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Kurzfilme
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01:43Judith, das geht um ein halbes Jahr.
01:45Nicht um ein ganzes Leben.
01:47Mabels ist der Anthropologe.
01:49Der hat die Zahnknoten ausgebuddelt.
01:52Also nicht ausgebuddelt.
01:53Der hat sie identifiziert.
01:57Dieser Fünffachmord in Miami, erinnerst du dich?
02:00Den hat er aufgeklärt
02:01durch die Rekonstruktion eines Skelettes.
02:03Das sind ja unöffnete Neuigkeiten.
02:07Jedenfalls kriegt man so ein Angebot nicht auf.
02:10Kriegt man nie wieder.
02:12Und eines Tages wirst du mir die Augen auskratzen, nur wenn ich heute nicht...
02:14Das ist meine Sache, ja?
02:15Ja.
02:17Wie weit sind Sie eigentlich mit dem Tagungsreferat, Herr Dr. Kolmer?
02:22Das ist unfair.
02:23Einfach nur eine ablenkende Gegenfrage.
02:26Und wer holt eigentlich diese Frau Dr. Horscher-Kommer vom Flughafen?
02:29Das ist noch viel unfairer.
02:31Letzte Eifersucht auf, oder was? Hör ich da.
02:34Also unser Chef bekommt fast immer einen Ständer, wenn er von dir redet.
02:37Das ist ja auch eine klasse Frau. Einsame Klasse.
02:40Klassisch, sozusagen.
02:43Ich glaube, das Telefon geht.
02:49So, Mann.
02:52Joe, für dich.
02:55Leider, dir aber gerade noch mal das Leben gerettet.
03:05Kuntram.
03:07Becker.
03:08Prof. Dr. Hink.
03:09Kolmer, Rechtsmedizin.
03:10Klass.
03:11Hey.
03:12Hallo. Morgen.
03:14Tja, Todeszeitpunkt ist kurz nach acht.
03:16Er starb auf der Bahnhofstrappe.
03:18Plötzliche Bewusstlosigkeit.
03:19Herz-Kreislauf-Stillstand.
03:21Die Reha-Meister haben wir nach 20 Minuten angestellt.
03:23Ach ja, besonders auffällig ist vielleicht noch, er hat extrem verengte Pupillen.
03:28Aha.
03:31Ja.
03:33Stecknadelkopfpupillen.
03:34Vermutlich eine Intoxikation.
03:36Was soll denn das für ein Gift sein?
03:38Kann ich nicht sagen.
03:39Organophosphate, Opiate, Nikotin, Schlafmittel, kann alles mögliche sein.
03:43Ach, verrücktes, übrigens vor ein paar Tagen hatten wir eine Tote mit den selben Symptomen, die junge Frau.
03:49Gleiche Zeit, morgens kurz nach acht, auch auf der Bahnhofstrappe, die Pupillen beim Auffinden genauso Lichtstern verengt.
03:55Derselbe Ort, dieselbe Zeit, dieselben Symptome.
04:00Merkwürdig, ja.
04:01Wir sollten auf jeden Fall abduzieren.
04:03Was ist denn mit der jungen Toten von vor zwei Tagen?
04:05Na, die ist noch im Schauhaus. Ich hab angerufen.
04:07Ach so, kannst du mir was schreiben? Für die Staatsanwaltschaft?
04:10Ja, klar. Hey, Joe, was denn los?
04:14Dann wird's ja sein, die Brieftasche ist mir aus der Hand gefallen.
04:18Tschüss.
04:26Und, was ist?
04:27Sehr hohe Opiatenkonzentration im Blut, das gleiche im Lungengewebe.
04:32Urin negativ, Mageninhalt negativ, Nasenabstrich negativ, Rektalsteinhaut auch negativ.
04:38Das gibt's doch nicht.
04:41Und ich finde keine Funktionsstelle.
04:43Und wenn er das Zeug geschluckt hätte, hätten wir eine enorm erhöhte Konzentration im Magen-Darm-Trakt.
04:48Es muss direkt ins Blut gegangen sein. Aber wie?
04:52Seine Organe sind in Ordnung. Kein Tumor. Nichts, was man mit Opiaten therapieren würde.
04:58Es gibt eigentlich nur eine Möglichkeit.
05:01Ja?
05:04Und die Beere?
05:06Du hast die Funktionsstelle übersehen.
05:12Irgendjemand wirft da unsere Jungbeziehung gerade einen mächtig großen Stein vor die Füße. Findest du nicht auch?
05:18Mhm. Ist ein Härtetest.
05:21Mhm.
05:23Vielleicht hat er sich's ja unter die Zunge gespritzt?
05:26Nein.
05:28Also einer geilen Flüssigkeit war auch nichts. Er hat also in den letzten drei bis vier Tagen keine Opiate zu
05:32sich genommen.
05:33Die Beibräume muss kurz vor dem Toterfolg sein.
05:35Er muss schon im Bahnhof gewesen sein.
05:38Als erste Opfer war eine kleine Hausfrau, Hagen-Gerder.
05:42Ziemlich ärmliche Verhältnisse.
05:44Also, Becker hat eine Professur in der FU. Nebenher ein eigenes Architekturbüro, 16 Angestellte.
05:50Stadtbekannt erfolgreich.
05:52Standesgemäß eine eigene Villa in Wannsee, direkt am See.
05:55Mit dem Auslauf von, man glaube es kaum 2500 Quadratmeter.
05:58Wir haben auch geschieden zwei Kinder, Mädchen, acht Junge, zwölf Kinder leben bei ihm.
06:03Wieso fährt so einer mit der U-Bahn und nicht mit einem Geld?
06:06Naja, der investiert sein Geld wahrscheinlich. Joe, das ist die Welli-Kultur. Silizium-Generation.
06:11Was?
06:12Je reicher jemand ist, umso bescheidener gibt er sich. In der Öffentlichkeit jedenfalls.
06:16Also Vermögensverhältnisse, abchecken, Testament, Lebensversicherungen, Freundschaften, Freundschaften...
