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  • vor 4 Tagen
Abenteuer, Antike ,Mythologie

Kategorie

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Transkript
00:00Test.
00:38Wir sind auf dem Weg in mein Hauptforschungsgebiet, in den Edirondacks.
00:46Steve Carls ist ein ehemaliger Privatdetektiv aus New York, der jetzt nach Bigfoot fahndet.
00:57Hier gibt es seit 30 Jahren Bigfoot-Sichtungen.
01:06Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, DNA-Spuren, Fotos und Tonaufnahmen zu sammeln, um die Existenz von Bigfoot wissenschaftlich
01:14zu beweisen.
01:23Es gibt ihn. Ich habe ihn gesehen.
01:34Carls will dem Wesen im Jahr 2011 begegnet sein, als er bei einem Campingausflug Batterien aus dem Auto holte.
01:45Ich holte die Batterien und leuchtete mit der Taschenlampe die Straße entlang.
01:53Knapp 100 Meter entfernt stand ein Telefonmast. Daneben sah ich ein zwei Meter großes Wesen.
02:02Es starrte mich aus rot glühenden Augen an.
02:08Es blinzelte.
02:12Nach etwa 40 Sekunden bewegte ich meine Taschenlampe ein wenig.
02:16Da verschwand es zurück in den Wald.
02:22Ich war total geschockt.
02:25Ich starrte es an und es starrte zurück.
02:28Das machte es besonders unheimlich.
02:46Heute kehrt Carls zum Schauplatz zurück.
02:49Seid ihr soweit?
02:51Klar.
02:52Mit Verstärkung.
02:53Was machen wir heute?
02:56Wir stellen eine Digi-Cam auf.
02:58Außerdem haben wir ein Richtmikrofon und digitale Aufnahmegeräte.
03:03Gary Robusto kümmert sich um die technischen Hilfsmittel, die Beweise liefern sollen.
03:13Wie sieht der Plan aus?
03:14Wo soll ich die Technik und die Kameras aufbauen?
03:19Wir stellen die Fotofallen im Westen auf und die Digi-Cam im Osten, wo ich ihn gesehen habe.
03:24Aus Erfahrung würde ich sagen, dass das der beste Platz für die Kamera ist.
03:39Er ist ganz bestimmt da draußen.
03:41Er ist echt.
03:43Da bin ich mir sicher.
03:45In der Höhle soll ein unheimliches Wesen hausen.
03:50Etwas Großes.
03:51Etwas völlig Ungeheuerliches.
03:54Zuerst gab es den Schneemenschen im Himalaya.
03:56Jetzt ist ein Bigfoot in South Dakota aufgetaucht.
04:01Die Bevölkerung von Little Eagle ist so verängstigt, dass bewaffnete Männer jede Nacht nach Bigfoot suchen.
04:11Augenzeugen aus aller Welt berichten von solchen Begegnungen.
04:15Es brach Äste ab und fraß das Harz.
04:18Es war unfassbar stark.
04:20Seine Schultern waren gut und gerne einen Meter zwanzig breit.
04:25Seine Augen waren hellgelb und leuchteten.
04:28Ich drehte mich um und da war es.
04:31So etwas hatte ich noch nie gesehen.
04:35Ein haariges Ungeheuer am Waldrand.
04:39Noch nie hatte ich eine solche Angst.
04:46Auf allen Kontinenten gibt es seit Urzeiten Geschichten von Wesen wie Bigfoot, dem Yeti im Himalaya oder dem chinesischen Yeren.
04:58Die Berichte über Bigfoot stimmen im Großen und Ganzen überein.
05:02Meistens handelt es sich um ein großes, männliches Tier mit breiten Schultern und zotteligen Haaren.
05:10Es hat einen kurzen, dicken Hals und Arme, die bis zu den Knien reichen.
05:17Die Nase ist flach, die Augen liegen tief unter Wülsten.
05:20Der Kopf ist länglich.
05:25Ziemlich stimmig.
05:31In Nordamerika, im Osten Sibiriens und China sowie Südasien, gibt es bemerkenswert viele ähnliche Beschreibungen von einem aufrecht gehenden Wesen
05:40mit langem Fell.
05:48Was Nordamerika angeht, häufen sich die Berichte in der Sierra Nevada, in den Küstengebirgen und bis tief in die kanadischen
05:54Rocky Mountains.
05:55Von da runter über New England bis nach West Pennsylvania.
06:06Dennoch glauben die wenigsten Wissenschaftler, dass es dieses Wesen gibt.
