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Marcus Keupp von der ETH Zürich erklärt die wahren Kosten des Krieges und wieso sich Kriege für die Angreifer selten lohnen
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NewsTranskript
00:00:00Wir leben in einem neuen Zeitalter des Krieges.
00:00:02Russland bombardiert die Ukraine, Europa rüstet sich für die Eskalation,
00:00:07die USA kämpfen im Nahen Osten und treffen damit den größten Konkurrenten China.
00:00:12Aber warum eigentlich?
00:00:14Geht es um Ideologie, um Macht oder doch nur ums große Geld?
00:00:18Wie wirtschaftliche Interessen Staaten in den Krieg treiben
00:00:22und wieso das meist nach hinten losgeht, darüber sprechen wir heute.
00:00:26Ich bin Scholt Wilhelm, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast der Standard.
00:00:35Markus Keup, Sie sind Militärökonom und unterrichten an der Militärakademie der ETH Zürich.
00:00:42Danke, dass Sie sich heute Zeit genommen haben für unseren Podcast.
00:00:45Gerne, freue mich bei Ihnen zu sein.
00:00:47Herr Keup, ich möchte mit einer steilen These anfangen
00:00:50vom kanadisch-chinesischen Professor namens Chang Shui-Chin.
00:00:54Er sagt, wir leben in einer neuen Ära der Kriege
00:00:58und sieht man sich an, wie verflochten diese Kriege alle miteinander sind,
00:01:02kann man sogar von einer neuen Art der Weltkriege sprechen,
00:01:06die zumindest indirekt geführt werden.
00:01:09Was meinen Sie dazu?
00:01:11Ja, also ich halte erstens generell nicht so viel von solchen Untergangspropheten,
00:01:16die dann fragwürdige Kausalitäten konstruieren.
00:01:18Das wäre immer das eine.
00:01:20Und das Zweite wäre, ich vermute, dass auch die Menschen im 18., 19. oder 20. Jahrhundert
00:01:25genau das Gleiche gesagt haben.
00:01:26Wir leben in unglaublich schnelllebigen, komplex vernetzten Zeiten
00:01:30und alle Weltkriege sind im Prinzip Weltkriege.
00:01:32Also wenn Sie so wollen, können Sie sagen,
00:01:34der Siebenjährige Krieg ist eigentlich auch schon ein Weltkrieg.
00:01:38Warum? Er wird auch auf den Weltmeeren und in den Kolonien ausgefochten.
00:01:41Die napoleonischen Kriege sind Weltkriege.
00:01:43Sie werden auch im Indischen Ozean ausgefochten.
00:01:46Also ich habe immer so ein bisschen ein Problem mit diesen,
00:01:49das klingt alles so süffig in diesen Think Tank Zirkeln da, ja.
00:01:54Aber ich halte mich dann doch lieber etwas mehr an Daten und Fakten,
00:01:58als so fragwürdige Kausalitäten zu konstruieren.
00:02:01Aber lassen Sie uns vielleicht auf diese Kausalitäten eingehen.
00:02:04Ich glaube, was er damit gemeint hat, ist,
00:02:06wenn man sich zum Beispiel den Ukraine-Krieg ansieht,
00:02:09dann sind hier mehrere Großmächte involviert.
00:02:12Europa indirekt durch die Unterstützung der Ukraine,
00:02:14auch die USA.
00:02:16Dann haben wir den Krieg im Iran,
00:02:18der eine indirekte Breitseite auch gegen China ist.
00:02:22Also es verweben sich da diverse Konflikte,
00:02:26die dann über Proxys, über Drittstaaten ausgetragen werden.
00:02:31Können Sie dem was abgewinnen?
00:02:33Also jetzt müssen wir ganz, ganz aufpassen.
00:02:36Der Begriff mehrere Großmächte ist mir schon mal unverständlich.
00:02:39Es gibt genau einen militärischen Hegemonen in der Welt,
00:02:42und das sind die USA.
00:02:43Russland ist keine Großmacht.
00:02:45Die Sowjetunion war eine.
00:02:47Und ich glaube, man sollte sehr aufpassen,
00:02:49nicht das moderne Russland mit der historischen Sowjetunion zu verwechseln.
00:02:52Das sage ich ja immer an dieser Stelle.
00:02:54Europa ist militärisch definitiv keine Großmacht.
00:02:57Vielleicht im wirtschaftlichen Bereich,
00:02:59aber sicher nicht militärisch.
00:03:01Und ganz, ganz, ganz stark aufpassen,
00:03:02sollte man bei der Formulierung Stellvertreterkrieg
00:03:05beziehungsweise Proxy Wars.
00:03:07Es sind nämlich insbesondere die pro-russischen Trolle,
00:03:09die das immer behaupten,
00:03:11dass in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg stattfindet.
00:03:14Und ich sage dann immer,
00:03:14wer ist dann der Stellvertreter Russlands?
00:03:16Also vergessen Sie bitte nicht,
00:03:18wer hier angreift und wer hier wen angreift.
00:03:21Aber wenn wir das jetzt mal beiseite lassen,
00:03:23dann sehen wir ganz klar natürlich,
00:03:25dass wir Staaten in der Welt haben,
00:03:29die eine völlig andere Sicht haben auf die Welt,
00:03:31also sprich auf Themen wie das Zusammenleben der Staaten,
00:03:35das Völkerrecht.
00:03:36Ist die Macht an das Recht gebunden
00:03:38oder ist die Macht unbeschränkt?
00:03:39Also wir sehen hier mehr zwei Ideenwelten,
00:03:43denke ich, oder zwei Ordnungssysteme,
00:03:44die in der Welt miteinander konkurrieren.
00:03:46Also quasi das Liberale,
00:03:48das sagt,
00:03:49die Staaten gehen nach dem westfälischen Prinzip
00:03:51miteinander um,
00:03:52also als souveräne Gleiche.
00:03:54Und das Autoritäre,
00:03:55das sagt,
00:03:56es gibt sozusagen verschiedene Klassen von Staaten.
00:03:58Also es gibt die auch selbsternannten Großmächte.
00:04:02Also ich weiß schon,
00:04:03dass die Russen sich selber so sehen,
00:04:05obwohl sie es objektiv nicht sind.
00:04:06Und quasi diese Klasse von besonderen Staaten
00:04:10hat dann sozusagen das Recht,
00:04:11die Weltgeschichte zu prägen
00:04:12und den kleineren Vassallen dann zu sagen,
00:04:15was sie zu tun haben.
00:04:16Also das sind völlig unterschiedliche ideologische Welten
00:04:18und auch Weltanschauungen,
00:04:20die da aufeinander prallen.
00:04:21Und die werden jetzt eben militärisch ausgefochten.
00:04:24Jetzt aber daraus zu konstruieren,
00:04:26dass eine Art Weltkrieg stattfände,
00:04:29das glaube ich ehrlich gesagt nicht.
00:04:31Da ist immer so quasi dieser Impuls,
00:04:35okay, es hat verschiedene regionale Konflikte in der Welt
00:04:37und manche Player sind in mehr
00:04:38als einem dieser Konflikte involviert.
00:04:40Und deswegen konstruiert man jetzt einen Weltkrieg daraus.
00:04:44Muss ich sagen,
00:04:45das ist so eine Mischung aus sowohl Geschichtsvergessenheit
00:04:48als auch, glaube ich, nicht wirklich sauberer Analyse.
00:04:51Ich meine, schauen Sie zum Beispiel nach Afrika,
00:04:54wo jahrzehntelang Kriege stattgefunden haben,
00:04:56die wir in Europa kaum zur Kenntnis genommen haben.
00:04:59Ich denke zum Beispiel an den Zweiten Kongo-Krieg.
00:05:01Also so um 1998 mit Zehntausenden von Toten
00:05:04haben wir das groß zur Kenntnis genommen.
00:05:06Kongo, was ist das?
00:05:07Also es hängt immer sehr,
00:05:09sehr auch mit dem selektiven Blick
00:05:11dieser Analysten zusammen.
00:05:13Aber man muss ganz klar auch diese Konflikte
00:05:15voneinander trennen.
00:05:17Also sprich nicht versuchen,
00:05:18also fragwürdige Kausalitäten zu konstruieren.
00:05:22Ja, sehr interessant.
00:05:24Dann stellt sich für mich natürlich die Frage,
00:05:25warum werden diese Kriege geführt?
00:05:27Jetzt weiß ich,
00:05:29es hat unterschiedliche Gründe,
00:05:30warum welcher Krieg gestartet wird.
00:05:33Ich unterbreite Ihnen jetzt mal eine These
00:05:35und wenn sie falsch ist
00:05:36oder wenn Sie glauben, das stimmt nicht,
00:05:38dann können Sie das gerne sagen.
00:05:39Ich habe im Journalismus eines gelernt.
00:05:42Wenn ich nach einem Motiv suche
00:05:44und nach einem Antriebs suche ein Verbrechen
00:05:47oder eine Gewalttat zu unternehmen,
00:05:50ein Krieg ist nichts anderes als eine Gewalttat
00:05:52und oft ist es auch ein Verbrechen,
00:05:54dann lohnt es sich,
00:05:56nach dem Geld zu schauen,
00:05:58nach dem finanziellen Anreizen.
00:06:00Follow the money,
00:06:01lautet der Spruch.
00:06:03Lässt sich dieses Sprichwort
00:06:04auch auf die großen Kriege,
00:06:06die wir jetzt erleben,
00:06:08die uns direkt und indirekt betreffen,
00:06:10Stichwort Ukraine, Krieg,
00:06:11als auch Iran?
00:06:13Lässt sich das darauf anwenden?
00:06:17Also ich würde sagen,
00:06:18es gibt durchaus Konflikte,
00:06:21wo ökonomische Eroberungsmotive
00:06:25eine Rolle spielen
00:06:27oder sogar im Vordergrund stehen.
00:06:28Also ein klassisches Beispiel wäre zum Beispiel,
00:06:30Napoleon rückt in die Schweiz ein.
00:06:33Anfang, also Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts
00:06:37und damit geht die alte Schweiz unter,
00:06:39also die alte Eidgenossenschaft.
00:06:41Warum macht er das?
00:06:42Jetzt könnten Sie sagen,
00:06:43ja, weil er die Alpenpässe besetzen will.
00:06:45Nö, die Alpenpässe hält er bereits.
00:06:47Warum macht er das?
00:06:48Weil er den Berner Staatsschatz haben will.
00:06:5060 Millionen Livre in Gold.
00:06:52Und er reißt ihn sich auch tatsächlich unter den Nagel.
00:06:54Also da kann man sagen,
00:06:55okay, er kriegt also das Geld
00:06:58und er erpresst auch die anderen Kantone
00:07:00noch zu Kontributionen.
00:07:01Teilweise müssen ihm dann die armen Söldner
00:07:03da noch nachfolgen auf seinen Russland-Feldzug.
00:07:07Das wäre so ein klassisches Beispiel.
00:07:08Es gibt aber auch andere Kriege,
00:07:11wo man sagen kann,
00:07:12ökonomisch gesehen sind die komplett irrational.
00:07:15Das heißt also,
00:07:15sie vernichten unglaublich viel an Werten,
00:07:19an Material, auch an Menschenleben
00:07:21und stehen hinterher sogar schlechter da
00:07:24oder gefährden sogar die eigene Herrschaft.
00:07:26Also so wie ich das sehe,
00:07:27geht gerade der russisch-ukrainische Krieg
00:07:29in diese Richtung.
00:07:30Also wenn Sie überlegen,
00:07:31was Russland alles hingeopfert hat,
00:07:33seit vier Jahren,
00:07:34immer in dem Glauben,
00:07:35ja, ja, wir können länger durchhalten als ihr,
00:07:37wir haben mehr Ressourcen.
00:07:38Irgendwann werden die schon zusammenbrechen.
00:07:40Und diesen ganzen Opfern
00:07:41steht bisher kein Ertrag gegenüber.
00:07:43Also da könnte man vielleicht noch sagen,
00:07:45okay, das ist jetzt
00:07:46quasi eine extreme Spekulation.
00:07:49Also so ich investiere so lange,
00:07:52bis der Gegner aufgibt.
00:07:54Aber wirklich ökonomisch ist das nicht.
00:07:56Und dann gibt es Kriege,
00:07:58wo man sagen muss,
00:07:59das sind eigentlich keine ökonomischen,
00:08:00sondern das sind eher weltanschauliche Auseinandersetzungen,
00:08:04wo man also sagt,
00:08:06die ökonomische Dimension spielt ja eigentlich gar keine Rolle mehr.
00:08:09Also nach dem Motto,
00:08:10es wird einfach so viel Rüstungsmaterial produziert,
00:08:13wie wir brauchen,
00:08:14bis der Gegner niedergerungen ist.
00:08:15Also wenn man den Zweiten Weltkrieg in seiner Gesamtheit vielleicht anschaut,
00:08:19dann wäre das so ein Beispiel.
00:08:20Niemand hätte zu Friedenszeiten
00:08:22zum Beispiel Flugzeugträger produziert.
00:08:25Also der Roosevelt hätte im Kongress niemals Kredit bekommen
00:08:28für solche riesigen Summen,
00:08:29die er bräuchte.
00:08:31Oder denken Sie an den Pazifikkrieg,
00:08:33was das an riesigen Ressourcen verschlungen hat.
00:08:36Also sprich, diese Idee,
00:08:37ich führe Krieg,
00:08:39um mir Territorium anzueignen,
00:08:42also wertvolles Land oder Ressourcen,
00:08:44denke ich,
00:08:44das ist mehr ein historisches Motiv.
00:08:47Also das stand vielleicht im 17. und 18. Jahrhundert
00:08:49noch sehr im Vordergrund der Kriegführung.
00:08:52Heute, denke ich,
00:08:52geht es eher um die Durchsetzung von Machtansprüchen
00:08:55oder von Ideenwelten.
00:08:57Aber wenn Sie sich zum Beispiel den Iran-Krieg anschauen,
00:09:00die USA haben unter Donald Trump ausgerufen,
00:09:05die westliche Hemnisphäre beherrschen zu wollen.
00:09:07Sie wollen auch der größte Exporteur und sind sie auch schon von Erdöl werden,
00:09:13auch von Erdgas und haben dann mit Venezuela den Erstschlag gemacht,
00:09:17wo sie gesagt haben, sie reißen sich diese Ressourcen unter den Nagel.