06:21Ja, ja, die aus der 100-Shots soll eine Woche lang zur Tatzeit dieselbe S-Bahn-Strecke fahren.
06:25Ja, Fahrgäste befragen, Fotos rumzeigen, Pressemeldungen, Witwesschritte...
06:30Genau!
06:32Der hat eine Freundin!
06:35Ja, das gehört doch zum Selbstverständnis dieser Spezies!
06:39Jung, kleine Brüste, lange Beine, Intelligenzprozent knapp über der Schuhgröße...
06:44Hallo, Mirja, hab ich dich gar nicht gesehen. Hey, wo gehst du hin?
06:48Unterhose wechseln. Ich steh auf solche Frauen.
06:51Unter mir bleibt nur wieder die tote Hausfrau.
06:57Gerda Hagen, Hausfrau, verheiratet, 25 Jahre alt geworden. Ihr Mann arbeitet beim Wachschutz.
07:07Kleine Lebensversicherung, keine Kinder, unregelmäßige U-Bahnfahrerin.
07:12Es gibt keine Anhalte dafür, dass sie irgendeine Verbindung mit Professor Becker hatte.
07:16Wir haben zwei identische Objektionsbefunde, eine junge Frau, älterer Mann, beide am selben Gift gestorben, selbe Bahnhof, dieselbe Tageszeit, vermutlich
07:29dieselbe Beibringungsweise.
07:30Das Einzige, was wir nicht wissen, wie ist das Gift in den Körper gekommen?
07:34Ja, und was ist das überhaupt für ein Zeug?
07:37Etorphin.
07:40Handelsname Immobilon.
07:41Das ist das stärkste bekannte vollsynthetische Opioid.
07:44Entwickelt worden im Zweiten Weltkrieg für die Kriegslazarete.
07:48Hochverdünnt hat es eine allergetische Wirkung.
07:51Schmerz stehend.
07:54Und hochkonzentriert sind ein paar Tropfen davon tödlich.
07:57Der Tod tritt sehr schnell ein durch zentrales Regulationsversagen.
08:01Und wie kommt man da ran?
08:02Veterinärmediziner benutzen das zum Einschläferung von großen Tieren oder zu einer Kruse.
08:06Bestände müsste es in veterinärmedizinischen Instituten geben, in Forschungslabors, eventuell bei Großbildjägern.
08:12Aber soweit ich weiß, ist das Mittel in Deutschland auf dem Markt nicht mehr zu erhalten.
08:16Ja, gut, dann freue ich das ab.
08:18Nach dem Betreuungsmittelgesetz muss über jede Ampulle Rechenschaft gegeben werden.
08:22Vielleicht hatten wir irgendwann irgendwo einen Einbruch in letzter Zeit.
08:26Jetzt mal, was ganz abseitig ist.
08:32Erinnert ihr euch an den Regenschirmmord?
08:38London, 1978.
08:40Meinst du den bulgarischen Schriftsteller, den ihm jemand an der Bushaltestelle mit dem Regenschirm ins Bein gepickt hat?
08:45Ja.
08:46In seinem Oberschenkel steckte eine winzige Kugel mit einer kleinen Auswüllung.
08:51Da konnten 500 Mikrogramm Gift eingelagert werden.
08:55Man hat nie erfahren, nie rausgekriegt, was das für Gift war.
08:58Man vermutete Abrin oder Richin.
09:03Der bulgarische Geheimdienst soll damals...
09:06Geheimdienst? Müsst du denn alles gleich dramatisieren?
09:08Ihr habt keine Erklärung dafür, das alles.
09:12Macht euch doch vorher ein paar Gedanken, bevor ihr überhaupt so ein Wort aussprecht.
09:16Kalter Krieg ist vorbei.
09:17Nur, dass wir uns nicht missverstehen. Ein kleines Fläschchen von diesem Zeug ist eine Art Massenvernichtungsmittel.
09:23Viel Glück.
09:26Judith.
09:29Frau Schatz, es ist mir sehr leid.
09:30Ja.
09:33Wie ist das passiert?
09:34Kann ich im Moment reinkommen?
09:36Natürlich. Bitte.
09:40Sind die Kinder hier?
09:44Nein, in der Schule.
09:49Hat Professor Becker sonst noch Angehörige?
09:52Nicht, dass ich wüsste. Seine Eltern sind tot.
09:56Er hat eine geschiedene Frau, die Mutter der Kinder.
09:59Die kommt ab und zu.
10:01Frau Stolze, noch eine Routinefrage.
10:03Wo waren Sie heute Morgen zwischen sieben und neun Uhr?
10:06Im Bett.
10:08Ich bin wieder eingeschlafen, nachdem Guntram aufgestanden war.
10:11Was sind Sie vom Beruf?
10:14Stewardess.
10:19Mein Gott.
10:21Frau Stolze, beruhigen Sie sich doch.
10:22Warum?
10:24Ich weine wegen mir.
10:26Nur wegen mir.
10:28Und ich dachte diesmal...
10:34Ach, was soll's ich.
10:36Schmeiß die Geschichte in den Papierkorb meiner gescheiterten Beziehung.
10:40Wird sich bestimmt nicht langweilen da drin.
10:45Sie haben mir nicht gesagt, wie er gestorben ist.
10:48Wahrscheinlich wurde er vergiftet.
10:54Wurde Professor eigentlich regelmäßig mit der U-Bahn?
10:57Ja, wegen der Effizienz.
11:00Mit dem Auto ist er nicht wesentlich schneller.
11:03Sag...
11:04Hat er denn mal gesagt?
11:07In der Bahn kann er außerdem lesen und...
11:11Und was?
11:13Frauen.
11:14Frauen beobachten.
11:15Sowieso.
11:16Er hatte gern Frauen um sich.
11:19Herr Dr. Röbel.
11:20Ja?
11:21Der Herr ist von der Mordkommission.
11:24Es ist etwas Schreckliches passiert.
11:27Der Professor ist tot.
