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  • vor 5 Monaten

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🏖
Reisen
Transkript
00:00Wer die Einsamkeit liebt,
00:29ist in Alaska goldrichtig.
00:32Fünfmal so groß wie Deutschland,
00:35aber gerade mal so viele Einwohner wie Frankfurt.
00:38Das ist Alaska, der nördlichste Bundesstaat der USA.
00:43Der Prinz William Sound ist eine riesige Bucht
00:46mit 5000 Küstenkilometern.
00:49Es gibt nur zwei Städte, Valdez und Cordova,
00:52die unterschiedlicher nicht sein könnten.
00:54Cordova ist der Ort für all jene,
01:00die es besonders abgeschieden mögen.
01:03Wer nach Cordova will, muss mit dem Flugzeug kommen
01:05oder mit der Fähre.
01:07Das dauert vier Stunden.
01:08Kein Auto kann einen hierher bringen,
01:25denn kein Weg führt nach Cordova.
01:30Es gibt zwar eine Straße,
01:33aber die endet gleich hinter der Stadtgrenze.
01:35Die Autos sind alle mit der Fähre hergebracht worden.
01:51Ohne Wasserflugzeug ist man völlig aufgeschmissen
01:54im Prinz William Sound.
01:56Gail Rennie ist eine der wenigen Frauen unter den Fliegern.
02:03Sie macht das schon seit 40 Jahren
02:05und ist immer wieder heil zurückgekehrt nach Cordova.
02:09Darauf ist sie stolz.
02:19Unten am Boden wartet John, ihr Lebensgefährte.
02:22Immer wenn Gail landet, steht er schon bereit.
02:32Ihr kleines Ritual.
02:40Die alte Cessna kann auf dem Wasser und auf dem Boden landen.
02:46John hilft bei der Wartung.
02:49Am liebsten macht Gail aber alles selbst.
02:52Für Gail Rennie ist dies das Paradies.
03:11Eine Gegend ohne Straße.
03:14Eine Gegend für Flieger.
03:15Wir haben unsere Flugzeuge und die Fährverbindungen.
03:23Mehr brauchen wir nicht.
03:26Hier gibt es nicht diese Horden von Menschen,
03:29nicht diese Massen von Wohnmobilen.
03:32Und das ist gut so.
03:33Heute Morgen muss eine Familie geflogen werden.
03:42Raus in die Wälder.
03:44John genügt seine Rolle als Bodenpersonal.
03:51Die Enkelkinder und Gail halten mich richtig auf Trab.
03:53Eine Frau am Steuerknüppel ist in Alaska heutzutage ganz normal.
04:02Frauen wie Gail haben das durchgesetzt.
04:07Sie ist der Boss.
04:09Man muss schon ein ziemlich dickes Fell haben, wenn man mit ihr zusammen ist.
04:21Sie zieht ihr Ding durch.
04:23Aber das ist schon okay und ich störe das nicht.
04:27Wir haben ein schönes Leben hier.
04:28Gail hebt ab, John bleibt auf dem Boden.
04:47So funktioniert die kleine Firma.
04:50Dabei war John selbst ein ganzes Berufsleben lang in der Luft.
04:56Ich zeige euch mal was.
04:58Diesen Helikopter bin ich elf Jahre lang geflogen.
05:04Ich war auf vielen Bergen und an Orten,
05:06die man nicht anders erreicht als mit dem Helikopter.
05:09Wahrscheinlich war ich der erste Mensch,
05:11der an diesen Stellen seinen Fußabdruck hinterlassen hat.
05:20Unberührte Flecken gibt es genug in dieser Gegend.
05:27Unweit von Cordova,
05:28bildet der Copper River sein Delta und mündet in den Prince William Sound.
05:33Hier sucht sich der Copper River Lachs seinen Weg zurück vom Meer in den Fluss.
05:40Und die Fischer von Cordova suchen nach den besten Stellen,
05:44an denen der Lachs ihnen ins Netz geht.
05:47John Platt ist immer einer der Ersten hier draußen.
05:51Er hasst es, in Hektik zu geraten.
05:53Jetzt guck dir den an.
05:59So ein Mist.
06:03Ich will möglichst viel Ellbogenfreiheit um mich rum haben.
06:05Die Fische ziehen hier draußen immer in diese Richtung.
