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Abenteuer, Antike ,Mythologie

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Transkript
00:00Jedes Jahr fallen tausende Tonnen Material aus dem Weltraum auf die Erdoberfläche.
00:06Man weiß, dass täglich 100 Tonnen Meteoritentrümmer in die Erdatmosphäre eindringen.
00:13Meistens merken wir das nicht.
00:16Doch manchmal ist es unübersehbar.
00:21An vielen Stellen, an denen Meteoriten niedergegangen sind, entdecken die Menschen Seltsames.
00:29Manchmal ist es gallertartiger Glibber.
00:33Manchmal sieht es aus wie blutiger Regen.
00:37Einige meinen, es wäre außerirdisches Leben.
00:43Wissenschaftler untersuchen jetzt diese Funde.
00:47Was sie herausfinden, könnte unsere Vorstellungen vom Leben im Universum für immer verändern.
01:1028. November 2001. Manchester, England.
01:20Der Bara-Forscher Stephen Meera erhält einen dringenden Anruf.
01:27Augenzeugen sahen an diesem Abend seltsame Lichter vom Himmel fallen.
01:34Meera fährt hin, um die Berichte zu überprüfen.
01:40Die Zeugen sagten, dass sie die Lichter auf diese Wiese fallen sahen.
01:46Meera sucht nach Überresten, die von Meteoriten stammen könnten.
01:50Doch er entdeckt etwas gänzlich Unerwartetes.
01:57Hier, genau hier habe ich es gefunden.
02:03Einen Klumpen Gallert-Maße.
02:08Als ich auf einen Meter herangekommen war, roch ich den Schwefelgestank.
02:14Dieser Geruch wird oft bei Meteoritengestein wahrgenommen.
02:18Es stinkt wie verfaulte Eier.
02:26Ich dachte, okay, nimm eine Probe.
02:32Und lass sie in der Universität untersuchen.
02:37Doch zuerst siegt die Neugier.
02:42Er streckt die Hand aus und berührt die Masse.
02:50Da passierte etwas Unerwartetes.
02:52Als ich mit meiner Hand drankam, verflüssigte sie sich.
02:59Der kleine Rest, den er noch einsammeln konnte, kommt nie im Labor an.
03:05Am nächsten Tag sah ich, dass er aus dem Sammelgefäß verschwunden war.
03:11Die eigenartige, flüchtige Gallert-Masse hat Meera noch nirgendwo sonst auf der Erde gesehen.
03:20Ich kann nur annehmen, dass sie vom Himmel gefallen war.
03:23Da liegt der Schluss nahe, dass es sich um sogenanntes Sternengelee handelt, von dem es heißt, dass es aus Meteoriten
03:29stammt.
03:30Ich dachte, nur das kann es sein.
03:43Meera ist nicht der Erste, der diese seltsame Substanz nach einem Meteoriteneinschlag findet.
04:02Dr. Dan Rolfe von der Historischen Gesellschaft in Pennsylvania hat hunderte historische Berichte über seltsame Substanzen, die vom Himmel fielen,
04:12gefunden.
04:13Besonders ein Bericht ist interessant.
04:22Das ist ein Artikel in Philadelphia, ein Quirer. Mit der Überschrift fliegende Untertasse löst sich plötzlich auf.
04:331950. Es ist später Abend, dass zwei Polizisten in Süd-Philadelphia etwas auf ein Feldstürzen sehen.
04:43Durch die Frontscheibe sahen sie das Objekt vom Himmel fallen.
04:49Sie fordern sofort Verstärkung an.
04:53Etwas Unbekanntes.
04:56Sie wussten nicht, was es war, bis sie dorthin kamen.
05:00Als sie nah genug dran waren, entdeckten sie eine gallartartige Masse.
05:08Keine Ahnung, was es ist.
05:09In dem Artikel steht weiter, dass ein Polizist sagte, sie hätte ein nebelartiges lila Glühen ausgestrahlt und es wären anscheinend
05:18Kristalle darin.
05:21Die Männer hatten noch nie so etwas gesehen.
05:26Einer der Polizisten sagte, dass sich die Masse auflöste, als er sie berührte.
05:31Auf der Hand blieb eine dünne, geruchlose, klebrige Schicht zurück.
05:37Das Ereignis diente einem Hollywood-Klassiker als Vorbild.
