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Abenteuer, Antike ,Mythologie
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00:00Das Geheimnis der Pyramiden.
00:03Dieser Mann behauptet, die weltgrößten Pyramiden entdeckt zu haben.
00:08Jahrzehntelang lagen sie hinter dem eisernen Vorhang verborgen.
00:13Erbaut von einer alten Kultur, 7000 Jahre vor dem Bau der Pyramiden von Gizeh.
00:19Darunter ein einsturzgefährdetes Tunnellabyrinth.
00:24Diese Entdeckung könnte die Frühgeschichte völlig umschreiben.
00:34Doch zunächst die Kreuzigung Christi.
00:39Das Schlüsselereignis der weltgrößten Religion.
00:43Ein Mann behauptet, Beweise zu haben, die nicht nur die Standorte der heiligen Städten Jerusalems infrage stellen,
00:53sondern auch die wahre Leidensgeschichte Christi offenbaren.
01:23Für Christen ist Jerusalem die heiligste Stadt der Welt.
01:28Jedes Jahr besuchen sie Millionen von Pilgern, die den letzten Weg Jesu nachgehen und am Ort seiner Kreuzigung beten.
01:45Sie folgen der Via Dolorosa, dem Leidensweg, einer gewundenen Strecke durch das Herz der uralten Stadt.
01:56Der Überlieferung zufolge soll Jesus auf diesem Weg sein Kreuz vom Ort seiner Verurteilung zur Stätte seines grauenvollen Todes getragen
02:06haben.
02:08Der Weg endet hier, an der Grabeskirche.
02:14Unter dem heiligen Altar befindet sich ein freigelegter Stein, der allgemein als Golgatha-Felsen angesehen wird.
02:24Dies ist das Ziel jeder christlichen Pilgerreise.
02:28Die Gläubigen stehen geduldig Schlange, um denselben Felsen zu berühren, auf dem das Kreuz ihres Erlösers stand.
02:42Doch Professor Shimon Gibson von der Universität von North Carolina glaubt, dass die Gläubigen nicht am richtigen Ort beten.
02:51Er hat eine archäologische Untersuchung rund um den Golgatha-Felsen durchgeführt.
02:59Dabei bekam er Zweifel, ob dieser Felsen tatsächlich Schauplatz der Kreuzigung Christi gewesen ist.
03:08Hier sieht man ja nur die Oberseite des Felsens, der an allen Seiten mit Ikonen und Devotionalien zugestellt ist.
03:18Aus archäologischer Sicht, wenn man den Felsen ausmisst und kartiert, zeigt sich, dass diese Stelle in der Tat nicht sehr
03:24groß ist.
03:26Ich habe den Felsen untersucht. Es wäre sehr schwierig gewesen, einen Menschen, von dreien ganz zu schweigen, auf dieser kleinen
03:33Fläche zu kreuzigen.
03:40Für Gibson sind seine Untersuchungen der Beweis dafür, dass nicht nur die Kreuzigung,
03:45sondern auch andere Ereignisse auf dem Leidensweg Christi nicht dort passiert sind, wo man sie der Überlieferung nach vermutet.
03:56Für viele Christen sind die überlieferten Bräuche wichtig, doch als Wissenschaftler möchte ich exakt denselben Felsen berühren können,
04:03der in den Evangelien beschrieben wird.
04:12Gibson will herausfinden, was die Archäologie noch alles über das Wie, Wo und Warum der Kreuzigung zutage fördern kann.
04:21Er beginnt mit der grundlegenden Frage, weshalb es überhaupt zur Kreuzigung kam.
04:30Gibson weiß durch das Studium von Schriften aus der Zeit Jesu, dass diese Hinrichtungsart von den Römern nach Jerusalem gebracht
04:38wurde.
04:40Schön, Sie kennenzulernen.
04:41Ganz meinerseits.
04:43Er kontaktiert den historischen Stadtführer Gastone Chiacci aus Rom, wo diese Methode perfektioniert wurde.
04:50Wer wurde damals gekreuzigt?
04:52Die Methode war in Rom weit verbreitet. Es waren zum Beispiel Sklaven, die sich gegen ihre Herren aufgelehnt hatten,
04:58oder jemand, der in irgendeiner Weise ein Verbrechen gegen den Staat begangen hatte.
05:04Gibt es in Rom bestimmte Orte, an denen Kreuzigungen stattfanden? Fällt Ihnen etwas ein, das mir helfen könnte?
05:12Nun, mir fallen da zwei der wichtigsten Stellen ein.
05:15Zum einen das Stadttor, wo die Sklaven gekreuzigt wurden, und zum anderen die Via Appia.
05:31Die Via Appia, eine große Verkehrsstraße, verband Rom mit den südlichen Provinzen.
05:4071 vor Christus, als der von Spartakus angeführte große Sklavenaufstand niedergeschlagen wurde, war sie gesäumt von Kreuzen.
05:506000 Aufständische wurden ausgezogen, gegeißelt und dann gekreuzigt.
06:01Manchmal trat der Tod erst nach zwei, drei Tagen ein.
06:04Man hat sie so lange wie möglich hängen lassen, bis Geier kamen und ihnen das Fleisch rausrissen und Hunde sie
06:09anfrasen.
06:11Zuvor haben die Gekreuzigten sich natürlich drei Tage lang eingenässt und eingekotet.
06:16Der Gestank muss entsetzlich gewesen sein.
06:20Das war natürlich römische Propaganda. Es sollte keinen zweiten Spartakus geben.
