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  • vor 2 Tagen

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🎈
Spaß
Transkript
00:07Süße, ich schaff's nicht. Es tut mir leid, ich weiß, wie wichtig heute Abend für dich ist.
00:51Ist der Onkel Lars noch hier?
00:53Morgen, Simon. Es ist zu spät. Sieh zu, dass du dich umziehst. Die Lieferungen müssen raus.
01:00Das ist mit Mona. Muss ich heute den Laden machen?
01:02Du, da musst du Lars fragen.
01:30Musik
01:59Habe ich doch gesagt?
02:01Eine Frau. Kann ich jetzt?
02:04Musst du Sibylle mich um sie kümmern?
02:05Deine Tante?
02:06Ja.
02:11Wartste?
02:12Ja.
02:12Ich bin mir mal ein Schuss von dem Fahrzeug besorgen.
02:14Alles klar, hol dich hier.
02:22Simon Wagner hat seinen Onkel Lars Wagner gefunden. Heute Nacht, circa viertel nach zwei.
02:27Wo will er jetzt hin?
02:29Zur Frau des Opfers. Seine Tante, Sibylle Wagner.
02:32Dann lassen Sie ihn einfach so fahren.
02:34Ich hab alles, was ich brauch.
02:35Abgesehen davon hat er gerade seinen Onkel mit eingeschlagenem Schädel im Büro gefunden.
02:39Daher frage ich mich natürlich, ob er der richtig ist, um diese Nachricht zu überbringen.
02:42Na ja, zumindest bei seiner Familie.
02:45Noch was.
02:45Er hat gesagt, als er auf den Hof gefahren ist, hat er eine Frau mit langen Haaren überaus eilig weggehend
02:49sehen.
02:50Aber er hat sie nicht erkannt.
02:52Gut.
02:53Ich fühl das hier vom Fahrzeug.
02:55Danke, mein Lieber.
03:00Die Fingerabdrücke wird das Opfer willkommen selbst hinterlassen haben.
03:04Vielleicht hat es der Täter ehrlich gehabt.
03:06Der Tote heißt Lars Wagner, Mitinhaber der Bäckerei.
03:11Hier, das ist das Tatwerkzeug.
03:15Traditionspreis der Bäcker in Ung Hessen.
03:17Das Opfer hat zusammen mit seinem Bruder Tobias Wagner die Bäckerei geleitet.
03:21Insgesamt drei Filialen.
03:23Alles traditionell gebacken.
03:25Ah.
03:26Die Anzeichen deuten auf den Schädel Basisbruch hin.
03:29Können Sie schon was zum Todeszeitpunkt sagen?
03:32Schätzungsweise zwischen 0 und 2 Uhr.
03:34Also bevor die Belegschaft angefangen hat.
03:36Die kommen um 2.
03:36Ah ja.
03:37Gibt es Anzeichen, welche Spuren?
03:39Alles und nichts.
03:40Du siehst ja, wie es hier aussieht.
03:41Und außerdem nicht wirklich was, was uns weiterhilft.
03:45Selbst am Tatwerkzeug sind jede Menge Fingerabdrücke.
03:48Ja, so ein Pokalpil natürlich jeder Mal in der Hand haben.
03:50Frau Locklein, ja.
03:59Haben Sie die Adresse der Witwe?
04:02Ja.
04:04Das ist Karinstraße 81 am Kurpark.
04:06Danke.
04:09Danke, das war die Ware noch fertig machen durften.
04:12Hätte ich ja sonst alles wegschmeißen müssen.
04:14Ja, ich verstehe das schon.
04:16Arbeiten lenkt ja auch ab.
04:17Tja.
04:18Können Sie sich erklären, was da passiert ist?
04:21Alles ganz normal gestern.
04:24Ich meine, es ist viel los im Moment.
04:26Als ich gestern Abend um 8 gefahren bin, da hat Lars zu mir gesagt, dass er später noch einen Termin
04:30hat.
04:31Moment mal.
04:32Sie kommen um 2 Uhr nachts und arbeiten durch bis 20 Uhr.
04:35Tja.
04:38Und warum ging's bei dem Termin?
04:40Keine Ahnung.
04:42Und Sie haben keinen Verdacht?
04:43Irgendwas, irgendwas Ungewöhnliches in letzter Zeit?
04:46Na ja, gestern Nachmittag.
04:48Da hat Lars unsere Mona so richtig übel angeschrien.
04:51So hab ich den lange nicht erlebt.
04:52Wer ist Mona?
04:54Mona.
04:55Mona Böhmer, die macht seit ein paar Wochen den Verkauf hier im Laden.
04:58Die müsste eigentlich gleich kommen.
04:58Da ist sie ja.
05:01Mona, können wir kurz reden?
05:03Ist was Schlimmes passiert.
05:08Das könnte auch die Frau sein, die Simon Wagner gesehen haben will.
05:12Könnte sein.
05:22Okay, Sibylle, wenn irgendwas ist, sagst du Bescheid, ja?
05:25Ich komme dann sofort.
05:26Danke dir.
05:28Ich will gerade wirklich nur meine Ruhe haben.
05:32Okay.
05:34Guten Tag, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
05:37Frau Wagner?
05:38Entschuldigen Sie, Sie kann jetzt gerade nicht, okay?
05:40Äh, ist schon gut, Simon.
05:42Mein Beileid, Frau Wagner.
05:44Ich hätte ein paar Fragen, es geht um Ihren Mann.
05:47Darf ich?
05:48Ja, kommen Sie.
05:49Dankeschön.
05:51Das ist schon gut, wir sehen uns später, ja?
05:53Sicher?
05:54Ja.
06:08Morgen.
06:09Moin.
06:10Frau Böhmer?
06:11Ja.
06:12Hauptkommissarin, klar, das ist mein Kollege Fischer.
06:16Das ist ja ganz fürchterlich, was dem Lars passiert ist.
06:18Sie hatten gestern eine ziemlich heftige Auseinandersetzung mit ihm.
06:23Ich?
06:25Wie meinen Sie das?
06:26Wir wissen, dass Ihr Chef ihn ziemlich offen seine Meinung gesagt hat.
06:29Und jetzt ist er tot.
06:31Und jetzt ist er tot.
06:31Was?
06:33Sie denken, ich?
06:35Den Lars?
06:36Sie wurden gesehen gestern Nacht.
06:37Auf keinen Fall, das kann überhaupt nicht sein.
06:42Wir wollten uns einen schönen Abend machen und dann ist er einfach nicht gekommen.
06:51hat Ihr Mann versucht, Sie zu erreichen?
06:55War das Verhalten normal für ihn?
07:01Ich liebe dich, Sibira.
07:05Ich weiß, wie wichtig das ist.
07:08Für uns.
07:10Frau Wagner, es ist häufiger verbekommen, dass Ihr Mann die Nächte nicht zu Hause verbracht hat.
07:15Wir schaffen das.
07:17Zusammen.
07:18Ich brauche dich.
07:20Frau Wagner?
07:22Frau Wagner?
07:27Alles in Ordnung bei Ihnen?
07:32Ich muss mal in die frische Luft.
07:40Entschuldigen Sie bitte wegen mir.
07:46Wir waren so glücklich und hatten noch so viele Pläne.
07:49Gestern.
07:51Gestern Abend sollte ein besonderer Abend werden, richtig?
07:55Wir versuchen ein Kind.
07:59Familie war Ihnen beiden sehr wichtig.
08:05Wichtiger als alles andere.
08:08Ich meine, Tobias und Simon wohnen nebenan.
08:10Wir arbeiten alle in der Bäckerei.
