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  • vor 15 Stunden
Der Krieg zwischen Israel und den USA gegen den Iran weitet sich aus. Inzwischen fordert der Konflikt auch mehr Todesopfer auf beiden Seiten und auch die Sorge um Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und Sicherheit wird laut. Welches Zerstörungspotenzial die Kriegsparteien noch auffahren können, ob sich der Konflikt auf die Welt ausweitet und wie er enden könnte, erklärt Militärexperte Gerald Karner.

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Transkript
00:00Der Krieg Israels und der USA gegen das iranische Regime weitet sich aus.
00:05Er fordert immer mehr Opfer auch auf westlicher Seite
00:08und die Sorgen um die globale Wirtschaft und Sicherheit werden immer lauter.
00:14Wie sehr bringt dieser Krieg im Nahen Osten die Welt ins Wanken und wie könnte er enden?
00:20Ich bin Scholt Wilhelm, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast der Standard.
00:30Bevor es losgeht, eine große Bitte, abonniert uns auch auf YouTube.
00:34Da gibt es uns immer öfter zu sehen.
00:36Und euer Abonnement und das Aktivieren der Glocke hilft uns dabei, von immer mehr Menschen gesehen zu werden.
00:42Und damit begrüße ich Gerald Karner. Vielen Dank, dass Sie zu uns ins Studio gekommen sind.
00:47Sehr gerne.
00:48Herr Karner, Sie sind Militärexperte und Sie beobachten, wie viele von uns gerade,
00:53wie die USA und Israel Krieg gegen das iranische Regime führen.
00:59Jetzt hat Donald Schwamp mehrere Gründe genannt bei seiner Rede am Samstag,
01:04warum er diesen Krieg gestartet hat.
01:07Er hat davon gesprochen, dass er das Regime stürzen möchte
01:10oder zumindest diesen Regime-Sturz ermöglichen möchte.
01:14Und er hat auch davon gesprochen, dass er die atomare Bedrohung,
01:18die vom iranischen Regime ausgeht, beenden möchte.
01:23Anscheinend hätte er das eigentlich schon gemacht haben sollen.
01:26Vor einem halben Jahr gab es diesen Zwölftageskrieg.
01:28Da wurde schon gesagt, dass diese atomare Bedrohung aus der Welt geschafft wurde.
01:33Also ich werde nicht ganz schlau daraus, warum er diesen Krieg jetzt führt
01:37und warum ihn jetzt begonnen hat.
01:38Was ist Ihre Erklärung?
01:40Donald Trump hat ja unmittelbar nach diesem Zwölftagekrieg im Juni letzten Jahres
01:45laut Heuss-Posant, dass eben das gesamte iranische Atomprogramm zerstört wäre,
01:51dass dem nicht ganz so ist.
01:53Das wussten natürlich die meisten Experten sehr wohl.
01:56Wir dürfen auch nicht vergessen, dass auch wenn Anlagen des Atomprogramms zerstört sind,
02:01ja das Know-how und der Wille, sich in den Besitz von Atomwaffen zu setzen,
02:05nach wie vor vor vorhanden sind beim Regime.
02:08Und darum geht es natürlich auch.
02:10Warum der Krieg jetzt?
02:13Wir haben gesehen, dass das iranische Regime ja durchaus auch unter Druck steht,
02:17innenpolitisch unter Druck stand.
02:19Und das Regime eben geantwortet hat mit drastischen und sehr grausamen Mitteln,
02:26mit der Tötung von offenbar zehntausenden Menschen,
02:30die gegen das Regime demonstriert haben.
02:33Die haben ja deswegen demonstriert, dass die wirtschaftliche Lage immer unerträglicher wird
02:37im Iran oder Urde im Iran, Stichwort auch Trinkwasserversorgung,
02:42die also in großen Teilen gestört war und nicht mehr vorhanden war.
02:45Also eigentlich untragbare Zustände für die Bevölkerung,
02:48die das Regime eben nicht in den Griff bekommen hat.
02:51Und Demonstrationen dagegen wurden eben niedergeschlagen mit grausamen Methoden.
02:56Also das ist einer der Gründe, warum offenbar Israel und die USA jetzt sich entschlossen haben,
03:03endgültig gegen das Regime vorzugehen.
03:05Denn das ist nämlich aus meiner Sicht das Entscheidende.
03:07Es ist ja im Vorfeld viel spekuliert worden während des enormen Aufmarsches der US-Streitkräfte im Raum,
03:14was das Ziel einer derartigen Operation sein könnte.
03:17Und da wurde auch angeführt, dass es unter Umständen ein Ziel sein könnte,
03:22im Vorfeld mehr oder weniger den Iran eine Drohkulisse aufzubauen
03:26und damit den Iran zu Zugeständnissen zu bewegen bei den Friedens- oder Atomgesprächen in Genf.
03:34Also nunmehr ist klar, das ist es nicht.
03:36Man braucht keine Drohkulisse mehr aufzubauen.
03:38Der Iran kennt die amerikanischen militärischen Fähigkeiten unter jenen Israels.
03:43Es geht hier um den Regimewechsel.
03:45Das ist also ganz eindeutig das Ziel.
03:48Israel und die USA wollen dieses Mullah-Regime, dieses diokratische, faschistoide Regime
03:54nicht mehr im Iran haben, als bedrohung, als latente und permanente Bedrohung haben.
04:00Und es geht um den Regimewechsel.
04:02Ob der allerdings gelingen wird mit Einsätzen, wie sie derzeit geplant sind
04:08und wie wir es jetzt auch erleben, das ist natürlich schon die Frage.
04:11Es gibt kaum ein Beispiel, wo das nur mit Schlägen aus der Luft und von See aus gelungen wäre bis
04:16jetzt.
04:17Na dann sprechen wir auch gleich darüber.
04:19Donald Trump und auch Benjamin Netanyahu, der Ministerpräsident von Israel, hat erklärt,
04:25dass dieser Einsatz womöglich mehrere Wochen dauern könnte, vielleicht auch länger.
04:30Warum?
04:32Ja, auch die militärischen Kapazitäten dieser Allianz, der israelischen und der US-Streitkräfte,
04:38sind de facto natürlich begrenzt.
04:41Das heißt, sie können nicht sofort die gesamte Streitmacht ins Treffen führen auf einmal,
04:47sondern das muss in Sequenzen erfolgen.
04:49Das heißt also, wenn ein Flugzeug in den Einsatz fliegt, dann muss es wieder zurückkehren zum Stützpunkt
04:55oder auf den Flugzeugträger, dort wieder aufgetankt werden, aufmunitioniert werden mit Lenkwaffen und ähnlichen mehr.
05:01Also das dauert.
05:02Und selbst in 250 Kampfflugzeuge hier offensichtlich unterwegs sind und es wurden bereits über 1.000 bis 1.500 Einsätze
05:10geflogen,
05:11dann sieht man, dass das mit einer doch begrenzten Anzahl von Mitteln nur jeweils im Einzelfall dann erfolgen kann.
05:18Das heißt, das dauert.
05:19Das ist das eine.
05:19Das zweite ist natürlich, nach jedem dieser Einsätze wird eine Schadensaufnahme sozusagen gemacht.
05:25Da wird genau besehen, welche Schäden erreicht wurden mit dem jeweiligen Einsatz,
05:32was bewirkt wurde, welche Ziele erreicht wurden, welche Ziele vernichtet wurden gegebenenfalls auch.
05:37Und auf Basis dieser Erkenntnisse wird dann der nächste Einsatz geplant.
05:41Das heißt, das dauert natürlich.
05:43Wir haben ja auch relativ große Entfernungen zu bewältigen,
05:46wie man an den Westiran oder Nordwestiran denkt.
