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KurzfilmeTranskript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:58Untertitelung. BR 2018
01:02Wir schicken Ihnen Hilfe. Hören Sie? Wir schicken Hilfe. Bitte melden Sie sich. Hallo? Hallo? Können Sie mich hören? Bleiben
01:17Sie ganz ruhig.
01:21Der Krankenwagen kommt gleich. Hören Sie mich?
01:28Die Kollegen sind gleich bei Ihnen. Bleiben Sie ganz ruhig.
01:47Untertitelung. BR 2018
01:48Untertitelung. BR 2018
02:04Untertitelung. BR 2018
02:15Ich weiß, ich bin spät dran. Ich mach's wieder gut. Versprochen.
02:18Wir waren um drei verabredet. Du bist eine Stunde rüber. Wie willst du das wieder gut machen? So viele Eisbecher,
02:25Rosen und Champagner gibt's ja gar nicht.
02:27Ich dachte eigentlich an nichts, was Geld kostet. Auch noch geizig.
02:33Du solltest wirklich langsam hier aufschlagen. Es gibt da nämlich einen sehr attraktiven jungen Mann, der ununterbrochen zu mir rüberstarb.
02:42Sag mir, wer soll das lassen? Sonst häng ich ihm ein Drogendelikt an oder was Schlimmeres.
03:06Du, meine LKR.
03:16Ja, Olaf nessaIE ça?
03:201, 2, 1, 2, 3, 4, 5. Ja.
03:351, 2, 1, 2, 3, 4, 5. Ja.
03:371, 2, 3, 4, 5. Ja.
03:381, 2, 1, 2, 5. Ja.
03:48Scheiße.
03:49Weiter.
03:513, 4, 1, 2, 3, 4, komm.
03:551, 2, 3, 4, komm.
03:581, 2, 3, 4, komm.
03:59Ist das Ihr Sohn?
03:591, 2, 3, 4, komm.
04:02Wir sollten ihn hier wegbringen.
04:05Halt.
04:06Komm.
04:061, 2, 3, 4, komm.
04:101, 2, 3, 4, komm.
04:141, 2, 3, 4, komm.
04:16Ja.
04:221, 2, 3, 4, komm, komm.
04:22Wir sind auch schon.
04:231, 2, 3, 4, komm.
04:30Was ist das denn?
04:54Als Sie hier eingetroffen sind, war der Frau Rolbach schon bewusstlos?
04:57Sie hatte üble Schnittverletzungen im Kopfbereich und an den Armen, aber folgenschwer war die Perforation im Bereich der Bauchschlagader, aus
05:05der es Sie letztlich verblutet.
05:07Wo lag Frau Rolbach genau, als Sie hier ankamen?
05:10Mit dem Rücken im Fenster.
05:13Haben Sie im Haus was angefasst?
05:15Ja, der Rettungsassistent das Telefon, um der Notrufzentrale unser Eintreffen zu melden.
05:21Ach übrigens, was Sie noch wissen sollten, wir kommen hier anklingen und erst einmal, bevor wir die Feuerwehr die Tür
05:26aufbrechen lassen, und es macht tatsächlich jemand auf, der Hausherr, der uns ansieht, als wären wir vom Mond gefahren.
05:31Der muss doch mit Ihnen gerechnet haben.
05:33Eben nicht. Wir fragen ihn, ob er einen Notruf abgesetzt hat, und er sagt nein. Wir kommen hier rein, und
05:38da liegt die Frau im Büro, blutüberströmt.
05:39Womit mal, Herr Rolbach wusste nicht, dass seine Frau...
05:41Er behauptet, der wäre fünf Minuten vor uns hier eingetroffen und hat überhaupt keine Ahnung, was hier los ist.
05:48Haben Sie vielleicht für mich so ein paar Untersuchungshandschuhe?
05:52Ja, selbstverständlich.
05:56Ich bin jetzt nicht mehr da, ich bin jetzt nicht mehr dauernd, ich bin jetzt nicht mehr dauernd.
06:09Musik
06:38Musik
07:01Eikon-Dieter Rohrbach, Architekturbüro, bitte hinterlassen Sie eine Nachricht
07:05Frau Rohrbach, hier spricht das Sekretariat von Frau Dr. Meuser
07:09Die Chefin lässt anfragen, wo die Zeichnungen bleiben
07:11Wir hatten doch 16 Uhr vereinbart, jetzt ist es nach 6
07:15Ich habe mir erlaubt, Ihnen einen Fahrer zu schicken
07:17Vielleicht könnten Sie ja kurz zurückrufen
07:19Vielen Dank
07:41Danke, dass du so schnell kommen kannst
07:43Kein Problem
07:44Der Junge kann heute bei seiner Großmutter übernachten, soll ich ihn da hinbringen?
07:46Das wäre gut
07:47Okay, komm, wir gehen zu deiner Großmutter
08:07Typischer Haushaltsunfall, oder?
08:10Ich schätze, die Frau wollte die Lampe auswechseln
08:13Die ist schwindelig oder schlecht geworden und sie ist von der Leiter gekippt
08:29Wann sind Sie genau nach Hause gekommen, Herr Rohrbach?
08:34So gegen vier
08:38Kurz bevor die Rettung kam
08:40Und aus dem Büro, da hat man nichts gehört
08:45Ich habe mir gedacht, vielleicht hat Heike sich ja hingelegt
08:48Die hat die letzte Nacht nicht geschlafen
08:51Hat ja die, die letzten zwei Tage ständig am Schreibtisch gesessen
08:56Könnte ich doch nicht sagen, dass...
09:01Und was haben Sie gemacht, als Sie nach Hause kamen?
09:03Ich meine, in der Zeit, bis es geklingelt hat?
09:08Haben Whisky getrunken
09:09Da
09:11Wegen dem Ärger auf der Baustelle
09:13Wann sind Sie dort weggegangen?
09:17Kurz nach drei
09:19Hatte Ihre Frau gesundheitliche Probleme?
09:22Nein
09:24Eigentlich war sie gesund
09:27Seit gestern hat sie Kopfschmerzen gehabt
09:28Und so ein Schwindelgefühl im Kopf
09:33Ich habe noch zu ihr gesagt, ruf deinen Auftraggeber an
09:37Bring ihm beides, dass du es einfach nicht schaffst
09:40Zumindest in der Kürze der Zeit
09:42Das ist nicht zu schaffen
09:44Aber sie hat nicht auf sie gehört?