08:13Was machen Sie da?
08:15Ich mache die Buchhaltung.
08:16Aber auch so, wir sind alle füreinander da, immer.
08:19Ja, das merkt man, dass die Familie sehr füreinander da ist.
08:24Ich finde es rührend, wie ihr Neffe sich um sie kümmert.
08:28Und ihr Mann?
08:33Lars war der warmherzigste Ehemann, den ich mir je hätte wünschen können.
08:39Und so, selbstbewusst, das fand ich toll.
08:43Er ist damals in einem Restaurant auf mich zugekommen und hat gesagt, du bist die Frau, die ich heiraten werde.
08:48Und ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, weil ich war ja mit meinem damaligen Freund da.
08:56Wie lange waren Sie irgendwie verheiratet?
08:59Fünf Jahre.
09:01Na ja, da lernt man sich schon kennen.
09:04Und gab es ihm als Streit?
09:07Ich meine, wenn eine Familie immer so dicht beieinander ist, das kann ja schon mal ein bisschen nervig werden, oder?
09:13Nee, nie.
09:16Klar, also Tobias und Lars, die hatten sich wegen dem Geschäft ab und an in den Haaren, aber sonst konnte
09:22man Lars ja auch nie lange böse sein.
09:34Übrigens, Lars Wagner hatte zwei Handys.
09:37Na ja, wahrscheinlich eins geschäftlich, eins privat, nehme ich mal an.
09:45Ah, von wegen Stress mit dem Chef.
09:50Kündigung schreiben, nicht unterschrieben.
09:54Ja, aber wegen einer Kündigung im Backshop bringt man doch niemanden um.
09:58Ach nee, guck doch mal auf die Begründung.
10:00Verletzung der Datenschutzrichtlinien.
10:02Die ist hier über irgendwas Sensibles gestolpert.
10:05Hm, in der Bäckerei.
10:07Staatsgeheimnisse bestimmt.
10:10Hast du was Besseres?
10:14Warte mal, Geheimnisse.
10:17Das Handy war in der Schublade eingeschlossen.
10:23Das soll niemals sein.
10:24Oder hast du schon mal einen Typ mit so einer Kette rumlatschen sehen?
10:27Guck mal.
10:30Du, in der Bäckerei haben die gerade Feierabend.
10:32Also wenn ich Mona Böhmer wäre, dann würde ich warten, bis die Luft rein ist und dann mein Handy wieder
10:36abrufen.
10:36Mhm.
10:41Fahr ich?
10:42Mal gucken.
10:53Herr Schiller, haben Sie ein Stück Worte für mich?
10:55Ach, Sie sind zu früh.
10:57Und ausgerechnet heute ist der Lieferant zu spät dran.
11:00Ah, nee, nee, Sie haben doch Glück.
11:01Heute liefern Sie selbst aus, Herr Wagner?
11:05Ausnahmsweise.
11:05Ah, vielen Dank.
11:07Ah, das riecht ja sensationell.
11:11Sie werden es nicht glauben.
11:12Neulich war ein Vertreter von der Bäckerei Reinhard hier.
11:15Elf Cent das Brötchen.
11:17Elf Cent.
11:19Und?
11:20Nein, keine Sorge.
11:22Ich kann seine Massenware doch nicht verkaufen.
11:23Meine Kunden sind ja Qualität gewöhnt.
11:26Bitte schön.
11:27Danke.
11:29Entschuldigung, Schiller.
11:32Herr Wagner?
11:33Ja?
11:33Ja.
11:34Entschuldigung, mein Name ist Reuter, Stadthandpertach, Wiesbaden.
11:37Haben Sie im Moment für nichts?
11:43Äh, guck an.
11:45Ich glaube, es geht los.
11:47Ja.
11:58Frau Böhmer.
12:01Suchen Sie das hier.
12:13Industrie-Spionage, Totschlag, wahrscheinlich sogar Mord.
12:18Ich habe das nicht gemacht.
12:21Ich habe dem Lars nichts getan.
12:24Sie haben im Büro der Bäckerei vertrauliche Dokumente gesucht.
12:27Was waren das für Dokumente?
12:29Keine Ahnung.
12:30Frau Böhmer.
12:31Lars Wagner hat sie erwischt, wie Sie diese Dokumente abfotografiert haben.
12:35Und um das zu vertuschen, haben Sie ihn totgeschlagen.
12:38Nein.
12:39Nein, das stimmt nicht.
12:40Na, wie war es denn dann?
12:43Reinhard, der hat mich...
12:45Also, der wollte mich bezahlen.
12:48Reinhard.
12:49Karl Reinhard.
12:50Die Konkurrenz von Wagner, dieser Industriebäcker.
12:53Lars war sofort klar, was läuft.
12:56Gestern Abend.
12:57Der hat, während ich bei dem im Büro saß,
12:59Reinhard angerufen und voll angeschrien.
13:01Und mein Handy wollte der mir auch nicht wiedergeben.
13:03Und was ist mit den Fotos?
13:04Hat Lars gelöscht.
13:07Aber dem Reinhard habe ich die geschickt bevor.
13:08Wo waren Sie zwischen Mitternacht und 2 Uhr?
13:11Herr Reinhard.
13:13Er wollte mir das Geld geben.
13:14Aber der war nicht da.
13:17Fragen Sie doch Ihre Kollegen.
13:20Lars war elf.
13:22Als unsere Mutter starb,
13:23und von da an habe ich dann die Vormundschaft für ihn übernommen.
13:26Ich war ja schon volljährig damals.
13:29Respekt.
13:30Da haben Sie ziemlich viel Verantwortung übernommen.
13:33Wir hatten ja nur uns.
13:35Tag und Nacht habe ich in der Bäckerei geschuftet,
13:37damit er sein Abi machen konnte.
13:38Und dann nach dem Abitur direkt das BWL-Studium in Frankfurt.
13:41Ah ja.
13:42Und danach hat er dann in der Bäckerei
13:44die kaufmännischen Aufgaben übernommen, ja?
13:46Tja.
13:46Da waren Sie sicher doppelt stolz auf ihn.
13:48Einmal als Bruder,
13:49und dann aber auch, weil Sie, ja,
13:51so eine Art Vaterrolle übernommen hatten.
13:52Ja.
13:53Kann man so sagen.
13:56Tja.
13:56Und als meine Tine dann gestorben ist,
13:59hatte ich ja quasi schon Übung.
14:01Was meinen Sie damit?
14:03Als Simon acht war,
14:05als seine Mutter,
14:06also meine Frau Tine,
14:08die ist da gestorben,
14:08und von da an war ich mit Simon allein.
14:12Sibylle und Lars waren da schon zusammen.
14:14Also, wir hatten die Bäckerei.
14:17Das war nicht immer einfach,
14:18aber wir haben das geschafft.
14:22So ein Unternehmen zu führen,
14:24geht sicher nicht immer ohne Konflikte.
14:26Na klar.
14:26Gerade jetzt.
14:28Gerade jetzt?
14:29Das heißt?
14:30Lars wollte mit Karl Reinhardt
14:32eine Kooperation aufmachen.
14:34Karl Reinhardt?
14:34Bäckerei Reinhardt?
14:36Bäckerei Reinhardt?
14:36Ich konnte es auch nicht verstehen.
14:38Der gräbt uns die Kunden ab
14:39und macht dann einen auf Partner.
14:40Tja.
14:41Wissen Sie,
14:42in der Stadt
14:43wird gerade so ein Ladenlokal versteigert,
14:45und Lars hatte diese Schnapsidee,
14:46da so ein, wie sagt man,
14:47so eine Showbäckerei draus zu machen,
14:49wo Profis dann live backen.
