
00:36:20und dann fragen die Leute,
00:36:22ja,
00:36:22was ist das für ein Nachrichtending
00:36:23und dann,
00:36:25ja,
00:36:25so zwischen CDU und AfD,
00:36:28dann stehe ich da manchmal neben dran
00:36:30und denke,
00:36:30sag doch einfach,
00:36:31wir sind von der jungen Freiheit,
00:36:32wir sind rechtskonservativ,
00:36:33wollen sie mit uns ein Interview machen.
00:36:35So.
00:36:35Und dann ist es schon nicht so catchy.
00:36:37Also wenn schon jemand vor dir steht
00:36:39und so rumdruckst,
00:36:41dann hat man doch schon
00:36:42so ein ganz komisches Gefühl.
00:36:44Und wenn man es einfach souverän raussagt
00:36:46und sagt,
00:36:46ich bin das
00:36:47und wir wollen gerne das und das von Ihnen wissen,
00:36:48dann sind die Leute auch sofort dabei.
00:36:50Also da gab es bisher eigentlich dann noch niemanden,
00:36:52der dann Nein gesagt hat.
00:36:53Hm.
00:36:54Ja,
00:36:55so eine gewisse Souveränität und Sicherheit.
00:36:56Weil sonst die Unsicherheit
00:36:57lässt so viel Raum für Interpretationen
00:36:59und da denken sich die Leute,
00:37:00das ist komisch.
00:37:01Ja.
00:37:01Mit der,
00:37:02die ist sicher,
00:37:02oder der ist sich ja nicht mal sicher,
00:37:03was er selber macht.
00:37:04Ja.
00:37:06Hier,
00:37:06wegen Demo,
00:37:07lass uns mal nochmal über Erfurt sprechen.
00:37:08Das war ja jetzt
00:37:10und ich habe gesehen,
00:37:10natürlich,
00:37:11du warst mit Vadim
00:37:11auf eurem Social Media,
00:37:14Chef.
00:37:14Chef, ja, genau,
00:37:15dort
00:37:15und ihr wurdet attackiert,
00:37:17auch von hinten.
00:37:18Und das muss ich auch sagen,
00:37:18also abgesehen davon,
00:37:20ich meine,
00:37:21körperlich anzugehen auf so eine Demo,
00:37:22das ist schon echt mies
00:37:23und das ist ja nicht der einzige Fall,
00:37:25den wir da gesehen haben
00:37:26und ich finde das wirklich,
00:37:28wirklich bedenklich,
00:37:29dass da Leute,
00:37:29ich glaube von Apollo
00:37:30wurden auch,
00:37:31genau,
00:37:31drei junge Männer,
00:37:33meistens junge Leute,
00:37:34die da arbeiten,
00:37:34auch verprügelt wirklich.
00:37:35Und das ist so unterirdisch
00:37:38und dass es natürlich auch friedliche Demos gab.
00:37:41Ja,
00:37:42und trotzdem,
00:37:43in jeder anderen Konstellation
00:37:45wäre das rauf und runter gelaufen
00:37:48auf ZDF und ARD,
00:37:49Spiegel und Co.,
00:37:50das weißt du.
00:37:51Ja.
00:37:51Und in diesem Fall nicht.
00:37:53Es gab bestimmt einzelne journalistische Stimmen,
00:37:55die das auch kritisiert haben,
00:37:56aber das ist so unterirdisch
00:37:58und ich frage mich jetzt gerade,
00:37:59vielleicht magst du nochmal erzählen,
00:38:00wie das war für dich?
00:38:01Ich meine,
00:38:01ihr habt da gefilmt,
00:38:02eine Demo?
00:38:03Genau.
00:38:03Und dann kam von hinten
00:38:05irgendwie so eine Attacke.
00:38:06Ja.
00:38:06Und ich glaube,
00:38:07das war schon sehr schockierend.
00:38:09Ja,
00:38:09es war total gruselig.
00:38:10Also klar,
00:38:10wenn man auf so Demos geht,
00:38:11dann hat man natürlich immer
00:38:12offene Ohren und Augen und so weiter.
00:38:14Aber man denkt sich halt,
00:38:15na gut,
00:38:15die haben uns davor schon irgendwie
00:38:17zweimal den Tod gewünscht
00:38:18und Sachen gegrölt uns entgegen,
00:38:21so auf die Art,
00:38:22dass wir uns umbringen sollen.
00:38:23Dann war schon klar,
00:38:24okay,
00:38:24die Stimmung ist ja total aufgeheizt,
00:38:26aber es waren ja so viele andere noch da.
00:38:28Also es waren Journalisten von ZDF da,
00:38:29vom MDR,
00:38:30von der Taz.
00:38:31Der Sprecher von Widersetzen war da,
00:38:33linke parlamentarische Beobachter.
00:38:35Also wir hatten eigentlich
00:38:36ein gutes Gefühl.
00:38:37Wir dachten uns,
00:38:38naja,
00:38:38was soll jetzt hier passieren,
00:38:39wo doch alle da sind.
00:38:41Ja,
00:38:42und dann hat sich dieser Zug halt eben
00:38:43Richtung Polizei bewegt.
00:38:44Die waren so 200 Meter entfernt.
00:38:46Wir vorne dran gelaufen,
00:38:47mitgefilmt
00:38:48und auf einmal merke ich nur,
00:38:49wie Vadim so halb auf mich fällt.
00:38:51Ich dachte,
00:38:51vielleicht ist jemand mit einem Schirm gekommen
00:38:53und hat ihm irgendwie hinten
00:38:55so ein bisschen mit dem Schirm reingestochen
00:38:57oder sowas.
00:38:57Das machen die ja auch mal ganz gerne.
00:38:59Und dann habe ich mich umgedreht
00:39:00und auf einmal sehe ich nur
00:39:01diese drei Vermummten.
00:39:02Einer hatte schon das Handy
00:39:03von Vadim in der Hand,
00:39:04der andere hat ihm
00:39:05ins Gesicht geschlagen.
00:39:06Und ich war total in Schock.
00:39:09Ich habe es gar nicht realisieren können.
00:39:11Ich habe es nicht verstanden,
00:39:13wie das jetzt passieren konnte,
00:39:14weil ich mich eigentlich
00:39:15gerade noch sicher gefühlt hatte.
00:39:18Und dann plötzlich
00:39:19ist es so gekippt.
00:39:21Und ja,
00:39:22fand ich halt auch krass,
00:39:23dass dann offenbar
00:39:24auch all diese Leute
00:39:25und Journalisten da waren.
00:39:26und komischerweise
00:39:28hat es keiner gefilmt,
00:39:29keiner mitbekommen,
00:39:31keiner irgendwie was gesagt.
00:39:33Also das kann ich mir eigentlich
00:39:33fast nicht vorstellen,
00:39:34vor allem,
00:39:35weil auch der Taz-Journalist
00:39:37zum Beispiel mir direkt danach
00:39:38noch die Kamera
00:39:38ins Gesicht gehalten hat.
00:39:40Also irgendwer
00:39:41muss es ja gefilmt haben
00:39:42und das ist ja sehr seltsam,
00:39:43dass dann gar nicht
00:39:44berichtet worden ist,
00:39:45obwohl die Antifa
00:39:46sogar danach noch
00:39:47sehr laut gesungen hat,
00:39:48dass sie unser Handy haben.
00:39:50Also jeder wusste,
00:39:51dass was passiert ist.
00:39:52Und da ist man schon
00:39:53alleine gelassen.
00:39:55Und eigentlich können wir
00:39:56auch nicht mehr
00:39:57auf so Demos gehen,
00:39:58ohne dass wir mal Security haben
00:39:59oder zumindest mal
00:40:00mehr Menschen sind,
00:40:01weil die Stimmung kann
00:40:03immer kippen.
00:40:04Und das war jetzt
00:40:04bei einer Blockade,
00:40:05da kann man es natürlich
00:40:05noch erwarten.
00:40:06Aber so in der Innenstadt
00:40:07wie bei Apollo.
00:40:09Ja, und was machst du dann,
00:40:10wenn du da irgendwo bist?
00:40:11Eigentlich brauchst du immer
00:40:12die Polizei in Sichtweite.
00:40:13Und obwohl sie ja bei uns da war,
00:40:15hat es ja nichts gebracht.
00:40:16Also hätte ja auch schlimmer
00:40:18enden können.
00:40:19Wie ist das eigentlich,
00:40:22Teil dann von Medien zu sein,
00:40:25die quasi wie so freiwillig
00:40:27auch behandelt werden
00:40:28auf solchen Demos?
00:40:29Also da sind viele
00:40:30andere Journalisten
00:40:31und gut,
00:40:32vielleicht haben sie es
00:40:32nicht gefilmt oder so,
00:40:33aber dass da auch keine,
00:40:34ich benutze mal das
00:40:35sehr bemühte Wort
00:40:36von Solidarität, ja.
00:40:38Wie fühlt sich das eigentlich an,
00:40:39da nicht irgendwie
00:40:39so eine gewisse Solidarität
00:40:41zu spüren von Kollegen,
00:40:42die ja ähnlich Arbeit machen
00:40:43und vielleicht auch
00:40:44ähnliche Erfahrungen
00:40:44schon gemacht haben
00:40:45in anderen Kontexten.
00:40:47Aber weil es jetzt halt
00:40:48in dieser bestimmten
00:40:50Konstellation ist,
00:40:51da wird weggeguckt
00:40:52oder zumindest nicht hingeguckt.
00:40:54Ja, ich hatte danach
00:40:55tatsächlich ein Gespräch
00:40:56mit einem Journalisten,
00:40:58der mich darauf
00:40:58angesprochen hatte
00:40:59und der hat das
00:41:01so ein bisschen
00:41:02klingeln lassen,
00:41:03als ob nicht
00:41:04jeder mit einem
00:41:06Presseausweis
00:41:06auch automatisch
00:41:07Presse wäre,
00:41:08also dass da
00:41:10differenziert werden würde
00:41:11und er meinte
00:41:12auch zum Beispiel
00:41:13zu mir,
00:41:13ob das nicht
00:41:13eine Provokation war,
00:41:15allein,
00:41:15dass wir schon
00:41:16bei der Demo sind
00:41:17und dann habe ich gesagt,
00:41:18ja Entschuldigung,
00:41:19aber dann wäre es
00:41:20auch eine Provokation,
00:41:21wenn auf dem
00:41:21AfD-Parteitag
00:41:23dann eben
00:41:23ZDF da ist
00:41:24oder die Taz da ist
00:41:25oder irgendwelche
00:41:26Medien da sind,
00:41:27die gegen die
00:41:28AfD quasi sind.
00:41:31So und nur,
00:41:32weil wir uns nicht
00:41:33mit der Antifa
00:41:34solidarisieren
00:41:35oder für die Antifa
00:41:36sind,
00:41:36warum sollen wir
00:41:36dann nicht drüber
00:41:37berichten können?
00:41:38Das ist doch gestört.
00:41:39Wir können über alles
00:41:40berichten
00:41:40und wir machen nichts.
00:41:41Wir stehen da
00:41:42und wollen einfach
00:41:43nur filmen
00:41:44und nur nicht mal
00:41:45das konnten wir machen,
00:41:46weil zum Beispiel
00:41:47der Sprecher von
00:41:47Widersätzen,
00:41:48der noch davor
00:41:48Interviews gegeben hat,
00:41:50wurde abgeschirmt
00:41:51von unseren Kameras
00:41:52mit Regenschirmen,
00:41:54damit wir ihn
00:41:55nicht filmen können
00:41:55und er ist der
00:41:56Vorsteher
00:41:57dieser Demos.
