- vor 2 Tagen
Kategorie
🎈
SpaßTranskript
00:00Musik
00:41Musik
01:09Musik
01:33Monika
01:36Monika
01:46Oh, God
02:08Ja, Kollegin, wir sind dann auch gleich da, okay?
02:11Gut, ja.
02:13Hast du Reuter erreicht?
02:14Ist unterwegs.
02:17Also einen Ausflug aufs Land hätte ich mir irgendwie anders vorgestellt.
02:33Ja, hallo.
02:35Hallo.
02:38Und, wart ihr schon drin?
02:39Nee, sind auch gerade erst angekommen.
02:47Hallo?
02:48Polizei!
02:49Ist da jemand?
02:59Dramatisch. Giraffengeburt auf der Farm Oka Puka.
03:02Herr Bender?
03:02Ich habe das auch ein paar Mal mitgemacht und das ist kein schlimmer Tod.
03:11Ja?
03:19Grüß Sie, Herr Oberstaatsanwalt.
03:21Hallo.
03:21Dort im Stall ist sie gefunden worden von der Nachbarin.
03:25Wo sind die Kollegen?
03:26Sie sind hier im Haus.
03:27Ja.
03:29Und die Zeugin?
03:30Da geht es gar nicht gut. Sie steht unter Schock.
03:33Verständlich.
03:33Ja.
03:34Ihre Frau ist angeschossen worden.
03:36Hier im Stall.
03:37Was?
03:38Haben Sie nichts gehört?
03:40Nein.
03:42Ist noch jemand im Haus?
03:44Ja, mein Sohn oben.
03:53Oh.
04:00Andreas Bender, Hauptkommissarin klar.
04:21Sie war noch im Stall und ich habe Fernsehen geschaut. Laut. Ich höre nicht mehr so gut. Mein Sohn, Andreas.
04:33Guten Tag.
04:43Haben Sie den Schuss gehört oder irgendetwas beobachtet?
04:55Red ruhig.
04:58Ja.
05:00Nein.
05:02Ja.
05:03Oder nein?
05:03Haben Sie bitte etwas Geduld mit ihm? Ja.
05:09Ja.
05:10Haben Sie einen Schuss gehört?
05:14Nein.
05:14Nein.
05:15Und im Stall? Haben Sie da irgendetwas beobachtet?
05:18Danke.
05:18Nein.
05:20Es war das Krankenhaus. Ihre Frau ist Ihren Verletzungen erlegen. Es tut mir sehr leid.
05:36Nein.
05:37Nein.
05:37Die Mama ...
05:39... ist tot.
05:50Mein Beileid, Herr Benner.
05:56Gibt es noch andere Familienangehörige?
06:01Ja, meine Tochter Eva.
06:03Eva!
06:06Zum Wohl.
06:09Fangen wir an, oder?
06:10Ja, das ist auch arsch für euch.
06:13Arne, zu spät kommt dir bestraft das Leben.
06:15Verdammte Mähwerk.
06:16Wir dachten schon, du möchtest lieber woanders bauen.
06:19Wäre ich das lieber? Ich kann auch wieder gehen.
06:22Das war nicht gleich.
06:22Also den Eingabeplan habt ihr.
06:24Im Prinzip ist es nochmal das Gleiche. Hat sich ja bewährt.
06:27Na ja, also laut Plan ist hier die neue Siloanlage ein Drittel größer, oder?
06:30Unwesentlich, ja.
06:33Also ich finde schon, dass wir das diskutieren sollten.
06:35Aus ökologischer Sicht ist das ein großer Fehler.
06:37Das haben wir doch geklärt. Ist ja nicht so schwer.
06:39Das Umweltgutachten auf Seite 7.
06:40Der Intensive Rapsanbau macht unsere ganzen Böden kaputt.
06:43Nur noch Monokultur.
06:45Du baust halt was anderes an. Zwingt dich doch keiner.
06:47Aber das andere rentiert sich nicht mehr.
06:49Seit wann ist es schlecht, wenn man gute Preise zahlt, hm?
06:51Wie man es macht, ist es falsch.
06:53Entschuldigung, ich muss weg.
06:56Haben Sie jemanden wegrennen sehen oder ein Auto, was weggefahren ist?
07:00Nein, gar nicht.
07:01Hatten Sie Frau Bender gut?
07:03Ja, natürlich. Wir sind seit zehn Jahren Nachbarn.
07:06Gute Nachbarschaft?
07:07Auf jeden Fall. Die Monika war meine Freundin.
07:11War sie in letzter Zeit bedrückt oder hatten Sie den Eindruck, dass sie sich irgendwie verändert?
07:15Nein, nee.
07:17Herr Bender ist doch behindert, richtig?
07:19Ja, seit diesem Unfall vor fünf Jahren.
07:22Und seitdem war Frau Bender hier alles allein?
07:23Ja, mit dem Andi, dem Sohn.
07:25Der Fluch.
07:27Bitte?
07:28Die Monika wusste, dass sie in Gefahr war. Wegen der Taunushexe.
07:32Aha.
07:33Sehen Sie, der eine Sohn ist geistig behindert, der andere tödlich verunglückt.
07:38Das...
07:38Wann ist das passiert?
07:40Ja, so vor 15 Jahren. Ihr ältester, der Thomas, war gerade volljährig. Autounfall.
07:45Dann ihr Mann, wieder Unfall, arbeitsunfähig. Das ist der Horror für den Bauern.
07:50Monika hat gesagt, dass die Taunushexe Menschenopfer verlangt. Sie wusste es.
