- vor 17 Stunden
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SpaßTranskript
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01:41Entschuldigung, das ist ein Privatgrundstück. Hier bitte keine Fotos, ja?
01:46Guten Tag, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft, Wiesbaden. Herr Maury?
01:49Nein, der ist im Haus. Ich bin sein Assistent Sven Junghans.
01:53Herr Junghans, ich komme später zu Ihnen. Danke erstmal.
01:56Danke.
02:08Hallo Kerstin. Hallo Bernd. Und, wirst du schon was?
02:13Wohl der ehemalige Hausmeister, Paul Schwarz. Kein schöner Anblick. Der war schon eine ganze Weile da unten. Herr Kräuter.
02:21Hallo Frau Dr. Engel. Und, kannst du schon was sagen?
02:25Schwierig. Ein junger Mann war mit Handschellen in etwa zwei Meter Tiefe am Ponton festgemacht.
02:31Mit Handschellen? Ja.
02:34Schauen Sie hier, ums linke Handgelenk. Der war in der Ankerkette befestigt.
02:39Wahrscheinlich keine verwertbaren Spuren. Versteh schon.
02:58Ich will davon nichts in Ihrer Zeitung lesen, Herr Lutz. Sonst hören Sie von meinem Anwalt. Haben wir uns verstanden?
03:03Auf Wiedersehen.
03:10Entschuldigung. Herr Reuter?
03:12Mori mein Name.
03:14Guten Tag, Herr Mori.
03:17Eine scheußliche Sache.
03:20Das Ganze ist sehr unangenehm.
03:22Und ich will alles dafür tun, damit das so schnell wie möglich aufgeklärt wird. Aber bitte, ich will keine Öffentlichkeit.
03:31Wie haben Sie Herrn Schwarz angeherkannt? Ich meine, das Gesicht ist völlig verunstattet.
03:37Die Jacke. Die Stiefel. Das kann nur Paul Schwarz sein.
03:43Herr Schwarz war ja Hausmeister.
03:45Vor drei Monaten haben wir ihm gekündigt. Und seither gab es auch keinen Kontakt.
03:51Wie lange war Herr Schwarz bei Ihnen?
03:52Halbes Jahr.
03:54Das Ganze hat einfach nicht funktioniert.
03:57Was meinen Sie?
04:00Wer könnte einen Grund gehabt haben, Herrn Schwarz umzubringen?
04:04Ich habe keine Ahnung.
04:06Das Ganze ist absurd.
04:10Wer hat normalerweise Zugang zu Ihrem Grundstück?
04:14Nur meine Frau und ich. Und natürlich unsere Assistenten, Herrn Junglands, haben Sie ja bereits kennengelernt.
04:20Laura Tietze arbeitet für meine Frau.
04:23Wir haben ein paar Fragen zu Herrn Schwarz, dem ehemaligen Hausmeister.
04:29Können Sie sich vorstellen, was da passiert ist?
04:31Ich habe ihn hier, seitdem er gefeuert wurde, nicht mehr gesehen.
04:35Wie war Ihr Verhältnis?
04:38Gar nicht.
04:40Das heißt?
04:43Wir waren mal zusammen.
04:45Kurz.
04:46Ein Ausrutscher. Ich...
04:47Ich habe ihm den Job besorgt.
04:50Sie waren ein Paar.
04:51Bis vor einem Jahr oder so.
04:53Es ist nicht einfach, mit seinem ehemaligen Partner zusammenzuarbeiten.
04:56Das hat aus anderen Gründen nicht funktioniert zwischen uns.
05:00Da habe ich Schluss gemacht.
05:03Machen Sie nur.
05:05Aber ich glaube, wir werden uns nochmal in Ruhe unterhalten müssen.
05:09Wiedersehen.
05:12Help for Kids.
05:13Vera Mouré. Sie sprechen mit Ihrer Assistentin.
05:17Frau Schwarz, 34.
05:20Danke.
05:21Vor drei Jahren verurteilt wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.
05:24Eine Währungsstrafe, Entziehungskur.
05:27Einziger Angehöriger ist sein Bruder Luis Schwarz.
05:31Die beiden haben zusammengewohnt.
05:32Und Luis hat seinen Bruder vor sechs Wochen vermisst gemeldet.
05:36Ah.
05:37Informiert er denn, Bruder?
05:38Da wollten wir jetzt eh hin.
06:00Kommt, einziehen.
06:02Sehr gut.
06:08Frau Mouré.
06:09Ja?
06:10Guten Tag, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
06:13Was denn passiert?
06:14Ähm, wenn wir drin sind, dann mal, okay?
06:16Könnten wir vielleicht etwas später sprechen?
06:18Wann wird es Ihnen passen?
06:19Heute Nachmittag?
06:20Ja.
06:21Danke.
06:22Danke.
06:24Danke.
06:42Wenn man nicht so einen Ponton-Dienstler hat, dann kann ja noch keiner eine Leiche dran festmachen.
06:46Ponton.
06:48Ponton.
06:49Pardon.
06:51Für dich sind es ja sowieso immer gleich die Bonzen, oder?
06:54Sag ich doch gar nicht.
06:57Warte mal, da kommt jemand.
07:02Herr Schwarz?
07:05Hauptkommissarin Klar, das ist mein Kollege Schubert.
07:07Könnten wir kurz reinkommen?
07:13Okay, was gibt's?
07:15Es geht um Ihren Bruder Paul.
07:17Sie haben ihn am 18. April als vermisst gemeldet.
07:21Ja, und?
07:22Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihren Bruder gefunden haben.
07:27Tod im Rhein.
07:40Können Sie sich erinnern, wann Sie ihn das letzte Mal gesehen haben?
07:43Ein paar Tage davor, ich weiß nicht mehr genau.
07:47Fuck!
07:50Können wir uns dein Zimmer mal ansehen?
08:04Danke.
08:06Ganz klar, Tod durch Ertrinken.
08:09Wir haben hier am linken distalen Radio-Ulnar-Gelenk Absplitterungen entdeckt.
08:15Eindeutig post-mortem, sicherlich von den Handschellen.
08:17Die Strömung des Rheins hat ganz schön viel Druck ausgeübt.
08:20Und?
08:21Hier, in den Kniekehlen.
08:25Alles von einem Automa?
08:26Nicht nur.
08:28Woher kommen die?
08:29Vielleicht hat jemand mit einer Stange in die Kniekehlen geschlagen.
08:35Oder die Beine hingen über einer Kante.
08:41Kann er transportiert worden sein?
08:43Möglich.
08:44Haben Sie fremd-DNA entdeckt?
08:46Leider nichts Brauchbares.
08:47Das Opfer ist definitiv Paul Schwarz.
08:50Wir konnten seine Dentalstruktur abgleichen.
08:52Und ich habe noch was Überraschendes.
08:54Na?
08:54Wir haben die Phenhydramin nachgewiesen.
08:57Das ist in einigen Schlafmitteln enthalten
08:58und führt bei Überdosierung zu Bewusstlosigkeit.