09:46Nee
09:48Heike war doch froh über jeden Auftrag, den sie kriegen konnte
09:52Wissen Sie
09:54Wir sind seit fünf Jahren selbstständig
09:56Und
09:57Da sind wir doch natürlich auf die Honorare von Heike angewiesen
10:02Gute technische Zeichnung
10:03Und die gibt es in Hongkong, in Shanghai
10:06Den schicken Sie am Abend
10:07Eine Handskizze
10:08Und am nächsten Morgen haben Sie die fertige Zeichnung per E-Mail
10:11Entschuldigen Sie
10:13Aber draußen steht ein Taxifahrer
10:14Der sagt, er soll hier irgendwelche Bauzeichnungen abholen
10:17Sagen Sie mir, das geht im Moment nicht
10:22Tut mir leid, Herr Rohrbach
10:23Aber solange wir nicht genau wissen, was hier passiert ist
10:25Betrachte ich Ihr Büro als möglichen Tatort
10:39Was ist denn da gibt es noch was?
11:23Wieso glaubst du nicht, dass es ein Unfall war?
11:25Es kann doch gut sein, dass die Frau von der Leiter gestürzt ist.
11:29Es sieht einfach nicht danach aus. Ich war doch dort.
11:32Außerdem, der Mann kommt heim und merkt nicht, dass seine Frau zu Hause ist und verblutet.
11:36Also so ist er überhaupt noch nicht gehört.
11:39Du meinst, er könnte sie selbst von der Leiter in die Scheibe gestoßen haben.
11:44Kemal und Hendry haben heute Nacht am Rechner die möglichen Bewegungsabläufe durchgespielt.
11:48Mal sehen, was dabei rausgekommen ist.
11:51Mal angenommen, die Frau wollte die kaputte Leuchtstoffröhre hier rausnehmen.
11:54Dazu hätte ich die Leiter in etwa so aufgestellt.
11:57Frau Rohrbach war 1,70 Meter groß, das heißt, sie hätte etwa auf die Höhe hier steigen müssen
12:01und von da aus hätte sie die Röhre bequem rausnehmen können.
12:05Jetzt nehmen wir mal an, ihr wurde schwindelig und die Leiter ist zum Fenster hin weggekippt.
12:12Ja, ich meine, man kann es drehen und wenden, wie man will,
12:15aber sie hätte schon in Richtung des Fensters springen müssen
12:17und sich dann seitlich in der Luft gedreht haben, um da mit dem Rücken einzuschlagen.
12:22Das heißt, wir schließen aus, dass sie von der Leiter gestürzt ist.
12:25Ja.
12:27Wie ist es dann passiert?
12:29Vielleicht so.
12:40Also kein Unfall, sondern Mord. Oder Totschlag.
12:44Wahrscheinlich nicht geplant, der ja eine Effekte hat.
12:45Hast du die Aufzeichnung des Notrufs?
12:47Heike Rohrbach hat die 1,70 gewählt.
12:49Der Anruf ist in die Notrufzentrale in Tempelhof eingegangen. Hier.
12:52Wir schicken Ihnen Hilfe. Hören Sie? Wir schicken Hilfe. Bitte melden Sie sich.
13:00Hallo?
13:00Sie hat es geschafft anzurufen, aber sie konnte sich nicht mehr melden.
13:03Hallo? Können Sie mich hören? Bleiben Sie ganz.
13:07Exakt sechs Minuten später kam der Funkstreifen vom Abschnitt 43,
13:11zeitgleich mit der Feuerwehr und dem Notarzt. Ich spüre das mal ein bisschen vor.
13:15Vor zwei Tagen hatten die Kollegen von Abschnitt 43 schon mal ein Problem mit der Familie Rohrbach.
13:20Genauer gesagt mit dem Sohn.
13:21Sascha Rohrbach.
13:22Eben dem. Er hat auf dem Schulhof einen Mitschüler zusammengeschlagen.
13:25Angeblich, weil der sich über sein altes Fahrrad lustig gemacht hatte.
13:29Die Eltern des geschädigten Jungen hatten dann Anzeige erstattet
13:32und die Schulleitung hat ihm erstmal Hausverbot erteilt.
13:37Hier, das ist das Ende der Aufzeichnung.
13:40Hallo? Können Sie mich hören?
13:43Notrufzentrale NRW 681, Rettungsassistent Köhler.
13:46Wir sind vor Ort. Die Patientin wird versorgt.
13:50NRW 681, verstanden.
13:52Die Akustiker sollen sich das Tag noch mal vornehmen.
13:54Es könnte ja durchaus sein, dass der Täter während der Aufzeichnung noch im Raum war.
13:57Vielleicht gibt es irgendwelche Hintergrundgeräusche, die uns weiterhelfen.
14:00Anne, was sagt die Rechtsmedizin?
14:01Also über die Todesursache gibt es überhaupt keinen Zweifel.
14:03Verbluten?
14:04Genau.
14:05Aber das hier ist interessant.
14:06Sie hatte im Kopf ein epidurales Hämatom.
14:08Nicht besonders ausgeprägt, aber unübersehbar.
14:10Diese Verletzung war zum Todeszeitpunkt mindestens 24 Stunden alt.
14:14Hat sie über Übelkeit oder Kopfschmerzen geklagt?
14:16Hat sie.
14:17Sie war aber nicht beim Arzt, sie hatte zu arbeiten eine Terminsache.
14:20Also vermutlich ist Heike Rohrbach irgendwo mit dem Hinterkopf aufgeschlagen.
14:23Oder sie hat einen Schlag auf den Kopf bekommen.
14:26Okay.
14:27Hört ihr euch mal in der Nachbarschaft um?
14:29Und vielleicht hat ja irgendjemand gesehen, wie Dieter Rohrbach nach Hause gekommen ist.
14:32Also wichtig wäre für mich vor allem der genaue Zeitpunkt.
14:35Und Inge, von den Kollegen von Abschnitt 43, brauche ich das Protokoll der Vernehmung von Sascha Rohrbach wegen der Prügelei
14:40in der Schule.
14:40Und dann hätte ich gerne noch eine genaue Liste sämtlicher Anrufe, die Heike Rohrbach am Tag ihres Todes gemacht hat.
14:45Dazu E-Mail-Verkehr etc. etc.
14:47Okay?
14:48Ja.
14:51Kennen Sie die Abkürzung ADHS?
14:54Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätssyndrom?
14:56Ja.
14:57Das fing schon im Kindergarten an.
14:59Sascha kann keine fünf Minuten still sitzen.
15:01Können Sie sich auch vorstellen, wie seine Noten aussehen.
15:05Ohne seine Medikamente, da käme er überhaupt nicht zurecht.
15:08Anscheinend hat er auch mit Medikamentenschwierigkeiten.
15:11Sonst hätte er nicht seine Mitschüler krankenhausreif geschlagen.
15:14Sascha hat sein Ritalin ein paar Tage nicht genommen.
15:16Ist das sein Medikament?
15:18Ja.
15:18Ist das Standardmittel bei ADHS.
15:21Wirkt beruhigend.
15:22Sascha kriegt 50 Milligramm am Tag.
15:24Ist fast die Übstdosis.
15:26Dass diese Sache in der Schule da passieren konnte, das ist nur damit zu erklären, weil
15:30er seine Tabletten nicht genommen hat.