07:54Am Anfang habe ich gedacht, blöder Aberglaub, aber...
07:57Sie denken halt so...
07:57Sehen Sie, kurz vor dem Schuss ist bei mir ein Schutzengel zerbrochen. Einfach so.
08:01Und dann, heute ist es total windstill.
08:04Aber plötzlich ein Windstoß. Einfach so. Das ist ein Zeichen.
08:09Eine Hexe also, ja?
08:11Ja.
08:15Gut, Frau Kornberg. Danke Ihnen.
08:18Gern.
08:19Kann ich denn jetzt nach Hause gehen?
08:20Ja, ja, klar.
08:24Kommen Sie.
08:30Sie meint das ernst.
08:33Ja.
08:40Na, da ist sie.
08:48Na, und alle da?
08:50Dann schalte ich erst mal sicher.
08:51Mach das.
08:52Okay.
09:00Ich bin die Tochter.
09:01Ah.
09:02Ihre Mutter ist angeschossen worden.
09:04Und wo ist mein Vater?
09:05Im Haus.
09:07Papa?
09:10Papa!
09:11Eva!
09:13Eva!
09:15Eva!
09:19Eva!
09:20Eva!
09:21Eva!
09:21Eva!
09:22Du...
09:22Ähm...
09:23Du musst bei uns...
09:24Bleib...
09:25Bleib...
09:26Bleib bei uns, ja?
09:28Ich bin bei euch.
09:29Beide, bleib bei uns, bleib!
09:31Bleib bei uns, bleib bei uns!
09:33Ja, Eva?
09:33Wir schaffen das, Andi.
09:35Du und ich zusammen.
09:36Du und ich zusammen.
09:41Haben Sie Ihre Mutter das letzte Mal gesehen?
09:43Das ist lange her.
09:45Monate.
09:47Wir hatten nicht gerade so ein gutes Verhältnis.
09:51Streit?
09:51Ja, aber es ist Jahre her.
09:54Seitdem ich ausgezogen bin, hat sich das gebessert.
09:57Jeder lebt sein Leben.
09:58Und das mit Ihrem Bruder?
10:02Ja, das ist ein lieber Kerl.
10:03Ohne ihn hätte meine Mutter das Ganze ja nicht geschafft.
10:05Wie stark ist denn seine geistige Behinderung?
10:08Kindlich ist er.
10:09Und er hat gute und schlechte Tage.
10:11Aber er kommt schon klar.
10:13Außerdem hat er ja uns.
10:15Wie ist das mit Ihrem Vater?
10:17Ja, mein Vater ist geistig topfit.
10:20Die Lähmung machte wir eben zu schaffen.
10:22Es gibt so einige Waffen im Haus.
10:24Ja, er ist Jäger gewesen.
10:28Außerdem sind wir alle im Schützenverein.
10:39Hier, laut KTU, ein Nahschuss aus ca. 3 Meter Entfernung aus einer Handfeuerwaffe.
10:44Im Haus haben wir nur Gewehre gefunden.
10:46Als mögliche Täter kommen der Ehemann oder der Sohn in Frage.
10:50Allerdings haben wir bisher noch kein offensichtliches Tatmotiv gefunden.
10:52Bisher.
10:54Gut, möglich wäre auch ein Dritter.
10:56Dass wir die Tatwaffe noch nicht gefunden haben, spricht natürlich dafür.
10:58Ja, schau mal.
11:00Eva Kassner hatte nicht nur ein schlechtes Verhältnis zu Ihrer Mutter.
11:03Sie wurde von Ihrer Mutter regelrecht vom Hof gejagt.
11:06Vor drei Jahren, da wollte sie den Betrieb auf biologische Landwirtschaft umstellen.
11:09Sie hätte also ein Motiv.
11:11Sie hatten was, seit ich das Alibi.
11:13Sie ist Gemeinderätin und war bei so einer Bau-Ausschusssitzung.
11:16Sie macht einen sehr vernünftigen Eindruck.
11:18Habt ihr was über den tödlichen Unfall des ältesten Sohns?
11:21Ja, ein Autounfall vor 15 Jahren.
11:23Er fuhr von einer Discoheim.
11:24Die anderen im Outdarm überlebt.
11:26Und dann der Unfall des Mannes?
11:28Da habe ich noch nichts.
11:29Ja, also in dieser Familie scheinen sich die Schicksalsschläge ja zu häuschen.
11:33Frau Kronberg sprach sogar von einem Fluch.
11:36Fluch, ja.
11:37Da habe ich noch nichts recherchiert.
11:39Du?
11:39Ich bin da dran.
11:40Na, lass mal, da kümmere ich mich drum.
11:43Finanzielle Umfeldermittlung, habt ihr da was?
11:44Ja, die Bankenanfrage ist raus.
11:47Und am Computer des Sohnes klebt ein Pfandsiegel.
11:50Ja, das ist doch gut.
11:51Ich rede mal mit dem zuständigen in den Gerichtsquartier.
12:08Jetzt schlaf, mein Schatz, okay?
12:11War das die Taunus-Hexe, die die Oma tot gemacht hat?
12:15Es gibt keine Hexen, das weißt du doch.
12:17Der Andi hat sie aber gesehen auf der Lichtung und die Oma auch.
12:20Das stimmt nicht.
12:22Der Andi ist ein bisschen durcheinander.
12:23Doch, frag ihn.
12:25Sie hat gelbe Katzenaugen und rote Haare.
12:27Sie hat einen riesigen Baumstamm auf den Opa geschmissen.
12:31Der Opa hatte einen Unfall.