00:41:58Also ich frage mich
00:41:59halt immer,
00:42:01wieso?
00:42:02Was machen wir
00:42:03so Schlimmes?
00:42:03Wir schreien niemanden an,
00:42:05wir wünschen niemandem
00:42:06den Tod,
00:42:06wir bedrängen keine Leute,
00:42:08wir sind einfach nur da
00:42:09und wollen es filmen
00:42:10und was dann dabei
00:42:11rauskommt,
00:42:11hat man ja gesehen.
00:42:13Also ohne Provokation,
00:42:14aber es kann nicht sein,
00:42:15dass allein schon
00:42:16eine Provokation ist,
00:42:16dass wir da hingehen
00:42:18und berichten wollen,
00:42:19weil das ist ja
00:42:20immerhin unser Job
00:42:21und auch unser gutes Recht.
00:42:24Und also sehe ich,
00:42:25also muss ich sagen,
00:42:26sehe ich genauso.
00:42:26Ich finde es unterirdisch,
00:42:28diese selektive Solidarität.
00:42:32Ich will jetzt nicht so
00:42:33selbstreferentiell werden,
00:42:34aber ich kenne das
00:42:34natürlich von früher,
00:42:35von RT.
00:42:36Und das Ding ist,
00:42:36deswegen habe ich so die Idee,
00:42:37dass ich ganz viele Erfahrungen,
00:42:39die viele Leute jetzt machen,
00:42:40die habe ich einfach schon
00:42:40vor zehn, zwölf Jahren gemacht.
00:42:42Da hat es aber niemand gejuckt,
00:42:43weil du hast ja beim
00:42:45Propagandasender gearbeitet.
00:42:45Und das ist halt immer
00:42:46das Problem damit.
00:42:48Am Anfang sind es immer die,
00:42:49ach, das interessiert doch nicht,
00:42:50ach, das ist doch der Ken von KenFM,
00:42:51ist doch egal,
00:42:52wenn die Landesmedienanstalten
00:42:53immer eben ankacken.
00:42:55Jetzt passiert es bei Ben
00:42:56und alle so,
00:42:56mein Gott, das geht ja gar nicht.
00:42:57Aber das ist schon
00:42:58viel, viel kleineren Medien
00:42:59vorher passiert,
00:43:00hat aber niemand interessiert,
00:43:01weil das sind ja
00:43:02die Schmuddelkinder,
00:43:03ist egal.
00:43:04Ja, das sind die Bösen.
00:43:05Ja, aber so fängt es immer an.
00:43:07Und dann kommen sie immer näher,
00:43:08sie kommen immer näher
00:43:09und dann kommt es jetzt auch
00:43:10zu so gestandenen,
00:43:13rechtskonservativen Zeitungen,
00:43:14weißt du was,
00:43:14dann passiert es denen auch.
00:43:15Ja.
00:43:15Und das ist halt das Problem daran
00:43:17und deswegen muss man schon
00:43:18am Anfang,
00:43:19wenn es die Bösen,
00:43:21die Schmutzigen erwischt,
00:43:22da muss man sehr,
00:43:23sehr, sehr vorsichtig sein.
00:43:25Weil das ist so eine Salami-Taktik,
00:43:27die kommen dann immer näher,
00:43:28kommen immer näher.
00:43:29Ja, klar.
00:43:29Ja.
00:43:30Und das ist das,
00:43:30was ich so beobachte
00:43:31und mir denke,
00:43:32ja, ja,
00:43:33früher war man halt
00:43:34nicht so aufmerksam,
00:43:35da haben alle dann so gesagt,
00:43:36ach, so scheißegal,
00:43:36was denen passiert,
00:43:37aber jetzt passiert es ihnen auch
00:43:39und dann ist es nicht mehr angenehm,
00:43:40überhaupt nicht schön.
00:43:41Es ist ja abzusehen gewesen eigentlich,
00:43:44weil die Stimmung ja so extrem ist
00:43:46mittlerweile.
00:43:48Deswegen,
00:43:48wir wissen ja im Vorfeld schon,
00:43:50was uns erwarten könnte.
00:43:51Also,
00:43:52wir brauchen eigentlich Securities.
00:43:54Wir können eigentlich nicht mehr
00:43:56alleine irgendwo hingehen.
00:43:57Wir können nicht mehr
00:43:57die Arbeit machen,
00:43:58einfach weil
00:43:59es quasi
00:44:01legitimiert wird,
00:44:02auch von Politikern aus,
00:44:04das,
00:44:04was passiert.
00:44:05Also,
00:44:05auch dieses Bündnis Widersetzen
00:44:07wurde ja gepusht
00:44:08und noch beworben
00:44:09von Reichenek zum Beispiel
00:44:10oder von
00:44:11Ferhat Kocak
00:44:12und dann fragt man sich halt
00:44:14so ein bisschen,
00:44:14wie könnt ihr
00:44:15dieses Bündnis unterstützen,
00:44:16das schon im Vorfeld
00:44:18quasi Gewalt
00:44:19angekündigt hatte
00:44:20und
00:44:22das sind Menschen,
00:44:23die uns regieren.
00:44:24Also,
00:44:25gut,
00:44:25die Linke sitzt nicht in der Regierung,
00:44:26aber im Bundestag halt.
00:44:28Was haben die denn angekündigt,
00:44:29ganz konkret?
00:44:30Also,
00:44:31die hatten zum Beispiel
00:44:31so eine Broschüre rausgegeben,
00:44:33wo sie halt eben
00:44:34gesagt haben,
00:44:35wie man Polizeiketten
00:44:37durchbrechen kann
00:44:38oder
00:44:39dass auch zu Aktionen
00:44:40bei Demos
00:44:41zum Beispiel
00:44:41Brandanschläge
00:44:42dazugehören würden
00:44:44und als die Polizei
00:44:45gesagt hat,
00:44:46wir
00:44:47wir blockieren
00:44:48die Straße,
00:44:49also,
00:44:49ihr dürft
00:44:50eure Blockaden
00:44:51nicht machen,
00:44:52haben die auch gesagt,
00:44:53naja,
00:44:53wir halten uns
00:44:54einfach nicht dran,
00:44:55also,
00:44:55wir widersetzen uns
00:44:56nochmal der Polizei
00:44:57dann da
00:44:58und
00:44:59fasch uns den Tag
00:45:00vermiesen
00:45:01war zum Beispiel
00:45:02ein Slogan.
00:45:03Also,
00:45:03man wusste schon,
00:45:04was da passiert ist
00:45:05und Widersetzen
00:45:06war ja auch schon
00:45:06in Gießen
00:45:07vor einem halben Jahr da
00:45:08und da war es ja auch
00:45:09überhaupt nicht
00:45:10friedlich in Gießen
00:45:11und da sind wir auch
00:45:12zum Beispiel von denen
00:45:13angegriffen worden.
00:45:15Fühlst du dich eigentlich
00:45:17unsicherer
00:45:17in einer Umgebung
00:45:19von Linken
00:45:20oder von Ausländern,
00:45:21Migranten?
00:45:21Von Linken eigentlich,
00:45:23ja,
00:45:24weil,
00:45:24wenn ich mir jetzt überlege,
00:45:25ich müsste jetzt
00:45:26in so einen Antifa-Bus
00:45:27einsteigen,
00:45:29dann würde ich mir denken,
00:45:30weiß ich nicht,
00:45:31ob ich da
00:45:32wieder rauskomme,
00:45:33einfach aufgrund dessen
00:45:35auch,
00:45:35was ich schon
00:45:36erlebt habe,
00:45:37also wie extrem
00:45:39aufgeladen die auch sind
00:45:40und wie viel Hass
00:45:40die einfach haben
00:45:42auf mich
00:45:42als Person
00:45:44von eben
00:45:45einer rechten Zeitung
00:45:47und wenn ich mir überlege,
00:45:48ich würde einfach
00:45:49in einen Bus
00:45:49mit Ausländern
00:45:51einsteigen,
00:45:52also warum sollten die
00:45:53mich jetzt erstmal hassen?
00:45:55Gibt es keinen Grund dafür?
00:45:57Wahrscheinlich wäre es denen
00:45:58einfach egal
00:45:58und mir wäre es
00:45:59wahrscheinlich auch egal.
00:46:00Das ist halt meistens
00:46:02die Erfahrung.
00:46:02Ich habe vor kurzem
00:46:03auch gelernt,
00:46:03dass die AfD in Berlin,
00:46:05die haben endlich mal
00:46:06einen Saal bekommen
00:46:06und dann war es
00:46:07ein Saal,
00:46:08der typischerweise
00:46:09für türkische Hochzeiten
00:46:10Das war ja auch
00:46:11in Neukölln.
00:46:11Ja und das ist halt
00:46:13oft die Erfahrung,
00:46:14das ist auch so witzig,
00:46:15die AfD da machen,
00:46:17dass sie mit dem
00:46:18migrantischen Anteil
00:46:18der Gesellschaft,
00:46:20mit Ausländern
00:46:20weniger Probleme haben
00:46:22als mit Deutschen
00:46:23tatsächlich
00:46:23und das ist so
00:46:24irgendwie ein bisschen
00:46:25in sich lustig.
00:46:27Ja,
00:46:28also ich zum Beispiel
00:46:29habe ja kein Problem
00:46:30mit Ausländern generell
00:46:31und ich habe auch kein Problem
00:46:32mit Linken generell.
00:46:33Es gibt ja immer
00:46:34spezielle Gruppen
00:46:36dann darin halt
00:46:37und mein Problem
00:46:38bei Linken
00:46:39sind jetzt nicht
00:46:40alle Linken oder so,
00:46:41sondern einfach so Leute,
00:46:42die so extrem sind
00:46:43und die auch drauf beharren,
00:46:45dass sie extrem sind
00:46:46und dass sie
00:46:47moralisch mir überlegen sind
00:46:48und ich bin Abschaum
00:46:50für diese Menschen
00:46:51und das ist ja wirklich
00:46:53eine ganz schwierige
00:46:54Konstellation,
00:46:55dieser Hass,
00:46:56der von denen ausgeht
00:46:57auf mich.
00:46:58Und das ist so,
00:46:58wie du das erlebst?
00:46:59Ja, voll.
00:47:00Und du warst jetzt
00:47:01schon auf einigen Demons,
00:47:02was war das Krasseste eigentlich,
00:47:03was du da jemals erlebt hast?
00:47:04War das jetzt Erfurt?
00:47:05Also das war jetzt Erfurt,
00:47:06genau.
00:47:07Ja,
00:47:08in Gießen
00:47:08haben sie uns nur mit
00:47:10Dreck und einer Flasche
00:47:12geworfen
00:47:12und sind auf uns zugelaufen,
00:47:14aber das war jetzt
00:47:15kein richtiger Angriff
00:47:16in dem Sinne,
00:47:16aber das in Erfurt,
00:47:18sobald wir da angekommen sind,
00:47:20wurde eigentlich
00:47:21anderthalb Stunden lang
00:47:22nur gegen uns gegrölt
00:47:23und wie gesagt,
00:47:25auch konkret
00:47:25Morddrohungen
00:47:26gegen uns
00:47:27dann im Kollektiv
00:47:28ausgesprochen
00:47:29und das war
00:47:30schon heftig.