06:11Also sollte möglichst viel Platz zwischen den Netzen sein.
06:15Und dann kommen noch einige auf die letzte Minute,
06:18wie dieser Witzbold da.
06:23John Platt muss rasch eine neue Stelle suchen,
06:27denn er will rechtzeitig sein Netz auslegen.
06:29Um Punkt sieben geht es los.
06:34Meine Uhr hier geht 16 Sekunden vor.
06:39Also muss ich warten, bis sie sieben Uhr und 16 Sekunden anzeigt.
06:43Sonst gibt's 3000 Dollar Strafe.
06:45Wenn du 10 Sekunden zu früh dran bist.
06:56Sie kontrollieren das mit Flugzeugen.
07:02Und wenn sie dich erwischen, dann machen sie Fotos
07:04und schreiben die Nummer vom Boot auf.
07:07Später im Hafen warten sie schon mit dem Strafzettel auf dich.
07:20Zweimal in der Woche dürfen die Fischer
07:23für 24 Stunden die Netze auswerfen.
07:26An den anderen Tagen kann der Lachs ungehindert
07:28ins Flussdelta schwimmen.
07:31John muss sich jetzt beeilen.
07:33Je schneller sein Netz draußen ist,
07:35desto eher lässt sich der erste Fisch fangen.
07:51Dann heißt es warten.
07:55Beim Plaudern mit den Kollegen.
07:59Nicht immer ganz jugendfrei.
08:05Mit meinen Sprüchen müsst ihr klarkommen.
08:08Ich bin nun mal in einer Bar groß geworden.
08:13Bist du nicht in einer Bar gezeugt worden, Bill?
08:20John muss warten.
08:22Und hoffen, dass die Robben
08:23nicht allzu viel aus dem Netz stehlen.
08:25Gail Rennie hat schon wieder den nächsten Job.
08:48Sie soll eine Kiste mit Gemüse ausliefern.
08:50So selbstverständlich, wie man bei uns ein Taxi ruft,
09:01bestellt man hier das Wasserflugzeug.
09:05Die Ladung Gemüse geht an die Crew einer Segeljacht,
09:08die seit Wochen nichts Frisches mehr zu essen hatte.
09:10Die Segler zu finden war nicht schwer.
09:34Dabei hilft der Funk.
09:36Aber an Bord zu kommen ist nicht ganz so leicht.
09:38Gail muss sich ins Schlepp nehmen lassen.
09:53Sie kann nicht einfach an der Yacht festmachen.
09:56Sonst würden ihre Cessna oder der Zweimaster
09:58ein paar üble Schrammen abbekommen.
10:00Schön, dass Sie da sind.
10:18Danke fürs Bringen.
10:20Das hier werdet ihr richtig genießen.
10:23Perfekt, aus Cordova.
10:25Kommen Sie an Bord.
10:26Julia und Patrick aus Seattle
10:30hatten erst ganz andere Urlaubspläne.
10:35Wir waren schon unten in Südmexiko,
10:39aber wir kamen mit der Hitze nicht zurecht.
10:41Und ich rede hier nicht von knapp 30 Grad.
10:46Wir waren früher schon mal hier oben.
10:48Wahrscheinlich ist das das bessere Klima für uns.
10:51Für Julia und Patrick ist es ganz selbstverständlich,
10:58dass eine Frau zu ihnen geflogen kommt.
11:00Dabei musste sich Gail ihre Position hart erkämpfen,
11:04vor allem gegen ihren ersten Boss.
11:05Der sagte zu mir,
11:13Renni, unsere besten Kunden sind doch die Japaner.
11:17Und die wollen nicht von einer Frau geflogen werden.
11:20Auf keinen Fall schminkten sie sich das ab.
11:23Aber irgendwann hatte er einen Piloten zu wenig.
11:28Also habe ich einfach angefangen, das Gepäck einzuladen.
11:31Die Fluggäste folgten mir und dachten, ich sei der Gepäckträger.
11:35Und als alle drin waren, bin ich einfach hinter Steuern geklettert.
11:43Im Flugzeug war Stille, verdutztes Schweigen.
11:46Und dann Gelächter, richtiges Gekicher.
11:49Dann Tür zu und ab. Und das war's.