15:31Und wieso nicht?
15:33Er hat die komplette Monatsdosis verloren und sich nicht getraut, uns das zu sagen.
15:36Wir haben das erst durch diesen Zwischenfall auf dem Schulhof erfahren.
15:39Was hat Ihre Frau dazu gesagt?
15:41Heike?
15:42Heike war ziemlich streng und manchmal auch zu ungeduldig mit Sascha.
15:47Nicht, dass sie ihn nicht geliebt hätte.
15:48Aber sie wollte halt, dass der Junge im Leben eine Chance hat, trotz seiner Krankheit, die
15:52sie eigentlich nie so wirklich akzeptiert hat.
15:57Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivitätsstörung.
16:00Das klingt doch wie eins von diesen Leiden, dass sich die Ärzte ausdenken, damit sie es
16:03dann kurieren können.
16:11Heike wollte nie so richtig wahrhaben, dass er wahrscheinlich einfach nur faul ist
16:14oder dumm, sondern dass der wirklich ein Problem hatte.
16:18Als er es dann begriffen hat, dann haben wir alles in unserer Macht Stehende getan.
16:22Zig Ärzte konsultiert.
16:25Wir waren sogar beim Elterntraining.
16:30Ja, sicher hat das unsere Ehe belastet, aber wir haben das als Herausforderung genommen.
16:34Und ich glaube, ganz gut gemeistert.
16:38Herr Oberbach, ich muss auch mit Ihrem Sohn reden.
16:41Ja, sicher.
16:42Aber ich würde gerne dabei sein.
16:44Natürlich.
16:47Was machen Ihre Leute eigentlich mit dem Hund da oben?
16:50Kommen Sie, ich zeige es Ihnen.
16:53Gut, Spuren.
16:54Und wie kommen Sie darauf?
16:55Wir haben das Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung.
16:58Die Kopfschmerzen Ihrer Frau sind nicht auf Überarbeitung oder Müdigkeit zurückzuführen,
17:02sondern auf eine Kopfverletzung.
17:04Wie sie sich in den letzten zwei Tagen vor ihrem Tod zugezogen hat.
17:08Hat sie Ihnen gegenüber irgendwas erwähnt, wie das passiert ist?
17:11Nein.
17:12Wahrscheinlich hat sie sich den Kopf irgendwo gestoßen und das nicht weiter ernst nimmt.
17:15Möglich.
17:16Gut denkbar wäre aber auch, dass die Verletzung die Folge einer Auseinandersetzung war.
17:19Sie haben uns doch erklärt, Ihre Frau hätte in den letzten zwei Tagen vor ihrem Tod das Haus nicht mehr
17:24verlassen.
17:24Ja.
17:25Das kann ja nur bedeuten, dass sie sich hier verletzt hat.
17:28Klingt logisch.
17:30Hatten Sie Streit mit Ihrer Frau gestern oder vorgestern?
17:32Nein.
17:34Sie haben also ganz harmonisch miteinander gelebt, trotz den Problemen mit Sascha, dem Arbeitsstress, dem Ärger mit dem Vermieter.
17:42Vorher wissen Sie von dem Ärger mit dem Vermieter?
17:44Ja.
17:45Sie haben doch Schimmelpilz hier im Haus.
17:48Ja, der Vermieter ist der Meinung, wir sind daran schuld.
17:51Wir würden nicht richtig lüften und im Winter nicht anständig heizen.
17:55Das ist eine Unverschämtheit.
17:56Wirklich ist ein Widerling.
17:58Heike war nach ihrem Streit mit ihm völlig fertig.
18:02Ist das der einzige Raum hier, der betroffen ist?
18:04Nein, aber hier ist es am schlimmsten.
18:06Das roch ja immer so muffelig und wir wussten nicht, woher das kam.
18:09Gestern Morgen haben wir die Schrankwand abgerückt und haben unseren Augen nicht getraut.
18:13Wo haben Sie das Problem noch?
18:14In Heikes Schlafzimmer.
18:19Ah.
18:27Seit wann laufen die Messungen?
18:31Seit zwei Wochen.
18:33Als wir den Pilz da oben entdeckt haben, hat Heike sofort den Wunderlich angerufen, den Vermieter.
18:38Und hat ihm gesagt, dass sie die Miete um die Hälfte mindern wird.
18:41Zwei Stunden später ist der Wunderlich hier mit dem Gutachter angetanzt.
18:44Und?
18:45Naja.
18:47Der hat sich über die eigenmächtige Mietminderung fürchterlich echauffiert.
18:51Hat rumgebrüllt wie ein Wahnsinniger.
18:53Aber Heike hat ganz gut dagegen gehalten.
18:54Als wir gestern die Bescherung im Wohnzimmer gesehen haben, da hat Heike ihn natürlich sofort wieder herzitiert.
19:02Sie waren solchen Sachen viel besser als ich.
19:05Viel besser?
19:09Energischer.
19:11Resoluter.
19:12Wenn sie glaubte, dass sie ihm recht war, da hat die Bedenkenloser ein Riesenfass aufgemacht.
19:21Wir haben manchmal getrennt geschlafen.
19:24Vor allem, wenn Heike bis in die Puppen gearbeitet hat.
19:28Haben Sie eine gute Ehe geführt?
19:32Wir sind seit 17 Jahren verheiratet.
19:34Das habe ich nicht gefragt.
19:38Ja.
19:40Wir haben eine sehr gute Ehe geführt.
19:43Macht es Ihnen Spaß, solche Fragen zu stellen?
19:52Wollen Sie, dass wir rausfinden, wie Ihre Frau umgekommen ist?
19:55Ja, natürlich will ich das.
19:56Dann wäre es hilfreich auch für Sie, wenn wir Sie als Täter ausschließen könnten.
20:00Sie verdächtigen mich?
20:00Würde Sie das so sehr wundern?
20:03Sie kommen heim, trinken einen Whisky zur Entspannung, während unten Ihre Frau verblutet?
20:06Wie wahrscheinlich ist denn das?
20:07Aber es war so.
20:16Anne?
20:16Am Tag Ihres Todes hat Frau Rohrbach dreimal mit dem Architekturbüro Dr. Meuser telefoniert.
20:21Einmal mit einem gewissen Daniel Fischer und einmal mit Ihrem Vermieter, mit dem Sie gestern um 13 Uhr verabredet war.
20:27Bestell den mal zur Vernehmung.
20:28Frau Rohrbach, die E-Mails und die Internetseiten habe ich mir angeguckt, die sie besucht hat.
20:32Da ist nichts Interessantes, sind fast nur Fachseiten.
20:34Das Einzige, sie wollte offenbar wissen, was eine Spielekonsole kostet.
20:37Wieso das denn?
20:38Keine Ahnung, vielleicht wollte sie ihrem Sohn eine schenken.
20:40Weil er sich die letzten Tage so toll benommen hat?
20:43Okay, tschüss.
