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  • vor 2 Tagen

Kategorie

🎈
Spaß
Transkript
00:06UNTERTITELUNG
00:35Das ist ja schön.
00:39Das ist ja schön.
00:40Das ist ja schön.
00:42Ja, das ist noch ein bisschen mehr.
00:45Jenny, das geht gar nicht. Kannst du ihr das bitte sagen?
00:51Jenny, du bist einfach zu langsam.
00:56Das wird nichts mit Feierabend.
01:03Wir müssen gehen.
01:20UNTERTITELUNG
01:50UNTERTITELUNG
02:07TEMPERATURES
02:08IL STOP
02:08INFINdie
02:12FRISK
02:33Alles bereit für den Notstromtest?
02:37Gut.
02:40Okay, dann legen Sie los.
02:46Okay, dann legen Sie los.
03:14Okay, dann legen Sie los.
03:46Okay, dann legen Sie los.
04:06Okay, dann legen Sie los.
04:51Okay, dann legen Sie los.
05:20Okay, dann legen Sie los.
05:26Okay, dann legen Sie los.
05:57Okay, dann legen Sie los.
06:20Okay, ich weiß nicht, worum es da ging, aber Tom und Jenny hatten gestern Abend eine ziemlich lautstarke Auseinandersetzung.
06:32Okay.
06:48Okay.
06:51Okay.
07:21Okay, ich habe die Forensik damit.
07:51Okay.
07:52Okay, dann legen Sie los.
08:17Okay, dann legen Sie los.
08:41Okay.
08:58Okay.
09:00Okay.
09:18Okay.
09:21Okay.
09:36Okay.
09:37Okay.
09:41Okay.
09:48Okay.
09:50Okay.
09:51Okay.
09:51Okay.
09:52Okay.
09:54Okay.
09:58Okay.
10:07Okay.
10:18Okay.
10:22Okay.
10:35Okay.
10:37Okay.
10:40Okay.
10:44Okay.
10:51Okay.
10:55Okay.
11:08Okay.
11:13God Die.
11:15Und der Leck Prince.
11:16Mensch, wo warst du?
11:17weg
11:18Frau Messner.
11:20Wer sind Sie denn?
11:21Guten Tag, mein Name ist morgens, der Staatsanwaltschaft Wiesparten.
11:26und?
11:26Denny, bitte.
11:27Was wollen Sie von mir?
11:28Ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.
11:31Haben Sie einen Moment für mich?
11:35So, also unsere Forensik hat so eine Software zur Wiederherstellung vom Gesch difverkanz.
11:39Hier.
11:40Paper Heal, ich kenne den Entwickler.
11:42Der Code kommt mit Partikelschnitt nur schwer zurecht.
11:45Sie kennt sich aus.
11:47Naja, für unsere bescheidenen Zwecke hat es gereicht.
11:5014 Seiten adressiert an den Anwalt von Tom Perscher.
11:54Wie kann das denn in den Schreider kommen?
11:56Frau Ohlig, das ist ein Auflösungsvertrag für Ihre Gesellschafteranteile.
12:01Sie erklären sich damit einverstanden,
12:03Ihren Anteil an der Firma Perol an Tom Perscher zu verkaufen.
12:07Für niedrigen sechsstelligen Betrag ist kein besonders gutes Geschäft, wenn Sie mich fragen.
12:12Zum Glück fragt Sie aber niemand.
12:13Sie hätten hier ein bisschen gründlicher arbeiten sollen.
12:16Weil das Interessanteste ist ja noch wirklich wunderbar sichtbar.
12:20Ihre Unterschrift.
12:22Warum wollten Sie Ihren Anteil für ein Appel und ein Ei verkaufen?
12:28Wir waren uns nicht einig über die Ausrichtung der Firma.
12:34Ich wollte raus was anderes machen.
12:38Ich habe Tom geliebt, ich wollte bei ihm bleiben und unsere Beziehung mich aufgrund der Firma ruinieren.
12:43Und kaum ist er tot, zerstören Sie sämtliche Spuren dieser großherzigen Geste.
12:47Ja, genau weil er droht, es macht das Ganze ja keinen Sinn mehr.
12:51Seine Anteile fallen an mich, die Firma gehört jetzt mir komplett.
12:53Ja eben, das ist ein eindeutiges Tatmotiv.
12:58Kommen Sie, wir müssen jetzt zum Erkennungsdienst Ihre Fingerabdrücke nehmen.
13:07Ich fand den Laden ziemlich cool.
13:10Alle sind jung, locker drauf, man duzt sich.
13:12Sogar den Chef.
13:14Und mein Vater hat auch endlich Ruhe gegeben.
13:16Aber dann, hm?
13:17Na ja, wir sind zwar alle per Du, aber die Vorgaben müssen trotzdem eingehalten werden.
13:23Und die sind krass.
13:24Was sind das für Vorgaben?
13:26Wie viele Beiträge man pro Minute sichten muss.
13:29Wie viel Zeit man zum Entscheiden hat.
13:32Welche Beiträge müssen eigentlich bewertet werden?
13:34Alles, was User als bedenklich melden.
13:36Und alles, bei dem der Algorithmus anschlägt.
13:38Worauf reagiert der Algorithmus?
13:41Bestimmte Wörter, Bildinhalte, sowas.
13:45Oder wenn auf bestimmte Seiten verlinkt ist, die bedenklich sind.
13:48Aber so genau weiß ich das nicht.
13:49Das machen die oben.
13:51Oben?
13:52Es gibt verschiedene Hierarchie-Ebenen.
13:54Level 1 macht die ganz eindeutigen Sachen.
13:57Porno, Splatter, sowas.
13:59Und alles, was denen unklar ist, geht eine Ebene nach oben.
14:02Und ganz oben...
14:03Ganz oben, Sausgeschäft und Perscha, richtig?
14:06Eher People List.
14:08Das ist der größte Kunde.
14:11Alle haben sich beschwert.
14:12Dass die Vorgaben unklar sind.
14:14Dass sie es nicht schaffen in der Zeit und so.
14:17Wie hat Tom Perscha auf diese Beschwerden reagiert?
14:20Naja.
14:21Er hat gesagt, wir sind bloß Auftragnehmer.
14:24Und wenn wir die Vorgaben nicht schaffen, geht der Kunde halt woanders hin.
14:30Gut. Danke. Wiederhören.
14:34Ah!
14:34Sie ist heiß und fettig.