06:13Ich halte Bigfoot insofern für problematisch, als so viele ihn gesehen haben wollen, es aber keine handfesten Beweise gibt.
06:21Also ist dieses Tier entweder sehr scheu oder gar nicht real.
06:27Wir denken uns menschenähnliche Ungeheuer aus.
06:30Und eine solche Monster-Version eines Menschen ist ein großes, zotteliges Ungetüm.
06:36Es ist also gar nicht verwunderlich, dass Bigfoot auf der ganzen Welt immer wieder neu erfunden wird.
06:43Ich halte es für unwahrscheinlich, dass ein derart großes Tier in Nordamerika lange unentdeckt leben könnte.
07:03Augenzeugen wie Steve Coles sind dennoch fest von seiner Existenz überzeugt.
07:10Das ist dann in nächster Nähe zu der Einsichtungsstelle. Das wird also gehen.
07:15Wie bitte?
07:16Geh ganz nach links. Mal sehen, wie die Sicht dort ist.
07:21Unser Plan ist ganz einfach. Wir stellen die Technik auf, locken den Bigfoot an und lassen ihn an den Kameras
07:27vorbeilaufen.
07:42Wir befestigen hier eine Infrarotkamera mit Bewegungsmelder.
07:47Sie wird durch die kleinste Bewegung ausgelöst und macht innerhalb von 30 Sekunden sechs Aufnahmen.
07:54Damit sehen wir alles in einer Entfernung von bis zu 15 Metern.
07:59Ich befestige ein digitales Aufnahmegerät unter der Fotofalle, das dann jedes einzelne Geräusch hier draußen aufnimmt.
08:07Die Technik steht. Nun prüft Teammitglied Jeff Thomas die tragbaren Infrarotkameras, die jede Wärmequelle aufspüren können.
08:18Wenn irgendwas hier langkommt, kriegen wir das mit. Wir sind mit den Fotofallen und Aufnahmegeräten bestens gerüstet.
08:29Er könnte direkt hinter einem stehen, ohne dass man es merkt.
08:33Steve Carls und sein Team legen sich nun auf die Lauer.
08:37Doch die meisten Begegnungen mit Bigfoot geschehen plötzlich und ohne Vorwarnung.
08:43Wie im Falle von ein paar Jugendlichen aus Idaho.
09:10Es war ein ziemlich kalter und bedeckter Februartag.
09:14Es hatte gerade aufgehört zu schneien und an den Bäumen waren kaum noch Blätter.
09:25Wir machten Messungen für unseren Umweltkurs.
09:29Wir maßen gerade zum dritten Mal den Erosionsgrad einer Schlucht.
09:40Hier war es, oder?
09:43Als wir es zuerst sahen, war es da drüben. Als es zur Lichtung kam, konnten wir es filmen.
09:49Es war fast ganz oben auf dem Grat dort und ging dann bergab. Es sah ziemlich groß, dunkel und schwarz
09:55aus.
09:55Es hob sich deutlich vom Schnee ab.
09:58Aber haarig sah es wirklich nicht aus. Eher schwarz und massig.
10:02Es war deutlich zu erkennen. Es bewegte sich ziemlich geschmeidig, obwohl so viel Schnee lag.
10:11Etwa zehn Sekunden später holte ich dann die Kamera raus.
10:14Da kam es schon auf diese Lichtung und ich zoomte näher ran.
10:21Dann lief es weiter rüber und auf der anderen Seite runter.
10:41Wir haben es weiter beobachtet, bis es weg war.
10:49Danach haben wir nur noch rumgealbert.
10:52War das Bigfoot und so?
10:54Aber als wir mal darüber nachdachten, wussten wir echt nicht, was es war.
11:01Ganz klar war es etwas Unbekanntes und Mysteriöses.
11:05Aber ich will jetzt nicht behaupten, es wäre Bigfoot gewesen.
11:11Bigfoot war mir vorher nie wirklich in den Sinn gekommen.
11:13Aber dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass es durchaus eine Möglichkeit sein könnte.
11:26Beim ersten Anblick dachte ich, das ist doch kein Mensch.
11:29Ich war ziemlich durcheinander. Ich hatte so etwas auch noch nie gesehen.
11:38Ich meinte, dass wir uns das näher anschauen und der Sache auf den Grund gehen sollten.
11:47Es war nicht leicht, dort hochzukommen.
11:49Wir haben fast eine Stunde gebraucht.
11:55Dann haben wir die Spuren gefunden.
11:57Sie führten von da oben hier lang.