00:09:21Im Iran gibt es auch viele Ressourcen.
00:09:23Dann gibt es die Straße von Hormuz,
00:09:24die gleichzeitig Asien versorgt,
00:09:27speziell China mit Erdöl,
00:09:29wenn man da eine Zollschranke aufbauen kann.
00:09:31Also gibt es da nicht auch ein ganz klares ökonomisches Motiv?
00:09:36Also jetzt muss man ein bisschen differenzieren.
00:09:38Trump sagt viel, wenn der Tag lange ist.
00:09:40Und man muss immer so ein bisschen hinter seiner Rhetorik schauen.
00:09:43Also es stimmt natürlich schon,
00:09:44dass die USA,
00:09:46das ist eigentlich ganz bemerkenswert,
00:09:48innerhalb von nur zehn Jahren
00:09:50vom Nettoimporteur von Öl
00:09:52zum Nettoexporteur von Öl geworden sind.
00:09:54Also so um 2015 war so dieser Turning Point,
00:09:56wo sie dann wirklich
00:09:59Nettoexporteur geworden sind.
00:10:00und war noch sehr erfolgreich darin.
00:10:03Allerdings hat niemand Trump gezwungen,
00:10:06diesem Krieg beizutreten.
00:10:07Also sprich, es hätte ja auch,
00:10:09wie damals in 2025,
00:10:11im Zwölftagekrieg,
00:10:12einfach ein israelisch-iranischer Konflikt sein können.
00:10:15Stattdessen sagt Trump,
00:10:16okay, ich gehe da jetzt aber mit rein.
00:10:17Offenbar, weil Netanyahu ihn überzeugt hat,
00:10:20dass man die iranische Führung schnell beseitigen könnte
00:10:23oder wie auch immer.
00:10:24Ich würde sagen,
00:10:27ökonomische Motive sind da vielleicht ein Nebenmotiv.
00:10:31Weil wenn wir überlegen,
00:10:33der Iran hat ja tatsächlich sehr große Öl- und Gasreserven.
00:10:37Und vielleicht war so die Überlegung,
00:10:39wenn wir den Iran jetzt wieder pro-westlich drehen,
00:10:42wie er unter dem Schar war,
00:10:43dann haben wir ein leichteres Spiel im Ölmarkt
00:10:45oder dann haben wir mehr Versorgungssicherheit oder so.
00:10:47Und das könnte vielleicht ein Nebenmotiv sein.
00:10:49Aber auch hier,
00:10:50wenn Sie denken,
00:10:52was muss er an Risiko
00:10:53und an Kosten in Kauf nehmen,
00:10:55um möglicherweise
00:10:57einen etwas freundlicher gesinnten Iran zu bekommen,
00:11:00da muss ich auch sagen,
00:11:01das habe ich interessanterweise in Deutschland
00:11:02in einem Interview gesagt,
00:11:03ich hoffe, er ist nicht so dumm,
00:11:05das anzufangen,
00:11:07weil damit würde er
00:11:07einen rechten Flächenbrand entzünden.
00:11:09Und ich denke,
00:11:10das ist halt das,
00:11:11was viele Politiker
00:11:13oder auch Heerführer eben übersehen,
00:11:15ist die unglaubliche Komplexität,
00:11:17die wir haben,
00:11:19wenn ein Krieg ausbricht.
00:11:20Also egal,
00:11:21ob wir jetzt im 17. Jahrhundert sind
00:11:22oder in der heutigen Zeit,
00:11:24Sie können halt diese Komplexität
00:11:26nur teilweise überblicken oder planen.
00:11:29Und das macht so ein Vorgehen
00:11:32natürlich zu einem extrem riskanten Investment.
00:11:35Also sprich,
00:11:36sowas kann eigentlich nur dann funktionieren,
00:11:38wenn Sie am Anfang
00:11:40so einen Enthauptungsschlag durchführen.
00:11:42Und das hat er in Venezuela
00:11:43tatsächlich hinbekommen.
00:11:45Aber Venezuela ist halt
00:11:46eine Ein-Personen-Diktatur.
00:11:48Also sprich,
00:11:48Sie müssen nur Maduro entfernen
00:11:49und dann bricht der Rest des Regimes zusammen.
00:11:52Und auch das war nicht unbedingt neu.
00:11:54Das haben die USA 1989 schon gemacht
00:11:56in Panama
00:11:57mit dem damaligen Diktator Norieger.
00:11:59Vielleicht erinnern sich
00:11:59die älteren Zuhörer daran.
00:12:01Auch der wurde bezichtigt,
00:12:03den Drogenhandel zu fördern
00:12:04und wurde entführt in die USA
00:12:06und dort ins Gefängnis gebracht.
00:12:08Also ist alles nicht neu.
00:12:10Aber wie gesagt,
00:12:11wenn sowas funktionieren soll,
00:12:13dann müssen Sie so einen Enthauptungsschlag durchführen.
00:12:15Wenn das nicht klappt,
00:12:17und ich denke,
00:12:17das ist auch was Putin
00:12:18dann eben in der Ukraine
00:12:19mit Schrecken festgestellt hat,
00:12:21die Ukraine bricht eben nicht zusammen
00:12:22in drei Tagen.
00:12:23Und jetzt merken Sie plötzlich,
00:12:25jetzt dreht das Kalkül sich um.
00:12:26Also anstatt sofortigen Gewinnen
00:12:28aus der Sache zu ziehen,
00:12:29müssen Sie jetzt erstmal
00:12:30Ressourcen nachschieben,
00:12:31Ressourcen nachschieben.
00:12:33Und der Konflikt verläuft sich so.
00:12:35Also er zerfasert.
00:12:37Und Sie haben ihn nicht mehr
00:12:38vollständig unter Kontrolle.
00:12:40Und plötzlich haben Sie das Gegenteil von dem,
00:12:43was Sie wollten.
00:12:44Ich sage das interessanterweise als Ökonom,
00:12:46auch häufig, wenn ich Militärs unterrichte,
00:12:48es kann billiger sein,
00:12:50nichts zu tun.
00:12:52Also sprich,
00:12:53einfach abzuwarten
00:12:54und zu sagen,
00:12:55wenn wir jetzt reingehen,
00:12:56dann ist es möglicherweise viel zu riskant
00:12:58oder wir überblicken die Komplexität nicht.
00:13:00Und sowas ist Militärs schwer verständlich.
00:13:03Weil Militärs stehen typischerweise
00:13:04unter Handlungsdruck.
00:13:06Also die wollen irgendwas erreichen.
00:13:07Die wollen Befehle erteilen.
00:13:08Die wollen Aufträge umsetzen.
00:13:10Wenn ich jetzt sage,
00:13:11warten Sie doch einfach mal ab.
00:13:12Machen Sie einfach mal nichts.
00:13:14Häufig ist es billiger,
00:13:15nichts zu tun.
00:13:16Ein CEO versteht es sofort.
00:13:19Militär hat damit eher Probleme.
00:13:20Und ich glaube,
00:13:21das hat auch eben ein bisschen damit zu tun,
00:13:23dass man sagt,
00:13:24militärisch gibt es halt sozusagen
00:13:26nur ein kleines Window of Opportunity.
00:13:28Das heißt,
00:13:28wenn Sie zum bestimmten Zeitpunkt
00:13:30nicht losschlagen,
00:13:31irgendwann merkt der Gegner,
00:13:32was Sie vorhaben.
00:13:33Und dann ist dieses Window of Opportunity weg.
00:13:35Also insofern ist es eben
00:13:36keine wirkliche ökonomische Kalkulation,
00:13:40sondern es ist mehr eine Überlegung
00:13:43unter starkem Druck
00:13:43und eben eine sehr,
00:13:45ja, letztlich eine riskante Spekulation.
00:13:48Über die Kosten und Nutzen
00:13:50lassen Sie uns gleich noch sprechen.
00:13:51Ich möchte noch ganz kurz
00:13:52bei den Motiven bleiben.
00:13:53Ich bin da lästig.
00:13:55Wenn die USA zum Beispiel
00:13:57das oberste Ziel hätten,
00:13:58sie möchten im Prinzip
00:14:00den Rohstoffhandel der Welt kontrollieren
00:14:02oder dominieren,
00:14:04wäre das nicht ein guter Weg,
00:14:05so einen Krieg zu führen,
00:14:07wo man einerseits sich eine Ressource
00:14:09sichern könnte,
00:14:10wenn alles aufgeht.
00:14:11Sie sagen,
00:14:11das hat nicht funktioniert.
00:14:13Und gleichzeitig aber auch
00:14:14den größten Konkurrenten China
00:14:15vom Rohstoffzufluss abzuschneiden.
00:14:18Also ich würde sagen,
00:14:19das ist halt eine Preisfrage.
00:14:21Also es ist ja nicht zum Beispiel so,
00:14:23in den USA gibt es eine Mine
00:14:26für Gestein,
00:14:27das relativ hohe Konzentrationen
00:14:29von seltenen Erden hat.
00:14:31Diese Mine heißt Mountain Pass
00:14:32und die war auch tatsächlich in Betrieb,
00:14:34also in den 70er und 80er Jahren.
00:14:37Und dann hat man sie irgendwann zugemacht,
00:14:39einfach weil die chinesischen seltenen Erden
00:14:42viel billiger zu haben waren.
00:14:43Also sprich, wenn Sie jetzt sagen,
00:14:44okay, Sie haben Unterversorgung
00:14:45und das Thema Autarkie oder Selbstversorgung,
00:14:47das ist Ihnen so wichtig,
00:14:49dann könnten Sie im Prinzip sagen,
00:14:50gut, dann machen wir halt
00:14:51unsere Eigenversorgung wieder auf.
00:14:53Und die USA sind sicher
00:14:54einer der wenigen Staaten,
00:14:58die energieautark sind,
00:14:59also zumindest was fossile Rohstoffe angeht.
00:15:01Sie haben mehr Öl, als sie brauchen,
00:15:03deswegen können sie es auch exportieren.
00:15:04Sie haben Gasvorkommen,
00:15:06sie haben nukleare Kraftwerke.
00:15:08Okay, sie haben sogar ein bisschen grüne Energie
00:15:10unter Trump jetzt nicht mehr so viel,
00:15:11aber immerhin, sie haben welche.
00:15:13Sie haben sehr viele Industriemetalle,
00:15:15sie haben seltene Erden.
00:15:17Also ich würde sagen,
00:15:19ein Staat wie die USA
00:15:20muss nicht zwingend Krieg führen,
00:15:23um sich irgendwelche Ressourcen anzueignen.
00:15:25Das Motiv existiert aber schon
00:15:27für andere Staaten.
00:15:28Es war auch insbesondere
00:15:30ein historisches Motiv
00:15:31im nationalsozialistischen Deutschland,
00:15:33das im Zweiten Weltkrieg ganz klar gesagt hat,
00:15:35wir sind ein rohstoffarmes Land
00:15:38und deswegen gehen wir jetzt einfach los
00:15:39und erobern andere Gebiete
00:15:41oder machen andere Gebiete abhängig,
00:15:43damit wir eine sichere Ölversorgung,
00:15:44sichere Getreideversorgung haben
00:15:46und so weiter.
00:15:46Also natürlich in verbrecherischer Weise.
00:15:48Also dass dann die Menschen dort,
00:15:50die da wohnen, verhungern,
00:15:50das ist uns egal,
00:15:51weil in unserer Weltanschauung
00:15:53spielen die sowieso keine Rolle.
00:15:55Also sprich,
00:15:55solche Motive gibt es definitiv
00:15:57in der Kriegsgeschichte.
00:15:58Ich würde jetzt aber nicht sagen,
00:16:00dass das für die USA ein Thema ist.
00:16:02Wenn überhaupt,
00:16:04dann wäre es für China ein Thema,
00:16:05weil China war mal,
00:16:08also im Anfang des 18. Jahrhunderts,
00:16:10als da nur,
00:16:10nur in Anführungszeichen,
00:16:12300 Millionen Menschen lebten,
00:16:14war mal ernährungsautark,
00:16:17also konnte seine eigene Bevölkerung ernähren
00:16:19und war auch annähernd energieautark,
00:16:22also auf dem niedrigen technologischen Niveau,
00:16:24also sprich mit Holz und mit Kohle,
00:16:26die es ja reichlich gibt in China,
00:16:28konnten sie ihre lokale Energie erzeugen.
00:16:30So, das funktioniert heute aber natürlich nicht mehr
00:16:33mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden.
00:16:37China braucht sehr viel mehr Öl,
00:16:38als es selber hat,
00:16:39würde auch gerne mehr Öl importieren in der Welt,
00:16:42wenn das ginge.
00:16:44Und insofern könnte man jetzt vermuten,
00:16:46da müsste doch China eigentlich viel aggressiver sein.
00:16:49Das heißt aber jetzt nicht zwingend,
00:16:50dass sie dann Krieg führen müssen,
00:16:51sondern sie können sich andere Nationen
00:16:53einfach gefügig machen.
00:16:54Also so, wie es China zum Beispiel in Afrika macht,
00:16:56wir sagen hier,
00:16:57Winning Hearts and Minds,
00:16:58wir geben euch,
00:16:59wir bauen euch Krankenhäuser,
00:17:01wir bauen euch Straßen,
00:17:02Menschenrechte,
00:17:03ach, das ist uns nicht so wichtig.
00:17:05Und im Gegenzug bekommen wir
00:17:07exklusive Rohstoffbelieferung von euch.
00:17:10Also das geht schon.
00:17:11Oder das ist eben wie,
00:17:12wir haben ja den Iran erwähnt,
00:17:14und es stimmt,
00:17:15etwa 80 Prozent der iranischen Ölexporte,
00:17:17die gehen nach China.
00:17:18Und der Iran hat ein exklusives
00:17:2030-jähriges Handelsabkommen mit China,
00:17:22zu genau diesem Zweck.
00:17:24Also sprich,
00:17:25ja, das Motiv ist da,
00:17:26aber das heißt nicht zwingend,
00:17:27dass ich deswegen Krieg schon.
00:17:31Sie haben angesprochen,
00:17:33dass es Zeiten gegeben hat,
00:17:35wo China sich selbst ernähren konnte,
00:17:37autark war,
00:17:38was das betroffen hat.
