- vor 5 Stunden
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KurzfilmeTranskript
00:00Musik
00:31Wir können es doch noch mal versuchen
00:34Nein
00:35Aber was soll denn das wir werden?
00:37Ich kann nicht mehr
00:38Du willst nicht mehr
00:39Ja, ich will auch nicht mehr
00:41Schau, was hat sie
00:43Was kann sie besser?
00:46Was kann sie denn besser als ich?
00:48Ist sie besser im Bett, oder was?
00:50Aber bitte
00:51Guck mal, wir gehen zusammen noch mal in die Flitterbahn
00:53Wir können es schaffen
00:58Wir können es schaffen
00:59Sie ist nicht besser, glaub mir, sie ist nicht besser als ich
01:02Aus!
01:03Schluss!
01:04Vorbei!
01:05Kapier das endlich!
01:09Meine Sonne hol ich morgen
01:15Glaub dich, lass mich scheiden
01:25Wir haben uns doch nur noch angeschwiegen
01:28Oder ein Geschrien
01:30Endstation
01:31Aber da ist der Zug auch schon durch, meine Liebe
01:34Und dann fängt dieses Schwein ein Verhältnis mit meiner Schwester an
01:3823 Jahre verheiratet
01:44Kastrieren sollte man dieses Schwein
01:48Ich muss Schluss machen
01:49Sie kommen
01:50Immer
01:51Ganz pünktlich
01:5317 Uhr
01:53Mein geliebter Gott
01:55Mein großes Finale
01:58Hier stecke
02:01Ich kriege keine Luft
02:03Verstehst du?
02:05Ich sterbe hier mehr als ich lebe
02:11Aber natürlich nehme ich mich zusammen
02:14Ich bin doch eine erwachsene Frau
02:17Die sind doch alle so erwachsen
02:20So vernünftig, so kultiviert
02:22Außerdem habe ich eine Beruhigungstablette genommen
02:25Ja, ja
02:27Ich fliege, ja, ja, morgen
02:28Marokko
02:29Tanga, Casablanca
02:32Schönes Hotel
02:33Einfach ausruhen und alles vergessen
02:39Wollen wir mal
02:44Guten Tag
02:45Guten Tag
02:45Tag
02:45Bitte schön
02:47Ich unterschreibe gleich, ja
02:48Robert, Swiss Air 35 steht
02:50Die ist schon nach 17 Uhr, warum gehst du nicht ans Telefon?
02:52Ist doch eine gute Nachricht
02:54Ist eine gute Nachricht, ja
02:55So
02:56Der einzige Platz auf der Warteliste, und wo hast du ihn?
02:59Ich bin eben überall die Nummer 1
03:00Bei der Swiss Air, bei dir, auf der Warteliste
03:03So
03:06Schönes Wochenende
03:07Danke, dass du die Bereitschaft übernommen hast
03:09Nummer 2 macht das schon
03:11Ich behalte deine Gefühle unter Kontrolle
03:13Kennst mich doch
03:14Eben
03:16So
03:16Hier
03:21Wird bestimmt ein ruhiges Wochenende
03:23Bestimmt
03:32Ich habe ein ganz blödes Gefühl
03:35Vielleicht sollten wir doch
03:36Angst
03:37Frau hier
03:38Wir stehen das gemeinsam durch
03:41Ich liebe dich
03:42Ich liebe dich auch
03:46Warum gehen wir es nicht?
03:49Ja, was ist denn hier los?
03:52Was ist denn hier los?
03:52Was für ein Chaos hier?
03:57Ja
03:58Robin
04:00Robin
04:01Robin
04:01Kommt schon her
04:04Robin
04:08Robin
04:09Robin
04:26Robin
04:28Robin
04:30Robin
04:36Robin
04:41Robin
04:42Robin
04:45Robin
04:46Robin
04:57Robin
04:57Robin
04:57Robin
04:58Robin
04:58Ein Polizeiobermeister, sag ich. Warum?
05:01Nur der Lehrer hat einen Witz erzählt.
05:03Was ist denn für ein Witz?
05:03Ja, genau das habe ich ihn auch gefragt.
05:06Also, der Pommes Fritz kommt mit einem gefälschten 100-Mark-Schein zur Post
05:11und sagt zu den Postbeamten, ich brauche einen Überweisungsschein,
05:15ich muss das Geld zur Untersuchung ins BKA schicken.
05:21Und das erzählt ein Klassenlehrer meinem Jungen.
05:24Also, was glaubst du doch nicht?
05:26Also, den Lehrer, den knöpfe ich mir mal vor, ja?
05:28Der wird sich bald seine Pommes Fritz über eine geschwollene Unterleppe ziehen.
05:32Notruf 110, Sie sprechen mit Polizeiobermeister Fritz.
05:36Ihre Adresse?
05:37Wo wohnen Sie?
05:39Hallo?
05:41Notruf Rückverfolgung, schnell!
05:43Hallo?
05:44Hallo?
05:45Antworten Sie doch!
05:46Hallo?
05:47Direktion 3, hier die FUZ Tedam.
05:49Franke, schickt sofort eine Streife zum Marienweg 18, Seidel.
05:54Vermutlich Gewalt in der Ehe.
05:58Ja, Herr!
05:59Nein!
06:01Ich!
06:01Frau Seidel?
06:02Hallo?
06:03Hallo?
06:05Angreifender Ehemann, wahrscheinlich mit Messer bewaffnet.
06:08Macht schnell!
06:09Ehe, was macht ihr?
06:23Polizei!
06:24Polizei!
06:25Haben Sie uns gerufen?
06:27Hallo?
06:28Hier ist die Polizei, bitte öffnen Sie sofort!
06:32Polizei!
06:36Wir begeben uns jetzt in das Haus, bitte hören Sie!