05:49Jeder, der diesen Film sieht, sollte vorsichtig sein.
05:52Denn schon sehr bald wird die schrecklichste Monsterbedrohung aller Zeiten auf dieses Kino heimsuchen.
06:07Doch tatsächlich ist die Gallart-Masse sehr flüchtig.
06:12Nach 25 Minuten war alles weg.
06:15Ich schwöre, sie war da.
06:17Sie verschwand schnell und es blieb nichts übrig, was man hätte analysieren können.
06:28Ein ungelöstes Rätsel.
06:33Ein anderes Vorkommnis in einer kleinen Stadt am Pazifik zeigt überraschende Ähnlichkeiten.
06:51August 1994.
06:54Zur Zeit der jährlichen Perseidenschwärme geht ein seltsamer, schleimiger Regen auf Oakville nieder.
07:09So was hatte ich nie zuvor erlebt.
07:16Beverly Roberts entdeckt die sonderbare Masse in ihrem Garten.
07:24Der geheimnisvolle Glibber bedeckt die Äste der Bäume.
07:29Der Baum stand hier.
07:32Jetzt ist er gefällt.
07:33Aber damals hing das Gelee in Fladen von allen Ästen herab.
07:39Es war einfach ekelhaft.
07:45Beverly Roberts ist nicht die einzige Stadtbewohnerin, die die merkwürdige Masse entdeckt.
07:52Als ich nach draußen kam, entdeckte ich es sofort.
07:55Denn in der Stadt wurde schon darüber geredet.
08:00Ich nahm etwas davon in die Hand.
08:03Es war gelatineartig, aber es zerfloss nicht.
08:09Kurz nachdem sie mit der Substanz in Kontakt gekommen waren, wurden einige Bewohner Oakvills krank.
08:19Ich wachte auf und fiel hin.
08:22Ich konnte mich nicht hinsetzen oder aufstehen.
08:25Ich begriff nicht, was passierte.
08:28Ich hatte ein extremes Schwindelgefühl.
08:33Beverly Roberts und andere brauchen sofort medizinische Hilfe.
08:39Ich war fünf Tage im Krankenhaus.
08:43Alle, die das Zeug berührt hatten, wurden krank.
08:49Die gallertartige Masse taucht immer wieder sporadisch in Oakville auf.
09:01Eine Probe wird ins Gesundheitsministerium nach Washington gebracht.
09:13Wir hatten von den Erkrankungen gehört.
09:18Deswegen sind wir sehr vorsichtig damit umgegangen und haben es in unseren Spezialbehältern transportiert.
09:26Mike McDowell ist Mikrobiologe im Staatsdienst.
09:31Er soll die Substanz untersuchen.
09:34Wir fanden zwei Organismen, Pseudomonas fluoreszenz und Enterobacter cloaceae.
09:42Das sind Bakterien, die Krankheiten hervorrufen können.
09:49Sie können Harnweginfektionen und sogar Blutvergiftungen verursachen.
09:56Doch es ist kaum glaubhaft, dass die schädlichen Organismen aus dem Weltall kamen.
10:04Der Mikrobiologe hat seine eigene Theorie.
10:08Es blieb unverändert. Es muss eine Art Matrix sein.
10:14Eine Matrix ist ein Träger für eingelagerte Substanzen.
10:19Sie kommt in der Natur vor, beispielsweise als Schutzhülle für die Eier von Amphibien.
10:26Aber sie kann auch künstlich hergestellt werden.
10:30Sie kann Nervengase, Chemikalien, Organismen oder Viren verbreiten.
10:40In Oakville machen Verschwörungstheorien zur Herkunft der Bakterien die Runde.
10:47Einige meinen, dass sie von Tests bei den militärischen Übungsflügen stammen, die sie hier machen.
10:58Hier flogen ganz schwarze Hubschrauber und große schwarze Flugzeuge ganz niedrig drüber.
11:06Beverly Roberts erinnert sich auch an Flugzeugkondensstreifen in der Zeit, als es den Schleim regnete.
11:17Es waren Unmengen von Kondensstreifen.
11:20An einem schönen, sonnigen Sonntagmorgen waren große Muster am Himmel zu sehen.
11:25So eine Art Schachbrettmuster.