14:38Sonst als private Lieferung.
14:39Ja.
14:41Mein Nachbar, der weigert sich neuerdings, die Sachen anzunehmen.
14:44Und an dem Kiosk, wo sie dann abgegeben werden, da finde ich nie einen Parkplatz.
14:47Klingt tragisch.
14:48Ich dachte, du wärst mit deinen Nachbarn jetzt ganz dicke.
14:51Hast du ein Problem damit?
14:52Die anderen Kollegen helfen mir gern.
14:54Ja, die müssen das Zeug auch nicht quer durchs Revier schleppen.
14:56Ach komm, das machst du doch gerne für mich, oder?
14:59Wer war denn da gerade dran?
15:01Das war das Yoga-Studio von Sandra Ohlich.
15:05Frau Messner, wenn Sie so unzufrieden sind mit dem Job, warum kündigen Sie nicht einfach?
15:10Weil es wichtig ist, was wir da machen?
15:13Ich meine, letztlich schießen wir Menschen.
15:15Inwiefern?
15:16Na, Beleidigungen, Mobbing, das löschen wir alles.
15:20Was glauben Sie, was los wäre, wenn das alles ungefiltert auf die Leute losgelassen wird?
15:26Einige von uns haben versucht, was zu ändern.
15:30Wir wollten einen Betriebsrat gründen.
15:32Es wurde aber abgelehnt.
15:34Einer hat sogar mal die Gewerbeaufsicht angerufen.
15:37Warum?
15:39Weil es keinerlei psychologische Hilfe gab.
15:44Das ist hartes Zeug, was wir uns da anschauen müssen.
15:49Perscher hat dann so eine Telefonnummer aufgehängt.
15:51Von einem Psychiater.
15:53Da hat nie einer angerufen.
15:56Ihr Streit mit Tom Perscher gestern Abend.
15:58Ging das darum?
16:00Ich habe ihm die Meinung gesagt.
16:02Und gekündigt.
16:04Ah.
16:05Warum sind Sie nicht gleich nach Hause gegangen?
16:07Weil ich nicht wusste, wie ich es meinem Vater sagen soll?
16:11Und weil ich nicht wusste, ob ich nicht wieder da anfange?
16:14Ich komme das sonst nie raus hier.
16:22Was hat Jenny gesagt?
16:23Wir haben über ihre Arbeit gesprochen.
16:27Mit mir redet sie gar nicht mehr.
16:32Ich kenne sowas.
16:35Hat Jenny mit dem Mord zu tun?
16:37Ich weiß es nicht.
16:39Ihre Tochter sagt nein.
16:42Okay.
16:43Wiedersehen.
16:47Hier, das Protokoll.
16:49Danke.
16:50Hallo, Bernd.
16:51Sandra Ohlig war zur Tatzeit beim Yoga.
16:53Das Studio bestätigt das.
16:55Willst du einen Kaffee?
16:56Ja, gerne.
16:57Ja, dann habt ihr sie nach Hause geschickt.
16:59Ich habe sie gerade gesagt.
17:00Und bei dir hast du es mit der fehlenden Mitarbeiterin.
17:03Jenny Messner, ja.
17:04Ich habe mit ihr geredet.
17:05Ich habe wirklich sehr interessante Einblicke in die Arbeitsrealität von Perron Media bekommen.
17:09Ja.
17:10Ist ja ein cooler Arbeitsplatz für junge Leute, ne?
17:12Könnte man denken, ja.
17:14Ist aber wohl nicht so.
17:15Danke.
17:16Ja, das ist ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Tom Perscher.
17:21Was?
17:22Das passt ja so gar nicht zum Ambiente.
17:25Wer hat denn den einen zeigt?
17:26Martin und Eva Lesch.
17:27Das sind seine Eltern.
17:28Gab es einen Prozess?
17:29Das Gericht hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt.
17:33Ah, ähm, Frau Ullig?
17:35Ja, was denn noch?
17:36Entschuldigung, kurze Frage.
17:38Es geht um einen früheren Mitarbeiter von Ihnen.
17:40Ben Lesch.
17:41Sagt Ihnen das etwas?
17:42Ja, das sagt mir was, schlimme Sache.
17:45Schlimme Sache, weil seine Eltern Ihre Firma angezeigt haben?
17:48Nein.
17:49Schlimm, weil Ben Lesch sich umgebracht hat.
17:52Sie wissen, dass seine Eltern Tom Perscher dafür verantwortlich machen?
17:56Ja.
18:04Sie sind ein bisschen spät dran mit Ihrem Interesse an unserem Ben.
18:09Ich habe erst jetzt davon erfahren, was passiert ist.
18:11Tut mir leid, der Lesch.
18:14Kurz nach dem Freitod Ihres Sohnes haben Sie die Firma Perol angezeigt.
18:18Freitod?
18:20Klingt so, als ob er eine Wahl gehabt hätte, unser Ben.
18:24Glauben Sie, dass die Firma Perol Ihren Sohn dazu gebracht hat, sich das Leben zu nehmen?
18:28Er war so glücklich, als er da angefangen hat.
18:31Ein richtiges Start-up, hat er gesagt.
18:34Wie Kicker haben die.
18:36Und immer Essen umsonst und Schlafsofas und sowas alles.
18:40Die Begeisterung hat ja offensichtlich nicht so lange vorgehalten.
18:43Damit ködern die da bloß junge Leute.
18:46Am Ende hat Ben 14-Stunden-Schichten machen müssen.
18:49Level-1-Monitoring, hat er gesagt.
18:52Müssen Sie die ganze Zeit dieses Zeug anschauen.
18:55Abgeschlagene Köpfe.
18:57Sadomaso-Geschichten.
18:59Ganz ein Müll, den die Leute da absondern.
19:01Ich habe schon gehört, dass es keine psychologische Betreuung für die Mitarbeiter gab.
19:05Und das Arbeitsklima soll nicht sehr gut gewesen sein.
19:07Der Chef da, das ist ein widerlicher Typ.
19:10Tom Perscher.
19:11Was der uns alles an den Kopf geworfen hat?
19:13Er persönlich?
19:14Natürlich nicht.
19:16Der Herr hat ja eine Rechtsabteilung, die den Dreck über uns ausgeschüttet hat.
19:20Was war das für Dreck?
19:32Dass wir selber schuld sind, dass Ben sich umgebracht hat.
19:36Dass er psychisch labil war.