12:33Und das sind ganz, ganz doofe Geschichten, die mag ich gar nicht mehr hören.
12:37Und was ist, wenn sie mich auch tot macht?
12:40Das wird niemals passieren, mein Schatz.
12:43Weil Mama und Papa immer auf dich aufpassen, okay?
12:48Vorlesen tun wir morgen.
13:04Hi.
13:04Hey, Mama.
13:09Hey, Mama.
13:14Mama!
13:18Mama!
13:21Mama!
13:21Mama!
13:26Mama!
13:29Mama!
13:38Hey!
13:52Lungendurchschuss von hinten.
13:53Das Lungengewebe wurde durch die Kugel verletzt.
13:56Blut und Luft tritt aus der Wunde und die Lunge kollabiert.
13:59Und das Blut im Brustraum drückt das Herz ab.
14:03Ich habe aber noch was für Sie.
14:05Es hat definitiv nichts mit der tödlichen Verletzung zu tun.
14:08Sehen Sie? Hier.
14:10Wo kommt das her?
14:11Schläge, vielleicht ein Sturz.
14:14Könnte es der Sturz gewesen sein, als er erschossen wurde?
14:17Nein, die Hämatome sind älter.
14:19Drei, vielleicht vier Tage.
14:25Da gehen.
14:26Gerne.
14:36Warte, Mats, ey.
14:38Komm mich da!
14:39Der Mats hat mich gekitzelt!
14:42Der Mats!
14:44Lass mich!
14:46Lass!
14:48Lass!
14:50Lass!
14:52Lass!
14:55Lass!
14:56Was haben Sie in die Benders Besuch zum Gereigenschaft als Gerichtsverzieher?
14:59Insgesamt war ich sechsmal da.
15:02Was hat Sie für einen Eindruck von Frau Bender?
15:04Wenn man es freundlich formulieren will, könnte man sagen, hart aber herzlich.
15:08Ich glaube, der Mann hatte nicht viel zu lachen.
15:10Verstehe.
15:11Mit der Rest der Familie?
15:13Die Tochter, Eva Kastner, ist ja sehr patent.
15:15Die ist aber mit ihren Ideen an der Mutter gescheitert.
15:18Inwiefern?
15:19Sie wollte ökologisch anbauen.
15:21Gutes Geschäftskonzept, sogar ein genehmigter Umbauplan.
15:23Das hatte Hand und Fuß.
15:25Frau Bender, Frau Bender hat so lange am Alten festgehalten.
15:28Es gab ja noch andere Gläubiger.
15:30Und es ist ein Wunder, dass sie mich schon längst Insolvenz anmelden musste.
15:33Aber sie kommt es immer gerade noch abbiegen.
15:35Wird es denn das gescheit?
15:36Hat dir irgendjemand geholfen?
15:38Ich weiß es nicht.
15:39Aber im letzten Moment kam immer eine Rate, um die Gläubiger zu beruhigen.
15:44Interessant, ne?
15:46Ich danke Ihnen für die Kopien.
15:50Oh, Entschuldigung.
15:51Komm rein, Kerstin. Wir sind fertig.
15:53Ich danke Ihnen.
15:54Sehr gerne.
15:58Kerstin.
15:59Kannst du aber bitte vom zuständigen Bauamt die Umbaupläne von Eva Kassner besorgen?
16:03Mach ich.
16:04Und jetzt halte ich fest.
16:05An der Kleidung von Johann und Andreas Bender sind Schmauchspuren.
16:10Lass mich mal an.
16:13Und? Worauf wartet ihr?
16:15Sie behaupten also, dass Sie die ganze Zeit vom Fernseher gesessen haben,
16:19während Ihre Frau allein im Stall war.
16:21Und vom Schuss und all dem wollen Sie nichts mitbekommen haben.
16:24Ich hatte mein Hörgerät nicht drin.
16:26Herr Bender.
16:28Wir haben Schmauchspuren in Ihrer Kleidung gefunden.
16:32Das heißt, Sie haben mit einer Waffe geschossen.
16:36Ja.
16:38Ja.
16:40Und?
16:41Sagen Sie uns endlich, was wirklich passiert ist.
16:44Möchten Sie mir erzählen, was passiert ist?
16:48Ja.
16:49Gut.
16:51Herr Bender, Sie müssen aber nichts sagen, womit Sie sich selbst belasten würden.
16:55Verstehen Sie, was ich meine?
16:56Ja.
17:01Möchten Sie einen Verteidiger?
17:02Also jemand, der Ihnen hilft?
17:04Ja.
17:05Das wollen Sie.
17:09Nein.
17:12Herr Bender, wissen Sie, was Schmauchspuren sind?
17:16Das sind so kleine Teilchen, die entstehen, wenn man mit einer Waffe schießt.
17:20Die sind so klein, die kann man über...
17:22Wo ist Eva?
17:25Herr Bender, haben Sie mit einer Waffe geschossen?
17:28Nein.
17:32Wie oft soll ich Sie noch sagen?
17:34Ich war mit dem Andi beim Gerlach auf dem Schießstamm.
17:38Und der Gerlach war mit dabei.
17:45Ihre Frau hatte Hämatome, die auf einen Sturz oder Schläge hindeuten.
17:50Wissen Sie, warum?
17:52Nein.
17:54Haben Sie Ihre Frau geschlagen?
17:57Nein.
17:58So etwas würde ich nie tun.
18:01Sie haben gestern Ihrer Mutter am Stall geholfen?
18:04Ja.
18:05Wann sind Sie denn dann zurückgegangen ins Haus und haben Computer gespielt?
18:08Ja.