00:47:32Das war
00:47:32auf jeden Fall heftig
00:47:33und man hat gemerkt,
00:47:34okay,
00:47:34wir sind das Ziel,
00:47:35weil die AfD
00:47:36nicht hier ist,
00:47:37quasi als
00:47:38Stellvertreter dafür.
00:47:40Oh wow,
00:47:41okay,
00:47:42woher nimmst du den Mut?
00:47:44Ich bin,
00:47:45glaube ich,
00:47:45da ein bisschen
00:47:46zu naiv
00:47:47tatsächlich noch,
00:47:48also das war jetzt
00:47:49so die zweite
00:47:50größte Antifa-Demo,
00:47:51wo ich halt jetzt war
00:47:52und ich denke immer so,
00:47:54diese Leute
00:47:55machen schon nichts.
00:47:56Also ich gehe immer davon aus,
00:47:58dass sie nichts machen.
00:47:59Ich gehe immer erst mal
00:48:00vom Guten aus
00:48:00und mein Chef meinte schon zu mir,
00:48:03komm, wir gehen.
00:48:04Also fünf Minuten vor der Attacke
00:48:06meinte er,
00:48:06komm, wir gehen jetzt,
00:48:07weil die sich bewegt haben
00:48:08und er ist natürlich viel erfahrener
00:48:10und wusste,
00:48:11es kann natürlich was passieren
00:48:12und ich bin so naiv
00:48:13und denke mir so,
00:48:14aber was sollen die machen?
00:48:15Die werden mich doch jetzt
00:48:15nicht angreifen,
00:48:16vor allem nicht mich als Frau
00:48:17und hier,
00:48:18wenn die ganzen Kameras laufen
00:48:20und so,
00:48:20die werden das doch nicht machen
00:48:22und da vorne steht die Polizei.
00:48:24Aber ja,
00:48:25ist ja dann doch genau anders gekommen,
00:48:27als ich gedacht habe.
00:48:28Also da bin ich einfach noch
00:48:29zu naiv
00:48:30und vielleicht auch zu gutgläubig,
00:48:31dass ich mir denke,
00:48:32so viel Hass kann man
00:48:33auf jemanden nicht haben,
00:48:34dass man jemanden
00:48:34tatsächlich körperlich angreift.
00:48:37Michael Andrick,
00:48:38der Philosoph,
00:48:39hat Naivität mal so definiert
00:48:40und zwar,
00:48:41Naivität ist das Unwissen
00:48:42darüber,
00:48:43was kommen muss.
00:48:44Und ich finde,
00:48:45das ist eine fantastische Definition.
00:48:47Das passt eigentlich genau.
00:48:48Das passt perfekt.
00:48:48Ja, genau.
00:48:49Deswegen muss ich gerade daran denken.
00:48:51Das ist schon sehr krass,
00:48:53dass du das so erlebst.
00:48:55Woher,
00:48:56also vielleicht frage ich das nochmal,
00:48:57aber es interessiert mich
00:48:58einfach deine Sicht darauf,
00:48:59weil du bist ja so nah dran,
00:49:00nicht nur bei den Demos,
00:49:01sondern auch im Social Media Raum.
00:49:03Und jetzt,
00:49:03ich will jetzt nicht alles
00:49:04aus dem digitalen Raum
00:49:05in die echte Welt übertragen,
00:49:06weil das ist auch manchmal fatal,
00:49:07weil die echte Welt
00:49:08kann so viel schöner sein
00:49:09und da können so viele schöne Kontakte
00:49:11auch entstehen,
00:49:11die im digitalen Raum
00:49:12überhaupt nicht möglich sind.
00:49:13Ja,
00:49:14so,
00:49:14aber was,
00:49:15wenn du jetzt dir das anguckst,
00:49:16also was du so auch erlebt hast,
00:49:17in den wie vielen Jahren
00:49:18arbeitest du jetzt schon
00:49:19bei der jungen Freiheit?
00:49:20Ein bisschen mehr als ein Jahr.
00:49:21Oh,
00:49:21wow,
00:49:22dann ist ja krass,
00:49:23dass du so richtig
00:49:24einen krassen Einblick jetzt bekommst
00:49:25über das letzte Jahr.
00:49:27Aber was ist das,
00:49:27woher glaubst du,
00:49:28kommt dieser Hass?
00:49:32Es muss mit der Ideologie
00:49:34einfach zu tun haben.
00:49:35Also,
00:49:35dass einfach Menschen
00:49:36so krass
00:49:37eine Ideologie befeuern,
00:49:41die natürlich einfach
00:49:42gegen uns gerichtet ist,
00:49:43weil wir ja auf der anderen Seite
00:49:44von denen stehen.
00:49:45Also,
00:49:45wenn man jetzt sagt,
00:49:46die stehen links,
00:49:47dann stehen wir ja rechts
00:49:48einfach von denen.
00:49:49Und dieses Anderssein,
00:49:52eine andere Meinung haben,
00:49:54wird halt von deren Ideologie
00:49:55nicht getragen.
00:49:57Und dann denken diese Menschen ja,
00:50:00also Linke denken ja,
00:50:01dass ich dafür verantwortlich bin,
00:50:03wenn Migranten angegriffen werden
00:50:06oder abgeschoben werden
00:50:08oder sonstiges
00:50:09oder wenn mehr Rassismus entsteht
00:50:11oder so.
00:50:12Aber das sehe ich halt nicht so.
00:50:14Aber die denken halt,
00:50:15ich bin die Wurzel
00:50:16allen Übels
00:50:17für das,
00:50:18was zum Beispiel
00:50:19Migranten passiert.
00:50:20Und dann,
00:50:22ja,
00:50:22wenn man sich halt so moralisch
00:50:23besser überhebt,
00:50:24wie die Linken es halt machen,
00:50:26denkt man,
00:50:26okay,
00:50:26dieser Mensch ist dann schlecht,
00:50:28ist ein schlechter Mensch,
00:50:29weil er die und die Meinung hat.
00:50:30Und wenn man das Gefühl hat,
00:50:32jemand ist ein schlechter Mensch,
00:50:33dann wertet man den ab
00:50:35und dann hat man vielleicht auch
00:50:37nicht mehr so viel Respekt
00:50:38gegenüber diesem Menschen,
00:50:39als dass man nicht gewalttätig werden würde
00:50:40oder eben böse Sachen schreibt.
00:50:44Also nimmst du das als Mangel
00:50:46an Menschlichkeit wahr?
00:50:47Ja,
00:50:48auf jeden Fall.
00:50:49Oh,
00:50:49könnte ja sein,
00:50:50die objektifizieren dich,
00:50:51Obacht,
00:50:52objektifizieren dich,
00:50:52ganz schwierige Angelegenheit.
00:50:54Ja,
00:50:55wie bist du eigentlich damals
00:50:56dann vor einem Jahr
00:50:57zu Jungfreiheit gekommen?
00:50:58Wie war da dein Weg?
00:50:59Also eigentlich ganz random.
00:51:01Ich habe davor
00:51:02Jura studiert gehabt,
00:51:03habe einen Bachelor gemacht dort
00:51:05und kannte jemanden,
00:51:06der bei der Jungfreiheit
00:51:08gearbeitet hat.
00:51:09Und die Junge Freiheit
00:51:10macht jedes Jahr
00:51:11so ein Jungautoren-Seminar
00:51:12und da hieß es,
00:51:13dann willst du nicht dran teilnehmen.
00:51:15Und dann war ich so,
00:51:15ja okay,
00:51:16komme ich halt mal zwei Tage Berlin,
00:51:18ein paar Menschen kennenlernen
00:51:19und so.
00:51:20Ich kannte die Junge Freiheit
00:51:20schon davor
00:51:21und habe denen auf Instagram gefolgt
00:51:23und dachte so,
00:51:24ja okay,
00:51:24komme ich halt mal.
00:51:25Und dann haben wir uns
00:51:26so ein bisschen unterhalten,
00:51:27auch Vadim und ich dann,
00:51:28den ich dann da kennengelernt hatte
00:51:30und der meinte so,
00:51:31ja wir suchen noch junge Leute
00:51:33und gerne auch junge Frauen,
00:51:34die Bock haben,
00:51:35Social Media zu machen.
00:51:36Und ich fand es eigentlich
00:51:37schon immer cool,
00:51:38so ein bisschen vor der Kamera
00:51:39zu stehen,
00:51:40hat es aber nie gemacht,
00:51:41sondern so als Kind halt
00:51:42für mich selber.
00:51:44Ja und dann habe ich gesagt,
00:51:45naja okay,
00:51:45probiere ich es halt mal,
00:51:46habe ein, zwei Videos gemacht,
00:51:47das war ganz lustig
00:51:48und dann hieß es,
00:51:49probiere doch mal
00:51:49einen eigenen Kanal zu machen.
00:51:51Und dann habe ich das angefangen,
00:51:52lief natürlich gar nicht,
00:51:53weil ich natürlich auch
00:51:54keine Ahnung hatte,
00:51:55wie ich das jetzt machen muss
00:51:56und das war halt
00:51:57so ein krasser Prozess
00:51:58und dann ist man aber
00:51:59immer besser geworden
00:52:00und die Aufrufzahlen
00:52:01immer größer
00:52:01und irgendwann war so
00:52:02dieser Knackpunkt,
00:52:03dass man so gemerkt hat,
00:52:04oh krass,
00:52:05jetzt habe ich was Gutes,
00:52:07also jetzt ist mein Format gut,
00:52:09so wie ich es mache
00:52:10und ich erreiche viele Menschen,
00:52:11das macht ja richtig Spaß
00:52:12und das könnte vielleicht
00:52:14sogar mein richtiger Job werden.
00:52:16Und ja,
00:52:17dann bin ich von einem Minijob
00:52:19jetzt zu Vollzeit
00:52:20in ein bisschen mehr
00:52:21als einem Jahr gewandelt
00:52:22und ja,
00:52:23könnte eigentlich nicht besser sein
00:52:25für mich.
00:52:25Wie geht dein Umfeld damit um?
00:52:28Die Junge Freiheit ist
00:52:29aus meiner Sicht
00:52:29ein komplett legitimes Medium
00:52:31und ich möchte das wirklich,
00:52:32ich habe auch schon Werbung
00:52:33für die gemacht und so weiter,
00:52:34also es ist mir ein Rätsel,
00:52:37wie man das
00:52:38in irgendeine extremistische Ecke
00:52:39packen kann,
00:52:40das tut mir leid.
00:52:40Da muss ich wirklich
00:52:41fast ein bisschen drüber lachen,
00:52:42weil ich mir denke,
00:52:43meine Güte,
00:52:43okay, jetzt kommt der.
00:52:44Ja, ja, ja.
00:52:45Also das ist wirklich so,
00:52:46die Tante Jasmin am Tisch,
00:52:47die sagt,
00:52:47also jetzt kommen jetzt
00:52:48alle mal wieder runter,
00:52:50ja,
00:52:50es ist ganz normal,
00:52:51es ist okay,
00:52:52aber okay,
00:52:53das ist beiseite,
00:52:54aber wie geht dein Umfeld damit um,
00:52:56wenn du Freunden,
00:52:57Familie,
00:52:57die wissen ja,
00:52:58wo du arbeitest,
00:52:58wenn du bist mit Gesicht,
00:53:00aber nicht mit echtem Namen
00:53:01vor der Kamera,
00:53:02darüber können wir auch noch reden,
00:53:04aber oder auch,
00:53:04wenn du aber neue Leute kennenlernst,
00:53:06zum Beispiel,
00:53:06das stelle ich mir dann manchmal
00:53:07vielleicht ein bisschen
00:53:08auch gut oder herausfordernd vor.