05:49Und hier ist natürlich schon sowohl aus Israel als auch natürlich von See aus,
05:54von den amerikanischen Streitkräften her, eine enorme Distanz eigentlich zu überwinden.
05:58Und deswegen natürlich eine längere Dauer.
06:00Und natürlich ist ganz schwer vorherzusagen, wie lange es eben dauert,
06:05bis diese Ziele tatsächlich erreicht sind.
06:06Das heißt, das behält sich natürlich, behalten sich sowohl Israel als auch die USA vor,
06:12hier zu entscheiden, wann sozusagen das Ende ist.
06:14Und im Idealfall natürlich ein Regimewechsel erreicht ist.
06:18Und das kann tatsächlich zumindest Wochen, wenn nicht Monate dauern.
06:21Es ist gut, dass Sie ansprechen, wie groß der Iran ist.
06:24Man kann sich das im Internet auch ganz gut anschauen,
06:26wenn man den Iran auf verschiedene Länder drüber legt,
06:29dass man sieht, ja, da ist eigentlich so groß wie viele Bundesstaaten der USA zusammen.
06:34Das ist eine riesige Fläche und 90 Millionen Einwohner.
06:37Das heißt, da ist wirklich viel zu bewältigen,
06:40wenn man dieses Regime stürzen möchte, von oben, von Promandierungen aus.
06:45Ich glaube, viele von uns haben sich mit dem Iran oft nur da beschäftigt, wenn es Krisen gibt,
06:51wenn sie nicht irgendwie Verwandte haben oder Bekannte.
06:53Oder vielleicht, wenn sie die Kultur interessiert.
06:56Aber so die Region rundherum ist für viele, würde ich sagen, ein weißer Fleck, ein blinder Fleck.
07:02Könnten Sie für uns einmal so einen Überblick verschaffen, wie wird denn dieser Krieg geführt?
07:08Wie muss man sich das geografisch vorstellen?
07:10Aber auch, welche militärischen Mächte und Einsatzmöglichkeiten treffen hier aufeinander?
07:15Ja, der Iran liegt im Prinzip eigentlich im Zentrum des Mittleren Ostens,
07:19in einer unglaublich volatilen Region.
07:22Denken wir einfach an Afghanistan zum Beispiel, das ein Nachbar des Irans ist,
07:26wo es auch durchaus immer wieder um organisierten Drogenschmuggel und Drogenhandel geht.
07:31Wir haben Pakistan, das natürlich jetzt auch eine Atommacht ist in Wirklichkeit
07:37und darüber hinaus Pakistan selbst benachbart zu Indien.
07:41Ebenfalls eine Atommacht und im Konflikt natürlich auch mit Indien vorwiegend um die Region Kaschmir.
07:48Und dann natürlich der Golf von Persien, der persische Golf,
07:53wo die Anrainerstaaten alle Erdölexporteure erster Ordnung sind.
07:59Der Iran selbst ist es natürlich, obwohl sanktioniert, theoretisch auch,
08:03Stichwort Belieferung von China.
08:08Und insofern ist diese Region eine unglaublich volatile und darüber lagert überhaupt natürlich
08:14dann der schwellende und immer wieder auch aufflammende Konflikt zwischen arabischen Ländern
08:20und Israel.
08:23Und dieses Biotop sozusagen macht das Ganze zu einer unglaublich volatilen Region.
08:30Was auch dazu geführt hat, dass natürlich die USA dort auch Stützpunkte errichtet haben.
08:36Die Streitkräfte der Anrainerstaaten des Persischen Golfs sind alle hochbewaffnet und bestens ausgestattet
08:44von Saudi-Arabien, beginnend natürlich mit US-Waffensystemen bis zu den Vereinigten Arabischen Emiraten
08:51und natürlich Bahrain und Katar selbst, wo sich auch die Stützpunkte der 5. US-Flotte zum Beispiel befinden,
08:59beziehungsweise der große Luftstützpunkt der USA in Katar selbst,
09:05von wo aus dann auch die Einsätze ja letztlich geführt und gesteuert und gelenkt werden.
09:09Also eine unglaublich volatile, gefährliche Region und das Interessante aus meiner Sicht ist,
09:17dass es in Wirklichkeit jetzt gelungen ist in den letzten Jahren, dass Israel und die arabischen Nachbarn sich annähern,
09:24Stichwort Abraham Accords, wo man eben de facto an das Existenzrecht Israels ja bereit ist,
09:30offenbar anzuerkennen, mit einer einzigen Ausnahme und das ist der Iran.
09:34Und der Iran hat eben seine Proxys, seine Stellvertreter in vielen Ländern dieser Region eben unterstützt.
09:44Der Iran ist sozusagen damit auch quasi Schuld an den Angriffen aus dem Libanon durch die Hisbola auf Israel,
09:52auch in gewisser Weise natürlich durch die Hamas auf Israel, sprich 7. Oktober 2023
09:58und unterstützt ja auch die Houthi-Rebellen im Jemen, die ja die freie Schifffahrt um das Horn von Afrika
10:07oder am Horn von Afrika immer wieder angreifen und behindern,
10:11was dort also auch zu Problemen der Versorgung und der Lieferketten letztlich führt.
10:16Also der Iran ist an sich dort ein Unruhestifter im Raum und das ist sicher einer der Gründe
10:22und vor allem der einzige Staat, der überhaupt nicht daran denkt, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.
10:28Im Gegenteil, der Israel eben immer das Existenzrecht expressis verbis auch abspricht
10:33und damit zu einem eigentlich tödlichen Gegner für Israel ist
10:37und weswegen Israel auch um seine Existenz latent immer bangen muss.
10:41Also wir haben Israel, das ist einige tausend Kilometer, glaube ich, entfernt,
10:45wenn ich das von den Distanzen jetzt richtig einschätze, oder 100 Kilometer,
10:47sagen wir ungefähr, also liegen auch Länder dazwischen.
10:52Wir haben die USA, die die Stützpunkte hat in den verschiedensten Ländern der Arabischen Emirate.
10:58Wie wird dieser Krieg geführt?
11:00Ist das eine reine Operation mit Flugzeugen?
11:04Wird da auch mit Landstreitkräften oder mit Einsatzkräften vor Ort gearbeitet?
11:09Wie kann man sich das vorstellen?
11:10Es ist eine ausschließliche Operation von Luft und von See aus,
11:14geführt vom US Central Command, das eben in den Emiraten beheimatet ist
11:20und wie gesagt ausschließlich aus der Luft und von See aus.
11:25Von See aus meistens mit Marschflugkörpern, die von Zerstörern ausgestattet werden.
11:30Vor allem aber natürlich mit diesen beiden Flugzeugträgergruppen,
11:33die Gerald Ford im östlichen Mittelmeer, wahrscheinlich im israelischen Seeraum
11:36und der Abraham Lincoln eben im Indischen Ozean möglichst nahe an der Straße von Hormuz platziert,
11:43damit die Distanzen nicht so groß werden.
11:46Beide Flugzeugträger haben also etwa um die 80 bis 100 Kampfflugzeuge an Bord
11:51und auf den Stützpunkten, auf den Landstützpunkten sind also weitere etwa 150 bis 200 Flugzeuge stationiert.
11:59Da spreche ich jetzt nur von den eigentlichen Kampfflugzeugen,
12:01den Kampfjets, die dann konkret eben Lenkwaffen abschießen,
12:06nicht gerechnet sind die Versorgungsflieger, sind die Aufklärungsflugzeuge
12:12und sind jene Flugzeuge, von denen aus dann durchaus auch taktisch die Einsätze gesteuert werden
12:16mit Führungsinformationssystemen und ähnlichen mehr.