19:38Wir das aber nicht gemerkt haben.
19:40Und dass er gekifft hat.
19:42Wo wir nichts dagegen gemacht haben.
19:46Das ist der Schriftverkehr mit den Anwälten.
19:49Lesen Sie selber, wie die über uns geredet haben.
19:51Dankeschön.
19:55Das muss eine schwere Zeit für Sie gewesen sein.
20:00Tom Perscher wurde übrigens heute früh tot aufgefunden.
20:11Sie wissen, dass wir die Anzeige gegen ihn zurückgezogen haben?
20:14Ja, ich habe mit dem zuständigen Richter gesprochen.
20:16Die Beweislage ist einfach nicht ausreichend.
20:19Es gibt zwar diese internen Unterlagen der Firma Pirol, aber die Quelle ist unklar.
20:24Darüber hinaus stehen sie beide nicht mehr als Zeugen zur Verfügung.
20:28Warum eigentlich nicht?
20:29Das war besser für uns.
20:34Wir kümmern uns jetzt darum, unser Leben wieder in den Griff zu bekommen.
20:38Ein Prozess hätte uns Ben auch nicht wieder zurückgebracht.
20:43Nur den ganzen Schmerz wieder hochgeholt.
20:48Wie sind Sie eigentlich an diese internen Unterlagen gekommen?
20:53Ich habe eine Nachricht bekommen über den People-List-Messenger.
20:58Von wem war die Nachricht?
21:00Ich weiß es nicht.
21:06Wortschwert?
21:07Keine Ahnung.
21:09Ist nur ein Username.
21:11Na klar.
21:12Woher wusste Wortschwert, dass Sie Hilfe brauchen?
21:16Ich weiß es nicht.
21:19Das war alles.
21:20Und dieser Link zum Download.
21:26Die Dateien, die Sie runtergeladen haben, die sind alle auf diesem Rechner.
21:30Ich würde ihn gerne mitnehmen.
21:32Okay für Sie?
21:36Gut.
21:39Danke.
21:51Alles, was ich sage, ist, du kannst so wunderbar mal in der Stadt in einen Laden gehen.
21:54Herr Wann denn bitte?
21:57Ja, schaut mal.
21:58Das ist der Ordner, den mir Frau Lesch mitgegeben hat.
22:01Das sind alle Beweise, die das Gericht nicht zugelassen hat.
22:05Alles interner Schriftverkehr der Firma Parol.
22:08Und?
22:09Na ja, Sie unterlagen geht schon eindeutig hervor, dass die Firmenleitung nicht bereit war,
22:13für eine regelmäßige psychologische Betreuung der Mitarbeiter zu sorgen.
22:17Aus Kostengründen.
22:18Es gab Maßnahmen gegen renitente Mitarbeiter.
22:21Und es gab Strategien, um die Gründung eines Betriebsrates zu verhindern.
22:25Wenn du die Informationen kriegst, nachdem dein Sohn sich gerade wegen dem Job umgebracht hat,
22:30das gibt den Lesch erst recht ein Tatmotiv.
22:33Ja, wirklich.
22:33Aber Sie sagen beide, dass Sie am Tatamt zu Hause waren.
22:36Er hat ferngesehen, sie hat die Steuer gemacht.
22:38Ja, schwer zu widerlegen.
22:43Noch was.
22:43Auf dem Laptop von Frau Lesch sind ein paar Dateien, die kann ich nicht aufmachen.
22:47Die haben so komische Namen.
22:49Ich glaube, sie sind verschlüsselt.
22:50Sie kennen sich doch sicher aus mit so was für Schau, oder?
22:56Kerstin, du hängst doch immer so gern online, oder?
23:02Lass mal sehen.
23:06Na, die Dateien nahmen sehen aus, als wären sie von einem privaten Haus drunter geladen.
23:11So was weißt du.
23:13Woher kommen die Daten?
23:15Ich sagte das.
23:16In einem Chatverlauf gibt es einen Link, da kann man nur bloß runterladen.
23:19Zweite Reihe, dritte von links.
23:23Das war ja mein Schuss in Ove.
23:24Ja, jetzt warte mal.
23:27Vielleicht kann uns der Internetprovider sagen, wem die Adresse zum Zeitpunkt des Downloads gehört hat.
23:34Hoffen wir das Beste.
23:51Herr Reuter?
23:52Herr Reuter, darf ich mal Ihr Handy haben?
23:56Kaputt.
23:57Kann ich nicht mehr entsperren.
23:59Fragen Sie nicht.
24:00Ich kriege so eine Wahlmail, dass mein Handy gehackt worden ist, also ändere ich das Passwort.
24:03Das Neue ist extra sicher, habe ich mir extra aufgeschrieben, aber...
24:07Jetzt finden Sie es nicht mehr.
24:09Lachen Sie nicht.
24:09Kann sein, ich muss mein Handy komplett zurücksetzen, dann ist alles weg.
24:13Fotos, Adresse, mein ganzes Leben ist da drin.
24:15Haben Sie kein Backup gemacht?
24:16Nur kurz bitte, ich muss die Hotline anrufen.
24:19Nun seien Sie doch nicht, wirklich nur ganz kurz.
24:22Vielleicht sollten Sie keine Serviette als Notizblock benutzen.
24:27Vor allem dann nicht, wenn Sie sie anschließend um ein Steckwicker.
24:29Ah, Herr Reuter, Essen geht auf mich, mindestens.
24:33Ja, schon gut.
24:34Suchen Sie sich lieber ein Passwort aus, dass Sie nicht wirklich merken können.
24:41Vor Gericht hätten Ihre Mandanten keine Chance gehabt.
24:44Keine Chance gehabt?
24:46Meine Mandanten hatten eindeutige Belege für Verstöße gegen das Arbeitsrecht durch die Parole Media GmbH.
24:51Die internen Daten, die dem Lesch zugespielt wurden, hat der Richter nicht zugelassen als Beweismittels.
24:56Völlig zu Recht.
24:58Es gab auch schriftliche Äußerungen von Ben Lesch, dem Sohn, über die Zustände dort.
25:03Aussage gegen Aussage.
25:05Herr Dr. Teubner, die Rechtsabteilung von Paroleite sieht doch totgelacht.
25:09Ich hatte Mitarbeiter gefunden, die bereit waren, der Welt zu erzählen, was da läuft.
25:13Vegan sind da nämlich nur die Snacks, der Rest ist friss oder stirb.