11:31Die Flugzeuge flogen geradeaus in diese Richtung und dann geradeaus in diese, wie nach einem Schnittmuster.
11:39Wissenschaftler halten die Beobachtungen von Beverly Roberts für normal.
11:45Man nennt diese Wolkenbildungen Kondensstreifen.
11:50Es ist eine Ansammlung von Wassertröpfchen und Partikeln hinter einem fliegenden Flugzeug.
11:59Philipp Hopke und Suresh Daniala sind Luftfahrtexperten, für die Kondensstreifen ganz natürliche Erscheinungen sind.
12:09Im Triebwerk eines Jets wird der Treibstoff verbrannt und dabei entstehen Kohlendioxid und Wasser, die ausgestoßen werden.
12:21Wenn heißes, feuchtes Gas in die kalte Atmosphäre austritt, kondensieren Wassertröpfchen an den kleinen Partikeln.
12:32Die stieben auseinander, wie die Kohlensäurebläschen in einer Cola oder im Bierglas und bilden dadurch in großen Höhen die Kondensstreifen.
12:47Doch der Mikrobiologe Mark McDowell meint, dass mehr dahinter steckt.
12:53Er sagt, kurz nachdem er seine Vermutungen geäußert hatte, sei die Probe verschwunden.
13:04Ich kam rein und die Probe war nicht da, wo sie sein sollte.
13:10Ich fragte in der Verwaltung, was passiert sei.
13:14Es hieß wörtlich, frag nicht.
13:17Dieses Material wurde von wem und zu welchem Zweck auch immer produziert und Oakville diente als Versuchsfeld.
13:29Ohne die Probe ist eine Aussage über die Zusammensetzung der Substanz unmöglich.
13:36Doch dann kommt eine besorgte Einwohnerin mit einer weiteren Probe des Glibbers, die sie im Kühlschrank verwahrt hatte.
13:45Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, dem Rätsel auf den Grund zu gehen.
13:49Diesmal kommt die Substanz zur Untersuchung in ein privates Biolabor.
13:57Es war ein erbsengroßes Stück, wirklich sehr klein.
14:00Das Material war weißlich-grau und sehr ungewöhnlich.
14:05Ich hatte noch nie zuvor so etwas gesehen.
14:10Tim Davis sieht es sich unter dem Mikroskop an.
14:18Ich beobachtete Bakterien. Es ist schwer zu sagen, ob diese zuvor in der Masse eingeschlossen waren.
14:26Dann macht Davis eine verstörende Entdeckung.
14:34Der Mikrobiologe untersucht das rätselhafte Material, das über Oakville, Washington abgeregnet war.
14:42Ich fand eine eukaryotische Zelle.
14:48Das ist eine komplexe Zelle mit einem Zellkern.
14:56Es sah wie ein weißes Blutkörperchen aus, sehr ungewöhnlich.
15:03Ihr Vorhandensein macht Davis stutzig.
15:07Ich ließ meinen Kollegen drauf gucken.
15:09Er dachte dasselbe wie ich.
15:12Es passte eigentlich nicht recht zu diesem Material.
15:15Es schien ein lebendiges Gewebe zu sein oder sogar ein eigenständiges Lebewesen.
15:24Noch bevor sie die Probe noch näher untersuchen können, löst sie sich auf.
15:29Genau wie all die anderen Sterngelees von anderen Fundorten auf der Erde.
15:38Es schien, als wollte sie nicht länger vorhanden sein.
15:41Wir konnten nichts machen.
15:43Sie verschwand einfach, indem sie austrocknete.
15:47Doch Davis und sein Kollege hatten genug gesehen, um zu einem Ergebnis zu kommen.
15:52Was wir sahen, sah nicht nach einem von Menschen gemachten Kunststoff aus.
15:59Es war kein anorganisches Material, sondern offenbar biologisches.
16:05Er meint aber nicht, dass es außerirdischen Ursprungs ist.
16:11Ich glaube nicht, dass es aus dem Weltall stammt, aber ich bin da offen, es ist immerhin möglich.
16:19Eine sehr reale Möglichkeit.
16:35Murchison, Australien.
16:3728. September 1969.
16:42In den frühen Morgenstunden sehen die Bewohner dieser kleinen Küstenstadt einen hellen Feuerball über den Himmel sausen.
16:56Kurz darauf regnet es Felsbrocken.