12:02Wir sahen viele Abdrücke im Schnee.
12:05Irgendetwas war vor kurzem vorbeigelaufen.
12:08Ein Fußabdruck war besonders deutlich und man konnte darin so etwas wie zehn Abdrücke erkennen.
12:17Ich bin sehr oft in der Wildnis und weiß, wie Elch- oder Bärenspuren aussehen.
12:22Ich kann auch frische von alten Spuren unterscheiden.
12:26Spuren wie diese hatte ich aber noch nie gesehen.
12:30Das kam uns komisch vor.
12:31Keiner hatte eine Ahnung, was das war.
12:35Es sah so ähnlich aus wie ein menschlicher Fußabdruck, war aber viel größer.
12:41Ich sah mir die Spuren genau an.
12:43Als ich merkte, dass ich so welche noch nie gesehen hatte, dachte ich sofort, das könnte auch ein Bigfoot sein.
12:54Sie wenden sich an Dr. Jeffrey Meldrum, Professor für Anatomie und Anthropologie an der Idaho State University.
13:04Ich kenne mich sowohl mit der Anatomie des Menschen als auch mit der von vergleichbaren Primaten aus.
13:10Daher kann ich gut einschätzen, ob es sich bei einer Videoaufnahme um einen Menschen im Kostüm handelt
13:16oder um etwas anderes, das erst näher bestimmt werden muss.
13:23Meldrum untersucht bereits seit 1995 Aufnahmen wie die der Jugendlichen aus Idaho.
13:31Ich gebe zu, dass ich anfangs dachte, es sei ein Streich, mit dem sich ein paar Jugendliche das Wochenende vertrieben
13:36hatten.
13:38Aber was auf mich zunächst wie ein einfacher Scherz wirkte, stellte sich im Nachhinein als höchst interessant heraus.
13:46Alles sprach dafür, dass sie tatsächlich etwas Erforschenswertes gesehen hatten.
13:53Meldrum, der über 200 Abdrücke und Fotos von vermeintlichen Bigfoots zusammengetragen hat, untersucht die Beweisaufnahmen der Jugendlichen.
14:07Dieser Fussabdruck unterscheidet sich von dem eines Menschen am deutlichsten durch das fehlende Längsgewölbe und den kaum ausgeprägten Fussballen.
14:19Er zeichnet sich durch viele Merkmale aus, die ich bei einer Bigfoot-Spur erwarten würde.
14:23Eine breite Ferse, das Verhältnis von Fersenbreite zu Fußlänge, die eher geradlinig angeordneten Zehen und der geringere Größenunterschied zwischen der
14:33großen Zehe und den übrigen Zehen.
14:36All diese Merkmale zusammen könnten ein Hinweis darauf sein, dass wir es hier mit einem echten Bigfoot zu tun haben.
14:55Zahlreiche Gründe sprechen dagegen, dass dieser Abdruck ein Beweis für Bigfoot ist.
15:00Dr. Katie Gonder ist biologische Anthropologin an der Universität von Albany im Bundesstaat New York.
15:06Seit zwei Jahrzehnten befasst sie sich mit Primatenspuren.
15:11Fußspuren, die man in der Wildnis finden kann, sind nie derart perfekt.
15:17Die Fuß- oder Handabdrücke weisen unterschiedliche Tiefen und Verwischungen auf.
15:22Dieser hier sieht aus wie gestempelt.
15:28Es scheint viel mehr, als wäre etwas mit großer Kraft und mit gestellten Bewegungen durch den Wald gestapft.
15:35Das passt überhaupt nicht zur Gangart der meisten Tiere.
15:40Sie bewegen sich geschmeidig, ziehen die Füße nach und hinterlassen verwischte Spuren, anstelle solcher tiefen Abdrücke.
15:52Das größte Problem mit diesem Foto ist der fehlende Maßstab.
15:56Die wahre Größe dieses Fußabdrucks ist nur sehr schwer feststellbar.
16:02Der Fußabdruck aus Idaho ist somit nicht beweiskräftig.
16:07Meldrum wendet seiner Aufmerksamkeit dem Video zu.
16:12Ich war beeindruckt. Immerhin kann man die Umrisse sehen, seine Gelenke, Ellenbogen, Handgelenke, seine Handform.
16:24Besonders fallen dabei seine sehr geschmeidigen Bewegungen auf, wenn er sich ins Unterholz zurückzieht.
16:31Man kann dabei seinen massigen Körper mit enorm kräftigen Armen und einen vorwärts geneigten Kopf auf mächtigen Schultern erkennen.