20:44Danke, Anne.
20:46Bruno, die lieben Nachbarn sagen, dass die Rohrbachs nette und fleißige Leute sind.
20:49Es gibt das Gerücht, dass sie finanziell nicht so gut dastehen und böse Zungen behaupten,
20:53Heike Rohrbach hätte ein Verhältnis gehabt, und zwar mit dem Nachhilfelehrer ihres Sohnes.
20:57Der heißt Daniel Fischer.
20:58Wie kommen denn die bösen Zungen da drauf?
21:01Der Mann ist regelmäßig zwei Stunden vor Sachs Nachhilfe schon aufgetaucht.
21:04Aber immer komischerweise dann, wenn der Herr Rohrbach nicht da war.
21:08Das ist die Interesse von der Baustelle auf der Rohrbach gestern war.
21:11Angeblich hat er sie kurz nach drei verlassen.
21:14Machen wir weiter in der Nachbarschaft.
21:15Okay.
21:38Montags und Mittwochs gebe ich Sascha Nachhilfe.
21:40Und gestern?
21:41Na, ich stecke mitten im Jura-Examen, deswegen fand Saschas Stunden seit einer Woche flach,
21:45weil ich einfach wohnunterbrochen hier bin und arbeite.
21:51Wann haben Sie Saschas Mutter zuletzt gesprochen?
21:53Gestern.
21:54Sie hat mich angerufen und hat mir alles Gute gewünscht fürs Examen.
21:58Und vergangene Woche habe ich sie das letzte Mal gesehen.
22:02Hatten Sie ein Verhältnis mit, Frau Rohrbach?
22:04Ich mache uns einen Salat und ein bisschen Kasse, okay?
22:09Sabine, das ist Hauptkommissar Schumann vom LKA.
22:11Das ist meine Verlobte, Sabine.
22:13Hallo.
22:15Ist was passiert?
22:17Du kennst auch Sascha, ne?
22:18Den Jungen, dem ich Nachhilfe gebe.
22:20Seine Mutter ist gestern verstorben.
22:22Es war kein natürlicher Tod.
22:24Wir überprüfen gerade die Alibis aller Personen, die Zutritt zum Haus haben.
22:27Ja, Daniel, und ich waren gestern den ganzen Tag zusammen.
22:30Ich helfe ihm beim Büffeln.
22:33Ist ja grauenhaft.
22:35Der junge Junge.
22:37Na ja, ich bin in der Küche, falls Sie mich noch brauchen.
22:44Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet.
22:46Ach so.
22:47Ja, ich mochte Heike.
22:49Wir haben uns auch geduzt, also...
22:52Das war alles.
22:54Das war alles.
22:55Na ja, dann.
22:56Viel Glück fürs Examen.
22:57Und für Ihre Ehe.
22:58Danke.
23:21Henry?
23:22Ja, Bruder, pass auf.
23:23Dieter Rohrbach hat hier auf seiner Baustelle den Spitznamen der Architekt.
23:26Wieso Spitzname?
23:28Weil er hier im Trockenbau arbeitet.
23:29Der ist Vorarbeiter von der Sechsmann-Kolonne, die hier Regenswände einzieht.
23:32Gestern ist er gegen Viertel nach drei ziemlich wütend weg, nach einem Streit mit seinem Bauleiter.
23:37Der Herr Architekt hat anscheinend ein Problem damit, sich einem Ingenieur unterzuordnen, der nur ein Fachschulstudium hat.
23:42Was sagen die Kollegen dazu?
23:43Die sagen, dass Rohrbach ein Weichei ist.
23:45Heute Morgen hat er sich entschuldigt bei seinem Bauleiter.
23:47Anscheinend braucht er den Job.
23:48Und wahrscheinlich kann er ihn auch behalten, weil seine Frau gestorben ist.
23:50Also ich denke mal, Mitleidsbonus, weißt du?
23:53Okay, Henry, danke.
24:00Wir haben das für Promete eingepackt.
24:02Wir sind hier soweit durch.
24:03Und wir haben einen Volltreffer gelandet.
24:05Was denn?
24:06Wir sind nochmal durch das Zimmer des Jungen unten.
24:29Haben Sie Ihrer Frau von dem Streit erzählt?
24:32Den Sie mit Ihrem Bauleiter hatten?
24:37Dazu ist nicht mehr gekommen, aber das wissen Sie doch.
24:42Was glauben Sie?
24:43Wie hätte sie auf diese Nachricht reagiert?
24:48Sie wäre darüber nicht sehr glücklich gewesen.
24:50Dass Ihr Mann seinen Job hingeschmissen hat, aus verletztem Stolz, obwohl es um die Finanzen der Familie nicht zum Besten
24:55steht?
24:57Es ist keine Schande, auf dem Bau zu arbeiten.
24:59Was du nur vorübergehend?
25:02Ich habe heute gerade einen Auftragsengpass.
25:03Das kann sich schnell ändern.
25:05Ich habe mich an ein, zwei Ausschreibungen beteiligt.
25:08Bruno!
25:30Wie geht's dir?
25:35Seit wann nimmst du denn deine Tabletten wieder regelmäßig?
25:39Mama hat mir vorgestern eine neue Packung gegeben.
25:43Wer hast denn überhaupt deine Medikamente verloren?
25:48Ich war bei meiner Oma.
25:51Seit ich nach Hause wollte, habe ich sie in der Bahn liegen gelassen.
25:57Hattest du gestern oder vorgestern Streit mit deiner Mutter?
26:01Nee.
26:05Wo warst du gestern Nachmittag?
26:11Unten am See. Ich bin Fahrrad gefahren.
26:13Die Schwindelgefühle, die deine Mutter kurz vor ihrem Tod hatte und die Kopfschmerzen.
26:17Hast du wirklich keine Ahnung, womit die zusammenhingen?
26:23Heike hat mir erzählt, dass sie sich den Kopf gestoßen hat. An ihrer Arbeitsplatte.
26:26Sie wollte was aufheben. Es war was runtergefallen. Und dabei muss es dann passiert sein.
26:29Denken Sie jetzt sich oder Ihren Sohn, Herr Räuber?
26:32Wie bitte?
26:34Die Spurensicherung hat hier an der Türkante Blutspuren gefunden und Hautpartikel, die wahrscheinlich von Ihrer Frau stammen.
26:41Und dafür haben Sie keine Erklärung.
26:45Und du auch nicht, Sascha?
26:47Sascha und ich, wir haben noch nichts damit zu tun.
26:53Sascha?
26:57Ich kann doch meiner Mama nicht wehtun.
27:02Sonntag, der 14. S1 in Richtung Potsdam.
27:05Ein schwarzer Rucksack mit einer Zahnbürste, einem T-Shirt und einem Unertrationen-Retaline.
27:08Mhm, ich frag mal nach.
27:10Wie weit sind die Akustiker mit dem Band?