06:39Augenkontakt halten, auf Eigensicherung achten.
06:41Ich wollte gar kein Bulle werden.
06:43Das Leben fragt mich nach so kleinen Wünschen.
06:44Meine Windeln habe ich auch nicht erwart.
06:45Ich war jetzt nicht rum, los!
06:51Was ist los?
06:56Wo sind die Spuren, sehe ich schon?
06:58Kommt zwar nicht vom Herzen, aber immerhin aus der Gegend drumherum.
07:01Hier ist die Polizei!
07:04Kommen Sie sofort herunter!
07:17Hallo!
07:36Hände hoch!
07:37Warte weg!
07:37Bist du!
07:40Mein Name ist Herbert Seidel.
07:43Ich bin...
07:43Ich bin Polizist.
07:53Ich bin Polizist.
07:54Robert!
08:01Hey, was für eine Leidenschaft!
08:03Wirst du mich zwei, dreimal so begrüßt, als wir Entscheidungen lagen, werden wir wahrscheinlich
08:06jemals verheiratet.
08:08Anna hat ja einen Unfall.
08:23Todesursatz vermutlich der Stich in den Rücken.
08:25Die Kleidung ist logisch in den Stichverlauf einbezogen.
08:27Naja, jetzt gebe ich mehr als genug den Polizisten hier, da brauchst du bloß mal meine Frau zu
08:32fahren.
08:32Tja, was du für eine heiße Flamme hinter so mancher Kühlhaus-Fassade lodern kannst.
08:36Schau mal!
08:36Falls das eine Anspielung sein soll, ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür.
08:39Oh, ich probier's später noch mal.
08:41Sollten Sie ihm abgewürgen?
08:42Es ist schwer.
08:43Manchmal weiß er eben nicht, in welcher Gewichtsklasse er besser nicht antreten sollte.
08:46Echt?
08:47Also gut.
08:48Ja?
08:49Ich bin eine ganz normale Frau.
08:51Mit einer normalen Libido und einem halbwegs funktionierenden Sexualleben.
08:55Und meinen Beruf habe ich mir nicht nur ausgesucht, ich liebe ihn sogar.
08:59Bloß nachts hole ich ab und zu mal ins Kopfkissen.
09:01Aber das tun wir ja alle, oder?
09:02Oh!
09:02Bitte?
09:04Stehen Sie mich nicht an wie eine gewütskranke Robbe.
09:06Ach, trappeln Sie nicht drauf rum, das war ein Ausrutscher.
09:09Ich meine, Frau ist Gerichtsmedizinerin, ist doch irgendwie...
09:11Ist keine Frau, ich weiß.
09:18Unter den Fingernägeln Haut- und Blutpartikel, Handballen und Finger beblutet, Abwehrschnitte
09:23und Stich an Händen, Unterarmen und im Brustbereich.
09:26Wir können erst am Montag auch dozieren, Colmar ist noch in der Schweiz bei seiner Tochter.
09:29Ich brauche die Ergebnisse morgen.
09:31Gut.
09:32Er klingt nicht so stur aus.
09:33Können wir nehmen uns Zeit, Leute, nachher vor?
09:35Ja, wenn wir den nicht bei der ersten Vernehmung gekippt kriegen, dann steht das durch.
09:39Der kennt die Masche.
09:40Ja?
09:40Böse Bulle?
09:41Guter Bulle?
09:42Ja, ja.
09:43Oh.
09:44Schon ein Polizist unter Mordverdacht.
09:47Die Presse wird auf uns feuern wie beim Tontraumenschießen.
09:50Wolltest du mir mal ein Glas Wasser?
09:51Klar, wenn du ein gutes Wort für mich einlegst.
09:53Ja, und schick doch gleich mal mit wem die Tote heute noch telefoniert hat.
09:56Ja, Michael, was gibts bei dir?
09:57Nix.
09:58Schürhaken und Messer sind beblutet.
10:00Ohne verweckt waren Fingerspuren.
10:02Fachkundig abgewischt, nehm ich mal an.
10:04Und an uns gibt's ne lange Nacht.
10:08Magenschmerzen?
10:12Ein empfindlicher Magen ist ein idealer Platz für den gesunden Menschenverstand.
10:17Sozusagen ein vegetatives Frühwarnsystem.
10:21Sag ich mir jedenfalls immer selber zur Beruhigung.
10:23Prost.
10:24Und wovor warnt der Magen jetzt?
10:26Herr, lassen Sie stehen!
10:27Sie können nichts durch!
10:27Hören Sie Polizei!
10:28Was macht denn Ihr Junge hier?
10:30Wie kommt der Junge hier rein?
10:33Das ist meine Mutter.
10:41Sofort raus mit ihm!
10:51Was ist beim Grillen passiert?
10:52Eine Stichflamme.
10:54Ich hab aus Versehen Benzin über die Holzkohle gekippt und wusch!
10:59Warum hast du dich nicht gemeldet?
11:02Papa, ich lag im Krankenhaus.
11:03Ich dachte, Mama hätte dir vielleicht...
11:06Wann bist du entlassen worden?
11:08Gestern.
11:14Und warum belügst du mich?
11:16Ich?
11:17Warum sollte ich?
11:18Komm, die warten...
11:23Haben Sie dir gesagt, dass Sie heiraten wollen?
11:26Das werden Sie wohl noch tun.
11:31Hier kommst du mit.
11:34Ich meine, kommst du schon mit uns?
11:37Ja, das ist wahrscheinlich.
11:38Gut.
11:39Gut.
11:40Du bist ein netter Typ.
11:43Großzügig.
11:44Keine Autoritätswahn.
11:46Schön.
11:49Ich hatte schon Angst, dass du vielleicht...
11:52ein Problem haben könntest.
