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00:07Viren, Bakterien, Krankmacher.
00:12Wir müssen so einiges abfangen. Dafür zuständig unser Immunsystem.
00:20Es aktiviert die Superhelden unseres Körpers, von deren Arbeit wir kaum etwas mitbekommen, solange sie nicht aus dem Takt geraten.
00:32Krank sein auf der Bühne ist natürlich nicht lustig. Mein schlimmster Moment war eigentlich mal in der Münchner Philharmonie,
00:40da habe ich direkt eine Dreiviertelstunde vor Maler 10. Sinfonie, das ich dort gespielt habe, erbrochen. Also richtig, richtig gereiert.
00:49Manche Menschen erwischt es so gut wie nie. Andere werden dauernd krank.
00:54Haben sie ein schwächeres Immunsystem? Oder sind sie einfach häufiger in Kontakt mit Erregern?
01:03Alle vier Wochen nehme ich hier einen neuen Infekt mit. Und es ist angefangen von einer harmlosen Erkältung bis grippale
01:12Infekte.
01:15In der kalten und nassen Jahreszeit sind Infekte häufig. Viele Milliarden Immunzellen arbeiten ständig daran, sie abzuwehren.
01:24Doch was, wenn die Immunabwehr durchdreht und sich gegen den eigenen Körper richtet?
01:30Bei meinem Immunsystem war das so, ich hatte eine ganz seltene Störung. Das heißt, alles, was das Immunsystem so steuert
01:39und regelt, das hatte einen Fehler.
01:42Liegt es an den Genen, wie gut unser Immunsystem funktioniert? Wie viel ist angeboren? Was macht der Lebensstil aus?
01:52Und was können wir selbst tun, um die Superhelden unseres Körpers zu stärken?
02:14Mich hat eigentlich die Komplexität des Immunsystems gereizt. Damals als Medizinstudent schon.
02:21Die Aufgabe des Immunsystems ist es ja nicht nur, fremde Strukturen von eigenen Strukturen, also körpereigene Strukturen zu erkennen,
02:29sondern auch Gefahrensignale von Nichtgefahren zu unterscheiden.
02:34Also zum Beispiel, wenn ich einen Apfel esse, ist das ja keine körpereigene Struktur und das Immunsystem muss das trotzdem
02:39tolerieren.
02:40Wenn ich allerdings einen Apfel, der mit Pilz befallen ist, esse, dann muss das Immunsystem sehr wohl erkennen,
02:47dass es ein vergiftetes Nahrungsmittel ist und muss es abstoßen.
02:53Mein Name ist Bodo Grimbacher. Ich bin Arzt und Forscher am Universitätsklinikum Freiburg.
02:58Als Internist sehe ich Patienten mit erhöhter Infektanfälligkeit.
03:03Um im Labor versuche ich, diese Infektanfälligkeit zu verstehen.
03:07Wenn ich mich, diese Infektanfälligkeit zu verstehen, dann muss ich mich, diese Infektanfälligkeit zu verstehen.
03:35Man wird natürlich von allen Seiten beworfen, gerade als Musiker.
03:39Man hat mit unglaublich vielen Leuten gemeinsam zu tun, auf der Bühne, auch auf engstem Raum.
03:44Und natürlich das, was in der Familie mit Kindern natürlich auch klarerweise aus dem Kindergarten kommt.
03:50Aber ich sage mal, beim Musiker, wenn ich jetzt ein schlechtes Konzert spiele, dann ist nichts kaputt.
03:56Dann ärgert sich vielleicht einer, weil er seine 20 Euro schlecht angelegt hat.
04:00Aber ansonsten ist nichts kaputt gegangen.
04:03Mein Name ist Andreas Martin Hofmeier und ich bin seit 2006 Tuber-Professor hier an der Universität Mozarteum Salzburg.
04:36Die Atmung ist natürlich das A und O.
04:38Wir müssen sehr tief atmen, wir müssen sehr viel atmen.
04:41So ungefähr sechs Liter hat eine große Lunge und die Tubistenlungen sind in der Regel relativ groß.
04:48Und diese sechs Liter werden quasi fast sekündlich immer wieder gefüllt.
04:56Und wenn man angeschlagen ist, wenn man was auf dem Bronchien hat und nur noch flach atmen kann, dann verändert
05:01das das Spiel schon radikal.
05:07Wenn ich nicht fit bin, dann bin ich halt nicht fit.
05:09Das Wichtigste ist dann eigentlich, dass man die Birne klar kriegt.
05:12Denn die Konzentration ist nach wie vor das Wichtigste, ist eigentlich fast wichtiger wie der körperliche Zustand.
05:18Und dann greift man halt auch im Notfall mal zum Medikament, zum Schmerzmittel, was einem dann kurz mal wieder klar
05:25denken lässt.
05:26Und dann kuriert man sich am nächsten Tag aus.
05:32Ich bin sehr robust, also normalerweise mich ereilt immer als allerletzten.
05:38Die Infekteinfälligkeit bei Menschen ist unterschiedlich von Mensch zu Mensch.
05:43Und das liegt natürlich an äußeren Einflussfaktoren.
05:46Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass nicht jeder Mensch mit einem gleich starken Immunsystem ausgestattet ist.
06:07Das fängt ja immer an mit Halsschmerzen, die sind immer doof.
06:11Dann kommt meistens ja wirklich der Schnupfen und dann der Husten.
06:15Und das hatte ich jetzt vor kurzem, dass ich wirklich die Lunge so belegt hatte auch.
06:19Und dann eben, wenn dann der Husten kommt, das ist für mich auch mal nicht so angenehm.
06:23Und da kommt das dann auch mal mit dem Schlaf, der halt wenig wird.