14:51Tradition trifft Moderne.
14:53Lieber kooperieren,
14:54als sich gegenseitig auszustechen.
14:57Und jetzt ist er tot.
15:00Jetzt ist er tot.
15:04Wiedersehen.
15:08Max!
15:09Hier, eine Anzeige wegen öffentlicher Ruhestörung
15:12gegen Mona Böhmer.
15:13Die Kollegen haben das jetzt erst ins System gegeben.
15:15Dann kann man das ja nicht finden.
15:17Aber das hier ist interessant.
15:25Wie ich vermutet hatte,
15:27ein Schädelbasisbruch.
15:28Das Opfer war sofort tot.
15:30Das muss dann ja
15:31ein ziemlich heftiger Schlag gewesen sein.
15:33Den Todeszeitpunkt
15:34kann ich jetzt auch genauer eingrenzen,
15:35zwischen 1 und 2 Uhr.
15:37Okay.
15:37Und da ist noch was.
15:40Dieses Hämatom
15:41ist auf jeden Fall prämortal entstanden.
15:44Das könnte darauf hindeutigen,
15:45dass es vor seinem Tod
15:46ein Kampf gegeben hat.
15:47Nicht auszuschließen.
15:49Leider kann ich das
15:50nicht genauer eingrenzen.
15:52Aber der tödliche Schlag
15:54wurde auf jeden Fall
15:54von hinten geführt.
15:55Ja.
15:58Danke Ihnen, Frau Dr. Engel.
15:59Gerne.
16:02Was ist denn mit Ihrer Nase passiert,
16:04Herr Reinhardt?
16:05Ich habe beim Training
16:06unterm Korb
16:07einen Ellenbogen abgekriegt.
16:09Sie spielen Basketball?
16:11Sieht ja richtig übel aus.
16:12Ja, ist nicht der Rede wert.
16:14Wann war ein Training?
16:16Von neun
16:17bis kurz vor Mitternacht,
16:19dann bin ich nach Hause.
16:20Ist das illegal?
16:21Waren Sie um 20 nach 1 zu Hause?
16:25Ja.
16:26Sagt Ihnen der Name
16:27Mona Böhmer was?
16:28Ich habe 64 Filialen
16:29in Rhein-Main.
16:30Quasi täglich mehr.
16:31Keine Ahnung.
16:33Aber dass der Name
16:33was mit Ihrer Firma zu tun hat,
16:35das ist Ihnen gleich klar.
16:36Frau Böhmer hat gestern
16:37um kurz nach 1,
16:38der hatte ich bei Ihnen randaliert,
16:39dass die Nachbarn
16:40gleich die Polizei gerufen haben.
16:41Ja, keine Ahnung.
16:43Ich habe einen guten Schlaf.
16:44Hä, ist klar.
16:46Frau Böhmer
16:47sollte bei Wagners
16:48für Sie geheime Dokumente suchen.
16:50Oh Quatsch.
16:51Mit den Wagners
16:52habe ich nichts zu tun, okay?
16:54Die und ich
16:55haben, sagen wir,
16:56einen grundsätzlich
16:57verschiedenen Ansatz, okay?
16:58Ja, Herr Reinhardt,
16:59wir brauchen Ihre Fingerabdrücke.
17:00Können Sie bitte
17:01Ihre Hand hier drauflegen?
17:02Ist nur, um auszuschließen,
17:03dass Sie am Tatort waren.
17:05Selbstverständlich.
17:07Was denn für ein Tatort?
17:09Lars Wagner wurde gestern Nacht,
17:11während Sie geschlafen haben,
17:12tot in seinem Büro gefunden.
17:17Ich glaube,
17:18ich habe genug gesagt.
17:19Der Rest geht über meinen Anwalt.
17:21Sie können jetzt gehen.
17:25Wiedersehen.
17:37Warum hat der so dicht gemacht?
17:40Ist doch klar,
17:41der hat die Mona
17:41bei Wagners Bäckerei
17:42zum Spionieren eingeschleust.
17:44Und als Lars sie erwischt,
17:45hat der Reinhardt angerufen
17:47und der ist hin,
17:47um das zu klären.
17:49Ja.
17:51Na ja.
17:58Käffchen!
17:59Tasse drunter,
18:00Steinknauf drücken,
18:00kriegen Sie ihn für da.
18:01Grüß dich, Bernd.
18:02Wir waren gerade
18:03bei Karl Reinhardt.
18:04Reinhardt?
18:05Der hat gerade
18:05in der Fußgängerzone
18:07ein Ladenlokal ersteigert,
18:09ein kleines Juwel.
18:10Ah, das passt ja.
18:11Er expandiert.
18:12Ja, quasi täglich.
18:14Das war eine Versteigerung
18:15mit verdeckten Geboten
18:16und Reinhards Gebot
18:17lag gerade bei 768 Euro
18:19über dem Gebot
18:20des unterlegenen Bieters.
18:21Mir kommt das ganz schön knapp.
18:22Mona Böhmer.
18:23Darum ging es.
18:24Um die Dokumente
18:25zur Versteigerung,
18:26als sie da im Büro rumgeschlichen ist.
18:29Das ist aber sehr merkwürdig,
18:31ich finde,
18:31Tobias Wagner
18:31hat mir erzählt,
18:33dass Reinhardt mit seinem Bruder
18:34an dieser Stelle
18:35eine Showbäckerei eröffnen wollte.
18:38Also Reinhardt klang
18:39überhaupt nicht nach Partnerschaft.
18:40Tobias Wagner
18:41schien mir auch alles andere
18:42als begeistert zu sein
18:43von der Idee.
18:44Der hat die Wagners
18:44über den Tisch gezogen.
18:45Und zwar doppelt.
18:47Und jetzt sitzt er
18:48in seinem Büro
18:48mit einer gebrochenen Nase
18:50von wegen Basketball.
18:52Meinen Sie,
18:52hat Lars Wagner
18:53in dieser Industrie-Spionage getötet?
18:55Glaube ich nicht.
18:55Na klar.
18:56Der war der mysteriöse Termin.
18:58Und angeblich
18:59will er zur Tatzeit
19:00geschlafen haben.
19:01Zur gleichen Zeit,
19:03als die Kollegen
19:03bei ihm Sturm geklingelt haben
19:05und Lars Wagner
19:05umgebracht wurde.
19:09Also von der Zeit her
19:11würde es
19:11zum Obduktionsergebnis
19:12passen.
19:14Grüß dich,
19:15hier ist Kerstin.
19:16Wir müssen bezüglich
19:17Karl Reinhardt
19:18noch mal was überprüfen.
19:32Sie schon wieder.
19:35War Ihrer Tante
19:36anders in Ordnung?
19:37Sie wird das schaffen.
19:39Sie ist eine starke Frau.
19:41Na ja,
19:41und mit ihrer Hilfe sowieso.
19:43Nein,
19:44ich finde das wirklich gut,
19:44wie Sie sich um sie kümmern.
19:46Ist doch klar.
19:48Das Bille braucht mich jetzt,
19:49wo Onkel Lars
19:49nicht mehr da ist.
19:52Obwohl vorher eigentlich auch schon
19:54hat er immer viel zu tun.
19:57Ah ja?
19:59Mhm.
20:09Der Bestatter will wissen,
20:10wann ich meinen Mann
20:11beerdigen kann.
20:14Die Ermittlungen
20:14sind leider noch nicht abgeschlossen,
20:16Frau Wagner.
20:17Ich kann Ihnen also
20:17noch keinen Termin nennen.
