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Seit die Angriffe auf den Iran am vergangenen Samstag gestartet sind, warnen Wirtschaftsexperten vor den Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Beschuss der Golfstaaten durch den Iran, die Sperre der Straße von Hormus und weitere Verwerfungen könnten zu steigenden Ölpreisen und Krisen in der internationalen Wirtschaft führen. Harald Oberhofer vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) mit einem Überblick über die derzeit angespannte Lage und wo sich das noch alles hinentwickeln könnte.
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NewsTranskript
00:00Seit am Wochenende der Krieg gegen den Iran begonnen hat, warnen Wirtschaftsexperten vor
00:04den Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Was, wenn aus der Region wirklich kein Öl mehr
00:08exportiert werden kann? Was, wenn es den Iranern gelingt, die Straße von Hormuz gesperrt zu halten?
00:14Droht vielleicht sogar eine Weltwirtschaftskrise? Darüber sprechen wir heute. Ich bin Daniel
00:19Retschezeker, das ist Thema des Tages, der Nachrichten-Podcast der Standard.
00:27Bevor es hier mit dem eigentlichen Podcast losgeht, noch ein Hinweis in eigener Sache.
00:31Thema des Tages könnt ihr 2026 live bei einer ganz besonderen Aufzeichnung miterleben.
00:37Und zwar am 14. September um 1930 im Theater im Park beim Schloss Belvedere in Wien.
00:44Unterm Sternenhimmel umringt von Bäumen müsst ihr euch das vorstellen. Sprechen wir nicht
00:48über das Thema des Tages, sondern über das Thema des Jahres, würde ich sagen. Und zwar
00:52Amerikas Schicksalswahl. Genau, die Midterms stehen nämlich im November an und die werden
00:56darüber entscheiden, ob Donald Trump weiterhin wie ein König durchregieren kann oder ob er
01:01in die Schranken gewiesen wird und seine erste große Niederlage einfährt. Das betrifft
01:05natürlich nicht nur die US-Amerikaner, sondern uns alle und wahrscheinlich auch den ganzen
01:09Planeten. Natürlich laden wir euch nicht ein, ohne euch den Teppich auszurollen. Mit dem
01:14Rabattcode Thema erhaltet ihr 40% Nachlass für maximal vier Tickets zu kaufen bei
01:20theaterimpark.at. 40% Rabatt mit dem Code Thema. Nur solange der Vorrat reicht.
01:2714. September 19.30 Uhr. Thema des Tages live. Amerikas Schicksalswahl im Theater im Park.
01:33Großartige Kulisse.
01:33Wir freuen uns riesig auf die Aufzeichnung und auch darauf, euch kennenzulernen.
01:37Und am Sternenhimmel im Park.
01:39Das wird wirklich großartig. Ich freue mich auch riesig.
01:42Harald Oberhofer vom WIFO ist heute hier im Standard Podcast. Grüße Sie, Herr Oberhofer.
01:46Guten Tag.
01:47Herr Oberhofer, wenn wir an den Iran und die angrenzenden Golfstaaten denken, dann denken
01:52sehr viele zuerst an das Thema Öl. Und das ist wahrscheinlich gleich die dringendste Frage
01:56für die Weltwirtschaft. Wie sieht es denn mit der Entwicklung des Öl- und Gaspreises aus
02:00aufgrund der Kämpfe? Wie reagiert der Markt?
02:02Also zunächst haben wir natürlich direkt nach dem Angriff, der war ja am Wochenende,
02:07jetzt am Montag, dann Beginn der Börsenwoche, steigende Preise bei Öl und vor allem bei Gas
02:14gesehen. Das hat auch damit zu tun, dass der Iran ja angekündigt hat, die Straße von
02:19Hormuz, das ist die Engstelle im persischen Golf, über die eben die Öl- und Gaslieferungen,
02:25die über Tanker geliefert werden, typischerweise passieren, dass diese Straße vom Iran gesperrt
02:31wird und damit die Tanker nicht durchkommen und deshalb die Menge am internationalen Markt
02:36letztlich fehlt. Und das führt zunächst natürlich mal zu einer Reaktion, dass die Preise steigen.
02:40Das heißt, es ist keine unmittelbare Knappheit, das ist die Sorge dafür, dass es so weit kommen
02:44könnte?
02:45Ganz kurzfristig ist es kein Thema der Knappheit, es ist mal zumindest ein Szenario, dass das
02:50fehlen könnte und das wird halt zunächst sofort eingepreist. Und das ganz große Thema,
02:55ist natürlich immer bei solchen großen Auseinandersetzungen die Unsicherheit, die
02:58dadurch entsteht. Und Unsicherheit führt eben auch zu Marktreaktionen.
03:03Es ist ja relativ schwierig für uns jetzt irgendwelche Prognosen zu treffen, da wir einfach
03:06nicht wissen, was Donald Trump im Weißen Haus oder Benjamin Netanyahu in Israel oder
03:10dem Mueller-Regime noch einfällt, wie denn dieser Krieg weitergeht. De facto können
03:14man nur ein paar Szenarien durchspielen, beispielsweise jenes, dass die Kämpfe aufhören würden, wie beispielsweise
03:20nach dem Zwölftageskrieg, nach zwölf Tagen ist wieder Ruhe. Was würde denn das tatsächlich
03:24für die Weltwirtschaft bedeuten? Sind wir dann mit einem blauen Auge davongekommen, wie
03:28bereits vergangenes Jahr?