06:27Man wacht viel auf, weil man husten muss.
06:32Ich bin Lisa, ich bin Erzieherin in einer Kita.
06:35Ich bin leider häufig krank.
06:37So häufig, dass ich in der Infektionszeit von Oktober bis März quasi jeden Monat eine Woche fehle.
06:44Ich bin jetzt der Rentner bei mir.
06:46Der, der ist aus.
06:47Ja, schnief.
06:48Darf ich mir jetzt das Gespenst bringen?
06:50Soll ich dir einmal helfen?
06:51Ich bin du, der.
06:53Noah, möchtest du das Gespenst?
06:54Und einmal fährst du schniefen.
06:56Na, okay.
06:57Mein Immunsystem war schon immer schlecht.
06:59Auch als Kind und Jugendliche war ich viel krank.
07:03Ich musste viel zum Arzt.
07:05Auch wegen, ja, eigentlich auch so Kleinigkeiten, die mich aber dann hingerafft haben.
07:09Auch da schon zu jeder Erkältungszeit alles mitgenommen.
07:13Und das ist heute leider nicht anders.
07:17Unser Immunsystem soll uns vor Krankheitserregern schützen.
07:20Es arbeitet über den ganzen Körper verteilt.
07:24In den Lymphknoten, im Blut, im Knochenmark, in der Milz, der Leber und im Darm.
07:30Bis zu 100 Milliarden Immunzellen produziert unser Körper pro Tag.
07:37Das Immunsystem des Menschen ist deshalb so komplex, weil es in der Evolution sich gemeinsam mit der Umwelt entwickelt hat.
07:44Also der menschliche Körper musste sich ja immer gegen Umwelteinflüsse wehren.
07:48Und das Immunsystem ist so über die Jahrmillionen hinweg, hat es sich entwickelt, um Infekterreger abwehren zu können.
07:57Die erste Abwehrkette unseres Körpers ist die Haut mit ihrem natürlichen Fettfilm und Säuremantel.
08:04Zusammen mit den Schleimhäuten, etwa in der Nase, ist sie eine erste starke Barriere gegen Viren und Bakterien.
08:12Flimmerhärchen halten die Atemwege sauber.
08:15Antibakterielle Enzyme in der Tränenflüssigkeit schützen die Augen.
08:19Und die Säure in unserem Magen zerstört Keime, die wir mit der Nahrung aufnehmen.
08:24Schaffen es Erreger, diese ersten Barrieren zu überwinden, tritt die innere Verteidigung auf den Plan.
08:31Ein Team aus hochspezialisierten Immunzellen und Botenstoffen, die die Angreifer eliminieren.
08:40Ich glaube, dass das ständige Kranksein schon viel mit meinem Beruf als Erzieherin zu tun hat.
08:46Einfach aus dem Grund, dass hier viele Kinder zusammentreffen, aber auch viele Erwachsene zusammentreffen.
08:50Wir sind im nahen Kontakt mit den Kindern, mit kleinen Kindern, die sich auch noch nicht die Nase putzen können,
08:56die noch nicht richtig husten können.
08:58Wirklich im ganz engen Kontakt, ob eben beim Naseputzen, beim Wickeln.
09:03Bei uns in der Einrichtung wird auch viel gekuschelt. Also wir sind den Kindern wirklich sehr nah.
09:07Sehr viele unserer Patienten arbeiten in Kindergärten, arbeiten in Schulen, wo natürlich bei Kindern Infekte sehr viel häufiger sind,
09:15als wenn man zum Beispiel in einem Großraumbüro arbeitet, wo nur Erwachsene tätig sind.
09:20Oder wenn man an der frischen Luft arbeitet.
09:22Ich hatte zum Beispiel einen Postboten, der nie krank war.
09:26Und dann, als er ein Kind bekommen hatte, das Kind auch keine Infekte bekam.
09:32Aber dann, als es in den Kindergarten kam, die Infekte des Kindergartens mit nach Hause gebracht hat.
09:36Und dann wurde der Vater der Postbote auch krank.
09:39Das heißt, es ist klar, dass die Infektexposition hier einen großen Risikofaktor darstellt.
09:53Die Kälte spielt natürlich eine große Rolle bei der Infektanfälligkeit, weil sich durch die Kälte verengen sich Blutgefäße.
09:59Wenn Blutgefäße verengt sind, ist die Durchblutung nicht mehr so gut.
10:02Und die Nährstoffe oder auch die Antikörper kommen nicht mehr so gut an den Ort der Entzündung.
10:08Dazu kommt natürlich auch noch, dass ich mich in der kalten Jahreszeit häufig in Innenräumen aufhandte.
10:13Das heißt, wenn einer dort niest oder hustet und Bakterien in die Luft gelangen,
10:18dann werden die in einem geschlossenen Raum in höherer Konzentration von anderen Mitmenschen eingeatmet.
10:23Und Erkältungen können sich besser verbreiten.
10:29Wenn es ein bisschen fisselt, dann hält uns das nicht davon ab.
10:33Wir gehen viel hier auch gerne mit den Kindern in den Wald, gehen auch einfach große Runden mit den Kindern
10:37spazieren.
10:38Was eben auch eine Art Infektionsschutz ist.
10:41Vor allem in den Wintermonaten wirklich so viel wie möglich rauszugehen, um auch Abstand zu gewinnen.
10:47Aber eben auch dieses Thema frische Luft tut gut, das auch zu verfolgen.
10:56Im Fisch gibt es schon ein angeborenes Immunsystem.
10:59Und so hat sich auch bei Menschen zwei Ebenen des Immunsystems entwickelt.
11:03Das angeborene Immunsystem, das ist schon bei Geburt da.
11:06Es erkennt Strukturen, die im eigenen Körper nicht vorhanden sind.