20:19Aber Sie wollen das sicher auch wissen,
20:21wer Ihnen
20:21das angetan hat.
20:23Was ist auch am Tag?
20:24Frau Wagner.
20:26Natürlich nicht,
20:27dass wir uns verwehen,
20:28nicht sonst.
20:28Frau Wagner,
20:29wollen Sie vielleicht
20:30psychologische Hilfe?
20:31Was?
20:33Psycho?
20:35Nein,
20:35das geht schon.
20:39Es tut mir leid,
20:39dass Sie das noch fragen muss.
20:42Ihr Mann hat
20:43im Brustbereich
20:43einen Hämatoren.
20:46Können Sie sich das erklären?
20:49Ja,
20:49er hatte gestern früh
20:50fast einen Unfall
20:51auf dem Weg zur Bäckerei
20:52und hat mich gleich angehufen.
20:54Er musste so scharf bremsen,
20:56dass der
20:56der Gurt...
20:58Der Sicherheitsgurt?
20:59Ja,
20:59ihm ziemlich starke Schmerzen
21:01bereitet hatte.
21:03Mhm.
21:06Hallo,
21:06Frau Dr. Engel,
21:07kurze Frage.
21:08Das Hämatom
21:09im Brustbereich
21:10von Lars Wagner,
21:11könnte das durch
21:12einen Sicherheitsgurt
21:13verursacht sein?
21:15Naja,
21:16haben wir schon was gedacht.
21:17Danke,
21:17das war's schon.
21:32Herr Reuter?
21:34Hallo Fischer,
21:34gibt's was Neues zu Reinhardt?
21:36Naja,
21:36der ist schon noch im Rennen.
21:38Die Kollegen konnten nur
21:38leider nicht bestätigen,
21:39ob er zu Hause war oder nicht.
21:41Okay.
21:42Übrigens,
21:43Reinhardt hat seine Bäckerlehre
21:45damals in der Bäckerei
21:46bei Wagner gemacht.
21:47Moment,
21:47der hat bei Tobias Wagner
21:49gelernt?
21:49Mit Tobias Wagner Fischer,
21:51nicht bei.
21:52Der Meister hieß damals
21:54Harald Wagner.
21:55Und wer ist das?
21:56Das ist der Vater
21:57von Lars und Tobias Wagner.
21:59Danke dir.
21:59Ich habe mich übrigens
22:00gewundert, warum er Tobias Wagner
22:01nichts über seinen Vater
22:02erzählt hat.
22:03Und in diesem Zeitungsartikel,
22:05der bei Wagners im Büro hängt,
22:07bezeichnet er Reinhardt
22:08als Verräter.
22:09Das ist ein starkes Wort
22:10für die Konkurrenz
22:10unter Bäckern.
22:12Ja,
22:12finde ich auch.
22:13Na also,
22:15Kai Reinhardt
22:15hat uns angelogen.
22:16Er war definitiv
22:17am Tatort.
22:18Wir melden uns.
22:19Gut.
22:22Guten Tag,
22:23Herr Reinhardt.
22:23Sie sind
22:24erkennungsdienstlich erfasst.
22:25Haben Sie wirklich geglaubt,
22:27wir finden das nicht raus?
22:28Körperverletzungen
22:29bleiben im System.
22:30Auch die
22:31auf dem Basketballplatz.
22:33Na,
22:34kommen Sie.
22:44Herr Reinhardt,
22:46Ihre Fingerabdrücke
22:47wurden am Tatort
22:47eines Tötungsdelikts
22:48sichergestellt.
22:50Im Blut des Opfers.
22:52Wir haben mit Ihrem
22:53Basketballteam gesprochen.
22:55Um 21.30 Uhr
22:56waren Sie schon raus
22:57aus der Halle.
22:58Und Mona Böhmer
22:58bestätigt,
22:59dass Sie um 22.15 Uhr
23:00bei den Wagners waren.
23:03Das sind zehn Jahre.
23:05Minimum.
23:07Ich war das nicht.
23:09Als ich gegangen bin,
23:10war der Wagner
23:10noch am Leben.
23:11Hm.
23:12Und das sollen wir Ihnen glauben?
23:13Nein, wirklich.
23:15Ich bin nur hin
23:16wegen Mona.
23:16Ja.
23:18Lars hat mir gedroht,
23:19weil Sie für mich...
23:21Ja, ja, ja,
23:21das wissen wir.
23:22Und um Ihre Machenschaften
23:23zu verdecken,
23:24haben Sie ihn angegriffen?
23:26So ein Quatsch!
23:28Sie wollten es denen
23:28heimzahlen,
23:30Herr Reinhardt.
23:31Die Wagners
23:32haben Sie aus der Bäckerei
23:33geschmissen.
23:34Sie als Verräter hingestellt,
23:35Sie öffentlich gedemütigt.
23:37Jetzt waren Sie mal dran.
23:38Sie haben Lars Wagner
23:40glauben lassen,
23:40dass Sie zusammenarbeiten.
23:42Ihm dann aber
23:42das Ladenlokal
23:44mit Zukunftsperspektive
23:45vor der Nase weggeschnappt.
23:46Und als er es rausgefunden hat,
23:49da hatten Sie sich
23:49auf einmal nicht mehr im Griff
23:51und haben zugeschlagen.
23:53Er hat mich doch geschlagen!
23:55Er hat mir doch
23:55fast die Nase gebrochen,
23:56das Arschloch!
23:58Das liegt bei denen
23:58in der Familie
23:59wie der Vater.
24:00Mit dem sollten Sie mal reden.
24:01Das ist ein richtiger
24:02scheiß Mörder.
24:03Der war im Knast!
24:12Walter, hallo.
24:13Kurze Frage.
24:14Wo ist der Bernd jetzt hin?
24:16Was weiß ich.
24:16Was machen wir denn jetzt
24:17mit dem Reinhard?
24:19Das von der KTU?
24:20Den behalten wir hier,
24:21bis die Blutanalyse da ist.
24:23Die ist schon hier.
24:29Die Fingerabdrücke von Reinhard,
24:30die sind zwar am Türrahmen,
24:32aber nicht auf dem scheiß Pokal.
24:33Nein.
24:37Ansonsten ist jeder drauf.
24:38Die ganze Familie Wagner,
24:39die Mitarbeiter.
24:41Ist ja klar,
24:41das Ding wollte jeder
24:42mal in der Hand haben.
24:43Das heißt überhaupt nichts.
24:45Na, dann können wir Reinhard
24:46jetzt nach Hause schicken.
24:48Ja.
24:49Schön alles auf Anfang.
24:53Sagt uns der Name Tamara was?
24:55Nee, nicht, dass ich wüsste.
24:58Immer dienstags, 15 Uhr.
25:01Warte mal kurz.
25:03Oh, Jense.
25:05Warte mal kurz.
25:10Hier.
25:1110.03.15 Uhr.
25:12Mhm.
25:1317.14.53.
25:15Mhm.
25:16Und 24. passt auch.
25:20Immer Parkzone 9.
25:23Eine Affäre?
25:25Ich schau mich mal um.
25:27Lässt du den Reinhard raus?
25:29Ja, klar.
25:38Herr Wagner,
25:39sagt Ihnen der Name Tamara was?
25:42Nee.
25:43Moin.
25:44Moin.
25:45Ich hab mal eine Frage.
25:46Wenn Sie sich vorstellen,
25:47dass Lars eine Affäre hatte.
25:49Auch das nicht.
25:49Der Name Tamara?
25:51Wohnt die hier in der Nähe?
25:52Nein.
25:53Hab ich noch nie gehört.
25:54Kribu Wiesbaden.
