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  • il y a 6 mois
Was ist Ethik bei Spinoza?
In diesem ersten Teil tauchen wir in die Gedankenwelt von Baruch Spinoza ein und entdecken, warum seine Ethik bis heute als eine der radikalsten Philosophien gilt.
Transcription
00:00Bonjour et bienvenue !
00:02Nous avons nous aujourd'hui quelque chose de très particulier.
00:04Et c'est le Mitschrieb d'une vidéo.
00:07Il y a un philosophe Baruch de Spinoza.
00:10Et notre objectif est aujourd'hui,
00:13de savoir pourquoi il y a de l'écrivain,
00:16il y a de l'écrivain,
00:18il y a de l'écrivain.
00:20Il y a de l'écrivain,
00:22il y a de l'écrivain,
00:23il y a de l'écrivain,
00:24il y a de l'écrivain.
00:26Et cette vidéo,
00:28la décrivain,
00:30il y a de l'écrivain,
00:32c'est pas une histoire de la histoire.
00:34Non, pas.
00:36C'est une vraie décrivain pour notre modernité.
00:38Spinozas' Ideen,
00:40c'est pas que les choses,
00:42c'est pas que les choses.
00:44Et en tant qu'il est toujours encore.
00:46Et pour cela,
00:48nous devons nous allons dans cette époque, ou ?
00:50Dans le 17th.
00:52Et tout, c'est tout.
00:54Il y a tout,
01:02il y a tout,
01:04il y a tout.
01:06Quand j'ai trouvé ça,
01:08il y a de l'écrivain.
01:10Il y a tout,
01:12il y a de l'écrivain.
01:14Il y a pas un né ?
01:16Il y a de la vie,
01:18c'est tout.
01:20Il y a de l'écrivain qui du a convaincité.
01:22C'est bon, c'est bon.
01:52Oui, c'est comme une musique. Une bonne idéologie se sent bien à.
01:56Et la philosophie est le Stœursound, le chère accord, qui prend tout ensemble.
02:03Exact. Philosophie est Dissonance.
02:06La Aufgabe est de ne pas nous dérouiller, mais nous dérouiller.
02:10Elle doit les Risse en dérouiller, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons, les Rissons.
02:16Indem wir uns so gemütlich eingerichtet haben. Eben. Der Professor sagte an einer Stelle, eine Philosophie, die nicht stört, ist im Grunde nutzlos.
02:24Nur noch Dekoration. Bestes Beispiel? Sokrates. Der wurde ja hingerichtet. Von der Demokratie hingerichtet, weil er genau das war.
02:33Eine ständige, nagende Belästigung für die Gewissheiten der Athener.
02:37Er hat ja nicht gesagt, folgt mir, sondern wisst ihr eigentlich, was ihr da redet?
02:42Das trennt ihn dann auch vom typischen Intellektuellen aus dem Fernsehen, der zu allem eine Meinung hat.
02:48Ja, eine ganz scharfe Trennung.
02:49Der Philosoph ist nicht der, der viele Fakten kennt, sondern der, der eine, und das Zitat haben sie fett unterstrichen, existenzielle Tortur schafft.
02:58Das ist eine heftige Formulierung.
03:00Ist es. Aber sie trifft den Kern. Es geht um eine ErschĂĽtterung im Fundament. Und das kann auch mal wehtun.
03:07Und wenn man das als MaĂźstab nimmt?
03:09Dann gibt es kaum ein besseres Beispiel als die Hauptfigur ihrer Unterlagen.
03:14Baruch de Spinoza. Wenn der wahre Philosoph der ist, der diese existenzielle Tortur schafft, dann ist Spinoza ja quasi der Posterboy fĂĽr diese Idee.
03:23Absolut. Sein Leben allein lieĂź sich wie ein Thriller. Die biografischen Details, die sind der SchlĂĽssel.
03:30Er wird mit 23 aus der jĂĽdischen Gemeinde verbannt.
03:33Rausgeworfen. Wegen scheuĂźlicher Ketzereien. Ein Scheren. Ein totaler Bannfluch.