12:19Also eine gewaltige Streitmacht, die dort versammelt ist,
12:22also dutzende Zerstörer, zwei Flugzeugträgergruppen, die Begleitschiffe
12:26und 250 Kampfjets in etwa.
12:30Was hat es im Gegensatz dazu, das iranische Regime aufzubieten?
12:35Gibt es noch so etwas, was für eine Luftabwehr,
12:38die wurde, glaube ich, schon beim Zwölftagekrieg weitgehend zerstört,
12:41aber immer wieder ist die Sprache von Raketen, Silos, die sie haben etc.
12:47Ja, die iranische Führung hat also offensichtlich in den letzten Monaten
12:50schon gewaltige Anstrengungen unternommen, um seine Stocks an ballistischen Lenkwaffen vor allem,
12:55aber sicherlich auch Fliegerabwehr-Lenkwaffen wieder aufzufüllen,
12:58nachdem sie im Juni des letzten Jahres verschossen wurden im Wesentlichen.
13:03Da dürfte es durchaus Erfolge gegeben haben im logistischen Sinne.
13:09Jedoch sind zwei Dinge aber auch klar.
13:12Genau diese Anlagen, nämlich die dazu dienen könnten,
13:15mit ballistischen Lenkwaffen dann amerikanische Ziele,
13:19die Stützpunkte der Amerikaner zu bekämpfen,
13:21beziehungsweise auch unter Umständen Kriegsschiffe zu bekämpfen
13:26und eben Einrichtungen der USA im Raum zu bekämpfen.
13:30Die werden natürlich die ersten oder waren bereits und werden auch in weiterer Folge
13:34die prioritären Ziele sein, diese amerikanischen und israelischen Angriffe
13:38nach der unmittelbaren obersten politischen und militärischen Führung,
13:42was gelungen ist offensichtlich bereits am Samstag, am ersten Tag.
13:45Also diese Fliegerabwehr, auf der einen Seite Lenkwaffensysteme
13:50und auf der anderen Seite eben die ballistischen Lenkwaffen,
13:54Marschflugkörper, die Abschussvorrichtungen, die Lager,
13:57die eben den Amerikanern gefährlich werden könnten
13:59oder auch Israel gefährlich werden können, die werden als erste angegriffen.
14:03Und wenn dann die Luftherrschaft sozusagen erreicht ist und erkämpft ist
14:07über den miranischen Luftraum, die Luftwaffe, das Iran dürfte nicht mehr
14:11wirklich aktiv existieren, dann kann damit begonnen,
14:15werden detailliert auch Ziele unterhalb dieser Ebene anzugreifen,
14:19soll heißen, also auch einzelne, von einzelnen Radarstellungen
14:23bis zu einzelnen Flugzeugen, die vielleicht am Boden vielleicht noch verfügbar sind,
14:28Kasernen, andere militärische Einrichtungen des Iran,
14:31sodass aus Sicht der USA und Israels dann vielleicht irgendwann mal
14:35ein Zeitpunkt erreicht ist, an dem der Iran, die jetzige politische Führung des Iran
14:40eigentlich über keine nennenswerten Streitkräfte und keine nennenswerten Reserven
14:45mehr verfügt und dann verbunden mit einem Aufruf unter Umständen
14:49dann an die Opposition sich doch aufzuraffen, einen Umsturzversuch zu unternehmen.
14:56Das Zweite, was man vielleicht auch noch interessant ist und berücksichtigen muss
14:59bei der Beurteilung der iranischen Kapazitäten, ist ja die Tatsache,
15:05dass natürlich diese komplexen Fliegerabwehrlenkwaffen,
15:08die unter Umständen den alliierten Streitkräften gefährlich werden könnten,
15:13russischen Ursprungs sind.
15:15Und ganz offensichtlich ist es so, teilweise auch der Ukraine gelungen,
15:20diese russischen Systeme mehr oder weniger entweder sehr schnell auszuschalten
15:24oder unwirksam zu machen und zu stören.
15:27Also insgesamt ist das auch für Russland, und das sollte man, glaube ich,
15:31auch nicht ganz unterschätzen, im Verein auch mit dem Machtwechsel in Venezuela,
15:38ein Verlust eines weiteren Verbündeten im Raum nach Syrien
15:43und natürlich dann in Lateinamerika, Venezuela.
15:48Es ist mit der iranischen Führung ein weiterer Verbündeter für Russland verloren gegangen.
15:54Die Schahid-Drohnen, die werden jetzt vom Iran gegen die Amerikaner gebraucht
15:59und werden natürlich nicht in diesen Mengen zumindest an Russland geliefert werden können,
16:04wenn überhaupt.
16:05Lassen Sie uns später nochmal über Russlands Rolle zu sprechen kommen.
16:09Sie haben schon gesagt, dass gleich am Samstag nicht nur ein Großteil der militärischen Führung,
16:14sondern auch der geistliche Führer getötet wurden bei einem Angriff von Israel und den USA.
16:23Wie ist denn das gelungen?
16:25Es wurde im Vorfeld auch viel darüber gesprochen,
16:27dass bei diesem Krieg auch KI-Modelle zum Einsatz kommen,
16:30dass die CIA vielleicht involviert sein könnte.
16:32Mossad, geben Sie uns einen Eindruck davon,
16:36wie schafft man es so gezielt,
16:38so viele Führungskräfte auf einmal zu erwischen?
16:42Also ich denke, die KI wird eher eingesetzt zur Zieldefinition von konkreten militärischen Zielen,
16:51wird eingesetzt vor allem aber auch,
16:53und da ist, glaube ich, die KI sehr gut dafür geeignet,
16:55zur Simulation möglicher Reaktionen der iranischen militärischen Führung.
17:00Also welche Ziele werden angegriffen,
17:02wie wahrscheinlich ist es, dass zum Beispiel ein Flugzeugträger mit einer bestimmten Lenkwaffe angegriffen wird,
17:07um eben mehr oder weniger auch eine Vorwarnung zu erzielen.
17:11Und dann natürlich auch im Bereich des Auffangens elektronischer Signale,
17:15und hier wird KI verwendet.
17:18Die Frage, wie es gelungen ist,
17:21eben den geistlichen Führer des Iran, den Ayatollah Khamenei, auszuschalten,
17:27ist, glaube ich, eher eine nachrichtendienstliche.
17:30Es scheint nach sehr glaubwürdigen Angaben eben gelungen zu sein,
17:35mehr oder weniger nicht nur den Aufenthaltsort von Khamenei zu eruieren,
17:40sondern ihn auch zu verfolgen, seine Schritte zu verfolgen.
17:44Und nicht nur das, sondern also offensichtlich auch seine Pläne.
17:49Und da wurde eben dieser Plan ruchbar,
17:52dass am Samstagvormittag ein Treffen stattfinden soll,
17:55in diesem Kampan, der dann also umfänglich zerstört wurde,
17:58mit einer großen Anzahl eben militärischer und politischer Führer.
18:04Und diese Gelegenheit wurde dann genutzt.
18:06Üblicherweise beginnen derartige Operationen ja eher in den Abendstunden
18:10oder in der Nacht bei Dunkelheit.
18:12Hier hat man gewartet, bis dieses Treffen beginnt,
18:15und dann also gezielt zugeschlagen.
18:17Möglicherweise ist es wirklich gelungen,
18:19auch im Umfeld von Khamenei
18:21oder in seinem erweiterten Umfeld eben Personen und Quellen zu platzieren,
18:27die dann eben permanent darüber berichtet haben.
18:30Unterstützt möglicherweise auch durch technische Mittel.
18:32Aber es scheint so zu sein,
18:34als ob Syria und Mossad hier sehr eng zusammengearbeitet hätten.