17:03Wissenschaftler sammeln später über 90 Kilogramm Meteoritentrümmer ein.
17:12Forscher-Teams aus aller Welt untersuchen die Proben in der Hoffnung, organisches Material darin zu finden.
17:23Und sie entdecken Aminosäuren.
17:39Forscher der NASA untersuchen das Material jahrelang, weil sie hoffen, daraus viel Neues erfahren zu können.
17:50Schließlich machen sie mithilfe neu entwickelter Elektronenmikroskope eine Entdeckung.
17:59Innerhalb kurzer Zeit fanden wir sehr interessante fadenformige Strukturen.
18:08Und das in einem Meteoriten, der älter als unser Sonnensystem ist.
18:14Doch das ist nicht alles.
18:20Dr. Hoover sucht nach Hinweisen auf Leben in Meteoriten.
18:25Diesmal in einem Meteoritenteil aus Frankreich.
18:39Wir zerkleinern es und untersuchen die inneren Bruchkanten, um sicher zu sein, dass wir kein Material haben, das erst nach
18:46der Landung auf den Stein gelangte.
18:59Es ist jetzt soweit, dass wir es im Elektronenmikroskop untersuchen können.
19:08Oh ja, schön!
19:10Wieder ein Treffer.
19:14Bitte ein Stück hiervon, wo das lange, fadenförmige Stück ist.
19:22Die Funde in diesem Meteoriten stützen die These, dass die Zellen in der Gallat-Masse von Oakville aus dem Weltall
19:29stammen können.
19:36Ich bin felsenfest überzeugt, dass das hier fossile Überreste fadenförmiger prokaryotischer Mikroorganismen sind.
19:47Richard Hoover ist auch überzeugt, dass lebende Exemplare eine Reise durchs Weltall zur Erde überleben können.
19:54Ich glaube nicht, dass sie beim Flug durch die Atmosphäre sterben.
20:13Auf der anderen Seite des Planeten lösen Meteoritenschwärme einen anderen, mysteriösen Regen aus.
20:26Juli 2001, Indien.
20:31Die Menschen hören eine Explosion am Himmel.
20:38Dann ergießt sich, wie jedes Jahr zur Sommer-Monsun-Zeit, eine große Menge Regen über Südindien.
20:47Doch dieses Mal ist der Regen blutrot.
20:59An einigen Stellen war es sehr intensiv. Der Regen war rot wie Blut.
21:03Die Menschen waren sehr verängstigt und haben versucht, vor ihm zu fliehen.
21:14Der blutige Regen beunruhigt die Bevölkerung.
21:22Nach der Hindu-Religion ist dies Kali-Yuga, das Zeitalter der Zerstörung.
21:27Sein Kennzeichen ist das Chaos. Es wird Feuer regnen.
21:32Ein Physiker der Mahatma-Gandhi-Universität findet diese Erklärungen unzureichend.
21:38Er will die Sache persönlich untersuchen.
21:43Ich habe all diese Nachrichten gehört.
21:46Es wurde mit der Zeit immer mysteriöser und niemand weiß eine eindeutige Erklärung.
21:53Deshalb hat es mich besonders interessiert.
22:03Zuerst erklärt die indische Regierung, dass der Regen vom herübergewehten Wüstenstaub Arabiens rot gefärbt sei.
22:12Aber Godfrey Louis glaubt das nicht.
22:15Er ist überzeugt, dass es etwas Besonderes mit dem roten Regen auf sich hat.
22:20Er nimmt in den Dörfern um Kerala Proben.
22:25Und tatsächlich sehen die roten Partikel unter dem Elektronenmikroskop absolut nicht wie Staub aus.
22:37Das ist spannend.
22:41Der Regen aus Kerala enthält organische Zellen.
22:49Genau wie der Glibberregen, der über Oakville in den USA niederging.
22:56Sie sehen wie rote Blutkörperchen aus, doch es sind keine, denn sie haben sehr dicke Zellwände.
23:02Rote Blutkörperchen haben die nicht.
23:07Als nächstes suchen Dr. Louis und sein Team nach DNA-Spuren, um genau bestimmen zu können, woraus diese rätselhaften Zellen
23:16bestehen und woher sie kommen.
23:20Doch das Ergebnis ist beängstigend.
23:22Es gibt keine DNA.