03:29Auf alle Fälle. Also wenn der Konflikt relativ kurz geht, dann sind die großen Effekte der
03:35Auseinandersetzung nicht zu erwarten. Es gibt eine Ausnahme, die im Raum steht und das auch
03:40explizit vom Iran versucht wird. Das ist Produktionskapazitäten dauerhaft zu zerstören,
03:45durch Angriffe auf Förder- und Raffinerieanlagen in den arabischen Nachbarstaaten des Irans.
03:51Das könnte natürlich unabhängig davon, wie lange es dauert, ein mittelfristiges Problem
03:55werden, wenn einfach weniger Gas und Öl in der Region gefördert werden kann, weil die
04:00Produktion zerstört ist. Das müsste dann neu aufgebaut werden, das würde eine Zeit lang
04:03dauern. Das ist sicher etwas, was wir sehen, was der Iran explizit versucht, weil der Iran
04:08hat natürlich jetzt ein Interesse an hohen Preisen und an dieser Unsicherheit, um sozusagen
04:13Druck aufzubauen.
04:15Gut, der Iran will ja selber Öl verkaufen. Ist das der Grund, warum er Interesse in diesen
04:18Höhenpreisen? Dazu ganz verstehe ich nämlich nicht, warum er diese Öl-Raffinerien seiner
04:23Nachbarstaaten tatsächlich angreift. Ist das pure Rache? Ist das Chaos stiften wollen?
04:27Das ist natürlich, zum einen ist es Rache, zum anderen geht es natürlich schon um die
04:31ökonomische Basis dieser Nachbarländer. Die sind ja sehr stark von den Verkäufen dieser
04:35Produkte, der Energieträger abhängig und wenn ich die zerstöre, dann schade ich meinen Nachbarn,
04:42die ja, und das ist halt die Perspektive des Irans, dadurch, dass es Militärbasen in diesen Staaten
04:46gibt, sozusagen, in diesem Konflikt Feinde sind.
04:49Sie haben es vorher schon angesprochen, die Straße von Hormuz. Geben Sie uns vielleicht
04:53ganz kurz noch einmal einen Rückblick, beziehungsweise eine Erklärung, warum denn diese Straße so
04:57extrem wichtig ist. Man liest überall, die Straße wird möglicherweise gesperrt, aber
05:01what's the deal? Warum ist das so bedeutend?
05:03Naja, geografisch ist das einfach eine Meerenge, die rund 20 Kilometer breit ist und das ist
05:07eben dann ein Bereich, den man kontrollieren kann, sozusagen, wo man Blockaden verhängen kann
05:13oder es zumindest versuchen kann. Auf dem offenen Meer jetzt Schiffe zu stoppen, ist im
05:16Regelfall nicht so einfach und das kann ich auch nicht so, das kann ich dann leicht umfahren,
05:20aber durch diese Meerenge, durch diese Straße müssen eben alle Tanker, die zu den arabischen
05:25Nachbarstaaten und eigentlich auch zum Iran wollen, um Öl oder Gas aufzunehmen und es dann
05:31vor allem hauptsächlich nach Asien zu transportieren. Ein bisschen auch nach Europa, aber vor allem
05:36nach Asien zu transportieren. Und wenn ich das blockiere, dann nehme ich alles, was eben aus
05:41dieser Region an Produktion kommt, aus dem Markt. Und das ist beträchtlich, das sind
05:4420 Prozent sowohl bei Gas als bei Öl, die da jeden Tag durch müssen.
05:49Also wirklich gesperrt ist es ja nicht. Ich glaube, es geht ja eher um diese Drohkulisse,
05:52dass etwas mit den Reedereien passieren könnte und die Versicherungen springen dann eigentlich
05:56ab.
05:56Das ist, was dann passiert ist tatsächlich. Durch die Drohung sind vor allem westliche Versicherungen
06:02für westliche Reedereien, haben ihre Versicherung zurückgezogen und dann nehmen die Reedereien
06:07das Risiko, ohne Versicherung nicht in Kauf da durchzufahren, weil sollten sie dann angegriffen
06:12werden und ein Schaden entstehen, dann bleibt man darauf sitzen. Und das ist ja auch, warum
06:16die Versicherungen ausgestiegen sind. Die sehen jetzt ein so hohes Risiko, dass der Versicherungsfall
06:21eintritt und deshalb sind sie ausgestiegen.
06:24Da reagiert jetzt allerdings gestern Donald Trump darauf in einem Posting, er kündigt irgendwie
06:28Sicherheiten für die Reedereien an. So ganz habe ich diese Ankündigung nicht verstanden.
06:33Sie wissen ja mehr als ich.