11:30Was?
11:31Ja, hallo.
11:32Ich bin's nochmal.
11:34Hören Sie, es sind Ihre Kinder, nicht meine.
11:36Hol Sie sie bitte von der Schule ab.
11:39Sagen Sie es ihm.
11:42Ich packe.
11:43Ich will hier weg.
11:44Und vor allem will ich eins nicht.
11:46Der Bote sei der den Kindern sagt, dass ihr Vater tot ist.
11:48Wiederhören.
12:02Oh, Entschuldigung, mein Kuhliga.
12:05Hab ich vergessen.
12:07Wen haben Sie doch mit Absicht vergessen.
12:09Na ja, mein Unterbewusstsein vielleicht.
12:14Sie mochten Ihren Chef wohl alle sehr, was?
12:17Sie sehen ja.
12:18Wir heulen wie die Schlosshunde.
12:21Er war nicht gerade der Typ, wegen dem man sich die Wiedergeburt wünscht.
12:24Sagen Sie mal, wer wird eigentlich sein Nachfolger?
12:26Ich.
12:27Mir gehören 40% der Firma.
12:29Wir sind...
12:30Wir waren Partner.
12:32So, so, Sie.
12:33Ja, ich.
12:34Was dagegen?
12:35Nein, nein, überhaupt nichts.
12:37Der König ist tot, das lebe der König.
12:39Ach so.
12:40Nehmen Sie sich in den nächsten Tagen nicht allzu viel vor.
12:42Kann sein, ich hab noch die eine oder andere Frage an Sie, ja?
12:50Frau Vögel?
12:52Ja, bitte?
12:54Warte mal, ich bin der Hauptkommissar.
12:55Ich weiß schon alles.
12:56Ich will gerade zu den Kindern.
12:58Ich muss ihnen ja sagen, dass ihr Vater...
12:59dass ihr Vater gestorben ist.
13:02Wie lange ist es jetzt schon geschieden?
13:04Fünf Jahre.
13:05Die Kinder wachsen bei meinem Vater auf.
13:07Das ist eigentlich eher ungewöhnlich.
13:09Mir ging's nicht so gut damals.
13:10Nach der Scheidung war nicht.
13:12Inzwischen sehe ich die Kinder aber wieder regelmäßig.
13:15Ja, möchten Sie, dass ich sie hinfahre?
13:17Ja, das war sehr nett.
13:20Du musst doch halt so einen Flughafen in diesem Dr. Aschek.
13:23Erdschech, Achtung, genau, hier.
13:24Ankunft müsste bald sein.
13:26Kühlbad hat die genaue Zeit.
13:27Ich hab mir einen Fahrer bestellt und hol die Materialien aus dem Druckhaus ab.
13:31Ja? Was denn?
13:32Herr Professor Eisenberg von der Unfallstation.
13:34Ihr habt ein Kind, das sich unter der Dusche verbrüht hat.
13:36Und ob sich einer von euch das mal ansehen kann?
13:37Guck gleich, wenn's.
13:38Geht herzliche Bitte vom Professor Hüster persönlich.
13:41Es gibt Tage, die sollte man im Bett verbringen.
13:43Was machen wir jetzt?
13:43Ich bring die Materialien mit und du bestellst den Fahrer ab.
13:46Niemlich, danke.
13:47Dafür kann ich nicht kochen.
13:49Welche Nummer habt ihr?
13:50Die Mutter behauptet, die hätte sich unter der Dusche verbrüht.
13:54Sie wartet draußen.
13:58Ich möchte Sie sprechen.
14:01Hast du ein Zimmer für uns?
14:02Ja.
14:05Und?
14:06Was hältst du davon?
14:08Dasselbe wie du.
14:11Warum hättest du mich sonst gerufen?
14:15Das sind...
14:17Tiere.
14:19Tiere haben meine Seele.
14:22Warum hast du mich überhaupt geholt? Der Pfund ist doch klar.
14:26Bei der letzten Kindesmisshandlung habe ich die Staatsanwaltschaft informiert.
14:29Aber die hatten keine Beweise.
14:31Die Eltern sind nie mehr gekommen mit dem Kind.
14:34Und ich glaube nicht, dass sie aufgehört haben zu prügeln.
14:37Ich glaube, ich habe dem Kind keinen Gefallen getan mit der Anzeige.
14:42Und jetzt habe ich einfach Angst, mich wieder falsch zu entscheiden.
14:48Der Professor und das Mädchen, der Millionär und die arbeitslose Ehefrau, die Villa am Wannsee und das Hinterhaus im Franzlauer
14:56Berg.
14:56Wo ist der Zusammenhang?
14:59Hier, hier.
15:00Wir hätten den guten Mann einfach vorladen sollen.
15:05Hier wird nie ein richtiger Kriminalist.
15:07Der Ehemann des ersten Opfers ist automatisch einer der Hauptverdächtigen.
15:12Den kannst du nicht einfach vorladen, den musst du überraschend stellen.
15:15Mann, das ist ein Giftmörder, der ein gefährliches Gift verwendet, der seine Opfer in aller Öffentlichkeit sterben lässt.
15:22Kannten sich die Opfer? Kannten die sich nicht?
15:25Dann haben die in einem Zusammenhang, in dem sie für Dritte gefährlich wurden?
15:28Wenn ja, wer ist dieser Dritte?
15:29Ging es um Immobilien?
15:31Um Sex?
15:32Oder haben die nur was gesehen, was sie nicht sehen sollen?
15:35Oh, bitte!
15:36Laut Statistik besitzen zehn Prozent aller Deutschen einen Schwerbeschädigten-Ausweis. Wusstest du das?
15:41Alles humpelt, schleift, schlurft, atmet schwer, hat Übergewicht.
15:45Wir sind eine Nation von Behinderten.
15:49Herr Jürgen Hagen, Kriminalkommissar Joe Hoffa.
15:53Wir sind von der Mafia.
15:54Ja, der hat dein Gesicht.
15:56Ja, ausmachen.