00:53:09Also mit meiner Familie
00:53:10ist das ganz wunderbar,
00:53:12die waren natürlich am Anfang
00:53:13ein bisschen skeptisch,
00:53:14weil sie halt auch dachten,
00:53:15du wirst jetzt mit deinem Gesicht
00:53:16für immer dafür stehen
00:53:18und vielleicht verbaut dir das
00:53:19irgendwann mal Chancen,
00:53:21aber dann habe ich,
00:53:23so am Anfang denkt man das ja,
00:53:24wenn es noch nicht läuft
00:53:24und dann irgendwann läuft es so
00:53:25und dann ist mir aufgefallen,
00:53:27dadurch,
00:53:27dass es läuft,
00:53:28lerne ich ja auch Menschen kennen.
00:53:29Also für den Fall,
00:53:30dass es mal nicht mehr läuft,
00:53:31kenne ich so viele Menschen
00:53:33und dann muss ich einfach nur anrufen
00:53:34und sagen,
00:53:34hallo,
00:53:35wir kennen uns,
00:53:36wie sieht es aus,
00:53:36hast du was für mich?
00:53:37Also ich glaube,
00:53:38da ist man abgesichert
00:53:39und als meine Eltern das gecheckt haben,
00:53:40waren sie auch so,
00:53:41ja okay,
00:53:41dann go,
00:53:42mach das,
00:53:43das ist super und so.
00:53:44Und meine Freunde sind eigentlich
00:53:45alle sehr,
00:53:46sehr links.
00:53:48Tatsächlich,
00:53:49also sind auch gar nicht
00:53:50meiner Meinung,
00:53:50wir streiten uns auch dauernd,
00:53:51aber danach nimmt man sich
00:53:53wieder einen Namen
00:53:53und sagt,
00:53:53okay,
00:53:54wir mögen uns ja,
00:53:55wir sind ja Freunde,
00:53:56also wir können ja
00:53:56unterschiedliche Meinungen haben,
00:53:58aber die finden eigentlich auch gut,
00:54:00was ich mache.
00:54:00Nicht die Inhalte,
00:54:02aber so,
00:54:03dass ich es überhaupt mache
00:54:04und sagen auch so,
00:54:05ja Glückwunsch,
00:54:06wenn ich jetzt irgendwas erreicht habe
00:54:08oder so.
00:54:08Also die freuen sich dann da mit mir.
00:54:10So mit neuen Leuten
00:54:11ist das immer ein Problem.
00:54:14Tatsächlich,
00:54:14weil ich mir immer denke,
00:54:15ich weiß ja nicht,
00:54:16was die denken,
00:54:17wie die eingestellt sind vielleicht auch
00:54:19und dann bin ich immer
00:54:20so ein bisschen zurückhaltend,
00:54:22aber ich habe,
00:54:23wie ich auch vorhin gesagt habe,
00:54:24ich habe gemerkt,
00:54:24wenn man das einfach souverän raushaut,
00:54:26dann gibt man den Leuten
00:54:27nicht die Möglichkeit,
00:54:28darüber nachzudenken,
00:54:29ob das jetzt irgendwie
00:54:30schwierig ist oder so,
00:54:32sondern die nehmen das
00:54:33dann einfach so auf
00:54:33und wenn sie mich danach
00:54:34nicht leiden können,
00:54:35dann ist es halt so.
00:54:36Also interessiert dann auch
00:54:37einfach nicht mehr,
00:54:38weil Menschen,
00:54:39die das ja nicht akzeptieren,
00:54:41sind ja sowieso nicht meine Freunde.
00:54:43Und wieso trittst du nicht
00:54:44mit deinem Klarnamen auf?
00:54:46Das habe ich mir am Anfang
00:54:47so überlegt,
00:54:47weil ich einfach nicht wollte,
00:54:49dass so meine Familie
00:54:51mit da rein gerät.
00:54:52Also mein Name ist außergewöhnlich
00:54:54und ich finde...
00:54:57Du musst immer nachfragen,
00:54:58aber jetzt habe ich ihn gespeichert.
00:55:00Genau und es war halt einfach
00:55:02am Anfang so dadurch,
00:55:03dass ich das auch noch
00:55:03nebenberuflich gemacht hatte,
00:55:05dass ich einfach nicht wollte,
00:55:05dass einfach direkt die ganze Welt
00:55:06erfährt, wer ich bin
00:55:07und vielleicht auch darüber
00:55:09dann Sachen über meine Familie
00:55:10oder dergleichen rausfinden kann,
00:55:12weil das gibt es ja natürlich.
00:55:15Also Menschen werden gedockst
00:55:16und öffentlich irgendwie
00:55:17an den Pranger gestellt,
00:55:19Adressen veröffentlicht
00:55:19und so weiter.
00:55:20Und das wollte ich halt
00:55:21so ein bisschen verhindern.
00:55:23Natürlich, wer mich kennt,
00:55:24kennt mich.
00:55:25Das ist ja ganz klar
00:55:26und gerade aus so
00:55:27dem weiteren Umfeld zum Beispiel
00:55:29gibt es immer wieder Leute,
00:55:30die versuchen,
00:55:31das irgendwie zu leaken.
00:55:33Das sind Menschen,
00:55:33die ich früher in der Schule kannte
00:55:35oder aus dem Studium
00:55:36so beiläufig kannte.
00:55:39Aber ja,
00:55:40eines Tages
00:55:41wird es dann schon rauskommen.
00:55:42Nur ich denke mir mal so,
00:55:43vielleicht schiebe ich das
00:55:44einfach noch ein bisschen,
00:55:45weil man will sich ja auch
00:55:45so ein bisschen Privatsphäre behalten.
00:55:48Man muss ja nicht,
00:55:49nur weil man in der Öffentlichkeit steht,
00:55:50alles,
00:55:51wirklich auch alles
00:55:51in die Öffentlichkeit tragen.
00:55:53Ja, das verstehe ich schon.
00:55:55Aber du hast jetzt,
00:55:56das fand ich so spannend,
00:55:56dass du gesagt hast,
00:55:57dein Freundeskreis ist links.
00:56:00Ja.
00:56:01Das ist sehr spannend
00:56:02und es funktioniert aber.
00:56:03Also ich habe sogar eine Freundin,
00:56:05die teilweise mit auf Antifa-Partys geht
00:56:07oder so.
00:56:08Ja,
00:56:09aber es ist okay.
00:56:12Also was interessiert es mich?
00:56:14Ja, aber okay,
00:56:15da möchte ich mal genauer nachfragen.
00:56:17Ich meine,
00:56:18ja, okay,
00:56:18ich verstehe,
00:56:19du kennst sie wahrscheinlich
00:56:19auch schon länger
00:56:20und da ist auch ein gewisses
00:56:21Vertrauen gewachsen,
00:56:22alles nachvollziehbar.
00:56:23Aber dass sie jetzt
00:56:24auf eine Antifa-Party geht,
00:56:25ist es die Antifa?
00:56:27Ich weiß,
00:56:27es ist keine zentrale Organisation.
00:56:29Ich weiß,
00:56:29mein Gott,
00:56:30bitte.
00:56:31Man beruhige sich.
00:56:32Man beruhige sich.
00:56:33Man beruhige sich,
00:56:34danke.
00:56:37dieselben,
00:56:39mehr oder weniger,
00:56:40die dir dann
00:56:41bei so einer Demo
00:56:42hinterherrennen
00:56:43und dich von hinten angreifen.
00:56:46Also das ist schon
00:56:47schwierig gewesen
00:56:48am Anfang,
00:56:49das dann
00:56:51irgendwie zu vereinbaren,
00:56:52wenn dann die Freundin
00:56:53nach Hause kommt
00:56:54und zu einem sagt,
00:56:54hey,
00:56:55ich war auf einer Antifa-Party,
00:56:55hier noch einen Antifa-Sticker
00:56:56für dich
00:56:57und dann guckst du sie an
00:56:58und denkst dir so,
00:56:59bist du verrückt?
00:57:00Also warum gibst du mir das?
00:57:01Das Ding ist,
00:57:02sie ist auch
00:57:04zu naiv dann.
00:57:05Also ich weiß das ja
00:57:07von erster Hand,
00:57:08zu was diese Menschen
00:57:09fähig sind
00:57:10und natürlich sind die
00:57:11vielleicht untereinander
00:57:12alle nett und freundlich
00:57:13und tolle Menschen
00:57:13und so,
00:57:14aber angenommen,
00:57:15sie würde mich mitnehmen
00:57:16auf so eine Party,
00:57:18dann wären die auf einmal
00:57:18nicht mehr so.
00:57:19Und ich glaube,
00:57:20den Leuten ist das
00:57:21vielleicht teilweise
00:57:22auch gar nicht bewusst,
00:57:23dass es da diese Eskalation
00:57:25und diese Hetzjagden
00:57:26und Angriffe
00:57:27und so weiter
00:57:27überhaupt gibt
00:57:28in diesem Ausmaß
00:57:29und dass diese Menschen
00:57:30voller Hass sind
00:57:31auf Leute wie mich.
00:57:32Und ich glaube,
00:57:33wenn sie das realisieren würde,
00:57:35würde sie da vielleicht
00:57:36auch nicht mehr
00:57:38so entspannt rumhängen.
00:57:40Also die Naivität darüber,
00:57:42was geschehen muss
00:57:43oder was passieren muss,
00:57:44also das Unwissen darüber.
00:57:46Ah, du glaubst,
00:57:47sie weiß es einfach nicht.
00:57:48Ja, das ist tatsächlich
00:57:48ein bisschen ein Problem,
00:57:49und das ist auch
00:57:50im Social Media,
00:57:51dass die Videos
00:57:52natürlich nicht bei denen ankommen.
00:57:54Also das ist ja,
00:57:55also bei denen kommen
00:57:55die Sachen von markant an,
00:57:56wo dann irgendwelche Rechten
00:57:58möglichst blöd dargestellt werden
00:57:59auf Demos,
00:58:00weil bei Rechten
00:58:01kommen dann die Videos
00:58:02von Michelle,
00:58:03also Eingoldan an,
00:58:05wo dann irgendwelche Linken
00:58:06möglichst dumm dastehen.
00:58:07Genau, das ist einfach
00:58:07die Realität.
00:58:08Es sind ja nur Echokammern
00:58:09im Endeffekt
00:58:10dann auch die ganze Zeit.
00:58:12Man muss halt immer wieder
00:58:12versuchen,
00:58:13daraus auszubrechen.
00:58:14Also ich kann,
00:58:16ich muss auch immer
00:58:16zum Beispiel daraus ausbrechen,
00:58:17weil sonst weiß ich ja gar nicht,
00:58:18was bei den anderen abgeht.
00:58:19Sonst würde ich ja nur
00:58:20die ganze Zeit darüber berichten,
00:58:21was CDU und AfD treiben.
00:58:23Ich muss ja auch gucken,
00:58:24was treibt denn die Linke
00:58:24und die Grüne?
00:58:25Also ich kriege alles eingespült
00:58:27von beiden Seiten.
00:58:28Das ist natürlich halt auch anstrengend.
00:58:31Bittiger Brain-Fast sozusagen.