12:01Gail Renni fliegt dem nächsten Auftrag entgegen.
12:05Die Kaffeepause war ein kleiner Luxus.
12:07Auch mit 72 Jahren ist sie noch jeden Tag in der Luft.
12:11Von morgens früh bis abends spät.
12:13Ein paar Kilometer weiter holt John Platt den ersten Fang des Tages an Bord.
12:24Copper River Königslats.
12:27Die Fische sind voll davon, weil sie so eine lange Reise zurücklegen müssen, wenn sie nicht von John rausgeholt werden.
12:45Die müssen ganz schön schwimmen.
12:58Dieser Bursche hatte wahrscheinlich noch mehrere hundert Meilen vor sich, bis zu der Stelle, wo er ableichen wollte.
13:05Gut 500 Wildlachse holt John Platt an diesem Tag aus dem Flussdelta.
13:21Anderthalb Tonnen Fisch kann er heute am Sammelschiff der Fischfabrik abliefern.
13:25Ja, John, ganz schön was los da draußen.
13:37Tatsächlich?
13:38Tatsächlich?
13:49Drei solcher Säcke hat John zusammengekriegt.
13:534.000 Dollar werden ihm für diesen Tag auf seinem Konto gutgeschrieben.
14:10Ein reicher Mann ist er aber nicht.
14:12John Platt hat Schulden.
14:15Früher hat er auch noch Hering gefischt, sein zweites Standbein.
14:18Doch nach der Ölkatastrophe von 1989 im Prince Williamshound, der Havarie des Tankers Exxon Valdez, haben die Behörden die Heringsfischerei verboten.
14:30Die Bestände sind seitdem einfach nicht mehr groß genug.
14:36Man steigt ins Fischen ein, indem man einem anderen die Lizenz abkauft.
14:40Und der Preis hängt davon ab, wie viel Geld man damit machen kann.
14:49Als ich mich in den Hering eingekauft habe, lief das Geschäft gut.
14:53Also hat mich diese Lizenz fast eine Viertelmillion Dollar gekostet.
14:58Aber seit 1993 darf ich kein Hering mehr fangen.
15:01Hubschrauber sind immer noch die große Leidenschaft von Gales Partner John Tucker.
15:17Im Hangar vertreibt er sich die Zeit damit, wenn sie mal wieder in der Luft ist.
15:22Fast wie früher. Nur eine Nummer kleiner.
15:34Ich fliege die Dinge immer noch.
15:40Ein paar Mal am Tag zieht es John ans Funkgerät.
15:46Nur mal eben hören, ob er sie da draußen erreichen kann.
15:49Einmal hatte Gale einen Motorschaden.
16:00Die Flugsicherung rief mich an und fragte, haben Sie ein Flugzeug da draußen?
16:05Ich sagte, ja. Es müsste schon seit einer halben Stunde zurück sein.
16:11Sie ist raus nach Cattella geflogen.
16:13Sie sagten, wir haben ein Notsignal genau von dort.
16:16Das waren schreckliche Stunden, bis ich endlich wusste, dass es ihr gut geht.
16:28Diesmal kommt Gale ohne Probleme nach Hause.
16:32Pünktlich zum Mittagessen.
16:34Auch das gehört zu Johns Aufgaben.
16:36Essen ist fertig. Leckeren Rotlachs gibt's.
16:45Hier in Cordova steht ein Gericht ganz oben auf der Speisekarte.
16:57Jeden zweiten Tag kommt eine Dose Lachs auf den Tisch.
17:00Ein Kumpel in der Stadt, ein alter Hase, der kocht den Fisch ein.
17:06Für alle seine Freunde. Das ist wunderbar.
17:08Wir kriegen jedes Jahr was davon ab.
17:14Gibt's oft bei uns.
17:17Keine Chemikalien, keine Konservierungsstoffe.
17:21Fisch pur.
17:22In Cordova lieben alle den Lachs.
17:31Und jeder in der Stadt kennt diesen alten Hasen.
17:35Mayland Johnson ist sein Name.
17:37Wie läuft's denn so?
17:49Ganz schön was los.
17:51Ich sorg dafür, dass noch mehr los ist.
17:54Hier ist Fisch für dich.
17:59Das hier sind fünf Rotlachse.
18:01Wie immer ohne Haut und Gräten?