00:17:40Wenn wir uns den Krieg in der Ukraine anschauen,
00:17:43dann geht es um einen Teil in der Ukraine,
00:17:45der als Kornkammer gilt,
00:17:48für einen großen Teil der Welt.
00:17:50Afrika haben Sie auch schon angesprochen.
00:17:53Ist das ein Motiv für Russland,
00:17:56dort sozusagen sich diese Teile zu sichern,
00:17:58um so eine Art Ernährungsmonopol,
00:18:00Kornkammer sich zu sichern?
00:18:04Also ich würde sagen,
00:18:05sie haben im Prinzip die richtige Idee,
00:18:07aber die Schlussfolgerung kommt nicht ganz hin,
00:18:09weil Russland ist ja selber
00:18:11ein Nettoexporteur von Weizen.
00:18:13Und aus russischer Sicht
00:18:14ist die Ukraine sozusagen
00:18:15eine unliebsame Konkurrenz,
00:18:17weil sie kann einfach
00:18:19genauso billig produzieren wie Russland.
00:18:21Also sie hat enorme Flächen,
00:18:23sie hat sehr tiefe Produktionskosten
00:18:25und das bedeutet ganz einfach,
00:18:28wenn Sie jetzt Russland sind
00:18:29und Sie sehen,
00:18:30okay, in den wichtigen Märkten,
00:18:32wie zum Beispiel,
00:18:33sagen wir mal, Ägypten
00:18:34oder in bestimmten afrikanischen Märkten,
00:18:36da konkurrieren Sie quasi mit der Ukraine
00:18:38um Exportmöglichkeiten.
00:18:41Das heißt also,
00:18:41das Thema ist weniger,
00:18:42dass Russland jetzt quasi
00:18:43den ukrainischen Walzen bräuchte
00:18:44für seine Ernährung,
00:18:46sondern es ist eben mehr so,
00:18:48dass Sie einen unliebsamen Konkurrenten ausschalten.
00:18:50Und natürlich geht es dann auch
00:18:52in Richtung verbrecherisches Handeln.
00:18:54Also wenn Sie schauen zum Beispiel,
00:18:55es gibt dokumentierte Fälle
00:18:57von ukrainischen Getreideschiffen,
00:18:59die von den Russen einfach aufgebracht werden
00:19:02oder sogar schon im Hafen umgedreht werden.
00:19:04Also wo man sagt,
00:19:05so deine Ladung,
00:19:06die gehört jetzt mir
00:19:06und ich lasse das Schiff jetzt
00:19:08zum Beispiel nach Syrien fahren,
00:19:09wo gerade hier,
00:19:10also das war in 23, 24 zum Beispiel der Fall,
00:19:12wo hier mein lokaler Diktatorfreund,
00:19:15der braucht gerade Versorgung,
00:19:16also wird jetzt dieses Schiff da umgeleitet.
00:19:18Also das gibt es schon.
00:19:20Und eben der Versuch,
00:19:22die Ukraine von diesen Agrarmärkten auszuschießen.
00:19:25Das war aber eher so in der ersten Phase des Krieges,
00:19:29seit Russland die Kontrolle verloren hat
00:19:31über das Schwarze Meer
00:19:32und sprich,
00:19:33also seine Schwarzmeerflotte nirgendwo mehr hinfährt,
00:19:36ist das nicht mehr so ein großes Thema.
00:19:39Wenn die Kriege in der Ukraine,
00:19:41aber auch zum Beispiel im Iran,
00:19:43nicht so aufgegangen sind,
00:19:44wie die kriegstreibende Partei
00:19:48es sich vorgestellt hat.
00:19:49Was ist denn die Motivation,
00:19:52diese Kriege jetzt fortzusetzen?
00:19:55Naja, sie haben halt jetzt
00:19:56ein sehr ökonomisches Motiv
00:19:57und das heißt Sunk Costs.
00:19:59Also sprich, die Frage,
00:20:01das kennen Sie vielleicht von der Börse,
00:20:03Sie haben irgendwas,
00:20:04eine Aktie gekauft
00:20:05und die läuft leider nicht so,
00:20:06wie Sie sich denken.
00:20:08So, was machen Sie jetzt?
00:20:08Der Kurs ist um 30 Prozent gefallen,
00:20:10kaufen Sie jetzt nach,
00:20:12weil es ja jetzt scheinbar viel billiger,
00:20:14oder schreiben Sie den Verlust ab.
00:20:15Und die meisten Menschen
00:20:16machen eben Ersteres,
00:20:18also die sagen,
00:20:18hey, ist doch super,
00:20:20ich habe mich nicht geirrt,
00:20:21ich bin einfach ein bisschen zu früh eingestiegen.
00:20:23So, und dann kaufen Sie nach.
00:20:24Und danach fällt der Kurs
00:20:25nochmal um 50 Prozent.
00:20:27Kaufen Sie jetzt nochmal nach?
00:20:28Ja, klar.
00:20:29Also das nennt man an der Börse
00:20:31schlechtem Geld
00:20:32noch gutes Hinterherwerfen.
00:20:35Und natürlich endet das
00:20:36in der Komplettkatastrophe
00:20:38mit Totalverlust,
00:20:39in den meisten Fällen.
00:20:40Und in der Kriegführung
00:20:41ist das so ein bisschen ähnlich.
00:20:42Ja, also wenn Sie schon sehr viel
00:20:44in einen Krieg hineingesteckt haben
00:20:46und auch wenn Sie sich eben
00:20:47rechtfertigen müssen
00:20:48gegenüber der eigenen Bevölkerung,
00:20:50wofür sind diese Leute
00:20:51jetzt eigentlich gestorben?
00:20:53Ja, und Sie sagen,
00:20:54naja, gut,
00:20:55wir haben es halt probiert
00:20:55und hat halt nicht funktioniert
00:20:57und jetzt ziehen wir halt wieder ab.
00:20:58Also da werden Sie zu Hause
00:21:00politisch einfach massakriert.
00:21:01Ja, es sei denn,
00:21:02Sie sind irgend so ein Diktator wie Putin,
00:21:04dem es völlig egal ist,
00:21:06ob da jetzt 100.000
00:21:07pro Quartal sterben.
00:21:09Dann können Sie das machen.
00:21:10Aber das klassische Beispiel dafür
00:21:12wäre eigentlich der Vietnamkrieg.
00:21:13Also für eine immer,
00:21:15immer stärkere Eskalation,
00:21:17weil man es einfach nicht schafft,
00:21:18diesen Abbruchpunkt zu finden.
00:21:21Also wenn Sie mal überlegen,
00:21:21der beginnt ja als
00:21:22französischer Kolonialkrieg eigentlich
00:21:24und die Amerikaner
00:21:25erben den sozusagen
00:21:26und dann kommt diese
00:21:27Domino-Theorie da mit ins Spiel
00:21:29und dann kommt dieses
00:21:30irrationale Motiv,
00:21:31wir dürfen auf keinen Fall
00:21:33zurückweichen,
00:21:33auf keinen Fall Schwäche zeigen
00:21:36und das Ding eskaliert
00:21:38immer weiter
00:21:38und es sterben immer mehr
00:21:39und es geht immer mehr Geld hinein.
00:21:41Sie hören trotzdem nicht auf.
00:21:43Auf der Gegenseite,
00:21:44ein anderes Beispiel wäre
00:21:44die sowjetische Invasion
00:21:45in Afghanistan,
00:21:47wo man also schon
00:21:48recht schnell merkt,
00:21:49oh, diese zerlumpten Bauern da
00:21:50mit amerikanischen
00:21:51Maschinengewehren,
00:21:52die schießen plötzlich
00:21:53unsere Hubschrauber ab.
00:21:54Ja, okay,
00:21:55beim ersten Hubschrauber,
00:21:56ja, ist Zufall.
00:21:57Beim zweiten Hubschrauber,
00:21:58ja, ist Glückstreffer.
00:21:59Aber immer mehr Hubschrauber
00:22:01werden abgeschossen, oder?
00:22:02Also, und was machen Sie jetzt?
00:22:03Gehen Sie raus
00:22:04oder bleiben Sie drin?
00:22:05Und Sie wissen,
00:22:05die Sowjetunion bleibt
00:22:06zehn Jahre drin,
00:22:07erleidet sehr hohe Verluste
00:22:09für Ihre Verhältnisse,
00:22:10ja, also gegen Leute,
00:22:12wo sie sagt,
00:22:14das sind doch überhaupt
00:22:15keine Kombatanten,
00:22:16ja,
00:22:17mit minimalsten Mitteln,
00:22:18mit geliehenen Waffen,
00:22:20ja,
00:22:20und Sie sehen,
00:22:20dass sowas durchaus funktionieren kann,
00:22:22auch gerade in der
00:22:23asymmetrischen Kriegführung.
00:22:24Also sprich,
00:22:25wenn es mir
00:22:26als asymmetrischen
00:22:27Kombatanten gelingt,
00:22:29den Gegner eben so
00:22:30in dieses
00:22:30Sunk-Cost-Fallacy
00:22:32hineinzutreiben,
00:22:33also ihn zu zwingen,
00:22:34immer mehr Ressourcen
00:22:37hinzuopfern,
00:22:37ja,
00:22:38dass er dann irgendwann
00:22:39zu Hause so großen
00:22:40politischen Druck bekommt,
00:22:41dass er die Operation
00:22:42abbrechen muss.
00:22:43Und das ist ein
00:22:44klassisches Motiv,
00:22:45das Sie in vielen,
00:22:46vielen Kriegen
00:22:47finden, ja,
00:22:48und deswegen habe ich
00:22:49ja vorhin auch gesagt,
00:22:50also der Angreifer
00:22:51sollte sich das
00:22:52immer sehr gut überlegen,
00:22:53weil es ist
00:22:54extrem spekulativ,
00:22:55ja,
00:22:55und wenn er mal
00:22:56in so einem Loch
00:22:56drin ist,
00:22:57dann ist es sehr schwer,
00:22:58da wieder rauszukommen.
00:23:00Diese
00:23:01Eskalationsspirale,
00:23:02die Sie da
00:23:02angesprochen haben,
00:23:04auch beim
00:23:04Vietnamkrieg
00:23:05schon aufgetreten,
00:23:06wie sehr wird
00:23:07die denn
00:23:07befeuert,
00:23:08dadurch,
00:23:09dass ein Land
00:23:09wie die USA
00:23:10oder auch Russland
00:23:11im Laufe
00:23:12eines Krieges,
00:23:13der sehr teuer ist,
00:23:13wie Sie sagen,
00:23:15dazu umgeht,
00:23:16seine Wirtschaft
00:23:17zu einem Teil
00:23:17auf dieser
00:23:19Kriegsökonomie
00:23:19aufzubauen,
00:23:20ja,
00:23:20ich baue immer mehr
00:23:21Waffen,
00:23:22ich produziere
00:23:22immer mehr Munition
00:23:23und damit treibe ich
00:23:24irgendjemand direkt
00:23:24die Wirtschaft an
00:23:25oder sogar direkt
00:23:26die Wirtschaft an.
00:23:27Wie sehr treibt
00:23:29der militärisch-industrielle
00:23:31Komplex
00:23:32diese Eskalationsspirale
00:23:33an?
00:23:34Also,
00:23:35man muss jetzt
00:23:36mal vielleicht
00:23:37ein bisschen
00:23:37grundsätzlicher
00:23:38ausholen,
00:23:39also,
00:23:39Krieg ist
00:23:40eigentlich nichts,
00:23:42was Sie als
00:23:43Volkswirt gerne
00:23:43machen,
00:23:44weil Krieg
00:23:45ist negative
00:23:46Produktion,
00:23:46also sprich,
00:23:47Sie stellen Güter
00:23:48her,
00:23:48die bestimmt
00:23:49sind zur
00:23:50Zerstörung
00:23:51und Sie bilden
00:23:52Menschen aus
00:23:53in dem Bewusstsein,
00:23:54dass viele
00:23:54oder sogar
00:23:55die meisten
00:23:56dieser Menschen
00:23:57sterben werden,
00:23:58also sprich,
00:23:59als Produktivkräfte
00:23:59für die Ökonomien
00:24:00nicht mehr
00:24:00zur Verfügung stehen,
00:24:01also sprich,
00:24:02sowas würden Sie
00:24:03als rationale
00:24:04Ökonomie
00:24:05nicht machen.
00:24:05Wieso machen
00:24:06die das trotzdem?
00:24:07Es gibt eigentlich
00:24:08zwei Gründe,
00:24:09der eine Grund ist,
00:24:10Sie haben
00:24:10keine andere Wahl,
00:24:12also Sie denken
00:24:12sozusagen,
00:24:13der Krieg,
00:24:14der ist ganz schnell
00:24:15vorbei
00:24:16und dementsprechend,
00:24:18ja,
00:24:18wir haben sozusagen
00:24:19ein Sparschwein,
00:24:20oder,
00:24:20aus dem decken
00:24:21wir die Kriegskosten,
00:24:22aber das Sparschwein,
00:24:23das muss nicht groß sein,
00:24:24weil der Krieg
00:24:25ist schnell vorbei
00:24:25und dann machen wir
00:24:26wieder Normalbetrieb.
00:24:27Das war auch das
00:24:28russische Kalkül
00:24:29in 22,
00:24:30Kiew in drei Tagen,
00:24:32der Krieg ist schnell
00:24:32vorbei,
00:24:33natürlich werden Sie
00:24:34uns ein bisschen
00:24:34sanktionieren,
00:24:35aber wir können das
00:24:36aus dem gut gefüllten
00:24:38Wohlfahrtsfonds
00:24:38und aus unseren
00:24:39Goldreserven,
00:24:40das können wir
00:24:40alles decken,
00:24:41das ist kein Problem.
00:24:42Jetzt merken Sie aber,
00:24:43oha,
00:24:43was machen Sie,
00:24:44wenn es nicht funktioniert?
00:24:45Und dann müssen Sie
00:24:46plötzlich Ihre
00:24:46Wirtschaft umbauen,
00:24:48das heißt,
00:24:48Sie werden dann von
00:24:49einer normalen
00:24:49zivilen Ökonomie,
00:24:50die darauf getrennt ist,
00:24:53Produktivitätsfortschritte
00:24:53zu erzielen
00:24:54und Leute in Arbeit
00:24:55zu bringen,
00:24:57werden Sie jetzt
00:24:57zu einer
00:24:58keynesianischen
00:24:58Kriegsökonomie,
00:25:00wo der Großteil
00:25:00der Staatsausgaben
00:25:01in diese negative
00:25:02Produktion fließt.