00:58:32Ja, aber du kriegst es natürlich
00:58:33auch durch deinen Freundeskreis.
00:58:35Das ist ja auch ganz gut,
00:58:36dass man damit dann auch
00:58:37so im echten Leben
00:58:38damit konfrontiert ist
00:58:40und nicht nur
00:58:41in seiner eigenen Bubble
00:58:42dann irgendwie bleibt.
00:58:43Ja, ich glaube,
00:58:43das ist auch wichtig,
00:58:44weil ansonsten,
00:58:44ich lerne viele Leute kennen,
00:58:46die sind so unreflektiert
00:58:48und undifferenziert
00:58:50und können nur noch
00:58:51ihr Ding sehen.
00:58:52Die haben so diesen einen Weg
00:58:54und lassen sich davon
00:58:55auch nicht abbringen.
00:58:56Und ich glaube,
00:58:57dass es vielleicht gar nicht
00:58:58so schlecht ist,
00:58:59auch Freunde zu haben
00:59:00oder Familie zu haben
00:59:01oder so,
00:59:01die da anders denken,
00:59:03weil manchmal
00:59:05merkt man selber nicht,
00:59:06dass man gerade
00:59:06auf dem falschen Weg ist
00:59:07und wenn man dann
00:59:08mit denen redet,
00:59:09kann man immer noch sagen,
00:59:09ja, stimmt,
00:59:10ich könnte vielleicht
00:59:11so einen Schritt
00:59:12in die Richtung gehen,
00:59:13weil das,
00:59:13was ich gerade
00:59:14mir ausgedacht habe,
00:59:15ist vielleicht zu extrem.
00:59:16Also die Gefahr besteht immer,
00:59:18dass man sich selbst
00:59:19radikalisiert
00:59:19durch alles,
00:59:20was man sieht
00:59:21und man muss sich
00:59:21dann immer wieder
00:59:22zurückziehen,
00:59:23so einen Schritt
00:59:24zurückgehen und sagen,
00:59:25Stopp,
00:59:25weil es ist zu einfach,
00:59:26dass man sich radikalisiert
00:59:27eigentlich.
00:59:28Hast du das bei dir
00:59:28auch schon bemerkt?
00:59:29Ja, voll.
00:59:30Das passiert mir so
00:59:31einmal im Monat gefühlt.
00:59:33Einmal im Monat
00:59:33so die Radikalisierung
00:59:35ist gegangen.
00:59:37Ja, weil man muss
00:59:37sich das ja so vorstellen,
00:59:39also mein Job besteht ja darin,
00:59:40den ganzen Tag
00:59:41das Internet zu durchforsten,
00:59:43was Schlimmes
00:59:44oder Dummes
00:59:45passiert und irgendwann
00:59:47ist dein Gehirn ja so voll
00:59:48mit all diesen Sachen.
00:59:49Du weißt ja,
00:59:49was alles Schlimmes
00:59:50und Dummes passiert
00:59:51und denkst dir,
00:59:51du wohnst in einem
00:59:52Irrenhaus in Deutschland
00:59:53und dann bist du manchmal
00:59:55genervt davon
00:59:56oder wirst auch wütend
00:59:57oder fängst an,
00:59:58immer nur auf diesen
00:59:59einen Punkt zu gucken
01:00:00und dann entsteht
01:00:02natürlich in dir
01:00:03auch so ein Prozess,
01:00:04der dich vielleicht
01:00:05so ein bisschen
01:00:06radikalisieren lässt.
01:00:07Sagt jetzt nicht,
01:00:08dass ich radikal bin oder so,
01:00:09aber du driftest
01:00:10erst mal ab
01:00:11in dem Moment,
01:00:12weil du einfach
01:00:13das nicht fassen kannst,
01:00:14was hier alles passiert
01:00:15und dann muss man sich
01:00:16immer selber
01:00:17so ein bisschen
01:00:18an die Nase packen
01:00:19und sagen so,
01:00:20aber jetzt entspannen
01:00:21wir uns alle mal,
01:00:22weil das ist eigentlich
01:00:23doch kein Problem
01:00:24und warum machen wir
01:00:25daraus jetzt
01:00:26so ein Riesenthema?
01:00:28Dabei ist das jetzt
01:00:29wirklich nichts,
01:00:29worüber man sich
01:00:30auch noch aufregen müsste,
01:00:31aber manche Leute
01:00:32radikalisieren sich dann so,
01:00:33dass sie sich über
01:00:34alles aufregen müssen
01:00:35und gar nicht mehr
01:00:35überhaupt nachdenken.
01:00:37Mit dem Rammkäse.
01:00:38Ja genau
01:00:38und das ist halt eben
01:00:39das Riesenproblem,
01:00:41was ich sehe,
01:00:42aber in beide Richtungen
01:00:43wirklich extrem.
01:00:44Nur ich kann jetzt eher
01:00:45nur so für die rechte Bubble
01:00:46halt sprechen
01:00:47und ich denke mir
01:00:48erst mal so,
01:00:48mein Gott,
01:00:49also darüber hätte man
01:00:50jetzt wirklich
01:00:50keinen Text verfassen müssen,
01:00:52weil das einfach irrelevant ist.
01:00:54Wirklich,
01:00:55also chillt mal alle.
01:00:56Wo war das letzte Mal,
01:00:57wo du gemerkt hast,
01:00:58okay,
01:00:58ich reg mich jetzt
01:00:59über was à la Milran-Käse auf,
01:01:01wo du auch gemerkt hast,
01:01:03okay,
01:01:03man beruhige sich.
01:01:06Boah,
01:01:06ganz schwierig.
01:01:08Du sagst,
01:01:08das passiert einmal im Monat,
01:01:09die Radikalisierungsspirale.
01:01:11Ich weiß aber,
01:01:11ich kenne diese Prozesse.
01:01:13Ich weiß ganz genau,
01:01:14was du meinst.
01:01:15Also ein konkretes Beispiel
01:01:16habe ich jetzt gerade nicht.
01:01:18Das kann mein Gehirn
01:01:19jetzt gerade nicht rausholen.
01:01:22Aber wie gesagt,
01:01:22das passiert schon öfters,
01:01:24auch weil man dann immer
01:01:25dieselben Takes liest halt einfach.
01:01:28Also man liest dann die Takes
01:01:29von irgendwelchen anderen Rechten
01:01:31und denkt so,
01:01:32ja, ja,
01:01:32das ist so,
01:01:33das ist so.
01:01:33Und dann irgendwann liest man
01:01:34einen linken Text
01:01:35und merkt so,
01:01:38ja,
01:01:38hat vielleicht irgendwie
01:01:39auch seine Daseinsberechtigung.
01:01:41Und dann muss man sich
01:01:42immer so in der Mitte,
01:01:43ein bisschen in die Mitte
01:01:44wieder schlängeln,
01:01:45damit man sich eben
01:01:46da nicht radikalisiert.
01:01:47Das ist schwierig.
01:01:49Gibt es denn ein Thema,
01:01:50was man jetzt typischerweise
01:01:52den Linken zuschreibt,
01:01:53aber du sagst,
01:01:55es ist dir auch wichtig?
01:02:03Schwierig.
01:02:04Also,
01:02:05naja,
01:02:05man schreibt ja den Linken
01:02:06zum Beispiel
01:02:09Soziales zu.
01:02:10Und ich finde,
01:02:11Soziales
01:02:11und auch der Sozialstaat
01:02:13ist wichtig.
01:02:15Nur,
01:02:15es ist halt immer
01:02:16die Frage,
01:02:18wie groß soll er sein,
01:02:19was soll er tun,
01:02:20für wen soll er da sein?
01:02:22Also,
01:02:22ich glaube generell,
01:02:24dass man da gar nicht
01:02:24so unterschiedlich ist.
01:02:25Man hat ja
01:02:25dieselben Themen
01:02:28auf beiden Seiten eigentlich,
01:02:30nur die einen
01:02:30wollen es halt so lösen
01:02:31und die anderen so.
01:02:34Gibt es denn irgendwas,
01:02:35was du an Linken
01:02:35besonders schätzt?
01:02:40Also,
01:02:40ich finde es cool,
01:02:42dass man sich einsetzt.
01:02:43Also,
01:02:44sie wollen sich
01:02:45für Menschen einsetzen,
01:02:47für bessere Bedingungen,
01:02:50bessere Arbeitsbedingungen
01:02:51und so weiter.
01:02:51Das ist natürlich auch was,
01:02:52wovon ich dann
01:02:54profitieren würde,
01:02:55im Endeffekt.
01:02:56Nur,
01:02:56es ist halt einfach immer so,
01:02:58der Weg dahin
01:02:59ist für mich
01:03:00der falsche.
01:03:01Also,
01:03:01die Ziele
01:03:02sind vielleicht teilweise
01:03:03gar nicht so blöd,
01:03:05nur der Weg
01:03:07ist einfach nicht der,
01:03:08den ich dafür gehen würde.
01:03:10Ja,
01:03:11wenn man jetzt sagt,
01:03:12weiß ich nicht,
01:03:13die Rente
01:03:14soll
01:03:16behalten bleiben,
01:03:17soll gut sein,
01:03:18jeder soll von der Rente
01:03:18leben können und so weiter,
01:03:19das ist ja sicherlich auch was,
01:03:21was ich auch gut finden würde.
01:03:23Und ich glaube halt,
01:03:25ich würde nicht
01:03:26mit
01:03:27deren Vorschlägen
01:03:28mitgehen.
01:03:32Was ist denn für dich
01:03:33eigentlich
01:03:36wichtig,
01:03:36in Deutschland zu erhalten?
01:03:38Also,
01:03:38wenn wir jetzt an
01:03:39unsere Kultur denken,
01:03:41was glaubst du,
01:03:42ist erhaltenswert?
01:03:44Naja,
01:03:45unsere Kultur
01:03:46ist ja erhaltenswert.
01:03:47Also,
01:03:47wir sind ja eigentlich
01:03:48ein Land
01:03:50der Dichter
01:03:50und Denker.
01:03:52Das ist aber auch schon
01:03:53lange her.
01:03:53Ja,
01:03:54genau,
01:03:54aber das ist ja auch
01:03:55so schade eigentlich,
01:03:56weil es ja
01:03:57nicht mehr
01:03:58daran festgehalten wird
01:04:00oder auch Architektur
01:04:01zum Beispiel
01:04:02ist für mich
01:04:03eigentlich ein Riesenthema,
01:04:04weil ich mir immer denke,
01:04:05warum baut man alles
01:04:06so hässlich?
01:04:07Also,
01:04:07es ist einfach das Schöne
01:04:09verloren gegangen
01:04:10und ich finde,
01:04:11man muss einfach
01:04:11diese Schönheit,
01:04:12die ja in so vielen Sachen
01:04:13steckt,
01:04:14die sollte man bewahren.
01:04:16Also,
01:04:16die Schönheit in der Natur,
01:04:17in der Architektur,
01:04:19im Schreiben,
01:04:21ja,
01:04:21in der Bildung auch,
01:04:23auch Universitäten
01:04:24und so weiter.
01:04:25Wir haben ja eigentlich
01:04:25da Supersysteme
01:04:28in Deutschland.
01:04:30Okay,
01:04:30das ist jetzt aber nicht so,
01:04:31finde ich,
01:04:32jetzt so deutschspezifisch.
01:04:33Das könnte man ja sogar
01:04:34auf Europa ausweiten.