16:42Bigfoot war mir vorher nie wirklich in den Sinn gekommen.
16:45Aber dieses Erlebnis hat mir gezeigt, dass es durchaus eine Möglichkeit sein könnte.
16:52Vielleicht ist dies das Video einer flüchtigen Begegnung mit Bigfoot.
16:56Aber nochmal.
16:58Es reicht bei weitem nicht als Beweis für die Existenz eines solchen Wesens aus.
17:03Es legt allerhöchstens eine solche Vermutung nahe.
17:15Der Abdruck stammt höchstwahrscheinlich nicht von dem Tier aus dem Video.
17:19Es geht eher gebückt und schreitet auch nicht.
17:22Der vermeintliche Fußabdruck wurde aber ohne Zweifel mit viel Kraft und direkt von oben in den Schnee gedrückt.
17:31Daher spricht alles dafür, dass es einfach ein Bär war.
17:35Für mich sieht es wirklich so aus, als ob ein Bär auf den Hinterbeinen durch das Unterholz geht und sich
17:40dann wieder auf alle Viere begibt.
17:53Tatsächlich sind die Berge Idaho's die Heimat des nordamerikanischen Schwarzbären.
18:01Es ist eine Tatsache, dass viele Menschen sehr oft etwas sehen, aber nicht zuordnen können.
18:07Dass es sich dabei um Bigfoot handelt, ist äußerst unwahrscheinlich.
18:10Viel eher haben sie einen Bären gesehen.
18:15Der ehemalige Privatdetektiv Dr. Joe Nickel ist heute ein Schriftsteller, Skeptiker und Legendenforscher.
18:28Wenn man an die Existenz von Bigfoot glaubt und etwas Unbekanntes im Wald sieht, dann hält man es logischerweise auch
18:34für Bigfoot, selbst wenn es nur ein Bär oder ein anderes Tier ist.
18:42Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass es sich um etwas anderes als einen Bären handelt.
18:47Ein Bär ist in etwa genauso groß wie Bigfoot.
18:52Auf den Hinterbeinen stehend erreicht der bis zu 270 Kilogramm schwere nordamerikanische Schwarzbär eine Höhe von knapp zwei Metern.
19:04Das Vorkommen von Bären in den Wäldern ist auch eine Falle für viele engagierte Bigfoot-Jäger.
19:12Sie halten voreilig jeden fetzen Fell, den sie in den Wäldern erspähen, für Bigfoot, wenn es doch bloß ein Bär
19:18ist.
19:21Neueste Forschungen haben gezeigt, dass die meisten Bigfoot-Sichtungen aus Gegenden stammen, in denen auch Bären heimisch sind.
19:30Diese Studien zeigen, dass es sich bei vielen Bigfoot-Sichtungen wohl um simple Bären-Sichtungen handelt.
19:40Ich habe schon haufenweise Bären in der Wildnis gesehen, wie sie auf den Hinterbeinen gehen, wie sie auf allen Vieren
19:46gehen.
19:49Ich weiß nicht, was ich gesehen habe, aber ein Bär war das nicht.
20:04In den Ediron Decks hofft Steve Kulls in der Zwischenzeit, bei seiner Jagd auf Bigfoot endlich einen handfesten Beweis zu
20:11erlangen.
20:14Wir haben eine Menge Technik aufgebaut. Nun müssen wir ihn nur noch herlocken.
20:31Wir glauben, dass sie sich über solche Klopflaute miteinander verständigen.
20:39In vielen Gegenden, in denen man Bigfoots gesehen hat, hat man auch solche Klopfgeräusche von Holz auf Holz gehört.
20:47Daher gehen wir davon aus, dass es sich dabei um eine Art Kommunikationsmittel handelt.
20:52So teilen sie einander mit, wo sie sind.
20:58Sicher sind wir allerdings nicht.
21:01Aber es ist schon oft vorgekommen, dass Leute im Wald auf Baumstämme geklopft und aus der Ferne eine Antwort erhalten
21:06haben.
21:07Auch hier.
21:11Wir klopfen immer fünfmal.
21:22Wir klopfen und warten ab.
21:25Vielleicht bringen wir sie so dazu, sich uns etwas zu nähern.
21:40Bigfoots werden viele Verhaltensweisen zugeschrieben, die ganz typisch für große Menschenaffen sind.
21:46Dazu gehören sowohl laute Rufe als auch das Klopfen auf Baumstämme.
21:51Der Säugetierkundler und Anatom-Doktor Esteban Sarmiento hat sich ausgiebig mit Primaten beschäftigt.