23:28Für Dr. Louis lässt das nur einen Schluss zu.
23:34Die beunruhigende These ist, sie sind möglicherweise außerirdisch.
23:38Eine gewagte These, ich weiß.
23:46Proben des roten Regens gehen zur näheren Untersuchung an Universitäten in aller Welt.
24:11Der Historiker Dan Rolfe hat viele Berichte über ähnliche Ereignisse wie den Blutregen von Kerala und den Glibberregen von Oakville
24:19studiert.
24:21Einige der Berichte stammen sogar schon aus dem Mittelalter.
24:28Wir haben hier 21 Millionen Manuskripte, 700.000 Bücher und 500.000 grafische Werke.
24:36In unserem Bestand haben wir auch eine Magna Britannia, die im Jahr 1720 erschienen ist.
24:41Es heißt darin, unsere Chroniken berichten, dass auf unserer Insel im Jahr 1176 zwei Stunden lang Blut vom Himmel regnete.
24:51Eben solches wird für den 20. Juni 1653 aus Poole in Devonshire gemeldet.
25:00Dieser Artikel erschien am 20. Januar 1893.
25:04Unter der Überschrift »Ein eigenartiges Phänomen« steht, dass eine weiße, fadenförmige Substanz in großen Mengen auf die Erde fiel.
25:18Dies ist die Baltimore Daily Gazette vom Montag, dem 10. Oktober 1864.
25:25Auf Seite 2 steht der Artikel »Ein seltsamer Meteorit«.
25:37Darin steht, dass man in der Nacht zum 9. einen großen Meteoriten herabstürzen sah.
25:42Am nächsten Morgen fand man am Aufschlagpunkt eine gallertartige, halbdurchsichtige Substanz,
25:48deren Größe mit der eines Schweinekopfes angegeben wurde.
25:53Ein Teil der Masse wurde der naturwissenschaftlichen Gesellschaft übergeben,
25:57obwohl sie in einer festverkorkten Flasche war, verringerte sich die Substanz beträchtlich und hatte sich teilweise aufgelöst.
26:04Sie war strohfarben, roch stark nach Schwefelwasserstoff und schmeckte schweflig.
26:08Diese Beschreibung kennt man auch von anderen Meteoriteneinschlägen.
26:14Egal in welcher Zeit oder welcher Kultur, die Berichte über Meteoriteneinschläge gleichen sich.
26:19Immer wieder gibt es klebrige Rückstände, eine gallertartige Masse oder etwas, das wie geronnenes Blut aussieht.
26:27Vom wissenschaftlich-historischen Standpunkt aus gesehen bedeutet das für mich, dass etwas dran sein muss.
26:38Berichte aus aller Welt über seltsamen Regen und mysteriöse Substanzen nach Meteoriteneinschlägen
26:44lassen manche glauben, dass das Leben auf unserem Planeten außerirdischen Ursprungs ist.
26:55In der Bundeshauptstadt Washington befindet sich das Hauptquartier der NASA.
27:04Hier ist Cassie Conley für den Schutz der Planeten zuständig.
27:15Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir andere Planeten nicht mit irdischen Organismen verunreinigen
27:30und dass außerirdische Lebensformen nicht auf unseren Planeten gelangen.
27:39Wir wollen andere Planeten nicht versehentlich kontaminieren und andererseits keine gefährlichen Stoffe aus dem All mitbringen.
27:48Die Berichte über Blutregen oder Sterngelee verunsichern sie nicht.
27:55Nichts könnte mich überzeugen, dass der rote Regen von Kerala oder das Sterngelee kein irdisches Phänomen sind.
28:05Sie fürchtet sich auch nicht vor Außerirdischen.
28:09Weltraumwesen haben noch keinen Menschen gefressen.
28:14Und die Erde auch noch nicht betreten.
28:20Manchmal werde ich angerufen, weil angeblich Außerirdische gelandet sind.
28:28Alle Studien zeigen, dass auf keine Meteoriten überzeugende Beweise für Leben von anderen Planeten gefunden wurden.
28:39Doch das könnte sich ändern.
28:50Willkommen bei der Sonntagsausgabe von Draußen vor unserer Tür auf BBC Radio Scotland.
28:55Wir haben den Fall des mysteriösen leuchtenden Schleims auf dem Lande untersucht.