25:17Können Sie mir da einen Kontakt machen?
25:20Leider nicht. Das war alles noch anonym.
25:22Über den People-List-Messenger.
25:25Und als Sie Lesch die Anzeige zurückgezogen haben...
25:28Naja, da hat es keinen Sinn gemacht, sich noch mit den Zeugen zu beschäftigen, schon klar.
25:32Schade.
25:33Ja, schade.
25:41Hör mal, schick.
25:42Habe ich die ausgeliefert?
25:44Ja, hast du.
25:45Ist der neue Hacker-Look oder was?
25:46Tja, der Lehrgang bei der IT-Forensik vom LKA, der hat halt was gepackt.
25:51Zur Belohnung kaufst du das halbe Internet leer.
25:53Ja, und die liefern mir das Zeug sogar direkt nach Hause.
25:56Von wegen. Das geht ins Büro und da schläge ich sie dann hinterher.
26:00Genau.
26:02Hier, Lipschitz. Das ist der Name, der zum Download-Link gehört.
26:05Also dann, Klingeling.
26:28Aufmachen, Polizei!
26:32Ja, bitte?
26:35Frau Lipschitz?
26:36Ja?
26:38Guten Tag. Es geht um Ihren Internet-Anschluss.
26:41Internet?
26:43Wir müssen davon ausgehen, dass jemand Ihren Anschluss missbraucht.
26:46Mein Anschluss missbraucht?
26:49Ach, mein Telefon.
26:51Ja, genau.
26:53Dürfen wir reinkommen?
26:54Können Sie sich ausweisen?
26:56Ja, natürlich.
26:59Hier.
27:00Das geht ganz schnell, Frau Lipschitz.
27:02Dann sind Sie uns auch gleich wieder los, ne?
27:06Danke sehr.
27:07Einfach gerade da hinten durch, ne?
27:09Ja.
27:10Nicht so schnell, junger Mann.
27:16Hä?
27:19Funktioniert das überhaupt?
27:21Ja.
27:22Großartig.
27:23Okay, dann schauen wir mal.
27:25Ja, das ist kalt.
27:27Dann gehen wir es da hinten lang.
27:29Das ist ja...
27:32völlig absurd.
27:35Na also.
27:37Frau Lipschitz, wer hat das installiert?
27:39Was?
27:40Na das.
27:42Ach, das war der nette Herr Brackner.
27:45Der hilft mir immer mit dem Telefon.
27:47Der hat gesagt, damit kann ich schneller telefonieren.
27:51Ja, na wirklich.
27:52Und wo finden wir diesen Herrn Brackner?
27:55Wen?
27:57Ich glaube es nicht.
27:59Was?
27:59Da oben ist eine Webcam.
28:01Scheiße.
28:03Frau Lipschitz, wo finden wir diesen Herrn Brackner?
28:05Denken Sie nach.
28:07Ach, der!
28:16Oh, scheiße.
28:17Gar nicht.
28:30Polizei!
28:32Polizei!
28:43Polizei!
28:44Oh, oh, oh, ist ja gut. Keinerlei Gegenwehr, keinerlei Gegenwehr. Friedlicher Bürger, absolute Kooperation.
28:54Ich schwöre, ich heiße Sie auch recht herzlich willkommen in meiner bescheidenen Bleibe.
28:59Krasse Frisur, 80s Lady. Wow. Ja, witzig.
29:07Und? Was wissen wir über den Herrn?
29:10Rolf Brackner, 55 Jahre, Internetaktivist. Der Typ hat der Familie Lesch die internen Dateien von Perol zum Download angeboten.
29:19Wie ist der Familie Lesch gekommen?
29:21Über die Anzeige gegen Perol. In den einschlägigen Gruppen sieht man die Firma kritisch. Es gab viel Unterstützung. David gegen
29:28Goliath.
29:30Und Brackner betreibt die größte dieser Gruppen auf PeopleList.
29:33Das sind jetzt nur Verstöße gegen das Datenschutzrecht. Das bringt uns nicht so richtig weiter. Habt ihr sonst noch was?
29:38Ja, mehrere Filionen Liquid Ecstasy. Die wollte er wohl runterspülen, aber sie schwammen oben am Klo.
29:46Was hat das mit unserem Ort zu tun?
29:48Brackner war Beamter, zumindest bis vor ein paar Monaten. Mittlerer Dienst, Statistisches Bundesamt.
29:53Wieso Beamter?
29:55Es gab ein Disziplinarverfahren. Entfernung aus dem Staatsdienst. Er hatte Anzeigen wegen seinen Postings und der Gruppe auf PeopleList.
30:01Bedrohung, Beleidigung, Volksverhetzung.
30:05Und jetzt raten Sie mal, wer der Strafverfolgung dabei geholfen hat, seine Online-Identität zu entschlüsseln.
30:10Ja, aber ist das schon so, Fischer? Unsere Weltfirma Perol?
30:14Mhm.
30:20Ah, Sie sind bestimmt der Chef. Folgt mich, Rolf Brackner.
30:25Mein Name ist heute, Herr Klotz, aber ich glaube, diesbar.
30:28Nehmt Ihnen bitte Platz, Herr Brackner.
30:35Herr Brackner, wie ich höre, haben Sie der Familie Lesch firmenintern dazukommen lassen, um Sie gegen Perol zu unterstützen.
30:43Perol? Hochinteressantes Thema. Was wollen Sie denn wissen?
30:47Sie wissen, wer Tom Perscher ist?
30:50Wird es hier aufgezeichnet?
30:51Ja.
30:52Sehr gut, dann erzähle ich Ihnen mal was zu Tom Perscher.
30:55Er gehört zu den Leuten, die dem Freiheitsgedanken das Internet verraten haben.
30:59Was angefangen hat als großes menschliches Experiment in Sachen Meinungsfreiheit und Völkerverständigung,
31:04ist von Typen wie Tom Perscher in den Dreck getreten worden.
31:10Unsere diktatorische Regierung plant, die Bevölkerung über 5G-Mobilfunkmasten mit Viren zu infizieren.
31:17Meinen Sie so etwas mit Meinungsfreiheit?
31:18Das ist kreativ. Ich meine, es muss keiner mögen. Aber in meinem Forum kann jeder schreiben, was er will.
31:24Natürlich kann jeder schreiben, was er will in einer Demokratie. Aber warum wollten Sie dann Ihre USB-Stacks und Ihre
31:29Festplatten mit einem Hammer zertrümmert?