18:38Khameneis Tod hat für viel Freude und Hoffnung
18:40bei vielen Iranerinnen und Iranern gesorgt.
18:44Das Regime ist aber noch nicht gestürzt.
18:46Ich glaube, das ist klar und hält weiter dagegen.
18:50Und für mich ist die Frage,
18:51wie lange kann denn ein Regime im Iran
18:54diese permanenten Angriffe der USA und Israels
18:59überhaupt zurückwerfen oder auch durchhalten?
19:02Das ist natürlich die zentrale Frage,
19:05die die USA und Israel am liebsten natürlich beantworten,
19:09mit sehr kurz oder sehr wenig lang.
19:12Allerdings, das erweist sich, glaube ich, eher als Hoffnung.
19:15In Wirklichkeit hat man ja gesehen,
19:17auch mit dem Machtwechsel,
19:19dass der relativ bis jetzt zumindest vorerst reibungslos
19:22vor sich gegangen ist,
19:24auf diesen dreiköpfigen Rad.
19:27Und man muss einfach sagen,
19:29die Revolutionsgarden,
19:31obwohl das Hauptquartier zerstört sein dürfte
19:33und der Kommandant der Revolutionsgarden,
19:36also der oberste militärische Führer,
19:38also offenbar auch liquidiert worden ist,
19:41die Revolutionsgarden dürften sich
19:43sehr dezentral organisiert haben,
19:46sodass auch lokale Kommandeure
19:48über das ganze Land verstreut
19:49noch handlungsfähig bleiben
19:52eine ganze Zeit.
19:54Und solange die noch über Waffensysteme verfügen,
19:56die sie auch einsetzen können,
19:58auf allen Ebenen,
20:00von ballistischen Lenkwaffen
20:01und Marschflugkörpern,
20:03Drohnen vor allem,
20:04wir haben auch gesehen,
20:05dass diese Schahid-Drohnen
20:06ja jetzt auch eingesetzt werden,
20:08um zum Beispiel Dubai,
20:10in Dubai Ziele zu treffen,
20:11in den Feindigten Arabischen Emirate
20:12Ziele zu treffen.
20:13Solange das noch der Fall ist,
20:15wird auch ein Umsturzversuch von innen
20:17auf einen erheblichen Widerstand stoßen,
20:19weil die Revolutionsgarden
20:22natürlich wissen,
20:23was sie zu verlieren haben.
20:24Die waren gemeinsam mit den
20:26Baschist-Brigaden ja beteiligt
20:28an der Niederschlagung dieser Aufstände
20:30oder Demonstrationen,
20:31an der grausamen
20:32und an der Ermordung von Zivilpersonen.
20:36Das heißt, die würden dann vermutlich
20:39durch die eigene Bevölkerung
20:40verfolgt werden,
20:41wenn sie nicht mehr handlungsfähig sind.
20:43Das heißt, die werden versuchen,
20:44bis zur letzten Minute
20:46sich zu verteidigen
20:48und sich zu erhalten, sozusagen.
20:50Für das iranische Regime selbst
20:52ist es natürlich auch ein Kampf
20:55um Regimerhalt
20:58und auch die politische Führung
21:01und die Mullahs wissen natürlich,
21:03dass ihnen unter Umständen
21:05nach Ungemacht droht
21:07und das verstärkt natürlich
21:08den Widerstandswillen.
21:09Das heißt, auf der einen Seite
21:10massive Einsätze zur Schwächung
21:13vor allem der militärischen Möglichkeiten,
21:15auf der anderen Seite
21:16aber immer stärkerer Widerstandswille
21:18und teilweise fanatische Bereitschaft,
21:21bis zum Letzten zu kämpfen,
21:22vor allem auf Seiten
21:23der revolutionären Garten.
21:24Da geht es für die ums Überleben.
21:27Deswegen werden sie alles einsetzen,
21:29damit sie diesen Krieg
21:30sozusagen so lange wie möglich
21:31führen können.
21:32Sie haben schon gesagt,
21:34dass das Regime auch Ziele
21:36bei den Arabischen Emiraten beschießt.
21:39Dubai ist ein Beispiel,
21:40wo man Aufnahmen gesehen hat,
21:42wie so eine Drohne
21:43in ein Hotel reinfliegt.
21:46Und warum tut man das?
21:48Es ist sicherlich ein Ziel des Iran,
21:53die Staaten,
21:54die mit den USA verbündet sind im Raum,
21:56das sind de facto eigentlich alle,
21:59dazu zu bewegen,
21:59Druck auf die USA auszuüben,
22:01um diesen Angriff eben möglichst,
22:04Stichwort Deeskalation
22:05oder nicht weiter eskalieren zu lassen
22:07beziehungsweise möglichst schnell zu beenden,
22:09bevor noch die Ziele erreicht sind
22:12und sozusagen wieder an den Verhandlungstisch
22:14zurückzukehren.
22:15Nur ich denke,
22:17da hat der Iran
22:19nicht wirklich einen Punkt.
22:21Im Moment bringt er diese Staaten
22:23eher gegen sich auf,
22:24die ja die Botschafter einbestellen
22:26und sich sozusagen auch beklagen
22:28und dem Iran auch drohen mittlerweile.
22:32Also da hat er, glaube ich,
22:33die Rechnung ohne den Wirt gemacht
22:34und ich glaube nicht,
22:35also auch wenn Donald Trump
22:36gestern in irgendeiner Form
22:37kryptisch angedeutet hat,
22:39man könnte ja vielleicht auch wieder verhandeln,
22:41das ist heute wieder vom Tisch
22:43und wie bei Trump ja öfter der Fall,
22:46spricht man also davon,
22:47dass natürlich alle Ziele zu erreichen sind
22:50und wenn das Ziel
22:51ein Regimewechsel ist,
22:54dann wird man einfach das weiterverfolgen,
22:56sehr konsequent.
22:57Sind Sie überrascht,
22:58dass diese Staaten so verletzbar sind
23:02oder so verletzlich sind?
23:03Sie haben schon gemeint,
23:04es sind alle sehr stark aufgerüstet,
23:06jetzt fliegen einzelne Drohnen rüber
23:08und treffen zivile Ziele.
23:10Warum wurden die nicht abgefangen?
23:12Ist das so schwer?
23:14Also für mich ist der Informationsstand
23:17im Moment noch nicht wirklich ausreichend,
23:20um hier sozusagen ein Urteil abgeben zu können
23:22über die militärische Leistungsfähigkeit
23:24dieser Staaten.
23:26Ein Faktum ist natürlich schon,
23:28dass man sich vor allem,
23:29was also die schwereren
23:30palästischen Lenkwaffen anbelangt,
23:32man sich auf die amerikanischen Kapazitäten
23:34weitestgehend verlassen hat.
23:36Stichwort Patriot vor allem.
23:40Und das Dritte ist dann,
23:42dass man eigentlich schon sagen muss,
23:44wenn die Informationen zutreffen,
23:46die wir also jetzt stündlich hereinbekommen,
23:50dann wird natürlich sehr wohl
23:51die Masse aller angreifenden Lenkwaffen
23:54abgefangen, bis zu 90%.
23:57Wenn aber dann natürlich die 10% durchkommen,
24:00dann können auch die erheblichen Schaden
24:03anrichten, sowohl in Israel bedauerlicherweise
24:06als auch eben in den Vereinigten Arabischen Emiraten,
24:09Saudi-Arabien und den anderen
24:10kohlverandlicher Staaten.
24:13Ich glaube, wir müssen über die Straße
24:14von Humus sprechen.
24:16Das ist die wichtigste Wasserstraße der Welt
24:19für den Ölexport nach Asien,
24:21Westeuropa und in die USA.