03:40Er wird für vogelfrei erklärt. Seine eigene Familie darf nicht mehr mit ihm reden.
03:45Krass. Und dann ĂĽberlebt er sogar einen Mordversuch.
03:49Auf offener Straße. Ein Attentäter sticht mit einem Dolch auf ihn ein.
03:53Moment mal. Ein Mordversuch. Wegen einer philosophischen Idee. Das muss man sich mal vorstellen.
04:00Das zeigt, wie brandgefährlich diese Gedanken damals wirklich waren.
04:04Was war denn so ungeheuerlich an dem, was er dachte?
04:06Was ihn vielleicht am gefährlichsten machte, war seine Unabhängigkeit.
04:09Ah, und da kommt dieser Punkt aus den Notizen ins Spiel.
04:15Er war Linsenschleifer. Genau. Er hat seinen Lebensunterhalt als Handwerker verdient.
04:20Er hat Linsen fĂĽr die damals brandneuen Mikroskope und Teleskope geschliffen.
04:24Das heißt, er war nicht von Gönnern oder der Kirche abhängig.
04:28Ăśberhaupt nicht. Er hat sogar eine Professur abgelehnt, die man ihm angeboten hat.
04:32Er lebte nicht von seinen Ideen. Er lebte fĂĽr sie.
04:35Und diese materielle Unabhängigkeit gab ihm eine intellektuelle Freiheit, die für seine Zeitgenossen
04:41Undenkbar war. Und bedrohlich. Genau.
04:44Ein Philosoph als Handwerker. Dass er die ganze Sache ungemein.
04:48Und ihre Notizen stellen ihn ja immer wieder Descartes gegenĂĽber, um den Kontrast klarzumachen.
04:53Dieser Kontrast ist fundamental. Descartes ist ja sozusagen der Vater des modernen Denkens.
04:59Ich denke, also bin ich.
05:01Das kennt jeder. Genau.
05:02Das individuelle, denkende Ich steht im absoluten Mittelpunkt.
05:07Und von da aus teilt er die Welt in zwei getrennte Substanzen auf.
05:11Geist und Körper.
05:12Die denkende Substanz, also Geist, Seele und die ausgedehnte Substanz, Materie, Körper.
05:18Und das ist die BĂĽchse der Pandora, oder?
05:20Das ist der Anfang von all den Trennungen, die unser Weltbild bis heute prägen.
05:24Ganz genau.
05:24Geist gegen Körper, der Mensch hier als denkendes Subjekt und da drüben die Natur als lebloses Objekt, das man untersucht.
05:32Gott als Schöpfer außerhalb seiner Schöpfung.
05:35Der Mensch schaut von auĂźen auf die Welt, statt Teil von ihr zu sein.
05:39Das ist die kartesische Weichenstellung, die uns in die Moderne gefĂĽhrt hat.
05:43Mit allen Vorteilen, aber eben auch den katastrophalen Folgen.
05:48Wie der Vorstellung, dass die Natur nur eine Ressource ist, die wir beherrschen und ausbeuten können.
05:54Und jetzt kommt Spinoza und sagt.
05:56Das ist alles ein fundamentaler Irrtum.
05:59Wie meint er das?
06:01Er sagt, es gibt keine zwei Substanzen.
06:03Es gibt nur eine einzige.
06:05Nur eine? Was soll das sein?
06:08FĂĽr Spinoza gibt es nur eine einzige unendliche sich selbst verursachende Substanz.
06:13Und die nennt er Gott oder die Natur.
06:17Deusive Natur.
06:18Das ist die berĂĽhmte Formel.
06:19Das ist die Formel.
06:21Und alles, was existiert, sie, ich, dieser Tisch, ein Planet, ein Gedanke, ein GefĂĽhl, ist keine eigene, getrennte Sache.
06:30Sondern?
06:30Sondern nur ein Modus.
06:33Ein vorübergehender Zustand dieser einen, allumfassenden Realität.
06:37Wir sind keine Substanzen.
06:38Wir sind Wellen im Ozean der Natur.