15:56Polizei, aufmachen!
15:57Nimm das Ding weg.
16:00Herr Hagen?
16:02Machen Sie bitte auf. Wir untersuchen den Tod Ihrer Frau.
16:07Ich will nicht wissen, warum sie gestorben ist.
16:13Herr Hagen, bitte.
16:15Es zerreißt mich.
16:18Können Sie sich vorstellen, wie weh das tut?
16:23Herr Hagen, wir brauchen Ihre Hilfe.
16:28Ich weiß nicht, wie das passieren konnte.
16:32Es ist so furchtbar.
16:36Er ist alles, was ich hab.
16:38Ich hab ihn so lieb.
16:41Waren Sie dabei, als es passierte?
16:44Ja, natürlich.
16:47Kommt Ihr Freund mit Ihrem Sohn zurecht?
16:50Natürlich will er den Jungen.
16:51Ich hab sie nicht gefragt, ob er ihn will.
16:54Dem Jungen fehlt eine Männerhand.
16:56Ich war lange allein.
16:58Und die bekommt er jetzt.
17:00Frau Witter, ich...
17:04Ja?
17:06Ihr Sohn wurde mit Gewalt unter der heißen Dusche gehalten.
17:09Das ist Kindesmisshandlung.
17:12In so einem Fall unterlege ich nicht der Schweigepflicht.
17:15Das Gesetz stellt mir frei, die Staatsanwaltschaft einzuschalten oder nicht.
17:22Sie wollen...
17:23Sie wollen...
17:24Können Sie es nicht?
17:26Ich...
17:27Es war ein Unfall.
17:29Ganz bestimmt.
17:31Nein, es war kein Unfall.
17:33Und ich glaube nicht, dass Sie Ihren Sohn unter das kochend heiße Wasser gehalten haben.
17:43Mein Freund hat gesagt, er überlässt mich, wenn er es gibt, nicht.
17:48Oh mein Gott.
17:51Frau Witter, Sie müssen sich entscheiden...
17:52Ich kann nicht!
17:56Kennen Sie einen Professor Guntram Becker?
17:59Wen?
18:00Sind die Namen noch ganz genau gestanden?
18:03Nein, ich kann nicht.
18:04Wo waren Sie denn gestern Morgen zwischen sieben und neun?
18:09In meinem Bett.
18:11Mit einer Pulle im Arm.
18:14Fragen Sie Sie, steht da draußen zwischen anderen Pullen.
18:18Sie arbeiten bei einer Wachschutzfirma. Was bewachen Sie denn?
18:23Was ich bewache?
18:25Büroräume, Fabriken.
18:27Chemiefabriken.
18:28Pharmazierunternehmen.
18:30Fuhr Ihre Frau regelmäßig Uber?
18:32Haben Sie Ihre Frau geliebt?
18:35Sie arbeiten in einer Wachschutzfirma. Was bewachen Sie?
18:37Wo waren Sie gestern Morgen zwischen sieben und neun?
18:39Fuhr Ihre Frau regelmäßig mit der U-Bahn.
18:41Wo waren Sie gestern Morgen zwischen sechs und neun?
18:43Wo waren Sie gestern Morgen zwischen sieben und neun?
18:45Haben Sie Ihre Frau geliebt?
18:46Eine Minute mindestens.
18:48Wer 75 bis 90 Grad heiß im Wasser, der Junge hat Glück, dass er das überlebt hat.
19:00Und sonst?
19:01Was läuft?
19:02Wie geht's denn deiner Frau?
19:05Wir sind seit zwei Monaten geschieden.
19:08Endgültig.
19:09Meine Frau hat sich wieder ihrer eigenen Generation zugewandt.
19:13Ist das ein Rauchabpflaster?
19:14Ja, das gibt dosiert Nikotin an den Körper ab, bis das Schlimmste vorbei ist.
19:19Also das solltest du auch mal probieren.
19:20Ich geb dir eins mit.
19:28Und warum gewöhnst du dir gerade jetzt das Rauchen ab?
19:30Dir geht's doch bestimmt dreckig genug.
19:32Gerade deswegen.
19:34Mir fällt's wahnsinnig schwer, mir das Rauchen abzugewöhnen.
19:37Ich muss mich da ganz drauf konzentrieren.
19:39Und dabei bleibt keine Kraft mehr, meine Frau zu denken.
19:43Wahrscheinlich bin ich der einzige Mensch auf der Welt, dem das Rauchen des Leben rätzt.
19:49Kann ich mal telefonieren?
19:51Joe, Holmer braucht die Kleidung von Becker nochmal.
19:54Können wir die rüberschicken, die wollen die nach Chemikalien absuchen.
19:56Sagt der PTU Bescheid morgen früh?
19:59Was ist mit der Pressemessung?
20:00Wahrscheinlich morgen.
20:01Hast du noch was?
20:03Dieser Hagen ist nicht unser Mann.
20:06Dem fehlt das Motiv, die Intelligenz und die Kälte.
20:09Aber diese Geliebte von dem Professor Becker, diese Verena Stolze.
20:14Ich hab den Sicherheitsdienst der Fluggesellschaft angezapft.
20:18Die Dame hat mal medizinisch-technische Assistenten gelernt.
20:21Ich möchte Sie bitten, mit Judith zu sprechen.
20:24Sie darf das Stipendium nicht zurückgeben.
20:26Maples ist die Kapazität bei der Altersbestimmung des historischen Knochenmaterials.
20:30Ihr Eifern ehren, Herr Kollege, aber ich bin zufällig vom Fach.
20:35Ich würde mir Vorwürfe machen.
20:37Weil ich annehmen müsste, dass ich der Grund dafür bin, dass Sie nicht fährt.
20:40Ich hab verstanden.
20:42Sie haben großen Einfluss auf Judith.
20:44Sie können ja auch bestimmte Sachen sagen, die ich ihr nicht sagen kann.
20:48Ich denke, ich verstehe auch, was Sie mir nicht sagen können.
20:52Danke.