18:08Das kriegen wir hin.
18:09Prima.
18:28Mayland Johnson ist die unumstrittene Nummer eins.
18:31unter den Lachsexperten von Cordova.
18:34Sein großes Geheimnis für perfekten Dosenlachs ist ganz simpel.
18:47Sauberkeit.
18:48Manche lassen den Schleim dran und die Schuppen.
18:52Und dann schmeißen sie das Fleisch in den Schleim
18:54und wundern sich, wenn's fischig schmeckt.
18:56Nicht so bei Mayland Johnson.
19:03Hier ist alles sauber.
19:05Die Fischer bringen ihm den Fisch
19:06und bekommen die Hälfte in Dosen zurück.
19:10Die andere Hälfte kann Mayland behalten
19:13und damit machen, was er will.
19:15Zur Abwechslung kann man sich den Lachs auch räuchern lassen,
19:22bevor er in die Dose kommt.
19:31Geräuchert oder ungeräuchert,
19:33Lachseinkochen kann nicht jeder.
19:35Und Mayland hat lange gebraucht,
19:37um diese Kunst zu perfektionieren.
19:48Die ersten Versuche vor über 30 Jahren
19:51gingen jedenfalls gründlich daneben.
19:54Es war ein Desaster.
19:59Die Kinder wollten es nicht essen.
20:01Ich hab's nicht gegessen.
20:03Nicht mal der Hund wollte es essen.
20:06Dann hab ich irgendwas geändert.
20:08Keine Ahnung, was es war.
20:13Und wir haben es noch mal
20:16ein paar Fischer probieren lassen.
20:21Von da an wollten es alle haben.
20:22Nicht zu viel reinpacken.
20:32Das ist wichtig.
20:34Und dann die richtige Mischung
20:36aus Druck, Temperatur und Zeit.
20:40Das ist es.
20:48Aus diesem Geheimnis
20:50könnte Mayland Johnson
20:51ein kleines Vermögen machen.
20:53Tut er aber nicht.
20:58Ich verschenke viel davon.
21:00An die alten Leute im Ort,
21:02die sich das nicht leisten können.
21:08Das Leben in Cordova ist teuer.
21:10Weil's für uns keine Straße führt,
21:13muss alles mit der Fähre gebracht werden.
21:14Das macht alles teurer.
21:16Sein Alaska-Gold macht Mayland nicht reich.
21:23Keiner ist reich in Cordova.
21:25Dafür haben sie ihre Ruhe.
21:33Und deshalb
21:35No Road.
21:37Keine Straße in Cordova.
21:38Gail Rainey ist nach einem langen Arbeitstag
21:55auf dem Weg nach Hause.
21:57Mit dem Flugzeug
21:58in den Feierabend.
22:00Wenn Gail zur Landung ansetzt,
22:02hat John schon wieder
22:03alles vorbereitet.
22:04Einen Abend wie diesen
22:27muss man einfach draußen genießen.
22:30Denn Alaska ist nicht gerade
22:31ein Sonnenstaat.
22:32Es gibt Sommer,
22:35in denen kommt die Sonne
22:36gerade mal an 10 Tagen
22:37richtig raus.
22:46Die beiden wissen,
22:48was gutes Wetter ist.
22:50Sie sind schon oft
22:51nach Kalifornien
22:52und Hawaii gereist.
22:54Doch nach ein paar Tagen
22:56kriegen sie immer Heimweh.
22:57Wir haben so ein schönes Leben
23:03mit der Fliegerei,
23:05den Enkelkindern,
23:06der Tierwelt.
23:11Und nicht so viele Menschen.
23:16Uns reicht das Notwendigste.
23:17Wir haben Kleidung,
23:19ein Auto,
23:20ein Haus.
23:22Ich muss nicht dauernd
23:23ins Einkaufszentrum rennen,
23:24um irgendwelches Zeugs zu kaufen.
23:25Gibt sie ja auch nicht.
23:28Und es ist nur Zeug.
23:29Bedeutet mir rein gar nichts.
23:31Nicht überall am Prince William Sound
23:45liebt man die Abgeschiedenheit
23:47so sehr.
23:49Valdez,
23:49die zweite Stadt,
23:50ist nur knapp 50 Meilen entfernt.
23:53Und doch eine andere Welt.
