- vor 3 Stunden
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KurzfilmeTranskript
00:00Musik
00:37Oh, nein. Nein. Auf gar keinen Fall.
00:41Ich liebe dich, aber das nie.
00:44Äh, Küche. Oder Bach. Na gut, Küche.
00:48So, fertig.
00:49Eher stürze ich mich von der Teppichkante.
00:51Meine Herren, vielen Dank.
00:54Ja, natürlich.
00:56Das wäre wirklich nicht nötig gewesen. Bitte.
00:58Bitte, bitte.
01:00Gab ja auch fast keine Transportschäden.
01:03Beiden Porzellankisten mal abgesehen, nicht?
01:06Möbelecken, an denen man sich ja sowieso überstößt.
01:09Bisschen Putzer, wenig, gar nicht.
01:10Jeder Umzug ist ein kleiner Abschnitt.
01:13Anna?
01:16Du kennst mich. Du weißt, ich liebe Frauen.
01:18Ich mag es, wie sie sich die Nasen putzen.
01:21Ich halte ihnen gerne die Türe auf.
01:23Ich finde das völlig in Ordnung,
01:25dass sie als Erste in die Rettungsboote dürfen.
01:26Und ich bete dich an.
01:27Du bist und du bleibst die Frau meines Lebens.
01:30Aber ich, ich, ich, ich, ich, ich, ich.
01:32Also gut.
01:34Nein!
01:35Bitte, gib mir eine Gnadenfrist, ja?
01:37Lass mich einfach noch ein bisschen vorfreudiger genießen
01:39und lass mich noch ein bisschen hier allein sein.
01:42Wo?
01:43Echt geschmeidig.
01:44Das war eine ganz gefährliche Haarnadelkurve.
01:48Aber du bist nicht rausgeflogen.
01:50Ganz der Vater deiner Topf der Elbe.
01:51Papa, ich bin stolz auf dich.
01:53Du, du fliegt morgen?
01:54Hm.
01:55Amerika, geil.
01:56Sie schläft heute hier?
01:58Ja, das ist, äh, anzunehmen.
01:59Eure letzte Nacht?
02:00Abschied seit Lara, Händchen halten?
02:02Ich schlafe bei Monika und vergiss deine Viagra nicht.
02:06Jung, weiblich, fies, bösartig, beleidigend, erpresserisch.
02:11Ich liebe dich auch so sehr.
02:15Und mein Deo bleibt mein Deo.
02:31Also jetzt kommt's.
02:33Also das wird dich jetzt sehr freuen.
02:34So, Berliner Abendmauer.
02:35Da die Brandenburgische Allgemeine Bank der Übernehmende Teil ist,
02:39ist es nur logisch, dass Dr. Albrecht Martini
02:41auch der alleinige Chef der Gemeinsame Berlin Bank wird.
02:45Na also, wichtige Anrufe stelle ich Ihnen durch.
02:47Petri Halte, das waren die Wandernissen-News.
02:50Ach so, das Büro des Finanzsenators hat angerufen.
02:53Er bedankt sich für die Einladung zur Hauptversammlung.
02:56Selbstverständlich.
02:56Unser Senator-Bäuchchen, süß.
02:59Wiedersehen.
03:01Vielen Dank.
03:02Wir melden uns so schnell wie können.
03:04sehen wir jetzt wieder.
03:56Hallo, hier ist Familie Martini. Bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht
04:00Ja, hallo, Albrecht. Hier, Wolfram. Du, ich muss mich entschuldigen. Ich hatte eine Reifenpanne kurz hinter Teltow.
04:07Tja, tut mir leid. Ich glaube, mit dem Angeln wird es heute nichts mehr.
04:36Sei nicht so fleißig. Gibt mir ein schlechtes Gewissen.
04:41Ich nehme das Zimmer neben dem Bad. Ja. Moment! Das ist meine Wohnung, ja? Bitte. Das ist meine Wohnung. Und
04:54dieses Zimmer, das wollte ich. Also...
04:56Hey, du bist meine Tochter und nicht meine Ehefrau. Genau. Ich bin jetzt die Frau im Haus. Halt du.
05:07Hol mal.
05:14Ich komme. Nicht. Ausnahmsweise komme ich heute mal nicht. Ich bin beim Umzug und meine über alles geliebte Tochter ist
05:20hier. Und wir wollen auch...
05:21Wir wollen...
05:32Zuerst dachte ich, die Sonne sich. Ja, und dann bin ich hingegangen.
05:40Bist gut, Junge. Bist gut. Bleib mal hier stehen.
05:47Dann bringen Sie den Jungen nach Hause und lassen sich die Personalien geben.
05:51Max, du hast uns sehr geholfen. Vielen Dank.
06:05Sie war schon... tot. Als sie abgeschnitten wurde. Zweifelsfrei.
06:11Keine Kampf- oder Abwehrspuren. Also... keine Anzeichen für eine Frank-Verursache.
06:18Selbstmord. Ja, das könnte ich mir als isoliertes Ereignis vorstellen. Aber nur nicht in Kombination mit den zwei Toten da
06:21draußen.
06:23Nee, nee, nee. Das ist eine Kappsache. Das geht in Richtung zweidreifach-Mord.
06:27Todeseintritt?
06:27Vor vier bis sechs Stunden.
06:29Was auffällig ist, hier...
06:31Vermutlich eine Brandwunde, rechtshändig.
06:33Ihr Mann draußen hat eine ähnliche Wunde, aber an der linken Hand.
06:37Da steht ein Grill im Garten draußen.
06:39Der hatte gestern eine Party.
06:44Verdammt teures Gemäuer hier. Verdammt viel Geld, verdammt viel Einfluss.
06:47Ich will ein bisschen verdammt aufpassen, wohin die Kugel rollt.
06:50Wird eine Menge Karambolagen geben.
06:52Und am Ende fällt man vielleicht noch selbst ins Loch.
06:56Echt?
06:57Wirklich, ja.