00:25:03Also Sie bauen
00:25:04Ihre Ökonomie
00:25:05komplett um
00:25:06und das geht
00:25:08natürlich einher
00:25:09mit massiven
00:25:09Verschiebungen,
00:25:10das führt auch dann
00:25:11dazu,
00:25:11dass viele
00:25:11wirtschaftliche
00:25:12Indikatoren
00:25:13eigentlich ihre
00:25:14Aussagekraft verlieren,
00:25:15wie zum Beispiel
00:25:15Bruttoinlandsprodukte.
00:25:16Das haben Ihnen
00:25:1723 viele
00:25:18Journalisten
00:25:18geschrieben,
00:25:19als sie dann
00:25:20gemerkt haben,
00:25:20Rocha,
00:25:21Russland hat ja
00:25:22plötzlich so ein
00:25:22großes Wachstum
00:25:23und ah,
00:25:24Russland,
00:25:24die Sanktionen
00:25:25wirken nicht,
00:25:26das ist natürlich
00:25:27alles Unsinn.
00:25:28Das war eben
00:25:29genau dieser
00:25:29keynesianische
00:25:30Effekt.
00:25:31Die Wirtschaft
00:25:32wird quasi
00:25:32künstlich gepusht
00:25:33durch Staatsaufträge
00:25:35an den
00:25:36militärisch-industriellen
00:25:37Komplex,
00:25:37der dann
00:25:37Waffensysteme
00:25:38produziert,
00:25:39die dann
00:25:39untergehen im
00:25:39Krieg.
00:25:40Also Sie merken,
00:25:41der Staat
00:25:41pumpt seine
00:25:42Reserven in
00:25:43diese negative
00:25:44Produktion
00:25:46und wenn
00:25:47diese Rechnung
00:25:48nicht aufgeht,
00:25:49also wenn Sie
00:25:49dann nicht
00:25:49kompensiert werden
00:25:50mit irgendwelchen
00:25:51Eroberungen
00:25:51oder Entschädigungen
00:25:54oder wie auch immer,
00:25:54ist das ein riesiges
00:25:55Verlustgeschäft.
00:25:56Das ist die eine
00:25:57Seite.
00:25:58Auf der anderen
00:25:58Seite kann man
00:25:59sagen,
00:26:00ein größerer
00:26:01kriegerischer
00:26:02Konflikt,
00:26:03wenn Sie ihn
00:26:03nicht selber
00:26:04suchen,
00:26:05sondern wenn Sie
00:26:05als Verteidiger
00:26:06darauf antworten
00:26:07müssen,
00:26:07kann auch eine
00:26:08große Quelle
00:26:09sein für
00:26:09Wirtschaftswachstum
00:26:10und Innovation.
00:26:11Das klassische
00:26:12Beispiel wäre
00:26:13eigentlich die
00:26:14zweite Phase
00:26:14des New Deal
00:26:15in den USA,
00:26:16also im Zweiten
00:26:17Weltkrieg,
00:26:18wo man sagen muss,
00:26:18der New Deal,
00:26:20den Roosevelt
00:26:20da anstößt,
00:26:21der funktioniert
00:26:21in den 30er Jahren
00:26:22schon einigermaßen.
00:26:24Also sprich,
00:26:25die Leute kommen
00:26:26so ein bisschen
00:26:27in Arbeit
00:26:27und es gehen
00:26:27große Projekte
00:26:28los,
00:26:29aber es sind
00:26:29immer noch
00:26:30viele arbeitslos
00:26:31und die Wirtschaft
00:26:31kommt,
00:26:32also schon so ein
00:26:33bisschen,
00:26:34aber nicht richtig
00:26:34stark in Schwung.
00:26:35Und dann kommt eben
00:26:3641 der Angriff
00:26:37auf Pearl Harbor
00:26:37und plötzlich fallen
00:26:39diese ganzen
00:26:40Beschränkungen,
00:26:41die der New Deal
00:26:42vorher hatte
00:26:43vom Kongress,
00:26:44die fallen plötzlich
00:26:44weg und plötzlich
00:26:45öffnen sich die
00:26:46Geldschleusen
00:26:46und man sagt
00:26:47zu Roosevelt,
00:26:48hier,
00:26:48du hast quasi
00:26:49unbegrenzt Geld,
00:26:50Bau Rüstungssysteme,
00:26:52wie verrückt,
00:26:53aber jetzt geht es
00:26:53sozusagen um die Wurst
00:26:54und dann geht der
00:26:55ganz, ganz große
00:26:56Krieg los,
00:26:56vor allem der
00:26:57Pazifik-Krieg
00:26:58mit dem Bau
00:26:58von Flugzeugträgern
00:26:59und so weiter
00:27:01und das führt
00:27:02dann natürlich
00:27:03zu den gleichen
00:27:04Effekten,
00:27:04also sprich
00:27:05einer enorm
00:27:05aufgeblähten
00:27:06Wirtschaft,
00:27:07aber eben
00:27:08einer,
00:27:09die es quasi
00:27:09schafft,
00:27:10diesen Produktivitätsschub
00:27:11zunächst mal
00:27:13positiv für sich
00:27:14zu nutzen,
00:27:14also die ganzen
00:27:15Leute,
00:27:15die früher
00:27:16arbeitslos waren,
00:27:16die kommen jetzt
00:27:17plötzlich in Arbeit
00:27:18in Rüstungsindustrie
00:27:19und das ist
00:27:19natürlich zunächst
00:27:20mal schuldenfinanziert
00:27:21und jetzt
00:27:22haben die USA
00:27:23aber damals,
00:27:24also nach dem
00:27:24Zweiten Weltkrieg
00:27:25ab 1946
00:27:26diesen Spagat
00:27:26geschafft,
00:27:27von diesem
00:27:28schuldenfinanzierten
00:27:28Modell runterzukommen
00:27:29und dieses
00:27:30militärische Wachstum
00:27:31in zivile
00:27:32Innovationen
00:27:33zu übertragen
00:27:34und da bildet
00:27:35sich dann eben
00:27:35auch dieser Begriff
00:27:36militärisch-industrieller
00:27:37Komplex,
00:27:38also dass man sagt,
00:27:39was wir jetzt hier
00:27:40an Technologien
00:27:40entwickelt haben
00:27:41oder an neuen
00:27:42Schiffen
00:27:42oder an neuen
00:27:43Antriebstypen
00:27:44oder wie auch immer,
00:27:45das können wir
00:27:46erstens zivil
00:27:46verwenden
00:27:47und zweitens
00:27:47dann natürlich
00:27:48auch für die
00:27:48ganzen Folgekriege
00:27:50des Kalten Krieges,
00:27:51die dann losgehen
00:27:52und sie sehen
00:27:53den gleichen Effekt
00:27:54auch in der Ukraine,
00:27:55also dass sie merken,
00:27:57mittlerweile gibt es
00:27:58andere Staaten
00:27:59und andere Armeen,
00:28:00die jetzt in die
00:28:01Ukraine reisen
00:28:02und sagen,
00:28:03wow,
00:28:04ihr seid immer noch da
00:28:05nach vier Jahren Krieg,
00:28:06erzählt uns doch mal,
00:28:07wie euer
00:28:09Führungsinformationssystem
00:28:10funktioniert,
00:28:10erzählt uns doch mal,
00:28:12wie ihr Drohne
00:28:12mit Artillerie kombiniert,
00:28:14erzählt uns doch mal,
00:28:15wie eure Luftverteidigung
00:28:16funktioniert,
00:28:17jetzt merken sie plötzlich,
00:28:18sie sind durch den Krieg,
00:28:20wo sie also wirklich
00:28:21um ihr eigenes
00:28:21Überleben kämpfen,
00:28:22sind sie zum Innovator
00:28:24geworden
00:28:24und jetzt kommen plötzlich
00:28:25andere und sagen,
00:28:26wir wollen auch sowas,
00:28:28sehen sie auch im
00:28:28Iran-Krieg,
00:28:29jetzt kommen die
00:28:30Golfstaaten vorbei
00:28:31und sagen,
00:28:32ach,
00:28:33Luftverteidigung,
00:28:33ja,
00:28:34sowas hätten wir auch gerne,
00:28:35könnt ihr uns da helfen,
00:28:36also sie sehen,
00:28:36das kann in beide
00:28:37Richtungen gehen,
00:28:38je nachdem,
00:28:39ob sie Angreifer
00:28:40und Verteidiger sind
00:28:41und je nachdem,
00:28:42wie sie eben den Krieg
00:28:44nutzen als Innovationschance
00:28:46oder als Chance,
00:28:47sich technologisch
00:28:48weiterzuentwickeln.
00:28:49Sie haben gesagt,
00:28:50dass sich Kriege
00:28:51selten ökonomisch
00:28:52auszahlen,
00:28:53aber trotzdem ist es so,
00:28:54dass Kriege
00:28:56bestimmte Menschen,
00:28:57bestimmte Unternehmen,
00:28:58Bevölkerungsgruppen
00:28:59reicher machen.
00:29:01Da kommen wir wieder
00:29:01zum militärisch-ökonomischen
00:29:04Komplex,
00:29:04industriellen Komplex.
00:29:06Wie sehr kann denn
00:29:07dieser Komplex
00:29:10Kriege befördern,
00:29:11also,
00:29:12dass Menschen
00:29:13in entscheidenden Positionen,
00:29:15Unternehmen
00:29:16und Regierungen
00:29:17in einen Krieg
00:29:18stürzen
00:29:19oder dazu drängen,
00:29:20damit sie eben
00:29:21Gewinne
00:29:22verbuchen können?
00:29:23Also die Gefahr,
00:29:24die besteht auf jeden Fall
00:29:26und
00:29:26das ist auch
00:29:28in den historischen
00:29:29Kriegen
00:29:29immer ein Thema gewesen,
00:29:31also zum Beispiel
00:29:31im Ersten Weltkrieg
00:29:32wird das in Großbritannien
00:29:35sofort thematisiert,
00:29:36was machen wir eigentlich
00:29:37mit den Kriegsgewinnen?
00:29:38Also plötzlich
00:29:38bekommen diese ganzen Firmen,
00:29:40die Metallbau gemacht haben
00:29:42oder keine Ahnung,
00:29:43vielleicht Autos gebaut haben,
00:29:44bekommen jetzt
00:29:45staatliche Aufträge,
00:29:46machen enorme Margen damit,
00:29:48was machen sie
00:29:49mit den Kriegsgewinnen?
00:29:50Und in damaligen
00:29:51Großbritannien
00:29:51gibt es dann tatsächlich
00:29:52ein Gesetz
00:29:52über die Abschöpfung
00:29:53dieser Kriegsgewinne,
00:29:55also sprich,
00:29:55die Fabrikanten
00:29:56müssen dann etwa 90%
00:29:57der Gewinne,
00:29:58die sie mit diesen
00:29:59Kriegsaufträgen machen,
00:30:00wieder abführen
00:30:00an die Staatskasse.
00:30:02Also sprich,
00:30:02man kann das schon regeln.
00:30:04Es gibt aber auch Beispiele,
00:30:06wo diese Industrien
00:30:07sich wirklich,
00:30:08also man kann sagen,
00:30:09selbst bereichern,
00:30:11also sprich,
00:30:11denen sogar daran
00:30:12interessiert sind,
00:30:13dass der Krieg weitergeht,
00:30:14weil sie eben
00:30:15diese enormen Margen
00:30:16machen und das irgendwie schaffen,
00:30:18quasi in die eigene Tasche
00:30:19zu leiten
00:30:20oder zu behalten
00:30:21und das nicht
00:30:22in den Staatshaushalt
00:30:25zurückzuführen.
00:30:26Also sprich,
00:30:27das ist definitiv
00:30:28ein ökonomisches Problem,
00:30:30aber ich würde jetzt sagen,
00:30:31kein unlösbares.
00:30:32Also man kann schon
00:30:33damit umgehen
00:30:34und gerade als Staat
00:30:35müssen sie natürlich sagen,
00:30:37sie sind teilweise ja
00:30:38sehr abhängig
00:30:39von dieser Industrie.
00:30:40Also sie haben ja
00:30:41keine andere,
00:30:42sie können das ja nicht
00:30:43irgendwie international bestellen,
00:30:44also müssen sie
00:30:45ihren eigenen Unternehmen
00:30:46die Aufträge geben
00:30:47und wenn die jetzt
00:30:49korrupt sind
00:30:49oder nicht leistungsbereit
00:30:51oder ihnen
00:30:52schlechtes Material liefern,
00:30:53was wollen sie dann machen?
00:30:54Sie können ja jetzt
00:30:55nicht sagen,
00:30:55ich gebe das Material
00:30:56zurück und kaufe es woanders.
00:30:58Also der Staat
00:30:59ist da dann eher
00:30:59in einer schwierigen Position,
00:31:01sich durchzusetzen
00:31:02gegenüber diesem
00:31:04militärisch-industrieren Komplex.
00:31:05Das stimmt schon, ja.
00:31:06Würden Sie sagen,
00:31:07das passiert jetzt gerade
00:31:08zum Beispiel im Iran-Krieg
00:31:09oder im russischen Krieg?
00:31:11Also ich würde sagen,
00:31:12es gibt sicher Fraktionen
00:31:14oder auch Unternehmen,
00:31:15die versuchen davon
00:31:16zu profitieren,
00:31:17auf jeden Fall.
00:31:18Aber ich würde jetzt
00:31:18nicht sagen,
00:31:19dass das speziell
00:31:21auf diesen Krieg
00:31:23oder dass das speziell
00:31:24davon abhängt.
00:31:25Das ist ein Effekt,
00:31:26den Sie in jedem Krieg
00:31:27eigentlich sehen
00:31:28und die ökonomische Problematik
00:31:31besteht dann halt darin,
00:31:32wie disziplinieren Sie
00:31:33Ihre Lieferanten.
00:31:34Also dass die nicht
00:31:35sozusagen sich an Ihnen
00:31:36einfach bedienen
00:31:38und Ihnen schlechte Qualität liefern
00:31:40und Sie können nichts dagegen tun.