24:24Wenn meine Informationen stimmen,
24:26dann laufen da rund 40% des Weltölverbrauchs
24:30im Wert von rund einer Milliarde US-Dollar
24:32hier täglich über diese Wasserstraße.
24:35Der Iran will sie jetzt nun blockiert haben.
24:39Wissen Sie, ob das stimmt, diese Information,
24:41dass diese Straße schon blockiert wurde
24:43und droht hier auf längere Sicht
24:47eine globale Krise?
24:49Meinem Informationsstand nach
24:50wird die Straße noch nicht physisch gesperrt,
24:53sozusagen durch den Iran,
24:55weder durch vorhandene Marinekampfmittel,
25:00sprich Schnellboote, über die der Iran
25:02in relativ großer Anzahl verfügt,
25:04noch durch Verminung.
25:05Es genügt da allein schon die Ankündigung
25:08beziehungsweise die Drohung des Iran,
25:10damit eben dort kaum mehr ein Schiff durchfährt,
25:14weil man natürlich befürchtet auch,
25:16dass die Versicherungen das nicht mehr bezahlen.
25:18Es gibt erste Versicherungen,
25:19die bereits Polizien gekündigt haben
25:22beziehungsweise die Prämien erheblich erhöht haben,
25:26allein aufgrund der Drohung.
25:27Das ist natürlich ein weiteres Ziel des Iran,
25:29hier die Weltwirtschaft zu beeinflussen,
25:32den Ölpreis in die Höhe zu treiben
25:34und Ähnliches mehr.
25:35Und das gelingt zumindest zum Teil und anfänglich.
25:38Andererseits ist aber auch ein Faktum,
25:40dass verschiedene Erdölexporteure
25:44ja bereits früher begonnen haben,
25:46vor Beginn des Krieges die Liefermengen zu erhöhen
25:49oder die Fördermengen zu erhöhen
25:51und sich sozusagen zu wappnen im Vorfeld schon
25:53gegen eine derartige Entwicklung,
25:54wie wir sie jetzt sehen.
25:56Das heißt, trotzdem muss man aber sagen,
25:58die Märkte reagieren natürlich sehr sensibel.
26:01Wir wissen heute, dass die Börsen leiden
26:06unter dieser Situation.
26:09Alles wird abhängen von der Dauer des Konfliktes
26:12beziehungsweise ob es unter Umständen gelingt.
26:15Und da muss ich sagen,
26:16bin ich nicht ausreichend informiert,
26:18ob das geplant ist,
26:20dass unter Umständen die Sehstreitkräfte
26:23der Vereinigten Staaten tatsächlich sozusagen
26:24die freie Schifffahrt in diesen Handelswegen,
26:28vor allem auch in der Straße von Hormuz,
26:30zu gewährleisten und zu garantieren.
26:32Das wäre natürlich auch eine eigene Seeoperation
26:37abseits der Schläge gegen den Iran selbst.
26:40Und wie gesagt, da gibt es aus meiner Sicht
26:42nicht ausreichende Informationen,
26:43ob derartiges geplant ist.
26:45Man hätte aber natürlich schon damit rechnen müssen,
26:48hat es vermutlich auch gerechnet,
26:49dass das eine der Maßnahmen des Iran sein kann,
26:52die Straße von Hormuz zu versuchen zu sperren,
26:55sagen wir mal so.
26:56Aber ich denke schon,
26:57dass die Sehstreitkräfte der Vereinigten Staaten
27:00sehr viele Möglichkeiten haben,
27:03prinzipiell dafür zu sorgen,
27:04sollte die iranische Marine versuchen,
27:07das auch physisch, sprich mit Minen oder Schnellboten,
27:10hier die Straße zu sperren,
27:12dagegen entsprechend zu wirken.
27:13Wie leicht oder schwer wäre es denn für den Iran
27:17oder das iranische Regime,
27:18diese Straße tatsächlich physisch zu blockieren?
27:21Müsste es dann wirklich einen Krieg zwischen Kriegsschiffen geben,
27:25sozusagen, oder eine Schlacht?
27:27Oder könnte dann das auch mit Drohnenbeschüssen,
27:30Raketenbeschüssen passieren?
27:31Also angesichts der Kapazitäten der US-Sehstreitkräfte
27:34sehe ich eine wirkliche Schlacht in keiner Weise.
27:38Sondern, ich glaube, der Iran wird seine Sehstreitkräfte
27:42tunlichst zurückhalten,
27:43weil die Überlegenheit der US-Sehstreitkräfte
27:46einfach in dem Raum enorm ist.
27:48Wie gesagt, ich denke,
27:50es wäre unter Umständen möglich,
27:53die Straße von Hormuz auch freizuhalten
27:56durch die amerikanischen Sehstreitkräfte.
27:58Aber das wird natürlich ein anderes Schwergewicht
28:01der Operationen bedeuten,
28:03nämlich derzeit ist der Schwergewicht
28:04der auf der Bekämpfung von Zielen im Iran selbst.
28:07Und weniger auf See, sondern am Land.
28:11Und das wäre sozusagen ein zweites Schwergewicht,
28:16an das zu setzen wäre.
28:17Man wird sehen, wie sich das entwickelt.
28:19Sie haben am Anfang schon angesprochen,
28:21dass die vom Iran finanzierte Hisbola
28:23im Libanon ebenfalls in diesen Krieg eingestiegen ist.
28:27Und jetzt gibt es natürlich auch die Befürchtung,
28:29dass auch diese pro-iranischen Houthi-Rebellen
28:31im Jemen das Gleich tun könnten
28:34und auch ebenfalls in diesen Krieg einsteigen.
28:36Was würde denn so ein Mehrfrontenkrieg
28:39für die USA und auch für Israel bedeuten?
28:42Der wird ja teilweise bereits geführt,
28:43vor allem von der Hisbola natürlich,
28:46die ja Israel angedroht hat,
28:48beziehungsweise teilweise auch bereits aktiv
28:50sich an den Kampfhandlungen gegen Israel beteiligt.
28:54Israel hat ja heute auch eine Bodenoffensive
28:58in den Libanon hinein gegen die Hisbola
29:00nicht mehr ausgeschlossen.
29:02Interessant für mich ist,
29:03dass die Houthi-Rebellen im Jemen
29:05sich bis jetzt relativ zurückhaltend verhalten.
29:08Aber jedenfalls die schiitischen Milizen im Irak,
29:12die dürften also auch bereits losgeschlagen haben
29:15gegen amerikanische Stützpunkte,
29:17vor allem im Raum Erbil.
29:18Also der Iran setzt seine Stellvertreter
29:21in diesen Räumen sehr wohl ein.
29:23Und ich denke, dass auch die Houthi-Rebellen
29:25vermutlich noch mit dem, was ihnen bleibt,
29:29noch eingreifen werden,
29:30sich daran beteiligen werden,
29:32weil das einfach natürlich die Wirkung
29:35der amerikanischen,
29:36israelischen Streitkräfte zerstreut
29:38und im Einzelnen natürlich dann schwächt,
29:41weil sie sich gegen mehrere Ziele richten müssen.
29:43Aber vergessen wir auch nicht,
29:45warum wird diese Operation gegen den Iran
29:49in dieser Intensität überhaupt möglich.
29:51Sie wird vor allem deswegen möglich,
29:53weil natürlich Israel seit dem 7. Oktober 2023
29:57sehr, sehr viel unternommen hat,
29:59um genau diese Stellvertreter eigentlich
30:01so weit wie möglich zu schwächen.
30:03Die Hisbola ist auch enthauptet worden,
30:06ist nur mehr ein Resten in Wirklichkeit
30:08wirklich strukturiert verfügbar.