06:59Eine ziemlich pessimistische Art, so eine Untersuchung anzugehen.
07:05Joe hätte...
07:05Ich kann es nicht mehr hören. Ich höre das jetzt seit Wochen.
07:09Immer wenn es ein Problem gibt, Joe hätte dies, Joe hätte das.
07:12Colmar merkt ja ein für alle Mal. Joe Hoffer gibt es nicht mehr.
07:14Der Mann ist weg. Das ist eine ausgestorbene Spezies.
07:17Eine ganz müde Erinnerung.
07:46Und wann?
07:49Übermorgen.
07:50Und die Fusion der Banken?
07:51Die Banken sollte nicht durch die Umstände von Martinis Tod negativ beeinflusst werden.
07:56Warum sollte sie denn?
07:58Harald, ich brauche deine Loyalität.
08:01Glückwunsch. Habe ich zufällig dabei.
08:03Was hat meine Loyalität als Staatsanwalt mit einer Bankenfusion zu tun?
08:06Das Land Berlin ist 40%iger Anteilseigner an der Bank, die, also mal unter uns, das sehr große Glück hat,
08:12fusioniert zu werden.
08:13Und du meinst nicht zufällig, dass da auch einige Politiker ihre Spargroschen eingelegt haben?
08:18Es geht doch um die EBB, oder?
08:19Ich meine das, was ich gesagt habe. Und vielleicht auch ein bisschen von dem, was du gesagt hast.
08:24Mein Gott, ich verlange doch keine Rechtsbeugung. Nur, dass die Presse die Sache nicht in den falschen Hals kriegt.
08:29Ich liebe meine Frau, meinen Job und mein Vaterland in dieser Reihenfolge. Von meinem Vaterland besonders die Berge. Politiker nicht
08:36so sehr.
08:38Weiß Koller Bescheid?
08:40Nein, der ist nicht für sowas.
08:42Also, wir gehen zunächst einmal von einer Verzweiflungstat aus. Familienintern, Affektstau, das Übliche eben.
08:49Und dann reagieren wir auf den jeweiligen Ermittlungsstand.
08:52Es liegt ja auch wirklich kein Hinweis auf Fremdtäterschaft vor.
08:56Right or wrong, my country.
08:58Und ganz besonders die Mountains.
09:04Ach, ich brauche einen Mann!
09:07Ja, wenn Sie es so nötig haben...
09:10Na ja.
09:11Ah!
09:13Na ja, ist doch offen.
09:14Danke. Wie war denn Ihr Umzug? Fertig?
09:17Dicks und völlig sein.
09:20Grünbärchen.
09:22Warum hat sich der Chef als zweiter Obdozent eingetragen?
09:25Ach, vermutlich will er Sie persönlich über die schweren Stunden Ihres Verlustes weg trösten.
09:29Ich bin untrüstig, sagen Sie ihm das. Unter uns.
09:32Danke.
09:33Warum wirklich?
09:34Ja, unter uns. Ich glaube, er hat lange darauf gewartet, endlich mal wieder nicht in seinem Büro sein zu müssen.
09:38Ach, apropos, Abschiedssex soll der Schönste sein. Stimmt das nicht?
09:43Ähm, vielleicht ein kleiner schriftlicher Bericht, eine Ton mitschnitte, eine vermaggelte Handkamera oder so.
09:49Nein, wirklich nicht. Das kann ich gar nicht vorstellen, dass Sie das wirklich wissen wollen.
09:51Sie haben jetzt eine Leidenszeit vor.
09:54Als der Joe Hocke hat sich immer noch nicht gemeldet.
09:57Lohnen Sie ihm.
09:59Sagen Sie ihm ab sofort erscheinlich unangemeldet.
10:01Kann ich nicht. Der nimmt den Hörer nicht ab. Mit dem stimmt was nicht. Das sage ich Ihnen.
10:06Ich war Dr. Martini's Sekretärin. Sechs Jahre. Ja.
10:11Hören Sie, ich müsste jetzt mal dringend...
10:13Frau Nissen, ich fasse noch mal zusammen.
10:15Der geschädigte Dr. Albrecht Martini, Vorstandsprecher der Brandenburgischen Allgemeinen Bank BAB,
10:21war heute morgen um 9 Uhr mit Dr. Wolfram Brandes, den Vorstandsprecher der 1. Berliner Bank, EBB, zum Angeln verabredet.
10:29Ist das richtig so?
10:30Die sind meistens zum Angeln gefahren, wenn sie was zu besprechen hatten. Die kannten sich ja lange.
10:34Die haben zusammen studiert und...
10:39Was gab's denn so Wichtiges zu besprechen?
10:42Ach, sicher wegen der Fusion übermorgen. Ich glaube, es ging um irgendein Papier.
10:45Ich könnte mir eigentlich auch gleich hier ein Eckchen suchen.
10:47Moment, was für ein Papier?
10:48Ich war zwar seine Sekretärin, aber das heißt nicht, dass ich alles weiß.
10:51Ja, aber die Telefonnummer von diesem Dr. Brandes, die können Sie mir doch sicherlich geben, oder?
10:55Unter einer Bedingung.
10:56Ach, entschuldigen Sie bitte, wenn Sie möchten, dann bringe ich Sie natürlich.
10:59Klar, Sie können mich ja auf dem Klo weiter befragen.
11:01Äh, Dr. Brandes hat Sie angerufen heute morgen. Was hat er denn gesagt?
11:07Dass er... dass er eine Reifenpanne hatte.
11:13Sagen Sie mal, geht Ihnen der Tod Ihrer Chefs nicht sehr nahe?
11:17Ich habe seine Frau gemocht. Ich habe immer mit seiner Tochter gespielt.
11:22Ich habe die Kleine geliebt, wie...
11:28Aber was gehen Sie meine Gefühle an?
11:30Ich muss jetzt aufs Klo. Mit dem Heulen schaffe ich es auch noch, bis ich zu Hause bin.