06:27Den Evangelien zufolge wurde Christus als König der Juden verurteilt.
06:34Der römische Stadthalter Pontius Pilatus wusch seine Hände in Unschuld.
06:39Doch im Grunde stellte Christus eine Gefahr für das römische Reich dar.
06:47Aus diesem Grund wurde er gekreuzigt.
06:55Obwohl es viele Berichte über das fürchterliche Schicksal von Gekreuzigten gibt, existieren erstaunlicherweise keine Details über den genauen Hergang einer
07:05Kreuzigung.
07:11Darstellungen von Christi Tod zeigen ihn meist mit drei großen Nägeln an ein hölzernes Kreuz genagelt.
07:18Zwei durch die Handflächen und einer durch beide Füße.
07:26Gibson hat jedoch eine völlig neue Theorie entwickelt, auf welche Weise Menschen tatsächlich gekreuzigt wurden.
07:32Nun will er sie auf die Probe stellen.
07:41Ganz klar ist, dass man Jesus irgendwie an dem Kreuz in Stellung bringen musste, als er darauf gelegt worden war.
07:48Dazu benutzte man zwei Holzleisten.
07:51Eine kam unter die Füße, die andere unter das Gesäß.
07:54Sie gaben ihm Halt.
07:58Als nächstes wurden die Arme an das Kreuz gebunden.
08:01Dazu verwendete man wahrscheinlich Seile.
08:09Das hatte folgenden Grund.
08:12Würde man die Person einfach am Querbalken festnageln und nicht mit Seilen festbinden, würde der Körper nach vorne fallen und
08:19der Gekreuzigte sofort ersticken.
08:25Die Römer wollten jedoch um jeden Preis verhindern, dass der Verurteilte erstickt.
08:32Dies wäre ein relativ schneller Tod gewesen. Und die Kreuzigung sollte genau das Gegenteil bewirken.
08:40Als das erledigt war, kamen möglicherweise noch zusätzlich Nägel zum Einsatz.
08:46Sie wurden durch die Handflächen geschlagen.
08:49Einerseits, weil dies die Qualen der Person am Kreuz verschlimmerte, andererseits aber auch als Absicherung.
08:56Sollte irgendjemand zum Beispiel aus der Familie den Körper vom Kreuz nehmen wollen, indem er einfach die Fesseln durchschnitt,
09:03wäre es durch die Nägel an diesen Stellen äußerst schwierig und schmerzhaft geworden.
09:13Ich glaube, dass die traditionelle Darstellung von Jesus am Kreuz ohne Fesseln etwas Unmögliches zeigt.
09:33Die Universität von Tel Aviv besitzt die einzigen jemals gefundenen Hinweise auf eine echte Kreuzigung.
09:45Professor Israel Hershkowitz hütet diese grausigen Fundstücke.
09:55Was befindet sich in dieser Kiste?
09:57Hier haben wir weltweit den einzigen Nachweis einer echten Kreuzigung.
10:04Erstaunlich.
10:06Fundstück 1 ist ein menschlicher Knochen aus einer Höhle nördlich von Jerusalem.
10:13Das hier ist ein Fersenbein.
10:16Es stammt aus der Zeit Jesu und weist ein unübersehbares Merkmal auf.
10:22Es wurde in der Mitte von einem eisernen Nagel durchbohrt.
10:29Der Nagel durchdringt die Seite des Fersenweins.
10:33Also mittendurch.
10:36Ein von Professor Hershkowitz durchgeführtes Experiment zeigt, dass der Nagel sehr geschickt eingeschlagen wurde.
10:46Das ist nach Form und Größe ein typisch römischer Nagel.
10:50Wenn man ihn nicht an der richtigen Stelle ansetzt, verfehlt man leicht das Fersenbein.
10:55Und selbst wir professionellen Anatomen haben es nicht genau getroffen.
11:01Das zeigt, dass die römischen Soldaten, die eine Kreuzigung durchführen mussten, sehr geschickt waren.
11:10Sie wussten also etwas über Anatomie.
11:13Sogar eine ganze Menge.
11:15Auf jeden Fall wussten sie, wie man jemanden kreuzigt.
11:19Das Fersenbein zeigt ganz deutlich, dass bei einer Kreuzigung Nägel verwendet wurden.
11:25Gibson streitet das nicht ab.
11:27Er glaubt jedoch, dass die Gekreuzigten auch mit Seilen gefesselt waren.
11:34Wenn viele Leute hingerichtet wurden, musste es schnell und effizient geschehen.
11:39Wäre es nicht logisch, dass man so viele Leute wie möglich festgebunden hat und die Nägel nachträglich eingeschlagen hat,
11:45damit auf Jahr keiner die Verurteilten wieder vom Kreuz holen konnte?
11:50Aber stellen wir uns doch einmal eine Kreuzigung vor.
11:54Da wird einer fast zu Tode gepeitscht, er ist blutüberströmt.
11:59Er wird zum Kreuz gebracht und seine Füße werden mit Nägeln drangeschlagen.
12:04Und zum Schluss nimmt man ein einfaches Seil und bindet die Hände am Querbalken fest?
12:08Das passt doch nicht.
12:12Professor Hershkowitz bleibt der Überzeugung, dass die zum Tode Verurteilten nur mit Nägeln an ihr Kreuz geschlagen wurden.
12:19Er glaubt, dass die Nägel durch beide Fersen und durch beide Hände getrieben wurden.