11:57Papa, der will mich adoptieren.
11:59Ich bin doch deine Tochter.
12:10Was bleibst du da auch?
12:12Tschüss.
12:14Tschüss.
12:14Schönen Feierabend.
12:20Lass den in Ruhe.
12:21Wir holen ihn morgen ins Büro.
12:23Er kann hier nicht übernachten.
12:25Er wird ja wohl Verwandte haben oder eine Freundin.
12:27Und wenn nicht, dann muss er eben im Hotel schlafen.
12:30Ich...
12:32hatte mal eine Freundin früher, meine beste Freundin, die...
12:36hat etwas ähnlich Schlimmes erlebt.
12:38Da war ich noch ein Kind.
12:39Und?
12:40Was ist passiert?
12:43Es muss die einsamste Nacht ihres Lebens gewesen sein.
12:47Mensch, Julie, der ist hier aus dem Nichts aufgetaucht.
12:51Der eigene Vater hat sie her...
12:53Er wollte sie her.
12:58Komm, ist ja schon gut.
13:00Mädchen, ist ja gut.
13:06Was?
13:06Was?
13:11Hast du irgendjemanden, bei dem du übernachten kannst?
13:14Schulfreunde, Verwandte?
13:16Eine Freundin oder so?
13:20Also gut, ich bin Judith Sommer.
13:22Ich wohne im Königsweg 18.
13:23Wenn irgendwas ist, wenn du Hilfe brauchst,
13:25komm einfach vorbei oder ruf dich an.
13:34Egal was.
13:37Nur sei doch, so kommt er nicht weiter.
13:41Ich möchte Ihnen gerne helfen, aber...
13:48Also...
13:49Ihre Frau ruft die Polizei an, weil sie sich von ihrem Ehemann bedroht fühlt.
13:55Sie sind doch ihr Ehemann, oder?
13:56Die Polizei findet Sie neben der Toten.
14:00Erklären Sie uns diese Situation.
14:03Bitte.
14:04Ist das sowieso schon klar?
14:07Sie sind doch Polizist.
14:09Sie wissen, dass rechtzeitige und wahrheitsgemäße Angaben Strafmelder sein können.
14:15Also...
14:16Sie hatten einen schweren Tag hinter sich.
14:19Ob der einen schweren oder leichten Tag hinter sich hat, ist doch scheißegal!
14:27Wir waren um 17 Uhr verabredet.
14:32Ich wollte ein paar Sachen abholen.
14:35Ich wollte über die Scheidung sprechen.
14:40Und über den Unterhalt und was mit dem Haus passiert.
14:48Und dann sah ich den Hund.
14:53Nein.
14:57Dann bin ich nach oben gerannt.
15:02Dann habe ich...
15:03an die Tür geschlagen.
15:06Ich sprang auf.
15:11Da kam meine Frau auf mich.
15:13Zu.
15:15Mit dem Messer.
15:17Sie waren erregt.
15:18Es gab einen Kampf.
15:20Sie rissen Ihrer Frau das Messer aus der Hand.
15:22Dann bekamen Sie plötzlich einen Schlag auf den Hinterkopf.
15:26Und als Sie wieder aufwachten, da saß Ihre Freundin,
15:30bzw. Frau Hansen, saß da und hatte Ihre Schwester bzw. Ihre Frau im Schoß tot.
15:36Ist das richtig so?
15:37Mhm.
15:38Seidel.
15:39Ihre Frau hat kurz vor Ihrem Tod mit Ihrer Freundin telefoniert.
15:42Und wissen Sie, was die uns erzählt hat?
15:44Ihre Frau wollte das Geld zurück, das Sie vom gemeinsamen Konto genommen haben.
15:47Außerdem wollte sie verreisen.
15:48Nach Marokko.
15:49Heute.
15:50Mann, was erzählen Sie uns hier für eine Scheiße?
15:52Ja, so gut.
15:55Wenn Sie es nicht waren, wer war es dann?
15:58Ich sag dir, wie es war.
15:59Seine Frau hat sich selbst aufgespießt.
16:00Sie war auf dem Weg in die Brandvonne.
16:01Komm, hör auf jetzt, ja?
16:03Das sind doch die dämlichsten Schutzbehauptungen, die ich jemals gehört habe.
16:05Tja, Herr Seidel.
16:06Ich weiß jetzt allerdings auch nicht mehr, wie wir Ihren Kopf aus der Schlinge kriegen.
16:12Haben!
16:13Warum?
16:15Das ist er!
16:18Nein!
16:19Ich!
16:20Haben!
16:21Nicht das Messer!
16:23Eva!
16:24Eva, was macht ihr?
16:27Eva, Eva, was macht ihr? Was meint sie damit?
16:31Sollte vielleicht die eigene Schwester?
16:33Meine Fingerspuren sind überall.
16:35Er hat Opferblut auf Hemd und Hose.
16:37Gratzspuren vom Kampf im Gesicht.
16:39Seine Haut ist unter den Fingernägeln der Toten.
16:41Die haben den Tatverlauf auf Tonband.
16:43Was willst du denn eigentlich von dem Kerl noch?
16:44Der Kerl ist ein Mörder.
16:46Der kriegt einen Blutrausch, wenn er in Wut ist.
16:48Jetzt versucht er sogar noch die ganze Sache seiner Geliebten in die Schuhe zu schieben.
16:52Sobald merkst du das eigentlich nicht, hä?
16:54Wollen Sie einen Kaffee?
16:55Der braucht keinen Kaffee.
16:56Wenn hier jemand einen Kaffee braucht, dann bin ich das,
16:59um mir die ganze Kotze runterzuspülen, die mir aus dem Hals fallen will!
17:05Du Stück Scheiße, hä?
17:08Ich könnte das gar...