11:39Joe? Telefon für dich. Colmar will dich sprechen.
11:42Sag ihm, ich denke nach. Sag ihm, wenn ein Mann alt und krank geworden ist, wenn er seine Aufgabe erfüllt
11:49hat, dann hat er das Recht nachzudenken.
11:51Er braucht keine anderen Menschen mehr.
11:56Er kennt die Menschen. Oh, die Schnauze voll von ihm.
12:03Sag ihm, es ist ungehörig, einen solchen Mann zu stören.
12:07Der denkt, der nachdenkt, ihn mit Banalitäten und Geschwätz zu belästigen.
12:15Joe, bitte!
12:16Hör auf!
12:26Was ist, ob dozieren wir gleich? Wir haben heute Abend eine Party.
12:32Sie meinen, Sie bleiben lieber bei unseren Leichen?
12:34Kissen eingepackt, Arbeitszimmer geräumt. Mein Nachfolger kann eigentlich...
12:41Wie lange brauchst du noch? Was ist eine? Zwei Stunden?
12:45Nur noch drei kleine Blitzobduktionen, der Gattin unseres Chefs gewidmet.
12:55Oh, danke.
12:58Sie werden sich um ihn kümmern, wenn ich nicht da bin, ja?
13:00Na, aber Amerika sind sechs und halb Stunden, da gibt es diese Dinger nach Flugzeuge, Handys, E-Mails.
13:07Kommen Sie, wir trinken einen Abschiedsplatz.
13:10Holmer!
13:11Ich werde mich von ihm trennen. Heute Nacht.
13:16Was ist mit Ihnen los?
13:18Sie verlassen das Terrain und lassen mir eine Bombe zurück?
13:25Hallo Albrecht, hier Wolfram. Du, ich muss mich entschuldigen, ich habe eine Reifenkalle.
13:32Hallo Albrecht, hier Wolfram. Ja, ich muss mich entschuldigen, ich habe eine Reifenkalle.
13:40Hallo Albrecht, hier Wolfram.
13:42Durchbruch die Asservatenliste. Da drüben.
13:53Verdammt nochmal, da muss ein Papier dabei sein, irgendwas Wichtiges.
13:55Was für ein Papier?
13:58Spurenlager.
14:00Nix.
14:01Keine Kampfspuren, keine Schleifspuren, keine unberechtigten frischen Fußspuren.
14:05Wir haben alles abgeschnüffelt, Zentimeter für Zentimeter.
14:08Fundort ist Geschehensort, wobei ich das Wort Tatort erstmal bewusst vermeide.
14:13Die Fasern vom Strangwerkzeug sind identisch mit denen, die wir an den Handinnenflächen von Frau Martini gefunden haben.
14:18Gut, unterstützt Colmers Suizidversion, aber...
14:20Und genau, die Kolleg-Mappe hier.
14:24Hier auf dem Leder, das könnten Noppengriffe sein.
14:28Vielleicht von den Gummihandschuhen hier.
14:31Und da diese Spritzer.
14:34Da müsste Colmer mal serologisch ran.
14:36Ich glaube nicht, dass dieser Bankfritze mit einer fleckigen Aktentasche losmarschiert wäre.
14:40Die Gummihandschuhe soll er sich auch gleich mal anschauen, innen.
14:43Was ist denn eigentlich mit dem Tonband?
14:45Ja, genau.
14:46Der Techniker hat die Hintergrundgeräusche verstärkt.
14:50Niemals.
14:52Niemals hat dieser Doktor Brandes von einer um diese Zeit viel befahrenen Straße aus telefoniert.
14:56Hör mal.
14:59Die histologische und toxikologische Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
15:03Und vorher, wenn ich nichts stehe, also keine eindeutige Todesursache.
15:08Bei Doktor Martini nicht, bei der Tochter nicht.
15:12Ich meine, ich habe ja nur ein schlichtes Gemüt, deswegen bin ich Staatsanwalt geworden.
15:15Aber zwei Tote, diese Auffindungssituation, keine Todesursache, das und die Frau, die...
15:21Bleib erst mal selbst da hängen.
15:23Frau Martini ist als letzte verstorben, so viel kann man schon sagen.
15:26Das heißt, wenn es zu einer Gewalttat kam, familienintern, dann muss Frau Martini die Täterin gewesen sein.
15:36Enttäuschte Liebe, explosive Entladung nach langer Frustration.
15:43Also, äh, Fremdtäterschaft können wir doch ausschließen, oder?
15:48Ich meine, können wir oder können wir nicht? Die Mordkommission hat auch keinen Anhaltspunkt gefunden.
15:52Hör mal.
15:53Wieso brichst du denn so einen Druck in die Sache? Was ist denn los?
15:58Seit wann gibst du denn so schnell eine Entwicklungsrichtung vor?
16:01Bei ein paar noch ganz wackeligen Erstermittlungen?
16:04Komm, nicht mehr du bist unfehlbar.
16:09Was soll das für ein Papier sein? Wer sagt das? Seine Sekretärin? Wander Nissen?
16:13Tja, der gute alte, wer was trägt. Aber die Frage ist doch, was das für ein Papier ist und nicht
16:17wer gesagt hat, dass es eines gibt.
16:19Ist Ihnen eigentlich eine Hausdurchsuchung lieber?
16:21Hausdurchsuchung?
16:24Junge.
16:27Sie sind vielleicht ein Blöffer.
16:29Und Sie wollen Kommissariatsleiter werden?
16:32Was glauben Sie, wen Sie vor sich haben? Ein Eierdieb?
16:35Ich denke, Sie machen uns eine Nummer größer bei Ihrer Gehaltsklasse.
16:37Werden Sie nicht frech!
16:39Also.
16:41Hören Sie auf, hier rum zu bluffen. Ich kenne die Spielregeln.
16:44Ich soll etwas mit dem Tod dieser Menschen zu tun haben?
16:47Es handelt sich doch um Mord, oder?