09:01Der Mann war vor dem Ertrinken sediert.
09:04Ja, also in Ihrem Zustand
09:05wird sich ja wohl kaum jemand selbst mit Handschellen
09:07unter Wasser irgendwo anketten.
09:10Konklusio, alles deutet auf einen gewaltsamen Tod hin.
09:24Was genau suchen Sie eigentlich?
09:27Kennen Sie Laura Tietze?
09:29Klar, das ist Paul VI.
09:31Die hat Terror gemacht.
09:32Warum?
09:34Sie ist nicht damit klargekommen,
09:36dass er Schluss gemacht hat.
09:39Er hat Schluss gemacht?
09:40Ja.
09:41Laura ist völlig ausgetickt.
09:43Totaler Psychofreak.
09:44Was heißt das?
09:46Die Vahir hat randaliert.
09:47Die hat ihn gestalkt.
09:49Die Frau ist der Horror.
09:50Wann war das?
09:51Vor einem halben Jahr ungefähr.
09:53Vor einem halben Jahr erst.
09:58Laura Tietze hat euch angelogen.
10:00Da passt gar nichts zusammen.
10:01Die knüpfen wir uns nochmal vor.
10:04Was macht dieser Denise Schwarz?
10:06Er ist DJ im Club Blitz.
10:08Die Nachricht vom Tod seines Bruders
10:10hat ihn ganz schön mitgenommen.
10:13Habt ihr was über das Opfer?
10:14Keine Ausbildung, Gelegenheitsjobs,
10:16ein bisschen Musik produziert, gedealt.
10:18Nachdem er vor drei Jahren erwischt wurde,
10:20hat er mehrfach Entzug und Therapie gemacht.
10:22Mehr oder weniger erfolgreich.
10:24Sein Handy ist im Wasser natürlich kaputt gegangen.
10:26Und das sind die letzten Verbindungsdaten.
10:28Es war am 15. April um 23.47 Uhr das letzte Mal aktiv.
10:33Und zwar in der Umgebung des Rheinufers.
10:35Also drei Tage bevor er seinen Bruder
10:37als Verlust gemeldet hat.
10:38Könnte passen.
10:40Also laut Frau Dr. Engel ist das der ungefähre Todesverpunkt.
10:42Ich hab mir im Internet mal die Morehs angeschaut.
10:45Er leitet eine große Pharmafirma,
10:48Moreh Farm.
10:49Und sie ist das Gesicht einer Charity-Stiftung.
10:53Herb vor Keks.
10:54Wie, das wusstest du nicht?
10:56Nee.
10:58Vera Moreh ist total bekannt.
11:01Aha.
11:04Also, Vera Moreh war früher Moderatorin und Model.
11:07Und dann hat sie diesen Marc Moreh geheiratet.
11:10Und seitdem ist sie die Charity-Lady.
11:13Sammelt Geld von Prominenten ein
11:14und das sehr, sehr erfolgreich.
11:16Kerstin, reg dich nicht auf, okay?
11:18Ach, Männer.
11:20Ich bin informiert.
11:21Ja, wir jetzt auch, Kerstin.
11:22Danke.
11:23Charity.
11:23Wissen, die Bonzen haben zu viel Geld.
11:25Da geht's doch nicht um guten Zweck.
11:27Das ist Publicity.
11:29Ein Steuersparmodell für Reiche,
11:30die damit noch ihr Gewissen reinwaschen können.
11:32Schubert, nun fangen Sie doch nicht auch noch an,
11:34sich hier aufzuregen.
11:35Was ist denn los?
11:36Ich glaub eh, dass es die Tietze war.
11:38Warum solltet ihr uns sonst anlügen?
11:39Nehmen Sie sich doch noch drei Weintrauben mit.
11:41Dann können Sie unterwegs ein bisschen jonglieren.
11:54Gleich wie immer.
11:55Ja, was ist denn mit jemandem?
11:57Wann ist das klar?
11:58Mhm.
11:58Das war's für heute.
12:34Frau Muri erwartet Sie.
12:35Danke.
12:37Wie war eigentlich Ihr Verhältnis zu Paul Schwanz?
12:41Netter Kerl, aber leider der totale Chaot.
12:45Er war eher so ein Künstlertyp.
12:48Wissen Sie, hier muss alles funktionieren.
12:50Hier greift ein Zahnrad ins andere, wie eine große Maschine.
12:54Sie wissen, dass er eine Beziehung zu Laudatiza hatte?
12:57Ja.
12:59Das wusste ich gar nicht.
13:01Ja.
13:05Ah, Herr Reuter, bitte kommen Sie.
13:11Können wir es bitte kurz machen? Bei mir brennt die Hütte. Ich habe morgen ein Event.
13:14Wir brauchen nicht lang. Kommen Sie, aber schalten Sie das bitte auf.
13:17Nein, ich... Frau Tietze.
13:20Ihr habt doch gesagt, wir sprechen uns noch mal.
13:23Es gibt ein paar Unstimmigkeiten, die wir klären müssen.
13:25Was für Unstimmigkeiten?
13:27Kommen Sie.
13:29Sie haben offensichtlich eine Vorliebe für afrikanische Kunst?
13:33Mein Mann und ich unterstützen mit unserer Stiftung ein Gesundheitszentrum in Burundi.
13:38Wir finanzieren dort auch das Krankenhaus und eine Werkstatt für Kunsthandwerke.
13:44Wir haben auch die Patenschaft für die Ausbildung von Kindern übernommen, helfen bei Infrastrukturprojekten, Brunnenbohrungen, Bau von Schulen, Mikrokredite.
13:53Toll. War die Behinderung Ihrer Schwester vielleicht ein Auslöser für Ihr Engagement?
14:00Vielleicht.
14:02Meine Schwester leidet an einer sehr seltenen Krankheit.
14:06Wir kommen aus Georgien, da konnte man sie nicht behandeln.
14:09Und über das Zentrum für seltene Krankheiten habe ich dann Marc kennengelernt.
14:13Er hat uns sehr geholfen.
14:14Und jetzt helfen Sie ihn?
14:16Ja.
14:17Wissen Sie, das war so ein Glück, ihn zu treffen.
14:21Da hatte ich einfach das Bedürfnis, etwas zurückzugeben.
14:25Frau Marie, worüber ich mit Ihnen sprechen wollte.
14:28Ich weiß, Paul.
14:34Es ist so traurig.
14:38Waren Sie in der Wohnung Ihres Ex-Freundes und haben da seine Sachen zerstört?
14:42Vielleicht einmal. Im Streit.
14:46Ich habe nichts mit seinem Tod zu tun.
14:49Zurückweisungen in der Liebe sind sehr schmerzhaft.
14:53Wo waren Sie am 15. April? Nachts.
14:59Am 15. April war ich nicht in Wiesbaden.
15:02Sondern?
15:02Wir hatten eine Konferenz in Frankfurt. Danach habe ich bei meinen Eltern übernachtet.
