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  • 5 months ago
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Transcript
00:00At the beginning of the day, it was really bad for me.
00:12It was a bit of my childhood.
00:14Because when my dad told me, the worst thing in my life can happen,
00:17is that if you're in a wheelchair, then you're going to die.
00:20And then it came to me and I had this feeling.
00:23And I saw many things, which I couldn't do.
00:30Tanja ist 20 und studiert Informatik am Karlsruhe Institut für Technologie.
00:45Sie zählt zu den 11 Prozent der Studierenden in Deutschland,
00:48die eine Beeinträchtigung haben.
00:51Stehen kann Tanja nur für einige Sekunden.
00:53Danach ist sie wieder auf ihren Rollstuhl angewiesen.
00:56Ich habe damals Schmerzen an der Hüfte bekommen.
00:59Erst mal auf einer Seite, ein paar Wochen später auf der anderen Seite.
01:02Ich war bei verschiedenen Ärzten und bin dann in die Klinik gekommen
01:04für über sechs Wochen.
01:06Dort hat man dann nach der Ursache gesucht,
01:08hat man dort aber leider nicht finden können.
01:12Der Tag beginnt für Tanja mit dem Weg zur Vorlesung.
01:15Um zu einigen Hörsälen zu kommen,
01:17muss sie dafür schon einmal einen Umweg in Kauf nehmen.
01:20Das ist dann meistens, dass man irgendeinen anderen Eingang nehmen muss.
01:24Entweder durch einen Keller oder in dem Beispiel war es jetzt durch einen Innenhof,
01:28so einen Hinterhof, der mit ganz schlechtem Kopfsteinpflaster ausgelegt war.
01:32Dann komme ich zum Eingang von einer Werkstatt.
01:34In der Regel ist der Eingang geschlossen.
01:36Das heißt, ich muss in der Werkstatt klingeln.
01:38Dann kommt jemand raus und führt mich durch so einen Maschinenraum
01:40zu einem fast 70 Jahre alten Lastenaufzug, mit dem ich dann hochfahren darf zur Vorlesung.
01:52Auf dem Weg sind natürlich noch einige Feuerschutztüren, die ich öffnen muss.
01:56Und am Eingang vom Hörsaal ist dann sogar noch so eine kleine Türschwelle von ein paar Zentimetern.
02:02In diesem Hörsaal gibt es dann in der letzten Reihe Sitzplätze,
02:05das heißt, also für Rollstuhlfahrer, das sind nur Tische zum Runterklappen.
02:10Da sind sogar extra so Rollstuhlaufreber drauf.
02:13Aber das Problem ist, wenn ich mich dort hinsetze,
02:15dann sehe ich weder den Dozenten noch die Tafel noch irgendwas,
02:18weil sie einfach hinter der letzten Reihe versteckt sind.
02:20Und ja, dann muss ich mir also doch einen anderen Platz suchen.
02:24Es ist 13 Uhr und die Mensa ist gut besucht.
02:36Für gewöhnlich ist Tanja hier zu Mittag.
02:38Auch hier gibt es Barrieren wie volle Flure oder lange Schlangen,
02:42die auch gerne mal bis zu einer Treppe reichen.
02:44Für ein anderes Problem konnte die Mensa aber schon eine Lösung finden.
02:48Der Eingang, wo ich jetzt mal reingehe, der war früher zu,
02:51sodass man nur von innen rausgehen konnte, aber von außen nicht rein.
02:54Es gab dann noch einen anderen Eingang, aber der war schlecht zu erreichen
02:57in der Mittagspause, wenn der ganze Hof voll mit Fahrrädern steht.
02:59Das heißt, ich musste immer jemanden fragen, dass er ein paar Fahrräder weg trägt,
03:02dass ich überhaupt zu diesem Eingang komme.
03:03Und dann habe ich ein paar Mails mit dem Studentenwerk geschrieben,
03:07dass er auch die Mensa betreibt.
03:09Und dann haben wir das geändert, dass dieser Eingang offen ist.
03:11Also ich meine, ich biete Beratung an, das ist so mein Hauptgeschäft.
03:27Also ich unterstütze Studierende, die freiwillig zu mir kommen
03:32und die ich vertraulich berate, im Grunde in allen Belangen.
03:37Und jetzt mal generell gesprochen, sind alle Gebäude neuerer Bauart,
03:44alle sanierten Gebäude sind barrierefrei.
03:46Es gibt halt Altbauten, es gibt Denkmalschutz, es gibt da solche Themen.
03:51Da gibt es Pläne, dass die saniert werden, aber das dauert vielleicht noch einige Jahre.
03:56Also in 10, 20 Jahren werden die Räume alle barrierefrei sein.
04:01Wir machen einmal im Semester einen großen Einkauf, wo wir alles mögliche kaufen,
04:09was wir für die WG zusammen brauchen.
04:11Zum Beispiel Klopapier, da kaufen wir einen ganzen Schrank voll Klopapier,
04:14das dann hoffentlich für das ganze Semester reicht.
04:16Und so Sachen, das heißt, da muss ich mich gar nicht selber drum kümmern.
04:20Ansonsten, was ich mir selber kaufen muss, sind vor allem so Lebensmittel und ein paar Sachen.