16:48Ach ja, ich habe ganz vergessen, Sie danach zu fragen.
16:51Haben Sie?
16:52Nein, das ist gut. Aber wie kommen Sie auf Mord?
16:55Diese zwei Menschen haben sich geliebt. Tief. Ausschließlich. Mit einer Leidenschaft, die Sie sich vermutlich gar nicht vorstellen können.
17:04Ich mache mir furchtbare Vorwürfe, dass ich... Nein, von diesen beiden hat keiner den anderen umgebracht.
17:09Ein Reifen platzt, eine Schicksalsstunde. Schön, dass Sie wenigstens Frau Nissen ein Arbeitsangebot gemacht haben.
17:14Jetzt wird es langweilig.
17:15Tja, Bluffs und Drohungen, jedes Handwerk hat seine kleinen Kniffe.
17:18Sie wollen Kommissariatsleiter werden.
17:21Zu Ihren Kniffen gehört die subtile Drohung, die Insiderinformation.
17:24Warum, Herr Dr. Brandes, informieren Sie sich über meinen beruflichen Werdegang?
17:28Das ist doch eine Zeugenbefragung, oder?
17:29Ich werde Sie zum Beschuldigten machen.
17:31Was ist von Papier? Wo hatten Sie die Reifenpanne? Wann?
17:34Entschuldigung, das hebe ich natürlich wieder auf.
17:37Bei welcher Abschleppfirma haben Sie angerufen?
17:39Sie haben ein Handy? Zwei, drei. Ich möchte die Nummern.
17:42Ich werde mich an Ihren Arsch klemmen wie eine festgerostete Kombizange.
17:46Ich werde Sie sowas von fertig machen.
17:48Ja, ich werde auch. Verlassen Sie sich drauf. Ich werde auch.
17:52Holma!
17:56Oh nein, ich werde jetzt nach Hause gehen.
17:58Kleiner Seitenblick, gefällig aufs Ziffernblatt.
18:01Motiv, Mittelgelegenheit, alles vorhanden.
18:03Das hier wird eine Sekretspur. Und wenn wir hier eine DNA rauskriegen,
18:06und wenn die identisch ist mit der aus der Papiertasstur von Brandes, dann?
18:08Ja, was ist denn dann? Woher willst du denn wissen, wann und wo diese Spur?
18:11Dann sind wir einen kriminalistischen kleinen Schritt weiter. Bitte.
18:15Kann mir großen privaten Ärger einbringen, dein kleiner kriminalistischer Schritt.
18:19Soll ich jemanden benachrichtigen, windeln, bekochen? Such dir was aus.
18:33Äh, äh, zufällig war ich hier gerade in der Gegend. Äh.
18:45Zufällig habe ich jetzt genau zwei Stunden auf dich gewartet.
18:48Zufällig habe ich vor 20 Minuten aufgehört, auf dich zu warten.
18:51Ich fliege nämlich morgen nach Amerika, falls du es vergessen hast. Zufällig natürlich.
18:54Zufällig.
18:56Es tut mir leid.
19:00Es reicht nicht für eine Vorführung beim Haftrichter, Hölzermann. Es reicht nicht.
19:04Es ist übersteigerter Aufklärungswille.
19:06Ich brauche zumindest die Verbindungsdaten von Brandes Handy.
19:09Was glauben Sie, was wir auf die Mütze kriegen, wenn wir ohne hinreichenden Tatverdacht
19:12im Vorfeld einer Milliardentransaktion die Telefondaten von Dr. Brandes durchforsten?
19:17Wo leben Sie denn? Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch Berlin.
19:22Machen Sie auf, Hölzermann.
19:26Gehen Sie endlich schlafen.
19:39Klaus Hölzermann hier. Pass auf, ich brauche die Verbindungsdaten an der Funk-Telefonnummer.
19:42Dringend, Gefahrenverzug. Ja, richterliche Erlaubnis wird nachgereicht.
19:46Mensch, ich weiß doch selbst, wie spät es ist.
19:51Weißt du, wie es die Glühwürmchen trägt?
19:53Das Weibchen legt sich auf den Rücken, breitet die Beine aus.
19:58Und je näher das Männchen kommt, umso heller leuchtet es auf.
20:05Robert...
20:05Warte, warte.
20:07Ich stelle mir gerade vor, wie du...
20:10...wie meine...
20:12...wie es anfängt...
20:14...und leuchtet.
20:17Robert...
20:19Moment...
20:20...den Ton kenne ich.
20:25Robert, ich will...
20:26Äh, noch nicht. Ich muss mich erst in Alarmbereitschaft versetzen.
20:31Mein Verteidigungssystem anschalten, das Schutzschild, was ist denn?
20:33Ich will nicht, dass du auf mich wartest, hörst du.
20:37Was?
20:38Ich möchte in Amerika neu anfangen.
20:40Ich will frei sein von meiner Arbeit und ich möchte mich nicht ständig fragen, was du treibst oder in welcher
20:44Frau du gerade steckst.
20:50Militärisch nennt man das einen prophylaktischen Befreiungsschlag.
20:54Psychologisch vorweggenommene Verlassungsangst.
20:56Sei nicht intelligent jetzt, bitte.
21:03Was ist?
21:04Pff, echt?
21:07Ich sehe die Frau an, die mir das antut.
21:15Fass sie noch mal an.
21:17Die Frau, die dir das antut.
21:26Pff, pff, pff, pff!
21:35Ah, und ich wollte gerade ins Bett meiner Frau was Gutes tun.
21:38Ja, das dauert ja nicht lange.
21:42Wann genau waren sie noch ein paar denn heute?
21:48Da.
21:5010.15 Uhr, Ortsausgang Teltow.
21:52Kann ich den Reifen mal sehen?
21:55Nee, den hat er mitgenommen.
22:00Judith.
22:18Verdammt, Wolfgang.
22:19Da war ich bloß hier noch nicht so.
22:22Wohl?