31:32Die Leute vertrauen mir Ihre Gedanken an, weil ich Ihnen absolute Anonymität garantiere.
31:38Deshalb muss ich meine Daten vor dem Zugriff der Behörden schützen.
31:42Na klar. Nicht etwa, weil auf den Sticks etwas gespeichert ist, was gegen das Gesetz ist.
31:46Ein Gesetz, das von der Obrigkeit gemacht wurde. Und von Leuten, die das Geld haben.
31:50Leute wie Tom Perscher?
31:52Ich bitte Sie. Tom Perscher ist doch nur ein kleiner Fisch, der Angst um seine publique Firma hatte.
31:56Spür ich da eine gewisse Wut?
32:01Wut?
32:01Nein.
32:04Hassverachtung. Ich wünsche Menschen die Pest an den Hals, die sich dagegen stellen, dass sich die Menschheit endlich von ihrer
32:10selbstverschuldeten Unmündigkeit befreit.
32:12Herr Brackner, jetzt überraschen Sie mich aber. Sie haben ja Kant gelesen. Respekt. Sie wollen aber nicht mit Kant einen
32:18Mord rechtfertigen, oder?
32:21Sie glauben im Ernst, dass ich Tom Perscher umgebracht habe?
32:24Woher wissen Sie dann von dem Mord?
32:25Ja, wir sind überall. Auch bei Perol.
32:28Sie haben also Kontakt zu Mitarbeitern bei Perol. Haben Sie so Ihre internen Firmendaten bekommen?
32:34Sagen wir mal so, ein guter Engel hat mir den Stick geschickt.
32:39Dieser gute Engel hat ja auch einen Namen?
32:44Ach, Herr Reuter. Ich bin weder ein Mörder noch ein Verräter.
32:50Na, schauen wir mal.
33:07Netter Typ.
33:08Oh, ja. Hat er was zu seinem Alibi gesagt?
33:11Ja, gar nichts hat er gesagt. Alibi ist unter seinem Niveau.
33:15Interessante Haltung. Also, er hätte ein Motiv. Haben wir sonst noch was?
33:19Mhm. Die Forensik hat einen der USB-Sticks aus Brackners Wohnung noch retten können.
33:24Darauf sind eins zu eins dieselben internen Dateien von Perol, die wir auf dem Laptop von den Leschs gefunden haben.
33:31Also, Brackner sagt, diese Dateien seien ihm zugespielt worden.
33:35Da stellt sich natürlich die Frage, das Lack bei Perol, wer ist das?
33:40Ja, um den Informanten zu finden, müssen wir uns alle Computer bei Perol ansehen.
33:45Besorgst du uns einen Beschluss?
33:48Ja, klar. Gerne.
34:06Möchten Sie auch was?
34:08Was ist denn das?
34:09Boah, Hafensaft.
34:10Boah, nee, danke.
34:12Die Daten, über die wir reden, sind eigentlich nur der Geschäftsführung zugänglich.
34:16Die wurden wirklich öffentlich angeboten?
34:18Ja.
34:19Unfassbar.
34:24Verdammt.
34:25Was ist...
34:26Sie haben recht.
34:29Die Daten stammen von einem der Rechner hier.
34:32Okay.
34:33Gleich der hier.
34:36Wer arbeitet da normalerweise?
34:38Der ganze Raum hier ist Level-1-Monitoring.
34:41Wer da genauso ist, kann ich nicht sagen.
34:43Wir haben Desk-Sharing.
34:44Level-1-Monitoring, ha?
34:47Kann es sein, dass Ben Lesch den benutzt hat?
34:50Ja, kann sein.
34:51Ben wie Lesch?
34:53Nee, sagt mir nix.
34:55Wahrscheinlich hat er die Daten kopiert, die Sie dann veröffentlicht haben.
34:59Ah, ja, wenn Sie das sagen also.
35:01Ich weiß keinen Namen.
35:02Wir sind eine Armee von Gesichtslosen, die tapfer gegen die Diktatur der Elite kämpft.
35:06Ach, Sie und Ihr Geschwätz.
35:08Na ja, heute fand das ganz interessant.
35:11Sie können froh sein, dass wir hier keine Zwangsjacken mehr benutzen dürfen.
35:15Die sind ja vorlaut. Ich meine, es gefällt mir.
35:18Die können mich ja bis morgen Mitternacht hier behalten.
35:21Dann haben wir noch genug Zeit zum Plaudern.
35:23Der Junge, über den wir hier gerade sprechen, der hat sich vor einem Jahr umgebracht.
35:27Umgebracht?
35:30Ich hab das immer gesagt, diese Firma tötet und nicht nur die Meinungsfreiheit.
35:34Okay, das war's erstmal, Herr Brackner.
35:36Ich bitte Sie, bleiben Sie. Ich hab auch was für Sie.
35:39Was denn?
35:42Na, jetzt schauen Sie nicht so kritisch. Steht Ihnen gar nicht. Übrigens schicke Schuhe.
35:46Wiedersehen.
35:46Ihr Junge da, da kann man die Daten nicht geschickt haben.
35:49Warum nicht?
35:50Sie sagen, er hat sich vor einem Jahr umgebracht.
35:53Hm, die Daten kamen erst danach.
35:56Gut, danke.
35:58Hey, wo wollen Sie hin? Bleiben Sie, reden wir!
36:03Max!
36:04Ja?
36:04Ben Lesch war schon tot, als Brackner den USB-Stick mit den internen Daten bekommen hat.
36:09Sagt Rolf Brackner.
36:11Ja, er spielt seine Spielchen, aber im Prinzip sagt er das ja.
36:16Okay, dann sind wir genauso schlau wie vorher.
36:18Ben Lesch ist tot und über mögliche Mordpläne von Brackner kann uns keiner was sagen.
36:23Wenn Ben Lesch schon tot war, als Brackner die Daten bekommen hat, dann wusste jemand anderes auch Bescheid.
36:38Wenn du ab und zu mal im Internet bestellen würdest, dann würdest du die kleinen Tricks beim Verschicken auch kennen.
36:54Guck mal, was suchen wir jetzt hier?
36:57Umschläge, in denen man einen USB-Stick für schicken kann.
37:08So was hier?
37:10Nee, der ist zu groß. Und außerdem ist da nur Brackner's Adresse drauf.
37:15Was denn sonst?
37:23Hier, der könnte passen. Die Adresse stimmt auch.