17:09Umbringen, ja?
17:10Mir ein Messer in den Rücken stechen.
17:11Gut, gut, wir gehen auf Tötung im Affekt.
17:13Aber besser kommen Sie nicht raus aus der Sache, Herr Seide.
17:17Und ich sag Ihnen eins, Sie werden nicht rauskommen.
17:19Also, wie ist es mit dem Geständnis?
17:51Es ist absurd.
17:53Es ist absurd.
17:54Es ist absurd.
17:56Die holen mich zum Mörder machen.
17:58Bitte sprechen Sie nicht miteinander.
17:59Kommen Sie sein.
18:00Kommen Sie.
18:02Aber ich liebe dich.
18:03Was auch immer kommt, ja?
18:05Ich liebe dich.
18:08Mit zwölf kam ich in den Kleinstadtsinternat
18:10und hatte dauernd Ärger mit dem Internatsleiter.
18:13Nach einem stuhlen, jähzornigen Exoffizier.
18:17Eines Abends sind wir so zusammengerasselt, dass er mich zusammenschlug.
18:19Ich kamte weg in der selben Nacht.
18:21Und war am nächsten Morgen schon wieder zurück.
18:23Ein paar Tage später, dann fuhren wir zu meinem Vater.
18:26Der Schuldirektor, der Heimleiter und ich.
18:29Er fahrte es aus dem Wohnzimmer.
18:31Am Ende eines langen Tisches.
18:34Er hat mich die ganze Zeit nicht ein einziges Mal angesehen.
18:37Statt zu verlangen, dass der Mann auf dem Dienst entfernt wird,
18:40hat er sich entschuldigt.
18:41Für mich.
18:42Es war furchtbar.
18:48Wollt ihr noch was trinken, Robert? Walter?
18:50Damals habe ich mir geschworen, niemals ein Kind zu verraten.
18:54Niemals.
18:56Irina?
18:59Kann ich etwas Eis haben?
19:00Ja.
19:04Seit wann trinkst du Unarrocks?
19:11Also gut.
19:12Ich habe euch jetzt genug Zeit gegeben.
19:15Es hat mich Kraft gekostet, aber ich dachte, euch fällt es auch nicht leicht.
19:18Ich will jetzt nur noch die Wahrheit hören.
19:21Was war los?
19:22Was soll das heißen?
19:24Das heißt, dass Annas Verletzungen keine Brandblasen sind,
19:27sondern holzische Blasen, die durch eine Barbituratvergiftung entstanden sind.
19:31Ich denke, Anna hat versucht, sich das Leben zu nehmen.
19:33Vor dem Haar war doch einen Augenblick.
19:36Lass uns vernünftig darüber reden.
19:38Jetzt spielt mir hier eine Komödie vor, ja?
19:40Tralala im Schweizerland.
19:41Ihr lügt mich an.
19:44Ihr zwingt Anna, mich anzulügen.
19:45Ach, du hast doch überhaupt keine Ahnung.
19:48Ich bin ihr Vater!
19:49Ich habe doch wohl ein Recht zu erfahren, was mit meiner Tochter los ist.
19:53Du bist weit weg!
19:54Sie ist in einem schwierigen Alter!
19:55Hört auf!
19:56Bitte!
19:57Walter!
19:58Robert!
19:59Ich will jetzt Anna sprechen!
20:01Sofort, wer es mit niemandem mehr spricht!
20:03Robert!
20:05Raus hier!
20:07Raus!
20:09Mutter!
20:09Ich hole die Polizei!
20:10Mutter, ich hole die Polizei!
20:42Ich dachte, vielleicht komme ich doch auf dein Angebot zurück.
21:01Wir wollen ein Modegeschäft eröffnen.
21:04Wir haben unsere ganzen Ersparnisse reingesteckt.
21:08Wir sind ja beide nicht mehr jung.
21:12Herbert hat bei der Polizei gekündigt.
21:17Verstehen Sie, wir sind dabei, uns einen Lebenstraum zu erfüllen.
21:22Also, Frau Hansen.
21:25Sie hören Kampfgeräusche.
21:27Sie hören Schreie.
21:28Sie gehen die Treppe rauf.
21:29Und oben, Frau Hansen, was haben Sie da oben gesehen?
21:32So.
21:35Beide lagen da.
21:36Und, ähm, Herbert hat gestöhnt.
21:42War wohl ohnmächtig und lauch.
21:46Lauch aber.
21:47Sie haben sich also zuerst um Ihre Schwester gekümmert.
21:50Es war ja viel Blut da.
21:51Und, äh, sie hat nicht geatmet.
21:54Ja, aber wie konnte sie dann noch sagen,
21:55Eva, Eva, was macht ihr?
21:58Stimmt es, dass Sie gestern Vormittag schon einmal im Hause Ihrer Schwester waren?
22:02Gegen Viertel nach elf?
22:05Das ist eine Beamtengegend, da pissen die Hunde nach der Uhr.
22:10Also.
22:15Also.
22:17Ja, ich, ich...
22:19Sehen Sie, der, der Ausbau des Ladens hat viel mehr Geld gekostet als geplant.
22:23Und meine Schwester und ich, wir haben ein Mietshaus geerbt.
22:26Und ich wollte eine Hypothek drauf aufnehmen.
22:29Dafür brauche ich ja ein Verständnis.
22:31Also haben wir uns telefonisch verabredet, aber sie war nicht da.
22:34Ja, aber Sie sind trotzdem ins Haus gegangen. Warum?
22:36Weil ich einen Schlüssel habe. Ich wollte auf Sie warten.
22:39Aha.
22:42Dieses Mietshaus geht jetzt in Ihren alleinigen Besitz über?
22:45Ja.
22:47Abzüglich des Erbteils meines Neffen.