21:59Das Tier ist nicht auf eine Konfrontation aus, weil es den kürzeren ziehen oder zumindest viel Energie verlieren würde.
22:06Also macht es sich lieber aus der Ferne bemerkbar und gibt zu verstehen, pass auf, ich bin hier.
22:13Eins, zwei, drei.
22:16Drei.
22:31Hast du das gehört?
22:34Es kam von dort.
22:35Nein, es war hinter uns.
22:37Es war ganz bestimmt hinter uns, bei den Autos.
22:40Ich könnte schwören, es ist da lang gelaufen.
22:43Okay, bleib hier.
22:52Das Richtmikrofon schnappt etwas auf, das sich wie Schritte anhört.
22:57Jeff sucht die Umgebung mit der Wärmebildkamera ab.
23:01Melissa, Amy und Stacy werden nach Norden gehen und schauen, ob sie etwas hören oder finden können.
23:11Die drei Frauen gehen genau den Teil der Straße ab, auf dem Carl's Bigfoot vor kurzem gesehen haben will.
23:19Wir verwenden einen Parabolspiegel. Er verstärkt jegliches Geräusch in einer Entfernung von bis zu 450 Metern.
23:34Ich habe hier so eine Art Fernglas mit einem Infrarotlicht.
23:39Damit kann ich den Widerschein von Augenpaaren oder etwas anderes im Infrarotspektrum sehen.
23:45Wir suchen ihn also mit den Augen, mit den Ohren und haben auch noch ein Laserthermometer, das Wärmequellen aufspürt.
23:51Amy an Basis.
24:06Eine weitere Stunde vergeht.
24:15Was gibt's?
24:17Eine Wärmequelle.
24:19Die Wärmebildkamera hat eine Bewegung registriert.
24:22Hast du es aufgenommen?
24:23Ja.
24:24Klasse.
24:33Es war etwas höher, wie auf einem Baum oder hinter einem Baum. Und dann war es weg.
24:39Sobald ich es bemerkt und scharf gestellt hatte, kam es runter und hat sich vor mir versteckt.
24:46Carl's Team konnte mit der Wärmebildkamera eine Wärmequelle ausmachen.
24:53Was ist das?
24:55Ich weiß nicht.
25:01Was es auch war, es war sehr klein.
25:03Nichts, was aufrecht geht oder von dem man Arme oder Beine klar erkennen konnte.
25:08Es war wohl nur irgendein Tier.
25:20Die meisten Wissenschaftler sind sich einig, dass Leute wie Steve Carl's nach etwas suchen, das es gar nicht gibt.
25:32Von vielen Fällen wissen wir, dass sie reiner Schwindel sind.
25:35Sie wurden aufgedeckt.
25:37Viele haben wie Ray Wallace falsche Bigfoot-Füße gebastelt.
25:42Eines Morgens kam er schon früh zur Arbeit und zog sich diese Holzfüße an.
25:46Damit ist er so auf dem weichen Boden der Baustelle herumgestapft.
25:50So entstand die Legende von Bigfoot.
25:56Ein weiterer Schwindel wurde vor einigen Jahren in Georgia bekannt.
26:00Ein paar Typen haben eine Art Bigfoot-Kostüm mit altem Fleisch gefüllt und es eingefroren.
26:06Dieses Wesen war nicht normal.
26:08Sie zogen den zwei Meter großen Kadaver aus dem Wald und riefen den Bigfoot-Jäger Tom Biscardi.
26:15Ich sag Ihnen was.
26:16Was ich gesehen und angefasst habe, war keine Maske, die auf ein Bärenfell genäht wurde.
26:24Das ist ein ganzes Schwein.
26:26Echt jetzt?
26:27Ist das eklig?
26:35Da stellt sich natürlich die Frage, ob man einen Bigfoot tatsächlich immer von einem Kerl in einem Kostüm unterscheiden könnte.
26:48Dr. John Bindernagel glaubt nicht, dass alles nur Schwindel ist.
26:52Er erforscht das Bigfoot-Phänomen seit über 40 Jahren.
26:59Augenzeugenberichte gibt es schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts.
27:02Die Leute sahen Bigfoot und konnten das nicht einordnen.
27:04Man sprach vom wilden Mann oder von Monstern.
27:17Für Bindernagel sind die Augenzeugenberichte aus so vielen Ländern und Jahrhunderten ein sicherer Hinweis darauf,
27:23dass es sich um mehr als bloße Schwindeleien handeln muss.