11:10Wie machen die Immunzellen das?
11:14Krankheitserreger tragen Oberflächenmerkmale, die im menschlichen Körper nicht vorkommen.
11:19Diese Merkmale werden von angeborenen Immunzellen, sogenannten Granulozyten und Fresszellen, erkannt.
11:26Die Erreger werden regelrecht aufgefressen und in der Zelle verdaut.
11:32Dann gibt es aber noch die erworbene Immunität, das adaptive Immunsystem.
11:38Das bildet sich aus, wenn wir einen Infekt haben und kann dann spezifisch nach diesem Infekt diesen Erreger wiedererkennen.
11:45Das angeborene Immunsystem arbeitet mit dem erworbenen Immunsystem zusammen.
11:52Forschende haben einen Mechanismus entdeckt, mit dem die Immunzellen ihr Ziel aufspüren.
11:57Dendritische Zellen. Eine Art Navi der Immunabwehr.
12:01Die dendritischen Zellen sitzen in den Geweben und suchen nach fremdartigen Strukturen,
12:07etwa von Viren, Pilzen, Bakterien, aber auch von Impfstoffen.
12:11Werden sie fündig, zerlegen sie diese in kleine Bruchstücke, die Antigene.
12:16Dann navigieren sie zu den Lymphknoten, wo sie ihre Beute den Lymphozyten präsentieren.
12:22Je nach Typ produzieren die Lymphozyten Antikörper oder verwandeln sich in Killerzellen, die die Krankheitserreger attackieren.
12:31Es bildet sich das sogenannte immunologische Gedächtnis aus.
12:35Das machen wir uns ja zunutze, wenn wir uns impfen lassen.
12:37Wenn ich mir die Grippeimpfung heute geben lasse, braucht das Immunsystem drei Wochen,
12:41um spezifische T-Zellantworten und spezifische Antikörper zu bilden,
12:44die dann, wenn die Grippe mich wirklich trifft, diesen Infekt schon kennt,
12:49diesen Grippevirus schon kennt und dann schneller und effizienter eliminieren kann,
12:52sodass ich nicht wirklich schwer krank werde.
13:07So, wenn man nicht fit ist, wenn man krank ist, wenn man das mit Humor nehmen kann,
13:11geht man auch anders auf der Bühne, als wenn man sich dann plötzlich den Kopf macht und sagt,
13:14heute kratzt es ein bisschen, heute atme ich ein bisschen flach, hoffentlich geht das gut.
13:18Und der Humor, wenn man den auch in seinen Alltag bringt, lässt einen nicht alle Dinge so ernst nehmen.
13:28Superimmun würde ich mich nicht nennen, aber ich bin gut gestellt.
13:32Also man könnte natürlich sagen, dass ein Superimmuner den Hauptgewinn in einer Genlotterie gezogen hat,
13:39aber dazu muss man natürlich auch sagen, dass man auch einen Lotteriegewinn verspielen kann.
13:49Ich gehe davon aus, dass es Superimmune in der Bevölkerung gibt.
13:53Und zwar gibt es in der Zwischenzeit sehr viele Verfahren, um das Immunsystem sehr umfangreich zu untersuchen.
13:59Man kann sich vorstellen, dass Personen, die eben sehr gut ausgestattet sind mit Immunzellen
14:04und die sozusagen eine Immunkompetenz auch haben, dass die auch als Superimmune quasi in der Bevölkerung vorkommen.
14:12Diese Superimmunen haben vielleicht auch gute Körperoberflächen, die Haut ist intakt,
14:19die Schleimhäute sind gut befeuchtet, sodass sie vielleicht sich auch gar nicht so häufig mit so vielen Erregern anstecken.
14:29Mein Name ist Alexandra Nieters, ich bin Epidemiologin und Molekularbiologin
14:34und ich arbeite im Institut für Immundefizienz am Universitätsklinikum Freiburg.
14:39Ich beschäftige mich schon seit Jahren mit dem Thema Infektanfälligkeit in der Allgemeinbevölkerung,
14:44habe dazu auch eine große Studie aufgelegt.
14:50Wir wollen Risikofaktoren dafür herausfinden, warum einige häufig mit Atemwegserkrankungen heimkommen,
14:58während andere quasi nie erkranken.
15:04Dann das Thema Übergewicht ist ein wichtiges, aber auch Untergewicht,
15:09ist auch mit einer vermehrten Infektanfälligkeit assoziiert.
15:14In unserer Studie hat sie herausgestellt, dass das Thema Schlaf ganz wichtig ist.
15:19Personen, die wenig schlafen, die auch eine schlechte Schlafqualität zeigten,
15:25hatten prospektiv gesehen viel mehr Infekte als diejenigen, die immer guten Schlaf berichtet haben in unserer Studie.
15:32Das hat uns sehr überrascht, dieser Zusammenhang.
15:35Ich merke, wenn ich zu wenig schlafe, bin ich wenig zu gebrauchen.
15:38Und ich schlafe mit Unterbrechungen, auch durch meine Katzen, wenn ich ehrlich bin,
15:44die kommen und unterbrechen mich nämlich nachts.
15:46Und bin aber durch Krankheit und vor allem durch Husten oder wenn die Nase zu ist,
15:51wenn ich keine Luft kriege, vermehrt wach und bin wirklich am nächsten Tag auch sehr gerädert.
15:57Wir sehen auch einen starken Zusammenhang zum Thema erlebter Stress,
16:01der auch teilweise eben mit dem Thema Schlechtschlafen natürlich korreliert ist.
16:11Beim Beruf als Erzieherin ist schon Stress pur, wenn man das so sagen kann,
16:16weil auch hier wieder der Aspekt hinzukommt, dass hier 20 kleine Menschen mit 20 unterschiedlichen Bedürfnissen rumlaufen
16:23plus die Bedürfnisse der Eltern.