00:31:41Wieso führen die USA
00:31:44zum Beispiel nicht
00:31:44eine Gewinnsteuer ein
00:31:46für Rüstungsunternehmen?
00:31:47Ja, das müssten Sie
00:31:49das Pentagon fragen.
00:31:50Also ich kann Ihnen
00:31:52als Ökonom nur sagen,
00:31:53man kann das lösen.
00:31:55Ja, man kann diese Gewinne
00:31:56abschöpfen.
00:31:57Aber es gibt natürlich
00:31:59Interessengruppen.
00:32:00Jetzt müssen Sie denken,
00:32:00es gibt strukturschwache Regionen,
00:32:03die leben halt davon,
00:32:05dass zum Beispiel Rüstungsbetriebe
00:32:07oder auch,
00:32:07dass größere Kasernen
00:32:08oder Flugplätze eben da sind.
00:32:10Und wenn Sie jetzt
00:32:11der Congressman sind,
00:32:12der so einen Bezirk vertritt
00:32:14und Sie kommen mit dem Thema
00:32:16Gewinnabschöpfung,
00:32:18ja, das ist politischer Selbstmord.
00:32:20Also es kommt dann
00:32:21zu allen möglichen
00:32:23politökonomischen Effekten
00:32:24und das ist halt eben,
00:32:25das ist dann nicht
00:32:26reine rationale Ökonomie,
00:32:28wie sie im Lehrbuch steht,
00:32:29sondern es ist dann
00:32:30sehr, sehr menschlich
00:32:31und wenn es sehr, sehr menschlich
00:32:32wird, wird es auch schnell
00:32:33sehr, sehr korrupt.
00:32:35Und klar,
00:32:35also überraschend ist es nicht.
00:32:37Aber es ist,
00:32:37wie gesagt,
00:32:37es ist kein amerikanisches Problem.
00:32:39Das ist im Prinzip
00:32:40in jedem Staat der Welt so
00:32:42oder bei jeder Armee der Welt so.
00:32:44Herr Kolb,
00:32:45lassen Sie uns über
00:32:46die Kosten des Krieges sprechen.
00:32:49zuerst mal
00:32:50wirklich über
00:32:50die ökonomischen Kosten.
00:32:52Was kostet es
00:32:53heute,
00:32:54einen Krieg zu führen,
00:32:55wie wir ihn gerade
00:32:56in der Ukraine erleben?
00:32:58Was kostet das
00:32:58Russland und Putin?
00:33:00Also das kann man
00:33:01so pauschal nicht sagen,
00:33:03aber was man
00:33:03auf jeden Fall sagen kann,
00:33:04ist,
00:33:04dass die Gesamtkosten
00:33:05des Krieges
00:33:06viel, viel höher sind
00:33:07als die eigentlichen
00:33:08Kriegskosten.
00:33:09Also sprich,
00:33:09als die Kosten für
00:33:10Material,
00:33:11Munition,
00:33:11die Bezahlung der
00:33:12Kombatanten und so weiter.
00:33:13Man muss den Krieg
00:33:15viel mehr
00:33:15in Opportunitätskosten
00:33:17denken.
00:33:17Das heißt also,
00:33:18was haben sie verloren
00:33:20an möglichen Optionen,
00:33:22an möglicher Wertschöpfung,
00:33:24dadurch,
00:33:24dass sie jetzt Krieg führen?
00:33:25Also im Fall Russlands
00:33:27würde das einfach heißen,
00:33:28dass sie jetzt
00:33:29über eine Million Menschen
00:33:31verloren haben,
00:33:32die nicht mehr da sind.
00:33:34Also entweder sind sie tot
00:33:35oder sie sind ausgewandert.
00:33:36Aber jedenfalls stehen sie
00:33:37der eigenen Wirtschaft
00:33:38nicht mehr zur Verfügung.
00:33:39Also wenn Sie denken,
00:33:40vor dem Krieg
00:33:40hatte Russland
00:33:41eine relativ gute
00:33:43IT-Industrie,
00:33:44also vor allem
00:33:45Softwareentwicklung,
00:33:46da waren sie ziemlich gut,
00:33:47auch international
00:33:48wettbewerbsfähig.
00:33:49Nur sind diese
00:33:50Softwareentwickler jetzt,
00:33:52sofern sie überhaupt
00:33:53noch am Leben sind,
00:33:54in der Türkei
00:33:55oder in Georgien
00:33:56oder in Kasachstan.
00:33:57Und die gehen
00:33:58natürlich auch nicht zurück,
00:33:59weil wenn sie zurückgehen
00:34:00würden, würden sie
00:34:01sofort in die Armee
00:34:01gepresst werden.
00:34:02Das heißt also,
00:34:03die bleiben dort,
00:34:05heiraten dann natürlich
00:34:06auch andere
00:34:07aus dieser Diaspora,
00:34:08also gründen
00:34:09quasi so eine Art
00:34:10Exil Russland,
00:34:11so wie es auch zum Beispiel
00:34:12im 19. oder 20.
00:34:13Jahrhundert in Europa
00:34:13der Fall war
00:34:14und tragen dann eben
00:34:16zum türkischen
00:34:16oder zum kasachischen
00:34:18Bruttoinlandsprodukt bei,
00:34:19aber nicht zum russischen.
00:34:20Und das ist eine
00:34:20der großen Opportunitätskosten,
00:34:22die man immer übersieht
00:34:23und dass mit den Menschen
00:34:24natürlich auch das Wissen
00:34:25über die Grenze wandert
00:34:26oder dass das Wissen
00:34:28einfach ausstirbt,
00:34:29also dass die Leute
00:34:30einfach nicht mehr
00:34:30zur Verfügung stehen.
00:34:31Und das gilt nicht nur
00:34:32für Wissensarbeiter,
00:34:33das gilt auch zum Beispiel
00:34:34für Industriearbeiter.
00:34:35Also wenn Sie jetzt
00:34:35Russland angucken,
00:34:37Russland hat ein Riesenproblem,
00:34:38im zivilen Bereich
00:34:40überhaupt noch Menschen
00:34:41zu finden
00:34:42für irgendwelche Posten.
00:34:43Also egal,
00:34:44ob die qualifiziert sind
00:34:45oder nicht,
00:34:46sondern einfach,
00:34:46ob überhaupt Menschen
00:34:47da sind,
00:34:48weil alle verfügbaren
00:34:49Arbeitskräfte,
00:34:50die normalerweise
00:34:51diese Posten
00:34:51besetzen würden,
00:34:53die wandern
00:34:54entweder freiwillig ab,
00:34:55weil die Mobilisierungsprämie
00:34:57zehnmal so hoch ist
00:34:58wie das Gehalt
00:34:58oder sie werden einfach
00:34:59in die Armee gepresst.
00:35:01Also auch das
00:35:01sind ökonomische
00:35:02Mechanismen,
00:35:03wo Sie sagen,
00:35:04das funktioniert
00:35:04für den Krieg.
00:35:05Also sprich,
00:35:06Sie haben immer
00:35:06Nachschub an Leuten,
00:35:08die sich hinopfern können,
00:35:09aber gleichzeitig
00:35:10verursacht es enorme Kosten
00:35:11für Ihre zivile Industrie,
00:35:13also nicht nur
00:35:13für die jetzige
00:35:14Güterversorgung,
00:35:15sondern natürlich auch
00:35:17für die technologische
00:35:17Weiterentwickler.
00:35:18Also sprich,
00:35:19wenn der Ingenieur
00:35:19an der Front ist
00:35:20oder ausgewandert,
00:35:22dann baut der nicht
00:35:24an der Maschine weiter
00:35:25oder er baut nicht
00:35:25die Maschine
00:35:26der nächsten Generation.
00:35:27Also sprich,
00:35:28das sind alles Kosten,
00:35:30die man so
00:35:31normalerweise
00:35:32nicht sieht
00:35:33oder die der normale
00:35:34Analyst so nicht
00:35:35betrachtet.
00:35:36Und ich sage im Gegenteil,
00:35:38das sind gerade die Kosten,
00:35:39die Sie eigentlich
00:35:40betrachten müssten.
00:35:41Und das heißt,
00:35:42die wahren Kosten
00:35:44des Krieges
00:35:45sind also vor allem
00:35:47da zu sehen
00:35:47in der Frage,
00:35:49bin ich nach dem Krieg
00:35:50überhaupt noch
00:35:50anschlussfähig?
00:35:51Bin ich zukunftsfähig?
00:35:52Wie lange brauche ich,
00:35:54um auf mein altes
00:35:55Technologieniveau
00:35:55wieder zurückzukommen?
00:35:56Und das ist, glaube ich,
00:35:57viel, viel wichtiger,
00:35:59als sozusagen
00:36:00nur zusammenzuzählen,
00:36:02was kostet der Schuss
00:36:03Munition
00:36:03und wie viel
00:36:04Munition verbrauche ich?
00:36:06Das ist dann
00:36:07zu kurz gedacht.
00:36:09Jetzt lebe ich
00:36:10in Österreich
00:36:10und Österreich
00:36:11führt Gott sei Dank
00:36:12keinen Krieg
00:36:13oder ist nicht involviert,
00:36:14aber auch wir
00:36:14haben zum Beispiel
00:36:15eine Pflegekrise,
00:36:16unser Gesundheitssystem
00:36:17ist überlastet,
00:36:18etc.
00:36:19Wenn ich mir vorstelle,
00:36:20dass in Russland
00:36:21jetzt hunderttausende
00:36:21Männer zurückkommen,
00:36:23die verwundet sind,
00:36:25gelähmt,
00:36:25für immer entstellt,
00:36:27etc.
00:36:28Wie wirkt sich das
00:36:30langfristig
00:36:30auf die russische
00:36:31Wirtschaft aus?
00:36:33Also man muss
00:36:34zynisch sagen,
00:36:35die meisten kommen
00:36:36nicht zurück
00:36:36von der Front.
00:36:37Also sie sind
00:36:38nach russischer Sicht
00:36:39wirklich entbehrliches
00:36:40Fleisch,
00:36:40das einfach hingeopfert wird.
00:36:42Und nicht,
00:36:43dass sie glauben,
00:36:43das sei Putin spezifisch,
00:36:44das haben die Zaren
00:36:45schon so gehandhabt.
00:36:46Die Zaren hatten
00:36:47ein Sprichwort
00:36:47Werni Skott,
00:36:48das treue Vieh.
00:36:49Und für die Zaren
00:36:51waren diese Menschen
00:36:52einfach so etwas
00:36:53wie Vieh.
00:36:54Das wird dann
00:36:55einfach hingeschlachtet,
00:36:56so lange,
00:36:57bis man Erfolge
00:36:58erreicht hat.
00:36:59Das ist typisch für den
00:37:00russischen Umgang
00:37:00mit Menschenleben,
00:37:01dass es nichts
00:37:02Außergewöhnliches ist
00:37:03und auch nichts,
00:37:03was Putin speziell
00:37:05betrifft.
00:37:06Aber natürlich,
00:37:06wie Sie richtig sagen,
00:37:07die Frage ist dann halt,
00:37:09selbst wenn diese Menschen
00:37:10zurückkommen
00:37:11und sie traumatisiert sind
00:37:12oder ihnen eine Hand
00:37:13fehlt oder ein Bein,
00:37:15wie kann man die
00:37:16überhaupt noch einsetzen?
00:37:17Und das ist,
00:37:18was ich meine
00:37:18mit Opportunitätskosten
00:37:19oder langfristige
00:37:22Produktivitätsverluste.
00:37:22Man muss also dann
00:37:24sehr große Einbußen
00:37:28in Kauf nehmen
00:37:28an langfristiger
00:37:30Produktivität
00:37:32und landet dann
00:37:33nach dem Krieg
00:37:34quasi auf einem
00:37:36viel tieferen
00:37:37Technologieniveau.
00:37:38Jetzt können Sie
00:37:38natürlich zynisch sagen,
00:37:39auch das kann Ihnen
00:37:40egal sein,
00:37:41weil zum Beispiel
00:37:43jetzt aus Sicht
00:37:43des putinistischen
00:37:44Regimes ist das
00:37:45überhaupt nicht wichtig,
00:37:46ob das Volk
00:37:47in Wohlstand lebt
00:37:47oder ob es
00:37:48überhaupt lebt.
00:37:49Wichtig ist vor allem,
00:37:50dass das Regime
00:37:51stabil ist
00:37:51und dass das Imperium
00:37:52stabil ist,
00:37:53also dass es innerlich
00:37:55nicht auseinanderfliegt
00:37:56und dafür ist weniger
00:37:56wichtig,
00:37:57sind die Menschen
00:37:57produktiv,
00:37:58dafür ist mehr wichtig,
00:37:59sind die Menschen
00:38:00gehorsam und es ist
00:38:02durchaus möglich,
00:38:03dass Russland sich,
00:38:05das habe ich in meinem
00:38:06Buch Spurwechsel auch
00:38:07gesagt,
00:38:08dass es sich so in Richtung
00:38:09einer Kalaschnikow-Ökonomie
00:38:10entwickelt,
00:38:11das heißt also ökonomisch
00:38:12relativ primitiv,
00:38:13aber stabil.
00:38:16Natürlich wird der ganze
00:38:17Wohlstand des Volkes
00:38:18darüber verloren gehen,
00:38:19aber wenn der Wohlstand
00:38:21des Volkes
00:38:21sie einfach nicht
00:38:21interessiert
00:38:22und wenn sie sich
00:38:23politisch dafür nicht
00:38:24zu rechtfertigen
00:38:25haben,
00:38:25dann ist das für sie
00:38:26eine gangbare Option.
00:38:28Aber braucht Putin
00:38:29nicht auch eine
00:38:31stabile Bevölkerung
00:38:32beziehungsweise eine
00:38:33stabile Wirtschaft
00:38:34und zumindest
00:38:36gewissermaßen
00:38:37reiche Bürger
00:38:38und Bürgerinnen,
00:38:39damit er auch
00:38:40an der Macht
00:38:40bleiben kann?