06:35Naja, es ist eine Ankündigung über Social Media, aber was er im Wesentlichen gesagt hat,
06:40sind zwei Elemente. Das eine ist, dass eine amerikanische Staatsbehörde die Frechter versichern
06:47könnte, die Tanker versichern könnte, Versicherungen anbieten sozusagen. Der amerikanische Staat springt
06:53über eine Behörde für die privaten Versicherungen ein, bietet den Tankern, den Reedereien diese
06:59Versicherungen an und dann könnte es eben dazu führen, dass sich wieder mehr Schiffe auf dem Weg
07:04machen, weil es den Versicherungsschutz gibt. Und zusätzlich sagt er, wenn es notwendig ist, kann er sich
07:09aber auch vorstellen, dass diese Schiffe dann militärischen Begleitschutz der US Navy kriegen, sozusagen,
07:15dass auch das Risiko, dass tatsächlich ein Schadeneintritt reduziert werden kann.
07:19Und kann das den Ölmarkt beruhigen, beziehungsweise den Gasmarkt, also den Energiemarkt?
07:23Also was wir gestern gesehen haben, sofort nach dieser Ankündigung ist der Ölpreis tatsächlich
07:29deutlich zurückgegangen. Von 84 Dollar Barrel, das Sorte Brent, auf 78. Mittlerweile sind wir
07:37wieder auf 83, weil natürlich das jetzt alles noch nicht so klar ist und immer so viel
07:41Unsicherheit im Markt herrscht. Aber man hat schon gesehen, die Ankündigung hatte einen
07:45kurzfristigen Effekt. Was wiederum auch bedeuten würde, wird das dann tatsächlich umgesetzt?
07:50Jetzt wird es wohl auch zu einer Entspannung am Markt führen können, weil eben dann auch
07:54wieder das Angebot besser gesichert wäre.
07:57Sie haben vorher schon gesagt, dass die Straße von Hormuz ja für Europa, zumindest für die
08:01Gas- und Ölversorgung, jetzt nicht so entscheidend ist wie beispielsweise für Asien. Da geht es
08:05um 10 Prozent, glaube ich, sind es in Europa. Könnte man sich denken, naja gut, was ist das
08:11große Drama? Uns wird es ja nicht sonderlich treffen.
08:13Naja, das haben wir 2022 weltweit auch gesehen. Da hätte ja Asien und die USA sagen können,
08:19es ist kein großes Drama, wenn es in Europa ein Energiethema gibt mit Russland und den
08:25EU-Staaten. Letztlich ist es aber so, dass sich vor allem bei den Energiemärkten, das sind
08:30global vernetzte Märkte und es bildet sich ein Weltmarktpreis. Und das heißt, wenn irgendwo
08:34auf der Welt größere Kapazitäten ausfallen, dann versuchen die Länder, die direkt von diesen
08:40Ausfällen betroffen sind, Alternativen zu finden. Und dann ist die Nachfrage nach dem
08:46geringeren Angebot sozusagen größer und das treibt natürlich den Preis.
08:50Das heißt, wenn in Asien das Gas oder das Öl knapp ist, dann wird es auch für uns in Europa
08:55teurer werden.
08:56Genauso ist das, wie es in einem global vernetzten Markt funktioniert ist. Es geht um das Gesamtangebot
09:02über die ganze Welt und die Nachfrage, die alle Staaten der Welt oder alle Wirtschaften der Länder nach
09:10diesen Energieimporten haben und das setzt letztlich den Preis fest.
09:15Ist dieser Konflikt im Iran bzw. dieser Krieg erneut ein Weckruf vielleicht auch für uns, mehr auf Erneuerbare zu setzen
09:23und uns von solchen Trends unabhängiger zu machen?
09:26Man könnte ja annehmen, man hat 2022 seine Lektion gelernt, jetzt schlittert man wieder in dasselbe Szenario mehr oder weniger
09:32rein.
09:33Ja, sicher. Ich meine, das ist ja auch, auf dem Weg befinden wir uns ja, den Ausstieg aus fossilen Energieträgern.
09:41Solange der aber nicht vollkommen gelungen ist, sind wir natürlich zum gewissen Grad abhängig davon.
09:45Und es ist halt jetzt noch ein Zeitpunkt, wo wir noch fossile Energieträger stark benötigen.
09:51Wir müssen auch feststellen, natürlich die amerikanische Politik hat sich da auch deutlich geändert.
09:55Also da ist ja gerade fossile Energieträger, wird ja von Donald Trump aus das Zukunftsthema gesehen und nicht die Erneuerbaren,
10:02sondern ein Rückschritt.
10:04Und insofern ist das halt ein Thema, dass man, wenn man von Produkten abhängt, die man nicht selbst herstellt und
10:13die werden am Weltmarkt knapp, dann wird man davon betroffen sein.
10:16Aber könnte das vielleicht auch gerade in den USA für politische Verwerfungen führen, wenn eben der Ölpreis aufgrund eben des
10:23eigenen, selbst angezettelten Krieges oder selbst gestarteten Krieges so weiter steigt?
10:27Ja, das ist ein ganz wesentlicher Punkt.
10:30Also zunächst könnte man ja sagen, die USA können mit höheren Preisen ganz gut leben, weil die USA sind Nettoexporteur
10:36von fossilen Energieträgern.