15:06Die Nummer bitte.
15:15Darf ich jetzt gehen?
15:16Ein bisschen Geduld sollten Sie schon noch haben.
15:18Wir werden das überprüfen. Und zwar jetzt, sofort. Bitte.
15:28Wir wussten ja von der Drogenproblematik. Er war da ganz offen.
15:32Und wie ist das dann gelaufen?
15:35Am Anfang lief es ganz gut. Aber mit der Zeit wurde er immer unzuverlässiger.
15:39Na bitte.
15:41Hat Anweisungen nicht befolgt. War vergesslich. Bitte sehr.
15:45Danke.
15:48Teilweise ganz banale Dinge, wie zum Beispiel, ich komme nach Hause, niemand da.
15:52Alle Lichter an, die Musikanlage voll aufgedreht, die Gartentür offen, wissen Sie.
15:57Das geht einfach nicht.
16:00Mein Mann hatte den Eindruck, dass er wieder rückfällig war.
16:04Und deshalb haben Sie ihn gekündigt?
16:07Ja.
16:07Wie hat er eigentlich reagiert auf die Kündigung?
16:11Ich war ja nicht dabei, aber mein Mann meinte, dass es ihn schon sehr getroffen hat.
16:17Er hatte mal erwähnt, dass er zu Depressionen neigt, aber...
16:23darf man deswegen einen Angestellten nicht kündigen?
16:28Wir glauben nicht, dass es ein Suizid war.
16:32Nein.
16:35Das ist ja schrecklich.
16:36Vera!
16:37Oh, Entschuldigung, das wusste ich nicht.
16:40Kein Problem. Ich bin sowieso gerade fertig.
16:43Meine Schwester hatte heute ihre Masterprüfung in Mathematik.
16:47Hey, Respekt.
16:49Lief ganz gut.
16:51Ja, dann will ich Sie nicht länger von Ihrer Party abhalten.
16:58Lief ganz gut.
17:22Jetzt wird's interessant.
17:24Das Alibi der Tietze?
17:25Ja.
17:27Guckst du Reuter an?
17:28Mit dem größten Vergnügen.
17:35Ah, Frau Dr. Jone, Telefon für Sie.
17:45Jone?
17:49Hallo?
17:53Wer ist da?
17:54Du kleiner Schlampe.
17:56Ich mach dich fertig.
18:04Ich hab mit Pauls Tod nichts zu tun.
18:09Nehmen Sie doch bitte Platz.
18:11Sie haben nach der Trennung noch ungefähr ein halbes Jahr mit Herrn Schwarz zusammengearbeitet.
18:15Das war doch sicher nicht so einfach für Sie.
18:18Jedenfalls haben Sie irgendwann überreagiert und sind gewalttätig geworden gegen Herrn Schwarz und jetzt lügen Sie uns noch an, was
18:23den Besuch bei Ihren Eltern betrifft.
18:26Was soll ich davon halten?
18:28Warum hacken Sie auf mir rum?
18:30Warum hacken Sie auf mir rum?
18:31Warum fragen Sie nicht Frau Moré?
18:32Was soll ich Frau Moré denn fragen?
18:37Was hat Frau Moré mit dem Tod von Paul Schwarz zu tun?
18:42Ich brauche den Job.
18:45Was heißt das?
18:46Wir müssen alle so ein NDA unterschreiben.
18:49Von wegen Schweigepflicht und so.
18:52Und darum wollen Sie mir nicht antworten?
18:55Frau Thiesel, wir ermitteln nur in einem Mordfall.
18:57Das heißt, Sie sind verpflichtet, wahrheitsgemäß auszusagen.
18:59Okay?
19:05Wir können Sie doch nicht einfach so gehen lassen.
19:08Also, ich glaube nicht, dass Sie körperlich in der Lage ist, jemanden wie Paul Schwarz zu betäumen, zum Rheinufer runterzuschleifen
19:15und dann noch zwei Meter unter Wasser mit Handschellen an ein Pondon zu ketten.
19:19Und was soll dieser NDA-Kram?
19:22Non-Disclosure Agreement. Das ist eine Verschwiegenheitserklärung. Sie darf über nichts sprechen, was Sie im Rahmen Ihrer Arbeit erfährt.
19:28Warum macht Sie dann trotzdem so komische Andeutungen?
19:30Um von sich abzulenken.
19:32Wir sprechen nochmal mit seinem Bruder Louis Schwarz. Vielleicht weiß der warum.
19:50Na, Ben!
19:51Na, Ben.
19:53Wir haben noch zu.
19:55Wir müssen kurz mit Louis Schwarz sprechen.
19:58Wow!
20:00Das ist die eigentliche Goldgasse in Wiesbarns.
20:03Ist ja schön, ne?
20:09Herr Schwarz!
20:11Hallo?
20:16Wir müssen reden.
20:20Sagen Sie, hatte Ihr Bruder Paul nach Laura Tietze eine neue Beziehung?
20:25Ja.
20:26Ja.
20:27Geht's vielleicht auch ein bisschen genauer.
20:29Vera Moré?
20:31Der hatte was mit seiner Chefin?
20:33Mit große Liebe.
20:35Und was hat's ihm gebracht?
20:36Die Kündigung und den Tod.
20:38Mal ganz langsam.
20:39Die hatten eine Affäre und dann ist er rausgeflogen.
20:42Nicht so geil, oder?
20:44Aber so sind sie eben.
20:45Die benutzen dich und dann schmeißen sie dich weg.
20:47Wer wusste denn alles von der Affäre?
20:49Keine Ahnung.
20:51Und nach der Kündigung hatte da Paul noch Kontakt zu seiner Chefin?
20:55Ich glaub nicht.
20:57Hat er wieder Drogen genommen?
21:00Schon während er da gearbeitet hat oder erst nachdem er rausgeflogen ist?
21:04Seid ihr jetzt von der Drogenverhandlung oder was?
21:05Hat er gedealt?
21:07Was soll das jetzt?
21:09Mein Bruder ist das Opfer, nicht der Täter.
21:11Wollt ihr ihm jetzt was anhängen?
21:12Wir wollen nur verstehen, was passiert ist.
21:15Nein, hat er nicht.
21:16Verhört lieber mal die Bonzen.
21:18Die haben ihn auf dem Gewissen.
21:21Keine Sorge.
21:22Das machen wir.
21:24Danke für die Infos.
21:26Äh.
21:30Noch ein kleiner Typ unter Freunden.
21:32Das nächste Mal, wenn wir uns sehen,
21:34da bist du nicht total drauf.
21:35Alles klar?
21:39Okay.
22:12Herr Moré ist leider nicht zu sprechen.
22:16Er soll mich heute bitte noch zurückrufen.
22:19Ja.
22:22Guten Tag, mein Name ist Reuter.
22:24Ich hab einen Termin bei Herrn Moré.
22:26Herr Moré, guten Tag.
22:28Guten Tag, Herr Moré.
22:29Das kann ich für Sie tun.