00:38:41Naja, also reiche Bürger
00:38:42hat er schon,
00:38:43man nennt sie auch
00:38:44Oligarchen
00:38:44und da ist der
00:38:46große Vorteil eben,
00:38:47weil die Oligarchen
00:38:48persönlich und auch
00:38:49über ihre Firmen
00:38:50so stark sanktioniert
00:38:51sind in der ganzen Welt,
00:38:52haben sie ein sehr
00:38:53starkes Motiv,
00:38:54ihr Geld nach Russland
00:38:55zu repatriieren.
00:38:56Also quasi bevor
00:38:57das in London
00:38:58oder an der
00:38:59Côte d'Azur
00:39:00oder in Dubai
00:39:01einfach konfisziert wird,
00:39:02sagen sie,
00:39:03okay, da bringe ich es
00:39:04halt zurück nach Russland,
00:39:04da ist es wenigstens
00:39:05meins, da wird es mir
00:39:06wenigstens nicht
00:39:06weggenommen.
00:39:07Und das ist auch
00:39:08tatsächlich passiert
00:39:09in den letzten drei Jahren,
00:39:10also diese Repatriierung
00:39:11von Vermögen.
00:39:12Sie können die
00:39:13Oligarchen natürlich
00:39:13auch bedrohen,
00:39:14wenn du dein Geld
00:39:16hier nicht für
00:39:17meine Kriegführung
00:39:17zur Verfügung stellst,
00:39:18dann bekommst du
00:39:19eine Tasse Tee
00:39:20oder du fällst
00:39:21aus dem Fenster,
00:39:22natürlich ganz unabsichtlich,
00:39:23weil du Depressionen hast.
00:39:25Also er hat da
00:39:26schon Möglichkeiten,
00:39:26die Leute zum Gehorsam
00:39:28zu pressen.
00:39:29Und solange er noch
00:39:31Zugriff hat
00:39:32auf die Leute,
00:39:33also es gab ja zum Beispiel
00:39:34gerade vor zwei Wochen
00:39:35in Russland Gerüchte,
00:39:36dass die Zentralbank
00:39:37quasi plant,
00:39:38einen Teil
00:39:39der privaten
00:39:40Sparguthaben
00:39:41einzufrieren.
00:39:42Also sozusagen
00:39:44pro forma
00:39:44ist das Geld
00:39:45noch bei euch,
00:39:46aber wir können es euch
00:39:46leider nicht mehr
00:39:47auszahlen.
00:39:48Und jetzt dürfen sie
00:39:49dreimal raten,
00:39:50wo das Geld hinwandelt.
00:39:51Nicht, dass die Russen
00:39:52das nicht gewohnt wären.
00:39:54Die Russen haben ja
00:39:55schon 92 und 98
00:39:57in der jeweiligen
00:39:58Hyperinflation
00:39:59ihre kompletten
00:40:00Ersparnisse verloren.
00:40:02Und ja,
00:40:03wenn sie jetzt da
00:40:04in Russland so Töne hören,
00:40:05das Erste,
00:40:06was sie machen,
00:40:06ist natürlich,
00:40:07sie laufen zur Bank
00:40:07und heben ihr Guthaben ab.
00:40:10Also sprich,
00:40:11ökonomisch rational
00:40:12ist das nicht.
00:40:13Es verschlimmert die Lage
00:40:15langfristig,
00:40:16aber kurzfristig
00:40:17können sie sozusagen
00:40:18diesen Punkt
00:40:18der Katastrophe
00:40:20hinauszögern.
00:40:21Das geht schon.
00:40:21Und ich denke,
00:40:22das ist auch letztlich
00:40:23Putins Kalkül einfach,
00:40:24dass er sagt,
00:40:25ich muss halt auf vieles,
00:40:26das für westliche Politiker
00:40:27ganz wichtig ist.
00:40:29Also sowas wie
00:40:30politische Unterstützung
00:40:31oder Beliebtheit,
00:40:32darauf muss er keine
00:40:33Rücksicht nehmen.
00:40:34Und es gibt ihm
00:40:34ökonomisch natürlich
00:40:35viel größere Möglichkeiten,
00:40:37gerade eben auch
00:40:38im Illegalen.
00:40:38Also wenn sie keine
00:40:40gut definierten
00:40:41Eigentumsrechte haben
00:40:42und wenn der Staat
00:40:42im Prinzip
00:40:43durchgreifen kann
00:40:44auf ihr Eigentum,
00:40:45ohne dass sie sich
00:40:45wehren können,
00:40:47dann gibt ihm das
00:40:47schon attraktive
00:40:48Möglichkeiten.
00:40:50Wenn wir auf der
00:40:51einen Seite
00:40:53die Problematik haben,
00:40:55dass dieser Krieg
00:40:55ökonomisch nichts bringt
00:40:57und auf der anderen
00:40:58Seite einen Diktator
00:40:59haben,
00:41:00der anscheinend
00:41:01auf die Gefühle
00:41:02und die Lebensumstände
00:41:04seiner eigenen
00:41:05Bevölkerung
00:41:05überhaupt keine
00:41:06Rücksicht nimmt,
00:41:07wo wird dieser
00:41:08Krieg enden?
00:41:11Naja, es gibt
00:41:12nicht so viele
00:41:12Möglichkeiten.
00:41:14Also meine
00:41:14persönliche These
00:41:15ist ja,
00:41:16Putin wird erst
00:41:17aufhören,
00:41:17wenn das Imperium
00:41:18droht, innerlich
00:41:20auseinanderzubrechen.
00:41:20Ich sage Imperium
00:41:21nicht ohne Grund,
00:41:22Russland ist ja
00:41:22kein Nationalstaat.
00:41:23Es ist ein fragiles
00:41:24Imperium,
00:41:25in dem auch heute
00:41:26noch etwa
00:41:2730 Millionen
00:41:28Menschen leben,
00:41:29die nicht russischer
00:41:30Ethnie sind.
00:41:31Das sind nicht nur
00:41:31die Tschetschenen,
00:41:32das sind zum Beispiel
00:41:32auch die Tartaren,
00:41:33die sitzen auf den
00:41:34Ölquellen,
00:41:34also in der Gegend
00:41:35von Almetschowsk.
00:41:36Das ist ganz
00:41:37Dagestan.
00:41:39Schon in der
00:41:40Sowjetunion
00:41:41war das so,
00:41:42dass diese
00:41:43großen Völker,
00:41:45die damals noch
00:41:46in diesem
00:41:46sowjetischen
00:41:47Zwangsgebilde
00:41:48vereinigt waren,
00:41:49da hatte man
00:41:50schon Angst
00:41:51davor,
00:41:51weil die hatten
00:41:51ein sehr
00:41:52starkes
00:41:52Bevölkerungswachstum
00:41:53und das begann
00:41:54sich sozusagen
00:41:54zu Ungunsten
00:41:55der ethnischen
00:41:56Russen
00:41:56zu verschieben.
00:41:58Also selbst
00:41:581989
00:41:59haben nur
00:42:00etwas mehr
00:42:01als die Hälfte
00:42:01aller Sowjetbürger
00:42:02in der russischen
00:42:04sozialistischen
00:42:05föderativen
00:42:05Sowjetrepublik
00:42:06gelebt.
00:42:07Also das gibt
00:42:07die Idee
00:42:08von Vielvölkerreich
00:42:09oder Vielvölkerstaat.
00:42:10Also no offense,
00:42:11aber man kann das
00:42:11ein bisschen
00:42:12vergleichen
00:42:12mit dem
00:42:13mit dem
00:42:13kaiserlich-imperialen
00:42:14Österreich-Ungarn.
00:42:15Also quasi auch
00:42:16ein fragiles
00:42:17multiethnisches
00:42:18Gebilde,
00:42:19das aber
00:42:20nicht wirklich
00:42:21einen
00:42:21inhaltlichen
00:42:23Zusammenhang hat.
00:42:23Also es gibt
00:42:24zwar
00:42:24integrierende
00:42:26Institutionen
00:42:27wie zum Beispiel
00:42:27den Kaiser,
00:42:28aber
00:42:29innerlich streben
00:42:30diese Völkchen
00:42:31quasi davon,
00:42:32sobald sie
00:42:32die Chance haben.
00:42:33Und das ist ja
00:42:33im 20.
00:42:34Jahrhundert
00:42:34zweimal fast
00:42:35passiert,
00:42:361917 bis
00:42:3721,
00:42:38wo nicht klar war,
00:42:39ob das
00:42:39zaristische Russland
00:42:40überhaupt bestehen
00:42:41bleibt.
00:42:42Und die
00:42:42damals die
00:42:43Rote Armee
00:42:43große Mühe hat,
00:42:45quasi dieses
00:42:45Reich überhaupt
00:42:47geografisch
00:42:47zusammenzuhalten.
00:42:48Es gelingt auch
00:42:49nicht ganz.
00:42:49Finnland zum Beispiel
00:42:50kann sich
00:42:51losmachen.
00:42:52Und dann natürlich
00:42:53zwischen 1990
00:42:54und 1991
00:42:55passiert das nochmal.
00:42:56Das äußere Imperium
00:42:57bricht weg,
00:42:57das Ostblock
00:42:58bricht weg,
00:42:59die frühere
00:42:59Sowjetrepubliken
00:43:00bricht weg
00:43:01und auch innerlich
00:43:01bricht Russland
00:43:02fast auseinander.
00:43:03Und Yeltsin
00:43:03hat riesige Mühe,
00:43:05die Tschetschenen
00:43:06oder die Tartaren
00:43:07innerhalb dieser
00:43:08Föderation zu halten.
00:43:09Also das ist immer so
00:43:10dieser,
00:43:11dieses Imperium
00:43:12ist fragil
00:43:12und es strebt
00:43:14auseinander.
00:43:14Und normalerweise
00:43:16halten sie das zusammen
00:43:17durch Geld
00:43:17oder Gewalt
00:43:18oder beides.
00:43:20Wenn sie jetzt
00:43:20vor der Auktion
00:43:21stehen,
00:43:22ihre Gewaltmittel,
00:43:23die schmelzen
00:43:23gerade ab
00:43:24in der Ukraine
00:43:25und ihr Geld,
00:43:26das geht auch
00:43:27langsam zur Neige,
00:43:28da kommen diese
00:43:29Völkchen auf die Idee,
00:43:30aha,
00:43:30der Zar da oben
00:43:31oder der Gasuda
00:43:32oder wer auch immer
00:43:33sie den Machthaber nennen,
00:43:35der ist nicht mehr
00:43:36wirklich der Machthaber.
00:43:38Dem gehen so langsam
00:43:39die Mittel aus,
00:43:40er wird so langsam
00:43:40paranoid,
00:43:41er verbietet uns
00:43:42Telegram,
00:43:44er verbietet
00:43:45jetzt seinen
00:43:46persönlichen Leuten
00:43:47überhaupt in die Nähe
00:43:48zu kommen,
00:43:50sie müssen
00:43:50ihre Mobiltelefone
00:43:52abgeben,
00:43:53so und
00:43:54das bringt dann
00:43:56so dieses alte
00:43:57Motiv wieder herauf.
00:43:58Und wenn sie jetzt
00:43:58Putin sind
00:43:59und sie sehen das,
00:44:00dann reagieren sie
00:44:00natürlich wie
00:44:01damals auch
00:44:02Antropov
00:44:02mit extremer
00:44:03Paranoia
00:44:05und ich denke,
00:44:06das könnte dann
00:44:07so ein Motiv sein,
00:44:07wo er sagt,
00:44:08okay,
00:44:08bevor mir innerlich
00:44:09das Imperium
00:44:10auseinanderbricht,
00:44:10muss ich meine
00:44:11Machtmittel
00:44:12zurückziehen,
00:44:13weil
00:44:14dann sozusagen
00:44:15vergiss die Ukraine,
00:44:16die ist dann
00:44:16nicht mehr so wichtig,
00:44:18wenn es um die Wurst geht,
00:44:19um mich selber,
00:44:20um mein eigenes System.
00:44:21Also das könnte
00:44:22ein Motiv sein.
00:44:24Es ist auch vorstellbar,
00:44:25dass es wirklich
00:44:26in der Irrationalität endet,
00:44:28also dass Putin
00:44:29alles hinopfert,
00:44:30bis er einfach
00:44:31nichts mehr hat
00:44:31und dann einfach
00:44:32innerlich kollabiert.
00:44:33Es ist denkbar.
00:44:34Ich halte es für
00:44:35unwahrscheinlich,
00:44:35aber es ist denkbar.
00:44:38Oder er sagt halt,
00:44:39okay, er versucht
00:44:41irgendeinen Ausweg
00:44:42zu finden,
00:44:42aber man muss ganz klar
00:44:43sagen,
00:44:44solche,
00:44:44ich habe es ja vorhin
00:44:45gesagt,
00:44:45oder solche
00:44:47Kriegführungen,
00:44:47die funktioniert nur
00:44:48per Entraubt und Schlag.
00:44:49Also sie müssen am Anfang
00:44:50sofort Erfolg haben,
00:44:51wenn nicht,
00:44:52dann entsteht eben
00:44:54diese große Gefahr,
00:44:54dass die Dynamik,
00:44:55die sie ausgelöst haben,
00:44:56zurückkommt,
00:44:57zu ihnen nach Hause
00:44:58und sie selber angreift.
00:45:01Und ich denke,
00:45:01das ist etwas,
00:45:02womit Putin sich definitiv
00:45:04ab nächstem Jahr
00:45:05herumschlagen muss.
00:45:07Also insofern,
00:45:08das ist dann auch
00:45:09so eine Ironie der Geschichte.
00:45:10Also sie versuchen quasi
00:45:11sich selber zu verbessern,
00:45:13indem sie jemand anderen
00:45:13niederwerfen,
00:45:14aber die Dynamik,
00:45:15die sie auslösen,
00:45:16wirkt dann auf sie selbst zurück.
00:45:18Und jetzt verliert Russland
00:45:20auch immer mehr Ölraffinerien
00:45:21durch die Angriffe der Ukraine
00:45:23tief im Land.
00:45:24Das heißt,
00:45:25da geht eben auch
00:45:26eine wichtige
00:45:26Einnahmequelle verloren.
00:45:28Kommen wir auf
00:45:29die USA zu sprechen.
00:45:31Donald Trump ist angetreten
00:45:32mit der Ansage,
00:45:33er möchte der Friedenspräsident werden,
00:45:35er möchte
00:45:35den Staatshaushalt sanieren.