04:24Das mache ich einfach mit meinem Rollstuhl, also ich fahre mit meinem Rollstuhl zum Laden,
04:27habe eine Tasche dabei und ich kann leider nur so viel einkaufen, die in meine Tasche passt,
04:33sonst kann ich es nicht mehr nach Hause bringen.
04:35Dann sind die Gänge recht eng und es gibt sogar Eingang, wo ein Pfeiler mittendrin ist,
04:39sodass ich nicht mehr durchkomme.
04:41Früher, als wir uns noch nicht so lange kannten, da haben wir auch immer gefragt,
05:02ja, können wir dir helfen, irgendwie den Berg hochfahren oder über die Straße oder so.
05:06Aber sie schafft das alles alleine, also sie braucht die Hilfe gar nicht.
05:10In den letzten drei Jahren treffen wir uns fast jede Woche zum Kochen,
05:15sonst sehen wir uns gar nicht viel, weil wir beide auch viel beschäftigt sind mit Ausbildung und Studium.
05:19Wichtig finde ich, dass man sich halt nicht so von der Optik täuschen lassen soll,
05:24also dass sie halt im Rollstuhl sitzt, das hat nie eine Rolle für mich gespielt,
05:27von Anfang an nicht, was viele vielleicht denken oder so.
05:31Ich weiß nicht, zum Beispiel mein Vater meint immer so, er lobt mich immer,
05:34dass ich ja mit Tanja befreundet bin und ich sage ihm immer,
05:37es hat halt nichts damit zu tun, dass sie im Rollstuhl sitzt und ich mich dafür verpflichtet fühle oder so,
05:41sondern ich mag sie und ich mache echt gerne was mit ihr.
05:46Wenn Tanja längere Strecken überbrücken muss, nimmt sie hin und wieder die Bahn.
05:50Um herauszufinden, ob es sich um eine barrierefreie Bahn handelt,
05:53muss Tanja zwei Stunden vor Abfahrt bei den städtischen Verkehrsbetrieben anrufen.
05:57Hilfe beim Einsteigen benötigt sie manchmal trotzdem.
06:00Obwohl es die meisten Leute oft nur gut meinen, ist es schon zu der einen oder anderen unangenehmen Situation gekommen.
06:06Es ist mir auch schon passiert, dass jemand mich einfach in die Bahn reinschieben wollte,
06:09obwohl ich da gar nicht einsteigen wollte.
06:11Ich habe denen dann gesagt, dass ich nicht in diese Bahn muss,
06:14sondern wollte derjenige, dem es sogar im ersten Moment nicht mehr glauben.
06:17Wie so ein kleines Kind, geistig noch nicht ganz klar im Kopf ist oder so,
06:21irgendwie können wir es vielleicht beschreiben und nicht weiß, in welche Bahn sie jetzt einsteigen wollen.
06:24Der Spielablauf ist sehr, sehr ähnlich. Die Systeme und die Taktiken, die ich im Fußgängerbasketball, so nennen wir das Spiel,
06:35die muss ich im Rollstuhl noch viel, viel mehr konsequenter umsetzen,
06:38weil ich keine Möglichkeit habe, mich seitlich zu bewegen. Ich kann nur vor und zurück.
06:42Was der Unterschied ist, wir haben keinen Schrittfehler, bei uns gibt es einen Schubfehler.
06:45Das heißt, ich muss nach zweimal Ringberührung den Ball brennen, wenn ich ihn führe.
06:50Und wir haben dieses Punktesystem, das eben die Möglichkeit gibt,
06:54dass auch nicht oder leicht oder ganz Schwerbehinderte in die Mannschaft integriert werden, ohne die zu schwächen.
07:03Mir macht es einfach sehr viel Spaß, schnell zu fahren.
07:06Und mir geht es nicht unbedingt darum, die Körper zu surfen,
07:09sondern das Fahren ist das, was mir Spaß macht auf dem Spielfeld und die anderen zu blocken.
07:17Ein- bis zweimal die Woche trainiert Tanja mit den Hot Wheelers.
07:19Nach anderthalb Stunden Training und einem gemeinsamen Ausklang
07:22geht es wieder ins Wohnheim nach Karlsruhe.
07:28Und dann kann ich mit einem fast 70 Jahre alt kommen.
07:33Abends nach dem Training gehe ich am liebsten runter in die Bar,
07:36um mich mit ein paar anderen Leuten noch zu treffen und den Abend dann nicht ausklingen zu lassen.
07:40Jetzt ist es für mich selbstverständlich und überhaupt nicht mehr schlimm.
07:45Ich bin dafür dankbar, dass ich einen Rollstuhl habe,
07:47weil ich dadurch einfach viele Freiheiten habe, die ich vorher nicht hatte.
07:50Also diese geschreiften Klammern sind jetzt zwischen dem D und dem C,
07:55das ist sicherlich zuerst C und dem D ausführen.
07:57Ich bin dafür dankbar, dass ich die Aufmerksamkeit sehe,
07:58aber ich bin dafür glaube ich, dass es für mich selbst nicht mehr so groß ist.
08:00Ich bin dafür gesund.
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