20:55Das Gespräch hat nicht stattgefunden.
20:59Welches Gespräch?
21:03Ich hoffe, es ist ein gutes Gefühl.
21:05Was für ein gutes Gefühl?
21:07Über die Lebenspläne anderer Menschen zu beraten, Hinweise zu geben, Absprachen zu treffen, Entscheidungen zu lenken.
21:14Also, bitte entschuldige, das ist jetzt über...
21:18Wir beide waren mal Freunde, alte Kirchgeschwester.
21:22Wie?
21:26Ich hab bei der Fluggesellschaft angerufen.
21:28Verena Stolzer hat heute Nachmittag Flugdienst.
21:30Und dann hat die Sekretärin mir zwei Telefonnummern gegeben.
21:33Eine alte und eine neue.
21:36Unter der neuen war es bei Professor Becker zu erreichen.
21:39Und an der alten klemmten Anrufbeantworter.
21:41Und jetzt halt dich fest.
21:42Der gehört diesem Doktor Röbel, Becker Stellvertreter.
21:45Na, ist das was?
21:48Hey, ich will gelobt werden.
21:52Wo gehst du hin?
21:53Was soll ich machen?
21:55Du hast ja keine sauberen Unterhosen mehr.
22:05Hey!
22:07Was soll das?
22:08Draußen ist jemand von der Polizei.
22:11Ich komm gleich.
22:16Schade, dass du gehst.
22:17Ich mag dich doch auffällig.
22:21Seit drei Jahren arbeiten Sie in diesem Theaterverlag?
22:24Ja.
22:28Und vorher?
22:31Ich musste längere Zeit suchen, bis ich eine geeignete Stelle gefunden habe.
22:36Aber ich verstehe Ihre Frage nicht.
22:40Hören Sie, Ihre Kinder leben hier bei Ihrem Mann.
22:42Sie haben sich jahrelang nicht um sie gekümmert.
22:44Und plötzlich kommen Sie jeden Tag hierher und versorgen nicht nur Ihre Kinder und Ihren Ex-Mann, sondern auch noch
22:49seine Geliebte.
22:49Also das gibt einem einfachen bürgerlichen Gehirn wie meinem schon zu denken.
22:54Das habe ich Ihrem Kollegen doch schon erklärt.
22:56Mir ging es nicht sehr gut nach der Scheidung damals.
22:59Es war auch gar nicht sicher, ob ich jemals wieder würde arbeiten können.
23:07Zweite Runde.
23:09Jetzt marschiert die erste Garde auf, nehme ich mal an.
23:11Verena Stolze.
23:12Joe Hofer, Kriminalhauptkommissar, zweite Mordkommission.
23:16Ihre Annahme ist richtig.
23:18Kommst du mal?
23:20Ja, mein Schatz, warte, ich komme.
23:22Ja, 20 Minuten, ich muss zum Dienst.
23:25Ich habe mir den Chef einer Mordkommission nochmal ganz anders vorgestellt.
23:28So, wie denn?
23:32Stark, bärtig, imposant.
23:34Ich habe sie mir auch anders vorgestellt.
23:35Ja? Alt und hässlich?
23:38Nackt.
23:39Ein Mann in meinem Alter stellt sich eine Frau in ihrer Position immer nackt vor.
23:44Na, ich hoffe, es war eine schöne Vorstellung.
23:46Und Sie haben lange applaudiert.
23:48Unsere Plauderei beginnt auf einem angenehmen hohen Niveau.
23:51Ja, in geradezu schwindelerregender Höhe.
23:55Also, was Sie wissen wollen.
23:57Ich habe Dr. Bernd Rubel auf einem Flug nach Rio kennengelernt.
24:00Ich denke, wir reden hier von Professor Becker.
24:03Das tun wir ja auch.
24:04Durch ihn habe ich dann später Grundraum kennengelernt.
24:06Und mich in ihn verliebt.
24:09Tja, ich wäre wohl besser bei Bernd Rubel geblieben.
24:14Guntram war ein Ars.
24:16Naja, vielleicht.
24:18Ich hoffe, Sie fliegen nicht allzu weit weg.
24:21Bin leider heute Abend schon zurück.
24:24Sie sind eine ausgebildete medizinisch-technische Assistentin?
24:28Ja.
24:30Verhaften Sie mich jetzt?
24:33Morgen früh.
24:3411 Uhr. Wissen Sie, wo das Landeskriminalamt ist?
24:37Wenn Sie nicht kommen, lasse ich Sie vorführen.
24:39Guten Flug.
24:44Frau Grünbein hat es nicht so gemeint.
24:48Und du?
24:49Und du?
24:55Judith, hast du schon mal was von Rauchabflastung gehört?
24:58Na, ich habe dir sogar schon fast mal eins ge...
25:02Ach so.
25:04Der Täter muss einen Hautöffner als Transportmittel verwendet haben.
25:09Nur so sind Eintrittszeit und Eintrittsgeschwindigkeit des Giftes zu erklären.
25:12Das hieß, er hat irgendein Gift-Carrier-Gemisch auf eine unbedeckte Hautpartie aufgetragen.
25:18Flüchtiges Berühren, Bahnhofsgedränge.
25:21Hals, Gesicht, warte mal.
25:25Zubahn, Bahnhofsgedränge.
25:28Bahnhofsgedränge? Gut.
25:36Der Handbereich ist leider der Wahrscheinlichste, ne?
25:41Hübsche Theorie, aber ich bin ja nicht James Bond.
25:44Na.
25:47Entschuldige mal, wir sind doch hier nicht im Film.
25:51Du, das hieß ja das...
25:54Naja, also das glaube ich erst, wenn ich es gesehen habe.
25:58Na, was anderes. Hast du mal eine Stunde Zeit für mich? Heute Abend?
26:04Nee, es ist was Privates.
26:06Ja, ein, zwei Bier. Heute Abend? Um acht?
26:11Okay. Und bring dir ein Taschentum mit. Das ist eine traurige Angelegenheit.