37:30Kerstin, woher willst du denn wissen, wer das verschickt hat?
37:32Ich bewahre auch immer alte Umschläge auf, falls ich mal was verschicken muss.
37:35Und ich mache nie den alten Barcode-Aufkleber ab.
37:44Nee, Jenny Messner.
37:50Nicht schlecht.
37:58Tag, Herr Messner.
38:00Kribo Wiesbaden. Können wir mal mit Ihrer Tochter Jenny sprechen?
38:03Ich weiß auch nicht, wo Jenny ist. So langsam mache ich mir wirklich Sorgen.
38:07Können wir uns mal das Zimmer Ihrer Tochter ansehen?
38:09Vielleicht gibt es da was, was uns hilft, sie zu finden.
38:12Ich weiß nicht.
38:14Herr Messner, wir müssen davon ausgehen, dass sie bei Perol sensible Daten gesammelt hat.
38:20Wollen Sie, Jenny ist deswegen in Gefahr?
38:23Na gut, kommen Sie rein.
38:26Von links.
38:27Danke.
38:31Ach, Scheiße.
38:36Herr Reuter, bitte.
38:39Ah, danke.
38:42Ah, alles okay mit Ihrem Handy?
38:44Ja, schon.
38:47Aber?
38:48Ich habe ein neues Passwort.
38:50Eines, das ich mir merken kann.
38:52Sehr gut.
38:53Darum habe ich es mir nicht notiert.
38:55Aha.
38:56Und dann vergessen.
38:59Das glaube ich jetzt nicht, Herr Schiller.
39:01Ich denke ernsthaft darüber nach, mich untersuchen zu lassen.
39:04Ja, das wird Ihnen doch wieder einfallen.
39:07Woran haben Sie denn zuletzt gedacht, als Sie das Passwort geändert haben?
39:10Dass Sie mir ganz schön unser Patsch erwarten haben.
39:11Ja.
39:21Ja.
39:26Ja.
39:28Ja.
39:37Ja.
39:53Ja.
39:57Drück an, das fängt jetzt clever an.
40:07Kerstin?
40:08Ja?
40:10Volltreffer.
40:11Okay.
40:15Bernd?
40:16Kerstin?
40:17Jenny Messner hat Brackner die internen Daten geschickt.
40:20Habt ihr mit dir gesprochen?
40:21Nein, keiner weiß, wo sie ist.
40:24Ihr Vater macht sich große Sorgen
40:25und bei Perol ist sie heute wieder nicht zur Arbeit erschienen.
40:29Wissen wir, ob Jenny Messner und Ben Lesh sich kannten?
40:32Laut Arbeitsverträgen haben die beiden vier Monate zusammen bei Perol gearbeitet,
40:37bis Ben Lesh sich das Leben genommen hat.
40:39Ja, das heißt doch, dass Jenny Messner die Daten von Ben Lesh bekommen hat.
40:43Vermutlich.
40:44Also wenn Jenny Messner und Ben Lesh sich nahe standen,
40:47dann hat sie doch dasselbe Motiv.
40:49Eben.
40:51Ich glaube, ich habe eine Idee, Kerstin.
40:53Danke.
40:54Bis später.
41:01Ja!
41:07Vielen Dank, Herr Reuter.
41:10VDHR.
41:12Herr Schiller.
41:21Hallo, Frau Lesh.
41:24Guten Tag.
41:26Kurze Frage.
41:26Hat hier so irgendwann mal eine Jenny Messner erwähnt?
41:29Eine junge Kollegin bei Perol.
41:31Jenny, ja.
41:34Ach.
41:35Ben war an sie verliebt.
41:37Ja.
41:38Wir waren uns sicher, es geht jetzt für ihn aufwärts, aber...
41:41Jenny konnte ihm auch nicht helfen, mit dem Druck umzugehen.
41:44Und den fürchterlichen Sachen, die er sehen musste in dieser Firma.
41:48Wissen Sie zufällig, wo wir Jenny Messner finden könnten?
41:51Wir suchen sie wirklich dringend.
41:54Glauben Sie, Jenny hat den Perscher umgebracht?
41:57Wegen Ben?
42:07Klar hier.
42:08Bernd, was gibt's?
42:10Ben Nesch und Jenny Messner waren ein Paar.
42:12Die Eltern von Ben Nesch haben einen alten Campingwagen, der steht auf einem Abstellplatz in Schierstein.
42:17Da haben sich die beiden wohl manchmal getroffen.
42:20Okay.
42:21Gut, wir fahren dahin.
42:23Wir müssen noch mal los.
42:25Ja, aber...
42:27Komm.
42:39Kripo Wiesbaden.
42:43Hier ist die Polizei.
42:47Komm Jenny, mach die Tür auf.
42:50Scheiße Maxi, lieg da, geh rein.
42:56Hey, Jenny.
42:58Jenny.
42:59Kirsten, wir brauchen einen RTW.
43:01Ja.
43:03Jenny.
43:05Jenny.
43:05Kirsten, wir brauchen einen RTW.
43:05Scheiße.
43:06Kirsten, klar hier, wir brauchen einen Notarzt.
43:08Hey, Jenny.
43:10Kannst du mich hören?
43:12Ja.
43:18Kirsten, klar hier, wir brauchen einen Notarzt.
43:28Das war Knack.
43:29Ja.
43:30Guck mal, das lag neben mir.
43:35Ja, die waren echt verliebt.
43:37Ja.
43:38Weißt du, was das hier ist?
43:40Liquid Ecstasy.
43:41Wie bei Brackner.
43:43Ja.
43:50Bernd?
43:55Hey, Sie sind mir ein bisschen zu stürmisch.
43:58Ich würde gern mit der netten Polizistin sprechen.
44:00Komm, nächstes Mal, Brackner.
44:02Jetzt müssen Sie erst mal mit mir vorliegen.
44:05Jenny Messner, Ihre Informantin bei Perrault.
44:07Sie hat Ihnen die internen Daten geschickt.
44:11Hab ich nie gesehen.
44:12Na, Herr Brackner.
44:13Mann, Sie müssen mir glauben.
44:15Okay, sie hat einmal mit mir Kontakt aufgenommen.
44:18Per Perpipelist Messenger.
44:19Ob ich Interesse hätte an den Interner von Perrault,
44:21hatte ich natürlich.
44:22Also hat sie mir den Stick geschickt.
44:24Mit dem Kuvert.