22:49Jan Seidel.
22:51Ja.
22:53Frau Hansen.
22:56Drei Leute gehen in einen Raum.
23:01Einer kommt nie wieder raus.
23:03Da muss man doch annehmen, dass einer der beiden anderen, die wieder rauskommen, der Mörder ist.
23:08Oder alle beide.
23:10Das Problem dieser Konstruktion liegt nur darin, je mehr Sie von sich behaupten unschuldig zu sein,
23:16desto mehr belasten Sie Herrn Seidel.
23:19Und umgekehrt.
23:23Ja, wie, ich war's nicht.
23:25Hm.
23:27Und Herbert ist dazu nicht fähig.
23:29Ach, wissen Sie, wozu einer fähig ist? Das weiß man meist immer.
23:32Hinterhin.
23:34Was heißt das denn und umgekehrt?
23:38Warum haben Sie uns nicht gesagt, dass Sie gestern schon einmal da waren?
23:42Was heißt und umgekehrt? Was meinen Sie damit?
23:46Warum ruft Ihre Schwester Ihren Namen?
23:48Nein.
23:53Es gibt eine Erklärung. Es muss noch jemand da gewesen sein.
24:00Gib uns das Messer.
24:02Hör uns das Messer.
24:05Ja.
24:06Robert.
24:07Was? Ist schon wieder ein Flughafen?
24:10Ja, eine Ehegeschichte.
24:13Oh, ein Produktionsbericht war am besten noch heute.
24:18Ich flüstere wein.
24:21Weil meine Mutter gekommen ist. Bis nachher. Ciao.
24:28Tut mir leid, dass ich dich geweckt habe.
24:30Tut mir leid, dass ich dich in diese Situation gebracht habe.
24:33Und was für eine Situation?
24:35Ach so, weil ich gesagt habe, dass meine Mutter da ist.
24:37Du brauchst dich nicht von mir rechtfertigen.
24:43Du hast Fieber.
24:44Schon gut. Ich gehe.
24:45Du bleibst jetzt liegen.
24:50Und ich hole dir eine Tablette.
24:57Soll ich dich fragen, was los war in der Schweiz?
25:01Der Todeseintritt bei schlitzförmiger Eröffnung der linken Herzkammer.
25:05Rundtiefe, fünf Zentimeter.
25:07Was ist los mit dir?
25:11Anna hat versuch...
25:14Meine Anna hatte holzersche Blasen an den Armen.
25:17Holzersche Blasen?
25:18Ihr neuer Vater möchte sie gerne adoptieren.
25:21Könnt ihr nicht darüber reden?
25:23Aus allem, was er sagt, höre ich nur eine Botschaft.
25:25Ich werde dir deine Tochter wegnehmen.
25:26Jeder Satz. Dasselbe Echo. Tochter wegnehmen. Tochter...
25:30Ich hatte meine Gefühle natürlich nicht unter Kontrolle.
25:33Wer hat das schon?
25:34Und was willst du machen?
25:36Tja, was?
25:39Neue Nummer. Laura Seidel verstarb an einer Herzbeuteltamponade
25:42infolge eines Messerstiches in den Rücken.
25:44Wir werden sehr viel Zeit für sie brauchen.
25:46Ich würde vorschlagen, wir ziehen die Obduktion des Babys vor.
26:10Herr Seidel, zur Vernehmung bitte.
26:12Frau Hansen kann erst mal zurück den Gewahrsam.
26:15Aber sag was! Sag irgendwas! Bitte, ich... ich halte dich wieder auf!
26:22Das Lumen des rechten Hauptbornchus versperrt durch ein schleimverklebtes Federstück von Bodengröße.
26:29Die fünf Monate alt gewordene Katharina Eberle verstarb infolge Einatmens vom Bettfeder.
26:42Kinder sterben leichter. Die haben ja keine Wurzeln geschlagen. Ein kurzer scharfer Wind.
26:53Laut Polizeibericht war das Baby nur 20 Minuten allein.
26:56Kommt deine Mutter allein zurecht?
26:58Wie kommst du nur auf meine Mutter?
27:00Ich denke, sie ist zu Besuch.
27:04Die ist mir so rausgerutscht.
27:07Der Junge der Seidels, der tauchte plötzlich am Tatort auf und war völlig verstört.
27:11Da habe ich zu ihm gesagt, wenn er kein Hotel findet, dann kann er doch zu mir kommen.
27:15Und da schreibst du mal?
27:17Ist irgendwas?
27:19Was? Nee, wieso?
27:23Wie alt ist der Junge denn so?
27:25Anfang 20 ungefähr.
27:29So kühl.
27:30So singen.
27:32Und plötzlich nimmst du mir nichts, dir nichts, deinen fremden Mann zu Hause auf?
27:35Du bist nach wie vor die Nummer eins.
27:37Ja, auf der Warteliste.
27:39Brauchst du mit was essen?
27:41Ich bin satt.
27:42Ich will die Akte Seide durchsehen. Ich kenne ja nicht mal den Tatort.
27:44Und dann warte ich auf eine Inspiration.
27:46Vermutlich vergeblich, weil mich meine...
27:48...Muse gerade verlässt.
27:50Deine Muse schlägt sich aus dem Bauch voll, macht ein Bäuerchen und kommt sofort wieder zurück.
27:54Hast du deinen Kreativberater gewechselt oder einfach im Schrank daneben gekriegt?
27:58Die meisten Komplimente bekomme ich in der Nähe von Toten, macht wohl der Kontrast.
28:07Ha, ha, ha, ha.
28:31Kann ich Ihnen helfen?
28:33Ja, das Baby, was ist mit ihm?
28:38Seine Eltern waren, waren einkaufen gegangen und ich, ich, ich habe auf das Baby aufgepasst.