12:26Und ich kann das auch beweisen. In einer anderen Höhle hat man drei Nägel gefunden.
12:31Die, die wir hier gerade sehen?
12:33Ja genau, in dieser Schachtel. Nehmen wir sie mal vorsichtig heraus.
12:40Die Nägel wurden durch die Hand eines Gekreuzigten geschlagen.
12:44Das steht außer Frage, denn an einem Nagel hängt noch ein menschlicher Handknochen.
12:50Man kann sehr gut sehen, dass der Nagel durch einen der kleinen Mittelhandknochen geschlagen wurde.
12:56Das Knochenfragment zeigt uns aber auch, dass der Nagel nicht von vorne durch die Hand gehauen wurde, sondern von hinten.
13:07Es ist ein wichtiger Hinweis.
13:09Der Nagel wurde durch den Handrücken getrieben.
13:13Professor Hershkowitz denkt, dass eine Kreuzigung ganz anders ablief, als man bisher dachte.
13:19Wenn man sich nun vorstellt, dass die Hand nicht so herum, sondern hinter den Querbalken lag und der Nagel hier
13:26durchkam.
13:26Dass also der Arm um den Querbalken herumgelegt wurde, nach hinten.
13:30Genau, und auf diese Weise wurde der Körper festgehalten und konnte nicht nach vorne fallen.
13:35So wurde er auf dem Kreuz gehalten.
13:40Durch den Querbalken wurde das Gewicht des Körpers getragen und die Verurteilten konnten auch ohne Fesseln ans Kreuz genagelt werden.
13:50Das zeigt aber auch, dass die Nägel nicht wie bisher gedacht verwendet wurden.
13:58Mit dem langen Nagel wurden die Füße des Verurteilten von der Seite durch das Fersenbein und nicht von vorne an
14:05das Kreuz geschlagen.
14:08Die kürzeren Nägel durchbohrten die Hände, allerdings wurden sie durch den Handrücken anstand durch die Handfläche getrieben, wie man immer
14:16glaubte.
14:20Professor Gibson glaubt, endlich entdeckt zu haben, wie Jesus gekreuzigt worden ist.
14:27Nun will er herausfinden, wo seine Verurteilung und sein Tod stattfanden.
14:35Den Evangelien zufolge wurde er am Karfreitagsmorgen zu Pontius Pilatus gebracht.
14:43Nach mittelalterlicher Überlieferung beginnt der Leidensweg Christi hier, wo wir gerade stehen.
14:49Auf dieser Steintafel ist das festgehalten.
14:53Sie wurde im 19. Jahrhundert an diesem Durchgang angebracht.
14:57Wenn ich mir die Gebäude ringsum ansehe, kann ich als Archäologe nichts finden, das ich damit in Verbindung bringen könnte.
15:04Stattdessen finde ich Hinweise auf diese Verhandlung und auf den Weg Jesu zur Kreuzigungsstätte in einem ganz anderen Teil von
15:10Jerusalem.
15:17Der christlichen Überlieferung zufolge haben sich Jesu Verhör und sein Gang zum Kreuz im Nordosten Jerusalems abgespielt.
15:24Doch Gibson glaubt, dass sich all das im Westen der Stadt ereignete, nahe des Jaffa-Tors.
15:30Die Strecke wäre somit eine völlig andere.
15:34Die massiven Mauern, die die Stadt heute umgeben, wurden vor knapp 500 Jahren unter Süleyman dem Prächtigen errichtet.
15:42Sie stehen dort, wo sich zuvor römische Mauern befanden.
15:48Eine Ausgrabung unter Gibson förderte Überbleibsel eines Tors zutage, das zum Palast des Herodes im Inneren der Stadt führte.
15:57Gibson glaubt, dass Christus hier verhört wurde.
16:02Hier sehen wir archäologische Fundstücke aus dieser Zeit.
16:06Man kann sie mit dem Verhör Jesu in Verbindung bringen, wie es in den Evangelien berichtet wird.
16:13Sie helfen uns zu begreifen, was damals wirklich geschah.
16:17Hier sehen wir Stufen.
16:20Hier muss damals ein großes Tor gestanden haben.
16:24Es wurde zerstört, aber der Eingangsbereich existiert noch.
16:29Es führte zu einem sehr großen gepflasterten Platz.
16:32Dieses Pflaster wird auch im Johannes-Evangelium erwähnt.
16:36Die Stelle wird Gabata genannt.
16:38Das ist jedoch das aramäische Wort für Felsvorsprung.
16:41Und genau einen solchen Felsvorsprung können wir hier drüben erkennen.
16:46Dort muss Pontius Pilatus auf seinem Richterstuhl gesessen haben und die Verhandlung geführt haben.
16:52Als die Verhandlung abgeschlossen war, wurde Jesus hier entlang geführt.
16:59Durch dieses Tor, von dem heute nur noch ein paar in den Stein gehauene Stufen übrig geblieben sind.
17:05Über diese Stufen wurde Jesus in die Stadt geführt.
17:11Für mich als Archäologe besteht nun die Aufgabe darin, Überlieferung und Archäologie zu trennen.
17:18Das hier sind wissenschaftliche Belege für das Verhör von Jesus.
17:28Professor Gibson ist sich sicher, dank der Archäologie den Platz gefunden zu haben, an dem Jesus zum Tode verurteilt wurde.
17:36Aber kann er so auch den Ort der Hinrichtung finden?
17:44Er behauptet, ihn ganz in der Nähe der überlieferten Stelle gefunden zu haben, unter der Grabeskirche.