27:31Die Berichte sind interessant.
27:33Einmal, weil sie in vielen Details deckungsgleich sind und einmal, weil die Leute nicht scharf darauf sind, darüber zu reden.
27:39Oft muss man sie dazu drängen.
27:47Das sollte ein Grund für uns sein, ihnen zuzuhören und uns einen Reim auf ihre Geschichten zu machen.
27:57Offensichtliche Fälschungen sind ziemlich selten und es gibt viele Fälle, in denen wir uns nicht sicher sein können.
28:03Wenn ich in meinem Labor die Schublade mit den verschiedenen Fußabdrücken aufziehe, finden wir darin nur sehr wenige offensichtliche, stümperhafte
28:10Fälschungen.
28:16Eine Augenzeugin aus Kanada ist überzeugt, von einem Ungeheuer gejagt worden zu sein, das ihr nach dem Leben trachtete.
28:40Seit dem Jahr 2000 lebe ich im Cowichan Valley, bin aber schon 1991 nach Vancouver Island gezogen.
28:47Mein Mann hat mich bei seinen Jagdausflügen kreuz und quer durch das Tal mitgenommen. Daher kenne ich diese Wälder ziemlich
28:53gut.
28:56Im Jahr 2007 hat Cindy Dawson in der Nähe ihres Hauses ein Erlebnis, das sie nie vergessen wird.
29:05Es war ganz schön dunkel draußen. Der April war sehr regnerisch.
29:11Ich war damals zum ersten Mal an diesem Ort.
29:16Im Nachhinein muss ich sagen, hätte ich das vorher gewusst, wäre ich nie hergekommen.
29:26Ich bin von der Straße hier auf den Trampelpfad abgebogen.
29:32Und dann habe ich den Pfad verlassen, weil ich hier drüben Fotos machen wollte.
29:39Plötzlich rannten zwei Rehe nur wenige Meter an mir vorbei.
29:47Diese Rehe hatten überhaupt keine Angst vor mir, sondern nur vor dem, was hinter ihnen her war.
29:53Also bin ich da lang gerannt, denn egal was sie gejagt hatte, ich wollte es nicht treffen.
30:09Auf der Straße lagen einige Kiesel verstreut.
30:13Ich schaute die Straße entlang und konnte nur noch einen kleinen, halbrunden Schatten erkennen, der im Graben verschwand.
30:19Ich nahm die Beine in die Hand und rannte weg.
30:26Ich konnte hören, wie es hinter mir herrannte und dabei Äste zerbrach.
30:30Es brüllte hinter mir her.
30:35Ich konnte es nicht begreifen. Ich hatte richtig Panik.
30:42Ich habe mich hier versteckt und dachte nur noch, oh Gott, was soll ich nur machen?
30:51Also rannte ich weiter die Straße entlang, so schnell ich konnte, bis zu meinem Auto.
30:59Ich hörte, wie es weiter Äste abbrach und mich bis zum Wagen verfolgte.
31:11Kaum war ich zu Hause angekommen, brach ich in Tränen aus.
31:16Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht an Bigfoot, den Waldschrat oder so etwas geglaubt.
31:21Ich war so nah an einer Straße, so nah an der Zivilisation und dennoch gab es da ein so unheimliches
31:27Ungeheuer, das mich in Angst und Schrecken versetzt hat.
31:32Ich konnte hören, wie es hinter mir herrannte und dabei Äste zerbrach. Es brüllte hinter mir her.
31:38Es gibt Berichte über verschiedene Drohgebärden, Brusttrommeln, Wurfgeschosse, Zweige zerbrechen, zielgerichtetes Umstoßen, Morscher oder sogar lebender Bäume.
31:48Das hört man oft.
31:52Aggressives Verhalten wie das aus den Erzählungen von Cindy Dawson lässt sich bei vielen Tieren beobachten, auch bei Menschenaffen.
32:02Baumröteln ist typisch für Gorillas.
32:07Es dient der Einschüchterung und dem Stressabbau.
32:11Auch lautes Gebrüll passt zu Menschenaffen.
32:15Wie viele Säugetiere haben sie ein bestimmtes Revier, in dem sie Nahrung suchen und umherwandern.
32:21Und darin gibt es wiederum einen Bereich, der verteidigt wird.
32:26Aufgrund der Augenzeugenberichte vermutet Bindernagel, dass es sich bei Bigfoot um einen Primaten handelt, der eng mit Menschenaffen verwandt ist.
32:37Die Vorstellung von einem Menschenaffen passt sehr gut ins Bild.