00:45:38Jetzt ist beides
00:45:39nicht eingetreten,
00:45:40sondern ins Gegenteil
00:45:41verkehrt worden.
00:45:42Die USA sind so verschuldet
00:45:44wie noch nie.
00:45:45Die US-Verteidigungsindustrie
00:45:47Angriffsindustrie
00:45:48oder Angriffsindustrie,
00:45:50Kriegsministerium,
00:45:51wie es heute heißt,
00:45:52gibt mehr Geld aus denn je
00:45:53und dieser Krieg im Iran
00:45:55kostet eine Lawine.
00:45:58Stürzt dieser Krieg im Iran
00:46:00die USA
00:46:00in einen wirtschaftlichen Ruin?
00:46:03Das würde ich so nicht sagen.
00:46:05Also die Frage ist
00:46:06bei solchen Dingen
00:46:08nicht so sehr,
00:46:09wie hoch sind die Schulden,
00:46:10sondern wie glaubwürdig
00:46:12können sie sie am Kapitalmarkt
00:46:13refinanzieren.
00:46:14Also um Ihnen ein Beispiel zu geben,
00:46:16Japan ist eine der am höchsten
00:46:18verschuldeten Nationen
00:46:18dieser Erde.
00:46:19Ich glaube,
00:46:19die haben ungefähr 220 Prozent
00:46:21ihres Bruttoinlandsprodukts
00:46:23an Verschuldung.
00:46:24Das ist für die aber kein Problem.
00:46:26Warum?
00:46:26Weil sie diese Schulden
00:46:27laufend am Kapitalmarkt
00:46:28refinanzieren können.
00:46:29Also weil der Kapitalmarkt sagt,
00:46:30ja gut,
00:46:30aber es ist Japan.
00:46:32Also sehr leistungsfähige Industrie,
00:46:34sehr leistungsfähige Dienstleistung,
00:46:38Maschinenbau, Software und so weiter.
00:46:40Bei den USA ist es ähnlich.
00:46:42Also die USA haben ja interessanterweise
00:46:45noch unter Bush Senior
00:46:46einen fast ausgeglichenen Haushalt.
00:46:49Also kommen quasi von der Reagan-Ära
00:46:52mit ganz, ganz niedriger Verschuldung,
00:46:54haben fast keine Schulden
00:46:55und dann eigentlich erst
00:46:57mit Desert Shield,
00:46:58also mit dem Golfkrieg in 1991,
00:47:01beginnt dann so dieser Einstieg
00:47:03in die Schuldenpolitik
00:47:04und dann natürlich mit dem Wachstum
00:47:07von China ganz extrem,
00:47:09dass man also sagt,
00:47:10wir haben ein super Geschäftsmodell,
00:47:11wir begeben einfach Staatsanleihen ohne Ende,
00:47:13weil es ist ja in Dollar oder
00:47:16und das ist beste Bonität.
00:47:17Also wir leihen uns extrem viel Geld
00:47:20und bauen damit globalisierte
00:47:21Wertschöpfungsketten auf
00:47:23und China beliefert uns mit allem
00:47:24und wir werden dadurch extrem reich.
00:47:27Also so eine Leverage-Maschine sozusagen.
00:47:29Und das hat auch wirklich sehr gut funktioniert.
00:47:31Bis die Leute jetzt dann so langsam
00:47:33in den letzten Jahren
00:47:34ein bisschen zitterig werden
00:47:36und sagen, Moment, eure Staatsschulden,
00:47:39ihr habt mittlerweile 36 Millionen,
00:47:41Millionen Dollar Staatsverschuldung.
00:47:44Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
00:47:4736 Millionen, Millionen.
00:47:49Ist das noch nachhaltig?
00:47:51Antwort, möglicherweise,
00:47:53solange der Kapitalmarkt es kauft.
00:47:54Also sprich,
00:47:57solange sie ihre Staatsanleihen absetzen können,
00:47:59ist diese Verschuldung,
00:48:01sagen wir mal, durchzuhalten.
00:48:04Aber die Frage ist dann halt auch,
00:48:06wenn ihr ganzes Wirtschaftsmodell
00:48:07nur auf Verschuldung basiert,
00:48:09wie werden diese Schulden denn dann wieder abgebaut?
00:48:12So, und dann gibt es zwei Möglichkeiten.
00:48:13Also entweder sie zahlen diese Schulden zurück,
00:48:16was heißt,
00:48:17sie müssen Wertschöpfung erbringen,
00:48:18oder?
00:48:19Damit sie Produktivitätswachstum haben,
00:48:21Überschüsse generieren
00:48:22und dann zurückzahlen.
00:48:23Oder, ja,
00:48:25oder es gibt halt irgendwann einen Schuldenschnitt.
00:48:26Das halte ich bei den USA
00:48:28für eher unwahrscheinlich,
00:48:31weil interessanterweise nicht China
00:48:32der größte Eigentümer ist
00:48:34von US-Staatsanleihen,
00:48:35sondern Japan.
00:48:37Und Japan hat bereits,
00:48:38wir erinnern uns vielleicht
00:48:39an den sogenannten Liberation Day,
00:48:41den Trump letztes Jahr verkündet hat.
00:48:43Und Japan hat das schon einmal
00:48:44letztes Jahr gemacht
00:48:45und gesagt,
00:48:46also lieber Trump,
00:48:47übertreib es mal nicht,
00:48:49weil wir halten so viele
00:48:50deiner Staatsanleihen.
00:48:51Wenn du also zu viel Blödsinn machst,
00:48:53dann können wir dich disziplinieren
00:48:55über den Kapitalmarkt.
00:48:56Also so ganz machen,
00:48:58was er will, kann er nicht.
00:49:00Und das ist auch das Schöne,
00:49:01der Markt hat eine unglaublich
00:49:02disziplinierende Kraft
00:49:04und diszipliniert auch
00:49:05die mächtigsten dieser Welt.
00:49:07Also insofern würde ich sagen,
00:49:10so einfach funktioniert es nicht.
00:49:12Ironisch ist eigentlich,
00:49:13dass das,
00:49:14was Elon Musk ja machen wollte
00:49:15mit seinem Doggy,
00:49:16Government Efficiency und so,
00:49:19der Grundgedanke ist
00:49:21eigentlich nicht falsch.
00:49:22Also dass sie sagen,
00:49:23sie kürzen sozusagen
00:49:24die unproduktive Staatsverwaltung
00:49:27zusammen
00:49:27und sparen damit
00:49:29ein bisschen Geld.
00:49:30Das Dumme war nur,
00:49:31dass in der absolut
00:49:31dilettantischen Art und Weise,
00:49:33wie er es gemacht hat,
00:49:34hat er leider
00:49:34die qualifiziertesten
00:49:35rausgeworfen.
00:49:36Und ob sie es glauben,
00:49:37dann nicht,
00:49:37da redet Trump jetzt
00:49:38nicht so gern drüber.
00:49:39Aber der US-Regierungsapparat
00:49:41stellt diese Leute
00:49:42jetzt alle wieder ein.
00:49:43Und zwar heimlich.
00:49:44Die reden nicht so laut drüber.
00:49:46Teilweise zu höherem Gehalt
00:49:48versuchen sie die zurückzuholen,
00:49:50weil einfach die Verwaltung
00:49:51nicht mehr funktioniert.
00:49:52Also das kann massiv
00:49:53auch in die Hose gehen,
00:49:56wenn sie so etwas probieren.
00:49:57Das sagt aber mehr
00:49:58über den Dilettantismus
00:49:59von Leuten wie Musk
00:50:00oder Trump aus,
00:50:02als über die ökonomische Problematik.
00:50:05Der Dollar regiert
00:50:06immer noch die Welt.
00:50:08Denken Sie,
00:50:09wenn die USA
00:50:10nach außen hin signalisieren,
00:50:11wir sind kein zuverlässiger
00:50:12Partner mehr,
00:50:13wir verscherzen es uns auch
00:50:15mit unseren ehemaligen Verbündeten,
00:50:17dass eben dieses System
00:50:19aus,
00:50:19wir können nun endlich
00:50:20Schulden machen,
00:50:21nicht mehr funktioniert,
00:50:22wie man zusammenbricht
00:50:23und die USA da
00:50:24in einen Abstiegs-Trend
00:50:27hineinschlittert?
00:50:28Das glaube ich eher nicht.
00:50:30Also ich empfehle
00:50:32den Zuschauern gerne
00:50:34immer den Dollar-Dominance-Monitor.
00:50:36Also wenn Sie einfach mal
00:50:37nach diesem Stichwort googeln,
00:50:38da können Sie einfach mal gucken,
00:50:39wer hält eigentlich in der Welt
00:50:42wie viele seiner Währungsreserven
00:50:44in welchen Währungen.
00:50:46Und da stellen Sie fest,
00:50:47dass der US-Dollar
00:50:48immer noch so,
00:50:49naja, so zwischen 60 und 70 Prozent
00:50:52der Weltwährungsreserve ausmacht.
00:50:54Also er ist unverändert
00:50:55die Weltleitwährung.
00:50:56Und die USA haben dieses System
00:50:58ja selber geschaffen.
00:50:59Also damals mit Bretton Woods,
00:51:00aber auch als Bretton Woods
00:51:02zusammengebrochen ist,
00:51:03zwischen 71 und 73,
00:51:04hat sich diese führende Rolle
00:51:06des US-Dollar erhalten.
00:51:08Der US-Dollar ist immer noch
00:51:09die Clearing-Währung
00:51:10im globalen Ölmarkt.
00:51:12Das heißt also völlig egal,
00:51:13wo Sie als Ölproduzent
00:51:14oder Ölkäufer sitzen,
00:51:17das Geschäft wird abgewickelt
00:51:19in US-Dollar.
00:51:20Also sprich,
00:51:20solange wir eine fossile
00:51:21Weltwirtschaft haben
00:51:22und solange wir
00:51:24diese enorme Größe
00:51:25einfach des US-Haushalts
00:51:27und des US-Finanzbedarfs haben,
00:51:28glaube ich das eher nicht.
00:51:30Was sicherlich eintreten wird,
00:51:31ist eine weitere Abwertung
00:51:33des US-Dollar,
00:51:34wenn Sie diese Politik
00:51:35so weiterfahren.
00:51:35Also wenn Sie gucken,
00:51:36wie der US-Dollar
00:51:37abgewertet hat
00:51:39seit 1971,
00:51:40dann haben Sie da natürlich
00:51:41schon einen kontinuierlichen
00:51:42Abwärtstrend.
00:51:43Das ist klar.
00:51:44Aber wenn Sie in einem Land
00:51:45wie die USA sind,
00:51:46wo ein Großteil der Bevölkerung
00:51:48eben quasi keine Beziehung hat
00:51:50zur Weltwirtschaft,
00:51:52dann ist das für Sie
00:51:54nicht so wichtig.
00:51:54Aber allzu sehr können Sie
00:51:56das Spiel auch nicht treiben,
00:51:58weil schwache Währung
00:51:59heißt immer auch Inflationsdruck.
00:52:00Und Inflationsdruck heißt,
00:52:01irgendwann steigen die Preise
00:52:02im Supermarkt.
00:52:03Und dann kriegt gerade
00:52:04die Trump-Wählerschaft
00:52:05jetzt Probleme.
00:52:06Das sehen Sie auch jetzt
00:52:07durch den Iran-Krieg,
00:52:08durch die gestiegenen
00:52:09Energiepreise,
00:52:10kommt es zum Inflationsschub
00:52:11bei den fossilen
00:52:13Brennstoffen.
00:52:14Und diese
00:52:17Inflation der Energiepreise,
00:52:18die übersetzt sich irgendwann
00:52:19in eine Inflation der
00:52:20Warenpreise.
00:52:21Weil der Produzent sagt hier,
00:52:23ich brauche Öl oder Gas,
00:52:25um das herzustellen.
00:52:26Und dementsprechend
00:52:27schlage ich das auf die Preise auf.
00:52:28Sehen Sie jetzt schon
00:52:29bei den Flugtickets zum Beispiel,
00:52:30bei den Gas-Prices.
00:52:33Also sprich,
00:52:34Gallon of Gas
00:52:35ist mittlerweile
00:52:35über 5 Dollar
00:52:36in vielen Bundesstaaten.
00:52:37Das ist für viele
00:52:38nicht tragbar.
00:52:39Und wenn jetzt so
00:52:41die Mager-Wähler
00:52:42in den Walmart gehen
00:52:43und sagen,
00:52:43oha, hier ist alles
00:52:4420% teurer,
00:52:46dann merken sie auch,
00:52:47so und da sind wir wieder
00:52:48bei diesem ökonomischen
00:52:49Mechanismus,
00:52:50allzu weit können sie
00:52:51das nicht treiben,
00:52:52weil sonst werden sie
00:52:52diszipliniert
00:52:54von ihrem eigenen Volk.
00:52:55Und es sind eben
00:52:56diese disziplinierenden
00:52:57Mechanismen,
00:52:59die dieses Spiel
00:53:00dann auch so ein bisschen
00:53:01begrenzen.
00:53:02Also sprich,
00:53:03es ist durchaus denkbar,
00:53:04dass sie so abstürzen
00:53:06in Richtung Hyperinflation
00:53:08oder in Richtung,
00:53:09sie werfen die Notenpresse an,
00:53:10das können sie in
00:53:10x Entwicklungsländern
00:53:12beobachten, ja.
00:53:13Aber dafür sind die USA,
00:53:15glaube ich,
00:53:15eine Nummer zu groß.
00:53:17Sie haben gesagt,
00:53:18solange die Weltwirtschaft
00:53:20auf fossile Energie
00:53:21basiert,
00:53:23werden die USA
00:53:24ihre Dominanz behalten.
00:53:26Ist damit schon
00:53:27der Grund geliefert,
00:53:28warum die USA
00:53:29gerade so
00:53:31kriegstreibend sind
00:53:32und sich
00:53:33ölreiche Länder
00:53:34vornehmen?
00:53:35Naja,
00:53:36also es ist ja nicht so,
00:53:37dass die USA
00:53:38den Iran erobern wollen,
00:53:39weil er so viel Öl hat.