10:37Die exportieren mehr Öl, als sie importieren und bei LNG ist das noch deutlicher der Fall.
10:42Also ein sehr großer Exportüberschuss von Flüssiggas aus den USA in die Welt.
10:48Das heißt, die Unternehmen in den USA würden von höheren Preisen profitieren.
10:52Das Problem dabei aus der amerikanischen Perspektive ist aber, es steigen auch die Preise in den USA.
10:57Zwar nicht so stark aktuell wie in Europa, aber sie steigen auch.
11:01Und im Herbst sind Wahlen.
11:02Und Donald Trump hat die Wahl gewonnen und das weiser, weil Joe Biden in seiner Amtszeit eine sehr hohe Inflationswelle
11:09gehabt hat, so wie wir alle, aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine.
11:13Und wenn Donald Trump jetzt einen Krieg führt, der dazu führt, dass die Preise in den USA steigen, dann schaut
11:19es für die Republikaner im Herbst ganz schlecht aus.
11:21Und das ist meiner Meinung nach auch die Motivation, warum er jetzt auch relativ früh schon gesagt hat, dass ihm
11:27das Problem mit der Straße von Hormuz bewusst ist und er das lösen wird.
11:31Aber wenn Sie jetzt sagen, Sie haben vorhin gesagt, der Ölpreis ist gleich mal wieder zurückgegangen, nachdem er eben diese
11:36Ankündigung gemacht hat, die Reedereien selbst zu versichern oder staatlich zu versichern und vielleicht auch militärisch zu begleiten.
11:41Hat er denn tatsächlich faktisch die Möglichkeit, die Preise wirklich über einen längeren Zeitraum, sollte dieser Krieg lange andauern, nach
11:47unten zu halten?
11:49So ganz unbegrenzt ist ja sein Einfluss und seine Macht auch nicht.
11:53Nein, also die Frage letztlich für die Weltmarktpreisentwicklung sind zwei Komponenten, würde ich sagen.
11:58Die eine ist die Unsicherheit.
12:00Solange der militärische Konflikt weitergeht, werden die Preise höher sein und sie werden auch deutlich volatiler sein.
12:08Also mal die Ausschläge nach oben und nach unten werden stärker sein.
12:11Je nachdem, was irgendwie passiert, weil halt ständig sich...
12:13Das werden wir nicht wissen, ja.
12:15Genau, weil sich halt ständig die Rahmenbedingungen und die Lage ändert, weil da wieder ein Angriff stattfindet oder dort irgendwas
12:20passiert und das sofort wieder irgendein Signal an die Märkte sendet.
12:24Das ist das eine.
12:25Und das andere ist, ist die Frage letztlich, gibt es danach, wenn das zu Ende ist oder gibt es auch
12:31im Rahmen eines militärischen Konflikts eine Möglichkeit,
12:34dass der Handel und die Produktion von diesen Energieträgern, Öl und Gas, relativ friktionslos weiterlaufen kann?
12:41Im Moment ist das nicht der Fall, weil die Straße gesperrt ist, weil Produktionsanlagen beschossen werden.
12:46Wenn es den USA und den Verbündeten im arabischen Raum gelingt, das zu sichern sozusagen, dass es mit weniger Friktionen
12:55wieder möglich ist,
12:56diese Menge am Weltmarkt anzubieten von Öl und von Gas, diese 20 Prozent, die aus der Region kommen, dann wird
13:02das den Preis wieder reduzieren.
13:03Allerdings, das ist auch klar, es wird mit höheren Kosten verbunden sein.
13:07Wenn der Staat einspringen muss als Versicherung, zeigt das ja schon, dass wir hier ein Problem haben,
13:13weil die privaten Versicherungen das Risiko so hoch einschätzen.
13:16Und das wird sich typischerweise dann natürlich auf die Transportkosten auswirken und damit auch wieder auf den Preis.
13:22Kann sich das finanziell irgendwie ausgehen, irgendwie lohnen, wenn ich unter Anführungszeichen sogenannte Green Zones für meine Ölraffinerien brauche
13:28und die mit ihm sehr viel Geld und Manpower irgendwie beschützen muss.
13:32Kann man nicht vorstellen, dass sich das rendiert?
13:34Ja, das ist natürlich eine Abwägung.
13:38Das musste dem amerikanischen Präsidenten bewusst gewesen sein und auch dem Militär,
13:43dass der Iran so reagieren wird, wenn er angegriffen wird.
13:46Das ist letztlich das Offensichtlichste, was der Iran machen kann, ist die Sperre der Straße von Hormuz,
13:52weil eben das auch militärisch relativ leicht unsicher machbar ist, weil es eben nur 20 Kilometer breit ist
13:58und man damit de facto auch nicht Schiffe braucht, sondern vom Iran aus direkt sozusagen eine Bedrohung für die Schiffe
14:05in dieser Meerenge darstellen kann.
14:07Und das andere, dass die Verbündeten der USA in der Region auch zum Ziel werden können,
14:13einer möglichen Antwort des Irans, das hätte man wohl in den Planspielen sicher auch mitkalkuliert.
14:18Und insofern muss das eine Abwägung der Kosten-Nutzen-Rechnung sein.