22:24Hier, dieser Brander hat um 9.15 Uhr über diesen Umsetzer telefoniert.
22:27Und der liegt...
22:28Genau, hier, gleich neben dem Tatort.
22:31Ja, und? Was machst du jetzt?
22:34Einen Karrieresprung.
22:35Morgen, Papa.
22:37Ich habe frische Brötchen gekauft.
22:45Wo ist denn?
22:50Ich muss den Flug haben.
22:52Ich muss den Flug haben.
22:53Ich muss den Flug haben.
22:54Ich glaube, es ist unmöglich, einen Mann glücklich zu machen.
22:57Zumindest für eine Frau.
22:58Sie haben von dort telefoniert.
23:00Oder aus unmittelbarer Nähe.
23:02Ach.
23:03Sie stehen unter Tatverdacht.
23:05Herr Dr. Brandes, ich beschuldige Sie hiermit.
23:07Eines Dreifachmordes?
23:08Wie habe ich das getan?
23:10Pistole, Gift.
23:12In meinen nackten Würgerhänden.
23:14Sie haben nichts.
23:16Nicht mal in Augenzeugen.
23:17Und das wäre nicht das erste Einlog-Protokoll einer Telefonfirma, das sich als fehlerhaft erwiesen hätte.
23:22Sie kennen unsere Beweislage ja sehr genau.
23:24Woher, wenn ich fragen darf?
23:33Jemand hat mit der Kreditkarte von Dr. Martini eingekauft, gestern Nachmittag.
23:39Warnwärts sogar 8.000 Mark, vorzugsweise Video- und Computertechnik.
23:42Norbert ist rüber ins Kaufhaus.
23:44Okay.
23:54Bei der Fusion morgen, ja.
23:56Wer wird denn Ihrer Meinung nach Chef der neuen Großbank?
24:02Sie werden eine Menge Ärger kriegen.
24:05Einen großen, großen Haufen Ärger.
24:14Kommt Robert nicht?
24:16Wir haben uns getrennt.
24:19Was?
24:22Er kommt nicht.
24:24Das war es dann wohl wirklich.
24:26Oh, Kind!
24:27Mutter.
24:30Also, dass Sie sich stehen lassen.
24:43Ich bin ja egal.
24:43Ich bin ja egal.
24:43Ich bin ja egal.
24:44Ich bin ja egal.
24:47Ich bin ja egal.
24:57Ich bin ja egal.
24:57jemand gewünscht wie dich für sie, weil ich dachte, dass ihr beide...
25:02Na, komm.
25:04Komm.
25:06Na ja, er lag so da und die Karte ist ihm aus dem Hemd gerutscht.
25:10Na ja, da habe ich sie mitgenommen.
25:12Hast du sonst noch was mitgenommen?
25:13Warst du im Haus?
25:14Warst du einer toten Frau Martini?
25:16Hast du ihr die Schlinge vom Hals genommen?
25:17Mensch Junge, ist jetzt alles kein Spaß mehr!
25:20Nee, nein, ich war nicht.
25:23Aber was gesehen habe ich?
25:25Ein Auto.
25:26Was für eins?
25:27BMW.
25:297er, blau.
25:31Hölzermann, sofort zu mir! Sofort!
25:39Robert!
25:41Robert!
25:42Robert!
25:48Was machen wir denn hier? Willst du dich mal auf den Tisch legen oder wie hier oder was?
25:51Was?
25:52Du musst unbedingt kommen, bitte.
25:54Er trinkt nur noch.
25:56Er kauft sich heimlich Zeitungen jeden Tag.
25:59Sitzt im Gewächshaus, studiert Kriminalberichte.
26:02Er schämt sich, dass die Ärzte ihm gesagt haben, dass seine Krankheit noch nicht so schlimm ist.
26:08Außerdem gibt es doch neue Medikamente.
26:10Er will zurück.
26:12Aber er traut sich nicht.
26:13Aber er traut sich nicht.
26:15Dabei kann er nicht leben ohne seinen Beruf.
26:18Joe ist Kriminalist.
26:21Man kann...
26:23Man kann dem Wolf nicht verbieten, auf die Jagd zu gehen.
26:28Der Mann geht mir ein, Robert.
26:29Ich weiß einfach nicht weiter.
26:31Komm, komm, komm.
26:32Ich mach uns erstmal ein Espresso.
26:34Irgendwas liegt in der Luft weiter.
26:36Wenn Brandes jetzt Anzeige erstattet, dann geht für Sie das Licht aus.
26:40Und für mich wird es düster.
26:42Das ist Ihnen doch klar.
26:43Ja, aber der tut doch nur so.
26:44Der hat sich doch ein Alibi zurechtgefingert.
26:46Dr. Brandes steht nicht unter Tatverdacht.
26:48Erst recht nicht, wenn morgen die größte Bankenfusion in der Geschichte Berlins stattfindet.
26:53Meinen Sie, ich sehe da grundsätzlich einen Zusammenhang nicht, oder geht es eher ums Timing?
26:58Wäre möglich.
27:01Also, da draußen warten Journalisten.
27:05Wartende Journalisten sind gefährlich.
27:07Journalisten, die umsonst warten, sind doppelt gefährlich.
27:10Und am gefährlichsten sind Journalisten, die umsonst warten und anfangen, untereinander Informationen auszutauschen.
27:18Oder von Ihren Informanten aus dem Haus Informationen zugesteppt kriegen.
27:22Mein Gott, die Polizeiführung ist nicht ganz dicht.
27:25Da sickert immer etwas durch.
27:27Also, Sie gehen jetzt auch raus.
27:28Und teilen denen den Ermittlungsstand mit.
27:32Dass wir von einer Verzweiflungstat ausgehen, deren Gründe wir ausschließlich im familiären Bereich.
27:40So, ich gehe jetzt da raus.
27:44Niemand kann Sie zwingen, heilsam an.
27:47Niemand.