25:55Ich hab eine Frage.
25:56Sagt Ihnen der Name Tamara was?
26:01Ding.
26:02Okay, alles klar.
26:03Danke dir.
26:07Herr Reuter?
26:09Danke,
26:10da habe ich schon drauf gewartet.
26:15Der wird nicht rumgefahren.
26:17Das ist verboten.
26:23Mann, oh Mann.
26:27Und Räumke fettig soll Mist weg.
26:30Ja, der war schlimmer.
26:35Guten Tag.
26:36Darf ich?
26:39Ja, passen wir dir im schönen Anzug auf.
26:41Nie, dass Sie da von dem Becher was abkriegen.
26:43Da haben Sie recht.
26:44Danke.
26:50Eigentlich haben wir es hier ja richtig schön,
26:52aber man muss natürlich was dafür tun.
26:56Na ja,
26:57da sagen Sie was.
27:00Na ja,
27:02Familie.
27:03Auch nicht mehr so einfach.
27:07Mein Sohn wohnt jetzt im Norden.
27:09Wir telefonieren zwar manchmal, aber...
27:15Schade, wenn man so weit weg ist.
27:17Von seinen Söhnen.
27:19Ach, Sie kennen das auch?
27:22Leider lernt man den Wert von Familie
27:25erst so richtig im Alter zu schätzen.
27:28Oder wenn es schon zu spät ist.
27:33Wenigstens habe ich seit kurzem Kontakt zu meinem Enkel.
27:37Ach, das ist doch schön.
27:39Simon wohnt hier ganz in der Nähe.
27:42Das ist ein guter Junge.
27:52Also.
27:54Also eine Affäre können wir schon mal ausschließen.
27:56Tobias Wagner schließt eine Affäre auch aus.
27:59Es klang eher so,
28:00als wäre Lars Wagner Sibilles großer Retter gewesen.
28:03Hm.
28:03Für die Tamara Runge,
28:04da braucht man einen Beschluss.
28:06Psychotherapeutin.
28:07Lars Wagner war bei ihr in Behandlung.
28:09Ja gut, besorge ich.
28:11Verstehe ich nicht,
28:11warum Sibille Wagner mir davon nichts erzählt hat.
28:14Er hat ja nichts davon gewusst.
28:15Das glaube ich nicht.
28:17Sie ist einfach total traumatisiert.
28:19Oder sie wollte nicht,
28:21dass wir rausfinden,
28:21dass ihr Mann in Behandlung ist.
28:24Ich glaube,
28:24ich weiß vielleicht,
28:25warum sie dies gesagt hat.
28:28Harald Wagner ist der Vater von Tobias und Lars Wagner.
28:32Und Harald Wagner wurde wegen Mordes verurteilt.
28:34Was?
28:35Es gibt einen Zeugen.
28:37Tobias Wagner musste sich die Tat mit anschauen.
28:40Er hat ausgesagt,
28:41dass er, sein Bruder und seine Mutter
28:43jahrelang der Brutalität ihres Vaters ausgesetzt waren.
28:46Das heißt,
28:47Harald Wagner hat seine Familie
28:48über Jahre regelmäßig verprügelt.
28:51Oh mein Gott.
28:54Das ist ein Traum auf das Leben.
28:57Und Lars Wagner war noch ein Kind.
29:00Ich denke,
29:01das erklärt auch,
29:02warum Tobias Wagner nie etwas
29:03über seinen Vater erzählt hat.
29:04Für ihn existiert kein Vater mehr.
29:07Mona Böhmer,
29:08die arbeitet übrigens wieder für Wagner.
29:10Und sie hat erzählt,
29:11dass vor der Bäckerei öfter mal
29:13so ein grauhaariger Mann rumlungert.
29:16Also Moment mal.
29:18Überlegen wir jetzt,
29:19ob der Alte seinen Sohn umgebracht hat?
29:21Warum nicht?
29:21Ja, na weißt du,
29:23er hat versucht,
29:23Kontakt zur nächsten Generation herzustellen.
29:26Simon.
29:27Ihr Großvater hält wirklich
29:29große Stücke aus, sie.
29:30Ja, mein Opa ist echt cool.
29:32Ich wusste ja nicht viel über ihn.
29:34Mein Papa und Onkel Lars
29:36haben nie über ihn geredet.
29:38Sabilla hat ihren Schwiegervater
29:39nie kennengelernt.
29:41Tolle Familie.
29:43Na, auf jeden Fall stand er dann
29:45vor ein paar Wochen
29:46einfach vor mir.
29:48Da drüben auf dem Hof.
29:51Hat gesagt,
29:51er hat alles falsch gemacht
29:52und will...
29:54Vielleicht wollte er alles
29:55wieder gut machen?
29:56Genau.
29:58Ja, dann kam Lars raus
29:59und hat ihn weggeschickt.
30:01Dieser Arsch.
30:03Hat ihn angeschrien,
30:04von wegen,
30:05es ist alles seine Schuld.
30:07Ja, aber Opa ist nicht,
30:08wie mein Papa und Lars immer sagen.
30:09Die kennen ihn gar nicht mehr.
30:15Herr Wagner,
30:16Sie stehen Ihrer Tante sehr nahe,
30:18richtig?
30:19Sibylle?
30:19Ja.
30:21Also Ihr Vater soll Ihrem Onkel
30:22gesagt haben,
30:23er sei der große Retter
30:24Ihrer Tante.
30:25Haben Sie eine Idee,
30:25was er damit gemeint haben könnte?
30:29Sibylle hat kein Glück mit Männern.
30:33Was die Brüder Wagner
30:35da als Kinder erlebt haben,
30:36ist unfassbar.
30:37Wie die Mutter da tot vorhin
30:39liegt.
30:40Damit muss man erst mal
30:42klarkommen.
30:45Bitte sehr Frau Runger,
30:46das ist der wichtigste Beschluss.
30:48Danke.
30:49Ich hoffe,
30:49Sie verstehen.
30:50Soll ja eine seine Wichtigkeit
30:52haben.
30:53Lars Wagner war Ihr Patient.
30:55Seit etwa einem Monat,
30:56ja.
30:57Leider sind wir nicht weit
30:58fortgeschritten.
31:00Was heißt das?
31:03Bitte.
31:04Danke.
31:08Können Sie die Hintergrundgeschichte
31:10der Familie?
31:10Ja.
31:11Herr Wagner hatte einige Traumata
31:13aus seiner Jugend zu bewältigen.
31:16Nicht nur den Tod seiner Mutter.
31:20So häusliche Gewalt scheint ja in der
31:22Familie an der Tagesordnung gewesen
31:23zu sein.
31:25Je nachdem wie häufig und wie
31:26intendiert so eine Misshandlung
31:28erfolgt, verstärkt sich der Effekt
31:30auf das Opfer.
31:32Also für die beiden Brüder
31:34war doch gewalt sicher ein Teil
31:35ihrer Normalität, oder?
31:38Das Schlimme ist, dass sich bei der
31:40eigenen Identitätsentwicklung dann
31:41eine Identifikation mit dem
31:43Aggressor zeigen kann.
31:44In dem Fall, dem Vater.
31:47Abhängig davon, wie reflektiert der
31:49Einzelne mit dem Trauma umgehen kann,
31:51ist es möglich, dass sich das in Form
31:52von Handlungsmustern des Vorbilds
31:54äußert.
31:55Verstehe.
31:57War das bei Lars Wagner so?
32:01So weit sind wir leider nicht
32:03gekommen.
32:06Also seine Frau hat ihn als sehr
32:07liebevoll beschrieben.