16:26Denen muss man gerecht werden.
16:31Wir haben hier einen sehr hohen Lautstärkepegel einfach jeden Tag bei 20 Kindern in der Gruppe,
16:36wenn die alle schreien und auch alleine nur spielen.
16:39Es ist einfach sehr, ja, sehr laut.
16:41Es gibt halt viele Faktoren, die das halt ja dadurch stressig machen.
16:46Nicht jede Art von Stress ist schädlich.
16:49Kurzzeitig regt er das Immunsystem sogar an, um eine Fluchtreaktion des Körpers vorzubereiten.
16:55Kommt es aber zu Dauerstress, wird der Körper mit dem Hormon Cortisol geflutet.
17:00Das führt zu einer Verringerung von Granulozyten.
17:03Die Abwehr wird unterdrückt, obwohl das Immunsystem eigentlich gesund ist.
17:08Es gibt ja Laborwerte, die die Fitness des Immunsystems messen können.
17:13Und wenn es zum Beispiel einer zu wenig Antikörper im Blut hat oder zu wenig Lymphozyten im Blut hat,
17:18dann ist das ein Hinweis dafür, dass das Immunsystem vielleicht nicht gut funktionieren könnte.
17:21Und diese Patienten kommen dann auch häufig zur Abklärung zu uns.
17:27Ich erhoffe mir von der Blutuntersuchung in Freiburg, dass entweder rauskommen,
17:31in meinem Immunsystem ist alles in Ordnung und ich muss meine Lebensweise vielleicht ein bisschen ändern
17:36oder dass vielleicht im Worst Case einfach rauskommt, dass mein Immunsystem ja nicht richtig ausgebildet ist.
17:51Bei meinem Immunsystem war das so, alles, was das Immunsystem so steuert und regelt,
17:57was beim normalen, gesunden Menschen ganz gut funktioniert,
18:00die verschiedenen Viren und Bakterien bearbeitet und angeht, das hatte einen Fehler.
18:05Und dadurch hat es ja falsch und hyperaktiv gearbeitet und auch gegen den eigenen Körper.
18:12Und das war dann sehr schwierig und hat dann nicht mehr zwischen Gut und Böse unterscheiden können bei Erkrankungen
18:19und hat das ganze System in Aufruhr gebracht und auch überfordert.
18:26Ich bin Benjamin, bin 46, Vater von vier Kindern, bin Sportwissenschaftler und hatte eine ganz seltene Immunerkrankung.
18:37Als Kind, da ging es mir sehr gut. Ich hatte dann allerdings sehr früh, mit sechs Jahren, schon Diabetes bekommen
18:44und auch andere schwierige Sachen. Dann mit 15 eine ganz seltene Blutkrankheit,
18:50wo die Blutplättchen nicht mehr gut produziert wurden bzw. zu früh wieder reduziert wurden vom eigenen Körper.
18:59Und dann wurde mir auch mit 15 schon die Milz entnommen.
19:07Der Köhler hat einen angeborenen Immundeffekt. Das heißt, von Geburt an war sein Immunsystem dysreguliert.
19:13Das Immunsystem ist ganz fein reguliert auf Aktivierung und Deaktivierung.
19:20Wenn ein Infekt kommt, muss sich das Immunsystem aktivieren.
19:23Das muss natürlich nach einem Effekt wieder zurückgefahren werden.
19:33Hallo Herr Köhler, unsere Nachsorge da. Der Bauchultraschall, Sie dürfen sich gerade einmal hinlegen, den Bauch freimachen.
19:41Durch die Genmutation bestimmt, war das Immunsystem von Herrn Köhler ständig überaktiviert.
19:47Und diese überaktivierten T-Zellen in diesem Fall, das sind weiße Blutkörperchen,
19:51haben verschiedenste Organe bei Herrn Köhler angegriffen.
19:57Aber dann war tatsächlich die Situation, dass ich ins Krankenhaus musste, wegen so einer schweren Lungenentzündung.
20:04Und dann musste ich auch ins künstliche Koma versetzt werden, weil das System einfach da das alleine nicht mehr geschafft
20:10hat.
20:13Und das war sicherlich eine der schwierigsten Sachen, auch familiär.
20:18Weil meine Frau da auch gerade mit kleinem Kind, unsere mittlere Tochter, war auch gerade ein paar Tage alt.
20:23Und da war das sicherlich auch von den Rahmenbedingungen her etwas komplizierter.
20:27Also nicht nur für mich, sondern auch für unsere familiäre Situation.
20:33Nachts um 10 Uhr hat der Arzt von der Intensivstation angerufen und mich gefragt, ob es eine Patientenverfügung gibt.
20:39Klar, das musste er einfach fragen.
20:41Aber für mich in dem Moment, die Hormone und das Baby, das Säugling schläft und dann, das war ein schrecklicher
20:48Moment zum Beispiel.
20:48Ja, also viele von unseren Freunden haben gesagt, das kannst du doch jetzt nicht schaffen.
20:53Und ich habe dann immer gesagt, es ist gerade gut, dass ich ein Neugeborenes habe.
20:56Ich konnte mich nämlich dem Ganzen nicht so hingeben und verzweifeln. Es ging ja nicht.
21:00Und im Nachhinein merke ich, das hat mir geholfen.
21:12Um herauszufinden, was bei Herrn Köhler das Problem seiner Infektneigung und seiner Immundysregulation,
21:18also seiner verschiedenen Organerkrankungen ist, haben wir bei Herrn Köhler das ganze Genom seiner Zellen durchsequenziert.