28:00Die Sekretsprunen auf der Tasche stimmen mit dem Referenzmaterial überein.
28:02Du hattest recht, Brandes war da.
28:05Außerdem habe ich herausbekommen, dass...
28:06Vergiss es einfach, vergiss es!
28:08Vergessen?
28:09Was heißt vergessen?
28:10Was ist hier los?
28:11Pressekonferenz zum Frau Martini.
28:12Wir haben die Öffentlichkeit davon in Kenntnis gesetzt, dass es sich um ein tragisches Familienereignis gehandelt hat, wobei Frau Martini
28:17als letzt Verstorbene aufgrund der Erkenntnisse der Rechtsmedizin...
28:21Moment!
28:22Das waren vorläufig...
28:24Das waren vorläufig...
28:26Ihr gebt hier eine Pressekonferenz und beruft euch auf vorläufige Obduktionsergebnisse!
28:31Was soll denn das?
28:32Ist das denn alles dir oder wie?
28:34Wolltest du auf die Idee kommen, solltest einem deiner Lieblingsjournalisten was zuflüstern.
28:39Nimm die Finger weg.
28:40Nimm sofort deine Finger weg.
28:43Das sind doch alles Hirngespinste!
28:46Was gibt's da überhaupt gar nicht?
28:48Die Polizei leistet eine ganz hervorragende Arbeit.
28:51Hier jeder einzelne Beamte korrekt.
28:54Dass die Staatsanwaltschaft mit unter der Decke steckt.
28:56Tja, wirklich doch.
28:58Kaum zu glauben, dass es bei so fähigen Polizisten überhaupt noch Verbrechen gibt, nicht?
29:02Scheiß Kolmar, lass mich in Ruhe. Ich bin krank.
29:05Ich bin kaputt. Ich habe Parkinson, das große Schütteln.
29:08Vergiss die Schnapsflasche nicht.
29:10Was?
29:11Die Schnapsflasche da!
29:12Das wäre doch jammerschade. Die ist nämlich doch halbvoll.
29:15Nicht so leer wie die 20 anderen da vorne an der Mülltonne.
29:17Ich trinke ab und zu einen. Na und?
29:20Vielleicht höre ich ja auch irgendwann wieder auf.
29:22Sicher, sicher. Klar, warum auch nicht?
29:24Ist doch schön für dein Leben, dass es jetzt so abgefüllt ist.
29:26Ich habe das Gefühl, wir beide sollten jetzt auf Wiedersehen sagen.
29:29Jo, deine Krankheit hat noch nicht mal begonnen.
29:33Sie kann sich über Jahre hinziehen. Sie kann stagnieren.
29:36Es wird Phasen der Besserung gehen.
29:37Winke, winke, Medizin, Mann.
29:40Die Frage ist, ob man sich fallen lässt oder ob man kämpft.
29:42Ob man Mut hat oder seine Ängste ersäuft.
29:45Oh, scheiß Kerl.
29:47Raus!
29:49Du bist doch nicht noch mal berendet.
29:51Du bist gerade krankgeschrieben.
29:52Er säuft den Selbstmitleid und Alkohol.
29:54Hol! Sei doch ein Scheißkerl!
29:57Nimm die Flasche her!
30:01Hey!
30:03Scheißkerl!
30:05Warum gehst du bei deinem Fall Martini
30:07eigentlich immer von einem einheitlichen Geschehensablauf aus, hä?
30:12Deine Handarbeit ist ganz gut geworden,
30:14aber deine Kopfarbeit hat sehr nachgelassen,
30:17seit ich nicht mehr da bin.
30:18Ich bringe ihn, meine Sache.
30:20Ich bringe ihn um.
30:32Ich bringe ihn, meine Sache.
30:52Das war's für heute.
31:39Das war's für heute.
31:50Das war's für heute.
32:21Alles lüge. Meine Tochter soll ihre Familie getötet haben?
32:27Journalisten sein. Schwerfinken.
32:30Reicht es noch nicht? Verschwinden Sie. Sofort.
32:35Robert-Kollmer-Institut für Rechtsmedizin.
32:40Ein Doktor?
32:41Doktor, ja. Hören Sie. Ihre Tochter hat niemals. Beruhigen Sie sich. Es war ein tragischer Unfall.
32:49Ein Unfall?
32:50Ja.
32:51Was sagen Sie da? Sie wissen nicht, wie das ist. Diese Qual.
33:02Wo hat Ihr Schwiegersohn seine Angelsachen aufbewahrt?
33:05Da drüben im Keller. Kommen Sie, ich zeig's Ihnen.
33:10Wanda Nissen. Ich war die Sekretärin von Dr. Martini.
33:13Ich hab schon viel über Sie gehört.
33:15Ja?
33:16Sie haben, äh, äh, äh, da oben, sagten Sie?
33:19Ja.
33:19Mhm.
33:28Frau Martini, als Letztverstaubene, muss notgedrungen die Täterin gewesen sein.
33:31Ja, und nachdem sie Mann und Kind getötet hat, hat sie Selbstmordbewerb angemacht.
33:34Und hat sich hinterher noch das Strangwerksack abgenommen. War ja ein bisschen eng um den Hals.
33:38Wir können nach wie vor nicht ausschließen, dass der Junge...
33:41Übrigens, Frau Anke Martini war lange Zeit in psychiatrischer Behandlung.
33:43Das heißt, es gibt eine logische Vorgeschichte für die Verzweiflungstat.
33:46Ist sehr gut, Hölzer Mann, ist sehr gut.
33:48Wer heutzutage nicht depressiv wird, der gehört zum Psychiater.
33:50Aber Kopf hoch, Sie haben keinen mehr nötig.
33:57So, und ich geh jetzt aufs Klo und spuck mir selbst ins Gesicht.
34:11Wo ist die alte Dame?
34:12Im Haus. Das ist alles zu viel für Sie. Mach mir richtig Sorgen.
34:20Können Sie das bitte halten?
34:22Ja.