01:04:35Dann wird den Linken
01:04:36oft irgendwie so eine
01:04:38Unästhetik,
01:04:39irgendwie so einen Sinn
01:04:39für Hässlichkeit
01:04:40nachgesagt.
01:04:41Das würde ich zum Teil,
01:04:42zum Teil auch unterschreiben.
01:04:43Nicht nur,
01:04:43weil der Kulturbetrieb
01:04:45ist ja sehr links geprägt
01:04:46und da gibt es auch
01:04:46viele schöne Sachen,
01:04:49aber es gibt auch
01:04:50viele hässliche Sachen.
01:04:51Ich habe aber auch gelernt,
01:04:52dass Kunst,
01:04:53und ich habe es auch
01:04:53wirklich aufgenommen,
01:04:55Kunst muss nicht nur
01:04:56schön sein,
01:04:57Kunst darf irgendwas sein
01:04:59und es soll irgendwas
01:04:59auslösen.
01:05:01Das heißt,
01:05:01hässliche Kunst,
01:05:02wenn du da so eine
01:05:03Reaktion drauf hast,
01:05:04dann hat die Kunst
01:05:05ihren Job gemacht.
01:05:06Okay.
01:05:06Weißt du,
01:05:07was ich meine?
01:05:07Ja.
01:05:09So habe ich es
01:05:10zumindest verstanden,
01:05:11siehst du anders.
01:05:11Es soll schön sein.
01:05:12Ja, bitte.
01:05:13Das wäre schon ganz toll.
01:05:15So eine gewisse Ästhetik
01:05:16wünschst du dir.
01:05:17Aber okay,
01:05:17aber vielleicht nochmal
01:05:17zurück zu diesem Deutschsein.
01:05:19Was ist denn Deutschsein
01:05:20dann für dich?
01:05:22Tja,
01:05:22kommt so ein bisschen
01:05:23drauf an.
01:05:24Ich weiß nicht,
01:05:24also man hat ja diese Tugenden,
01:05:26die so Deutschland
01:05:27zugeschrieben werden,
01:05:28fleißig sein
01:05:29oder pünktlich sein
01:05:31zum Beispiel.
01:05:32Sauber eigentlich
01:05:33ist auch so eine Tugend.
01:05:34Also wenn ich schon
01:05:35mit Leuten gesprochen habe,
01:05:37die früher
01:05:37nach Deutschland
01:05:38gekommen sind,
01:05:39waren die so,
01:05:39Gott,
01:05:40hier ist ja alles
01:05:40so sauber,
01:05:41krass und auf einmal
01:05:41ist hier so viel Müll.
01:05:43Also dafür ist ja
01:05:45Deutschland bekannt quasi
01:05:47für diese Tugenden
01:05:48einfach auch
01:05:49und das einfach
01:05:50alles immer glatt läuft.
01:05:52Also es gibt Prozesse
01:05:53und man geht danach
01:05:54und guckt,
01:05:55dass am Ende
01:05:56das Gute rauskommt
01:05:57normalerweise.
01:05:58Und ich habe das Gefühl,
01:05:59diese Prozesse,
01:05:59die gibt es gar nicht
01:06:02mehr richtig
01:06:02mit dem Ziel,
01:06:03dass zum Schluss
01:06:03was Gutes bei rauskommt.
01:06:06Okay,
01:06:07also pünktlich,
01:06:10prozessorientiert,
01:06:10aber geschmeidig
01:06:11und sauber.
01:06:12Das ist für dich
01:06:13Deutschsein.
01:06:15Das kann man bestimmt
01:06:16noch ein bisschen
01:06:18glummiger machen.
01:06:21Okay,
01:06:22aber dann frage ich mal so,
01:06:23was wäre dir denn wichtig?
01:06:24Also damit du dich
01:06:25wieder sicher fühlst
01:06:25in Deutschland
01:06:26und nicht mit nur einem,
01:06:29damit du,
01:06:30genau,
01:06:30wir fragen so,
01:06:31damit du wieder
01:06:32mit zwei Kopfhörern
01:06:33im Ohr durch die Städte
01:06:35gehen kannst.
01:06:35Was müsste aus
01:06:36deiner Sicht passieren?
01:06:37Müsste einfach ganz
01:06:37Deutschland so wie
01:06:38es an der Ostsee werden.
01:06:40Also da gibt es quasi
01:06:43kaum Ausländer,
01:06:44vielleicht 10 Prozent
01:06:45Ausländeranteil
01:06:46oder sowas
01:06:46und ich finde,
01:06:47das ist auch dann
01:06:49ausreichend,
01:06:50sage ich jetzt mal.
01:06:51Also man müsste
01:06:51die Migration quasi
01:06:53schon fast gen Null richten.
01:06:55Man soll natürlich
01:06:56trotzdem weiterhin
01:06:57Leuten Asyl gewähren
01:06:58und so weiter,
01:06:59aber nicht in diesem Ausmaß.
01:07:01Es muss viel krasser
01:07:02geprüft werden
01:07:02und die,
01:07:03die hier sind,
01:07:04müssen auch dann
01:07:04wieder nach Hause gehen
01:07:06irgendwann,
01:07:07weil es sind einfach
01:07:08zu viele Menschen
01:07:09hier,
01:07:10die nicht
01:07:12unsere deutschen
01:07:13Werte vielleicht auch
01:07:14mittragen wollen
01:07:15oder können
01:07:16und sich dann
01:07:17in diesen Massen
01:07:18auch gar nicht
01:07:19integrieren können
01:07:19oder vielleicht auch
01:07:20wollen und mittlerweile
01:07:21auch nicht mehr müssen.
01:07:23Also die Migration
01:07:25muss auf jeden Fall
01:07:26komplett geändert werden.
01:07:28Bist du für
01:07:29Remigration?
01:07:30Ich finde,
01:07:31Remigration ist so
01:07:32ein blöder Begriff,
01:07:34kein Begriff,
01:07:34den ich verwende,
01:07:36weil ich finde,
01:07:36der ist so krass
01:07:37von rechts,
01:07:39rechtsextrem
01:07:40geclaimt irgendwie.
01:07:41Also wenn ich das
01:07:41schon höre,
01:07:42denke ich mir,
01:07:43ich will da nicht
01:07:44richtig zuhören,
01:07:45wenn Leute das sagen.
01:07:46Aber ist er echt?
01:07:47Ja.
01:07:48Für mich ist es so
01:07:48ganz deskriptiv.
01:07:49Aber er wurde ja
01:07:50usurpiert,
01:07:52aber ich finde das
01:07:52irgendwie Quatsch,
01:07:53weil das eigentlich,
01:07:55ein ganz normaler,
01:07:56eigentlich,
01:07:57okay,
01:07:58eigentlich kommt der ja
01:07:59aus,
01:07:59ein wissenschaftlicher
01:08:00Begriff eigentlich.
01:08:02Aber gut,
01:08:02erzähl ruhig weiter.
01:08:03Ich musste halt dann
01:08:04immer an Sellner
01:08:05zum Beispiel denken
01:08:06und an dieses
01:08:08Potsdamer Geheimtreffen
01:08:10sozusagen.
01:08:10Und man kriegt das
01:08:12so immer nebenbei mit
01:08:13und dann ist das
01:08:14irgendwie so ein Begriff,
01:08:15der für mich
01:08:16einfach ein
01:08:17schlechtes Standing hat.
01:08:19Das ist jetzt nichts,
01:08:20was ich selber
01:08:21persönlich von mir
01:08:22geben würde.
01:08:24Aber ja,
01:08:24ich bin natürlich
01:08:25dafür,
01:08:26dass eben
01:08:27die Migration
01:08:28extrem begrenzt wird
01:08:30und dass auch
01:08:30Menschen,
01:08:31die hier nicht sein dürfen,
01:08:32wieder zurückgehen,
01:08:33müssen und dass man
01:08:34vielleicht auch
01:08:36Staatsangehörigkeiten
01:08:36zum Beispiel überprüft,
01:08:38wenn man jetzt mitbekommen
01:08:39hat, dass eben
01:08:40Sprachtests gefälscht
01:08:41worden sind zum Beispiel
01:08:42oder Menschen,
01:08:43die Anforderungen
01:08:43einfach nicht erfüllt haben
01:08:45und dann jetzt trotzdem
01:08:46hier einfach
01:08:48deutscher Staatsbürger sind.
01:08:49Also da müsste man
01:08:49auf jeden Fall
01:08:50was dran drehen
01:08:51und sowieso an der
01:08:52Vergabe der
01:08:53Staatsbürgerschaft.
01:08:54Also uns mal mit den
01:08:55Worten von
01:08:56hier Horst Seehofer
01:08:57zu sagen,
01:08:58glaubst du,
01:08:58dass Migration
01:08:59die Mutter aller
01:08:59Probleme ist?
01:09:01Vielleicht nicht aller.
01:09:02Ich glaube,
01:09:03die Probleme werden
01:09:04so oder so
01:09:05teilweise gekommen,
01:09:07aber sie ist
01:09:08auf jeden Fall
01:09:09ein großer
01:09:10Faktor dafür.
01:09:11Also bestimmt
01:09:12so,
01:09:12wenn ich jetzt mal
01:09:13in Prozenten
01:09:14sagen würde,
01:09:14vielleicht so 70 Prozent,
01:09:15ist das bestimmt
01:09:17ein Riesenproblem.
01:09:18Gut,
01:09:18die Zahl ist jetzt
01:09:19quasi eine gefühlte
01:09:20Zahl.
01:09:21Was sagst du denn
01:09:22eigentlich dann dazu,
01:09:23weißt du,
01:09:24mit dem Thema
01:09:24Migration,
01:09:25dass in bestimmten
01:09:27Branchen es ohne
01:09:27Migranten gar nicht
01:09:28mehr gehen würde?
01:09:30Ob jetzt zum Beispiel
01:09:30die Pflege oder
01:09:31was ich jetzt in Berlin
01:09:32wirklich mit meinen
01:09:33eigenen Augen
01:09:34beobachten kann,
01:09:35ist natürlich,
01:09:35dass diese ganzen
01:09:37gastronomischen
01:09:37Betriebe ohne
01:09:38Migranten gar nicht
01:09:39mehr existieren,
01:09:40die würden nicht
01:09:40mehr existieren.
01:09:41Ich finde halt,
01:09:42das sind zwei
01:09:43verschiedene Themen,
01:09:44also das wird ja auch
01:09:45immer wieder
01:09:47durcheinander geworfen,
01:09:48dass man sagt,
01:09:49ja, wir brauchen
01:09:50all diese Menschen,
01:09:51weil das sind
01:09:51Fachkräfte und
01:09:52mittlerweile macht sich
01:09:53ja auch jeder
01:09:54drüber lustig und
01:09:54sagt zwar schon wieder
01:09:55ein Ingenieur oder
01:09:56ein Doktor,
01:09:56wenn irgendwie
01:09:57was passiert ist.
01:09:57Das sind keine
01:09:57Fachkräfte,
01:09:58das sind einfach
01:09:58nur Arbeitskräfte.
01:10:00Ja, genau,
01:10:00aber die Sache ist
01:10:01doch die,
01:10:02dass es kann ja
01:10:04Einwanderung geben.
01:10:05Menschen können ja
01:10:06nach Deutschland kommen,
01:10:06um zu arbeiten,
01:10:07um in der Pflege
01:10:08zu arbeiten oder
01:10:09Sonstiges oder
01:10:10als Arzt von mir
01:10:11aus, wie auch immer.