23:55Dort endet die Trans-Alaska-Pipeline.
23:58Ölindustrie inmitten traumhafter Landschaft.
24:02Hier legte 1989
24:04die Exxon-Valdies ab
24:06und lief wenig später auf Grund.
24:09Eine der größten Ölkatastrophen aller Zeiten.
24:15Aber bis heute
24:16lebt man gut hier
24:17vom Öl
24:18und von den Touristen.
24:19In Valdez geht es nicht um Lachs.
24:33Hier geht es um Heilbutt.
24:35Und zwar um den größten.
24:40Mittendrin
24:40Bonnie Woods.
24:42Sie ist die Chefin
24:43des alljährlichen Heilbutt-Wettbewerbs
24:45im Hafen von Valdez.
24:53100,6 Pfund.
24:55Deutlich über 100.
24:57Ich mach noch einen Aufkleber drauf,
24:58dann kannst du ihn wieder runterlassen.
25:04Wer den größten Heilbutt
25:08der Saison fängt,
25:09kriegt 15.000 Dollar
25:11und der Wochensieger
25:13immerhin noch 1.000.
25:15120 Pfund würde ich schätzen.
25:20Das Ding ist schleimig.
25:33So richtig groß
25:35ist der noch nicht.
25:37Der Rekordfisch hier
25:38war dreimal so schwer.
25:40115,3.
25:46Alles kleine Fische.
25:49Damit gewinnt man nicht
25:50das Heilbutt-Derby.
25:55Längst überfällig,
25:57dass ein 200 Pfünder reinkommt.
25:59Der wartet bestimmt auf mich.
26:03Ich fahre am Montag raus.
26:05Da hoffe ich schon,
26:06etwas richtig Großes rauszuziehen.
26:10Alles über 250 Pfund
26:13wäre eine echte Herausforderung.
26:22Bei Bonnie rufen alle an,
26:25die glauben,
26:26sie hätten den Fang
26:27ihres Lebens gemacht.
26:28aber es gibt Regeln,
26:37die man beachten muss.
26:38Sonst kann es übel enden.
26:40Okay,
26:40when do you think you'll be in?
26:45363,9 Pfund
26:46war der schwerste Fisch,
26:47den wir je hatten.
26:48Der Angler hatte auch
26:51einen Teilnahmeschein,
26:52aber er hat sich helfen lassen.
26:56Eine Regel lautet,
26:57du musst ihn alleine angeln
26:58und alleine ins Boot ziehen.
27:01Er hat zugegeben,
27:02dass er dabei Hilfe hatte.
27:04Also konnte er sich
27:04die 15.000 Dollar abschminken.
27:06Einen Teilnahmeschein.
27:15Für einen Tag
27:17oder die Saison?
27:18Bonnys Bude
27:19ist der Umschlagplatz
27:21für alles Mögliche
27:22im Hafen.
27:22Bei ihr gibt es
27:23Teilnahmescheine,
27:24Angelgeschichten
27:25und die neuesten Gerüchte.
27:28Na dann viel Glück
27:29und fang deinen großen Fisch.
27:31Alright, thank you very much.
27:32Hallo Bonny,
27:40ist der Fisch für mich da?
27:44Ron hat dran gedacht,
27:45da liegt er, wie immer.
27:47Sag ihm danke,
27:48toll, dass er das zwischendrin
27:49immer noch hinkriegt.
27:51Und wie läuft das Derby?
27:54Noch kein einziger 200 Pfünder dabei.
27:57Das kommt noch.
28:00Hoffentlich fangen wir den dicksten,
28:01du oder ich.
28:02Daran glaube ich nicht mehr.
28:08Thor hat sich extra
28:09Hering aus dem Süden
28:10mitbringen lassen.
28:11Futter
28:12für seine Lieblinge.
28:15Und schon wieder
28:16ist ein Derby-Teilnehmer dran.
28:20Wieder glaubt jemand,
28:22dass er einen richtig
28:22dicken Burschen rausgeholt hat.
28:24Ich bin in 15 Minuten
28:29zum Wiegen da.
28:29Danke für den Anruf.
28:35Captain Rennie
28:36hatte die Fische angekündigt.
28:38Sie sind nicht wirklich
28:40rekordverdächtig.
28:42Bonny kommt trotzdem
28:43zum Wiegen raus.