30:10Noch mehr, noch stärker natürlich die Hamas
30:12im Gazastreifen und auch die Houthi-Rebellen
30:17wurden ja durch vor allem US-amerikanische Angriffe
30:19im letzten Jahr doch erheblich geschwächt.
30:22Natürlich nicht völlig entwertet sozusagen
30:24im militärischen Sinne,
30:26aber so weit geschwächt,
30:28dass sie jetzt nicht in der Lage sind,
30:29sich massiv an diesen Angriffen
30:32gegen die US-Streitkräfte und Israel zu beteiligen.
30:35Und damit kann man sich sozusagen
30:37dem Iran zuwenden
30:39und den Iran angreifen,
30:41ohne dass man befürchten muss,
30:43dass allzu viel Bedrohung ausgeht
30:46von diesen Proxys, von den Stellvertretern
30:49des Iran im Raum.
30:50Ich komme nochmal zurück zu sprechen auf Russland.
30:54Haben Sie am Anfang schon erwähnt.
30:55Es sind mehrere Länder in diesen Konflikt
30:58zumindest indirekt involviert.
30:59Russland ist ein Verbündeter des Iran,
31:02hat früher diese Drohnen bekommen
31:03für den Ukraine-Krieg.
31:05China muss jetzt auch um Ölexporte bangen.
31:08Die Emirate wurden hineingezogen
31:09in diesen Krieg.
31:11Ja, was bedeutet das langfristig?
31:14Droht hier eine globale Eskalation?
31:16Könnte sich dieser Krieg
31:18auf einen globalen Schauplatz ausweiten?
31:20Nein, das sehe ich nicht.
31:21Ich denke, vor allem China hat absolut kein Interesse
31:24an einer Ausweitung des Krieges.
31:26China ruft ja auch immer zu einer Deeskalation auf.
31:29Wäre natürlich interessiert
31:31an einer weiteren Existenz des Mullah-Regimes,
31:34weil dieses einfach
31:35die amerikanische und die israelische Aufmerksamkeit
31:37beansprucht.
31:38Also für China geht es vor allem um
31:39die amerikanische Aufmerksamkeit als Rival
31:41im westpazifischen Raum.
31:44Aber China wird wegen des Iran
31:46jetzt nicht in einen Krieg gegen die USA eintreten.
31:49Und schon gar nichts wird das Russland tun.
31:51Russland ist in einer in Wirklichkeit
31:53aus russischer Sicht sehr misslichen Lage.
31:56Auf der einen Seite wird demonstriert,
31:58dass die russischen Waffensysteme
31:59offenbar den westlichen Waffensystemen
32:01unterlegen sind.
32:02Man sollte das nicht unterschätzen.
32:04Die wenigen hochwertigen Produkte,
32:06die die russische Industrie
32:07wirklich produziert, sind vor allem
32:09Rüstungsprodukte und die auch dann exportiert werden,
32:12Stichwort Indien, Pakistan,
32:14aber natürlich auch Iran,
32:16Venezuela zum Beispiel.
32:18Und wenn die dann am Weltmarkt
32:20nicht mehr konkurrenzfähig sind,
32:22weil ihre Unterlegenheit demonstriert wird,
32:24dann sind das erhebliche Einnahmeneinbußen
32:26für Russland.
32:28Und indirekt ist damit auch
32:29davon auch die Kriegsfinanzierung
32:31Russlands betroffen.
32:33Ganz wichtig erscheint mir aber,
32:35dass natürlich Russland
32:36und das wird weitere Wirkungen
32:39aus meiner Sicht haben.
32:41Russland geriert sich ja sehr gern
32:43als Supermacht.
32:44Und einer,
32:46die den Platz auf Augenhöhe
32:48mit den USA und China beansprucht.
32:51Und eine Supermacht
32:54sollte jedenfalls bündnisfähig sein.
32:57Und die Bündnisfähigkeit Russlands
32:59im Sinne einer verlässlichen Unterstützung
33:01im Anlassfall,
33:02ist jetzt mal in Frage gestellt.
33:04Denn Russland unternimmt nur nichts,
33:07um den Iran wirklich zu unterstützen.
33:09Es kann gar nichts unternehmen,
33:10um den Iran zu unterstützen.
33:12Das heißt, Russland hat damit
33:14eigentlich seinen eigenen Supermachtanspruch
33:17in Frage gestellt
33:19und ich behaupte, verloren.
33:20Und das ist aus meiner Sicht
33:23eine ganz wichtige Erkenntnis,
33:25auch aus diesem Krieg,
33:26den wir da jetzt sehen,
33:28die über den Iran eigentlich hinausgeht.
33:30Aber nein, noch einmal ganz klar,
33:32ich glaube nicht,
33:33dass daraus sozusagen
33:35ein globaler Flächenbrand entsteht,
33:37der kriegsartige Zustände annimmt.
33:40Es kann die Weltwirtschaft
33:41davon betroffen sein.
33:43Es ist die Region natürlich betroffen.
33:46Weltwirtschaft,
33:46nicht nur was Öl und Gas anbelangt,
33:48sondern zum Beispiel auch den Tourismus.
33:50Eine weitere Folge
33:50wird wahrscheinlich sein,
33:52dass, ich sage es mal so,
33:55die Region,
33:58der Emirat und dem Bersischen Golf
34:00ein bisschen den Nimbus
34:03des Touristenmagneten verliert,
34:07weil, zumindest auch für die nächste Zeit,
34:10wenn es gelänge natürlich im Iran
34:12ein pro-westliches
34:15beziehungsweise ein liberales,
34:16demokratisches Regime zu installieren,
34:18das Israel anerkennt,
34:20dann könnte es zu einer neuen Blüte führen.
34:22Aber zunächst ist mal natürlich
34:23die Risikobeurteilung da,
34:26wo man sagt,
34:26naja, an diese Reiseziele
34:30reise ich sicherlich jetzt nicht.
34:32Darf man, glaube ich, nicht unterschätzen,
34:33viele Fluglinien aus der Region
34:36sind ja verantwortlich
34:37für einen Großteil des Flugverkehrs.
34:39Dubai ein Knotenpunkt,
34:41nicht nur für Touristen,
34:42sondern auch für Reisende.
34:47Jetzt haben Sie schon angesprochen,
34:48dass Russland durch diesen Krieg zeigt,
34:51eigentlich, dass man seinen Anspruch
34:54auf eine Supermacht verloren hat.
34:56Was bedeutet das denn,
34:58Umkehrschluss für den Ukraine-Krieg?
35:02Die Ukraine selbst natürlich begrüßt
35:04im Prinzip das, was die USA und Israel
35:07jetzt gegen den Iran unternehmen.
35:09Der Iran ist sehr wohl ein Verbündeter Russlands,
35:14der Russland unglaublich genutzt hat,
35:16vor allem, was er mit der Lieferung
35:18von diesen berühmten Schahid-Drohnen,
35:21beziehungsweise auch der Ermöglichung
35:23einer russischen Lizenzproduktion
35:25dieser Drohnen,
35:26auch von Aufklärungsdrohnen.
35:28Also der Iran, im Gegensatz zu Russland,
35:31hat seinen Verbündeten Russland
35:32sehr wohl unterstützt.
35:34Wenn Russland diese Unterstützung jetzt
35:36verliere, dann wäre das für die Ukraine,
35:39oder ist das vermutlich bereits jetzt
35:40für die Ukraine ein gewisser Vorteil.
35:42Also ich denke, dass das im Prinzip
35:45sich auch auf diesen Krieg für die Ukraine
35:47sich positiv auswirken wird.
35:49Auf der anderen Seite könnte man sagen,
35:51die USA brauchen jetzt Waffen,
35:53die sie vielleicht früher an die Ukraine geliefert haben?