14:22Aber natürlich führt das im Vergleich zu einer Situation ohne Krieg jetzt mal zu höheren Kosten.
14:28Wir haben jetzt sehr viel über Frachter gesprochen, die eben Öl und Gas transportieren.
14:32Es gibt aber natürlich auch die vielen Containerfrachter, die da jetzt nicht mehr durchfahren könnten.
14:36Wie entscheidend ist deren Durchkommen?
14:38Ich glaube, die fahren jetzt über das Kapitän der guten Hoffnung, also einen extrem langen Umweg
14:42für die Weltversorgung und auch für die Weltwirtschaft.
14:44Also die Straße von Hormuz und der Persische Golf sind jetzt für die Frachtrouten,
14:50die Containerschiffe international nicht bedeutsam.
14:52Was hierbei entscheidend ist in der Region, ist das Rote Meer und das US-Kanal.
14:58Und da gibt es im Jemen die Houthis, die ja schon seit Jahren immer wieder für Unruhe im Roten Meer
15:03sorgen.
15:03Das sind verbündete Milizen des Irans.
15:06Und hier ist natürlich die Sorge, dass die haben immer wieder im Roten Meer Schiffe angegriffen in den letzten Jahren.
15:11Und die Sorge ist hier, das könnten die wieder tun und auch versuchen, irgendwie die Zufahrt zum Suezkanal zu blockieren.
15:19Und wenn das eintreten würde, wäre es natürlich für die Weltwirtschaft noch einmal eine dramatischere Situation,
15:25weil de facto der gesamte Containerverkehr, Frachtverkehr für Güter, also für Waren zwischen Europa und Asien
15:34über dieses Nadelöhr gemacht wird.
15:36Wir hatten den Suezkanal schon mal blockiert vor ein paar Jahren, weil ein Schiff dort stecken geblieben ist.
15:40Das war tatsächlich eher unabsichtlich.
15:42Das war unabsichtlich. Also insofern haben wir daraus gelernt, was passiert.
15:45Es wird dann eben über das Kap der guten Hoffnung umfahren.
15:48Das heißt ganz rum um Afrika.
15:50Was letztlich bedeutet, dass die Kosten für den Transport höher sind und auch die Lieferzeiten um ein bis zwei Wochen
15:56für jedes Schiff die Fahrtlänge ist.
15:59Und insofern es dazu Disruptionen in den Handelsbeziehungen kommen kann,
16:03vor allem wenn ich Vorleistungen habe, auf die ich warte und länger warte,
16:07dann kann das halt wirtschaftliche Folgeeffekte haben.
16:10Das heißt, wir haben jetzt mehrere kleine Nadelöhrer, die in Gefahr sind, blockiert zu werden,
16:15um den Welthandel, die Weltwirtschaft ordentlich durcheinander zu wirbeln.
16:18Wenn man sich das vielleicht auf einem Atlas anschauen würde, könnte man irgendwie zu dem Schluss kommen,
16:23naja vielleicht war diese Idee tatsächlich gar nicht so schlau oder sich darauf zu verlassen.
16:29Ja, also letztlich sagt uns die Geografie halt, wenn ich die kürzesten Wege nehmen will und das möchte ich halt
16:35um ökonomisch am effizientesten
16:40und am günstigsten den internationalen Handel betreiben zu können,
16:45dann habe ich halt solche Nadelöhre, die wurden auch bewusst ja angelegt, um eben Frachtlieferzeiten zu reduzieren historisch.
16:52Das hat uns schon sehr viel Wohlstand gebracht, aber natürlich in Zeiten, wo dann diese Nadelöhre strategisch unter Druck gesetzt
17:02werden,
17:02um Schaden zu erzeugen, das ist halt die Möglichkeit, die dann besteht.
17:05Wenn wir auf Österreich blicken, wie sehr würden denn gestiegene Energiepreise,
17:11das unter Anführungszeichen zarte Wachstumspflänzchen, das wir jetzt in Österreich endlich wieder verzeichnen können,
17:16mehr oder weniger zertrampeln?
17:19Natürlich sind gestiegene Energiepreise, jetzt wenn wir annehmen, dass das dauerhaft so wäre,
17:24dann wird das auf die Inflation durchschlagen, das ist vollkommen klar, es wird die Produktionskosten erhöhen.
17:29Insofern ist das für die Wirtschaft schlecht und würde auch das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen.
17:35Was man aber jetzt vielleicht im Vergleich zur Situation von 2022 sagen kann,
17:40ist, wir sind in Österreich nicht direkt stark abhängig von den Energieimporten aus dieser Region.
17:48Sie sind für uns nicht so bedeutsam.
17:50Die russischen Energieimporte waren maßgeblich bedeutsam.
17:54Die ganze Welt ist jetzt von diesem Problem betroffen.
17:57Also wenn wir ähnlich gut umgehen als der Rest der Welt,
18:00dann werden wir keinen größeren Schaden haben als der Rest der Welt.
18:03Aber dass ein ökonomischer Schaden entstehen kann, das hängt wie im Moment alles von der Dauer und dem Ausgang dieses
18:10Konflikts ab.