29:04Sterngelee nach Meteoritenschwärmen findet sich weltweit.
29:12Doch kürzlich kamen vermehrt Berichte aus Schottland.
29:22Es wurde immer obskurer.
29:26Letzte Woche baten wir sie bei der Schleimsuche zu helfen.
29:31Berichte darüber gibt es seit Hunderten von Jahren.
29:34Im Deutschen heißt er Sternenrotz in Wales Himmelsschleim.
29:39Faszinierende Geschichte.
29:43Wir kriegten einen Anruf, dass wieder was gefunden wurde.
29:46Ein Mann hatte den Schleim entdeckt und im Kühlschrank verwahrt.
29:50Ich raste hin, holte ihn ab und brachte ihn ins Labor.
29:53Die Wissenschaftler wussten nicht, was es ist.
29:57Der BBC-Bericht findet internationale Beachtung.
30:02Unsere Website wurde in der ersten Woche 500.000 Mal aufgerufen.
30:06Es ist ein fantastisches Rätsel.
30:12Mickey schrieb uns über die Schleimsubstanz.
30:15So was habe ich noch nie zuvor gesehen.
30:16Ich hoffe, ihr findet raus, was es ist.
30:19Ich muss es wissen.
30:22Eine Probe wird zur Untersuchung in das schottische McCauley-Institut gebracht.
30:31Hier haben wir eine neue Probe.
30:33Auf dem Foto aus Bassgate von letzter Woche ist nicht viel zu erkennen.
30:38Wir werden uns unter dem Mikroskop ansehen, ob wir irgendeine Struktur darin erkennen können.
30:45Der Biologe Andy Taylor glaubt nicht, dass das Gelee vom Himmel fiel.
30:54Er hat eine viel simplere Erklärung.
30:58Es gibt sicher eine Menge verschiedener Erklärungen.
31:02Doch alle drei oder vier Proben, die ich gesehen habe, bestanden aus einem Material, das Froschlaich sehr ähnlich war.
31:09Das ist sehr ähnlich als Frogspawn.
31:28Fotos des angeblichen Sternen-Gelais gehen zur näheren Untersuchung an einen Amphibien-Experten von der Clarkson University im Staat New
31:37York.
31:39Bei ihrer Betrachtung kommt der Biologe Tom Langan zu einem völlig anderen Ergebnis.
31:49Hier habe ich ein paar Bilder, die Leute von ihren Funden gemacht und geschickt haben.
31:56Guckt ihr dies hier an.
31:58Sieht das irgendwie wie Froschlaich aus?
32:03Das sieht nicht wie Froschlaich aus.
32:05Es sind keine Zellen drin.
32:08Es fehlen die Zellen, es ist Amorph.
32:11Deutliche Eihüllen sind nicht zu erkennen.
32:16Sehr große Mengen, die an untypischen Orten gefunden werden.
32:21Ich bezweifle, dass sie von Amphibien stammen könnten.
32:30Nur ein DNA-Test der schottischen Probe kann ihre Herkunft klären.
32:43Andy Taylor bereitet die Probe zum DNA-Test in der Hoffnung vor, ihre geheimnisvolle Herkunft aufklären zu können.
32:53Er ist überzeugt, dass sie nicht aus dem Weltall kam.
32:57Sieht man sich die Beschaffenheit an, so ist es unmöglich, dass sie den Flug durch die Atmosphäre überstehen konnte, ohne
33:03im Meteoriten eingeschlossen zu sein.
33:10Tatsächlich bestehen viele Meteoriten nicht nur aus Gestein.
33:17Einige sind gefrorene Bälle, die aus Eis und Mineralien bestehen.
33:24Meteoriten-Funde belegen, dass der gefrorene Kern durchaus den Eintritt in die Erdatmosphäre überstehen kann.
33:33Theoretisch können alle gefrorenen Einschlüsse auch beim Aufprall intakt bleiben.
33:44An der Clarkson University in New York hat Dr. Tom Langen einen entsprechenden Test vorbereitet.
33:51Er benutzt gefrorenen Froschleich, der das Sterngelee darstellen soll.
33:58Wir wollen die Frage klären, ob eine Substanz, die dem Gelee von Amphibieneiern ähnelt,
34:05in einem außerirdischen Objekt unbeschädigt durch die Atmosphäre auf die Erde gelangen kann.