28:44Der Fisch ist kein Riese.
28:50Aber schon das Wiege-Ritual
28:51erfüllt die Kunden
28:53mit Stolz.
28:56Sechs Angler
28:56hatte Captain Rennie
28:57heute an Bord.
28:59Jeder von ihnen
28:59musste 300 Dollar
29:01dafür hinblättern.
29:02Ich kann so schwer,
29:11wie du dachtest.
29:1292,4.
29:1392,4.
29:15Er war das.
29:17Gut 90 Pfund.
29:19Eigentlich ein Leichtgewicht.
29:21Der Junge aus Ohio
29:22ist mächtig stolz
29:23auf seinen Fang.
29:27Gar nicht übel.
29:28Ich habe mit ihm gekämpft
29:34und ihn hochgezogen.
29:35Die Arbeit musste ich machen.
29:37Aber ohne den Captain
29:38hätten wir ihn nicht gefunden.
29:40Also sind wir beide
29:41die Väter des Erfolgs.
29:48Die Leute von Valdez
29:50teilen das Naturerlebnis
29:52gerne mit dem Rest der Welt.
29:58Tor ist der Besitzer
30:02des größten Caravan-Parks
30:03der Stadt.
30:05Im Sommer ist die Stadt
30:07voll von riesigen Wohnmobilen.
30:10Aus allen Gegenden
30:11der USA
30:11kommen sie hier hoch.
30:22Tor hat seinen Gästen
30:24ein besonderes Schauspiel
30:25zu bieten.
30:26Und dafür braucht er
30:27die Heringe.
30:29Tor ist der Adlermann.
30:32Als einziger im Ort
30:33hat er eine behördliche Erlaubnis,
30:35die Raubvögel zu füttern.
30:37Weißkopfseeadler,
30:38das amerikanische Wappentier.
30:40Scheue Vögel eigentlich.
30:42Aber an Tors Fütterung
30:44haben sie sich gewöhnt.
30:46Er lockt die Adler
30:46so nahe heran,
30:48dass man selbst
30:48mit einem einfachen
30:49Fotoapparat
30:50ein brauchbares Bild hinkriegt.
30:53Näher kommen sie jetzt nicht.
30:55Zu viele Möwen.
30:55Für Möwen hat Tor
30:59nichts übrig.
31:00Der Fisch ist für die Adler da.
31:0220 Dollar
31:03gibt er jeden Tag
31:04für Hering aus.
31:12Zwar hat noch niemand
31:14davon gehört,
31:15dass sich die Seeadler
31:16nicht selbst ernähren könnten.
31:18Ihre Population
31:18wächst seit Jahrzehnten.
31:20aber Tor
31:21hat so seine eigene Sicht
31:23der Dinge.
31:27Es gibt zu wenig Beute
31:30in der Bucht.
31:32Wenn kein Fisch da ist,
31:33was sollen sie dann fressen?
31:35Kaninchen sind auch nicht da.
31:37Nichts da,
31:37was sie greifen könnten.
31:39Sie haben Junge
31:39und die müssen sie satt kriegen.
31:40Eine extra Portion
31:46Ehring
31:47kann laut Tor
31:48jedenfalls nicht schaden.
31:52Die Show
31:53stimmt auf seinem
31:54Campingplatz.
31:55Das ist die Hauptsache.
32:00Sie haben ihr Nest
32:01gleich da drüben
32:02mit den Jungen.
32:03Es ist ein Riesenspaß
32:04zu beobachten,
32:05wie sie rüberkommen
32:06und sich auf den Fisch stürzen.
32:08Und alle sind
32:08furchtbar aufgeregt,
32:09sie zu sehen.
32:19Von diesem Spektakel
32:21zum echten
32:22Naturerlebnis
32:22sind es nur
32:23ein paar Flugminuten
32:24oder
32:25eine halbe Stunde
32:26mit dem Boot.
32:30Westlich von Valdez
32:32ergießt sich
32:32der riesige
32:33Columbia-Gletscher
32:34in den
32:35Prince-William-Sound.
32:38Über 50 Kilometer
32:44ist er lang.
32:49Die Eiswand
32:51ragt bis zu 80 Meter
32:52aus dem Meer heraus.