21:26Und bei der Sequenzierung ist uns aufgefallen, dass ein Gen, was extrem wichtig ist für das Immunsystem, dass dieses Gen
21:33defekt ist.
21:34Und dieses defekte Gen hat dazu geführt, dass nicht ausreichend Eiweiße produziert worden sind,
21:40die diese Immunaktivierung der T-Zellen wieder zurückgeführt hat.
21:46Zu dem Zeitpunkt gab es dann auch nur noch die eine Möglichkeit, dass man sagt,
21:50okay, jetzt muss eine Stammzelltransplantation probiert werden.
21:55Das heißt, man ist auf die Suche gegangen nach einem Spender.
22:06Heute sind wir in Münster, in Westfalen, zu einem besonderen Konzert, was wir tatsächlich jetzt lange Zeit nicht mehr gespielt
22:12haben.
22:13Das wäre geplant gewesen in der Corona-Zeit in Kiel mal mit dem Orchester dort.
22:18Das hat leider nicht stattgefunden. Und zwar ist das ein großes Konzert mit Symphonieorchester und Jazzband, die ich mitbringe.
22:30Das ist schon wichtig, dass wir eine gesunde Atemwege haben, weil wir relativ viel Luft bewegen müssen mit dem, also
22:38viel Blechblässeinstrumente.
22:42Es ist wahnsinnig unangenehm für uns, wenn die Nase zu ist, wenn die Ohren zu sind. Das macht keinen Spaß.
22:48Also vor allem, weil man sich selber nicht hört. Und dann kann man eben nicht einschätzen, ob man richtig gut
22:54spielt oder nur gut spielt.
23:01Prinzipiell ist der Druck, fit zu sein, sehr hoch. Ich bin allerdings einer, der sich angewöhnt hat, sich gar nichts
23:08zu scheißen.
23:09Ich habe mir zum Beispiel sogar das Einspielen abgewöhnt, weil auch das so viel Nervosität birgt.
23:15Oft beim Einspielen will man alle Stellen nochmal durchspielen und dann macht man sich nur verrückt.
23:20Und genauso verrückt kann man sich machen, wenn man sich denkt, hoffentlich bin ich in zwei, drei Tagen fit.
23:25Ich versuche das eigentlich weitestgehend zu ignorieren. Und das funktioniert eigentlich am allerbesten.
23:31Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eben eine ständige Angst, sich zu infizieren, auch dazu führt, dass man eben
23:39das Immunsystem nachhaltig schädigt,
23:41weil man dauernd eben in dieser Angst lebt, Kontakte vermeiden möchte. Wir Menschen sind soziale Wesen.
23:47Es ist sehr wichtig, dass wir eben auch uns im sozialen Umfeld offen und frei bewegen.
23:54Und das können genau diese Infektanfälligen so nicht.
23:58Max, du mal die Akustik einmal hören. Wir spielen nur das Thema.
24:01Einmal, nur, dass man das einmal jetzt hört, wie das tut.
24:03Ich glaube, es ist fein. Hört man die Tuma?
24:05Nein.
24:06Zu leise?
24:08Zu und die Regen.
24:18Das darf gerne ein ganzes Stück langsamer sein.
24:21Ein ganzes Stück.
24:40Ein ganzes Stück.
24:43Wenn ich da am Anfang einen Virus reinpuste, der kommt keine zwei, drei Meter.
24:48Und was dann rauskommt eigentlich aus der Tuba, das ist das, was in der Tuba schon seit 100 Jahren drin
24:53ist.
24:53Das ist Rückstände von Festbier, fermentierter Leberkäse, Emmentaler, Wurstsalat und Grünspannen.
25:02Das ist dann im Endeffekt das, was rauskommt.
25:03Und da muss man eher aufpassen, dass man nicht später ein Bayer wird, wenn man das einatmet.
25:10Um Erreger zu erkennen, betreibt unser Körper einen enormen Aufwand.
25:14Das Immunsystem eines 73 Kilogramm schweren Mannes besteht aus rund 1,8 Billionen Zellen, die zusammen 1,2 Kilogramm wiegen.
25:24Eine 60 Kilogramm schwere Frau hat circa 1,5 Billionen Immunzellen, die ein Kilo wiegen.
25:31Damit wendet unser Körper ungefähr 5 Prozent seiner gesamten Zellen für die Verteidigung auf.
25:51Dann wurde ich angerufen, bin nach Freiburg gefahren und dann hieß es, da gibt es einen Spender, der hat den
25:57ähnlichen genetischen Code wie sie.
25:59Von dieser Person kann dann quasi eine Transplantation stattfinden, sodass dann quasi Zellen eingeführt werden können, um da ein neues
26:10Immunsystem wieder aufzubauen.
26:14Gebildet werden die Immunzellen im Knochenmark, der Kinderstube unserer Körperabwehr.
26:19Hier entstehen die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten.
26:24Ebenso wie die Fresszellen, die nicht nur Eindringlinge verschlingen, sondern auch Botenstoffe ausscheiden, mit denen sie Verstärkung anfordern.
26:32Die Lymphozyten.
26:34Die Spezialisten unter den weißen Blutkörperchen.
26:38Lymphozyten sind lernfähig.
26:40Auf ihnen basiert unsere erworbene Immunabwehr.
26:44Bei einer Knochenmarkstransplantation ist es so, dass man das eigene Immunsystem, also bei Herrn Köhler, das mutierte, kaputte Immunsystem, erstmal
26:52komplett ausradieren muss.
26:53Das geschieht mit einer Chemotherapie.
26:56In dieser Zeit, nach der Chemotherapie, war Herr Köhler natürlich extrem infektanfällig, weil das eigene Immunsystem weg ist.