34:17Dr. Langen setzt den Froschleich ähnlichen Bedingungen aus, wie sie im Weltraum herrschen könnten.
34:25Die Temperaturen im Weltraum variieren stark, von unvorstellbarer Kälte bis zu zerstörerischer Hitze in der Nähe einer Sonne.
34:37Diese Probe wurde im Ofen erhitzt und über Nacht tiefgefroren und dabei Temperaturen ausgesetzt, wie sie im All herrschen.
34:47Organisches Material einfach einzufrieren, garantiert jedoch nicht dessen Konservierung.
34:55Der Gefrierprozess kann ihre biochemischen Eigenschaften zerstören.
35:02Zuerst versucht Langen, die ausgetrocknete Probe zu rehydrieren.
35:09So, als ob sie aufgetaut auf der Erde landet und mit Wasser in Berührung kommt.
35:18Das Wasser verwandelt die trockene Masse wieder in Gelee.
35:24Dann untersucht Langen die eingefrorene Probe, die mittlerweile aufgetaut ist.
35:31Wie man hier sieht, ist sie Gallat-artig geworden.
35:35Und was ist hier passiert? Es klebt zusammen und bildet eine Art Matte.
35:41Seine Ergebnisse stützen die These, dass das organische Gelee im Eiskern eines Meteoriten sicher die Erde erreicht haben könnte.
35:52Wenn das in den Proben aus Indien, Oakville und Schottland enthaltene organische Material in einem Meteoriten auf unseren Planeten gekommen
36:01ist,
36:02dann könnten Meteoriten demnach womöglich auch Lebensformen auf die Erde bringen.
36:18Der Fachbereich Biologie der University of North Carolina.
36:27Hier erforschen der Biologe Bob Goldstein und sein Team Tiere, die einen für andere tödlichen Weltraumflug überleben könnten.
36:37Das ist ein Bärtierchen, das hier unter dem Mikroskop herumläuft.
36:45Bärtierchen oder Tardigrada existieren seit über 600 Millionen Jahren.
36:51Sie sind wahre Überlebenskünstler.
36:53Sie sind nur ein Viertel Millimeter groß, aber vollentwickelte Tiere.
37:01Tardigrada sind viel komplizierter gebaut als beispielsweise einfache Bakterien.
37:05Es sind Vielzeller mit Augen und Beinen, die ähnlich wie wir laufen können.
37:11Doch was Bärtierchen so besonders macht, ist ihr einmaliger Überlebensmechanismus.
37:19Dieser Labortest zeigt, dass Tardigrada praktisch unverwüstlich sind, wenn sie austrocknen.
37:31Alle Körperbewegungen hören auf.
37:33Die Beine werden eingezogen und die Tierchen schrumpfen zu einem kleinen Ball.
37:38Wissenschaftler nennen das Tönchenstadium.
37:42Im Tönchenstadium haben sie keinen Stoffwechsel.
37:45Sie überleben unter unglaublichen Bedingungen,
37:47selbst wenn bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt die Molekularbewegung stoppt.
37:54Sie können aber auch Hitze von 150 Grad Celsius überstehen.
38:03Sie halten extreme Temperaturen, extremen Druck und extreme Strahlung aus.
38:09Diese Eigenschaften machen Bärtierchen zu idealen Weltraumfahrern.
38:15Sie sehen wie tot aus. Diesen Zustand nennt man Kryobiose.
38:19Wenn man sie mit Wasser begießt, leben sie wieder auf.
38:23So einfach kann man ausgetrocknete Tardigrada also wieder zum Leben erwecken.
38:29Wenn es klappt, nehmen sie das Wasser in sich auf und bewegen sich nach wenigen Stunden wieder.
38:40Da drin sind getrocknete Tardigrada.
38:45Ich fülle Wasser auf.
38:49Sie nehmen es auf, werden etwas größer und die Beine kommen wieder heraus.
38:55In ein paar Stunden werden sie wieder herumwuseln.
39:002007 setzten Wissenschaftler Bärtierchen sogar dem Vakuum des Weltalls aus, um ihre Überlebenstechnik zu untersuchen.
39:10Auf der Erde wurden sie gewässert, sie erholten sich und bekamen sogar Nachwuchs.