44:26Jenny Messner wäre fast an einer Überdosis
44:28Liquid Ecstasy gestorben.
44:30Und mit Liquid Ecstasy kennen Sie sich doch aus.
44:33Na, sicher ich.
44:34Ich hab das aus rein therapeutischen Gründen genommen.
44:36Ich hab niemandem was gegeben.
44:38Nein.
44:39Hören Sie, Herr Reuter.
44:40Ich kämpfe für die freie Rede.
44:43Aber Mord, Leichen, ich bin ein sanftes Gemüt.
44:46Das ist mir alles viel zu krass.
44:48Sie haben ein Motiv für den Mord an Tom Perscher.
44:50Und Jenny Messner ist Ihre Verbindung zur Perrault.
44:54Das stimmt nicht.
44:55Warten Sie.
44:55Ich hab Tom Perscher nicht umgebracht.
44:57Ich kämpfe gegen Zensur.
45:00Ich glaube, in Ihrem Leben geht es gerade um was ganz anderes.
45:02Das Statistische Bundesamt hat Sie rausgeschmissen.
45:04Sie haben also kein Einkommen, Sie haben keinen Job und Ihre Pension ist aufrutscht.
45:07Ich glaube, Sie müssen sich etwas einfallen lassen.
45:10Warum zum Teufel sollte ich dann Tom Perscher umbringen?
45:12Ich verdiene mehr als zuvor.
45:14Dieser Mann war für mich lebend mehr wert als tot.
45:16Hallo?
45:23Danke euch.
45:24Ciao.
45:27Das Labor sagt, das Liquid Ecstasy bei Brackner hatte eine andere Zusammensetzung als bei Jenny Messner.
45:32Bei ihr war es deutlich höher dosiert.
45:34Das heißt aber nicht, dass er es ihr nicht gegeben hat.
45:37Gibt es Hinweise auf direkten Kontakt zwischen den beiden?
45:40Ja.
45:40Ja, nur den Umschlag und den USB-Stick und dass er irgendwie ein Tatmotiv hat.
45:45Hier.
45:46Ich hab mir noch Brackners Finanzen angesehen.
45:49Und?
45:50Nach seiner Entlassung aus dem Staatsdienst hat er sich selbstständig gemacht und zahlt brav
45:55seine Umsatz- und Gewerbesteuer.
45:57Wie ist seine aktuelle Einkommenssituation?
45:59Der Witz ist, Brackner schreibt Bücher als Verschwörungstheoretiker.
46:06Und mit den Verkäufen, mit Werbung und den Einnahmen durch Merchandising verdient der Typ
46:10weitaus mehr als vorher als Beamter.
46:13Hohoho.
46:15Also ich glaube, ich schreib auch mal ein Buch.
46:17Es stimmt also, was Brackner gesagt hat.
46:19Er profitiert nicht von Perschers Tod.
46:21Im Gegenteil.
46:22Seine Klientel lag ihm zu Füßen.
46:25Schick dir nach Hause.
46:26Was?
46:27Du willst ihn gehen lassen?
46:27Ja, für einen Mord haben wir ja nicht genug.
46:38Zum Glück geht das Jenny schon wieder besser.
46:41Ja, ich hab mich gefreut, dass ich gehört habe, dass Ihre Tochter schon wieder zu Hause ist.
46:45Mit Ihrer Hilfe wird das gut, Herr Messner. Ich bin mir sicher.
46:49Ich würde gern kurz mit Ihrer Tochter sprechen. Ist das okay für Sie?
46:52Ja, klar.
47:07Hallo Frau Messner.
47:11Schön, dass Sie das überstanden haben.
47:14Darf ich?
47:18Sie und Ben Lesch waren ein Paar, oder?
47:25Und Ben Lesch hat Ihnen die internen Informationen von Perra gegeben, richtig?
47:32Ben hat immer gegen die Umstände da gekämpft.
47:36Ich war's ihm schuldig, mich darum zu kümmern.
47:38Warum?
47:39Warum haben Sie diese Informationen ausgerechnet an Brackner geschickt?
47:43Rolf Brackner hat mir zugesagt, dass das anonym abläuft.
47:47Mein Chef hätte mich sonst völlig fertig gemacht, deswegen.
47:50Haben Sie Ihren Brackner mal irgendwo getroffen?
47:55Woher kamen eigentlich die Drogen, die Sie genommen haben?
48:05Ich hatte ja keine Ahnung, wie das abgehen würde.
48:08So war das noch nie mit dem Zeug.
48:12Ihr Vater macht sich Sorgen, dass Sie sich das Leben nehmen wollten.
48:16Wollten Sie?
48:17Nein.
48:18So war das nicht.
48:21Ich wollte einfach nur Ruhe.
48:23Von den Bildern in meinem Kopf.
48:26Sie wissen schon, wie.
48:27Die Bilder, mit denen Ben Lesch nicht fertig geworden ist.
48:33Warum haben Sie eigentlich nach dem Selbstmord Ihres Freundes nicht einfach gekündigt bei Perra?
48:38Wer hätte dann erzählen sollen, was da noch so läuft?
48:41Noch?
48:44Außer dem schlechten Umgang mit den Mitarbeitern?
48:49Alle denken, die privaten Nachrichten bei PeopleList sind verschlüsselt.
48:53Und echt privat.
48:54Ist das nicht so?
48:56Perra kann alles mitlesen.
48:59Alles.
49:16Ist das die Festplatte, die Ihr in Johnny Messners Zimmer gefunden habt?
49:19Ja.
49:19Und, was Interessantes drauf?
49:21Das sind ein Haufen Chatverläufe.
49:22Ich kann das nicht wirklich einordnen.
49:24Also, die Dateien, die Jenny Messner gesammelt hat, das sind alles private Messenger-Nachrichten auf PeopleList.
49:30Was?
49:31Moment mal.
49:31Die werben doch die ganze Zeit dafür, dass das alles garantiert verschlüsselt ist.
49:36Wenn das rauskommt, das gibt einen richtigen Skandal.
49:39Ja.
49:39Und ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass Tom Perscher nichts davon gewusst hat.
49:42Vielleicht hat er es sogar veranlasst.
49:44Hm.
49:45Hier, guck dir das mal an.
49:46Hier, guck dir das mal an.
49:50Und das ist nur ein Beispiel, was die Leute da so privat austauschen.
49:54Das heißt, Perra hat Einsicht in völlig unbefangene private Nachrichten von Millionen von Nutzern.