18:11Wann war das denn? So um vier oder um fünf?
18:15Ja.
18:17Sie waren aber vorher im Stall?
18:21Nein.
18:25Waren Sie denn überhaupt im Stall gestern?
18:33Sie wollen, dass ich Eva hole?
18:35Ja.
18:35Sie mögen Ihre Schwester?
18:37Ja.
18:38Und Ihren Neffen, den Mats?
18:39Mats, ja.
18:40Ja.
18:41Und Ihren Vater?
18:45Ja.
18:46Hat sich Ihr Vater gut verstanden mit Ihrer Mutter?
18:55Mama sagt, die Hexe, die Hexe.
19:02War die Hexe schuld am Unfall Ihres Vaters?
19:08War Ihr Vater manchmal wütend auf Ihre Mutter?
19:11Hat er Sie geschlagen?
19:13Ich war es nicht.
19:14Was waren Sie nicht?
19:21War Ihr Vater im Stall?
19:24Wo ist Eva?
19:24Ähm, wo ist Eva?
19:32Wir machen mal eine Pause.
19:34Mhm.
19:36Kommen Sie bitte.
19:47Nein.
19:59Dieser Gerlacher hat bestätigt, dass Andreas und Johann Bender am Montag bei ihm auf dem Schießstand
20:02waren.
20:03Wie kann der Vater mit seiner Behinderung überhaupt schießen?
20:05Jetzt wo so eine Art Vorrichtung, eine Schlaufe hängt vor der Decke und das Gewehr wird da reingesteckt.
20:11Und Andreas?
20:12Ich glaube, er ist total überfordert von der Situation.
20:16Vielleicht macht er ja nur auf dumm.
20:17Nein, das glaube ich nicht. Er war lange auf einer Förderschule für Lärmbehinderter.
20:21Und dann war er auch noch ein Jahr in einem therapeutischen Heim.
20:23Trotzdem kann er lügen.
20:25Worauf willst du hinaus?
20:27Sein Einwurf vorhin. Ich war es nicht. Das kam so unvermittelt.
20:31Ich glaube, er war es. Intuition.
20:33Pff, du und Intuition.
20:35Wenn wir dem ein bisschen Druck machen, dann wird er gestehen.
20:38Ach, Schubert. Der Junge ist so leicht manipulierbar.
20:41Was soll man mit dem Geständnis, dass uns den Prozess sofort um die Ohren fliegt?
20:44Aber woher sollen wir wissen, was er versteht und was nicht?
20:47Und jetzt?
20:49Ich werde ihm erstmal einen Pflichtverteidiger besorgen und dann, denke ich mal, über ein psychiatrisches Gutachten machen.
20:54Was machen wir mit Johann Bender? Den lassen wir jetzt auch gehen, oder was?
20:57Wir haben nichts in der Hand.
20:59Wir brauchen Fakten.
21:02Ich rede mal mit dir, Frau Kassner.
21:07Wir brauchen Fakten.
21:15Wir brauchen Fakten.
21:17Wir brauchen Fakten.
21:20Wir brauchen Fakten.
21:37Wir brauchen Fakten.
21:42Wir brauchen Fakten.
21:46Kein Problem.
21:50Setzen Sie sich doch. Wollen Sie Kaffee oder Tee?
21:53Nee, nee, macht Sie bitte keine Mühe.
21:55Ich habe gerade mit Ihrem Bruder gesprochen.
21:57Und ging's? Ist nicht so einfach, mit ihm zu sprechen, wenn man ihn nicht kennt, oder?
22:01Er hat immer wieder nach Ihnen verlangt.
22:07Ja, der Andi, der ist ein wahnsinnig lieber Kerl.
22:10Mein Sohn, der verköttert ihn geradezu.
22:13Wie hat er sich mit Ihrer Mutter verstanden?
22:16Gut.
22:18Kommt eigentlich mit allen gut aus.
22:20Und die Beziehung Ihrer Eltern, wie war die so?
22:25Ehrlich gesagt, meine Mutter konnte ganz schön fies zu meinem Vater sein.
22:28Sie hat ihn eigentlich nur runtergeputzt, weil er langsam war und sie war ungeduldig.
22:33Wie hat er darauf reagiert?
22:37Wütend, aber am meisten auf sich selbst.
22:40Das hat ihn, glaube ich, wahnsinnig gemacht, dass er nicht mehr arbeiten kann.
22:45Frau Kastner, am Körper Ihrer Mutter wurden Hematome gefunden, die auf Gewaltanwirkung gehen wollten.
22:52Die sind aber sicher nicht von meinem Vater.
22:57Hat die Familie einen Hausarzt?
22:59Ja, Dr. Theobald.
23:01Aber der würde Ihnen das Gleiche sagen.
23:05Fällt Ihnen jemand ein, der gegen Ihre Mutter irgendwas gehabt haben könnte?
23:09Ehrlich gesagt, meine Mutter war nicht besonders beliebt.
23:12Sie hatte eigentlich Streit mit allen.
23:15Ja, die war eben so.
23:17Aber niemand im Dorf hat ihr irgendwas getan.
23:19Die halten alle zusammen.
23:20Was ist das mit Ihnen? Sie hatten ja auch so Ihre Probleme, oder?
23:23Absolut.
23:25Aber wir haben uns arrangiert.
23:27Sie hatten doch irgendwelche Pläne für den Hof Ihrer Eltern?
23:31Mhm. Hatte ich, ja.
23:34Aber mittlerweile arbeite ich in der Heizungsfirma von meinem Mann und das ist die wesentlich angenehmere Branche.