18:11Wie schaut es inflationsmäßig in Österreich aus? Wie gefährdet sind wir hier?
18:15Natürlich höhere Energiepreise. Energie ist Teil des Warenkorbs und rein mechanisch,
18:20wenn der Ölpreis steigt und der Gaspreis steigt, werden wir eine höhere Inflationsrate haben.
18:26Es gibt so eine Faustregel, die ungefähr sagt, wenn der Ölpreis um 10 Prozent steigt,
18:30dann steigt die Inflation um 0,2 Prozentpunkte.
18:33So in dieser Größenordnung kann man sich da irgendwann mal bewegen in einer ersten Annäherung.
18:38Aber das unterstellt natürlich, dass die Preise dauerhaft höher werden.
18:42Und es ist halt letztlich im Moment aus meiner Sicht überhaupt nicht absehbar,
18:47wie lange das jetzt so ist und ob nicht vielleicht doch,
18:50weil wir eben dieses Beispiel von gestern gesehen haben,
18:52wenn es den USA gelingt und den Verbündeten die Kapazitäten aus dem arabischen Raum,
18:58dem Weltmarkt wieder zugänglich zu machen,
19:00dann wird es nicht so ein großes Problem sein.
19:03Wenn das nicht gelingt, dann kann es natürlich dauerhaft schon auf das Wachstum drücken.
19:08Es gibt zwei wichtige Player in der Region, nämlich Russland und China.
19:12Und wenn Sie vorher gesagt haben, dass der Ölpreis steigen könnte,
19:17würde ich mal davon ausgehen, Russland profitiert und China als Importeur hat eher keine große Freude damit.
19:22Sehe ich das richtig?
19:22Das sehen Sie vollkommen richtig.
19:25Das ist auch ein wesentlicher zweiter Aspekt, warum man ein bisschen positiver sein kann,
19:31als das vielleicht im Moment so aussieht.
19:34Russland freut sich natürlich über höhere Preise für Energie,
19:38weil das auch sozusagen dem Budget hilft und damit der Möglichkeit,
19:42den Krieg in der Ukraine weiterzuführen und vielleicht noch rauszudehnen.
19:45Bei China ist es fundamental anders.
19:48China bezieht eben vor allem auch Energie aus dieser Region.
19:52Also China ist direkt betroffen.
19:53Und China ist ein großer Energieimporteur von Öl und von Gas.
20:00Und China ist der wichtigste Verbündete, der dem Iran noch geblieben ist.
20:05Und insofern hat China natürlich auf der politischen Ebene eine Möglichkeit,
20:10und dafür gibt es auch schon Signale, dass beispielsweise in den letzten Tagen
20:15Tanker, die für China bestimmt wurden, durchgelassen wurden durch die Straße von Hormuz,
20:21also einfach nicht beschossen werden, sich melden.
20:23Es ist also keine vollkommene Blockade.
20:26China hat ein Rieseninteresse, diese Energielieferungen zu kriegen.
20:29Und insofern decken sich eigentlich jetzt, was das Energiethema betrifft,
20:34die Interessen der USA mit denen von Chinas.
20:37Und insofern ist das eine Situation, wo zwei ganz große Mächte irgendwie einen Einfluss
20:42auf die weitere Entwicklung nehmen können.
20:44Die USA über militärische Fragen und eben über das, was jetzt versicherungstechnisch
20:49vorgeschlagen wurde und China über den politischen Druck auf den Iran.
20:53Wer ist denn eigentlich, abgesehen von China, noch ein großer Abnehmer von iranischem Öl?
20:57Es ist ja schwer sanktioniert auf der ganzen Welt, aber einige umgehen das.
21:01Wer zahlt da quasi dem Iran jetzt noch mehr als vorher?
21:04Also das ist natürlich bei der Umgehung immer so das Problem, dass man es nicht genau weiß.
21:09Wir wissen halt aus der Erfahrung und auch aus den Sanktionen gegenüber Russland,
21:15dass halt im Regelfall sind das vor allem China und Indien,
21:18die halt günstigere Energieimporte gerne beziehen.
21:22Das hat jetzt damit zu tun, also Indien im iranischen Fall weiß ich jetzt konkret nicht,
21:26kann über Umwege durchaus der Fall sein, muss aber auch nicht der Fall sein.
21:30Aber letztlich geht es da diesen beiden Volkswirtschaften darum,
21:36Energieimporte zu einem Abschlagspreis zu kriegen, der billiger ist.
21:39Weil es eben sanktioniert ist, kann man es dann auch billiger beziehen,
21:41weil man der Einzige ist, der es bezieht.
21:43Das ist natürlich für China in dem Fall besonders interessant.
21:47Und so bedeutsamer ist es, dass das weiterhin geschehen kann.
21:50Und insofern hat China ein sehr großes Interesse.
21:53Und was für weitere Profiteure sehen Sie, die aufgrund dieses Krieges entstanden sind?
21:59Also wer profitiert noch?
22:00Also profitieren tut in Wahrheit niemand.
22:03Die Rüstungsindustrie?
22:04Bitte?
22:04Die Rüstungsindustrie?