26:32Ich war nicht nur wegen der Magengeschichte im Krankenhaus.
26:38Ich habe ein paar Kinder.
26:42Vermutlich vom Boxen.
26:45Die zunehmende Bewegungslosigkeit bis zur völligen Erstauung.
26:50Ich bin nicht mehr zu stoppen.
26:52Okay.
26:52Bitte, komm, komm, komm.
26:53Bitte.
26:54Sehr lieb, ja?
26:55Halt jetzt wirklich's Maul.
27:02Danke.
27:04Vor vier Jahren haben's die Ärzte entdeckt.
27:09Wir haben gesagt, ich hätte ungefähr noch eine relativ unauffällige Zwischenperiode.
27:15Zwischen drei oder fünf Jahre.
27:18Ja.
27:19Na ja, die hatten recht.
27:21Mein Moratorium ist abgelaufen.
27:23Ich zittere.
27:25Die Feinmotorik ist im Arsch.
27:29Das linke Bein lahmt.
27:39Ist Zeit, das Heldenkostüm auszuziehen.
27:45Joe Hoffer geht aus dem Scheinwerferlicht.
27:50War ein guter Boxer.
27:54Na ja, jetzt werfe ich das Handtuch.
28:03Halt gehen sein.
28:08Na ja.
28:10Ich wollte ja immer sein wie Mohammed Ali.
28:14Jetzt habe ich's geschafft.
28:22Na ja.
28:24Es ist vielleicht meine Art, mich von dir zu verabschieden.
28:34Ich hab dir gesagt, du sollst dein Taschentuch mitbringen.
28:39Na ja, komm.
28:40Keine falsche Sentimentalität.
28:44Die Welt wird vom Geld regiert.
28:46Prost.
28:50Hä?
28:51Sirene.
28:53Wenn du sie nicht mehr hörst,
28:56dann kommen sie deine Zähne.
29:01Bei beiden Toten haben wir das Gift auf dem Handrücken nachweisen können.
29:05Vermischt mit Dimethylsulfoxid, abgekürzt DMSO.
29:08Einem klassischen Hautöffner.
29:10Und dieser Hautöffner transportiert jetzt bei mir
29:13ein Geschmacksstoff vom Handrücken direkt in den Mund, ja?
29:16Ein bis zwei Minuten, dann schmeckst du den Beweis.
29:21Ein Mörder verbirgt doch oder beseitigt seine Opfer normalerweise,
29:24weil er nicht will, dass sie gefunden werden.
29:26Oder wenn, dann so spät wie möglich.
29:28Aber unser Doppelmörder legt sie uns direkt vor die Nase.
29:32Warum ist der so nett zu uns?
29:37Oder aber er manipuliert uns.
29:40Er suggeriert uns einen Zusammenhang, den es überhaupt gar nicht gibt.
29:43Oder eine Warnung, wie die Mafia auf offener Straße zuschlägt.
29:48Oder ein Terrorakt.
29:49Und die Forderung kommt vielleicht noch.
29:51Außerdem ist ein Berührungskontakt ohne Sichtkontakt in Bahnhofsgedränge durchaus möglich.
29:58Hast du ihr Nachhilfe gegeben?
30:01Nein, in letzter Zeit haben wir uns hier gegenseitig befruchtet.
30:06Äh, beflügelt.
30:08Entschuldige bitte.
30:10Was spricht gegen eine terroristische Vereinigung?
30:12Das fehlende Bekennerschreiben und die Forderung.
30:14Warum sollten die zweimal töten, ohne die erste Forderung gestellt zu haben?
30:17Das kann ja noch kommen.
30:18Jedenfalls der oder die Täter verfügen über große kriminelle Energie.
30:22Über ein Gift mit einem enormen Tötungspotenzial
30:24und über die besten Aussichten nicht erwischt zu werden.
30:27Das kann sich schnell zu einer Katastrophe auswachsen.
30:30Knoblauch!
30:33106.
30:33Das überzeugt mich.
30:35Und jedes Gericht.
30:37Wenn Sie denen nicht ein bisschen imbessig rumnehmen können,
30:40kriege ich das Zeug überhaupt nicht aus dem Arm raus.
30:42Wenn es Gift gewesen wären, wären wir es jetzt tot.
30:44Ja.
30:45Was ist eigentlich, wenn Sie das nächste Mal das Zeug an die Haltestangen einer vollbesetzten U-Bahn schmieren?
30:55Ja.
30:57Ich geb den Fall ab.
31:00Ich geb den Fall ab bei den Staatsschutz. Hätte ich gestern schon machen sollen.
31:04Vielleicht ist doch ein terroristischer Hintergrund.
31:10Ich schaffe mich. Ich schaffe mich. Ich will den ohne diese Mörder haben.
31:14Ich gehe nicht mit einer Niederlage aus dem Kopf raus.
31:20Ich versorge jetzt Durchsuchungsbeschlüsse.
31:24Gefahrenverzug.
31:25Und dann durchsuchen wir jede Wohnung einzeln.
31:28Nach Gift, noch Unterlagen, noch was weiß ich.
31:30Und dazu brauche ich auch.
31:32Und wenn wir nichts finden, dann geb ich auf.
31:35Dann ist morgen früh auf das Deadline.
31:45Was ist mit ihm?
31:49Das Schwierigste hat er jetzt überstanden.
31:53Gott sei Dank.
31:54Sie können zu, jemand zuweilen.
31:56Wenigstens für einen Moment.
31:59Ich...
32:00Ich kann nicht.
32:02Später.
32:03Ganz bestimmt.
32:09Dr. Kolmer, unser Rechtsmediziner und Giftspezialist.
32:12Frau Vögel, hier ist Ihr Durchsuchungsbeschluss.
32:15Zeigen Sie mir bitte, wo die Privatsachen von Frau Stolze sind.
32:18Wieso? Die hat sie heute Morgen alle abgeholt.
32:20Jo, die Stolze ist weg.
32:22Ich habe hier in der Fluchtwissenschaft telefoniert.