17:56Gipsen ist sich sicher, dass der Golgatha-Felsen nicht der exakten Kreuzigungsstelle entspricht,
18:02aber die Menschen vielleicht auf diese Stelle hinweisen sollte.
18:08Der Stein, der heute als Kreuzigungsort dargestellt wird, deutet in Wahrheit nur auf den Standort des Kreuzes hin,
18:15anstatt selbst diese Stelle zu sein.
18:17Anders gesagt, er ist eine Art Wegweiser, der auf den Todesort Jesu hindeutet.
18:25Wenn das stimmt, wurde der tatsächliche Kreuzigungsort Christi vergessen und irgendwo unter dem Boden dieser Kirche begraben.
18:37Gibson glaubt, dass er mithilfe der Archäologie den wahren Ort des Todes Christi aufspüren kann.
18:45Ein Teil dieser mittelalterlichen Kirche wurde auf dem Fundament einer viel älteren Basilika aus dem 4. Jahrhundert errichtet,
18:53die Kaiser Konstantin an genau der Stelle errichten ließ, an der Jesus gekreuzigt worden sein soll.
18:59Nach Gibsons Überzeugung ist die wahrscheinlichste Stelle dafür die Absis,
19:04der wichtigste Teil der konstantinischen Kirche, wo auch der Altar stand.
19:09Wenn er Recht behält und die Absis aus dem 4. Jahrhundert findet,
19:12hat er damit auch den historisch richtigen Ort der Kreuzigung entdeckt.
19:20In einem Teil der Kirche stößt Gibson auf Überbleibsel der ursprünglichen Kirche Konstantins.
19:27Diese Mauer stammt aus der Zeit Konstantins des Großen und gehört zur alten Kirche.
19:32Darunter kann man Felsen erkennen, natürliches Gestein, das weiter nach oben führt.
19:36Der höchste Punkt muss im Bereich der Absis liegen.
19:50Gibson folgt der natürlichen Gesteinsformation und gelangt zu einer flachen Kuppe, die heute unter einem Steinboden liegt.
20:00Angesichts der historischen Indizien gehe ich davon aus, dass sich unter diesem mittelalterlichen Steinboden die Absis von Konstantinskirche befindet.
20:08Wenn ich die Steinplatten hochheben würde, würde ich vermutlich auf den wahren Felsen stoßen, auf dem die Kreuzigung stattfand.
20:17Die Gläubigen werden sich von Gibsons Fund wohl kaum überzeugen lassen.
20:23Wenn er allerdings Recht behält, dann hat er die Beweise für eine völlig neue und grundlegend andere Darstellung der wichtigsten
20:31Ereignisse des Christentums entdeckt.
20:35Die letzten Stunden Christi vor seinem Tod.
20:45Sind diese Hügel wirklich die weltgrößten Pyramiden?
20:49Jahrelang verborgen am Rande des eisernen Vorhangs.
20:53Erbaut von einer vergessenen Kultur, die 7000 Jahre vor den Ägyptern bestand.
20:59Sind sie ein großer Schwindel oder eine Revolution der Frühgeschichte?
21:13Eine kleine Stadt in Südosteuropa.
21:16Einem bosnisch-amerikanischen Forscher zufolge wartet hier eine unfassbare historische Entdeckung.
21:23Jahrelang hielt man sie einfach für merkwürdig symmetrische Hügel.
21:28Laut Sam Osmanigic sind sie in Wahrheit jedoch die ältesten und größten von Menschen erbauten Pyramiden der Erde.
21:37Mutter Natur erschafft einfach keine natürlichen Hügel mit vier Seiten, dreieckigen Flächen und einer perfekten Ausrichtung.
21:44Für mich besteht kein Zweifel, dass dies künstliche Bauwerke sind.
21:52Aus Managic ist der Überzeugung, eine Reihe menschlicher Bauwerke entdeckt zu haben, die die ägyptischen Pyramiden weit überragen und tausende
22:00Jahre älter sind als jungsteinzeitliche Anlagen wie Stonehenge.
22:06Wir glauben, unseren Planeten zu kennen, aber das stimmt nicht. Die meisten Geheimnisse der Vergangenheit müssen wir erst noch enträtseln.
22:13Seinen Forschungen zufolge befinden sich an den Pyramidenseiten gepflasterte Wege mit Stufen,
22:21Terrassen aus rechteckigen Steinblöcken
22:25und ein unterirdisches Tunnelsystem.
22:30In allen Pyramiden gibt es Tunnel und Kammern, also auch hier in Bosnien.
22:36Aus Managic glaubt, in diesen Kammern die Geheimnisse einer alten Kultur zu finden, die diese Pyramiden vor 12.000 Jahren
22:44erbaut haben sollen.
22:48Seine Behauptungen sind äußerst umstritten.
22:50Wenn sie stimmen, könnte das unsere Sicht auf die menschliche Frühgeschichte völlig auf den Kopf stellen.
22:57Es könnte der größte archäologische Fund seit 100 Jahren sein.
23:06Zwei Experten überprüfen diese ungewöhnlichen Behauptungen.
23:12Dr. Dougal Jaron ist Geologe und hat bereits an vielen Universitäten Europas gelehrt.
23:18Da sind sie ja. Die Frage ist, sind sie natürlichen oder menschlichen Ursprungs?
23:23Sehen auf jeden Fall beeindruckend aus.
23:25Sie sehen auf jeden Fall beeindruckend aus.