39:17Diese erstaunlichen Fähigkeiten lassen den Schluss zu, dass außerirdische Organismen unseren Planeten in Meteoriten erreicht haben könnten.
39:27In Schottland liegen mittlerweile die DNA-Testergebnisse der mysteriösen Galat-Probe vor.
39:41Hier sind die Testergebnisse der Gelee-Probe aus Bathgate.
39:48Wir hatten die DNA aus der Probe gewonnen und sie vergrößert und dann sequenziert.
39:59Bedauerlicherweise haben wir nur Pilze darin gefunden.
40:03Es war uns nicht möglich, andere DNA als die von Pilzen darin zu entdecken.
40:10Es scheint also nur irdisches Leben in dieser Probe vorhanden zu sein.
40:14Dr. Taylor sieht sich durch das Ergebnis bestätigt.
40:23Ich habe nie geglaubt, dass es aus dem All kam.
40:26Ich halte nichts von der These, dass Panspermien der Ursprung allen Lebens sind.
40:43Ein weltbekannter Astrophysiker der Universität Cardiff in Wales sieht das anders.
40:51Er meint, er könne nachweisen, dass außerirdisches Leben auf die Erde herabregnet.
41:03Man weiß, dass täglich 100 Tonnen Meteoritentrümmer in die Erdatmosphäre eindringen.
41:12Ein großer Teil davon ist organisch.
41:15Darüber gibt es auch keine Auseinandersetzung.
41:20Dr. Chandra Wickramasingh ist einer der führenden Vertreter der modernen Panspermien-Theorie.
41:28Diese Theorie besagt, dass das Leben durch Kometen und Meteoriten auf die Erde gebracht worden ist und dass dieser Prozess
41:36andauert.
41:38Dieser Vorgang hat nicht vor vier Milliarden Jahren aufgehört.
41:43Den Beweis dafür könnten die kleinen roten Zellen im Blutregen von Kerala liefern.
41:52Das ist eine Originalprobe, mehrmals verdünnt, wie ich glaube, weil der originale Blutregen knapp wird.
42:10Erste Tests bestätigen, dass es sich um organische Zellen handelt.
42:17Sie haben extrem dicke Zellwände, vielleicht aus mehreren Schichten.
42:23Und sie haben noch andere merkwürdige Eigenschaften.
42:28Wir haben hohe Kalzium- und Titananteile entdeckt.
42:32Diese ungewöhnlichen Elemente findet man nicht in normalen Zellen.
42:40Weitere Labortests offenbaren noch mehr überraschende Merkmale.
42:45Sie sind auch resistent gegen Ultraviolettstrahlen und gegen Schockeinwirkungen.
42:51Sie haben also alle Eigenschaften, die sie als Weltraumreisende brauchen.
42:58Das ist nicht alles. Bestimmte Marker weisen auf in ihnen enthaltene DNA hin.
43:05Doch die Wissenschaft kann deren Struktur nicht identifizieren, weil sie mit keiner anderen abgeglichen werden kann.
43:15Es gibt keine bekannten Mikroorganismen, mit denen sie verwandt sein könnten.
43:20Das weist auf einen außerirdischen Ursprung hin.
43:26Jetzt hat das Team von Dr. Rick Rammer Singh eine noch überraschendere Entdeckung gemacht.
43:35Vor wenigen Wochen haben wir herausgefunden, dass sich die Zellen aus dem Blutregen vermehren, wenn sie auf 230 Grad Celsius
43:43erhitzt werden.
43:49Diese Zellen können also nicht nur die Reise durch die Erdatmosphäre überleben. Sie gedeihen sogar dabei.
43:58Es sind die hitzebeständigsten Organismen, die auf der Erde bekannt sind.
44:04Für Dr. Rick Rammer Singh ist das eine umwälzende Entdeckung.
44:10Wir haben ihren außerirdischen Ursprung noch nicht bewiesen, doch der Beweis zeichnet sie schon am Horizont ab.
44:20Das könnte auch für viele der Sterngelee-Funde gelten.
44:27Von Blutregen ist seit biblischen Zeiten und sogar noch früher berichtet worden.
44:33Auch Sterngelee hat eine lange Geschichte.
44:37Deshalb glaube ich, dass man eine Verbindung zwischen beiden nicht aufschließen kann.
44:54Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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