32:23Die ist auch gestern gar nicht geflogen.
32:25Die hat sie krank gemeldet.
32:30Ist ja wunderbar!
32:32Na los, Personen fahren raus, Bruder den Röbel ran!
32:37Frau Vögel, kommen Sie bitte mit in Ihre Wohnung.
32:39Wir müssen die auch durchsuchen.
32:41Wieso? Ich verstehe nicht.
32:43Kommst du klar? Ich schicke dir noch ein paar Beamte.
32:46Klar komm ich klar.
32:58Langeweilig, was?
33:04Hm.
33:09Deine Mutter ist bestimmt wieder zurück, bevor wir wieder fertig sind.
33:18Oder willst du mir was sagen?
33:21Aha.
33:29Kannst mich auch einfach rufen.
33:43Sie lügen.
33:46Ich meine nicht einmal das, was Sie sagen, sondern vor allem das, was Sie nicht sagen.
33:50Ja, ich hatte ein Verhältnis mit Verena Stolze.
33:52Ja, ich habe ihn gehasst. Ja, er wollte mich aus der Firma raushaben.
33:55Ja, ich bin froh, dass Verena wieder zu mir zieht.
33:58Nein, ich weiß nicht, wo sie steckt. Was soll ich denn noch zugeben?
34:01Becker waren leuteschinder. Wir hatten 100% Fluktuation in der Firma.
34:05Er war cholerisch, geizig, workaholic.
34:09Er hat sogar mal eine Elektronik bei den Sekretärin installieren lassen.
34:13Wenn Ihnen am zweiten Mal Klingeln nicht abgehoben haben, hat eine rote Lampe bei Ihnen im Büro aufgeleuchtet, dann kam
34:18er rausgestürzt.
34:19Nicht schlecht.
34:20Typ, der von seinen eigenen Adrenalinstößen gehetzt wurde.
34:25Glänzender Architekt. Eine Ikone der neuen Architektur.
34:28Und ein Schwein.
34:33Sie können gehen?
34:39Vorher.
34:47Oh, nicht da. Tagungsvorbereitung im Institut für Rechtsmedizin.
34:53Natürlich.
34:55Entschuldigen Sie bitte.
35:02Lelle? Warum hast du denn kein Licht an?
35:04Was machst du überhaupt nur hier?
35:05Ich hab nur...
35:06Ich weiß, dass es schwer für dich ist.
35:09Aber jetzt bin ich halt da.
35:12Mama, bitte.
35:14Schon gut, ich weiß. Du bist kein kleiner Junge mehr.
35:17Vergess das nur immer wieder.
35:19Gibst du mir noch mal eine Chance?
35:21Verena ist ab und weg, was? Die kommt nicht mehr.
35:24Weißt du denn, dass er wieder zurückkommt?
35:26Ich weiß nicht. Weiß wirklich nicht. Mal ja, mal nein.
35:32Warum sagst du mir das ausgerechnet jetzt?
35:34Wann hätte ich's dir denn sagen sollen?
35:36Ich hab mir doch oft gewünscht, dass du wieder bei uns bist.
35:40Mein Philipp.
35:42Früher.
35:45Und heute?
35:46Es hat nicht funktioniert. Mit ihm? Niemals.
35:49Er hat uns doch nur behalten, um die uns auszuwischen.
35:52Immerhin war er dein Vater.
35:53Könnt ihr mal was sagen?
35:54Ihr braucht uns zum Leben. Das ist es.
35:57Alles andere ist ein Scheiß.
35:58Also, Philipp, das ist unfair. Und außerdem bist du viel zu jung, um das beurteilen zu...
36:01Ja, klar doch. Jetzt frag mich, ob ich meine Hausaufgaben schon gemacht habe.
36:05Komm schon, mach dir doch immer so.
36:07Ich liebe dich.
36:09Ach ja? Jetzt pass mal auf.
36:11Ich lass mich nicht immer rumschubsen und belügen. Auch von dir nicht.
36:15Philipp, du ahnst doch überhaupt nicht, was ich durchgemacht habe.
36:18Du bist mein Sohn und ich werd immer...
36:19die Wahrheit sagen, mich lieben, schön zu hören, bis man's dann mal wieder anders hört.
36:30Das wären Ihre Unterlagen.
36:32Sie wohnen im Hotel Meridian auf Friedrichstraße.
36:35Ich glaube, wenn ich checkt, keiner mehr an. Ich bleib auch nur noch ein Stück mehr zur Sicherheit.
36:38Ja.
36:40Grünwein, bitte. Sie fahren sofort nach Hause. Wenn Sie ausfallen, gibt's hier einen Zusammenbruch, ja?
36:44Ja, natürlich.
36:47Also, die Hotelunterlagen liegen hier und keine Angst, die Eiserneläte, die quietscht nur ein bisschen. Morgen früh geht alles wieder
36:52wie geschmiert.
36:54Ich hoffe, Sie haben meine Ölkanne zu holen.
36:56Frau Dr. Rojakova, schön, dass Sie da sind. Kommen Sie gut ins Hotel, ja?
36:59Danke, auf jeden Fall.
37:00Tschüss, gute Besserung, gute Besserung und zu dir. Ich wollte mich eigentlich unbedingt noch pissen, aber...
37:04... das verschieben wir. Vergiss mich nicht.
37:09Frau Witter.
37:13Was ist passiert?
37:15Ich...
37:16... mein Freund, der war wieder betrunken, so wie neulich.
37:21Und...
37:22... ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.
37:26Im Radio haben Sie gesagt, dass Sie hier eine Tagung haben und da bin ich einfach...
37:31Ist gut.
37:33Kommen Sie rein, da gibt's was zu essen und zu trinken.
37:37Nein, ich...
37:39Da ist keiner.
37:43Ich will zu meinem Kind.
37:45Frau Witter, es ist viel zu spät.
37:49Junge schläft längst.
37:52Lassen Sie auf, ich gebe Ihnen jetzt eine Adresse von einem Frauenhaus.