23:39Verstehe.
23:46Ja.
23:47Und jetzt muss ich mal sehen, wie es weitergeht.
23:50Irgendjemand muss sich um Andi und meinen Vater kümmern.
23:55Das ist alles nicht so einfach.
24:06Ist das ein Jagdgewehr?
24:08Eine Strohpflinze.
24:10Du kennst dich ja aus.
24:11Bist du Polizist?
24:12Nein, ich bin Staatsanwalt.
24:13Die Polizei arbeitet für mich.
24:15Hast du auch eine Pistole?
24:16Nein, nein, nein. Aber die Kommissare haben natürlich Pistolen.
24:19Sag mal, wer ist denn das?
24:20Das? Das ist die Hexe.
24:23Ach, du glaubst an Hexen?
24:24Nein, es gibt keine. Aber Andi hat eine gesehen.
24:27Echt? Wo denn?
24:28Mit der Lichtung im Wald. Und meine Oma auch.
24:32Mit deiner Oma, das tut mir wohl ins Leid.
24:34Muss dir nicht leid tun. Die Oma war böse.
24:36Warum?
24:37Die hat immer geschimpft.
24:38Warum ist sie nicht in den Sonnenhof gekommen?
24:41Wohin?
24:41Vielleicht war es die Hexe, oder?
24:45Du aber, wenn es gar keine Hexen gibt?
24:47Stimmt.
24:49Wart, essen.
24:51Tschüss.
24:52Tschüss.
25:05Tschüss.
25:11Schmeckt es nicht?
25:13Doch, doch. Wunderbar.
25:15Ihr Fall.
25:19Ja, Schiller, es ist einfach unglaublich schwierig, jemanden zu vernehmen, der geistig eingeschränkt ist.
25:25Das kenne ich. Ich hatte früher mal einen Patienten in meiner Klinik, Mitte 30, herzkrank, geistig und nicht ganz auf
25:32der Höhe.
25:33Der brauchte ganz dringend eine neue Herzklappe.
25:36Beim Anästhesiegespräch hatte ich den Eindruck, dass er nicht überreist, was ich sage.
25:40Also war ich ganz geduldig.
25:42Wir haben die OP besprochen, die Risiken, es war alles geklärt.
25:46Dann wollte seine Mutter mit mir sprechen.
25:47Die war total misstrauisch.
25:49Kassiert Ihre Klinik eigentlich Provisionen?
25:52Und dann?
25:53Am nächsten Tag hat er die OP abgesagt.
25:56Ein erwachsener Mann.
25:57Wir konnten ihn nicht zwingen.
26:00Drei Wochen später war er tot.
26:02Er konnte nicht für sich denken.
26:04Er war gewohnt, auf seine Mutter zu hören.
26:07Die Macht der Familie.
26:13Die Macht der Familie.
26:27Soll Müslfund und keine Probleme.
26:34Dann stetsst mich auf.
26:38Bine ist das lange allen Drittel!
26:39Lass es sich auf, können Sie gespкеieren.
26:40Er braucht nicht mehr Leute denken.
27:01Klinik
27:02Johann Bender hat mich angerufen, nämlich von der Schweigepflicht.
27:04Er will unbedingt, dass der Fall aufgeklärt wird.
27:07Gut.
27:08Kennen Sie die Familie schon lange?
27:10Ja.
27:11Seit über 30 Jahren kommen Sie zu mir.
27:13Oder nicht zu Ihnen.
27:13Bitte schön.
27:14Danke.
27:16Wissen Sie, ich kenne viele meiner Patienten besser als meine Frau.
27:20Bitte nehmen Sie den Platz.
27:21Danke.
27:24Herr Dr. Theobald, vielleicht konnten Sie mir ja weiterhelfen.
27:28Gab es bei Frau Bender irgendwelche Anzeichen dafür, dass sie misshandelt wurde?
27:33Nein.
27:34Sie hat also diesbezüglich nie über Probleme mit Ihnen geredet?
27:37Nein, das wäre ja auch gar nicht Ihre Art gewesen.
27:40Schweigen und bis zum Umfahren arbeiten, so war sie.
27:43Ich glaube, sie war eigentlich überfordert.
27:46Vor allem seitdem ein Unfall ihres Mannes.
27:48Wie hat sich die Überforderung geäußert?
27:50Ich hatte den Eindruck, dass sie Johann Bender gegenüber oft sehr grob war.
27:54Verbal oder auch physisch?
27:55Na ja, ich weiß darüber nichts konkretes,
27:58aber ich kann körperliche Übergriffe von Frau Bender auf ihren Mann noch nicht ausschließen.
28:01Die haben es für Weile nicht leicht.
28:05Wie war das Verhältnis zwischen Andreas und seiner Mutter?
28:08Gut.
28:09Wo gibt es das heute noch, dass ein geistig behindertes Kind in der Familie aufwachsen kann?
28:14Das ist gelebte Inklusion.
28:18Andreas war doch mal in einem Heim, richtig?
28:21Ja, einmal als Kind für ein Jahr und später nochmals für ein paar Wochen im Sonnenhof.
28:26Sonnenhof?
28:26Ja, das war eine therapeutische Einrichtung für Kinder und Jugendliche.
28:30Das war, als der ältere Bruder verunglückt ist.
28:33Und nach Johans Unfall noch einmal für kurze Zeit.
28:36Die Mutter hatte einen Nervenzusammenbruch, hat es einfach nicht mehr geschafft.
28:39Für Andreas war das schlimm. Er hat jahrelang unter Albträumen gelitten.
28:45Und dann ist er wieder zurückgekommen?