27:11Klima, ich mach dir gerade ein bisschen Druck.
27:14Anne, wann wissen wir, ob die Blutspuren an der Tür tatsächlich von Frau Rohrbach standen?
27:17In zwei Stunden. Der Vermieter wartet in deinem Büro.
27:24Tag, Herr Wunderlich.
27:26Frau Kommissar Schumann.
27:28Bitte, nehmen Sie doch Platz.
27:30Alles so furchtbar.
27:35Entschuldigung.
27:36Meine Frau Rohrbach und ich, wir hatten unsere Differenzen.
27:40Aber dieser schreckliche Unfall.
27:41Sie wissen ja, dass Frau Rohrbach noch leben könnte, wenn das Fenster in Ihrem Büro den Bauvorschriften entsprochen hätte.
27:47Wie bitte?
27:48Naja, die Scheibe war aus einfachem Glas.
27:51Sicherheitsglas zerfällt bei mechanischer Zerstörung in kleine stumpfkantige Krümmel.
27:55Das heißt keine, also beziehungsweise geringe Verletzungsgefahr.
27:57Bei reinem Fensterglas sieht das natürlich ganz anders aus.
28:00Wie? Sie wollen mich jetzt hier verantwortlich machen?
28:03Das Haus hat meiner Mutter gehört.
28:05Ich hab das vor zwei Jahren geerbt.
28:07Ich hab einfach nicht das Geld so aufwendig zu sanieren.
28:10Deswegen hab ich einen Käufer gesucht.
28:12Das ist nicht einfaches heutzutage.
28:14Und übergangsweise haben da eben die Rohrbachs gewonnen.
28:17Und gestern Mittag waren Sie mit Frau Rohrbach verabredet.
28:20Sie hat mich hinbestellt, weil sie im Wohnzimmer hinter der Schrankwand Schimmel gefunden hat.
28:23Sie hat damit gedroht, die Mietzahlung endgültig komplett einzustellen.
28:27Sie waren um 13 Uhr verabredet. Waren Sie pünktlich?
28:30Ich bin immer pünktlich.
28:32Wie ist denn das Gespräch verlaufen?
28:33Nicht so erfreulich.
28:35Ich will sie aber, die Familie hat offenkundig Geldprobleme.
28:38Für Frau Rohrbach war das jedenfalls ein Willkommener an, das ein paar Euro zu sparen.
28:41Dabei ist die Miete ja wirklich sehr moderat für Zählendorferverhältnisse.
28:44Naja, das Haus ist ja auch nicht im allerbesten Zustand.
28:47Was wollen Sie denn damit sagen?
28:48Man kann dort vernünftig wohnen.
28:51Mal abgesehen vom Schimmelpilz.
28:53Weshalb Sie seit einiger Zeit ja auch immer wieder Auseinandersetzungen mit Frau Rohrbach hatten.
28:56Lautstark, wie ich hörte.
28:57Wie ich Auseinandersetzungen führe, tut ja hier nichts zur Sache.
29:00Doch, immerhin war Frau Rohrbach kurz nach Ihrem Besuch tot.
29:03Ich denke, das war ein Unfall.
29:04Nein, eben nicht.
29:05Wir gehen davon aus, dass sie in die Scheibe gestoßen wurde.
29:07Zum Beispiel im Zuge eines Streits wegen Schimmelpilz.
29:09Sie wollen mir hier unterstellen?
29:11Ich hätte irgendwas damit zu tun, dass Frau Rohrbach nicht mehr lebt.
29:14Herr Wunderlich, jetzt beruhigen Sie sich mal.
29:15Ich unterstelle Ihnen gar nichts.
29:16Ich suche den Täter.
29:17Also, hat Sie gestern jemand gesehen, dass Sie gekommen oder gegangen sind?
29:21Das habe ich jetzt nicht drauf geachtet.
29:22Sind Sie noch mal zu dem Haus zurückgekehrt?
29:24Nee.
29:25Warum sollte ich...
29:26Wo waren Sie um 16 Uhr, Herr Wunderlich?
29:28Zu Hause.
29:29Allein vermutlich.
29:30Da geht es ja wohl überhaupt nichts an.
29:32Ich glaube, Sie begreifen es noch nicht ganz, warum Sie hier sitzen.
29:35Sie sitzen hier, weil wir denjenigen suchen, der schuld ist am Tod von Heike Rohrbach.
29:56Das ist ja wohl nicht so, warum Sie hier sitzen.
30:39Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
30:41Ich beauftrage das umgenannte Bestattungsinstitut, mich in allen den Todesfall betreffenden Angelegenheiten und der damit verbundenen Abwicklung der Formalitäten bei
30:52Behörden, Polizei, Stadensamt, Krankenhaus usw. und anderen Institutionen rechtsverbindlich zu vergeben.
31:00Diese Form macht umfasst das Recht, in meinem Namen die Bestattungsinstitut zu stellen. Leistung zu behandeln, aber schlichtweg und gebühren.
31:30Also ich habe die Messdaten der letzten zwei Wochen ausgelesen. Interessant sind da der Montag und der Mittwoch letzter Woche.
31:35Montag und Mittwoch? Das sind doch die Tage, wo Sascha nachher von Unterricht kriegt.
31:40Genau. Und dem Messprotokoll zufolge sind an eben diesen Tagen zwischen 14 und 14.30 Uhr in Heike Rohrbachs Schlafzimmer
31:47Raumfeuchtigkeit und Temperatur signifikant angestiegen.
31:52Tja, was das wohl bedeutet.
31:58Du willst Daniel Fischer nachweisen, dass er mit Heike Rohrbach geschlafen hat anhand von Messdaten aus dem Hygrometer?
32:03Naja, ein Beweis ist es nicht, aber doch ein ganz originelles Indiz, oder?
32:10Ich weiß jetzt nicht, worauf Sie hierhin auswollen.
32:13Ein Mann und eine Frau gehen in ein kleines Zimmer, in dem ein Bett steht.
32:17Sie schließen die Tür hinter sich und kurz darauf weist dieses Zimmer ein saunaähnliches Mikroklima auf.
32:23Wie, und Sie glauben, dass ich dieser Mann bin?
32:25Herr Rohrbach hat um diese Zeit auf der Baustelle gearbeitet.
32:30In Heikes Zimmer steht ein Hometrainer, und ich würde sagen, dass diese Messwerte naheliegen, dass sie zu einem Fragestehenden Zeit
32:35auf den Dingen trainiert hat.
32:38Wir haben die Bettwäsche von Heike Rohrbach untersuchen lassen.
32:41Was haben Sie?
32:43Ja, mir war schon klar, dass Sie ohne Not nichts zugeben werden.
32:46Das Labor hat Schweißflecken gefunden, was uns ermöglichen wird, Ihre DNA-Spuren nachzuweisen, Herr Fischer.
32:56Inwieweit ist es für den Fall relevant, ob ich jetzt mit Heike ein Verhältnis hatte?