01:10:11Sie können ja
01:10:12hierher kommen,
01:10:13aber es ist doch
01:10:14was anderes,
01:10:14ob man hierher kommt,
01:10:15um zu arbeiten
01:10:16oder ob man hierher
01:10:17kommt, weil man
01:10:18flüchtet und hier
01:10:19in Deutschland
01:10:20wohnen möchte.
01:10:21Das sind ja zwei
01:10:22verschiedene Paar Schuhe.
01:10:24Ja, die wurden halt
01:10:25rein rechtlich
01:10:26die ganze Zeit
01:10:27vermischt,
01:10:27das ist halt das Problem.
01:10:28Aber das Problem
01:10:28haben wir schon seit
01:10:29zwölf Jahren,
01:10:30dass sich das vermischt,
01:10:32das Thema Asyl
01:10:32und Migration.
01:10:33Ja, genau.
01:10:34Und das Ding ist,
01:10:35wenn halt hier jemand
01:10:35Asyl beantragt,
01:10:37zum Beispiel diese ganzen
01:10:38Syrer, die kann ja
01:10:39jetzt eingebürgert werden.
01:10:41So, und dann frage ich mich halt,
01:10:42das ergibt doch gar keinen Sinn.
01:10:44Also Menschen kommen zu uns,
01:10:45weil sie Schutz suchen,
01:10:46weil es in ihrem Land
01:10:47ein Problem gibt.
01:10:48Dann bleiben sie hier
01:10:50länger
01:10:50und natürlich
01:10:51integriert man sich
01:10:52dann ins Land.
01:10:53Das ist ja auch wichtig,
01:10:54weil wie willst du sonst
01:10:55hier leben?
01:10:56Fünf Jahre,
01:10:56zehn Jahre,
01:10:57wie auch immer,
01:10:58solange bist du halt
01:10:58wieder zurückgehen kannst.
01:11:00Aber das Ziel ist doch nicht,
01:11:02dass diese Menschen
01:11:02dann auf einmal
01:11:03alle Deutsche werden können,
01:11:04nur weil sie hier
01:11:05seit acht Jahren sind,
01:11:06sondern die müssen
01:11:07doch auch wieder
01:11:08irgendwann gehen.
01:11:09Weil sonst ist das ja
01:11:10kein Asyl,
01:11:11sondern eine Einwanderung
01:11:12und dann im Endeffekt
01:11:13eine Einbürgerung.
01:11:15Und da bin ich
01:11:16total dagegen,
01:11:17dass man das einfach zulässt,
01:11:19dass hier jetzt demnächst
01:11:20eine Million Syrer
01:11:21oder so
01:11:21Deutsche werden können.
01:11:24Das ist irgendwie,
01:11:25ja sollte ja nicht
01:11:26das Ziel sein
01:11:26von Asyl,
01:11:27dass wir dann auf einmal
01:11:28eine Million Menschen
01:11:29mehr haben.
01:11:32Wie definierst du Deutsch?
01:11:37Also über Ethnische
01:11:38oder über staatliche
01:11:40Zugehörigkeit?
01:11:41Also über staatliche
01:11:42Zugehörigkeit.
01:11:43Also klar,
01:11:44wenn du auf dem Pass
01:11:45Deutsch hast,
01:11:46bist du ein Deutscher.
01:11:48Aber zum Beispiel
01:11:50die meisten Leute
01:11:51oder viele Leute,
01:11:52die dann Deutsch
01:11:53auf dem Pass stehen haben,
01:11:54identifizieren sich ja
01:11:55selber nicht als Deutsche.
01:11:57Also wenn man jetzt
01:11:58irgendjemanden
01:11:59auf der Straße fragt,
01:12:00woher kommst du
01:12:01und was bist du?
01:12:02Ich bin Türke
01:12:03oder sowas.
01:12:04Die würden ja niemals
01:12:04sagen,
01:12:05dass sie Deutsche sind.
01:12:07Also ich denke,
01:12:08natürlich man ist Deutscher,
01:12:09sobald das auf dem Pass steht.
01:12:11Aber es heißt nicht,
01:12:12dass du wirklich
01:12:13Deutsch bist dann,
01:12:16wenn man es so sagen kann.
01:12:18Warum glaubst du,
01:12:19lehnen sowohl Migranten
01:12:21als auch Deutsche
01:12:22das Deutschsein ab?
01:12:25Weil es vielleicht
01:12:25mit etwas Schlechtem
01:12:26verbunden wird.
01:12:28Es ist langweilig,
01:12:29vielleicht auch.
01:12:31Also weiß ich nicht,
01:12:32wenn man Italiener ist,
01:12:33dann hat man irgendwie
01:12:34so das Gefühl,
01:12:35man ist vielleicht,
01:12:35hat so ein Flair
01:12:36oder am Meer,
01:12:38man hat so Vorstellungen.
01:12:40Und in Deutschland,
01:12:41glaube ich,
01:12:41ist die Vorstellung,
01:12:42dass hier alles
01:12:42total langweilig ist
01:12:45und spießig
01:12:46und ja,
01:12:48ich weiß nicht,
01:12:49einfach unaufregend
01:12:51vielleicht auch.
01:12:52und deswegen lehnen das
01:12:53so viele ab,
01:12:55einfach zu sagen,
01:12:56ich bin Deutsch,
01:12:56weil das so bedeuten würde,
01:12:57ich bin einfach ausgedrückt
01:13:00eine Kartoffel.
01:13:01Also das ist ja das,
01:13:03was uns beschreibt,
01:13:04dann quasi für diese Menschen
01:13:06oder für Außenstehende,
01:13:07die uns beschreiben wollen.
01:13:09Und eine Kartoffel zu sein,
01:13:10ist natürlich jetzt nicht
01:13:11das Ziel.
01:13:12Da muss ich dran,
01:13:13ich liebe Kartoffeln
01:13:14in jeder Form.
01:13:16Aber es wäre schöner.
01:13:18Ja, das stimmt,
01:13:19man kann so viel damit machen
01:13:20und es schmeckt auch lecker
01:13:21und so,
01:13:22aber es ist jetzt nichts,
01:13:23wo man so dran denkt
01:13:24und sich denkt,
01:13:26ah, toll,
01:13:27so eine Kartoffel
01:13:28wäre ich auch gerne
01:13:29oder will ich jetzt auch gerne
01:13:30hier bei mir haben
01:13:31oder sowas.
01:13:32Nee, dann will ich doch lieber
01:13:33einen Sangria
01:13:34am Strand trinken
01:13:35oder sowas.
01:13:37Nicht?
01:13:37Oder Spaghetti essen.
01:13:39Alle, die Sport machen,
01:13:40werden jetzt sagen,
01:13:41Kartoffel all the way.
01:13:43Alle Leute,
01:13:44die Kumpen,
01:13:44sagen immer eher
01:13:45die Kartoffel
01:13:46als die Plastik.
01:13:47100 Prozent, ja.
01:13:49100 Prozent.
01:13:50Ich verstehe,
01:13:51was du meinst,
01:13:51dass da irgendwie so
01:13:53dieses je ne sais quoi,
01:13:54diese Dolce Vita
01:13:56und so weiter fehlt.
01:13:58Das stimmt.
01:13:59Jetzt haben die Deutschen
01:13:59sich auch selber
01:14:00ein bisschen zuzuschreiben.
01:14:01Sagst du,
01:14:01dass du Deutsche bist?
01:14:03Ja.
01:14:03Wenn dich jemand fragt?
01:14:04Ja.
01:14:05Also bin ich auch.
01:14:06Ja, ja.
01:14:06Aber das,
01:14:07ja, stimmt.
01:14:08Ich sage auch immer,
01:14:09ich bin Deutsche,
01:14:10aber manchmal,
01:14:13also meine Mama
01:14:13ist ja Rumänin
01:14:14und ich habe eigentlich
01:14:15auch die rumänische
01:14:15Staatsbürgerschaft noch,
01:14:16die ist mir irgendwie
01:14:17zugeflogen,
01:14:18man fragt sich,
01:14:19aber auf jeden Fall,
01:14:20ich versuche immer noch
01:14:21so nachzulegen,
01:14:22dass meine Mama
01:14:23Rumänin ist.
01:14:24Siehst du,
01:14:25dann machst du das auch.
01:14:26Ja genau,
01:14:26weil ich finde,
01:14:26das ist interessanter.
01:14:28Ich finde,
01:14:28wenn man sagt,
01:14:29ich bin Deutsche,
01:14:31so,
01:14:31also ich kann jetzt nur
01:14:31aus der Frauenperspektive
01:14:32reden,
01:14:33aber dann ist das so,
01:14:36also interessiert niemanden.
01:14:37Aber wenn man sagt,
01:14:38ja okay,
01:14:38ich habe noch einen
01:14:38anderen Hintergrund
01:14:39und ich bin noch Rumänin
01:14:40und so,
01:14:41dann verbindet man damit
01:14:42vielleicht noch
01:14:43andere Attribute.
01:14:45Mehr sexy,
01:14:46oder ist das so?
01:14:47Also vielleicht nicht sexy,
01:14:49aber halt so ein bisschen
01:14:49mehr temperamentvoll,
01:14:51nicht so langweilig.
01:14:54Ich weiß genau,
01:14:54was du meinst.
01:14:55Ich sage auch immer
01:14:56demonstrativ,
01:14:56ich bin Deutsche
01:14:57und Leute sind immer
01:14:58ein bisschen verwirrt.
01:14:59Nee,
01:15:00also auch wegen Haare
01:15:01und einfach,
01:15:02weil ich ethnisch
01:15:02ein bisschen ambivalent bin.
01:15:03Das verstehe ich auch
01:15:04und dann bleibe ich
01:15:05meistens da mal,
01:15:06nö, nö,
01:15:06ich bin Deutsche
01:15:07und dann irgendwann mal
01:15:07sage ich,
01:15:08ja meine Mutter
01:15:08ist Brasilianerin.
01:15:09Ah, okay, ah, okay.
01:15:11Und ich sage dir aber,
01:15:12ich hasse das.
01:15:13Ich hasse,
01:15:13dass das jetzt
01:15:14dieses ethnische Attribut
01:15:16mich irgendwie
01:15:17interessanter macht,
01:15:17weil es spielt doch
01:15:19überhaupt keine Rolle,
01:15:19weil ich könnte auch
01:15:20100 Prozent Deutsche sein
01:15:21genauso aussehen,
01:15:22genauso sein,
01:15:23wie ich bin
01:15:24und es ist einfach irrelevant.
01:15:27Ja,
01:15:27aber es wird einem
01:15:27halt zugeschrieben.
01:15:28Ja, ja, ja.
01:15:29Also natürlich,
01:15:29wenn man Brasilianerin ist,
01:15:31dann denkt man an
01:15:32Rio de Janeiro,
01:15:33Bikinis oder Samba,
01:15:35was auch immer.
01:15:36Und ich kann das auch alles.
01:15:38Ja, aber es ist ja positiv eigentlich.
01:15:41Also davor hat man
01:15:42diese Attribute
01:15:42nicht mit dir verbunden,
01:15:43sondern man hat eher so
01:15:44diese deutschen Attribute
01:15:46mit dir verbunden.