28:47Ja, sobald es Monika wieder besser ging. Sie hingen sehr an Ihren Sohn. Johan auch.
28:52Sagen Sie, dieser Unfall von Johan Bender, was ist da eigentlich passiert?
28:56Bei der Waldarbeiterin Baum hat ihn beim Fell getroffen.
29:00Ach.
29:00plus.
29:10überinen
29:14Jahrhundert
29:18Neinpoint
29:33Dass so ein Büromensch wie Sie sich für Baumfällung interessiert, ja, da kann man sich täuschen.
29:39Sie können also genau berechnen, wo das hinfällt.
29:41In der Regel schon. Vorausgesetzt es nicht zu stürmisch oder dass irgendein anderer Baum die Fallrichtung des Baums behindert.
29:49Ja, ich frage mich natürlich, wie es dann zu dem Unfall mit Johann Bender kommen konnte.
29:52Ja, das war natürlich für uns alle ein Riesel, wie das passiert ist.
29:54Ich meine, der Johann, der ist ja nicht nur Bauer, der ist ja total erfahren in der Forstarbeit.
29:58Hat das ja sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen.
30:02Das war da bestimmt Thema bei Ihnen, oder?
30:03Ja, klar. Man hat ja auch gehört, da wäre Alkohol mit im Spiel gewesen, aber wird auch viel geredet.
30:18Ich bin gerade die Konterauszüge von Frau Bender durchgegangen.
30:22Herr Gerlach, der mit dem Schießstand, pachtet Ackerflächen von den Benders.
30:26Er macht wohl im Biodiesel und baut Raps im großen Stil an.
30:29Und einige im Dorf sind dagegen vor allem so ein Biobauer namens Anton Wagner.
30:33Aha.
30:34Die Pacht hat sich öfter erhöht.
30:36Merkwürdig, oder?
30:40Die Zeitabschlüsse sind ja kurz, da hast du recht.
30:43Was heißt das?
30:44Gerlach als Monika Benders Retter in der Not und Frau Bender gerät in die Kritik, weil sie an Gerlach verpachtet
30:49hat?
30:49Könnte sein.
30:51Ich fahre jetzt mal ins Dorf, um das zu checken.
30:53Okay.
30:55Brigitte Möllmann, wer ist denn das?
30:57Die überweist auch regelmäßig.
30:59Die Schwester des Opfers.
31:01Dann statt ich der Mann Besuch habe.
31:03Tut sie das.
31:10Was machen Sie eigentlich beruflich?
31:12Ich unterrichte Handarbeiten und Werken.
31:17Ihre Schwester, wie oft haben Sie ihn gesehen?
31:20Eher selten.
31:22Aber Sie hatten ein gutes Verhältnis zu ihr.
31:27Ja.
31:28Ich habe gehört, dass sie schwierig war.
31:32Na ja, sie hat es ja auch nicht leicht.
31:34Und sie hat es Anna nicht leicht gemacht.
31:37Es gibt Konflikte im Dorf.
31:38Können Sie mir dazu was sagen?
31:40Ich bin dann mit 18 weg.
31:42Mir war das zu eng.
31:43Ich bin eher ein Stadtmensch.
31:46Die Ehe Ihrer Schwester, wie war die so?
31:49Darüber haben wir nie gesprochen.
31:50Klar.
31:52Die Kinder...
31:53Eva besucht mich ab und zu.
31:55Ansonsten kaum Kontakt.
32:00Sie haben Ihrer Schwester regelmäßig Geld überwiesen.
32:02Warum?
32:04Ich wusste, dass sie Geldsorgen hatte.
32:07Ich habe ja keine Kinder.
32:08Monika war meine einzige Familie.
32:10Ich wollte einfach helfen.
32:12Obwohl Sie so gar keinen Kontakt zu ihr hatten.
32:40Ich habe da mal ein paar Fragen an Sie.
32:42Aha.
32:42Geht es um die Monika?
32:43Ja.
32:44Sie waren am Dienstag in der Bauausschusssitzung.
32:47Ja.
32:48Herr Gerlach hat da seine Pläne vorgestellt.
32:51Der spinnt doch.
32:52Der hat schon ein riesiges Silo.
32:53Und jetzt will er noch eins dazu.
32:54Eine richtige Anlage.
32:56Er pachtet Flächen von Frau Bender.
32:58Das ist ja der Punkt.
32:59Er kriegt seinen Hals nicht voll.
33:01Er will lieber mehr und noch mehr.
33:03Und setzt alle unter Druck.
33:05Er ist sogar handgreiflich geworden.
33:07Gegenüber Frau Bender?
33:08Er hat Unterschriften gesammelt für seinen Scheiß-Eingabeplan.
33:10Und sie wollte nicht unterschreiben.
33:12Und da gab es dann Ärger.
33:14Wann war das?
33:16Vor vier Tagen.
33:18Wenn Sie mich fragen,
33:20der Mann geht über Leichen.
33:25Um wie viel Uhr ist er am Dienstag in die Sitzung gekommen?
33:28Zu spät.
33:28Das war weit nach halb fünf.
33:57Untertitelung im Auftrag des ZDF
33:59Kann ich Ihnen helfen?
34:01Ja.
34:02Hauptkommissarin Clark, Repo Wiesbaden.
34:04Herr Gerlach?
34:05Ja?
34:06Ich wollte mit Ihnen über Frau Bender sprechen.
34:09Ja?
34:10Sie hatten auch geschäftlich mit ihr zu tun.
34:13Ja.
34:14Nicht ganz einfach, aber...
34:16Ja.