32:41Menschenaffen weisen auch lange Arme, kurze, dicke Hälse und diese Verhaltensweisen auf.
32:47Steine werfen, lautes Gebrüll, manchmal auch durchdringender Geruch.
32:54Augenzeugen beschreiben das Verhalten und Aussehen von Bigfoot als sehr Menschenaffen ähnlich.
33:00Die größte Menschenaffenart kann bis zu 1,80 Meter groß und bis zu 220 Kilo schwer werden.
33:10Auch wenn es keine Hinweise darauf gibt, dass es in Nordamerika jemals Menschenaffen gegeben hat,
33:16halten manche diese Theorie für gar nicht weit hergeholt.
33:25Man kann sich durchaus vorstellen, dass es in Nordamerika einen großen, aufrechtgehenden Menschenaffen gibt.
33:33Er würde hier genügend Nahrungsmittel finden.
33:36Außerdem gibt es eine Vielzahl fossiler Beweise für die Einwanderung großer Säugetiere von Asien über die Beringstraße nach Nordamerika.
33:44Die meisten von ihnen sind ausgestorben. Bigfoot aber vielleicht nicht.
33:56Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es sich bei Bigfoot einfach um einen Menschenaffen handelt,
34:01den die Wissenschaft übersehen und die Geschichte vergessen hat.
34:08Wenn es so wäre, gäbe es entsprechende Fossilien dieses Wesens und nicht nur diese wenigen vermeintlichen Beweise, die wir haben.
34:20Ich habe Nigeria-Schimpansen erforscht, die in Zentralafrika leben.
34:25Aber trotz meiner intensiven 20-jährigen Arbeit habe ich diese Tiere nur etwa zehnmal ganz flüchtig zu Gesicht bekommen.
34:33Dennoch hinterlassen sie unverkennbare Spuren, anhand derer wir sie aufspüren können,
34:38wie etwa Essensreste, Ausscheidungen und Fußspuren, die sich sehr gut verfolgen lassen.
34:45Daher halte ich es für nahezu ausgeschlossen, dass man die Spuren eines solch großen Säugetiers in Nordamerika nicht finden könnte.
34:55Für eine Bigfoot-Sichtung wie die in Idaho hat Meldrum eine weitere mögliche Erklärung.
35:02Sollte es ein solches Geschöpf wirklich geben, ist es der Wissenschaft noch unbekannt.
35:12Noch immer werden neue, große Säugetierarten entdeckt.
35:16Die Liste kürzlich entdeckter Primaten ist erstaunlich lang.
35:21Wir sprechen hier von Dutzenden Tierarten, die in der wissenschaftlichen Literatur noch nicht umfassend beschrieben worden sind.
35:28Es gibt noch eine ganze Menge zu entdecken.
35:35In den 90er Jahren wurde im Kongo eine neue Schimpansenart entdeckt, der Bili-Affe.
35:42Anfang des letzten Jahrhunderts konnte man in Afrika eine neue Gorilla-Art, den Cross-River-Gorilla, identifizieren.
35:51Wenn Bigfoot existiert, stellt er wahrscheinlich eine neue Gattung dar, die sehr eng mit dem Menschen verwandt ist.
35:58Bislang haben wir aber noch nicht genügend Beweise für weitere Schlussfolgerungen.
36:07Es gibt so viele hochinteressante Berichte, aber keiner davon ist ein schlüssiger Beweis für die Existenz einer neuen Spezies.
36:15Trotzdem sind sie sehr überzeugend. Daher werde ich weiterforschen.
36:20Wir haben Foto- und Videoaufnahmen, wir haben Fußabdrücke, wir haben andere Spuren.
36:25All das schreit förmlich nach einer gründlicheren Untersuchung, einer weiteren Analyse.
36:35Bigfoot-Sichtungen gab es immer in direkter Nähe von menschlichen Siedlungen.
36:39Wir hätten auf jeden Fall schon Spuren gefunden, wenn es welche gäbe.
36:47Es ist heutzutage kein Problem, seltene und gefährdete Tierarten aufzuspüren.
36:53Aber Bigfoot ist bei weitem nicht gefährdet.
36:55Wenn man den Berichten glaubt, dann ist er alles andere als das.
36:59Er taucht selbst in Vororten von New Jersey auf, also praktisch überall.
37:04Je mehr Berichte es über dieses Wesen gibt, von dem wir bisher so wenig Spuren gefunden haben, desto verdächtiger klingt
37:10das Ganze.