34:24Können Sie erklären, was ich Ihnen jetzt sage?
34:27Lassen Sie hören.
34:30So.
34:32Kommen Sie.
34:38Er hat die Phase hier über diesen Eisenstab in die Erde geleitet.
34:42Ein Stromfluss findet statt und die Würmer kommen an die Erdüberfläche.
34:46Verstehen Sie, Dr. Martini hat sich auf diese gefährliche Weise seine Angelwürmer besorgt.
35:04Das ist alles zu viel für Sie, Dr. Martini hat sich auf die Erdüberfläche.
35:25So sah die ganze Konstruktion aus.
35:29Verstehen Sie, er war barfuß.
35:31Die automatische Sprenganlage muss sich genau in diesem Augenblick ausgelöst haben.
35:35Er schreckt zurück, rutscht ab, stolpert, jedenfalls griff er instinktiv an diesen Eisenstab.
35:41Das Bandmuster hat mir später an seiner Hand gefunden.
35:45Er bekommt einen Schlag.
35:48Das Herz befindet sich bei einem Kontakt, linke Hand, Füße, genau im Stromweg.
35:53Er schreit auf. Aufgrund der sofort einsetzenden Muskelkontraktion kann er die Hand nicht mehr von dem Stab lösen.
36:00Die verbrennende Hand fängt zu dampfen an.
36:02Das kleine Kind sieht, als will ihrem Vater zu Hilfe kommen, holt das Wasser mit der Gießkanne,
36:05gießt mit dem Wasser genau über diese Hand und fasst dabei wahrscheinlich selbst in diesen Wasserstrahl.
36:10Auch sie schreit auf, wir nennen das Kreelektrik.
36:14Die Mutter muss diese Schreie gehört haben, stürzt da raus, findet ihren Mann, findet ihr Kind.
36:20Reißt die Leitung weg, reißt diesen immer noch heißen Stab weg.
36:25Wie im Wahn versucht sie, alles wieder in Ordnung zu bringen, so als könnte sie das Geschehene rückgängig machen.
36:31Aber nein, ihre Lieben bleiben tot.
36:36In lächerlichen zwei Minuten ist alles, was ihr Leben ausgemacht hat,
36:40durch eine nicht zu begreifende Laune des Schicksals ausgelöscht.
36:43Warum soll sie jetzt noch leben?
36:50Wie schrecklich.
36:56Und jetzt möchte ich mich mit Ihnen gerne über das unterhalten, was danach passiert ist.
37:01Da oben, als Dr. Brandes kam und sah, was geschehen war.
37:07Frau Martini abknüpfte und dann zu Kolekma begriff und etwas herausnahm.
37:13Etwas Wichtiges, dass all die Risiken wert war, die ihr einging.
37:19Was waren das für Unterlagen?
37:22Sagen Sie es mir.
37:25Können wir von hier weggehen, bitte.
37:35Dr. Martini war der Weiße Ritter.
37:42Was ist das?
37:43Ein Weißer Ritter.
37:48Jemand, der eine Bank durch die Übernahme vor der Pleite rettet.
37:52Oder vor einer feindlichen Übernahme.
37:56Natürlich ist die EBB nicht pleite.
37:58Schließlich hält das Land Berlin die Mehrheit.
38:01Aber in dem externen Gutachten, das Dr. Martini sicherheitshalber noch erstellen ließ,
38:06wird ein Bilanzdefizit von zwei Milliarden Mark festgestellt.
38:13Und Dr. Brandes ist als Vorstandssprecher der EBB auch der Vertreter der Interessen des Landes Berlin.
38:21Und wenn das Gutachten morgen vorgelegt würde bei der Fusionsversammlung,
38:27dann würden die Fusionsbedingungen geändert werden.
38:30Vielleicht käme die Fusion auch nie zustande.
38:34Und das würde für das Land einen Verlust von zwei Milliarden Mark bedeuten.
38:41Warum kann ich bloß meinen Mund nicht halten?
38:44Jetzt habe ich mich gerade um eine neue Stellung geredet.
38:48Dr. Brandes wäre ein so angenehmer Chef gewesen.
38:53Hm.
39:04Danke.
39:07Ja.
39:13Also, du hast mir alle Informationen über den Fall gegeben?
39:16Ja.
39:18Jedenfalls die, die du brauchst.
39:19Also ja, nicht alle.
39:21Also ja, alle relevanten, alle.
39:23Du wusstest doch, dass Dr. Brandes in der Villa war.
39:26Du wusstest, dass er Unterlagen genommen hat.
39:28Vielleicht ja.
39:30Nein, ich meine...
39:32Nicht so genau, du verstehst schon.
39:34Klar.
39:36Ihr manipuliert!
39:37Nicht die großen Dinger, nein, nein, nein, nein.
39:40Hier mal einen kleinen Anruf,
39:41da eine kleine Bitte
39:42und eine schöne große Decke,
39:43die man notfalls über alles ziehen kann.
39:46Wir haben ein paar Problemen,
39:48etwas die Schärfe genommen.
39:50Jedenfalls bis die Fusion über die Bühne ist.
39:52Also für ein, zwei Tage.
39:53Ein, zwei Tage, na ja.
39:54Was interessiert euch die alte Frau,
39:56die für ein, zwei Tage
39:57mit dem Gedanken leben musste,
39:59dass sie ihre Tochter ihre Familie umgebracht hat?
40:01Was zählt so eine kleine Kugel im großen Spiel?
40:03Gar nichts!
40:04Es bleibt mal auf dem Boden der Realität.
40:06Es wurden keine Gesetze verletzt.
40:09Niemand hat die Demokratie vergewaltigt.
40:10Vergewaltigt nicht, nein.
40:12Aber ein bisschen eingeschläfert,
40:13weil es euch in den Kram passte.
40:15Demokratie ist, wenn man es aushält,
40:17gerade wenn es einem nicht in den Kram passt.
40:20Demokratie ist auch eine Mutfrage.