34:20Ich zahle für Ackerflächen sehr gute Preise,
34:22aber Monika wollte immer mehr.
34:24Und irgendwann ist dann selbst bei mir die Grenze erreicht.
34:27Was heißt das?
34:28Ganz ehrlich?
34:30Monika hat ihren Hof heruntergewirtschaftet
34:32und mich wollte sie melken.
34:33Es zwingt Sie ja keiner von ihr zu pachten.
34:36Ich bin auf die Flächen angewiesen.
34:37Ich habe Lieferverträge zu erfüllen.
34:39Das hat sie ausgenutzt.
34:41Eine Geschäftsfrau?
34:42Ne.
34:43Das ist Hucher.
34:44Plötzlich verlangt sie den doppelten Preis
34:45und droht an, alles zu kündigen, wenn ich nicht zahle.
34:48Wann haben Sie sie denn das letzte Mal gesehen?
34:53Wir wohnen in einem kleinen Ort, sind beide viel draußen.
34:57Zeitweise sehen wir uns fast jeden Tag.
34:59Privat verstehen wir uns gut.
35:00Ja, Johann und Antti, die kommen zum Schießen.
35:02Überlegen Sie bitte.
35:06Vor vier Tagen haben Sie bei den Mitbürgern Unterschriften gesammelt
35:10für den Eingabeplan.
35:11Ja?
35:12Monika Bender hat nicht unterschrieben.
35:14Ach das?
35:17Ich war enttäuscht.
35:18Sie hat versprochen, mich zu unterstützen.
35:21Und dann?
35:22Sie wollte Geld für eine Unterschrift.
35:25Das ist sowas von lächerlich.
35:27Und dann kam es zum Streit.
35:29Sind Sie handgreiflich geworden?
35:30Sie hat angefangen.
35:32Sie hat mich angegriffen mit einer Schaufel.
35:35Ich habe mich nur gewehrt, ja.
35:37Ich habe sie zurückgestoßen,
35:39als sie rückwärts gegen den Holzstapel gekracht.
35:42Ich habe ihr wieder aufgeholfen,
35:44und dann habe ich mich entschuldigt und bin gegangen.
35:46Mehr war da nicht.
35:48Ich schlag keine Frauen, ich schlag überhaupt niemanden.
35:51Wo waren Sie, bevor Sie in die Sitzung gekommen sind?
35:54Sie meinen doch nicht, dass ich...
35:55Wo waren Sie?
35:56Hier.
35:57Es gab Probleme mit einem Mähwerk.
36:00Ich habe auf den Mechaniker gewartet,
36:01mit ihm alles besprochen und bin dann in die Sitzung.
36:04Sie können das gerne überprüfen.
36:06Ich gebe Ihnen die Nummer.
36:07Das werde ich.
36:09Ich möchte nicht, dass Sie denken...
36:10Eine Routine, Herr Gerlach.
36:12Schönen Tag noch.
36:24Ja, mit dem Landmaschinenmechaniker habe ich gesprochen.
36:27Er bestätigt, dass er bis 16.30 Uhr mit Herrn Gerlach
36:30an dem Mähwerk gearbeitet hat.
36:32Dann kann er ja nicht auf dem Hof bei Monika Bender gewesen sein.
36:35Nein, die Kathi Ruh überprüft jetzt noch seine Waffe.
36:39Ich bin auf dem Weg zu Frau Kronberg auf der Spur der Taunushexe.
36:43Verstehst du?
36:44Na dann viel Spaß.
36:46Danke.
36:48Ja, was soll ich Ihnen sagen?
36:50Ich bin immer noch ganz durcheinander.
36:52Das ist doch verständlich, Frau Kronberg.
36:56Ich habe auch noch eine kurze Frage zu dieser Taunushexe.
37:00Ich habe gehört, die wurde gesehen auf einer Lichtung.
37:03Ja, von Monika.
37:07Und von vielen anderen auch.
37:09Ganz in der Nähe hat der Johann Bender auch eine Jagdhütte.
37:12Und da ist auch damals der Unfall passiert.
37:14Aha.
37:19Können Sie mir sagen, wie ich dort hinkomme?
37:20Na ja, ich kann es Ihnen aufschreiben, wenn Sie wollen.
37:22Das wäre sehr nett, danke.
37:30Jetzt bin ich auch mal gespannt, was das hier wird.
37:32Ihr folgt jetzt einfach mal meiner Intuition schon weit, okay?
37:38Warum bin ich bloß nicht mit meinem Wagen gefahren?
37:43Ja, danke.
37:44Intuition?
37:47Nein, ausgefeilte Befragungstechnik.
37:54Kulver.
38:02Kulver.
38:04Kulver.
38:33Ah, hier treffen sich Okkultisten.
38:37Mann, Mann, Mann.
38:38Ich bin froh, wir an den Fall hier mal bald abschließen.
38:41Was ist los, Schubert?
38:42Das ist doch mal was anderes.
38:44Neue Herausforderung.
38:45Das ist doch immer Ihr Ding, sagen Sie.
38:47Hm.
38:48Ich spüre förmlich, wie die heiße Spur,
38:50der wir hier gerade folgen, meinen Horizont erweitert.
38:53Die Hütte müsste da oben sein.
39:45Ähm, war offen.
39:59Hier rein, spazier.
40:08Warum denn gar keiner mehr hier?
40:25Ah.
40:39Ach, nee.
40:41Schubert?
40:44Schauen Sie mal.
40:47Krass.
40:48Seien Sie mal, Hexen haben doch rote Haare.
40:52Das habe ich auch schon mal gehört.