22:31Wir tappen immer noch im Dunkeln, leider.
22:33Vielleicht können Sie mir herhelfen.
22:35Bitte gern, wenn Sie mich begleiten wollen.
22:38Dankeschön.
22:41Also, um was geht's denn?
22:44Herr Moré, ich wüsste gar nicht fragen, wo Sie am 15. April waren.
22:48Oh.
22:50Alles, was länger als drei Tage her ist,
22:53das wird immer schlimmer.
22:54Herr Moré, verzeihen Sie.
22:57Ach ja.
22:59Da war die Konferenz in Frankfurt.
23:01Ein Symposium über seltene Krankheiten.
23:03Ich habe einen Vortrag gehalten.
23:05Meine Frau übrigens auch.
23:06Sie ist sozusagen betroffen, Ihre Schwester.
23:10Ich weiß, ich habe die Schwester Ihrer Frau kennengelernt.
23:14Sagen Sie, so eine große Konferenz.
23:15Sie haben einen Vortrag gehalten.
23:17Da wurden Sie doch sicher von vielen Leuten gesehen.
23:19Hm.
23:20Das kann man nur sagen.
23:22Das waren sicherlich mehrere hundert.
23:27Schaut Sie.
23:29Ah ja, danke.
23:30Die Sache ist die.
23:32Nur wenige Pharmaunternehmen forschen in diesem Bereich.
23:35Das ist nicht profitabel.
23:37Aber wir machen es trotzdem.
23:39Wir machen es aus Überzeugung.
23:41Weil wir Menschen helfen wollen,
23:43auch wenn sie eine seltene Krankheit haben.
23:45Respekt.
23:47Wie lange hat diese Konferenz denn gedauert?
23:50Die Vorträge bis circa 18 Uhr.
23:53Danach gab es noch gemeinsames Dinner
23:55und dann ein Get-Together-Underbar.
23:58Und danach sind Sie nach Hause gefahren?
24:00Nein.
24:01Ich hatte was getrunken.
24:03Früher habe ich oft noch ein Taxi nachts nach Hause genommen,
24:05aber jetzt gehen wir in ein Hotel.
24:08In Frankfurt?
24:09Ja.
24:10Metropol International kann ich Sie empfehlen.
24:12Ah ja.
24:16Herr Macher, ich habe noch eine Frage zu einem privaten Thema.
24:19Die Beziehung zwischen Ihrer Frau und Paul Schwarz.
24:22Die hatte doch nicht nur einen beruflichen Hintergrund, oder?
24:25Ich denke, das geht niemandem etwas an.
24:28War diese Beziehung eigentlich der Grund dafür,
24:30dass Sie Paul Schwarz gekündigt haben?
24:31Nein, ich habe Ihnen bereits gesagt,
24:33wir waren unzufrieden mit seiner Leistung.
24:35Und das alleine zählt.
24:38Wenn Sie noch weitere Fragen haben,
24:40gerne vorausgesetzt,
24:42Sie haben mit den Ermittlungen zu tun.
24:44Alle meine Fragen haben mit den Ermittlungen zu tun?
24:46Ich bestehe darauf,
24:47dass meine Privatsphäre respektiert wird.
24:51Andernfalls dürfen Sie sich gerne an meine Anwältin wenden.
24:55Danke.
24:58Danke.
24:58Danke.
24:59Danke.
25:14Vielen Dank, Herr Buchner.
25:16Vielen Dank.
25:17Guten Flug mit Ihnen.
25:18Danke. Bis demnächst.
25:19Bis bald.
25:26Guten Tag.
25:27Guten Tag.
25:30Eine Frage.
25:31Kennen Sie Herrn Marc Moré?
25:34Er ist Stammgast und steigt hier öfter ab.
25:36Ich darf nicht über Gäste sprechen.
25:39Das riecht hier so.
25:42Ich glaube, ich kenne den Geruch.
25:45Okay, der ist öfter hier bei uns.
25:48Geht doch.
25:49Er hat am 15. April hier übernachtet.
25:52Er war hier mit seiner Frau.
25:54Nach einer Konferenz.
25:55Nee, auf keinen Fall.
25:57Wie jetzt?
25:58Der war nie mit einer Frau da.
26:00Immer nur mit seinem Assistenten.
26:02Ah.
26:03Und was heißt das?
26:06Kein Kommentar.
26:09Und Sie sind sich ganz sicher?
26:10Ja.
26:12Danke.
26:13Und lasst den Scheiß.
26:17Bernd, es gibt Neuigkeiten.
26:24Kommen Sie, Herr Reuter.
26:26Danke.
26:27Ich habe eine kleine Überraschung für Sie.
26:31Das schenken wir unseren Spendern.
26:33Ah ja.
26:37Ist das auch aus Burundi?
26:39Ja.
26:41Ja, sehr hübsch.
26:42Nein, nein, die ist für Sie.
26:43Ich darf keine Geschenke annehmen.
26:46Aber trotzdem vielen Dank.
26:47Schade.
26:50Frau Marie, ich würde mich gerne noch mal mit Ihnen über die Nacht vom 15. auf den 60. April unterhalten.
26:55Aber mein Mann hat Ihnen doch schon alles erzählt.
26:57Sie waren also auch in Frankfurt im Hotel Metropol International, richtig?
27:01Ja.
27:02Ich fahre nachts nicht so gern mit dem Auto.
27:05Machen Sie das immer so, wenn Sie in Frankfurt zu tun haben?
27:07Mhm.
27:10Ein Mitarbeiter des Hotels hat ausgesagt, dass Sie noch nie in diesem Hotel übernachtet haben.
27:16So?
27:18Machen wir es kurz.
27:20Wir wissen von Ihrer Beziehung zu Paul Schwarz.
27:29Frau Marie, Ihr Mann und Sie haben um Diskretion gebeten.
27:32Dem komme ich im Rahmen meiner Möglichkeiten auch gern nach.
27:34Aber wenn Sie nicht kooperieren, dann wird das Ihr ganz schnell Dienst nach Vorschrift.
27:40Ich nehme an, Sie verstehen, was ich damit meine.
27:43Ja.
28:09Ich nehme an, Sie sehen, wie Sie sehen, wie Sie sehen.
28:32Wann haben Sie ihn das letzte Mal gesehen?
28:34Hier, als er noch für uns gearbeitet hat.
28:38Wir hatten eine Affäre, ja?
28:41Das war auch sehr schön für kurze Zeit.
28:45Er war ein Romantiker.
28:48Hat mich verwöhnt, verehrt.
28:51Er hat mir sonst geschrieben.
28:55Es war irgendwie anders.
29:00Ich habe es vielleicht falsch eingeschätzt.
29:03Für mich war das eine Spielerei, aber für ihn war es ernst.
29:08Was heißt das?
29:09Er wollte, dass ich meinen Mann verlasse.
29:11Und das alles hier aufgebe.
29:14Und Sie wollten das nicht?
29:15Natürlich nicht.