32:09Ich glaube aber, dass es da auch
32:10eine andere Seite gab.
32:12Er soll manchmal sehr aufbrausend
32:13gewesen sein.
32:15Interessant.
32:16So habe ich ihn ja eigentlich nie
32:17erlebt.
32:19Nur einmal da hat er im Nebensatz
32:22was erwähnt, das mich stutzig
32:23gemacht hat.
32:24Das wird er wahrscheinlich selbst
32:25gar nicht gemerkt.
32:28Er hat vom Erbe des Vaters
32:31gesprochen.
32:41Hat's Ihnen geschmeckt?
32:42Ja, prima.
32:43Danke, Schiller.
32:43Wie sehr sind Sie der Bäckerei
32:45Backner treu geblieben?
32:46Super Bäckerei.
32:47Alles noch Handarbeit.
32:48Keine Backmischung oder so.
32:50Echter Traditionsbetrieb.
32:51In zweiter Generation.
32:53Beide Söhnen haben den Laden
32:54vom Vater geerbt.
32:56Für mich ist nur die Qualität
32:58entscheidend.
32:59Ja, aber natürlich der Preis.
33:02Ich habe mit Lars Wagner vielleicht
33:04einmal verhandelt vor ein paar
33:06Jahren.
33:06Da war er mehr als fair.
33:08Danke.
33:11Ah, ja.
33:35Hallo, Kerstin.
33:36Hallo, Bernd.
33:38Kerstin, ich glaube, die Beziehung zwischen Sibylle und Lars
33:41Wagner war nicht so liebevoll, wie sie uns einmal erzählt hat.
33:44Lars Wagner hat Frau Rohnge gegenüber von einem Erbe seines Vaters besprochen.
33:49Du glaubst, er hat seine Frau misshandelt?
33:51Ja, das können wir zumindest nicht ausschließen.
33:53Außerdem hat Simon Wagner angedeutet, dass seine Tante Sibylle vor der Beziehung zu Lars
33:58Wagner schon in einer anderen, naja, ich nenne das mal, nicht so ganz problemfreien Beziehung
34:03gelebt hat.
34:05Tobias Wagner hat ja auch gesagt, Lars hätte sie gerettet.
34:08Ja, ja, richtig.
34:10Warte mal, Tante Sibylle.
34:13Was ist mit ihr?
34:13Schönen guten Tag.
34:14Was darf es sein?
34:15Programm 1.
34:16Was?
34:17Stimmt so, danke.
34:17Ich danke Ihnen sehr.
34:18Ich bin gerade in der Waschanlage.
34:21Ach so, was ist denn jetzt mit Sibylle Wagner?
34:24Ich fand es komisch, dass Simon immer nur von Sibylle geredet hat, aber nicht von seiner
34:28Tante Sibylle.
34:30Kannst du mal nachschauen, ob es irgendwas gibt über Sibylle Wagner?
34:34Ja klar, mache ich.
34:35Danke dir.
34:38Waschstraße.
34:49Ich habe gerade erfahren, dass ich zu spät bin.
34:56Simon, Sie wissen, mein Enkel, der hat mir erzählt, dass mein Sohn Lars tot ist.
35:14Ich weiß, Herr Wagner, darum bin ich hier.
35:18Mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
35:20Ich ermittle in diesem Fall.
35:22Ihre Nachbarin hat mir erzählt, dass Sie hier sehr viel Zeit verbringen.
35:26Ah.
35:28Ja, klar, wüsste ich.
35:31Da kommt man natürlich zuerst einmal nachhaltig.
35:34Nein, das ist ja Ihre Pflicht.
35:39Nein, Herr Wagner, ich bin hier, weil ich mehr über Ihre Familie erfahren möchte.
35:45Glauben Sie, ich weiß nicht, dass ich kein guter Vater war?
35:50Kein guter Mensch?
35:53Glauben Sie, das weiß ich nicht?
35:59Aber wenn man dann, ja, dem Tod ins Auge blickt,
36:08dann fängt man an, alles aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.
36:14Sind Sie?
36:18Kostata.
36:21Scheißtumor.
36:23Hat schon gestreut.
36:27Ich wollte meinen Jungs eigentlich nur sagen, dass es mir leidtut.
36:31Ja?
36:32Mich entschuldigen.
36:36Eine zweite Chance, vielleicht.
36:43Aber jetzt, ob Tobias die mir je geben kann?
36:51Wenigstens habe ich Simon noch kennengelernt.
36:58Der ist so...
37:01so voller Hoffnung, so...
37:04so verliebt.
37:08Ich wollte ihm sagen,
37:11das wird.
37:13Das wird.
37:15Eines Tages
37:16erhört sie dich.
37:22Ich habe was über die Mutter von Sibylle Wagner herausgefunden.
37:25Ah ja.
37:26Sie ist inzwischen tot.
37:27Aber vor neun Jahren hat sie eine Anzeige gegen den damaligen Freund von Sibylle erstattet.
37:32Er ist scheinbar gewalttätig geworden, sexuell aggressiv.
37:37Also, Simon Wagner hat mal was angedeutet in dieser Richtung.
37:41Wie hat er das genannt?
37:44Sie habe kein Glück mit den Männern.
37:46Das kann bedeuten, dass sie sich unbewusst immer wieder denselben Typ Mann ausgesucht hat,
37:50in der Hoffnung, dass es diesmal besser wird.
37:53So was gibt's.
37:54Und wenn nicht, dann gibt sie sich selbst hier schuld.
37:57So nach dem Motto, sie hat es nicht besser verdient.
37:59Ah, Schrecklich.
38:00Mona Böhmer ist untröstlich.
38:02Der Simon, der wollte nichts von ihr.
38:04Der ist die ganze Zeit um seine Tante rumgeschlichen.
38:06Das ist seltsam.
38:08Ja.
38:11Also, psychologisch kann man das sicher erklären.
38:12Simon Wagner war sehr jung, als er seine Mutter verloren hat.
38:15Und da war Tante Sibylle schon Bestandteil seines Lebens.
38:18Ich nehme an, sie hat sich um ihn gekümmert.
38:20Sie hat ihm Geborgenheit gegeben.
38:22So was kann für eine enge Bindung sorgen.
38:24Also, hat er ein Tatmotiv.
38:26Räumt den Onkel aus dem Weg, dann hat er frei...
38:29Hauptkommissarin klar?
38:31Was?
38:32Seit wann?
38:37Und in der Bäckerei ist er auch nicht.
38:39Ja, Simon geht einfach nicht ans Telefon.
38:41Schon die ganze Zeit nicht.
38:44Komm mal in sein Zimmer, vielleicht finden wir da was.
38:46Ja, gerne.
38:58Und?
38:59Und?
38:59Immer noch nichts.
39:01Ha.
39:04Das hier schon mal gesehen?
39:06Nee.
39:18Ich geh mal rüber und check das.
39:27Das haben wir unter seiner Matratze gefunden.
39:33Und sie haben nichts geahnt.
39:37Oh Gott.
39:40Kann ich da mal reinschauen?
39:42Ein Rechner?
39:43Ja.
39:44Klar.
39:49Passwort?
39:51Keine Ahnung.
39:54Probier mal doch mal Ahn, die.
40:02Aber geahnt haben sie nichts.
40:04Nein.
40:05Wieso?
40:06Mann, ey.
40:16Oh, Mann.
40:24Das Erhaber des Vaters.
40:26Das Wagner wollte lieber Täter als Opfer sein.
40:29Das heißt aber auch, dass Simon Wagner ein doppeltes Mordmotiv hat.
40:33Er wollte Sibylle vor seinem Onkel schützen.