01:15:47So ein bisschen spießig,
01:15:49langweilig,
01:15:50so Mädchen von nebenbei,
01:15:51eben an,
01:15:52das ist ja vielleicht eher
01:15:52so das deutsche Frauenbild,
01:15:54sage ich jetzt mal,
01:15:55so eine Nette mit ein paar Zöpfen,
01:15:57die nebendran im Haus wohnen.
01:15:58Oder so ein Mannsweib.
01:16:00Oder so, ja,
01:16:01aber gut,
01:16:01ich glaube,
01:16:01da würden jetzt die wenigsten
01:16:02erst mal dran denken vielleicht.
01:16:04Ja, echt?
01:16:07Wenn du an ein deutscher Ding hast,
01:16:09so eine Birgit,
01:16:11krass,
01:16:11so eine taffe Frau,
01:16:12ja,
01:16:13denke ich auch.
01:16:13Ja, gut,
01:16:14gibt's auch,
01:16:14gibt's auch.
01:16:14So eine Sabine.
01:16:15Sabine.
01:16:16Ja.
01:16:17Elke.
01:16:17Ja.
01:16:18Also das ist ja nicht,
01:16:19womit man in Verbindung gebracht werden will.
01:16:21Also ich nicht.
01:16:21Also ich,
01:16:22in mir ist bestimmt auch eine Elke.
01:16:24Ich glaube,
01:16:25in jedem von uns ist eine Elke.
01:16:26Ja.
01:16:27Also finde ich solide.
01:16:28Nein, nein,
01:16:29ich umarme das.
01:16:31Nein, wirklich.
01:16:31Ich meine,
01:16:32ich finde das gut.
01:16:32Das ist doch solide.
01:16:33Das sind solide Frauen,
01:16:36die halten dieses Land auch am Laufen.
01:16:37Ja,
01:16:38die sitzen überall als,
01:16:40weiß ich nicht,
01:16:40in den Arztpraxen.
01:16:41Die sind,
01:16:42okay,
01:16:43jetzt,
01:16:43I digress,
01:16:44ja,
01:16:44aber ich meine nur damit,
01:16:45nein,
01:16:46das dehnt dich,
01:16:46ich verstehe,
01:16:47was du meinst.
01:16:48Aber ich glaube,
01:16:48da vielleicht passt da das,
01:16:50was du vorhin auch gesagt hast.
01:16:52So dieses,
01:16:52wenn man damit souverän ist,
01:16:54dann,
01:16:55dann,
01:16:55dann ist das,
01:16:56nicht unsexy.
01:16:57Weißt du,
01:16:58was ich meine?
01:16:58Wenn man das so wirklich komplett so annimmt,
01:17:01ja,
01:17:01ich bin,
01:17:01ich bin Kartoffel und,
01:17:03und ich komme aus Deutschland,
01:17:04bin hier groß geworden.
01:17:06Man müsste vielleicht andere Attribute dem Deutsch sein ein bisschen.
01:17:10Vielleicht hinzufügen,
01:17:11weil die,
01:17:11weil die Attribute sind sehr positiv,
01:17:13diese Tugenden,
01:17:14die du genannt hast.
01:17:15klar.
01:17:15Aber es ist vielleicht nicht alles,
01:17:17aber,
01:17:17und,
01:17:18ja,
01:17:18eine gewisse Disziplin,
01:17:21Pünktlichkeit,
01:17:22da denkt man immer langweilig,
01:17:23aber ich sage dir ganz ehrlich,
01:17:24wenn du diese Sachen nicht hast in einem Land,
01:17:26ist richtig scheiße.
01:17:28auf jeden Fall.
01:17:28Weißt du,
01:17:28was ich meine?
01:17:29Dann kannst du so viel deutsche Vita haben,
01:17:30wie du willst,
01:17:31aber läuft halt nicht.
01:17:32Das stimmt.
01:17:33Das ist einfach absurd dann aus meiner Sicht.
01:17:36Dann habe ich es lieber hier so ein bisschen pünktlich,
01:17:37ordentlich,
01:17:39teilweise auch zu bequem.
01:17:41Das ist eher so dann mein Kritikpunkt,
01:17:43dass es zu bequem wird dann irgendwann mal,
01:17:45weil,
01:17:46ja,
01:17:46macht was mit der Kreativität,
01:17:48wie dem auch sei.
01:17:49Aber das finde ich spannend,
01:17:49was du jetzt gerade über dieses Deutschland mal erzählt hast,
01:17:52auch,
01:17:52dass du auch selber da dann reingehst in diesen Moment,
01:17:55ja,
01:17:55meine Mutter kommt aus Rumänien,
01:17:57um sich selber auch ein bisschen interessanter zu machen.
01:17:58Ja,
01:17:59weil ich finde es auch interessant.
01:18:01Also,
01:18:01ich habe halt diese zwei Seiten so kennengelernt
01:18:04und ich finde es so best of both worlds irgendwie.
01:18:08Also,
01:18:08man hat Einblicke überall hin
01:18:10und ich merke halt,
01:18:11ich habe so Teile von meiner Mutter
01:18:13und die Teile von meinem Vater
01:18:15und dann,
01:18:16das ist total unterschiedlich,
01:18:17weil mein Papa ist der Deutsche.
01:18:19Wir machen das so
01:18:21und das ist Gesetz
01:18:21und wenn da jemand parkt,
01:18:23dann rufen wir vielleicht auch mal
01:18:25das Ordnungsamt oder so.
01:18:26und meine Mutter ist halt die komplett andere Seite,
01:18:29die ist auch so ein bisschen mehr rebellischer und so
01:18:31und lässt sich nicht so viel sagen.
01:18:33Die ist ja auch damals dann von der Sowjetunion
01:18:35dann auch hierher gekommen und so,
01:18:36also vielleicht auch damit irgendwie geprägt
01:18:38und Rumänien ist ja sowieso alles lauter und lustiger und so
01:18:42und dann hat man so beide Seiten
01:18:43und man kann es sich immer so aussuchen.
01:18:45Man kann A oder B sein.
01:18:46So und das finde ich halt toll und interessant einfach.
01:18:51Okay,
01:18:51ich verstehe,
01:18:52aber ich würde sagen,
01:18:53das ist ja spannend,
01:18:54dann ist Deutschland,
01:18:55vor Jahren hatte ich mal ein Gespräch mit Roland Tichy
01:18:57und er sagte,
01:18:58ja,
01:18:58Deutschland ist ein Einwanderungsland
01:18:59und das hat mich selber ein bisschen so überrascht,
01:19:01dass jetzt von eher so einem liberal-konservativen
01:19:04so eine Aussage kommt,
01:19:05aber je mehr ich auch darüber nachgedacht,
01:19:07habe ich gemerkt,
01:19:08ja,
01:19:08es stimmt,
01:19:09es stimmt ganz einfach,
01:19:10auch wegen diesen ganzen Mischkonstruktionen,
01:19:12die in diesem Land eigentlich herrschen.
01:19:13Wenn ich jetzt an dich denke,
01:19:14an mich denke,
01:19:16ich glaube,
01:19:16Michelle ist auch halb polnisch,
01:19:18und auch darüber hinaus
01:19:21kann man dann auch über viele andere
01:19:22auch sowas sagen.
01:19:25Und dann muss ich an diesem Tisch sitzen
01:19:27und sagen,
01:19:27Deutschland ist ein Einwanderungsland.
01:19:29Oh,
01:19:29jetzt rasten alle aus.
01:19:31Man könnte es so sehen,
01:19:32aber es sollte es natürlich
01:19:34im besten Fall nicht sein,
01:19:36zumindest halt nicht mit
01:19:39uns fremden Kulturen.
01:19:40Ja,
01:19:41es ist was anderes,
01:19:41wenn man eine Ehe eingeht zwischen Deutsch und.
01:19:43Das ist quasi,
01:19:44das ist eine ganz andere Konstruktion,
01:19:46als wenn man Leute natürlich von außen rein,
01:19:48das stimmt auf jeden Fall.
01:19:50Ja,
01:19:52okay,
01:19:52ich fand es jetzt sehr interessant,
01:19:54mit dir zu reden,
01:19:54weil ich glaube,
01:19:55ich habe jetzt einen guten Überblick bekommen.
01:19:56War das jetzt dein erster Podcast eigentlich so über dich?
01:19:58Ja.
01:19:58Ah,
01:19:59wie cool.
01:20:00Wie schön,
01:20:00danke,
01:20:01dass du das hier mit mir auch geteilt hast.
01:20:04Und wie,
01:20:05wo siehst du dich?
01:20:06Ich würde mal gerne wissen noch,
01:20:07wo siehst du dich in einem Jahr?
01:20:08Bist du noch bei der Jungen Freiheit
01:20:09oder machst du dich selbstständig?
01:20:10Nee,
01:20:11auf jeden Fall noch bei der Jungen Freiheit.
01:20:12Also es läuft einfach gut,
01:20:14das macht mir Spaß.
01:20:15Ich bin trotzdem selbstständig.
01:20:17Ich mache ja alles von A bis Z alleine,
01:20:19aber man hat natürlich einfach auch dieses Netzwerk dann dahinter,
01:20:23auch jemanden,
01:20:24der einem hilft
01:20:25und so quasi wie so ein Schirmherr über einem ist natürlich die junge Freiheit für mich
01:20:29und ohne die wäre ich jetzt natürlich auch gar nicht hier.
01:20:33Also es war wirklich die beste Sache,
01:20:36die mir hätte passieren können eigentlich,
01:20:37vielleicht, dass ich jetzt auch hier sitzen kann und da arbeiten kann,
01:20:40wirklich.
01:20:41Und was wünschst du dir für Deutschland?
01:20:44Einfach ein bisschen mehr Reflexion vielleicht.
01:20:48Mehr Reflexion.
01:20:48Ja, genau.
01:20:50Dass man nicht einfach immer alles hinnimmt
01:20:52oder nur auf seiner Meinung bleibt
01:20:55oder diese Lager sich weiterhin auf ihrer Meinung versteifen,
01:20:58sondern dass man auch sich selbst immer ein bisschen reflektiert,
01:21:01damit man wieder einen Schritt auf den anderen zugehen kann
01:21:05und wieder anfängt, ein bisschen zu differenzieren.
01:21:08Mit wem würdest du am liebsten mal diskutieren?
01:21:14Vielleicht mit Ferhat Kocak.
01:21:17Okay.
01:21:18Machen wir den Aufruf jetzt direkt hier.
01:21:19Wir brauchen wir sogar auf X.
01:21:20Wirklich?
01:21:21Ferhat Kocak.
01:21:21Ja, wahrscheinlich schon aus der RT-Zeit.
01:21:23Die Kommunisten vereinigt euch.
01:21:26Das ist Spaß.
01:21:27Okay.
01:21:27Ich versuche es mal zu organisieren.
01:21:29Warum denn nicht?
01:21:30Ferhat Kocak, Neukölln.
01:21:32Irgendwie im Bezirk Neukölln für die Linke am Start.
01:21:35Ich habe es im Kopf.
01:21:36Okay.
01:21:36Finde ich gut.
01:21:37Finde ich eine gute Idee.
01:21:38Lena, ich sage vielen, vielen herzlichen Dank.
01:21:40Wir verlinken natürlich alles, was es von dir gibt.
01:21:42Und ich bin sehr gespannt zu sehen,
01:21:45wie sich das bei dir noch weiterentwickelt.
01:21:48Vielen, vielen Dank.
01:21:48Ja, danke dir.
01:21:50Danke.
01:21:50Danke.
01:21:51Danke.