00:30Tobey ist eine Straßenbahn. Er hat Schienenräume und einen Seitenschutz und sieht überhaupt nicht wie eine Dampflokomotive aus.
00:51Er befördert Güterwagen von Bauernhöfen und aus Dörfern zur Hauptstrecke und ist zu jedem, der ihm begegnet, sehr freundlich.
01:00Er hat einen Waggon namens Henrietta, der schon bessere Tage gesehen hat.
01:08Ich finde das überhaupt nicht fair, meckert sie in Erinnerung daran, dass sie früher vollbesetzt war und schon mal neun Güterwagen in denen er ratterte.
01:15Jetzt sind es nur noch drei oder vier, denn die Bauernhöfe und Fabriken transportieren ihre Güter meistens mit einem Laster.
01:27Tobey ist immer vorsichtig. Autos, Busse und Lastwagen haben oft Unfälle.
01:32Tobey hatte schon seit Jahren keinen Unfall mehr, aber Busse sind überfüllt und Henrietta ist leer.
01:37Eine Dame und ein eleganter Herr standen an Tobis Bahnsteig.
01:46Bei ihm handelte es sich natürlich um den dicken Kontrolleur, aber das wusste Tobi noch nicht.
01:50Komm mal her, Opa, riefen die Kinder, und sieh dir diese Lokomotive an.
01:58Das ist eine Straßenbahn, Stephen, sagte der dicke Kontrolleur.
02:01Ist sie elektrisch? fragte Bridget.
02:04Sie zischte Tobi.
02:06Psst, sagte ihr Bruder. Du hast sie beleidigt.
02:09Aber Straßenbahnen sind elektrisch, stimmt doch.
02:13Die meisten sind elektrisch, aber das ist eine Dampfstraßenbahn.
02:16Dürfen wir damit fahren, Opa, bitte.
02:19Anhalten, sagte der dicke Kontrolleur zum Schaffner, und sie drängten sich alle in Henrietta.
02:28Epipurah, jubelte Henrietta.
02:30Aber Tobi sah nicht mit.
02:33Elektrisch, also wirklich, elektrisch, also wirklich, glaubte er.
02:37Er war tief verletzt.
02:42Wie heißt du, fragte der dicke Kontrolleur.
02:45Tobi, Chef.
02:46Ich danke dir, Tobi, für diese besonders schöne Fahrt.
02:50Ich danke Ihnen, Chef, sagte Tobi.
02:52Und jetzt war ihm viel wohler.
02:54Dieser Herr, dachte er, ist ein Herr, der genau weiß, wie er mit Lokomotiven reden muss.
03:01Die Kinder kamen zwei Wochen lang, jeden Tag.
03:05Manchmal fuhren sie mit dem Schaffner, manchmal in den leeren Güterwagen.
03:10Am allerletzten Tag lud der Lokomotivführer sie in sein Führerhaus ein.
03:15Alle waren traurig, dass sie sich trennen mussten.
03:20Und der dicke Kontrolleur und seine Familie dankten allen.
03:30Kommt bald wieder, antwortete Tobi.
03:33Ganz bestimmt, ganz bestimmt, sagten die Kinder.
03:37Und sie winkten, bis Tobi außer Sichtweite war.
03:40Die Monate vergingen.
03:44Tobi hatte weniger Güterwagen und weniger Fahrgäste.
03:50Unser letzter Tag, Tobi, sagte sein Lokomotivführer eines Morgens.
03:54Unser Chef sagt, wir müssen morgen aufhören.
03:59An diesem Tag waren alle ganz wild auf die letzte Fahrt.
04:02Die Fahrgäste scherzten und sangen.
04:04Aber Tobi und seinem Lokomotivführer war gar nicht danach zum Mutchen.
04:23Auf Wiedersehen, Tobi, sagten die Fahrgäste danach.
04:26Es ist schade, dass eine Strecke geschlossen wird.
04:29Tut mir auch leid, sagte Tobi.
04:35Niemand will mich, dachte Tobi und schlief ganz unglücklich ein.
04:42Am nächsten Morgen flogen die Türen seines Depots auf.
04:45Er schreckte hoch und sah seinen Lokomotivführer mit einem Stück Papier winken.
04:49Wach auf, Tobi, ein Brief von dem eleganten Herrn.
04:53Tobi hörte sich ihn an und...
04:55Aber mehr möchte ich euch nicht erzählen.
04:57Sonst nehme ich euch den Spaß an der nächsten Geschichte.
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