32:56Jeden Tag
32:57schiebt sich der Columbia
32:58mehr als zwei Meter
33:00ins Meer
33:00und ist damit
33:01einer der schnellsten
33:02Gletscher
33:03Nordamerikas.
33:04Die abgebrochenen
33:18Eisblöcke
33:19sammeln sich
33:20in einem riesigen
33:21Eisfeld,
33:22das Naturfreunde
33:23erkunden können,
33:25wenn sie
33:25ein wenig
33:26Mut mitbringen.
33:26Liz McNeil
33:38weiß,
33:39wie man
33:40Alaska-Besuchern
33:41zu einem
33:41unvergesslichen
33:42Tag im Eis
33:43verhelfen kann.
33:45Sie hat schon
33:45Kajaktouren
33:46in allen Ecken
33:47Nord- und Südamerikas
33:48geleitet,
33:49aber das hier
33:50schlägt alles.
33:51Dass die meisten
34:01ihrer Gäste
34:01vom Kajakfahren
34:02überhaupt keine
34:03Ahnung haben,
34:04ist nicht weiter
34:05tragisch.
34:08Bei Liz
34:08lernt man das
34:10im Schnellkurs.
34:11rein und ziehen
34:26und rückwärts
34:28genau andersrum
34:29und jetzt
34:31paddel hoch.
34:34Jetzt passt auf,
34:36falls ihr mal
34:37rausfällt,
34:38ringt den Brustkorb
34:39so auf den
34:39hinteren Teil
34:40des Bootes.
34:41Dann dreht
34:42ihr den Kaper.
34:43Ein Bein rein,
34:44dann das andere.
34:47Stützt euch auf
34:48und schraubt
34:49euch wieder rein.
34:51Und dann
34:51bringen wir euch
34:52ans trockene Ufer.
34:58Hoffentlich
34:59haben sie auch
34:59noch alles drauf,
35:00wenn sie doch mal
35:01im 2 Grad
35:02kalten Wasser
35:03landen.
35:07Wuhu!
35:08Das kommt nicht so oft
35:14vor.
35:16Die Boote sind stabil
35:17und es braucht schon
35:18einiges,
35:18damit sie umkippen.
35:21Eigentlich
35:21passiert es nur
35:22in großen Wellen.
35:24An das letzte Mal
35:25kann ich mich
35:25gar nicht mehr erinnern.
35:27Es gibt natürlich
35:29die Geschichte
35:29von dem Wal.
35:30drüben bei Glacier Island.
35:33Da ist ein Wal
35:33genau unter
35:34den Paddlern
35:34aufgetaucht
35:35und hat sie umgeschmissen.
35:37Aber sonst
35:37ist Kentern
35:38kein großes Thema.
35:44Kein Alaska-Abenteuer
35:45ist ganz ohne Risiko.
35:48Zum ersten Mal
35:49im Kajak,
35:51im 2 Grad
35:51kalten Wasser.
35:53Eine halbe Stunde
35:54paddeln,
35:55dann sollten sie
35:56das Eisfeld
35:57erreicht haben.
36:01Jeder sucht
36:02sich seinen eigenen
36:02Weg,
36:03Alaska zu erleben.
36:18Am Stadtrand
36:20von Valdies
36:20bereitet Bonnie Wutz
36:22einen Ausflug
36:23in die Wildnis vor.
36:27Bei Bonnie
36:31ist alles
36:32XXL.
36:34Ihr Mann
36:34Ron und sie
36:35werden heute
36:36fischen gehen.
36:37Auf eine sehr
36:37spezielle Art,
36:39die den Einheimischen
36:40vorbehalten ist.
36:42Zu Not
36:43holen wir noch mehr
36:44Eis aus dem Supermarkt.
36:47Bonnie und Ron
36:49geht es glänzend.
36:50Sie sind beide
36:51Anfang 50
36:52und bekommen
36:53schon Rente
36:53von der Pipeline Company,
36:55für die sie
36:55gearbeitet haben.
36:57Über 6000 Dollar
36:58kriegt alleine
36:59Ron im Monat.
37:02Die Wutz
37:03haben Geld
37:03und sie haben Zeit
37:05für Ausflüge.
37:10200 Kilometer,
37:12fast drei Stunden
37:13Autofahrt
37:13stehen an.