00:53:41Und auch interessanterweise
00:53:42bei Venezuela,
00:53:43das hat man ja häufig
00:53:44so kolportiert,
00:53:45aber ich glaube,
00:53:45das ist so ein bisschen
00:53:47Geschichtsvergessenheit,
00:53:47weil bei Venezuela
00:53:48ist eher das Problem,
00:53:49dass US-Ölfirmen
00:53:51schon sehr früh,
00:53:53und damit meine ich
00:53:54Anfang des 20. Jahrhunderts
00:53:55in Venezuela
00:53:57investiert haben
00:53:58und dann aber leider
00:54:00durch die Abfolge
00:54:01von sozialistischen
00:54:02und nationalistischen
00:54:03Diktaturen
00:54:04in diesem Land
00:54:05also ziemlich
00:54:06Federn lassen mussten
00:54:07und die ganzen
00:54:08großen
00:54:09Ölfirmen,
00:54:10also ExxonMobil,
00:54:11die es damals schon
00:54:12gab,
00:54:12oder Gulf Oil
00:54:14zum Beispiel,
00:54:14die es damals gab,
00:54:15die sind alle enteignet
00:54:16worden von diesen
00:54:17venezuelanischen Regimen.
00:54:18Chevron ist die einzige
00:54:19Firma,
00:54:20die ununterbrochen
00:54:21in Venezuela war,
00:54:23das übrigens auch
00:54:23unter Maduro war,
00:54:25auch unter Chavez
00:54:25und bis heute ist
00:54:26und ich glaube,
00:54:27das war mehr
00:54:28so ein gewisser,
00:54:29ja,
00:54:30so ein Vergeltungsanreiz
00:54:32vielleicht,
00:54:32dass man sagt,
00:54:33okay,
00:54:33vor 40,
00:54:3450,
00:54:35100 Jahren
00:54:35habt ihr uns enteignet
00:54:36und jetzt kommen
00:54:36wir wieder zurück
00:54:38und setzen
00:54:39quasi unsere Firmen
00:54:40wieder hier ein.
00:54:42Ich würde jetzt
00:54:43aber nicht sagen,
00:54:45dass die USA
00:54:46quasi darauf angewiesen
00:54:47wären.
00:54:47Ich denke,
00:54:48das ist eher so ein
00:54:48persönliches Problem
00:54:49von Trump,
00:54:50dass das halt so ein
00:54:51Mensch ist des 20.
00:54:52Jahrhunderts,
00:54:54also wenn Sie hören,
00:54:55wie der über Wind-
00:54:56oder Solarenergie
00:54:56spricht,
00:54:57dann ist klar,
00:54:58der Mann hat keine Ahnung,
00:54:59wovon er redet
00:54:59und ist auch geistig
00:55:01gar nicht fähig,
00:55:02sich auf diese Welt
00:55:03einzulassen.
00:55:04Aber wenn ich jetzt
00:55:04die USA wäre
00:55:06und sagen würde,
00:55:07ich habe riesige
00:55:08Landflächen,
00:55:08viele davon sind sehr
00:55:09heiß und sehr trocken,
00:55:11die USA wären
00:55:12ein idealer Standort
00:55:13für massive Produktion
00:55:14von Solarstrom,
00:55:15würden damit sofort
00:55:16energetisch unabhängig
00:55:17werden.
00:55:17Das ist ja das,
00:55:18was China so gut
00:55:19hinbekommt.
00:55:21Also und Biden
00:55:23hat es ja auch
00:55:23ein bisschen probiert,
00:55:24also mit dem
00:55:24Inflation Reduction Act,
00:55:26den er,
00:55:27ich glaube,
00:55:27wann war das?
00:55:2821, glaube ich,
00:55:29eingeführt hat.
00:55:29Da gab es auch Subventionen,
00:55:31oder wenn sie sich
00:55:31Solarmodule aufs Haus
00:55:32gebaut haben,
00:55:33so und Trump hat das
00:55:33alles dann wieder
00:55:34abgeschafft.
00:55:36Aber es ist nicht so,
00:55:37dass die USA
00:55:38jetzt darauf angewiesen
00:55:39wären,
00:55:41sozusagen krampfhaft
00:55:42an einer fossilen
00:55:43Weltwirtschaft festzuhalten,
00:55:45sondern im Gegenteil.
00:55:45Die USA wären prädestiniert
00:55:47dafür,
00:55:48Clean Energy
00:55:49voranzutreiben
00:55:50und es liegt,
00:55:51glaube ich,
00:55:52einfach nur an der Person
00:55:52oder an der Inkompetenz
00:55:54seiner Administration,
00:55:56dass das nicht gemacht wird.
00:55:57Also im optimalen Fall
00:55:58könnte ich mir vorstellen,
00:55:59dass in den 20,
00:56:0030er Jahren
00:56:01vielleicht wieder
00:56:02so ein Progressive Age
00:56:03kommt,
00:56:04also wo dann
00:56:05einfach so ein langweiliger,
00:56:08rationaler Bürokrat,
00:56:10an die Macht
00:56:11kommt,
00:56:11der einfach sagt,
00:56:11komm,
00:56:12jetzt pflastern wir alles
00:56:12voll mit Solarmodulen
00:56:13und der Rest der Welt
00:56:15interessiert mich nicht mehr,
00:56:16ich halte mich aus allem raus.
00:56:18Das wäre, glaube ich,
00:56:18eine deutliche Verbesserung.
00:56:20Ich lasse Sie gleich gehen,
00:56:22Herr Kolb,
00:56:22die Zeit ist schon fast um.
00:56:24Ich will noch auf ein letztes
00:56:25Land zu sprechen kommen.
00:56:26Wir haben gehört,
00:56:27Russland führt Krieg,
00:56:28nicht unbedingt rational,
00:56:30nachvollziehbar,
00:56:31die USA auch,
00:56:32getrieben von Donald Trump.
00:56:34China führt aktuell
00:56:35keinen Krieg.
00:56:37Ich habe vor kurzem
00:56:37mit Frank Sieren gesprochen,
00:56:39dem China-Experten.
00:56:40Er hat gemeint,
00:56:41China könnte
00:56:42dieses Wirtschaftswachstumsrennen
00:56:44oder das Wirtschaftsrennen,
00:56:45das parallel stattfindet,
00:56:47so gewinnen,
00:56:48indem man eben
00:56:49nicht kämpft.
00:56:51Glauben Sie das?
00:56:52Ja, also da ist
00:56:53was Wahres dran.
00:56:54Also ich sage mal,
00:56:55wenn Sie zu Gewalt greifen müssen,
00:56:58ist das immer auch ein Zeichen,
00:57:00dass Sie keine besseren Mittel haben.
00:57:01Wir haben ja jetzt
00:57:02lange darüber gesprochen,
00:57:03dass zu Gewalt greifen
00:57:04riesige Opportunitätskosten
00:57:06verursacht
00:57:06und ein extremes Risiko ist.
00:57:08Viel eleganter
00:57:09ist es natürlich,
00:57:10wenn Sie zum Beispiel
00:57:11einfach so bekommen,
00:57:13was Sie haben wollen.
00:57:14Also durch sanften Druck
00:57:15oder durch Unterwanderung
00:57:16oder durch technologischen Fortschritt.
00:57:18Indem Sie sagen,
00:57:19diese komischen Probleme
00:57:21einer fossilen Weltwirtschaft,
00:57:22das braucht mich alles
00:57:23nicht interessieren.
00:57:23Ich pflastere hier
00:57:24meine Wüste,
00:57:25Xinjiang,
00:57:25einfach voll mit Solarmodulen.
00:57:27Da wohnt ja niemand.
00:57:28Da wohnen nur 25 Millionen Menschen.
00:57:29Das ist ja so,
00:57:30für meine Begriffe
00:57:31wohnt da niemand.
00:57:32Da haben sie
00:57:33340 Tage Sonneneinstrahlung
00:57:35im Jahr.
00:57:36Ich pflaster einfach
00:57:37die Wüste voll.
00:57:38So, schon kriege ich,
00:57:39was ich will.
00:57:39Oder jemand will mir
00:57:40dumm kommen in der Welt.
00:57:42Dann sage ich,
00:57:42ja, aber sag mal,
00:57:43du brauchst schon seltene Erden
00:57:45für deine Nvidia, oder?
00:57:46Jetzt rate mal,
00:57:47wer 97%
00:57:48der seltenen Erden
00:57:49am Weltmarkt anbietet.
00:57:51Glaubst du wirklich,
00:57:51das ist so eine gute Idee?
00:57:53Oder ich kann zum Beispiel
00:57:54so ganz freundlich
00:57:55zu afrikanischen Regimen
00:57:56hingehen und sagen,
00:57:57du brauchst doch Krankenhäuser
00:57:58und Straßen und Häfen.
00:57:59Ich baue sie dir.
00:58:00Gratis.
00:58:01Und dafür belieferst du mich
00:58:02mit deinem Uran
00:58:03oder deinen Diamanten
00:58:04oder deinem Gold
00:58:05oder whatever.
00:58:05Also,
00:58:07ich bin mir bewusst,
00:58:09dass das Teil
00:58:09einer sehr langfristigen Strategie ist,
00:58:11mit der China
00:58:12die Welt wirtschaftlich
00:58:13durchdringt.
00:58:15Natürlich zu seinem eigenen
00:58:16Vorteil
00:58:17und seinem eigenen Nutzen.
00:58:18Und ich glaube,
00:58:18das ist aus chinesischer Sicht
00:58:20sehr, sehr elegant.
00:58:21Es entspricht auch
00:58:22dem chinesischen Denken.
00:58:23Also, dass man sagt,
00:58:24na ja,
00:58:24sowas wie Trump,
00:58:25das ist so eine Eintagsfliege.
00:58:26Wir denken in Jahrhunderten.
00:58:28Und wenn Sie so denken,
00:58:30dann glaube ich,
00:58:30dann müssen Sie sich
00:58:31als Europa
00:58:31ganz, ganz warm anziehen.
00:58:33Nicht mal primär als USA,
00:58:34sondern vor allem als Europa,
00:58:35das absolut abhängig ist
00:58:37vom Welthandel,
00:58:38absolut abhängig
00:58:39von der Freiheit der Meere,
00:58:41das rohstoffarm ist.
00:58:43So,
00:58:44wie gehen Sie um
00:58:45mit so einem China?
00:58:46Also, sprich,
00:58:46am Anfang
00:58:47werden Sie vielleicht
00:58:48noch recht freundlich
00:58:49behandelt als Partner,
00:58:50aber schauen Sie sich mal
00:58:51die europäische Autoindustrie an.
00:58:53Die hat sich sehr arrogant
00:58:54hingestellt,
00:58:55also noch bis vor wenigen Jahren
00:58:56und gesagt,
00:58:56ja, die Chinesen,
00:58:57die werden nie eine Konkurrenz sein,
00:58:59die sind ja 25 Jahre hinter uns.
00:59:00Ja, bei Verbrennermotoren schon,
00:59:02aber wer kauft noch Verbrenner?
00:59:04Und bei batteriegetriebenen Autos,
00:59:06bei Elektroautos
00:59:07sind die Chinesen
00:59:07zehn Jahre vor ihnen.
00:59:09Und jetzt sind Sie
00:59:09der Juniorpartner der Chinesen
00:59:11und nicht umgekehrt,
00:59:12während Sie gedacht haben,
00:59:13Sie machen jetzt hier
00:59:13Riesengeld im chinesischen Markt.
00:59:15Und wenn Sie sich jetzt das
00:59:16vorstellen,
00:59:17das geht jetzt 100 Jahre so weiter,
00:59:18können Sie sich vorstellen,
00:59:19wo Sie dann wirtschaftlich stehen.
00:59:20Also,
00:59:21es ist eine unglaublich elegante
00:59:23und wirklich gut durchdachte Strategie.
00:59:26Und sowas ist viel,
00:59:27viel gefährlicher
00:59:28als irgend so ein Grobian
00:59:29oder so ein Dummkopf,
00:59:30der einfach hier zum Knüppel greift
00:59:32und sagt,
00:59:33ich nehme mir mit Gewalt,
00:59:33was ich will.
00:59:35Diese Art von Gewalt,
00:59:36also dieses Subtile,
00:59:38dieses Freundliche,
00:59:40so kill them with kindness,
00:59:42das halte ich für sehr gefährlicher
00:59:45und ökonomisch auch für viel,
00:59:46viel klüger
00:59:48als brutale Gewalt.
00:59:50Krieg lohnt sich nicht,
00:59:52kurz und knapp gesagt.
00:59:53Markus Keup,
00:59:54vielen,
00:59:54vielen Dank für diese Einblicke.
00:59:56Das neue Buch von Ihnen heißt
00:59:57Spurwechsel.
00:59:58Das möchte ich jedem hier empfehlen.
01:00:00Vielen Dank,
01:00:00dass Sie sich die Zeit genommen haben.
01:00:02Gerne.
01:00:02Schönen Tag noch.
01:00:03Und wenn euch diese Folge gefallen hat
01:00:05und ihr noch mehr
01:00:07kritische Berichterstattung
01:00:08und spannende Interviews
01:00:09hier erleben möchtet,
01:00:11egal ob ihr uns
01:00:12auf den Podcast-Plattformen hört
01:00:13oder auch auf YouTube seht,
01:00:15dann könnt ihr uns unterstützen.
01:00:17Am besten mit einem Abonnement.
01:00:18Alle Infos dazu findet ihr
01:00:19auf abo.derstandard.at.
01:00:21Dort bekommt ihr
01:00:22nicht nur exklusive Inhalte
01:00:24für Abonnentinnen und Abonnenten,
01:00:26sondern könnt eben auch
01:00:27unsere Arbeit finanzieren.
01:00:29Wenn ihr einen Themenvorschlag habt,
01:00:31dann schreibt ihn uns einfach
01:00:32an podcast.derstandard.at.
01:00:34Gebt uns gerne auch
01:00:35eine gute Bewertung
01:00:36bei der Podcast-Plattform
01:00:37eurer Wahl
01:00:38und nutzt die Kommentarfunktion,
01:00:40um uns Themenvorschläge zu schicken
01:00:43oder auch mal zu sagen,
01:00:44wenn etwas nicht so gut geklappt hat.
01:00:46Ich bin Schol Wilhelm.
01:00:47Danke fürs Zuhören.
01:00:48Baba und bis zum nächsten Mal.
01:00:59Vielen Dank.
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