06:41Aber halt.
06:43Das ist doch eine unglaublich radikale, vielleicht sogar deprimierende Vorstellung.
06:48Wenn ich nur ein vorĂĽbergehender Zustand bin, wie so ein Wirbel im Fluss, wo bleibt da meine Bedeutung, meine Einzigartigkeit, mein freier Wille?
07:00Das fĂĽhlt sich doch erstmal nach einem gewaltigen Verlust an.
07:03Es ist die typische moderne Reaktion und die ist absolut verständlich.
07:07Spinoza würde aber antworten, dass die Idee eines völlig freien Willens eine Illusion ist.
07:12Eine Illusion?
07:14Ja, eine, die aus unserer Unkenntnis der wahren Ursachen unseres Handelns entsteht.
07:20FĂĽr ihn ist wahre Freiheit, nicht zu tun, was man will.
07:24Sondern?
07:24Sondern die Notwendigkeit der eigenen Natur zu erkennen und im Einklang mit ihr zu handeln.
07:31Es ist kein Verlust, sondern die Erkenntnis, Teil von etwas unendlich Größerem zu sein.
07:37Die Welle ist ja der Ozean in einer bestimmten Form.
07:40FĂĽr einen Moment.
07:41Okay, ich fange an zu verstehen, warum Ihre Vorlesungsnotizen behaupten, diese spinozistische Weltsicht werde heute zum einzig möglichen Horizont.
07:51Ja.
07:52Diese Idee der radikalen Verbundenheit, die klingt ja fast wie eine philosophische Blaupause fĂĽr das 21. Jahrhundert.
07:59Gerade im Angesicht der ökologischen Krise.
08:01Genau da liegt der Grund fĂĽr dieses fieberhafte Interesse an ihm.
08:05Spinoza ist gewissermaĂźen der erste groĂźe Systemtheoretiker.
08:09Weil alles zusammenhängt.
08:10Wenn alles ein einziger Organismus ist, dann hat jede Handlung Konsequenzen im ganzen System.
08:16Eine Idee, die uns heute beim Klimawandel täglich begegnet.
08:19Die kathesische Trennung von Mensch und Natur hat die Ausbeutung des Planeten erst ermöglicht.
08:24Und Spinoza bietet quasi das philosophische Gegenmittel?
08:27Genau.
08:28350 Jahre später.
08:30Wir sind nicht die Herren der Natur.
08:31Wir sind die Natur, die zu Bewusstsein erwachsen ist.
08:34Das geht aber ĂĽber Ă–kologie hinaus, oder?
08:37In unserer Welt, die ja von Social-Media-Blasen und Polarisierung geprägt ist.
08:41Absolut.
08:42Wirkt dieser Aufruf, sich als Teil eines Ganzen zu verstehen, ebenfalls unglaublich aktuell.
08:48Es ist eine Philosophie, die Demut lehrt, ohne den Menschen klein zu machen.
08:53Sie fordert uns auf, die Welt aus der Perspektive der Ewigkeit zu betrachten.
08:57Also nicht aus meiner kleinen egoistischen Perspektive.
09:03Sondern als Teil des unendlichen Zusammenhangs von Gott oder der Natur.
09:07Und das ist eine immense geistige Anforderung, was uns direkt zu dem Punkt bringt.
09:12Wenn man sich jetzt, inspiriert hiervon, selbst an Spinozas Werk wagen will,
09:16gibt die Vorlesung ja sehr konkrete Ratschläge.
09:20Sein Meisterwerk, die Ethik, gilt als eines der schwierigsten BĂĽcher ĂĽberhaupt.
09:24Ich muss gestehen, mein Versuch an der Uni endete kläglich auf Seite 5.
09:28Das ist eine fast universelle Erfahrung.
09:31Und der Grund ist der Aufbau.
09:32Der volle Titel heiĂźt ja, die Ethik nach geometrischer Methode dargelegt.
09:37Er baut das auf wie ein Mathebeweis?
09:39Wie bei Euklid.