23:31Dr. Henry Chapman ist Archäologe an der Universität im englischen Birmingham.
23:37Sein Fachgebiet ist die Untersuchung von Landschaften auf Spuren von prähistorischer Besiedlung.
23:43Die Behauptung, hier würden sich Pyramiden befinden, ist einfach unglaublich.
23:47Ich möchte mehr darüber herausfinden, denn eine so außergewöhnliche Behauptung erfordert auch außergewöhnliche Beweise.
23:54Zu Beginn der Nachforschungen treffen sich Jerram und Osmanagic etwa anderthalb Kilometer von den Pyramiden entfernt.
24:02Als ich das erste Mal diese wundervollen pyramidenförmigen Hügel mit vier dreieckigen Seiten und einer perfekten Ausrichtung sah,
24:10wusste ich sofort, dass es sich um Pyramiden handelte.
24:16Osmanagic behauptet, drei Pyramiden gefunden zu haben.
24:20Die Sonnen-, die Mond- und die Drachenpyramide. Jede davon zeigt genau nach Norden.
24:27Alle Pyramiden sind nach Norden ausgerichtet. Die im ägyptischen Gizeh sind es auch.
24:34Ein staatliches Institut in Bosnien hat ermittelt, dass diese hier die präziseste Ausrichtung haben.
24:39Null Grad, null Minuten und zwölf Sekunden.
24:45Niemals in der Menschheitsgeschichte wurden so große pyramidale Bauwerke errichtet wie hier in Bosnien.
24:53Währenddessen sucht Chapman nach Spuren der Kultur, die die bosnischen Pyramiden gebaut haben könnte.
25:01Dazu besucht er das Nationalmuseum in der Hauptstadt Sarajevo.
25:06Der Kurator Mirsa Ziaritz zeigt ihm die archäologischen Funde von Ausgrabungsstätten in dieser Region.
25:17Das ist ja eine ziemlich erstaunliche Sammlung.
25:20Das stimmt.
25:22Da ist ja noch mehr.
25:23Richtig. Es ist eine der umfangreichsten Sammlungen in diesem Teil Europas.
25:30Das ist wundervoll.
25:32Hier gibt es so viel zu sehen, dass man nirgendwo sonst findet.
25:35Und es ist alles hier drin versteckt.
25:38So ist es.
25:40Und tatsächlich findet Chapman eine Reihe von Feuersteinen aus der Zeit, in die Osmanagic den Bau der Sonnenpyramide einordnet.
25:49Dessen Thesen sind so radikal, dass sie alles in Frage stellen, was man bis heute über den prähistorischen Menschen weiß.
25:58In der Zeit, von der Sam spricht, haben die Menschen solche Werkzeuge benutzt.
26:02Kleine Feuersteine.
26:04Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Nutzer solcher Werkzeuge auch Pyramiden bauen konnten.
26:10Für Osmanagic sind die Pyramiden hingegen der Beweis dafür, dass vor 12.000 Jahren eine hochentwickelte Kultur existierte,
26:18in der die Menschen nicht nur Steinwerkzeuge kannten.
26:24Am nächsten Tag treffen sich Jerram und Chapman mit Osmanagic an der zweithöchsten Pyramide.
26:33Dort befindet sich die größte Ausgrabungsstelle, wo Osmanagic einige von Menschen geschaffene Terrassen gefunden haben will.
26:44Wir haben hier 47 Gräben ausgehoben. Auf drei Seiten, von unten nach oben.
26:51Dabei kann man eine Terrasse erkennen, gefolgt von Lehmschichten.
26:55Terrasse, Lehm, Terrasse, Lehm bis ganz nach oben.
27:00Diese sogenannte Mondpyramide ist mindestens 35 Meter höher als die große Pyramide in Ägypten.
27:09Wenn Osmanagic recht hat, ist sie für eine so alte Kultur ein äußerst bemerkenswertes Bauwerk.
27:17Wir sehen hier Sandsteinplatten, die zugeschnitten und hergebracht wurden, wo man sie auf eine bestimmte Weise verlegt hat.
27:24Sie haben in etwa die gleiche Dicke. Man erkennt die glatten Seiten und die Ecken im rechten Winkel.
27:34Das überzeugt den Geologen Jerem nicht.
27:39Osmanagic hingegen hält die Terrassen für Menschenwerk.
27:43Um dies zu beweisen, zeigt er Jerem ein Sandsteinpflaster am Fuss der Pyramide.
27:52Sehen Sie mal hier. Wir sehen einige kleine Stufen.
27:57Hier ist zum Beispiel eine Stufe.
27:59Acht Meter weiter. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht befindet sich die nächste.
28:09Acht Meter weiter. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht ist wieder eine.
28:15There is another one.
28:17Osmanagic sieht darin einen Beweis für den menschlichen Ursprung der Stufen.
28:22Jerem hingegen hält sie für die Überreste eines sandigen Sees oder eines Sandstrandes.
28:27Über Jahrmillionen wurde der Sand zu Sandstein komprimiert.
28:32Was an dieser Oberfläche besonders auffällt, sind diese hübschen geriffelten Muster,
28:37denen viele über die Spalten im Stein hinweg verlaufen.
28:42Für mich deutet das ganz klar auf ein natürliches Phänomen hin.
28:48Doch Osmanagic verweist einmal mehr auf die rechteckige Form der Steinplatten.
28:56Natürlich gibt es Leute, besonders Geologen, die all das für eine einzige ursprünglich intakte Steinplatte halten,
29:02die dann waagerecht und senkrecht gerissen ist.