28:47Hören Sie, gleich kommt ein Taxi, ich nehme Sie mit in die Stadt, einverstanden?
28:50Beruhigen Sie sich.
28:51Woran ist das Kind gestorben?
28:53Kommen Sie.
28:54Bitte, ich bitte, ich will es ja.
28:57Sagen Sie mir, voran ist es gestorben.
29:06Ich habe gutes Herzversagen, es war nicht die Arschhund.
29:13Verzeihen Sie.
29:14Kommen Sie.
29:16Es war mein Liebstes, mein Allerliebstes.
29:20Das war mein Engelchen.
29:22Kommen Sie.
29:23Danke.
29:25Jan?
29:31Jan?
29:36Jan?
29:47Jan?
29:48Frau gesagt, ihre Enkelin sei in Herzversagen gestorben, obwohl ihr bei der Obduktion festgestellt
29:52hat, dass sie an Bettfedern erstickt ist und das erzählst du mir, dem Staatsanwalt,
29:55ich sei verpflichtet, das kann ich deinen Job kosten, verstehst du? Wenn ich der alten
29:59Frau die Wahrheit sage oder wenn du ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen sie anstrengst,
30:03ich meine... Ja und was dann? Ja dann nimmt sie sich den nächsten Strick und ich hab sie
30:06dann bei mir auf dem Tisch. Was hat denn das mit Gerechtigkeit zu tun? Jetzt will er mich
30:09nicht auch noch, was Gerechtigkeit ist. Gott, die ist doch gestraft für ihr Leben, die wird
30:13nie wieder eine Nacht verbringen, ohne an ihr Kind zu denken. Ich will davon nichts
30:16Fern, was willst du noch? Wegen meiner Tochter. Ihr neuer Vater will sie adoptieren. Als
30:24leiblicher Vater musst du doch dein Einverständnis geben. Ich brauche deine Hilfe, ich will
30:27eine haben. Oder ich brauche ein Tipp, wer mit dabei helfen kann. Rechtsanwälte! Sie hat
30:32versucht, sich umzubringen. Scheiße. Lassen Sie Eva Hansen jetzt frei? Vermutlich macht's
30:39der Haftrichter. Joe, kann ich? Nein! Ich wiederhole, ich gestehe meine
30:46Frau Laura Seidel im Affekt getötet zu haben. Warum? Seidel, warum tun Sie das? Den Totschlag
30:55im Affekt, den hätten Sie sowieso gekriegt. Den hätte Ihnen jeder taubstumme Pflichtverteidiger
31:01bei einem schwerhörigen Richter verschafft. Sie sind doch Polizist, Sie wissen das. Nein,
31:06nein, nein, nein. Wenn Sie den Totschlag gestehen, dann wollen Sie dahinter was verstecken.
31:12Entweder einen Mord. Ich habe gesagt, einen gemeinschaftlich begangenen Mord. Oder aber...
31:19Wir sind hier im vierten Akt eines Opferdramas, wo nur noch die Katastrophe fehlt. Apropos Katastrophe,
31:24auf wessen Namen läuft der Laden eigentlich? Wer verfügt über die Konten? Ich weiß, für eine so große
31:30Liebe, eine völlig unwichtige Kleinigkeit. Aber sagen Sie mir es trotzdem. Wir laden
31:34über Eva. Sie verfügt über die Konten. Sie wissen ja, ich kann ja als Polizist mehr. Schauen Sie
31:40mich nicht so an, Horfer. Sie haben mein Geständnis.
31:46Mann Gottes.
31:50Den wissen diese Frau wirklich sehr lieben.
31:52Nein. Oder Sie sind völlig naiv.
31:56Ja. Ich liebe Sie. Und es interessiert mich einen Scheißdreck, was Sie mit Ihren Fragen
32:01suggerieren wollen. Vielleicht bin ich naiv. Aber ich sage Ihnen was. Ich habe mich hochgearbeitet.
32:07Ich habe eine Karriere gemacht. Für meine Verhältnisse jedenfalls. Aber kein Leben, Hofer.
32:12Kein Gefühl. Sie wissen, wovon ich spreche. Eine engherzige Ehre, 23 Jahre lang. Und jetzt leiste
32:21Sie mir den Luxus, naiv zu sein. Und die Frau zu lieben ohne Sicherheitsnetz. Und ohne
32:26eine Wand im Rücken.
32:28Was für ein Statement. Seid denn, Sie sind ja der Sprache mächtig. Habe Liebe. Es drückt
32:34mir fast das Herz ab. Schwer drücken dich hier von einer Ecke in die andere. Und du unternimmst
32:39nichts, um da rauszukommen. Warum nicht? Wer hat mit dem Schüratten zugeschlagen? Sind Sie sicher,
32:45dass es Ihre Frau war? Es war dunkel. Der Schlag kam von hinten. Ich will dem Haftrichter
32:53vorgeführt werden. Komm, holt raus. Holt raus.
33:15Sei starker bei Blutung durch Abwehrverletzungen merkwürdig. Könnte sein, dass die Wunden länger
33:20geblutet haben, als wir angenommen haben. Und diese Brustwunde hier. Männer führen Stiche zum Herzen in der Regel direkt durch
33:27die Brust. So wie hier in der Brustansatz. So stechen eigentlich Ihre Frau.
33:30Mhm. Das haben wir an der Uni getestet. 95% der Frauen haben den Stich genauso gesetzt wie hier unter
33:35der Brust. Da hat die Natur den Frauen Sperrmechanismus eingebaut. Sie betrachten ihre Brüste instinktiv als eine schutzwürdige Regierung.
33:43Es kann sich ja auch um eine zufällige Kampfverletzung handeln.
33:46Ich kümmere nicht mal um die Toxen. Joe hat angerufen. Er kommt nicht mehr weiter.