09:41Mit Definitionen, Axiomen, Lehrsätzen und Beweisen.
09:45Warum um alles in der Welt macht er das denn?
09:48Wollte er angeben?
09:49Oder steckt er mehr dahinter?
09:51Da steckt eine revolutionäre Absicht dahinter.
09:54Im 17. Jahrhundert war die Mathematik der neue Goldstandard fĂĽr sicheres Wissen.
09:59Ah, okay.
10:00Indem Spinoza seine Philosophie in diese Form gieĂźt, sagt er im Grunde,
10:05was ich hier ĂĽber Gott, den Menschen und das gute Leben schreibe,
10:08ist keine bloße Meinung, kein Glaube, sondern …
10:12Es ist so logisch und zwingend beweisbar wie der Satz des Pythagoras.
10:17Ein radikaler Versuch, die Ethik von der Theologie zu befreien.
10:20Okay, und wie knackt man diesen Code?
10:24Die Quelle spricht von zwei Geschwindigkeiten im Text.
10:28Genau.
10:29Da ist die langsame Geschwindigkeit, die formalen, trockenen Beweise.
10:33Daran scheitern die meisten.
10:35Und dann gibt es die schnelle Geschwindigkeit.
10:37Das sind die Anmerkungen, die Zusätze und Vorreden, die sogenannten Scholien.
10:42Und hier verlässt Spinoza die strenge Form.
10:45Und wird zugänglicher.
10:46Viel zugänglicher.
10:48Er erklärt in persönlicher, oft leidenschaftlicher Prosa, worum es ihm eigentlich geht und warum das alles wichtig ist.
10:56Der Lesetipp aus der Vorlesung ist also sozusagen ein Cheatcode.
11:00Erstmal nur diese Scholien lesen, um ein GefĂĽhl fĂĽr das Ganze zu bekommen.
11:04Exakt das ist der Rat.
11:06Lesen Sie das Buch sozusagen von den Rosinen her.
11:09Fangen Sie mit den zugänglichen Teilen an, um die Stoßrichtung zu verstehen.
11:13Und besonders das erste Buch, ĂĽber Gott, wird hervorgehoben.
11:17Ja, denn hier demontiert er systematisch das traditionelle, menschenähnliche Gottesbild.
11:23Einen Gott, der plant, der zirnt, der straft.
11:26Das ersetzt er durch seine unpersönliche, immanente Vorstellung von Gott als Natur.
11:31Und der Vortragende nennt diesen Text einen der gefährlichsten, der je geschrieben wurde.
11:36Und das war er damals auch.
11:37Absolut.
11:38Ein starkes Schlusswort fĂĽr die LektĂĽre.
11:41Wir haben jetzt also die Rolle des Philosophen als Störenfried, Spinozas Leben als gelebte Philosophie und den Kern seiner Idee einer vereinten Realität.
11:50Sein Einfluss ist ja bis heute gewaltig.
11:53Einstein hat ja mal gesagt, er glaube an Spinozas Gott.
11:57Und Nietzsche war euphorisch, als er ihn gelesen hat und meinte, er habe endlich einen Vorläufer gefunden.
12:03Wir ĂĽberlassen Ihnen also einen letzten Gedanken, der direkt aus Ihren Notizen stammt.
12:08Die Vorlesung betont, dass wahre Philosophie eine Art, ja, existenzielle Tortur oder zumindest eine produktive Beunruhigung schaffen sollte.
12:18Spinozas Leben war sicherlich so eine Tortur.
12:22Und seine Ethik zu lesen, kann es auch sein.
12:24Die Frage, über die Sie vielleicht nachdenken können, ist also, verlieren wir in unserer heutigen Welt, die ja voll ist von Informationen, von Algorithmen, die auf Komfort und Bestätigung ausgelegt sind?
12:38Ja.
12:39Verlieren wir da vielleicht die Fähigkeit oder sogar den Willen zu jener anstrengenden, aber fruchtbaren Beunruhigung, die die Philosophie und eben Denker wie Spinoza von uns verlangen?
12:49Verlieren wir in deinem Moment.
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