29:06Wenn sie aber gerissen ist, wieso nicht auf der ganzen Länge?
29:12Stattdessen haben wir diese perfekten Kanten.
29:1690 Grad, 90 Grad, alle ganz gerade.
29:20Jerem entdeckt, dass die Muster auf der Oberfläche auf beiden Seiten der Risse zueinander passen.
29:27So etwas wäre von Menschenhand nur sehr schwer nachzuahmen.
29:31Sie sagen also, man hat eine Steinplatte mit dem Riffelmuster genommen, sie in Stücke geschnitten und hergebracht.
29:39Und dann hat man sie exakt wieder so zusammengesetzt, dass die Muster wieder passen.
29:43Wollen Sie das damit sagen?
29:44In den meisten Fällen ja.
29:46Das wäre ja toll.
29:49Jerem bleibt skeptisch.
29:52Die Terrassen und das Pflaster, die für Laien durchaus kunstvoll aussehen,
29:57könnten auch durch natürliche geologische Kräfte entstanden sein.
30:04Jerem und Chapman begeben sich in das unterirdische Tunnelsystem.
30:10Die Ausgrabungen in diesen Tunneln dauern nun schon fünf Jahre.
30:14Hier gräbt eine Gruppe eifriger Freiwilliger.
30:23Osmanigitsch geht voran.
30:25Wir sind hier 30 Meter vom Eingang entfernt.
30:31Passen Sie auf Ihren Kopf auf.
30:35In vielen ägyptischen Pyramiden führen solche Tunnel zu Grabkammern,
30:40wo in den Sarkophagen die mumifizierten Überreste der Pharaonen liegen.
30:46Anfangs noch fasziniert, werden Jerem und Chapman immer unruhiger,
30:51je tiefer sie in die Tunnel vordringen.
30:56Meiner Meinung nach ist das ziemlich gefährlich.
31:01Die Tunnel sind ein Rätsel.
31:05Die Pyramiden in Ägypten sind das Werk einer Kultur,
31:08die über eine Schrift und eine auf Landwirtschaft basierende Religion verfügte.
31:13Doch vor 12.000 Jahren war der Mensch nach gängiger Lehrmeinung noch im Stadion eines Jägers und Sammlers.
31:24Osmanigitsch will die Welt davon überzeugen, dass eine fortschrittliche Kultur diese Tunnel gegraben hat.
31:315000 Jahre später soll eine andere Kultur sie wieder zugeschüttet haben.
31:39Irgendjemand hat das ganze Füllmaterial hergebracht und dann im Grunde den ganzen Komplex versiegelt.
31:45Wir stehen also vor zwei Rätseln.
31:48Wer hat dieses Netzwerk erschaffen?
31:50Und wer hat all diese Tunnel danach wieder zugeschüttet?
31:55Osmanigitsch hat eine eigene Erklärung für die zugeschütteten Tunnel.
32:00Es scheint, dass die Menschen, die nach den Erbauern dieser Tunnel kamen, die bestehenden Tunnel systematisch gesäubert haben.
32:07Denn wir finden nirgendwo Werkzeuge, Knochen oder anderes organisches Material.
32:12Es muss also einen wichtigen Grund gegeben haben, all das zu verstecken.
32:16Einen Grund von globaler Bedeutung.
32:26Sam hofft, dass er irgendwo in diesen Tunneln dem Geheimnis dieser alten Hochkultur auf die Spur kommt.
32:34Für ihn weisen diese Tunnel Merkmale auf, die sich wissenschaftlich kaum erklären lassen.
32:41Können Sie als Geologe mir vielleicht erklären, wie dieser Sand hier ohne jegliches Bindematerial Halt findet?
32:50Es gibt nichts, was ihn bindet.
32:54Man kann ganz einfach ein bisschen Sand wegnehmen und in der Hand halten.
33:00Das ist nur eins der Geheimnisse dieser Tunnel.
33:03Der Sand trotzt der Schwerkraft.
33:09Die Tunneldecke mag zwar im Moment halten, aber Jerem fragt sich, wie lange noch.
33:20Die Wissenschaftler folgen aus Manigetsch tiefer in den Tunnel.
33:26Dort graben aus Manigetschs Mitarbeiter weiter.
33:30Chapman hat Fragen.
33:34Also so räumen Sie die Tunnel frei.
33:37Wir finden jede Menge Tunnel wie diesen hier.
33:43Für eine archäologische Ausgrabung gibt es hier sehr wenig Licht, um Dinge wie Farbschattierungen, Oberflächen, Schichten und Fundstücke auszumachen.
33:51Wie gehen Sie unter diesen Umständen eigentlich mit dem Problem um?
33:56Wir arbeiten hier nun schon seit sechs Jahren und können mittlerweile gut erkennen, was von der ursprünglichen Tunnelbauerkultur stammt und
34:03was von der zweiten, die die Tunnel wieder zugeschüttet hat.
34:07Zwischen dem Füllmaterial und dem ursprünglichen Bodengemisch gibt es deutliche Unterschiede.
34:16An dieser Stelle haben wir immer noch keine hölzernen Stützbalken. Etwas lose.
34:24Ziemlich lose.
34:27Wie tief drin sind wir jetzt?
34:30Jetzt sind wir etwa 370 Meter vom Ausgang entfernt.
34:36Aus Sicherheitsgründen beenden Jerem und Chapman die Tour an dieser Stelle und begeben sich zum Ausgang.