35:55Das trifft sicher zu.
35:56Ich denke auch, dass diese Planung
35:58für diese jetzige Operation
36:00läuft ja bereits seit Monaten.
36:01Das könnte natürlich sehr wohl sein,
36:03dass man auch die Waffenlieferungen
36:05aus den USA deswegen ein bisschen gebremst
36:08oder gar zurückgehalten hat in die Ukraine,
36:10weil man wusste, dass hier im Mittleren Osten
36:13ein eigener Einsatz bevorsteht
36:15und man die Systeme für die eigenen Zwecke
36:17und Ziele braucht.
36:19Ja, das ist sicherlich richtig.
36:21Unbeschadet dessen gibt es aus meiner Sicht
36:24immer noch Patriot-Systeme auch in Westeuropa,
36:27die selbstverständlich auch der Ukraine
36:29geliefert werden könnten,
36:31wenn man das denn will.
36:34Der Krieg im Iran oder gegen das iranische Regime
36:37ist in den USA selbst nicht sehr populär.
36:40Die Umfrageweite zeigen eigentlich,
36:42dass dieser Krieg von keiner großen Breite
36:45an der Bevölkerung unterstützt wird.
36:48Jetzt kam es in Texas am Wochenende
36:50zu einem Anschlag,
36:51bei dem drei Menschen getötet wurden.
36:5314 Menschen wurden verletzt.
36:54Das FBI vermutet,
36:56dass es sich um einen islamistischen Terrorakt
36:58handeln könnte,
36:59wobei das alles noch nicht bestätigt ist.
37:01Aber zumindest gibt es eine zeitliche Nähe.
37:04Was denken Sie denn,
37:05wie könnte sich dieser Krieg der USA
37:08gegen dieses islamistische Regime im Iran
37:12auf die islamistische Terrorgefahr
37:14gegen die USA, aber auch weltweit auswirken?
37:18Ja, das wird sich auswirken.
37:20Jedenfalls was die Absicht anbelangt,
37:22da bin ich überzeugt davon,
37:23dass es in vielen Ländern
37:25schiitische oder extremistische Gruppierungen gibt,
37:28die auf der einen Seite
37:30die iranische Sache konkret unterstützen,
37:32auf der anderen Seite,
37:34wir erinnern uns ja,
37:35der iranische Präsident
37:37hat ja nach der Dötung
37:40des geistlichen Führers gesagt,
37:42das ist ein Angriff auf alle Muslime
37:44und damit natürlich auch die Sunniten
37:46de facto aufgerufen
37:48zu Aktionen gegen den Westen
37:50beziehungsweise die USA und Israel.
37:53Also hier ist sicherlich denkbar,
37:54dass Einrichtungen der USA und Israels
37:57auch im Ausland,
37:59das heißt also auch in Europa
38:00unter Umständen,
38:01in irgendeiner Form
38:02ins Visier von derartigen Extremisten
38:04und Terroristen geraten.
38:06Ich denke aber,
38:07dass gerade diese Einrichtungen
38:08ja ohnehin sehr gut geschützt sind,
38:10üblicherweise nicht nur
38:11durch eigene Mittel jeweils,
38:13und auch durch das Gastland
38:14das jeweilige sehr gut geschützt sind,
38:16aber ja,
38:16es gibt ein sicherlich erhöhtes Risiko
38:19für derartige terroristische Aktivitäten
38:21nach diesem Angriff auf den Iran.
38:24Nicht nur die Terrorgefahr nimmt zu,
38:26sondern dieser Krieg
38:28hat auch erste Todesopfer
38:29unter amerikanischen Soldaten gefordert.
38:31Es wurden auch bereits Flugzeuge abgeschossen
38:35und natürlich kostet dieser Krieg
38:37den amerikanischen Steuerzahler
38:39sehr, sehr viel Geld.
38:42Und ist denn schon einzuschätzen,
38:44wie teuer die USA dieser Krieg kommt?
38:48Das ist bis jetzt auch pro Futuro
38:52in Wirklichkeit nicht zu beziffern
38:53oder kaum zu beziffern.
38:54Man kann natürlich Rechenmodelle
38:56und rechnerische Spiele durchaus machen.
38:59Es hängt sicherlich auch davon ab,
39:01wie lange dieser Krieg überhaupt dauert.
39:03Und im Nachhinein wird man dann sicher beziffern können,
39:06was er gekostet hat.
39:07Aber es sind jedenfalls täglich enorme Kosten.
39:11Und es wird sicherlich in Milliardenhöhe
39:13dann zu beziffern sein,
39:15was dieser Krieg dem amerikanischen Steuerzahler kostet.
39:18Denken wir einfach an diese beiden
39:19sichtbarsten Beispiele militärischer Macht,
39:21dieser Flugzeugträgergruppen.
39:23Allein an einem Flugzeugträger
39:25sind etwa bis zu 5000 Menschen beschäftigt,
39:27die also nicht nur täglich bezahlt werden müssen.
39:33Und das bereits seit Monaten.
39:34Dieser Flugzeugträger Gerald Ford
39:36ist ja ein Dreivierteljahr bereits im Einsatz,
39:39was im Übrigen durchaus auch interne Probleme
39:41immer wieder verursacht.
39:43Und in zwei dieser Gruppen im Einsatz
39:45sind allein auf diesen beiden Flugzeugträgern,
39:47also etwa 10.000 Menschen,
39:49Besatzung, Frauen und Männer.
39:52Dazu kommen also die auf den Schiffen,
39:53auf den Stützpunkten der Betrieb.
39:55Also hier sind sicherlich Dutzende,
39:58Zehntausende Soldatinnen und Soldaten im Einsatz,
40:03die verpflegt werden müssen,
40:05besoldet werden müssen.
40:07Die Waffensysteme, wie Sie bereits erwähnt haben,
40:10sind ja nicht die wenigsten komplexen,
40:13sondern es sind sehr komplexe Waffensysteme,
40:15die ja entsprechend auch kosten.
40:16Die Frage ist insgesamt natürlich
40:19bei jeder derartigen Militäraktion
40:21und gerade natürlich bei einem Schlag
40:24in dieser Form nach den Kosten,
40:28sowohl den menschlichen Kosten,
40:30ob es das wert ist sozusagen,
40:32als auch den materiellen und finanziellen Kosten.
40:36Diese Frage muss einfach abgewogen werden
40:39in Relation zu den Zielen,
40:41was sozusagen eine Erreichung der Ziele
40:43an Wert in weiterer Folge pro futuro erbringt.
40:47Und das ist eigentlich kaum seriös möglich.
40:49Aber wenn es natürlich gelänge,
40:50tatsächlich im Iran ein pro-westliches,
40:53demokratisches, liberales Regime zu installieren,
40:57wofür es derzeit noch wirklich
40:59keine ausreichenden Anzeichen gibt,
41:01dann wäre das natürlich auch ein Wert.
41:02Dann wären viele Sicherheitsmaßnahmen,
41:05die man jetzt permanent setzen muss,
41:06zum Beispiel für die Sicherung
41:08eben der Versorgungswege über See
41:11und ähnliches mehr,
41:12beziehungsweise des Schutzes auch aus der Luft
41:15oder Gegenangriffe aus der Luft
41:17nicht mehr zu tragen.
41:19Das heißt, da käme es zu Einsparungen,
41:21auch gerade Israel,
41:22wäre dann nicht mehr in der Form bedroht,
41:25wie es das jetzt ist.
41:26Da könnte man sich dann auch
41:27in weiterer Folge viele Kosten sparen.
41:29Also ich glaube, das muss man abwägen.
41:31Donald Trump ist sehr bekannt dafür,
41:32dass er Deals abschließen möchte.