37:29Im Lager von Steve Colts Bigfoot-Suchteam in den Adiron Decks graut der Morgen.
37:37Nun sind alle gespannt, ob die Technik Spuren von Bigfoot aufgezeichnet hat.
37:50Zunächst prüft Gary Robusto die Aufnahmen der digitalen Kamera.
37:56Wir haben die Aufnahmen durchgesehen, aber bis jetzt haben wir noch keinen Beweis für das Wesen entdeckt.
38:03Momentan wissen wir nichts, weil wir nichts aufgenommen haben.
38:06Aber das bedeutet ja noch lange nicht, dass es hier nicht irgendwo ist.
38:18Als nächstes widmet sich Carl den bewegungsaktivierten Fotofallen und hofft auf eindeutige Beweise.
38:33Wir schauen uns jetzt die Fotos auf den Speicherkarten der Kameras an.
38:46Gut, diese Kamera wurde durch irgendwas ausgelöst.
38:50Vielleicht war ich das beim Aufstellen.
38:54Das ist Gary.
38:55Ja.
39:00Das bin ich heute Morgen.
39:04Da habe ich die Kamera geholt.
39:07Sie stehen mit leeren Händen da.
39:10Das waren die Fotos.
39:13Das war's für heute.
39:19Nochmal alles auf Anfang.
39:29Ich weiß, dass er hier irgendwo ist.
39:32Ich habe ihn gesehen.
39:43Weil es keine handfesten Beweise gibt, glauben viele, Bigfoot sei nur eine Legende.
39:50Eine Sagengestalt.
39:56Wir können einem Mythos beim Entstehen zuschauen.
40:01Wir sind Zuschauer dieser Legendenbildung.
40:18Der Yeti, der fürchterliche Schneemensch aus dem Himalaya, wurde in der westlichen Welt in den 50ern durch die Fotos von
40:28Eric Shipton bekannt.
40:32Seitdem hat unser Bigfoot immer mehr Yeti-Merkmale übernommen.
40:39Das sind altbekannte Muster kulturübergreifender Legendenbildung.
40:53Viele verschiedene Kulturen haben in ihren Mythologien ähnliche Fabelwesen.
40:58Die Vorstellung von Ungeheuern ist tief in der menschlichen Psyche verwurzelt.
41:06Deshalb gibt es so viele Schreckgespenster.
41:15Manche halten Bigfoot für eine Kinderschreckfigur wie den wilden Mann, die von besorgten Eltern erfunden wurde, damit die Kinder sich
41:21nicht zu weit von zu Hause entfernen.
41:23Das mag stimmen, aber das heißt noch lange nicht, dass es solche Geschöpfe nicht tatsächlich gibt.
41:36Ich sehe in jeder Legende ein Körnchen Wahrheit.
41:40Immerhin gibt es auch Abbildungen von Bigfoot auf Masken und totempfehlende amerikanischen Ureinwohner.
41:46Diese behaupten ebenfalls, dass es sich um ein reales Wesen handele.
41:50Sie schnitzen ja auch Biber, Wölfe, Orcas und Wale.
42:26Er ist ganz bestimmt da draußen.
42:29Doch all diese Theorien reichen nicht aus für Steve Carls, die Jugendlichen aus Idaho, Cindy Dawson und alle anderen Menschen
42:40weltweit, die glauben, diesem Geschöpf begegnet zu sein.
42:48Ich denke, dass wir kurz davor stehen, dieses Geheimnis zu lüften.
42:52Ich glaube, dass wir schon bald den entscheidenden DNA-Beweis haben werden.
43:02Ich glaube erst daran, sobald ich einen Beweis sehe.
43:05Einen handfesten wissenschaftlichen Beweis, wie sterbliche Überreste von Bigfoot.
43:09Knochen, die sich Bigfoot zuordnen lassen.
43:12Eindeutige Fotos.
43:17Als Ermittler brauche ich gerichtlich haltbare Beweise.
43:21Wir haben Augenzeugen.
43:23Wir haben Spuren in der Umgebung.
43:25Mit all dem ließe sich die Existenz von Bigfoot vor Gericht höchstwahrscheinlich beweisen.
43:32Aber ohne solche Beweise ist an so einer Behauptung nicht viel dran.
43:36Meines Erachtens stehen die Bigfoot-Gläubigen in der Schuld, die Beweise zu erbringen.
43:51Anscheinend ist Bigfoot schon längst Teil unserer Welt.
43:54Ob es ihn nun tatsächlich gibt oder nicht.
44:15Untertitelung des ZDF für funk, 2017