27:03Und das neue Immunsystem so auch nicht in seinem Knochenmark angesiedelt hat.
27:07Das heißt, man muss ihn in dieser Zeit sehr sorgfältig beobachten und mit Antibiotika, Antipilzmitteln und antiviralen Medikamenten versorgen,
27:17dass die Bakterien, die sich im Laufe seines Lebens angesammelt haben im Körper, ihn nicht töten.
27:23Diese Zeit hat er aber gut überstanden.
27:26Aber das war nur ein Partei.
27:28Ja, aber das war natürlich dann für die Kinder irgendwie auch.
27:31Ja, man sieht natürlich dann, wenn es so nach außen sichtbar wird, dann sieht man so diese Verletzlichkeit und dann
27:36mit Glatze und kein Bart mehr und abgenommen und einfach auch schlapp.
27:40Das ist dann kurz irgendwie schwierig, aber dann sind wir eher so proaktiv und sagen, es ist halt so, wir
27:47können es nicht ändern.
27:49Was einem im Leben passiert, hat man nicht wirklich im Griff, aber wie man damit umgeht.
27:53Nach knapp zwei Wochen oder zehn Tagen haben bei mir die ersten Zellen wieder angefangen zu arbeiten.
27:59Das heißt, die Leukozyten, die kamen zuerst, das sind die weißen Blutkörperchen, die dann langsam wieder das neue Immunsystem ausbilden.
28:14Worauf ich gespannt bin, einfach mehr zu erfahren, wirklich wie mein Immunsystem tickt und ob es wirklich in Ordnung ist
28:21oder ob man sagen kann, da stimmt etwas nicht mit und dass ich dem hingegen auch beraten werde, was ich
28:27eben besser machen kann, um mein Immunsystem zu schützen oder es aufzubauen.
28:33Morgen, Frau Zimmermann. Grimmwacher ist mein Name. Hallo.
28:36Hallo, Herr Zimmermann.
28:36Das ist Ihr Ehemann?
28:37Genau.
28:38Soll er mit rein?
28:39Ja, gerne.
28:39Bitte, kommen Sie rein.
28:42Und ich habe schon gelesen, Sie kommen zu uns, weil Sie immer wieder Infekte haben.
28:46Äh, ja.
28:47Was sind das für Infekte?
28:50Erkältungsinfekte, aber eigentlich alles, was so die Kita mit sich bringt.
28:56Ich meine da schon große Sorgen um mein Immunsystem und Gedanken, weil es mich halt einfach in meinem Leben wirklich
29:02negativ beeinflusst.
29:14So, zur Erkältungszeit, ähm, momentan nehme ich, äh, Vitamin D und Vitamin B12.
29:20Ah, ja, ja.
29:21Ähm, und dann haben wir jetzt in der Apotheke noch...
29:25Zinkpräparate, genau.
29:26Ich finde das Thema, ähm, ausgewogene Ernährung sehr wichtig und bin deshalb keine so große Freundin von diesen ganzen Nahrungsergänzungsstoffen.
29:34Ich muss da aber auch einige Ausnahmen machen.
29:37Zum Beispiel ist bekannt, dass Selen, Zink, aber auch Vitamin D, ähm, sehr wohl eine Rolle zu spielen scheinen, um
29:44eben das Immunsystem zu stärken.
29:46Gerade beim Vitamin D ist das ja auch bekannt und deshalb, ähm, würde ich durchaus in den Wintermonaten auch Menschen,
29:53die schlechte Vitamin-D-Spiegel haben, raten, hier auch, ähm, Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen.
30:05Also Vitamin D und Vitamin B12 helfen mir momentan sehr gut, vor allem eben auch mental, um aus diesem Winterblues
30:11ein bisschen auch rauszukommen.
30:18Ich hätte gerne, ähm, ein Brokkoli, Paprika und Kartoffeln.
30:25Super.
30:27Paprika, welche Farbe?
30:29Äh, gerne orange und rot.
30:32Um mein Immunsystem zu stärken, achte ich schon auf gesunde Ernährung und ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse,
30:40dass hier auch viel frisch gekocht wird.
30:42Ja, dann esse ich total gerne Suppen, ne? Das ist so das Geheimrezept von meiner Mama. Wenn man krank ist,
30:48dann kocht die in einem Hühnersuppe.
30:52Der Darm ist ja sehr wichtig für das Immunsystem. Er enthält 70 bis 80 Prozent aller Immunzellen, ist somit unser
31:00wichtigstes Immunorgan schlechthin.
31:02Und im Darm befinden sich natürlich auch die Mikroorganismen, die Viren und die Bakterien, die unser Mikrobiom ausmachen.
31:10Die Zusammensetzung des Mikrobioms, rund 100 Billionen Mikroben im Darm, wird von der Ernährung mitbestimmt.
31:19Positiv auf unser Immunsystem wirken sich ballaststoffreiche Vollkornprodukte, Früchte, Nüsse, Gemüse und probiotische Milchprodukte aus.
31:29Es gibt auch Belege, dass Sport die Abwehrkräfte stärkt.
31:33Wer sich in Studien mindestens fünfmal die Woche 20 Minuten bewegte, hatte ein fast um die Hälfte vermindertes Risiko, sich
31:40zu erkälten.
31:42Rauchen dagegen schädigt das Immunsystem, und zwar langfristig.
31:47Es gibt in der Tat neue Daten zum Thema Rauchen und nachhaltige Schädigung des Immunsystems.
31:53Es sind neue Daten aus Frankreich, die vor kurzem veröffentlicht wurden, die gezeigt haben,
31:58dass die T-Zell-Immunität durch das Rauchen irreversibel geschädigt wurde.