29:17Kein Fall.
29:18Haben Sie deshalb die Beziehung beendet und ihm gekündigt?
29:21Ja.
29:23Und danach?
29:27Er hat immer wieder angerufen, aber ich bin nicht rangegangen.
29:31Ich habe ihn weder gesprochen noch gesehen.
29:34Ich dachte, es ist besser so.
29:35Besser für ihn.
29:37Ihr Mann hat eine Beziehung mit seinem Assistenten.
29:41Mein Mann ist homosexuell.
29:43Ja.
29:45Er und Sven sind seit Jahren glücklich liiert.
29:47Wir pflegen eine sehr gute Freundschaft.
29:50Aber warum dann diese Fassade?
29:54Ich meine, heutzutage ist ein gleichgeschlechtliches Paar doch überhaupt kein Thema mehr.
29:58Unsere Verbindung hat für Morifam viele Türen geöffnet.
30:02Wissen Sie, in der Wirtschaft sind die Leute noch sehr konservativ eingestellt.
30:07Und sie lieben den Glamour.
30:09Meine Ehe ist ein Job.
30:11Ich helfe Marc bei seinen Geschäften.
30:13Er hilft meiner Schwester.
30:15Das ist ein Geben und Nehmen.
30:17Werden Sie von Ihrem Mann bezahlt?
30:18Natürlich.
30:20Das ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis.
30:21Und er bezahlt mich sehr gut.
30:24Aber das geht eigentlich absolut niemandem etwas an.
30:27Das ist meine Entscheidung.
30:28Und die meines Mannes.
30:31Ja.
30:33Jedenfalls, solange niemand anderes dabei zu Schaden kommt.
30:48Hallo.
30:49Hallo.
30:49Der vermarktet sich schon sehr gekonnt, dieser Moray.
30:53Aber auch ein noch so toller Typ als seine Kritiker.
30:55Wäre auch ein Wunder, wenn es anders wäre beim Pharmaunternehmer.
30:58Am Rande der Konferenz gab es Proteste.
31:01Und Moment mal, Moment mal.
31:04Die habe ich heute Morgen im Eingangsbereich von Moray Farm gesehen.
31:07Was?
31:08Jetzt warte mal.
31:10Ich habe ein Foto von einem Flyer gemacht in Pauls Wohnung.
31:13Das ist doch dieselbe Frau.
31:15Doktor Naila Yonen.
31:18Naja, eindeutig.
31:20In Deutschland protestiert sie gegen Moray Farm.
31:23In Burundi arbeitet sie in einer Klinik.
31:25Und unser Mordopfer Paul Schwarz hat einen Flyer mit ihrem Foto.
31:29Ich glaube nicht, dass das Zufälle sind.
31:37Waren Sie schon auf dem Moray?
31:39Nein.
31:40In der Klinik in Bouchenbura war ich das erste Mal.
31:42Hören Sie, ich weiß wirklich nicht, wie ich Ihnen bei Ihren Ermittlungen weiterhelfen kann.
31:45Hatten Sie in der Klinik mit Vera oder Marc Moray zu tun?
31:49Nicht persönlich, aber ich wusste natürlich, dass Sie die Klinik und das Gesundheitszentrum unterstützen.
31:54Ja, das war erstmal sehr positiv von dem Moray, oder?
31:58Na, irgendwas gefällt Ihnen nicht an dem Moray.
32:01Sie protestieren gegen Moray Farm.
32:04Warum eigentlich?
32:05Ich habe persönliche Gründe dafür und darüber möchte ich jetzt bitte nicht mit Ihnen sprechen.
32:09Kennen Sie Herrn Paul Schwarz?
32:14Tut mir leid, dass ich Ihnen nicht weiterhelfen kann, aber ich muss jetzt wieder zurück an die Arbeit.
32:18Frau Dr. Jone, wenn Ihnen noch etwas einfällt, rufen Sie mich einfach an, ja?
32:33Ja, bitte?
32:34Hallo, Kripo Wiesbaden. Kann man mal ganz besser reinkommen?
32:37Tut mir leid. Nur nach Anmeldung. Anweisung der Geschäftsführung.
32:40Okay.
32:54Okay, okay. Wir sind schon weg.
33:01Das ist eine ganz normale Lagerhalle. Die Medikamente müssen woanders produziert werden.
33:05Aber schon komisch, wie die das abriegeln.
33:08Ah, die Kontenabfrage von Louis Schwarz hat ergeben, dass er in den letzten drei Monaten zweimal 50.000 Euro in
33:15Bar eingezahlt hat.
33:16Wow.
33:17Fettes Einkommen.
33:20DJ müsste man sein.
33:22Mhm, DJ Schubert. Klingt nach Hitparade.
33:26Der war übrigens bei der letzten Befragung total drauf.
33:29Der Deal garantiert auch, wie sein Bruder.
33:31Dann wäre es aber ganz schön dumm von ihm, so viel Bargeld auf sein Konto einzuzahlen.
33:34Ich bin mir sicher, er wird euch das erklärt.
33:37Ja.
33:44Schönen Abend.
33:45Danke.
34:06Mach mal deine Frisse auf, Monster High.
34:09Come four.
34:13Ow.
34:15Ooh.
34:19JDcer.
34:20Oh.
34:21Ah.
34:23Ah.
34:23Ah.
34:25Aha.
34:26Oh.
34:32Markpuh.
34:33Uh.
34:36Ah.
34:43Spannend euch, ja?
35:10Entschuldigung, du bist schwarz.
35:30Hey, hey!
35:32Hey!
35:32Hey!
35:33Hey!
35:34Polizei!
35:35Habt ihr mal durch?
35:36Hey!
35:37Polizei!
35:40Durch, durch, durch, durch, durch!
35:45Guten Abend, Herr Schwarz.
35:47Hände hoch.
35:53Sie sind festgenommen.
36:08Frau Jona?
36:12Was ist denn passiert?
36:14Herr Reuter, ich bin in der Klinik Tiefgarage angegriffen worden.
36:18Kommen Sie rein.
36:21Wann ist das denn passiert gerade?
36:23Ja.
36:26Haben Sie eine Vermutung, wer dahinter stecken könnte?
36:29Das geht jetzt schon seit ein paar Tagen.
36:33Aber so einen Überfall wie eben hat's vorher nicht gegeben.
36:39Glauben Sie, dass der Überfall mit Ihrem Protest gegen Moray Farm zu tun haben könnte?
36:46Warum haben Sie eigentlich gegen die Firma protestiert?
36:48In der Klinik in Bujumbura hatte ich mehrere Todesfälle, trotz Behandlung mit Antibiotika.
36:55Wurden die Medikamente dann nicht vertragen?
36:58Das war's nicht.
36:59Ich habe auch eine Resistenz überprüft, aber auch das konnten wir ausschließen.
37:03Was haben Sie dann gemacht?
37:05Ich habe die Klinikleitung informiert.
37:07Die waren sehr freundlich und wollten sich darum kümmern.