34:45Draußen besprechen sie ihre Eindrücke.
34:50Also ich hatte da drin Angst.
34:53Da war alles völlig lose.
34:55Nicht nur das Füllmaterial, wie er es nennt, auch die Seitenwände rieselten überall runter.
35:01Sie graben darin irgendwelche kaum auszumachenden Gänge aus.
35:06Dabei bin ich nicht sicher, ob sie die Gänge erkennen können, nach denen sie graben.
35:10Du glaubst also, dass der Boden so locker ist, dass er vor ihrer Nase wegbröselt und sie glauben lässt, sie
35:15würden einem Gang folgen?
35:17Und dabei folgen sie gar nicht wirklich einem Tunnel, sondern graben ihn selbst immer weiter vor sich her?
35:24Wäre doch möglich.
35:26Wenn Jerem und Chapman mit ihrer Vermutung richtig liegen, dann gräbt Osmanigichs Team keine vorgeschichtlichen Tunnel aus,
35:34sondern gräbt in Wahrheit neue, die noch dazu jederzeit über ihnen einbrechen könnten.
35:48Die beiden könnten sich auch irren.
35:50Um sie zu überzeugen, zeigt ihnen Osmanigichs die größte und eindrucksvollste Pyramide von Misoko,
35:57die als Sonnenpyramide Bekanntheit erlangte.
36:03Osmanigich glaubt, dass die vorgeschichtlichen Erbauer den Aushub aus dem Tunnel genutzt haben,
36:08um massive Bausteine zu formen, die er an dieser Stelle nachgewiesen haben will.
36:15Wie man sieht, befindet sich vor mir ein rechteckiger Block.
36:19Das ist die erste Reihe von Blöcken.
36:22Unter der etwa 40 Zentimeter dicken zweiten Reihe können wir die dritte und darunter noch eine vierte Reihe von Blöcken
36:29erkennen.
36:30Wir sehen hier die Außenseite der Sonnenpyramide.
36:35Dies ist das Gestein, das man beim Bau des riesigen Tunnelnetzwerks ausgehoben und danach als Baumaterial genutzt hat.
36:42In der ganzen Menschheitsgeschichte hat kein anderer einen qualitativ so hochwertigen Beton hergestellt.
36:50In der Natur sehen wir, dass solche Steinblöcke ganz oft auf natürliche Weise entstehen,
36:55weshalb ich es für sehr problematisch halte, natürlichen Zement von künstlich hergestelltem Zement zu unterscheiden.
37:00Wir sehen hier ganz klar quaderförmige Blöcke.
37:05Das ist doch ein Beweis nach dem anderen, dass hier jemand eine Pyramide bauen wollte.
37:11Zeigen Sie mir irgendeinen anderen Ort auf der Welt mit einer Neigung von 45 Grad,
37:16dreieckigen Seitenflächen, perfekter Ausrichtung und einer Hülle aus natürlichem Beton.
37:22Chapman wundert sich, dass nirgendwo Werkzeuge und andere Überreste gefunden wurden.
37:28Haben Sie Beweise, dass es Menschen waren? Gibt es archäologische Funde, die zeigen, dass all das menschlichen Ursprungs ist?
37:36Nur weil wir keine Werkzeuge finden, heißt das nicht, dass das Bauwerk nicht existiert.
37:41Es ist ja da. Aus irgendeinem Grund finden wir nichts, aber ich hoffe, dass wir spätestens in den Kammern der
37:47Pyramide archäologische Beweise finden.
37:52Jerem kommt immer mehr zu dem Schluss, nichts als natürliche Geologie gesehen zu haben.
37:58Er benötigt jedoch ebenfalls Beweise dafür.
38:03Er kontaktiert den bosnischen Geologen Dr. Enes Ramowitz und vereinbart ein Treffen in Sarajevo.
38:11Eine geologische Karte zeigt ganz deutlich, dass die Hügel aus für diese gegentypischen Gesteinsschichten bestehen.
38:19Halten Sie die Hügel für etwas Besonderes?
38:22Nein, nein, die sind alle gleich.
38:23Sie sind völlig normal.
38:24Überhaupt nichts Besonderes.
38:28Mit den Beweisen aus der Karte in der Tasche schmiedet Jerem einen Plan.
38:33Auf einem Flugplatz bei Visoko chartert er ein Flugzeug.
38:38Den ersten Gesprächen und Untersuchungen zufolge sind die Gesteinsschichten dieser Gegend wie ein Buch aufgebaut.
38:44Die Schichten liegen alle übereinander.
38:47Eine Möglichkeit ist, dass, wenn man das Gestein faltet, auf einer Seite die verschiedenen Schichten in einer bestimmten Richtung hervortreten.
38:56Aus der Luft dürften wir einen guten Überblick über die Pyramiden bekommen und dabei die geologischen Schichten erkennen, die wir
39:02auf der Karte gesehen haben.
39:04Vielleicht entdecken wir dieses Phänomen auch an anderen Hügeln.
39:07Wer weiß.
39:25Sofort entdeckt er eine Reihe flacher, schräger Gesteinsplatten, die eine Dreieckform bilden.
39:31Es ist wohl die gleiche Geologie wie die der Visoko-Pyramiden.
39:37Jetzt kann man es sehr gut sehen.
39:40Unter mir sieht man die Ortschaft Visoko und daneben erhebt sich dieser pyramidenförmige Hügel.