40:35Ja, und sie endlich mal für sich selber haben.
40:38Der hat Lars umgebracht.
40:39Und uns hat er später die Story von der Frau am Tatort aufgetischt.
40:42Wir sollten aber nicht vergessen, dass diese Fotos Sibylle Wagner auch ein Mordmotiv geben könnten.
40:48Aber von Simon Wagner fehlt jede Spur.
40:52Okay.
40:55Handyordnung.
40:57Ich besorge den Beschluss.
40:58Daher ist ein Zeug.
41:06Genau.
41:26Wer ist er?
41:28Ich besorge den Beschluss.
41:28Da, da liegt doch was.
41:34Das ist es.
41:36Das ist es.
41:51Max?
41:54Das Handy von Simon Wagner?
41:55Ja.
41:56War da noch was anderes?
41:58Keine Ahnung.
42:00Danke.
42:0314 Anrufe in Abwesenheit von Papa.
42:05Der hat sich abgesetzt.
42:08Ha!
42:09So wie im Film.
42:12Hallo?
42:13Simon?
42:15Tut mir leid, Herr Wagner.
42:17Hallo, wer ist denn da?
42:18Hier ist Fischer von der Kripo Wiesbaden.
42:21Ist mit Simon alles in Ordnung?
42:24Ist ihm was passiert?
42:25Wir haben leider nur sein Handy gefunden.
42:27Hier in der Bäckerei ist auch nicht wieder aufgetaucht.
42:30Was? Sie sind schon in der Bäckerei?
42:32Ja, selbstverständlich.
42:33Ich bin doch der Chef. Immer.
42:35Aber was ist denn jetzt mit Simon?
42:37Ja, ja, den finden wir schon, Herr Wagner.
42:39Keine Angst. Tschüss.
42:40Hat er nicht gesagt, er fängt ja mal um zwei an?
42:52Danke, dass Sie herkommen konnten, Herr Wagner.
42:54Klar.
42:55Ich hab ja gedacht, dass Sie vielleicht was Neues haben.
42:57Wegen Simon.
42:59Leider nein.
43:00Haben Sie eine Idee, wo er sich aufhalten könnte?
43:05Nein.
43:08Herr Wagner.
43:11Warum haben Sie mir eigentlich nicht erzählt,
43:13dass Sie mit ansehen mussten, wie Ihr Vater Ihre Mutter totgeschlagen hat?
43:18Und warum haben Sie mir nicht erzählt, dass Ihr Vater Sie und Ihren Bruder fast täglich verprügelt hat?
43:23Immer und immer wieder.
43:30Ich konnte ja nichts machen.
43:34Und Sie kannten das ja auch nicht anders, hm?
43:37Ich hab Jahre gebraucht, um das alles zu verarbeiten.
43:41Und ich hab natürlich auch alles versucht, um Lars vor seinen Erinnerungen zu schützen.
43:47Ich wollte ihm ein normales Leben ermöglichen, ohne das alles.
43:53Ohne das Erbe Ihres Vaters?
43:57So hat Ihr Bruder Lars das genannt.
44:00Ihr Bruder Lars hat versucht, etwas dagegen zu tun.
44:04Aber er hat es nicht geschafft.
44:25Er war nicht der erste Mann, der Sie so behandelt hat, Frau Wagner.
44:31Vor ihm gab es noch andere Männer, die Sie geschlagen haben.
44:34Richtig.
44:36Und immer haben Sie gehofft, dass es anders wird.
44:39Jedes Mal haben Sie gehofft, dieser Mann wird anders sein.
44:42Und...
44:44Wie man Lars...
44:47...war er anders.
44:49Ich wusste, dass Simon an dem Tag...
44:52Also...
44:52Ich wusste nicht, dass er Fotos gemacht hat, aber dass er es mitbekommen hat, ja.
44:59Und das war's dann für mich.
45:01War zu viel.
45:05Und zum ersten Mal...
45:07...haben Sie sich gewehrt.
45:11Ich hab ihm gesagt, dass er sich Hilfe holen muss.
45:13Und wenn er das nicht macht, verlasse ich ihn.
45:17Und es wird besser.
45:18Rille, Süße.
45:19Du bist doch alles andere.
45:21Ich liebe dich.
45:22Auf einmal war er wieder mein Lars.
45:25Auf einmal hatten wir wieder ne Zukunft.
45:31Frau Wagner...
45:32Ihr Neffe...
45:36Können Sie sich vorstellen, dass er versucht hat, sich von Ihrem Peiniger zu befreien?
45:42Oh, Simon.
45:43Oh Gott.
45:48Die Erfahrung hat immer noch nichts ergeben.
45:51Oh.
45:53Scheiß Warte, weil die geben auf den Zeiger.
45:55Dieser Simon Wagner, der kann doch nicht vom Erdboden verschluckt sein.
46:02Und was, wenn er sich was angetan hat?
46:04Wie in der Sache mit seinem Onkel?
46:06Nein, der hofft doch, dass Sibylle ihn endlich erhört.
46:10Hallo.
46:11Hallo.
46:13Sibylle Wagner wusste, dass sie eine für Simon herausgefunden hat, dass ihr Mann sich schlägt.
46:18Dann schämt sie sich.
46:22Vielleicht hat sie ihren Mann umgebracht, um sich zu rächen oder um sich zu befreien.
46:28Das könnte zur Aussage von Simon Wagner passen, dass er nachts in der Bäckerei eine Frau gesehen hat.
46:33Sibylle Wagner.
46:34Warum flieht er dann?
46:39Klar?
46:40Okay, wo?
46:42Gut, danke euch.
46:44Simon Wagner ist gefunden worden.
46:51Die Selbstmord können wir schon mal ausschließen.
46:54Sie lernen dazu, Fischer.
46:55Ich stehe auf Arzt-Serie.
46:57Piateia Carotis wurde zerstochen.
46:59Der ist ruckzuck verblutet.
47:01Sehr gut, Fischer.
47:02Und zwar genau wie sein Onkel, zwischen 1 und 2 Uhr früh.
47:06Okay.
47:07Das heißt, Julius Wagner können wir schon mal ausschließen.
47:09Genau zu der Zeit haben wir ja telefoniert.
47:10Auf seinem Handy?
47:11Ja.
47:12Ja.
47:13Ein ungefragtes Alibi.
47:15Er hat ja auch gar kein Motiv.
47:23Vielleicht informieren Sie auch Ihren Vater, Herr Wagner.
47:29Also ich finde, jeder hat eine zweite Chance verdient.
47:33Oder?
47:55Guten Tag, Herr Wagner.
47:58Hallo.
48:00Ich habe leider schlechte Nachrichten für Sie.
48:03Jetzt ist alles vorbei.
48:07Ich habe jede Hoffnung verloren.
48:13Tobias hat mich angerufen und mir erzählt, was passiert ist.
48:20Ich meine, dass er sich bei Ihnen gemeldet hat, das ist doch schon mal was, oder?
48:24Bei Tafels ist der Preis viel zu hoch, Herr Walter. Viel zu hoch.
48:30Was genau ist damals eigentlich wirklich passiert, Herr Wagner?
48:34Meine Frau, die hat mir gedroht, dass sie geht, dass sie mich verlässt.
48:39Dass sie meine Jungs wegnimmt.
48:42Weil sie es nicht mehr ertragen konnte?
48:45Weil sie endlich jemand befreit hat. So hat sie es gesagt. Befreit!
48:51Ein anderer Mann, eine Affäre, ja.
48:54Ah, da habe ich noch in der Rot gesehen.
48:58Lars hat es übrigens das Erbe seines Vaters genannt.