37:11Am nächsten Tag hatte ich die Kündigung.
37:14Wieso das denn?
37:15Angeblich wegen sexueller Belästigung eines Pflegers und wegen Verletzung der religiösen Gefühle.
37:20Das Ganze war absurd.
37:21Die wollten mich einfach loswerden.
37:22Was haben Sie dann gemacht?
37:24Ich habe weiter recherchiert.
37:26Mir war auch aufgefallen, dass riesige Mengen Medikamente geliefert werden.
37:30Viel mehr als die Klinik braucht.
37:31Vieles kommt aus Nigeria.
37:36Halten Sie es für möglich, dass Tattoo Ihrer Patienten durch gefälschte Medikamente verursacht wurde?
37:42Ich habe noch nicht genügend Beweise zusammen.
37:45Und die Angehörigen der verstorbenen Patienten wollten auch nicht mehr mit mir sprechen.
37:49Sie sind entschädigt worden.
37:55Haben Sie dokumentiert, was Sie bis jetzt beobachtet haben?
37:58Ja.
37:59Könnten Sie mir das alles zukommen lassen?
38:00Natürlich.
38:05Als Sie zurück nach Wiesbarn gekommen sind, da haben Sie ja versucht, Kontakt aufzunehmen zu Moray Farm.
38:09Ja.
38:11Ich dachte, Herr Moray muss erfahren, dass in der Klinik etwas schief läuft.
38:14Ich habe alles versucht, mehrmals.
38:16Persönlich, telefonisch, per E-Mail.
38:18Er reagiert nicht.
38:20Scheint ihn nicht zu interessieren.
38:22Ich habe einen Termin mit seiner Frau gemacht.
38:24Sie besorgt über die Stiftung das Geld für die Klinik.
38:27Hm.
38:29Und?
38:29Nichts.
38:31Sie hat mit ihren hübschen Augen geklimpert und mir versprochen, dass alles in bester Ordnung ist.
38:34Bullshit.
38:35Waren Sie bei Frau Moray zu Hause für dieses Gespräch?
38:38Ja.
38:40War bei dem Gespräch noch jemand anwesend?
38:42Die Schwester.
38:44Und seine Art Hausmeister.
38:45Aber das Gespräch hätte ich mir sparen können.
38:47Ich würde Ihnen gerne mal ein Foto zeigen.
38:54Ist das der Hausmeister?
38:56Ja.
38:59Haben Sie sonst noch mit jemandem darüber gesprochen?
39:01Vor ein paar Wochen war ein Typ bei mir.
39:03Ein Journalist, der sich das Ganze angehört hat.
39:06Der wollte was schreiben.
39:08Ich habe nie wieder von ihm gehört.
39:10Hat er gesagt, für welche Zeitung er schreiben will?
39:12Nein.
39:15Aha.
39:22War er das?
39:23Das ist er.
39:28Das ist kein Journalist.
39:32Frau Dr. Yohne, Sie haben mir wirklich sehr geholfen.
39:34Und jetzt?
39:35Jetzt bekommen Sie Polizeischutz.
39:53Sie erinnern sich also an die Begegnung?
39:56Ja, klar.
39:57Komische Frau, diese Ärztin.
40:00Die war so negativ.
40:01Ich mag das nicht, wenn Leute immer alles schlecht machen müssen.
40:03Erinnern Sie sich, ob Paul Schwarz damals auch dabei war?
40:09Nicht direkt.
40:10Er saß nicht mit am Tisch oder so.
40:12Aber das war auch hier im Garten.
40:13Und er hat gearbeitet, die Rosen geschnitten.
40:15Ah.
40:16Das heißt, es kann durchaus sein, dass er das Gespräch mitbekommen hat.
40:23Darf ich?
40:24Bitte.
40:27Kennen Sie seinen Bruder?
40:31Nein.
40:32Aber Paul hat mir von ihm erzählt.
40:34Ah, ja?
40:39Ach, nur damit Sie Bescheid wissen. Ihre Schwester war ganz offen zu mir, was ihre Beziehung zu Paul Schwarz betrifft.
40:45Ah.
40:46Okay.
40:49Ähm, ja.
40:50Das war nach der Trennung.
40:52Paul war ehrlich traurig.
40:53Da hat er mal versucht, über mich mit Vera in Kontakt zu kommen.
40:56Er hatte eine richtige Pechsträhne.
40:58Die Trennung von Vera und dann hatte er wohl auch noch Megastress mit seinem Bruder.
41:03Wissen Sie, warum die beiden Stress hatten?
41:07Keine Ahnung.
41:08Nur, dass es Streit gab.
41:12Danke.
41:18Grüß dich, Bernd.
41:19Hallo.
41:20Er ist da.
41:31Guten Tag, Herr Schwarz.
41:32Mein Name ist Reuter.
41:33Ich bin da mit in der Staatsanwalt.
41:34Setzen Sie sich doch.
41:35Ich nehme an, Sie holen mir Ihre Rechte.
41:40Als ob das was bringen würde.
41:41Was soll das heißen?
41:43Dann ist doch ganz klar, was hier läuft.
41:44Was läuft denn hier?
41:45Na, ich bin der Sündenbock.
41:46Weil Leute wie die Mores immer mit allem durchkommen.
41:50Wahrscheinlich spielen Sie Golf in einem Typen.
41:52Oder sind in irgendeinem Bonzen-Club.
41:55Schauen wir mal, wer womit durchkommt.
41:57Ich schlage vor, wir machen jetzt einfach mal bei Ihnen an.
42:01Sie hatten einen Streit mit Ihrem Bruder.
42:04Oh mein Gott.
42:07Warum ging es denn da?
42:08Ja, jeder streitet mal, oder nicht?
42:10Ja, ja, klar.
42:11Bei jedem Streit geht es um irgendetwas, Herr Schwarz.
42:13Also, worum ging es beim Streit mit Ihrem Bruder?
42:18Keine Ahnung, nichts Besonderes.
42:21Herr Schwarz, im letzten halben Jahr haben Sie zweimal 50.000 Euro bar auf Ihr Konto eingezahlt.
42:27Woher hatten Sie das Geld?
42:28Gespart.
42:29Gespart.
42:31Sie haben sich mit der Ärztin Dr. Laila Jone getroffen
42:34und über Vorkommnisse in der Klinik in Burundi gesprochen.
42:37Warum hat Sie das nicht passiert?
42:38Weil das eine Riesensauerei ist, die da passiert.
42:40Sie haben sich Frau Dr. Jone gegenüber als Journalist ausgegeben und einen falschen Namen benutzt.
42:44Warum?
42:45Was haben Sie mit den Informationen gemacht, die Sie von Frau Dr. Jone bekommen haben?
42:49Nichts.
42:50Nichts?
42:51Ich meine, Sie bezeichnen das selbst, was in Burundi passiert ist, als Riesensauerei.
42:56Und dann machen Sie nichts.
42:58Warum sind Sie nicht zur Polizei gegangen?