33:50Wir sind noch nicht mal so weit.
33:53Was hast du gesagt am Freitag, bevor du gefahren bist?
33:56Wird bestimmt ein ruhiges Wochenende.
34:06Mhm.
34:07Ergeben nicht ausgeschlossen werden kann, dass Herbert Seidel im Zustand ver minderter Schuldfähigkeit gehandelt hat.
34:12Das wird im Laufe der weiteren Ermittlungen zu klären sein.
34:17Gegen Herbert Seidel wird das Ermittlungsverfahren eröffnet und die Untersuchungshafte angeordnet.
34:23Warum?
34:26Warum hast du das getan?
34:27Ein Tatverdacht gegen Eva Hansen konnte dagegen nicht überzeugend nachgewiesen werden.
34:32Flucht- und Verdunklungsgefahr bestehen nicht.
34:34Eva Hansen ist sofort aus dem Polizeigewahrsam zu entlassen.
34:37Die Verhandlung ist beendet.
34:39Frau Hansen, wir würden gerne noch eine Gegenüberstellung durchführen.
34:42Dauert nicht lange.
34:43Ja, es ist nur eine Bitte. Sie können auch ablehnen.
34:45Aber vielleicht wollen Sie Ihrem Verlobten helfen.
34:50Ein Verlobter.
34:53Ich kann niemandem mehr helfen.
34:56Und Herr Seidel, ich möchte jetzt gehen.
35:04Was denn für eine Gegenüberstellung?
35:05Naja, sie ist schon den ziemlich komplizierten Rückflug von Marokko nach Berlin gebucht haben.
35:08Für heute.
35:09Und was soll das beweisen?
35:11Der Telefon-Mitschnitt ist der Hauptbeweis.
35:14Er funktioniert aber auch wie eine Sichtblende.
35:16Engt unseren Bildausschnitt auf Herbert Seidel und diese Eva Hansen ein.
35:22Fokussiert uns geradezu auf die beiden.
35:24Was ist, wenn man mal diese Sichtblende wegschiebt?
35:27Wer kommt dann noch ins Bild?
35:30Zum Bleistift, ja.
35:32Wie heißt dieser Junge da, das Kind?
35:35Jan Seidel, hm?
35:37Was ist, langweilig dich?
35:38Du, niemals.
35:40Andersherum, wenn das Ganze eine Inszenierung ist,
35:43dann stimmt also genau das nicht, was Sie beweisen sollte,
35:46nämlich, dass Herbert Seidel der Täter ist.
35:49Warte mal, warte mal.
35:53Wir gehen doch immer ganz normal davon aus,
35:55dass so ein Tatgeschehen ein zusammenhängender Vorgang ist,
36:00wogegen massivst die starke Beblutung der Kleidung spricht.
36:06Weißt du was?
36:08Lass uns mal eine Wundalterbestimmung machen.
36:11Jan Seidel hat im Schlaf von einem Messer geredet und vom Blut,
36:16vorgestern Nacht, als du angerufen hast.
36:18Ich besuche dich, wenn sie dich wegen Beihilfe dran kriegen.
36:21Schön zu wissen.
36:22Aber vielleicht kriegst du ermildernde Umstände.
36:24Ich will dich doch auf einen Verliebtheitsanfall raus.
36:27Plötzlich, unerwacht, unerklärlich, gewalttätig,
36:31der schweißige Typ, auf dem man immer wartet.
36:34Jung, dumm und dynamisch.
36:37Frau Richterin, das müssen Sie doch kennen.
36:40Es reißt einem die Beine weg.
36:43Schön zu hören, dass es dir wieder besser geht.
36:49Das ist sie. Ganz sicher.
36:52Warum erinnern Sie sich so genau an diese Frau?
36:55Sie buchte ein Rückflug-Ticket.
36:57Für die Route Casablanca bis La Bonn, London.
37:03Hier, Eva Hansen.
37:06Merkwürdige Route, nicht?
37:07Sie wollte so schnell wie möglich zurück.
37:09Ich sagte, dann fliegen Sie doch direkt, sagte ich.
37:12Das wollte sie auch nicht.
37:14Geld spiele keine Rolle, sagte sie.
37:16Ich habe mich bemüht, aber es ging nicht, verstehen Sie?
37:20Und dann habe ich ihr Bild in der Zeitung gesehen.
37:22Ich habe sie angerufen.
37:26Das hier?
37:27Ja, genau. Das da. Das ist die Frau.
37:35Laura.
37:37Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
37:38Bitte sehr.
37:39Kann ich mir das mitnehmen?
37:40Brasilien.
37:41Dann kommen wir zwar nicht hin, aber man kann ich nicht wissen.
37:43Wiedersehen.
37:43Wiedersehen.
37:48Sag, gratuliere.
37:49Sag, Robert, wie hast du das nur wieder gemacht?
37:52Sag nämlich, halt nicht, verführe mich, beruhier mich.
37:57Rot für die Histamin und Grün für die Serotonin-Kufe.
38:00Hier ist der Verlauf für den Rückenstich und hier der Verlauf für die Abwehrverletzung am Unterarm.
38:04Und?
38:06Die Zeitdifferenz zwischen der Abwehrverletzung und dem tödlichen Rückenstich beträgt mindestens zehn Minuten.
38:12Was? Das glaubt uns kein Mensch.
38:14Doch. Du hast versucht, ihn anzurufen.
38:15Wen?
38:16Diesen Jungen.
38:18Du hast gehofft, dass er wieder da ist, Luca.
38:19Ich meine, etwas in dir hat gehofft, dass er wieder da ist.
38:23Was ist los, schöne Kollegin? Du reagierst mit dem Baum.
38:27Oder ist da ein Herz?