32:03Und ein anderer Faktor, der wiederholt untersucht wurde, ist auch das Thema westliche Ernährung,
32:09also kalorienreiche, zuckerreiche Ernährung, wo man zumindest im Maussystem festgestellt hat,
32:15dass das auch das Immunsystem irreversibel schädigen kann.
32:25Also wir versuchen schon so einmal die Woche, vor allem am Wochenende, gezielt auch einen langen Spaziergang zu machen,
32:31hier um die Talsperren rum.
32:34Mir tut das sehr gut, in der Natur unterwegs zu sein, einfach auch um den Kopf freizukriegen,
32:40die Geräusche des Waldes, ich mag das Vogelzwitschern sehr gerne.
32:47Ich bin öfter krank als mein Mann.
32:50Vielleicht hat der auch ein besseres Immunsystem, weil ich immer die Kita-Viren mitbringe und ihn dadurch abhärte.
32:58Normalerweise aber haben Männer eher ein schwächeres Immunsystem.
33:02Denn Frauen mit 2X-Chromosomen besitzen genetisch bedingt meist stärkere Abwehrmechanismen
33:09als Männer mit X- und Y-Chromosomen.
33:14Auch die Sexualhormone nehmen Einfluss auf unser Immunsystem.
33:18So kann Östrogen die Inflammation der angeborenen Immunität eher unterdrücken
33:23und die spezifische Antikörperbildung des erworbenen Immunsystems vorantreiben.
33:30Testosteron dagegen hemmt die Arbeit des Immunsystems eher.
33:34Sehr viele Gene des Immunsystems sind auf dem X-Chromosom.
33:38Das heißt, die Frau hat eine doppelte Ausstattung.
33:41Und das heißt, wenn der Mann ein Problem bei einem Gen hat, das auf dem X-Chromosom liegt,
33:46wird er sofort krank, weil er hat kein zweites X-Chromosom, mit dem er das kompensieren kann.
33:51Frauen sind daher von der Infektanfälligkeit resistenter.
33:55Das hat allerdings auch einen Nachteil, weil die doppelte Dosis an Immungenen Frauen mehr zur Autoimmunität prädisponiert.
34:04Das heißt, deshalb haben Frauen in der Medizin auch häufiger Autoimmunerkrankungen.
34:11Wir haben jetzt ja ihr Blut untersucht.
34:15Ich schaue ich mal nach dem Befunden, was wir herausgefunden haben.
34:19Wir haben keinen Anhalt dafür, dass ihr Immunsystem eine Lücke hat, die wir füllen müssen.
34:25Ich gehe davon aus, dass sie aufgrund der erhöhten Exposition im Kindergarten gegenüber den Infektorregern
34:30halt aktuell ihr Immunsystem reboostern.
34:33Sie sind noch jung.
34:34Ich denke, dass sich das Problem möglicherweise in drei bis vier Jahren gelöst hat.
34:38Ja, es ist eine gute Nachricht, auf jeden Fall, dass eben da keine Lücke gefüllt werden muss,
34:44dass mein Immunsystem wirklich dann durch andere äußere Faktoren einfach gestärkt werden können.
34:57Wir versuchen das schon, die gesunde Ernährung viel mit einzubeziehen.
35:01Dann eben viel Schlaf, dass ich wirklich so auf meine acht Stunden komme, früh schlafen gehen, viel Bewegung.
35:13Also ich habe natürlich eine ganz, ganz tolle Familie.
35:16Auch mein Freundeskreis und meine Familie, das wirklich stärkt ungemein.
35:20Und ich hatte meinen Sport, wo ich einfach sage, das habe ich auch in der ganzen Zeit, als es mir
35:25wirklich schlecht ging.
35:29Der Ben ist dann wirklich auch, das sieht er dann sportlich.
35:31Also der kämpft sich dann durch und wir unterstützen ihn gut.
35:35Und dann hat er sich so schrittweise zurückgekämpft.
35:38Und das hat zum Glück gut geklappt.
35:46Also ich war immer zuversichtlich.
35:48Mir war das wichtig, sodass ich den Ben dann irgendwann wieder bei mir habe und dass die Kinder ihren Papa
35:52haben.
35:56Die Zellen, die Herr Köhler in der Knochenmarktransplantation bekommen hat, sind sogenannte naive Zellen.
36:02Das heißt, das adaptive Immunsystem muss jetzt erst mal wieder lernen, wie bei jedem Kind nach der Geburt lernen, was
36:08ist fremd, was ist eigen.
36:10Aber wenn er das in den nächsten zehn Jahren maximal sich erarbeitet hat, hat er ein immunologisches Gedächtnis,
36:17was ihn dann hoffentlich weit ins Alter begleiten wird.
36:28Also der Immundeffekt, den ich da hatte, also man kann sagen hatte, weil jetzt habe ich quasi ein neues Immunsystem
36:34und da bin ich immunologisch wirklich gesund heutzutage.
36:38Aber wir haben dann festgestellt, das ist ein erblicher Faktor, der liegt bei 50-50.
36:44Das heißt, bei unseren vier Kindern besteht die Chance, dass zwei davon das haben.
36:50Und dann haben wir gesagt, ja, auf jeden Fall, wir wollen es wissen und damit man es eventuell auch behandeln
36:54kann,
36:55falls da auch defekte sind und leider ist unser Faktor da etwas höher ausgefallen.
37:02Wenn man sich vorstellt, es muss das eigene Kind durchmachen, ist schon nicht so einfach.
37:07Aber ich wünsche mir einfach, dass sie unbeschwert durchs Leben gehen und die Kinder wissen, was sie haben.
37:13Wir gehen damit offen um.
37:16Ich finde es wichtig, dass man sich lösungsorientiert aufmacht und guckt.
37:21Und die medizinische Forschung schläft auch nicht.