41:35Und er ist auch dafür bekannt,
41:36dass er sich ziemlich schnell zurückzieht,
41:37wenn er sieht, er kann nicht gewinnen.
41:39Das sieht man nicht nur bei der Börse,
41:42das sieht man auch bei Konflikten.
41:44Was denken Sie,
41:45was müssten denn die USA mindestens erreichen,
41:49um sagen zu können,
41:49wir haben jetzt diesen Krieg für uns gewonnen,
41:53wir können abziehen?
41:54Ich kann mir vorstellen,
41:55dass Donald Trump auch
41:56in einer ziemlichen Zwickmühle ist.
41:58Jetzt einerseits gibt er schon
41:59sehr viel Geld dafür aus,
42:00er hat Probleme im eigenen Land,
42:03die Wirtschaft läuft nicht so,
42:04auch wenn er sie sich selbst schönredet.
42:07Jetzt gibt er viel Geld im Ausland aus
42:09für diesen Krieg,
42:10jetzt muss er auch irgendwas liefern,
42:12nehme ich an.
42:13Ja, völlig richtig.
42:14Er schilden natürlich auch die Meinungsumfragen,
42:16einerseits die Haltung der Amerikanerinnen und Amerikaner
42:20zu diesem Krieg konkret
42:21und andererseits natürlich auch
42:22insgesamt zu seinen Zustimmungswerten
42:25in Richtung der Midterms,
42:26die ja im November bevorstehen.
42:28Und ich denke,
42:30dass ihm das teilweise kalte Schauer
42:32über den Rücken jagen dürfte.
42:34unbeschadet dessen,
42:36hier gibt es einen Faktor,
42:39der im Wesentlichen schon Israel heißt.
42:42Er kann nicht mehr ganz frei allein entscheiden
42:45und nach dem Motto,
42:46jetzt lasse ich die Israelis hier im Regen stehen
42:49und ziehe ab,
42:51weil das bringt mir bessere Meinungsumfragen.
42:54Und ich denke also schon,
42:54dass man hier das bis zu einem bestimmten End-State,
42:58wie man das ja in den USA so schön nennt,
43:01bringen muss.
43:02Und dieser End-State ist einfach
43:03in irgendeiner Form
43:05entweder ein Regimewechsel
43:06oder ein formaler Verzicht
43:11des Regimes,
43:12des derzeitigen Regimes
43:14auf jegliche Atomwaffen
43:15und auf ballistische Lenkwaffen
43:17einer bestimmten Reichweite.
43:19Das wäre unter Umständen
43:21ein Off-Ramp für Donald Trump.
43:25Ich denke aber auch,
43:27dass mittlerweile,
43:30wenn man so einen derartig umfänglichen
43:33Militäreinsatz tatsächlich durchführt,
43:35das nicht mehr reichen würde.
43:37Ich glaube,
43:37dass das verbunden wäre
43:39mit der Forderung nach einer Anerkennung
43:40des Existenzrechts von Israel
43:42und wahrscheinlich auch
43:46mehr oder weniger
43:47dem Regime noch eine gewisse
43:48Übergangszeit einräumen könnte,
43:51bis es zu freien Wahlen,
43:52zu wirklich freien Wahlen kommt.
43:54Das wäre ein Szenario,
43:55wo ich mir vorstellen könnte,
43:57dass dann man sagt,
43:58gut, und jetzt beenden wir das Ganze.
44:00Das Problem bei diesem
44:01einen derartigen Ende
44:03ist immer nur die Überwachung.
44:04Wir sehen also beim Atomprogramm
44:07ja auch derzeit,
44:08dass eben der IAIA
44:09meinetwegen kein Zugang mehr
44:11für Überwachungsmöglichkeiten
44:12gewährt wurde in den letzten Monaten.
44:15Genau das Gleiche wäre der Fall
44:16wahrscheinlich bei ballistischen
44:17Lenkwaffen.
44:18Also das Vertrauen
44:18in das iranische Regime
44:20ist einfach nicht mehr gegeben,
44:22weil eben gegen Auflagen
44:24in der Vergangenheit
44:25immer wieder verstoßen wurde.
44:26Das heißt,
44:27ich glaube nicht,
44:27dass man sich mit einer weiteren
44:29Existenz dieses Regimes
44:31in dieser Position,
44:32nämlich der Führung,
44:33der politischen Führung,
44:34zufrieden geben würde
44:35seitens der USA.
44:36Also da muss irgendwas passieren,
44:38sprich vielleicht noch
44:39eine Übergangsfrist,
44:40am besten natürlich ein Umsturz.
44:42Der Enthauptungsschlag
44:44in Venezuela wurde damit begründet,
44:47dass das ein Diktator ist,
44:49den man ausschalten wollte.
44:51Am Schluss kam dabei raus,
44:52es ging doch nur ums Öl
44:54oder zumindest überwiegend
44:55vielleicht ums Öl.
44:57Für wie wahrscheinlich halten Sie es,
44:58dass Donald Trump
44:59letztlich mit dem Iran,
45:01mit dem zukünftigen Iran
45:02einen Deal abschließen möchte,
45:04dass er vielleicht doch
45:05es auf die Ölförderanlagen
45:07abgesehen hat
45:08oder andere mögliche Projekte?
45:11Das glaube ich in diesem Fall nicht.
45:13Natürlich spielt das auch immer
45:15eine Rolle mit
45:16in der ganzen Beurteilung
45:17der Gesamtlage.
45:19Aber der Iran ist natürlich
45:21ein anderes Kaliber als Venezuela.
45:23Venezuela hat zumindest
45:25also keinen aktiven Krieg
45:26gegen Nachbarstaaten,
45:27auch wenn immer wieder
45:27damit gedroht wurde,
45:29geführt,
45:30beziehungsweise stellt nicht
45:31eine latente Bedrohung
45:33von Nachbarstaaten dar
45:34und schon gar nicht von Israel.
45:36Und ich denke,
45:37hier ist der große Unterschied zu sehen.
45:38Es geht schon auch
45:40um die Existenz Israels.
45:42Israel ist unter
45:43einer existenziellen Bedrohung
45:45gewesen
45:45und der Faktor,
45:47weswegen es das jetzt
45:48noch immer ist,
45:49ist im Prinzip der Iran.
45:50Und hier ist der Unterschied
45:52zu sehen zu Venezuela,
45:54obwohl, ja,
45:56ein Teil einer Beurteilung
45:58ist natürlich auch
45:58diese Frage des Stils
46:00und der Verfügbarkeit
46:01des Erdöls.
46:02aber das wäre
46:04natürlich die gute Nachricht,
46:06wenn es da gelänge,
46:07tatsächlich so ein anderes,
46:09ein neues Regime
46:09zu installieren
46:11und das eben
46:13nach westlichen Gesichtspunkten
46:14berechenbar und verlässlich ist,
46:16dann würde der Iran
46:17natürlich von freien
46:18Erdöl-Exporten
46:19befreit von den Sanktionen
46:20erheblich profitieren.
46:22Gerald Karner,
46:23vielen, vielen Dank
46:23für diese Analyse.
46:24Sehr gerne.
46:25Und wenn euch diese Folge
46:27gefallen hat,
46:27dann unterstützt am besten
46:28den Standard
46:29mit einem Abonnement.
46:29Alle Infos dazu
46:30findet ihr auf
46:31abo.derstandard.at
46:32Abonniert uns,
46:34wo immer ihr uns hört
46:35oder auch seht,
46:35auch auf YouTube.
46:37Diese Folge wurde geleitet
46:38von Christoph Neuwirth.
46:39Ich bin Scholt Wilhelm,
46:40vielen Dank fürs Zuhören.
46:41Baba und bis zum nächsten Mal.
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