39:48Die der Ortschaft zugewandte Seite ist tatsächlich ganz klar dreieckig.
39:54Die uns zugewandte Seite ist weniger glatt.
39:58Wir sehen einige Einschnitte oder Schluchten, anscheinend Anzeichen von Erosion.
40:08Jetzt kommt so langsam die Rückseite der Sonnenpyramide in Sicht.
40:12Aus diesem Blickwinkel heraus sieht sie aus wie alle anderen Hügel in dieser Gegend.
40:18Sollte jemand aus meiner Perspektive nun einen dieser Hügel als Pyramide identifizieren, welchen sollte man dann nehmen?
40:32Nach diesem Rundflug ist Jerem sicher, dass die Pyramiden nichts weiter als einfache geologische Gebilde sind.
40:40Doch einige von Osmanigichs Thesen möchte er noch genauer untersuchen.
40:45Er und Chapman treffen sich diesmal allein an der Sonnenpyramide.
40:51Sie wollen die Theorie prüfen, dass aus dem Aushub der Tunnel die Bausteine für die Pyramide gefertigt worden sind.
41:02Wenn man sich ganz genau diesen sogenannten Zement anschaut und woraus er besteht,
41:07dann kann man in dem Gemenge weiche Kalksteinkiesel entdecken.
41:11Die Tunnelwände bestehen größtenteils aus Quarz.
41:16Also gar nicht dasselbe Material.
41:18Völlig unterschiedlich.
41:20So viel zum Material.
41:23Aber was ist mit der Form und der Ausrichtung der Pyramiden?
41:31Auch die Winkel.
41:33Hier sind es 26 Grad.
41:35Von wegen 45 Grad.
41:37Also stimmt es nicht, was er behauptet hat?
41:39Nicht, wenn man mit dem Kompass nachmisst.
41:42Zeigen sie wenigstens nach Norden?
41:44Das ist unterschiedlich.
41:45Einige sind fast genau nach Norden ausgerichtet, aber der Großteil eben nicht wirklich.
41:54Nach vier Tagen Beweisaufnahme haben Jerem und Chapman ihre Untersuchung abgeschlossen.
42:00Osmanigic hat die letzten sechs Jahre damit verbracht, zu beweisen, dass diese Pyramiden von einer geheimnisvollen alten Kultur errichtet wurden.
42:08Doch die beiden Wissenschaftler glauben ihm nicht.
42:11Sie wollen Osmanigic treffen und ihm ihre Gegenbeweise zeigen.
42:18Ich habe nichts gesehen, was mich überzeugen konnte, dass es sich um etwas anderes als natürliche Gebilde handelt.
42:23Aus archäologischer Sicht bin ich nicht überzeugt.
42:28Ich muss sagen, dass ich das Material für typisches Sedimentgestein eines Sees oder Flusses halte, das sich vor einigen Millionen
42:35Jahren abgelagert hat.
42:38Mutter Natur schafft so etwas nicht.
42:40Finden Sie eine andere Pyramide mit perfekter Ausrichtung, das würde mich schon überzeugen.
42:45Apropos perfekter Ausrichtung. Der Hangwinkel liegt bei etwa 26 Grad. 30 Grad war das steilste, was ich gemessen habe, das
42:52flachste war 16 Grad.
42:54Diese Oberfläche hier ist außerdem auch nicht überall nach Norden ausgerichtet, nur an wenigen Stellen.
42:59Sonst ist sie ganz unterschiedlich, wie das eben in der Natur vorkommt.
43:02Wenn man diese Details mal nachmisst, sind sie einfach nicht perfekt.
43:09All das lässt genau die Art von Exaktheit vermissen, mit der sie ihre Theorie stützen wollen, dass Mutter Natur so
43:15etwas nicht geschaffen haben kann.
43:18Den Pyramiden ist es gleich, was wir Menschen heute zu sagen haben.
43:22Sie sind da. Sie waren schon lange da und werden auch noch da sein, wenn wir längst nicht mehr sind.
43:28Es ist ihnen nicht gelungen, Osmanigic zu überzeugen. Und mit ihren Ansichten werden sie in Bosnien keine Freunde finden.
43:36Doch sie bleiben dabei.
43:39Ich sehe es einfach nicht. Wir sind hergekommen, um die wahrscheinlich größte archäologische Entdeckung des Jahrhunderts zu sehen.
43:45Aber ich fühle mich, als hätte ich eine Pyramide erklommen und dann war es doch nur ein Hügel.
43:51Das hat mit Archäologie nichts zu tun.
43:53Schlimmer noch, wenn da etwas archäologisch Wertvolles war, haben sie es mit ihren Methoden zerstört und kaputt gemacht.
44:00Was die Hügel betrifft, so habe ich nichts gesehen, außer der grundlegenden Geologie, die man dort schon vor über 50
44:06Jahren festgestellt hat.
44:11Es ist wohl einfach nur die Fantasie dieses einen Mannes. Mehr nicht.
44:16Am Ende müssen wir einfach nur den Tatsachen ins Auge sehen, denn damit kann man wirklich arbeiten.
44:20Ich habe keine Beweise gesehen. Das ist alles erfunden.
44:26Die bosnischen Pyramiden ziehen immer mehr Besucher an.
44:31Doch solange Osmanigic keine bedeutsame Entdeckung vorzuweisen hat, wird er es schwer haben, Archäologen davon zu überzeugen,
44:38dass es sich bei diesen Pyramiden um mehr handelt als merkwürdig geformte Hügel.
44:55Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!