33:00Versucht ist ein klassisches Tatmotiv. Herr Rohrbach könnte von der Sache gewusst haben.
33:05Auf keinen Fall. Wir waren absolut vorsichtig. Wir wollten auch nicht, dass irgendjemand was von der Sache weiß.
33:09Wie ist es denn dazu gekommen? Ich meine, Sie sind verliebt, verlobt, hoffentlich bald verheiratet.
33:15Ja.
33:17Ja, Sabine und ich sind seit sieben Jahren zusammen.
33:19Sie hat ein halbes Jahr verlobt und Heike war einfach eine sehr attraktive, erfahrene Frau.
33:27Und dann hat sie sich halt so einen kleinen Studenten geschnappt.
33:29Der Impuls ging von ihr aus.
33:31Aber definitiv. Konnte sehr resolut sein.
33:36Ja, genauso resolut hätte sie doch von Ihnen verlangen können, dass Sie Ihre Verlobung lösen.
33:39Nein, davon war nie die Rede. Für Heike war das nicht mehr und nicht weniger als ein Abenteuer, eine Affäre.
33:48Hören Sie, wenn, wenn, wenn, wenn, wenn Sabine was von der ganzen Geschichte hier erfährt, das würde sie total fertig
33:55machen.
33:57Außerdem will ich...
33:59Das ist alles so peinlich.
34:01Außerdem?
34:06Ja, ich will in der Firma von Sabines Vater arbeiten. Nach dem Examen.
34:10Das ist eine sehr renommierte und bekannte Anwaltskanzlei.
34:19Ich kann Ihnen nichts versprechen.
34:23Sind Sie sicher, dass Dieter Räumach von der Sache nichts wusste?
34:25Ja, wie gesagt, wir waren absolut vorsichtig.
34:37Das ist eine sehr renommierte Anwaltskanzlei.
35:14Das ist eine sehr renommierte Anwaltskanzlei.
35:45Ganz ruhig, ganz ruhig.
35:47Nicht bewegen.
35:49Runter, runter.
36:17Er hat schon lange nicht mehr an mich geglaubt.
36:20Ich kann es ja nicht mal verüben.
36:25Wie lange geht denn das schon mit diesem Daniel?
36:28Ein paar Monate?
36:31Ich verstehe.
36:35Und Sie haben nichts gewusst?
36:39In der Nachbarschaft gab es doch Gerüchte.
36:42Den Nachbarn...
36:44So, den Nachbarn hatte ich nie so richtig Kontakt.
36:50Wollen Sie mich auch ein?
36:52Danke.
36:59Sascha Rohrbach, ein hyperaktiver Teenager, nimmt sein Medikament nicht mehr und verprügelt daraufhin einen Mitschüler.
37:04Riesenskandal.
37:05Der Junge wird von der Funkstreife vom Schulhof weg auf den nächsten Abschnitt gebracht.
37:09Seinen Eltern erzählt er, er habe sein Ritalin in der S-Bahn liegen lassen.
37:12Henry?
37:13Es hat sich keinen Rucksack angefunden, jedenfalls keiner, der auf die Beschreibung des Jungen zutrifft.
37:18Saschas Mutter, Heike Rohrbach, ist technische Zeichnerin ohne feste Anstellung.
37:21Am Tag vor ihrem Tod hat sie eine körperliche Auseinandersetzung im Zimmer ihres Sohnes.
37:25Dabei schlägt sie mit dem Hinterkopf so fest gegen die Tür, dass sich im Schädelinneren ein Hämatom bildet.
37:30Folge davon schwere Kopfschmerzen, Schwindelgefühle.
37:32Sie arbeitet trotzdem fast ununterbrochen weiter.
37:34Am Tag ihres Todes empfängt Heike Rohrbach um 13 Uhr ihren Vermieter zu einem Gespräch, beziehungsweise Streitgespräch.
37:40Was ist eigentlich mit dessen Alibi?
37:42Bisher keine Zeugen dafür, dass er zu Hause war.
37:45Drei Stunden später wird sie durch das französische Fenster gestoßen.
37:49Es gelingt ihr gerade noch, die 110 anzurufen, dann verliert sie das Bewusstsein.
37:53Hat die Aufzeichnung des Notrufs irgendwas hergegeben?
37:55Negativ. Keiner verräterischen Hintergrundgeräusch. Gar nichts.
37:59Der Täter versucht, einen Unfall zu simulieren.
38:01Also legt er die Leiter in Richtung Fenster, leise natürlich, denn die Verbindung zur Notrufzentrale steht ja.
38:05Ein untauglicher Versuch, denn die Situation gibt einen Leitersturz einfach nicht her.
38:09Als der Rettungswagen eintrifft, öffnet der Ehemann die Tür und tut so, als wisse er überhaupt nichts von dem, was
38:15fünf Minuten vorher im Haus passiert ist.
38:18Und was, wenn Dieter Rohrbach die Wahrheit sagt?
38:22Tja, könnte es auch der Sohn gewesen sein.
38:25Wie man sieht, was er angerichtet hat, flieht, kurz darauf trifft der Vater zu Hause ein und der kriegt erst
38:30mit, was seiner Frau zugestoßen ist, als der Notarzt klingelt.
38:34Sascha Rohrbach?
38:36Mhm.
38:37Sascha Rohrbach?
38:47Musik
39:16Musik
39:43Musik
40:03Herr Römer!
40:06Musik
40:07Ihr Sohn ist nicht bei seiner Großmutter.
40:10Wo könnte er noch sein?
40:12Ich habe keine Ahnung.
40:14Haben Sie.
40:15Danke.
40:17Was ist denn das?
40:20Eine Spielkonsole.
40:21Ist ja seltsam.
40:22Heike hat diese Dinger gehasst.
40:24Vor allen Dingen wegen der Ballerspiele.
40:27Und Willi sind die da auch nicht, oder?
40:29Nö.
40:30Kommt denn das hier rein?
40:41Kommt denn das hier rein?
41:21Kommt denn das hier rein?
41:39Es tut mir leid.
41:42Was heißt das?
41:44Wir müssen Sascha ganz schnell finden.
42:04Die Beschreibung geht an alle Funkstreifen raus.
42:06Und lass das Handy orten.
42:09Das sind alle Namen und Adressen, die ich gefunden habe.
42:12Sascha hat nicht viele Freunde.
42:14Ich könnte ihn doch einfach anrufen.
42:15Besser nicht.
42:16Wenn er gerade die Telefonnummer sieht, schaltet er vielleicht sein Handy ab.
42:18Und dann können wir darüber nicht mehr orten.
42:34Ja, natürlich warte ich.
42:35Sascha kauft sich gegen den Willen der Mutter diese Spielkonsole.
42:38Sie findet sie aber in seinem Zimmer.
42:39Und als Sascha nach Hause kommt, gibt es erstmal Ärger.