40:21Eine Frage des Anstands.
40:22Jetzt hört mal nicht persönlich, ich warne dich.
40:24Und halt mir keine...
40:25Brandes hat die vorgefundene tragische Situation
40:28für eine kriminelle Anschlussstat ausgenutzt.
40:30Wenn dieser Mann Chef der Bank wird,
40:32wird ein krimineller Chef der Bank.
40:34Hör mal!
40:34Nein, hör du.
40:36Du, ich läute die ganz große Glocke.
40:39Wenn du Brandes nicht augenblicklich festnehmen lässt,
40:42lade ich alle Journalisten Berlins zu mir nach Hause.
40:44Wenn du das tust, dann bist du ein Verbläckter...
40:46Lassen Sie mir von keiner Polizei
40:47und von keinem Staatsanwalt
40:48vorschreiben, was ich für Demokratie zu halten habe!
40:58Das ist wie das teuerste Glockenläuten Berlins.
41:02Es kostet das Land 2 Milliarden Mark.
41:05Das Land?
41:06Hör doch auf!
41:08Dich und mich und jeden Steuerzahler!
41:11Die Aktionäre der beiden Banken,
41:13Präsenzrund 72%,
41:15begrüßten die Fusion als Stein der Weisen.
41:18Wir können also davon ausgehen,
41:20dass die Fusion in der jetzt folgenden Abstimmung...
41:21Herr Dr. Brandes, ich höre Sie mit mir zu kommen.
41:25Nicht hier, also...
41:26Wolfram Brandes zum Vorstandssprecher
41:29der neuen Berliner Großbank gewählt werden.
41:33Sie werden hier keine große Karriere machen, Sie.
41:36Dafür werde ich sorgen.
41:37Ach, wissen Sie,
41:38bald wird sich in dieser Stadt keiner mehr dran erinnern,
41:40dass es mal ein Finanzsenator...
41:41Wie war doch gleich der Name?
41:43...gegeben hat.
41:44Herr Dr. Brandes, ich verhafte Sie,
41:46weil Sie in Verdacht stehen,
41:47einen Diebstahl zum Nachteil des...
41:48Zum Vorteil des Landes Berlin, wollten Sie sagen.
41:50...zum Nachteil des verstorbenen Dr. Martini begangen zu haben,
41:52sowie des Verdachts auf unterlassene Hilfeleistung
41:55in drei Fällen,
41:55sowie des dringenden Tatverdachts,
41:56die Abschlussbilanz Ihrer Bank
41:58in großem Maßstab wissentlich verfälscht zu haben.
42:01Ja, ja, klar.
42:02Mach ich.
42:09Und Kölner, ein dringender Anruf für Sie.
42:13Judith hat Judith, aber die schläft doch jetzt...
42:15LKA.
42:17Sie sollen sofort rüberkommen.
42:18Zweite Mordkommission.
42:19Ja, wie?
42:21Haben die nicht mehr gesagt?
42:22Nee, mehr haben sie nicht gesagt.
42:24Außer, dass sie ganz schnell rüberkommen sollen.
42:26Am besten im Tiefflug.
42:27Zweite Mordkommission.
42:28Ja, das ist doch, äh, äh, ist doch Hölzermann.
42:31Hölzermann.
42:36Grünbein.
42:45Sieh da.
42:47Der gute alte Kolmer.
42:50Und so voller Emotionen.
42:53Tja, die Leidenschaft.
42:56Macht Sklaven aus uns allen.
42:59Was, äh, was machst du denn hier?
43:02Ich dachte...
43:03Ja.
43:04Ich dachte auch, lange, schwere Gedanken.
43:09Kannst die nicht allein lassen, dachte ich.
43:11Äh, wen?
43:13Wen kannst du nicht allein lassen?
43:16Wie?
43:18Was heißt wen?
43:21Wen?
43:23Ja, was glaubst du denn, wen ich mit wem meine?
43:27Ja, ich meine, Schreibtisch etwa?
43:30Oder den Kriminaloberrat Löscher?
43:33Oder den Klo-Deckel?
43:35Hinten auf dem vermufften Brüllen-Klo?
43:36Äh, soll das vielleicht andeuten, du hast hier irgendjemand, äh, äh, so gern, dass du...
43:42Also ich meine, du hast einen Menschen hier irgendwo, äh, äh, wegen dem du dein völlig abgefü...
43:47Ich meine dein völlig ausgefülltes Leben, zaubergegeben hast, oder?
43:51Ach, du...
43:52Ach, du...
43:52Oh.
43:53Herr mal, Herr mal, Koll mal.
43:56Wenn der Tag kommt, wenn es so weit ist und ich hab die Krankheit nicht mehr unter Kontrolle,
44:02dann sagst du mir das.
44:03Ja?
44:05Du, hast du verstanden?
44:08Ich will das von dir hören.
44:12Versprochen?
44:17Was und das?
44:21Das muss der Alkohol sein.
44:23Ach.
44:26Versprochen.
44:28Aber du hältst dein Wort.
44:31Auch wenn ich dich dafür umbringe, ich hab's immer gehalten.
44:35Wahrscheinlich, weil ich es so, so, so selten gegeben habe.
44:39Das muss der Alkohol sein.
44:45Das muss der Alkohol sein.
44:50Das muss der Alkohol sein.
44:51Das muss der Alkohol sein.
44:51Das muss der Alkohol sein.
44:52Das muss der Alkohol sein.
44:53Das muss der Alkohol sein.
44:53Das muss der Alkohol sein.
44:55Das muss der Alkohol sein.
44:55Das muss der Alkohol sein.
44:56Das muss der Alkohol sein.
44:58Das muss der Alkohol sein.
44:58Das muss der Alkohol sein.
44:58Das muss der Alkohol sein.
44:59Das muss der Alkohol sein.
44:59Das muss der Alkohol sein.
45:01Das muss der Alkohol sein.
45:16Untertitelung des ZDF, 2020
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