43:00Weil ich nicht gerade die beste Beziehung zur Polizei habe.
43:03Außerdem war ich mir nicht ganz sicher.
43:05Aber jetzt sind Sie sich ganz sicher.
43:09Herr Schwarz, Sie wollen nicht den Sündenbock spielen, Sie wollen aber auch nicht die Wahrheit zeigen.
43:17Ich glaube nicht, dass Sie damit durchkommen werden.
43:19Also noch einmal, woher kamen diese hunderttausende Euro?
43:25Von Moré.
43:26Sie haben ja Moré erpresst.
43:29Was heißt erpresst?
43:30Ich habe ihm angeboten, mein Wissen nicht weiterzugeben.
43:33Für ihn ist das doch kein Geld.
43:34Das ist Portokasse.
43:36Haben Sie sich mit Herrn Moré getroffen?
43:38Nein, das lief anonym.
43:40Ich habe ihm Briefe geschrieben und er das Geld von jemandem in einem bestimmten Mülleimer
43:42am Rheinufer legen lassen.
43:44Wusste Ihr Bruder davon?
43:45Natürlich nicht.
43:46Der wäre lieber verhungert.
43:48Er war der edle Ritter, darauf wartet, dass seine große Liebe ihn erhört.
43:52So ein Idiot.
43:53Und als Sie das Geld hatten?
43:56Haben Sie ihm davon erzählt?
43:58Ja, er war natürlich sauer.
44:00Aber was geht Ihnen das an?
44:02Das war mein Ding.
44:04Hatten Sie keine Angst, dass er sie verraten würde?
44:06Sowas würde er niemals tun.
44:10Herr Schwarz, wo waren Sie in der Nacht des 15. April?
44:14Woher soll ich das wissen?
44:16Keine Ahnung.
44:17Zuhause im Blitz.
44:18Auf jeden Fall nicht am Rheinufer.
44:21Dem Moré.
44:22Dem hat das Geld nicht weh getan.
44:24Aber mir, Mann.
44:25Mir hat es geholfen.
44:26Ich habe ein neues Tonstudio.
44:27Ich bring die nächste Platte raus.
44:28Ich mache was Gutes damit.
44:30Hm.
44:31Aber bevor Sie damit anfangen, werde ich ein Verfahren wegen Erpressung gegen Sie einleiten.
44:37Danke.
44:44Mann, Mann, Mann.
44:45Der fühlt sich auch noch im Recht.
44:47Im Blitz müssen Sie doch einen Arbeitsplan haben, wer wann gearbeitet hat.
44:50Hm.
44:51Ich möchte mit beiden Moré sprechen, aber getrennt.
44:53Lass sie bitte herholen, ja?
44:54Wird gemacht.
44:55Und dann brauche ich noch von allen Beteiligten Telefon Metadaten und GPS-Auswertungen.
44:59Ja?
45:00Was war eigentlich mit dieser Lagerhalle da?
45:03Ich besorge das Suchungsbeschluss.
45:05Gut.
45:17Nee, nee, nee.
45:18Das war nicht.
45:26Frau Dr. Friedrich, guten Tag, Freunde.
45:27Ich habe Herrn Moré geraten, nichts auszusagen.
45:30Ah, ja?
45:31Wir haben doch nichts zu verbergen.
45:33So, ich warte einmal draußen.
45:35Herr Junghans, bleiben Sie einfach bei uns.
45:37Bitte sehr.
45:38Bitte.
45:46Herr Moré, ich habe ein paar Fragen zu Ihrer Firma.
45:51Ja?
45:51Ich habe mich ein bisschen schlau gemacht.
45:53Vor etwa zehn Jahren ist Moré Farm ja etwas in Schieflage geraten.
45:57Kann man das so sagen?
45:59Ja, das waren schwierige Zeiten.
46:02Das Patent zu unserem erfolgreichsten Medikament war ausgelaufen.
46:06Gleichzeitig mussten wir eine extrem teure Entwicklung zu einem neuen Wirkstoff stoppen.
46:12Das ist los des Unternehmers.
46:13Ja, zum Glück ging es ja dann schnell wieder bergauf.
46:16Ja.
46:17Sie sagen es.
46:19Moré Farm ist ja nicht nur wirtschaftlich erfolgreich.
46:22Sie engagieren sich ja auch sehr stark in soziale Projekte.
46:25Das ist alles richtig, Herr Reuter.
46:29Ich sehe nur nicht ganz den Zusammenhang.
46:31Da ging es mir wie eben, Herr Moré.
46:33Ich fand das sehr verwirklich.
46:34Schauen Sie mal.
46:35Ich habe hier einen Niederschein Ihrer Klinik in Burundi.
46:39Dort wurden Antibiotika in Nigeria bestellt.
46:43CPC Lagos Pharmaceutical.
46:45Also was mich gewundert hat, ist die Menge der Tabletten.
46:47Damit kann man ja in einem Kontinent versorgen.
46:52Der Vorgang ist mir nicht bekannt.
46:54Das habe ich mir gedacht.
46:55Sie wollten ja nicht sprechen mit Frau Dr. Jonah.
46:58Laut dieser Zollanmeldung importieren Sie Kunsthandwerker aus Burundi.
47:05Das ist die Stiftung Harp for Kids.
47:07Damit habe ich im Grunde nichts zu tun.
47:09Nein.
47:10Ich meine, diese Lieferungen gehen alle an eine Lagerhalle von Moré Farm.
47:15Übrigens sind gerade die Kollegen von der Kripo in dieser Lagerhalle,
47:18um eine Durchsuchung durchzuführen.
47:20Was meinen Sie, wird man dort finden?
47:23Das ist schon ein sehr lukatives Geschäftsmodell.
47:27Das ist toll, dass Sie da praktizieren, Herr Moré.
47:30Über Ihre Klinik in Burundi kaufen Sie in Nigeria billig gefälschte Antibiotika.
47:35Sie schmuggeln diese Tabletten als Kunsthandwerke tarnt nach Deutschland,
47:38verkaufen sie hier unter dem renommierten Namen Moré Farm neu verpackt als Markenware.
47:43Ich denke, dass da eine ganze Menge Geld hängen bleibt für Sie.
47:47Das ist eine absolute Unverschämtheit, was Sie mir da unterstellen.
47:52Das ist absolut unhaltbar.
47:53Herr Kollege, bitte kommen Sie auf den Punkt.
47:56Herr Moré, werden Sie erpresst?
48:03Das hat alles nichts mit den Ermittlungen im Todesfall schwarz zu tun.
48:06Aber natürlich hat es das Frau Dr. Friedrich.
48:09Ich würde das doch sonst nicht erwähnen.
48:22Das hat sich so alles unter afrikanischem Kunsthandwerk verwirkt.
48:32Lass mich raten.
48:34Originalprodukt der Moré Farm?
48:37Na klar.
48:40Und das alles mit den Papieren von der Stiftung am Zoll vorbei.
48:44Direkt aus Burundi.