37:15Nur um sich
37:15mal eben
37:16ein paar frische
37:16Lachse
37:17aus dem Fluss
37:18zu holen.
37:18Das ist
37:19ein paar
37:19bis zum
37:20Jahrhundert.
37:21Das ist
37:22ein paar
37:22bis zum
37:23Jahrhundert.
37:23Das ist
37:24ein paar
37:24bis zum
37:25Jahrhundert.
37:25Musik
37:55Ron und Bonnie haben eine Freundin mit einem Fischrad. Eine ganz besondere Erfindung.
38:12Die Strömung geht in diese Richtung. Der Fisch schwimmt dagegen an. Die Strömung treibt das Rad an über große Paddel.
38:21Und wenn der Fisch dann vorbeikommt, wird er von den Korben eingefangen und fällt in eine Box. Und wir müssen ihn dann nur noch da rausholen.
38:34Doch selbst das ist in Alaska nicht ganz ungefährlich. Man sollte auf alles vorbereitet sein.
38:41Meine Smith & Wesson Kaliber 44 Magnum.
38:45Manchmal kommen ungebetene Gäste, wenn man frischen Fisch hat.
38:57Bären sind auf den Lachs mindestens genauso scharf wie Ron und Bonnie.
39:01Der Copper River ist nur ein paar Grad warm und reißend. Für Bonnie macht gerade das den Reiz aus.
39:19Viele Frauen in Alaska genießen die Wildnis. Das Fischen, das Jagen.
39:25Nicht alle begleiten ihre Männer, aber die meisten.
39:29Wenn ich die Wahl habe, gehe ich lieber fischen als jagen.
39:37Da ist einer. Ein King.
39:42Das ist ein Königslachs. Von denen darfst du nur einen am Tag rausholen.
39:46Ein Königslachs. Der größte aller Lachse.
40:00Dass solch ein Exemplar direkt vor ihren Augen in den Bottich fällt, das haben selbst Ron.
40:16Ron und Bonnie in all den Jahren noch nie erlebt.
40:24Schnell in die Kühlbox.
40:28Und dann sofort alle Freunde anrufen.
40:32Stell dir vor, zwei kleine Rotlachse waren schon in der Box, als wir kamen.
40:36Und als wir gerade anfingen, die rauszuholen, da fällt so ein 18, 20 Kilo schwerer King direkt vor unserer Nase in den Korb.
40:43Ich kann gar nicht glauben, dass ich die Nerven hatte, das durchzustehen.
40:50Sie hatten schon zwei Rot und da fiel ein riesiger King raus, als wir dabei standen.
41:01Frischer geht's nicht.
41:02Der ist so frisch, der klatscht dir noch einen ins Gesicht, bevor du ihn isst.
41:11Butter, Zwiebeln, Salz und Pfeffer.
41:14Mehr brauchen Bonnie und Sarah nicht, um aus dem King-Lachs ein königliches Mittagessen zu machen.
41:18Anderswo denken die Frauen vielleicht, wir sind Mannweiber, weil wir jagen und fischen.
41:35Ist doch okay.
41:36Wir kamen wegen des Geldes. Die großen Scheine gab's nur hier. Geblieben sind wir wegen des Lebensgefühls.
41:55In der Columbia Bay ist Liz mit ihrer Gruppe am Eisfeld angekommen.
42:00Jetzt müssen die Abenteurer wirklich aufpassen. Unter Wasser schmelzen die Eisblöcke.
42:06Irgendwann kippen sie. Dann sollte man mit seinem Kajak besser nicht in der Nähe sein.
42:12Und man sollte es auch dringend vermeiden, in Sackgassen zu fahren. Sonst wird man eingeschlossen.
42:36Wenn der Wasserspiegel fällt, ist das Eis stabil. Aber wenn er steigt, wie jetzt gerade, dann bewegt sich das Eis heftiger und wird in die einzelnen Buchten gedrückt.
42:54Solange wir hier drin sind, sollten wir breitere Kanäle suchen. Man darf nicht unterschätzen, wie schnell sich das Eis bewegt.
43:01Und wenn doch mal ein Wal kommt oder Nebel, dann wird es eng. Umzingelt von Eisbergen. In zwei Grad kaltem Wasser.
43:18Aber in Alaska bleibt man cool.
43:31Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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