22:05Naja, die Rüstungsindustrie ist natürlich ein Thema,
22:10aber das ist schon länger ein Thema, seit wir verstärkt wieder militärische Konflikte sehen
22:16und auch sehen, wie die NATO-Mitgliedslände ihre Budgets erhöhen
22:20und wie über Verteidigung grundsätzlich geredet wird.
22:22Das wäre auch wohl jetzt passiert, ohne den Angriff der USA auf den Iran.
22:28Aber letztlich, wie es bei Kriegen immer ist, zunächst entsteht ein ökonomischer Schaden.
22:35Es gibt Studien von, eine Studie von Kolleginnen vom VIVO mit dem WEW und der Drexel University,
22:42die zeigen würden, was das Potenzial wäre, wenn Indien, Entschuldigung,
22:46wenn der Iran in die Weltwirtschaft integriert werden könnte.
22:50Also für ein positives Szenario, wenn der Krieg dazu führen würde,
22:55dass man nach dem Krieg die Sanktionen aufheben könnte,
22:58dann wäre das für Europa sogar gut, für den Iran natürlich besonders gut.
23:01Aber da gibt es Schätzungen, die sagen, dass würde unser BIP um 0,5 Prozent erhöhen.
23:06Warum?
23:07Wir hätten einen zusätzlichen Lieferanten für niedrige Energie
23:10und ein relativ großes Land, das Potenzial hat.
23:13Gut, ein weiterer Lieferant, da gibt es Konkurrenzdenken.
23:18Da gibt es auch einige, die wahrscheinlich damit eher keine Freude hätten, oder?
23:21Sicher.
23:23Interessanter Punkt natürlich an dieser Stelle.
23:27Wie groß sehen Sie denn derzeit, Sie haben jetzt eben diese Lage skizziert,
23:31und ganz so schlimm wie 2022 scheint es ja noch nicht zu sein,
23:35da steckt sich, was Sie sagen, ja auch mit der Meinung sehr vieler anderer Experten,
23:38auch auf der Standard.at gibt es da beispielsweise aktuell gerade einen Artikel,
23:41wir packen den in die Shownotes,
23:42aber wie hoch erachten Sie den Druck auf die verschiedenen Kriegsparteien einzulenken,
23:48beziehungsweise wer sitzt hier, rein wirtschaftlich gesehen, jetzt gar nicht militärisch,
23:52am längeren, beziehungsweise am schwereren Hebel?
23:54Also an und für sich ist die Auseinandersetzung sehr asymmetrisch.
23:58Ja natürlich, militärisch aufgeteilt.
24:00Militärisch und auch jetzt in der Region betroffen ist es halt der Iran gegen alle Nachbarn mittlerweile sozusagen.
24:07Und das ist auch eine Frage, wie lange die arabischen Staaten sich noch relativ defensiv verhalten.
24:12Die werden ja angegriffen und haben jetzt die meisten davon noch nicht wahnsinnig stark darauf reagiert.
24:18Und insofern, Druck hat natürlich der amerikanische Präsident auch, er muss ein Kriegsziel erreichen.
24:25Das sollte er wahrscheinlich so schnell wie möglich erreichen.
24:27Das müsste er mal definieren.
24:28Das müsste er auch mal definieren, das sollte sich nicht jeden Tag ändern.
24:32Was halt in den USA immer klar ist, es ist eigentlich in der Bevölkerung nicht wahnsinnig populär,
24:37im Ausland aktiv zu sein, Soldaten zu schicken, tote Amerikaner zu haben,
24:43in einer Region, die man sich nicht vorstellen kann, warum die für die USA bedeutsam sein könnte.
24:48Es gibt ein Verständnis dafür, wenn die USA bedroht sind durch dieses Land,
24:52das ist das Argument Atomprogramm des Irans, dass man das dann tun muss.
24:57Aber auch aus der Erfahrung der letzten 20 Jahre möchte die Bevölkerung kein langes militärisches Engagement.
25:03Und man möchte es vor allem nicht, wenn es dann auch Kosten in den USA verursacht,
25:07wie wir vorher gesprochen haben, wenn das in den USA die Inflation antreibt,
25:11dann wird das sehr schnell sehr großen Druck auf Donald Trump erzeugen.
25:14Und insofern haben natürlich beide Seiten einen großen Druck.
25:20Und letztlich ist es dann eine Frage, was ist das Ziel und wie weit geht man?
25:26Ich finde es sehr interessant, wir haben mit Kollegin Gudrun Harer am Wochenende gesprochen,
25:30also mit unserer ehemaligen Kollegin Gudrun Harer.
25:33Und sie hat gesagt, dass das Geschäftsmodell Dubai und dieser anderen Anrainerstaaten
25:38mehr oder weniger aufgrund des Konfliktes jetzt im Eimer sei.
25:41Das heißt, man hat internationale Investoren, auch Bewohner quasi angelockt mit Sicherheit,
25:46mit Steuervergünstigungen, aber natürlich auch mit dem Versprechen, dass einem nichts passiert.
25:50Und jetzt geht es auf einmal in der Region rund.
25:53Wie groß ist der Schaden denn rein, unter Anführungszeichen, publicity-mäßig für diese Länder und Städte?