42:42Sascha rastet wieder mal aus und stößt seine Mutter in die Scheibe.
42:45Kräftig genug dafür wäre er.
42:46Und?
42:47Kann sich nur noch um Stunden handeln.
42:49Okay.
42:49Da liegt die Mutter nun.
42:51Er schnappt sich das Telefon, wählt die 110.
42:53Dann sieht der Junge das ganze Blut.
42:55Ihm wird klar, die Mutter hat eh keine Chance.
42:57Er legt den Telefonhörer auf den Boden.
42:58Er bringt die Leiter in die Position, in der wir sie gefunden haben.
43:01Und ertürmt.
43:03Später plant ihn ein schlechtes Gewissen so sehr, dass er die Konsole in den Müll wirft.
43:07Weil die ist ja seiner Meinung nach in allem schuld.
43:09Und er schreibt diesen Abschiedsbrief.
43:13Ich meine, ich weiß, ich sage niemals nie.
43:15Aber das traue ich dem Jungen einfach nicht zu.
43:17Ich auch nicht, Anne.
43:19Ich kann mir vorstellen, dass Sascha mit seiner Mutter Streit hatte wegen der Konsole.
43:22Ich kann mir sogar vorstellen, dass er sie gegen die Tür gestoßen hat.
43:24Aber als er am nächsten Tag seine sterbende Mutter gesehen hat,
43:27dieses Entsetzen in seinen Augen.
43:29Da war nichts gespielt.
43:30Der steht doch immer noch unter Schock.
43:31Ja.
43:33Na endlich. Und wo?
43:36Mhm.
43:37Okay, vielen Dank.
43:39So, die haben das Handy des Jungen geordnet und zwar in der Nähe des Mobilfunk.
43:42Mach das im Krampnitzer Weg in Klado.
43:45Nicht auf der Liste.
43:46Einer ruft den Räuber an.
43:50Nein, wirklich nicht.
43:54Ah, Moment mal.
43:57Als wir unser Boot verkauft haben.
44:08Sind wir hier richtig?
44:11Versuchen Sie jetzt mal, Ihren Sohn anzurufen.
44:16Mach dir mal das Tor auf, bitte.
44:25Geht nicht ran.
44:25Kommen Sie.
44:28Danke.
44:37Deine Sohn mit dem Boot umgehen, Herr Räuber?
44:39Ja.
44:39Ich habe ihn ein paar Mal ans Steuer gelassen.
44:42Ich brauche eine genaue Beschreibung des Bootes.
44:45Riva Junior.
44:47Bau Nummer 612.
44:48Da ist ein Fenster eingeschlagen.
44:50Das ist ein Oldtimer.
44:52Aber sehr gut gepflegt.
44:53Der Name ist...
44:56Aber der neue Besitzer hat sich umbenannt.
45:10Ich schätze mal, Sascha hat die Umbenennung rückgängig gemacht.
45:13Trug das Boot nicht früher den Namen seiner Mutter?
45:15Ja.
45:17Aber schauen Sie mal, Herr Schumann.
45:19Dort.
45:20Ich glaube, da liegt es.
45:25clip imToasten.
45:26Das ist ein Hahn.
45:36Was wilderness?
45:40Ich 大foot.
45:49Ich hoffe, da gibt es.
45:50Ich hoffe, da ist drauf.
45:51Die Sagen des Bootes leer, es treibt da.
46:23Die Sagen des Bootes leer, es treibt da.
47:18Was sollte denn das?
47:24Es ist meine Schuld, dass Mama tot ist.
47:27Unsinn, was erzählst du denn da?
47:29Ich habe es mir im Kopf gegen die Tür gestoßen.
47:34Es ist meine Schuld, dass sie von der Leiter gefallen ist.
47:37Was ist da dabei, als deine Mutter von der Leiter gefallen ist?
47:40Nein.
47:43Wie kommst du denn darauf, dass sie gestürzt ist?
47:46Das sagen doch alle, dass es ein Unfall war, weil ich mich nicht war.
47:49Wer sagt das?
47:52Rettungsdienst, ich habe es gehört.
47:55Sascha, deine Mutter ist nicht von der Leiter gestürzt.
47:58Jemand hat sie in die Scheibe gestoßen.
48:01Und hat dann auch alles getan, damit es für ein Unfall aussieht.
48:12Mama hat die Spielkonsole in meinem Zimmer gefunden.
48:16Total ausgeflippt.
48:19Ich habe mich gewehrt und...
48:23...hier den Kopf gegen die Tür geschlagen.
48:26Das war an dem Tag, bevor sie gestorben ist.
48:33Ich habe mich bei ihr entschuldigt.
48:36Ich habe ihr Blumen gegeben.
48:38Sie meint, das wäre okay.
48:40Sie muss doch noch arbeiten.
48:42Wollte deine Mutter nicht wissen, wovon du die Konsole bezahlt hast?
48:46Na klar.
48:48Ich habe ihr gesagt, ich habe es gespart.
48:5250 Euro.
48:54Sascha, die Konsole ist nagelneu.
48:55Die hat doch um die 300 Euro gekostet.
49:00Ja, aber...
49:00Mama konnte sich damit gar nicht raus.
49:03Und wo wartest du das Geld nun wirklich her?
49:08Sascha, bitte.
49:10Du willst doch auch, dass wir rausfinden, was wirklich passiert ist.
49:14Daniel hat es mir geschenkt.
49:17Geschenkt?
49:22Ich habe ihm dafür meine Pillen gegeben.
49:30Wusste deine Mutter davon?
49:35Natürlich nicht.
49:37Was will denn Daniel mit deinen Tabletten?
49:39Er musste sich auf seine Abschlussprüfung vorbereiten.
49:43Und wach bleiben.
49:45Ich denke, Ritalin ist ein Beruhigungsmittel.
49:48Ritalin ist ein Amphetamin.
49:49Auf hyperaktive Menschen wie Sascha, da wirkt es beruhigend.
49:52Auf gesunde Menschen, da eher euphorisierend.
49:54In den 90er Jahren war Ritalin in den USA eine regelrechte Partydroge.
49:58Und das war Ihrer Frau bekannt?
50:00Wir beschäftigen uns seit zehn Jahren mit Saschas Krankheit.
50:03Natürlich wusste sie davon.
50:07Was Sie meinen, dass Heike...
50:11Ich glaube, dass Ihre Frau auf die Idee gekommen ist,
50:13dass Sascha seinen Ritalin seinem Nachhilfelehrer verkauft hat.
50:16Kurz vor ihrem Tod hat sie im Internet herausgefunden,
50:18was so eine Spielkonsole tatsächlich kostet.
50:21In der Situation.
50:23Was glauben Sie, was er da getan hat?
50:28Sie hat diesen Daniel Fischer angerufen
50:31und zu sich zitiert.
50:34Das vermute ich auch.
50:52Tag, Herr Fischer.