48:46Und dieser Dreck wird dann bei uns als Markenprodukt verkauft.
48:50Hier.
48:52Das geht ans Labor.
48:59Herr Junghans, vielleicht können Sie mir da helfen.
49:02Die Auswertung Ihrer Handydaten hat ergeben, dass Sie am Abend des 15. April durchgehend in Frankfurt waren.
49:07Die Auswertung der GPS-Daten Ihres Autos hat aber ergeben, dass Sie ab 23.17 Uhr in Wiesbaden waren.
49:13Wie kann das sein?
49:14Sagen Sie nichts. Sie müssen das nicht beantworten.
49:17Herr Moré, um 21.15 Uhr haben Sie einen Anruf vom Festnetz Ihrer Villa bekommen.
49:21War das Ihre Frau?
49:27Haben Sie nach diesem Anruf Herrn Junghans gebeten, nach Wiesbaden zu fahren?
49:31Nein, das hat er nicht.
49:33Sven.
49:34Ich hatte was vergessen.
49:36Mein Laptop.
49:37Sie waren also in der Villa?
49:38Ja.
49:40Du musstest nicht.
49:41Herr Moré hat nichts damit zu tun.
49:44Ich habe das getan.
49:47Ich allein war das.
49:48Bitte lassen Sie uns sofort unterbrechen. Ich möchte mich mit Herrn Junghans beraten.
49:51Das ist Ihr gutes Recht.
49:53Herr Junghans.
49:55Die Schraube.
49:58Das war Frau Dr. Jone.
50:02Sie hätten diese Frau nicht unterschätzen sollen.
50:09Gut, Gasti. Sehr, sehr gut. Danke dir.
50:16Herr Reuter.
50:19Guten Tag, Frau Moré.
50:21Schön, Sie zu sehen.
50:24Ja, so langsam fügen sich alle Puzzleteilchen zusammen.
50:27Das ist gut.
50:28Bitte.
50:31Das ist eine Belastung.
50:33Für alle.
50:41Ihre Schwester.
50:42Ihre Schwester.
50:43Also Ihre Schwester hat mich schon sehr beeindruckt.
50:45Master in Mathematik.
50:46Das muss man erstmal hinkriegen.
50:47Ja.
50:48Wir sind sehr stolz auf Sie.
50:51Wissen Sie, vor 15 Jahren hat man ja nur noch ein paar Monate gegeben.
50:54Und jetzt?
50:55Ist ja eine junge Frau.
50:57Hat das Leben noch vor sich.
50:58Ja.
51:03Das ist schön, wenn man sein Leben noch vor sich hat.
51:05Ja.
51:07Diese Menschen haben ihr Leben leider schon hinter sich.
51:12Sie waren ungefähr so alt, wie Ihre Schwester, als Sie gestorben sind.
51:19Das ist schlimm.
51:23Aber was soll das?
51:27Das frage ich Sie, Frau Moré.
51:29Was soll das?
51:31In Ihrer Klinik in Burundi sterben Menschen, weil sie nicht mit einem zuverlässigen Antibiotikum
51:36behandelt wurden, sondern mit gefälschten Medikamenten, mit denen Ihr Mann viel Geld verdient.
51:40Sehr viel Geld sogar.
51:42Auch hier in Deutschland.
51:43Was soll das?
51:44Wollen Sie noch reicher werden?
51:45Wollen Sie sich noch eine Villa am Rhein kaufen?
51:48Oder ein Privatjet?
51:49Oder eine Yacht in Monaco?
51:53Sie sind glücklich, weil Ihre Schwester Ihre Krankheit überlebt hat.
51:56Und gleichzeitig nehmen Sie in Kauf, dass Dutzende, Hunderte, Tausende Menschen an gefälschten Medikamenten sterben,
52:02die von der Firma Ihres Mannes betrieben werden.
52:04Hans, natürlich nicht.
52:10Weiß Sie Ihre Schwester davon?
52:14Paul Schwarz hat es gewusst.
52:17Trotzdem hat er sie geliebt.
52:19Trotzdem hat er versucht, sie zu beschützen.
52:20Das stimmt doch gar nicht.
52:23Er hat meinen Mann erpresst.
52:25Paul Schwarz hatte mit den Hunderttausend Euro nichts zu tun.
52:28Natürlich hat er das.
52:29Wer denn sonst...
52:30Louis Schwarz.
52:31Ihr Mann wurde von Louis Schwarz erpresst, dem Bruder von Paul Schwarz.
52:41Was?
52:43Was ist denn in dieser Nacht passiert?
52:49Was soll ich jetzt tun?
52:53Was ist an der Terrassentür?
52:56Paul schlampelt sich vor meinem Fenster.
52:58War er aggressiv?
52:59Hat er Sie bedroht?
53:00Nein, nein.
53:02Er wollte sich versöhnen.
53:04Und Sie?
53:09Ich habe versucht, mir nichts anmerken zu lassen.
53:14Danke.
53:16Sind für dich.
53:19Komm ran.
53:23Setz dich.
53:24Magst du was trinken?
53:25Ja.
53:26Irgendwas.
53:28Ich dachte, es spielt ein doppeltes Spiel.
53:33Ich dachte, er erpresst uns, Marc.
53:35Und ich war nur sicher, dass das erst der Anfang ist.
53:37Dass das immer weitergehen würde.
53:39Und weiter.
53:41Hier.
53:58Auf dich.
54:10Vera, ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.
54:21Dann bist du geworden.
54:23Na ja.
54:24Wir hatten es doch schön, oder?
54:27Ich habe einen Song über das Ganze geschrieben.
54:30Fuck.
54:31Das ist alles so armselig.
54:37Ich wollte das nicht, okay?
54:39Ich weiß.
54:39Was?
54:40Ich habe das noch nicht mal gewusst.
54:55Ich habe das noch nicht mal gewusst.
55:28Und dann ist er eingeschlafen.
55:33Und dann ist er eingeschlafen.
55:39Ich habe mich in der Hand gehalten.
55:41Ich habe Sven gewartet.
55:43Und als er da war?
55:46Dann habe ich mich fürs Bett fertig gemacht.
55:48Ich war doch müde.
55:50Haben Sie gesehen, was Sveni und Hans mit Pauschwarz gemacht hat?
55:58Ich stand unter der Terrasse.
56:00Ich stand unter der Terrasse.
56:04Und dann gehört unser Lied von Liebe.
56:16Es gibt alles.
56:18Danke.
56:48Nein, nein, nein, nein.
56:52Nein, nein, nein, nein.
57:02Nein, nein, nein, nein.
57:15Nein, nein, nein, nein.
57:39Ihre Schwester wird Sie sicher im Gefängnis besuchen.
57:41Nein, nein, nein.
58:11Nein, nein, nein, nein.
58:15Nein, nein, nein, nein.
58:19Nein, nein, nein, nein.
58:23Nein, nein, nein, nein.
58:24Nein, nein, nein.
58:24Nein, nein, nein.
58:24Nein, nein, nein.
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