50:00So was ist natürlich das perfekte Erpressungsvateria.
50:04Ja, wieso sollte Tom Perscher an irgendjemanden erpressen?
50:06Ich meine, der Mann hat ja nicht gerade am Hungertuch genagt.
50:09Ja, vielleicht ging es ja gar nicht um Geld.
50:11Privat hin oder her, das bringt uns nicht wirklich weiter.
50:14Da sind keine Klarnamen drin, nur Usernamen. Das macht die Sache anonym.
50:20Das sind ein Terabyte Daten. Sollen wir das wirklich alles durchsuchen?
50:24Ja. Machst du mir eine Kopie bitte? Danke.
50:31Ist fast wie Schuhe bestellen.
50:42Oh.
50:56Das ist wirklich abartig, was die Leute sich zuschicken.
50:59Hm.
51:01Ich habe es schon viel gesehen, aber sowas?
51:04Brennt sich ins Hirn.
51:06Ja.
51:07Genau wie bei Jenny Messner und Ben Lesch.
51:10Hm.
51:28Von wem war die Nachricht?
51:30Ich weiß es nicht.
51:32Jemand, der uns helfen wollte.
51:36Wortschwert?
51:37Keine Ahnung.
51:39Ist nur ein Usernamen.
51:55Diapersen.
51:59Bis zum nächsten Mal.
52:08Oh, dann.
52:13Das ist sicher.
52:15Ich hab alle Fähigkeiten.
52:17Oh, dann wird es miteinander verletzt.
52:21Man muss das.
52:21Beide es nicht.
52:23Ich habe alles zu viel.
52:24Und es hat sich gehört.
52:28Bernd, wir haben noch nichts, falls du deswegen...
52:32Ach.
52:34Okay.
52:42Guten Tag.
52:44Herr Reuter.
52:46Haben Sie einen Moment für mich?
52:48Ja.
52:49Worum geht's denn?
52:50Ich frage mich immer noch, warum Sie Ihre Anzeige zurückgezogen haben.
52:54Ihr Anwalt hätte ja sehr gern weitergemacht in der Sache.
52:57Wir wollten nicht Jahre mit dem Gerichtsprozess verbringen.
53:00Wir wollten neu anfangen.
53:03Also, ich nehme an, dass Sie die treibende Kraft waren bei dieser Entscheidung, Frau Wesch.
53:08Sie haben Ihren Mann überzeugt, dass das richtig ist,
53:10dass das gut ist für Sie beide, für Ihre gemeinsame Zukunft.
53:14Ich hatte recht. Wir mussten mit der Sache abschließen.
53:18Für ihn, aber auch für uns.
53:22Ich denke, das war nicht der eigentliche Grund.
53:27Schauen Sie mal, Herr Leisch.
53:30Die Fotos stammen aus einem privaten Chat Ihrer Frau.
53:33Bei People List.
53:35Und der Mann auf diesen Fotos, das sind nicht Sie.
53:39Martin.
53:43Das ist längst vorbei.
53:45Glaub mir, Martin.
53:51Was soll das?
53:53Warum graben Sie den alten Mist aus?
53:55Ich denke, ich bin nicht der Erste, der das ausgegraben hat.
53:58Das wissen Sie doch ganz genau.
54:02Tom Perscher hat Sie mit diesen Fotos erpresst.
54:05Er wollte, dass Sie die Anzeige zurückziehen.
54:08Was hast du getan?
54:14Nichts, das weißt du doch.
54:16Wir waren beide zu Hause.
54:19Wir zwei.
54:19Ach ja, richtig, Ihr Alibi.
54:23Sie haben die Steuer gemacht zu Hause und Sie haben ferngesehen.
54:28Haben Sie Ihre Frau gesehen, als sie die Steuer gemacht hat?
54:32Ja, wir waren viel zu spät dran.
54:35Wie viel musste ich die Unterlagen am nächsten Morgen abgeben?
54:37Ich habe mit Ihrem Steuerberater gesprochen.
54:42Ihre Frau war in der vergangenen Woche bei ihm und hat ihn darum gebeten, eine Fristverlängerung zu beantragen.
54:48Und sie hat die Unterlagen auch nicht am nächsten Morgen bei ihm abgegeben.
54:52Wieso? Du hast doch die ganze Zeit an der Steuer gesessen an dem Abend.
54:58Herr Lösch, ich frage Sie das noch einmal.
54:59Haben Sie Ihre Frau gesehen, als sie die Steuer gemacht hat?
55:03Ich habe einen Film geschaut, ich.
55:11Nein, direkt gesehen habe ich sie nicht.
55:14Erst viel später.
55:17Eva, wo warst du?
55:20Eva!
55:24Wir hatten...
55:27...so viel geschafft.
55:30Nach Bens Tod.
55:33Wir zwei.
55:35Ich wollte kämpfen.
55:37Um uns.
55:38Hör auf, mich anzulügen.
55:42Ben war dir scheißegal.
55:45Du wolltest nur, dass das nicht rauskommt.
55:49Ich habe das für Ben gemacht.
55:53Du hast es für dich gemacht.
55:56Martin...
55:57Percher wollte uns zerstören, verstehst du das nicht?
56:01Erst hat er uns Ben genommen und dann wollte er uns kaputt machen.
56:08Martin, er hat nichts anderes verdient.
56:11Percher hat es verdient.
56:18Percher hat es verdient.
56:27Percher hat es verdient.
56:37Tom Percher sollte sehen, dass der Tod auf ihn zukommt.
56:44Ohne dass er etwas tun kann.
56:47Ohne dass ihm jemand hilft.
56:48Genauso wie er ihrem Sohn Ben nicht geholfen hat,
56:51als es ihm immer schlechter ging und ihm niemand geholfen hat.
56:54Auf ihn.
56:56Ohne dass er so ist.
57:11Ohne dass er ist.
57:15Ohne dass er nicht so ist.
57:21Ohne dass er.
57:34Irgendwie war es ja nur eine Frage der Zeit, dass Tom Perscher an den falschen Gerät.
57:38Na, das ist ja hoffentlich nicht gerade eben für so ein Wort zu rechtfertigen, oder?
57:42Quatsch.
57:43Ha, ich muss ins Büro.
57:45Wieder ein Paket, oder was? Die ist kaufsüchtig, wussten Sie das?
57:49Echt?
57:51Nee.
57:54Echt?
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