37:56Da können Sie übernachten und morgen hole ich Sie dort ab.
37:59Und dann sehen wir weiter.
38:02Herr Abner.
38:17Nicht...
38:17... nicht der Ansatz einer Spur.
38:20In keiner Ruhe irgendwas, was uns weiterbringt.
38:25Rekord, du sitzt hier rum und verpestest die Luft.
38:30Tja...
38:30Die Fahrt nur nach Marina Stolze läuft.
38:32Wir müssen noch bisschen Geduld haben.
38:33Komm, lass uns zwei Arme machen.
38:34Nein!
38:37Vielleicht hat der Räuel doch recht.
38:40Und der Bäcker ist einfach ein Schwein.
38:42Kann sein.
38:42Und wer hat denn das stärkste Motiv?
38:47Der Kolmer hat mir doch heute eine Geschichte erzählt.
38:53Sag du meiner Zentrale Bescheid!
38:55Ich hole den Wagen!
38:57Ist doch nicht im Zimmer.
38:59Die Mordkommission arbeitet wohl nicht mehr.
39:02Ja.
39:03Sagen Sie, kann ich bei Ihnen eine Nachricht hinterlassen?
39:05Für Joe Hofer.
39:07Von Kolmer, Rechtsmedizin.
39:09Ja.
39:10Sagen Sie ihm, der kleine Philipp Becker hat hier angerufen.
39:14Ja.
39:15Er soll mich einfach zurückrufen irgendwann.
39:17Ja, im Institut oder Handy oder...
39:19Er hat alle Nummern.
39:20Mhm.
39:21Danke.
39:59Philipp.
40:00Ich bin jetzt der Doktor.
40:02Das ist wegen Mutter.
40:03Sie lügt.
40:04Ich war in ihrem Büro, als Vater starb.
40:06Um 9 Uhr, da war sie noch nicht da.
40:08Ihre Kollegen kommen immer erst später.
40:11Sie hat mich belogen.
40:12Sie hat euch alle belogen.
40:13Aber warum sollte sie das tun?
40:14Weil Vater ihr wieder verboten hat, zu uns zu kommen.
40:18Sie haben sich fürchterlich gestritten.
40:20Ich hab's gehört.
40:21Sie hat geweint.
40:23Er hat sie wieder aus dem Haus geworfen.
40:27Komm.
40:36Pass auf.
40:37Wir rufen meinen Freund bei der Polizei an.
40:40Der heißt Joe.
40:42Du sagst ihm,
40:44Einbruch im Institut für Rechtsmedizin.
40:46Kannst du dir das merken?
40:47Ja.
40:47Ruf ihn an.
40:48Ja.
40:48Okay.
40:50Bleib hier, bis ich wiederkomme.
40:51Ja.
41:02Hallo?
41:13Sind Sie verletzt?
41:14Brauchen Sie Hilfe?
41:24Wo haben Sie die Schmerzen?
41:26Können Sie mich verstehen?
41:28Wer sind Sie?
41:29Hallo?
41:36Diefen Sie auf!
41:37Er ist ja auf.
41:38Die Polizei hat nicht gesehen!
41:40Geben Sie auf!
41:41Es hat keinen Sinn!
41:42Vier Jahre hat er mir verboten, die Kinder zu sehen.
41:44Vier Jahre. Jetzt habe ich sie endlich wieder und dann kommen Sie.
41:49Mörderin!
41:52Meine Mutter ist eine Mörderin!
41:54Nein, Herr Präsident, nein!
41:56Frau Vögel, bleiben Sie stehen.
41:59Robert!
42:01Ziehen Sie die Handschuhe aus und werfen Sie sie weg.
42:04Robert!
42:05Ja!
42:07Meine Kinder! Ich will sie, meine Kinder!
42:10Holt sich das Licht!
42:13Joe, Naloxone, das Gegend gibt es Naloxone.
42:15Die sollen das in der Klinik besorgen.
42:17Stell!
42:18Komm, den Arm weg.
42:20Den Arm weg!
42:22Hinlegen, legen Sie sich hin.
42:23Das ist Ihren Arm weg!
42:25Versuchen Sie durchzutatmen!
42:26Machst doch hin jetzt!
42:28Versuchen Sie durchzutatmen!
42:30Ganz ruhig!
42:31Rennen Sie ganz ruhig!
42:32Naloxone, Sie müssen ruhig durchzutatmen!
42:34Naloxone, die haben im Gegend!
42:36Die sollen es vorheben, Mensch!
42:40Becker hat hier systematisch die Kinder entzogen.
42:42Danke.
42:43Danke.
42:45Zum Schluss muss er regelrecht mit dir gespielt haben.
42:49Ja, bis der Druck für Sie zu groß wurde.
42:50Woher hatte sie das Gift?
42:53Das bleibt zu ermitteln.
42:55Ich vermute, sie hat es schon eine Weile.
42:57Vielleicht hat selbst noch Gedanken.
43:01Na ja, wer weiß schon, was in einem anderen vorgeht.
43:07Man weiß ja oft nicht mal, was in einem selber vorgeht.
43:13Joe, danke für alles.
43:19Tschüss.
43:19Die Sirenen, noch höre ich sie.
43:41Ich habe Angst.
43:47Es gehört dazu.
43:51Du wirst nach Amerika gehen
43:54und ich werde Tag für Tag Angst haben,
43:56dass dich ein Regentropfen erschlagen könnte.
44:01Im Grunde habe ich es mir immer gewünscht,
44:02aber warum muss es denn ausgerechnet jetzt sein?
44:06Wenn ich in 30 Jahren
44:08vielleicht ein Pflegefall bin
44:10und nicht mehr alleingelassen werden darf.
44:17Unser Abschied?
44:19Ja.
44:20Unser kurzer Abschied.
44:24Weißt du noch unser erstes Essen?
44:27Ich freue mich.
44:30Ich freue mich auch.
44:31Ich freue mich.
44:34Ich freue mich.
45:04Untertitelung. BR 2018
45:10Untertitelung. BR 2018
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