25:59Ja, ist es natürlich. Das waren große Wachstumsregionen geboomt in den letzten Jahren.
26:05Die Region ist auch als Drehscheibe wahnsinnig bedeutsam geworden.
26:10Wenn man sich das anschaut, die drei großen Flughäben von Abu Dhabi, Dubai und so weiter,
26:17die sind zentral für den internationalen Flugverkehr, weil man innerhalb von acht Stunden
26:22zwei Drittel der Weltbevölkerung von dort erreichen kann.
26:25Also das ist wirklich ziemlich ein Zentrum sozusagen.
26:28Das hat dazu geführt, dass der Passagierverkehr sehr stark darüber geleitet wird,
26:33wo wir jetzt ja auch die Probleme haben mit den gestrandeten Österreicherinnen und Österreichern zum Beispiel,
26:39aber auch im internationalen Frachtverkehr, Flugfrachtverkehr ist das zentral.
26:43Wenn ich hochpreisige oder zeitkritische Produkte über das Flugzeug in der Weltwirtschaft herum schicken möchte,
26:51dann war das auch ein wesentlicher Hub dafür.
26:54Und das ist im Moment nicht wirklich gut möglich wegen der Situation.
26:57Für die Frage, was bedeutet das für diese Region und als Wirtschaftsraum mittelfristig,
27:02hängt es natürlich ganz stark davon ab, wie das ausgeht.
27:05Wenn der Konflikt so ausgeht, dass man danach einen freundlicheren Iran als Nachbar hat,
27:11kann danach sogar die Sicherheitslage noch besser sein, als sie vorher war.
27:15Wenn das aber instabil wird und man nicht weiß, wie das dort ausschaut
27:20und es ständig zu kleineren Konflikten kommen könnte, dann ist es natürlich ein Problem.
27:25Sie haben es jetzt schon angesprochen, der Flughafen, das ist ja auch ein großes Tourismusproblem.
27:29Das ist ja ebenfalls etwas, was man immer wieder liest,
27:31dass der touristische Schaden extrem groß sei. Wie groß?
27:36Ist natürlich groß im Moment, kann man den nicht machen.
27:40Vielleicht muss man grundsätzlich sagen, dass das schon alles betrifft.
27:46Also in Situationen, wo es im Kriegszustand herrscht,
27:49ist ein normales wirtschaftliches Aktivsein nicht möglich,
27:52sind normale Aktivitäten eingeschränkt, ist wirtschaftliches Handeln eingeschränkt.
27:56Das wird sich natürlich auch auf die Wirtschaftsentwicklung des gesamten arabischen Raums dort auswirken,
28:02dass im Moment einfach normales Leben und damit normales Wirtschaften nicht möglich ist
28:08und solange die Situation so unsicher bleibt, auch auf absehbare Zeit nicht möglich ist.
28:12Und das erzeugt dann einen Schaden in allen Bereichen.
28:15Natürlich ist der Tourismus dort gerade um diese Jahreszeit relativ bedeutsam.
28:19Das stimmt, aber es geht da um viel mehr.
28:21Es sind ja auch KI-Firmen dort, es sind ganz viele Investmentbanks dort.
28:24Also es ist einfach ein Raum, oder es ist ein Raum,
28:31der für international tätige Unternehmen massiv attraktiv geworden ist,
28:35auch für High-Income-Personal dieser Unternehmen,
28:42weil eben das Steuersystem auch so interessant war oder ist und so weiter.
28:47Und das ist im Moment natürlich alles nicht möglich
28:49und insofern wird das schon einen negativen Effekt haben.
28:53Da gibt es ja gerade auch in Deutschland eine Diskussion darüber,
28:56dass diese Leute jetzt quasi zurück wollen nach Europa, weil es ihnen doch zu heiß wird.
29:00Da gibt es dann die Gegenreaktion, naja, ihr seid jetzt dort hingezogen eben aufgrund von Steuervermeidung.
29:05Was soll das? Ist es eine Debatte, die man auch führen muss oder nicht?
29:08Aus meiner Sicht, jetzt aus der ökonomischen Perspektive, werde ich diese Debatte nicht führen,
29:13weil ich der Auffassung sein muss, als Individuum kann man sich entscheiden, wo man leben möchte.
29:21Und wenn man dort nicht mehr leben möchte, dann kann man woanders hingehen.
29:25Herr Obhofer, vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihre Einschätzungen heute.
29:27Wir beobachten das natürlich, wie es sich weiterentwickelt im Iran und in der ganzen Golfregion und natürlich auch in Israel.
29:34Vielen Dank für Ihre Zeit und für Ihre Einschätzungen.
29:35Vielen Dank für die Einladung.
29:37Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann abonniert doch Thema des Tages auf der Podcast-Plattform eurer Wahl
29:42oder eben jetzt auch auf YouTube, wo wir immer öfter mit Videopodcasts zu sehen sind.
29:46Kanal abonnieren und die Glocke drücken nicht vergessen.
29:49Ich bin Daniel Retschezeker.
29:50Vielen Dank fürs Dabeisein und bis zum nächsten Mal.
29:53Dabeisein und bis zum nächsten Mal.
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