37:24Also dass man da auch hofft, dass da einiges passiert und dann klappt das schon.
37:38Wenn ein Patient ein defektes Immunsystem hat, dann versuchen wir im Sinne der Medizin von morgen neue Gentherapeutika zu entwickeln,
37:47um diesen Patienten zielgerichtet helfen zu können.
37:53Mein Name ist Axel Schambach.
37:54Ich bin Arzt und Forscher an der Medizinischen Hochschule Hannover im Zentrum für Innere Medizin
38:00und arbeite im Institut für experimentelle Hämatologie hier.
38:05Ein Patient, wie im Falle von Herrn Köhler, wird entsprechend diagnostiziert.
38:09Wir wissen, wo das Gen quasi auf den Chromosomen beheimatet ist und wie das aussehen müsste.
38:15Und diese Informationen können wir uns entsprechend rausgreifen und ein Gen quasi wie in einem Lego-Prinzip neu aufbauen.
38:24Seit Jahren treibt Forschende eine Idee um.
38:27Das Erbgut von Immunpatienten durch eine gesunde Kopie des defekten Gens verändern.
38:34Was in der Theorie einfach klingt, ist extrem schwierig.
38:37Denn jede Zelle ist durch eine Zellmembran geschützt.
38:40Mit Gentaxis könnten gesunde Gene durch diese Barriere transportiert werden.
38:46Das Problem, wird das Therapiegen an einer Stelle mit wichtiger Steuerfunktion eingefügt, kann es Nachbargene beeinträchtigen.
38:55Die Lösung ist nun möglicherweise die Genschere CRISPR-Cas9.
39:00Mit ihrer Hilfe lassen sich defekte Genabschnitte präzise modifizieren und durch gesunde genetische Informationen ersetzen.
39:14Was ist die Möglichkeit, dass man in 10, 20 Jahren im Prinzip auch vielfach, wir sprechen da von einer sogenannten
39:20In-Vivo, also im Körper direkt vorhandenen Gentherapie, sprechen wird.
39:25Und es auch dafür dann die Tools geben wird, sodass wir möglicherweise den Patienten einfach nur durch eine Infusion von
39:32Genfähren mit Navigationssystemen tatsächlich behandeln können.
39:37Das wäre so ein Aspekt der Medizin von morgen.
39:40Ob das tatsächlich so kommt, wird die Zukunft zeigen.
39:46Ja, was mache ich selber, um mein Immunsystem zu stärken?
39:48Ich mache viel Sport, ich spiele viel Fußball, ich versuche mich gesund zu ernähren, um das so ein bisschen zu
39:55kompensieren, dass wir alle altern und damit natürlich auch unser Immunsystem.
40:00Unser Immunsystem verändert sich im Alter.
40:03Forschende untersuchten in einer Zwillingsstudie mehr als 200 Bausteine des Immunsystems von Zwillingen zwischen 8 und 82 Jahren.
40:12Vor allem eineiige Zwillinge, deren Genetik fast identisch ist.
40:17Bei ihnen konnten sie den Einfluss von Umwelt und Genen genau definieren.
40:22Ergebnis?
40:23Ihre Immunsysteme waren so verschieden, dass sich die Unterschiede nur durch den Lebensstil erklären lassen.
40:31In der Zukunft wünsche ich mir, dass die Forschung noch weiter herausfindet, warum manche Menschen mehr und manche weniger infektanfällig
40:39sind.
40:40In unserer Kohorte wissen wir zum Beispiel, dass weniger als 30 Prozent genetisch bedingt sind.
40:46Das sagt aus, dass über 70 Prozent der Patienten, die mit Infektanfälligkeit zu uns kommen, gar nicht wissen, warum sie
40:51infektanfällig sind.
40:52Sind sie infektanfällig, weil sie eine unglückliche Kombination von Genen geerbt haben?
40:56Oder sind sie möglicherweise infektanfällig, weil die Umwelteinflussfaktoren ungünstig waren?
41:02Und das weiter herauszudröseln, ist unser Anliegen.
41:12Das, was ich mir angewohnt habe in meinem Leben grundsätzlich, aber das ist schon seit meiner Studienzeit in Stockholm, ist,
41:17dass ich regelmäßig in die Sauna gehe.
41:20Das ist wichtig. Das stärkt das Immunsystem ungemein.
41:24Und dann laufe ich immer barfuß.
41:25Wenn es jetzt draußen kalt ist, natürlich nicht, aber ansonsten im Haus laufe ich barfuß.
41:31Und wenn es das Wetter zulässt, laufe ich draußen auch barfuß.
41:38Ganz herzlich willkommen, Andreas Martin-Hofmein.
41:50Im Endeffekt ist es eine Symphonie für Holzbläser mit Symphonieorchesterbegleitung und einer permanent störenden Tuba.
42:01So könnte man es beschreiben.
42:06Musik
42:27I think that's what I think is important, and that's what I always say, and my wife and family, that
42:35we just say that you enjoy life.
42:37and that you enjoy the best out there, what the day brings.
42:41I have that every morning, that I just say, oh cool, that I can't stand up today.
42:50My goal for the future is to increase the quality of life,
42:54that I just work weekends, weekends, free time, but also the time on the work,
42:58without the fear of infection or the fear of infection.
43:05That I can't see the whole concert immediately, because there are so many pieces,
43:10but that I always stay in the moment, so like Beppo, the Straßenkehrer of Momo,
43:14that I always stay in the moment.
43:16It doesn't always work.
43:17Sometimes you think about it and think about what I say about the next piece,
43:21what I say about the next piece.
43:22That works all, but the personal taste is a little bit lower.
43:26So I wish I always stay in the moment.
43:30Let's see if it works.
43:32I wish I could
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