50:54Tag.
50:58Was soll das sein?
50:59Sie sind doch Jurist.
51:00Eine richterliche Durchsuchungsanordnung
51:01für Ihre Wohnung und Ihren Wagen.
51:03Mit konkreten Angaben zu den Beweismitteln,
51:05die gesichert werden sollen.
51:06In diesem Fall Saschas Ritalin.
51:08Na gut, da werden Sie nicht lange suchen müssen.
51:09Sascha hat das Sorge neulich bei mir vergessen.
51:11Vergessen wohl kaum, Herr Fischer.
51:13Er hat es Ihnen verkauft.
51:14Und Sie schlucken es seit Tagen,
51:15um mit dem Examenstress klarzukommen.
51:17Das ist doch nicht Ihr Ernst.
51:20Ja, gut, ich weiß, dass es nicht in Ordnung ist.
51:24Was, du kommst ja auf, Putschmittel?
51:25Ich muss Sie bitten, mitzukommen, Herr Fischer.
51:27Moment, ich habe in einer Stunde Staatsexamen.
51:30Jetzt haben Sie erst mal einen Vernehmungstermin
51:32und erklären uns, was vor zwei Tagen wirklich passiert ist.
51:34Bitte, ich habe ein Alibi.
51:37Wollen Sie das so einfach ignorieren?
51:39Ach, wissen Sie,
51:40vielleicht überlegt Ihre Verlobte sich das ja noch mal,
51:42ob sie für Sie lügt.
51:43Vor allem, wenn Sie erfährt, dass Sie den Geliebter hatten.
51:55Er hat gesagt,
51:55er geht mal für eine Stunde runter zum See.
51:58Wann?
52:00Nur kurz nach drei.
52:02Was hat er angehabt?
52:06Seine Jeans, T-Shirt,
52:07und da gibt es dann entweder ja keine Bier.
52:4916.45 Uhr.
52:50Herr Fischer,
52:52wir wissen, dass Sie Frau Rohrbach kurz vor Ihrem Tod angerufen hat.
52:54Nach Aussage Ihrer Verlobten Sabine Rigalski
52:56haben Sie kurz daraufhin Ihre Wohnung verlassen.
52:59Sind Sie zu Frau Rohrbach gefahren?
53:00Nein.
53:01Frau Rohrbach hat Sie zur Rede gestellt,
53:03weil Sie Ihrem Sohn eine Monatsration Ritalin abgekauft haben.
53:06Nein.
53:08Wo waren Sie dann?
53:09Dann schlachten Sie.
53:10Hat Sie da jemand gesehen?
53:12Sicher.
53:14Jemand, den Sie namentlich benennen können?
53:16Nein.
53:17Natürlich kennen Sie das nicht,
53:18weil Sie gar nicht da waren.
53:19Sie mussten ja vor Rohrbach Rede und Antwort stehen.
53:21Die Ihren Ritalin-Deal vermutlich aufgedeckt hätte.
53:24Das ist nicht wahr.
53:25Oh doch, das ist wahr.
53:26Sie hat Ihnen das Leben zur Hölle gemacht.
53:27Ist ja auch kein Wunder.
53:29Zwei Tage zuvor hat die Polizei Ihren Sohn
53:30mit einem Streifenwagen von der Schule abgeholt,
53:32weil er einen Mitschüler zusammengeschlagen hat.
53:34Und warum?
53:34Warum hat er das gemacht?
53:35Weil er seinem Nachhilfelehrer eine Monatsration
53:37Peter Lien verkauft hat
53:39und völlig die Kontrolle verloren hat.
53:40Ich war am Schlachtensee
53:41und ich war nicht in diesem Haus.
53:42Ich weiß auch nicht,
53:43was dieser Psychoterror hier soll.
53:48Herr Fischer, schauen Sie mal.
53:51Niemand sagt,
53:53dass Sie einen vorsätzlichen Morgen haben.
53:58Was war denn die Situation?
54:02Frau Rohrbach ist wütend.
54:04Sie beschimpft Sie,
54:05macht Ihnen große Vorwürfe
54:06und greift nach dem Telefon,
54:08weil sie der Polizei erklären will,
54:09warum Ihr Sohn auf dem Schulhof so ausgerastet ist.
54:11Und in dem Moment,
54:12da verlieren Sie die Nerven.
54:14Vier Jahre Studium,
54:15die ganze Büfelei fürs Examen,
54:17Nächte ohne Schlaf,
54:17soll das alles umsonst gewesen sein?
54:19Natürlich wollten Sie Sie nicht in die Scheibe stoßen.
54:22Sie wollten nur verhindern,
54:22dass Sie die Polizei benachrichtigt.
54:24Aber dann lag sie da.
54:26Ganz plötzlich,
54:27überall war Blut.
54:28Das Telefon lag auf dem Boden,
54:30die Verbindung war bereits hergestellt.
54:33Haben Sie eigentlich die Stimme von dem Beamten gehört
54:35in der Notrufzentrale?
54:38Sie haben dann die Leiter auf den Boden gelegt,
54:40in Richtung Fenster,
54:41damit das Ganze wie ein normaler Haushaltsunfall aussieht.
54:45Und dann haben Sie das Büro verlassen.
54:47Und plötzlich hören Sie,
54:48wie Dieter Rohrbach nach Hause kommt.
54:51So.
54:52Wohin denn jetzt in der Schnelle?
54:55Ins Wohnzimmer, hinter die Schrankwand.
54:58Und da stehen Sie buchstäblich mit dem Rücken zur Wand.
55:05Sie warten, bis Dieter Rohrbach den Raum verlässt
55:07und dann verschwinden Sie durch die Terrassentür.
55:14Können Sie ja nicht beweisen.
55:28Was ist das denn?
55:29Schimmelpilz in 400-facher Vergrößerung.
55:31Die eine Probe stammt von Ihrer Lederjacke,
55:33die andere von der Wohnzimmerwand im Haus.
55:36Dieser Pilz wurde aber erst am Morgen des Todestages
55:40von Heike Rohrbach entdeckt.
55:42Sie müssen also an dem Tag dort gewesen sein.
55:47Herr Fischer,
55:50Ihr Alibi ist geplatzt.
55:52Sie hatten ein Motiv
55:53und wir können Ihre Anwesenheit am Tatort beweisen.
56:11Tja, das ist Bruno Schumann.
56:13Man verabredet sich mit ihm zum Sonnenbad am Schlachtensee
56:16und keine zwei Tage später ist er da.
56:25Was ist denn eigentlich der Typ, der immer schöne Augen macht?
56:34Wie heißt denn du?
56:36Bruno.
56:40Tja, er heißt Bruno.
56:45Okay.
56:47Tja, er heißt Bruno.
57:18Ich weiß ihm,
57:21mit dem Tod.
57:23Du hast dich juntos Todo.
57:28Untertitelung des ZDF, 2020
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