49:05Und Tobias? Hat er das auch geerbt?
49:10Also, soweit wir wissen, hat er sich bemüht, dass Lars und Simon ein sorgenfreies Leben leben können.
49:21Und warum dann Lars und nicht Tobias?
49:37Was?
49:39Was?
49:44Was?
49:58Was?
49:59Kasich?
49:59Was?
49:59Was?
50:16Hallo, Frau Dr. Engel.
50:17Noch eine Frage zu Lars Wagner.
50:19Das Hämatom auf seiner Brust, könnte das von einem schweren Ordner
50:22oder einem schweren Buch verursacht worden sein?
50:24Durchaus vorstellbar.
50:26Natürlich müsste der Rücken des Ordeners das Opfer getroffen haben.
50:30Das Buch oder der Ordner könnten ja mit entsprechender Wucht geworfen worden sein.
50:34Ja.
50:36Zum Thema Simon Wagner.
50:39Da habe ich noch was, was Sie interessieren dürfte.
50:44Das verkrustete Blut der todesursächlichen Verletzung hat diese Kratzspuren verdeckt.
50:50Ja, Fingernägel.
50:51Eindeutig, ich habe Spuren von Nagellack gefunden.
50:55Getötet hat ihn allerdings diese Verletzung.
50:57Ein Stichkanal, ca. 8 cm lang.
51:00Zwei verkantete Klingen.
51:03Eine Schere?
51:05Möglich.
51:07Vielleicht hat sie sich gerecht.
51:09Einen Stalker-Album?
51:11Glaub ich nicht.
51:12Da ist mehr im Spiel.
51:14Wollt ihr bitte Tobias Wagner in den Beobachtungsraum?
51:17Okay.
51:18Ihr könnt doch hier nicht einfach eine fallbeteiligte Person reinlassen.
51:20Dafür schade, bitte.
51:22Max.
51:23Also...
51:25Hört zum Plan haben.
51:33Stich...
51:33Ich brauche noch...
51:36Stich...
51:43Setzen Sie sich doch bitte, Frau Wagner.
51:52Frau Wagner, in der Fürsimon waren Sie verliebt.
52:02Er hat Sie gerade daran gebetet.
52:05Offensichtlich hat er Ihre mütterliche Fürsorge falsch verstanden.
52:11Ich glaube, dass er die Situation zwischen Ihnen beiden völlig falsch interpretiert hat.
52:25Er hat vorm Haus im Auto gesessen.
52:28Es war einfach so da.
52:32Ich habe ihn gesehen, bin runter.
52:37Tobias hatte sich solche Sorgen gemacht, weil er ihn nicht erreichen konnte.
52:43Lass uns ein bisschen rumfahren, hat er gesagt.
52:46Er war ganz aufgekratzt.
52:50Ich wollte ihn beruhigen. Ich wollte ihm helfen.
52:54Oder sind Sie zu ihm ins Auto gestiegen?
53:01Er ist gefallen.
53:03Keine Musik gehört.
53:05Und dann?
53:24Du, das könnte jetzt immer so sein.
53:27Was meinst du?
53:30Ja, mit uns.
53:31Mit uns beiden.
53:37Wovon redest du?
53:41Dann hat er angefangen, mich so zu streicheln und ich wollte das nicht.
53:49Verstehst du das nicht?
53:50Verstehst du nicht, Sibille? Ich liebe dich.
53:52Ich werde dich jetzt so behandeln, wie du es verdienst.
53:54Lass mich los, Simon.
53:55Lass mich los.
53:56Lass mich los.
53:56Lass mich los.
53:57Lass mich los.
53:58Dann war sie da in meiner Tasche.
54:01Die Schere.
54:02Ah!
54:03Ah!
54:04Oh Gott!
54:08Endlich nicht mehr Opfer sein.
54:11Nein!
54:12Nein!
54:13So klingt Verzweiflung, Frau Wagner.
54:16Tiefe Schmerzbrunnerverzweiflung.
54:19Nein!
54:19Warum hast du das gemacht, Sibille?
54:21Was?
54:22Warum hast du das gemacht?
54:24Cool!
54:25So!
54:28Jetzt beruhigen Sie.
54:29Ganz ruhig.
54:36Herr Wagner.
54:39Diesen Anblick haben Sie nicht ertragen.
54:47Ich habe die Fotos in Ihrem Brot zum ersten Mal gesehen.
54:50Das glaube ich Ihnen.
54:51Aber Ihre Reaktion auf diese Fotos hat mich stutzig gemacht.
54:55Das war kein Entsetzen oder kein Schock.
54:58Das war eine seltsame Mischung aus Abwehr, aus Ekel.
55:04Vielleicht sogar aus Selbsthass.
55:08Und als Sie Oberkommissar Fischer dann gesagt haben,
55:11dass Sie jede Nacht schon ab halb zwei in der Bäckerei sind.
55:15Da hat auf einmal alles zusammengepasst.
55:19Ihre Milde gegenüber Mona Böhmer.
55:21Aber, dass Sie mit Ihrem verhassten Vater,
55:24mit dem Sie seit über 30 Jahren nicht ein einziges Wort gewechselt haben,
55:27angesprochen haben und ihm davon erzählt haben,
55:30was Ihrem Sohn passiert ist.
55:33Warum haben Sie eigentlich mit Ihrem Vater geredet, Herr Wagner?
55:36Warum gerade jetzt?
55:43Ich kann das Ihnen sagen.
55:46Weil Sie sich selbst eine zweite Chance wünschen.
55:50nach dem, was Sie getan haben.
55:54Mein Sohn, es tut. Ich habe nichts gemacht.
55:57Sie haben nichts gemacht?
56:02Sehen Sie das auch so, Frau Wagner?
56:10Was machst du noch hier?
56:12Ich habe auf dich gewartet.
56:13Hättest du doch auf.
56:14Komm, morgen ist auch noch ein Tag, ja?
56:17Sie waren am Tatort, Frau Wagner.
56:20Sie waren die Frau, die Simon in der Nacht gesehen hat.
56:24Sie waren in der Bäckerei im Büro Ihres Mannes,
56:28nachdem er Sie zu Hause versetzt hat,
56:31an diesem besonderen Abend.
56:38Nein!
56:38Wie kannst du mich bei so was holen?
56:39Halt die Fresse!
56:40Du unangfahre Dumme!
56:44Martin Bille!
56:45Du bist doch echt selber schuld, was?
56:47Wenn Sie wegen des Hämatoms auf der Brust Ihres Mannes
56:50nicht gelogen hätten,
56:53ich glaube, ich wäre niemals darauf gekommen,
56:54Frau Wagner.
56:56Und ausgerendet in diesem Augenblick sind Sie dort aufgetaucht,
56:59Herr Wagner.
57:01Und was Sie dort gesehen haben,
57:04das hat Sie doch bestimmt daran erinnert,
57:05was Sie damals selbst erleiden mussten.
57:08Die Brutalität, die Prügeleien.
57:11Und wie Sie mit ansehen mussten,
57:13dass Ihr Vater Ihre Mutter erschlägt.
57:16Mama.
57:16Damals konnten Sie nichts tun,
57:18aber dieses Mal war das anders.
57:25Dieses Mal konnten Sie etwas tun.
57:28Das wusste ich auch.
57:33Das wusste ich auch.
57:55Unfassbar, was Menschen aneinander antun.
57:58Die Konsequenzen, die dürfen dann immer alle tragen.
58:02Ja, Fischer.
58:04Ja.
58:33Bis zum nächsten Mal.
58:33homeowners
58:35spannen mit
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