38:28Hör auf, bitte. Er hat Husten und Fieber und ich fühl mich fein.
38:31Tut dein Gefühl nicht, was dein Kopf will?
38:33Das erste Mal. Soweit ich weiß.
38:40Robert.
38:42Ich mag dich sehr.
38:46Und ich dachte auch, dass wir...
38:51Aber du brauchst mich im Grunde nicht.
38:55Du bist stark und diese Stärke macht mir Angst, verstehst du?
39:01Alles klar, alles klar.
39:04Gut.
39:14Als Jason sich von Medea trennte, hat sie aus Rache seine Geliebte umgebracht.
39:21Und?
39:21Die gemeinsamen Kinder.
39:23Warum? Ich meine, sie hätte ihn doch töten können.
39:29Ein schneller Tod hätte ihre Rache nicht befriedigt.
39:32Die Qual des Mannes, der sie verlassen hat, sollte dauern so lange, er lebt ewig.
39:37Du meinst Laura Seidel?
39:42Eine Wundalterbestimmung.
39:43Es muss ja immer ein komplizierter Fall sein.
39:46Eine einfache Lösung hatte geradezu was Unanständiges für euch, nicht wahr?
39:49Nehm dir doch eine Magentablette, hm?
39:51Das mach ich auch.
39:52Der ganze Telefonmitschnitt. Eindringen, Kampf auflegen, dauerte genau eine Minute.
39:55Wie kommt dann eine Zeitdifferenz von zehn Minuten zwischen den Wunden zustande?
39:58Mit anderen Worten, es kann keiner von beiden gewesen sein.
40:02Weder Herbert Seidel noch Eva Hansen.
40:03Und wer war es dann?
40:04Ich werde es dir sagen, es war Selbstmord.
40:07Sie hat die linke Hand als Führungshand benutzt und mit der rechten hat sie dann zugestoßen.
40:13Du, gib mir doch mal das Messer. Pass auf.
40:15Sie hat die linke Hand als Führungshand benutzt.
40:19So. Und mit der rechten wird...
40:21Ich kann das jetzt nicht wirklich machen, weil das Ding ist echt scharf.
40:23Also, die beiden Verletzungen, die dabei entstanden sind, die sind auch hier an diesen Fingern markiert.
40:27Das sind die einzigen Verletzungen am ganzen Körper, die zeitgleich mit dem Todesstich entstanden sind.
40:32Alle anderen Verletzungen, die du hier siehst, die musste ich Frau Seidel früher beigebracht haben,
40:36um sie dann als Abwehrwunden zu simulieren, damit der ganze Verdacht auf ihren Mann fällt.
40:41Nur weil ihr Mann erst noch Kisten aus der Garage ins Auto geladen hat, entstand diese Zeitdifferenz.
40:45Scheiße. Das heißt ja, wenn die beiden gleich ins Haus gekommen wären, dann...
40:48hätten wir vermutlich in Justiz ihr Tun mehr.
40:51Tja. Überzeugt mich.
40:54Sämtliche Falschaussagen unserer beiden Verdächtigen entstanden unter dem seelischen Druck eines scheinbar nicht zu widerlegenden Tatverdachts.
40:59Das heißt, die beiden mussten sich gegenseitig verdächtigen, Laura Seidels Mörder zu sein.
41:05Dann werde ich mal sehen, ob ich den Haftrichter noch finde.
41:11Ach, Robert.
41:14Weißt du, wie lange es dauert, bis eine Fallakte bearbeitet wird, die ich unter den untersten Stapel der Fallakten schiebe,
41:19die noch bearbeitet werden müssen?
41:21Nee.
41:23Vier Jahre und sieben Monate.
41:25Naja, das heißt, dass ältere Menschen als auch ältere Frauen oft gar keine Chance haben, von den Segnungen der Rechtsprechung
41:32ereilt zu werden.
41:33Danke.
41:33Ja, ist schon gut.
41:35Danke dir.
41:38Seidl ist erledigt. So oder so.
41:40Mensch, wir haben den drei Tage lang durch die Mangel gejagt.
41:43Was machen deine Magenschmerzen?
41:45Was für Magenschmerzen?
41:47Hör mal zu. Ich brauch deine Hilfe.
41:51Irgendjemand muss dem Seidl erklären, was los war.
41:54Uns glaubt er kein Wort mehr, wir können das nicht machen. Machst du das.
41:57Ich meine, bevor die irgendwelche Tomaten machen.
42:32Papa.
42:33Papa.
42:36Hey, Papa, warte doch mal.
42:45Frau Hansen, hier spricht die Polizei Joe Hofer.
42:48Herbert Seidl ist heute Abend aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
42:53Sicherheitshalber wird in den nächsten Tagen jede volle Stunde eine Polizeistreife bei Ihnen vorbeifahren.
42:58Bitte informieren Sie uns, wenn Sie diese Nachricht erreicht haben, ja?
43:01gut.vation.
43:27Ruhe.
43:52Herr Seidel, mein Name ist Robert Kolmar.
43:55Ich bin Gerichtsmediziner.
43:56Ich habe die Leiche ihrer Frau untersucht.
43:58Hören Sie zu.
44:00Es war Selbstmord.
44:01Bleiben Sie draußen!
44:03Es war Selbstmord, als Mord fing giert.
44:05Hören Sie zu.
44:07Die Abwehrverletzung.
44:08Der tote Hund.
44:10Die Flugtickets im Reisebüro.
44:13Seidel, hören Sie zu.
44:15Sie hat lauter falsche Fährten gelegt.
44:17Es war Rache.
44:18Es war die Rache einer verlassenen Frau.
44:21Hey!
44:25Sie tun genau das, was Ihre Frau wollte.
44:28Seidel.
44:35Nein!
44:37Nein!
45:07Nein!
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