40:57Ah, Bernd.
40:58Sie sitzt schon drin.
40:59Danke.
40:59Übrigens, laut Waffenregister besitzt sie eine Luga P08.
41:03Hat sie von ihrem Vater geerbt.
41:05Oh.
41:06Gut.
41:20Guten Tag, Frau Möhmann, mein Name ist Reuter.
41:22Guten Tag.
41:23Ich habe doch Herrn Schubert schon alles gesagt.
41:26Ich muss gleich zum Unterricht.
41:27Ja, ja, das dauert auch nicht lange.
41:29Frau Möhmann, ich werde gerne etwas mit Ihnen besprechen.
41:32Und was?
41:33Es geht um Sie und Johann Bender.
41:37Herr Schubert gegenüber haben Sie ja ausgesagt,
41:40Sie hätten kaum Kontakt gehabt zur Familie Ihrer Schwester.
41:42Richtig?
41:43Ja, das stimmt auch.
41:45Wann haben Sie Herrn Bender denn das letzte Mal gesehen?
41:50Keine Ahnung.
41:52Das ist ewig her.
41:56Die Benders haben doch diese, diese, diese Waldhütte.
41:59Kennen Sie die?
42:02Ja.
42:04Kann es sein, dass Sie und Johann Bender sich dort regelmäßig treffen?
42:09Nein, das könnte nicht sein.
42:20Vielleicht war ich mal da.
42:23Aber das ist Jahre her.
42:26Wir haben uns immer gut verstanden.
42:32Haben Sie und Herr Bender ein Verhältnis?
42:34Nein.
42:36Hatten Sie und Herr Bender ein Verhältnis?
42:38Nein, absolut nicht.
42:40Wo waren Sie vergangenen Dienstag gegen 16.30 Uhr?
42:42Bei mir zu Hause.
42:43Kann das jemand bezeugen?
42:46Nein, ich lebe allein.
42:48Wollen wir mal ein Lord-Waffen-Register?
42:49Besitzen Sie eine Pistole?
42:52Ja, das ist ein Erbstück meines Vaters.
42:56Ich würde mir die Kaffeekämpfer anschauen.
42:58Wie, jetzt?
42:59Ja, jetzt.
43:03Kommen Sie.
43:19Ich verstehe das nicht.
43:23Das gibt es doch gar nicht.
43:24Die war hier.
43:25Ganz sicher.
43:25Sie besitzen eine Pistole,
43:27die die Tatwaffe sein könnte
43:28und finden Sie nicht.
43:30Merkwürdig.
43:34Die Taunus-Hexe.
43:37Sind Sie damit gemeint?
43:40Das hat sie immer gesagt,
43:42um mich fertig zu machen.
43:43Wer? Ihre Schwester?
43:44Hexe.
43:45Rothaarige Hexe.
43:46Der ganze Schwachsinn.
43:47Schon in der Schule.
43:48Und dann hat sie wieder damit angefangen.
43:51Sie haben ein Motiv.
43:53Aber kein Alibi.
43:56Was soll ich denn machen?
43:57Mir zum Beispiel die Wahrheit sagen.
44:04Gut.
44:05Dann beenden wir das Gespräch an dieser Stelle
44:07und ich werde Untersuchungsaufbahn tragen.
44:15Also gut.
44:17Johann und ich,
44:18wir waren ein Paar.
44:21Wie genau ist es zu dem Unfall gekommen?
44:31Wir haben uns mittags getroffen
44:32in der Hütte
44:33zur Feier unseres Einjährigen.
44:36Haben Wein getrunken.
44:38Zu viel Wein.
44:41Er musste danach noch Bäume fällen.
44:44Er hat den Keil falsch gesetzt.
44:46Er war betrunken.
44:47Ein Fehler,
44:48für den er sein Leben lang bezahlen wird.
44:51Und ich auch.
44:54Waren Sie dabei?
44:55Ich war schon am Gehen.
44:57Dann habe ich seinen Schrei gehört.
44:58Ich habe den Notarzt gerufen.
45:00Monika.
45:02Ja.
45:03Da hat sie es dann rausgekriegt.
45:05Wird sie reagiert?
45:06Sie hat gesagt,
45:07dass sie mir das nie verzeihen wird.
45:09Und hat mich von da an zahlen lassen.
45:12Sie hat sie erpresst?
45:14Ich habe es für Johann getan.
45:18Vielleicht auch,
45:18um mein eigenes Gewissen zu beruhigen.
45:24Ich weiß nicht,
45:25wo die Pistole ist.
45:26Ich habe Monika nicht umgebracht.
45:29Ich habe immer Respekt
45:30vor Johanns Familie gehabt.
45:31Das müssen Sie mir glauben.
45:48Hey, guck mal.
45:51Die Mannmann hat ein doppeltes Motiv.
45:53Sie liebt den Mann ihrer Schwester
45:54und sie wird von ihr erpresst.
45:56Vielleicht haben Sie und Benner
45:57den Mord ja gemeinsam geplant.
45:59Ja, da stellt sich natürlich die Frage,
46:00ob Benner mit seiner Behinderung
46:01überhaupt in der Lage gewesen wäre,
46:03auf seine Frau zu schießen.
46:04Wir haben endlich die Tatwaffe.
46:05Ah.
46:06Es ist die Pistole von Frau Möllmann.
46:08Aber die Spuren daran
46:09sind eindeutig von Andreas Bender.
46:11Hier, die Auswertung vom Onlinespiel.
46:13Andreas hat zwischen 16.20 Uhr
46:15und 16.40 Uhr eine Pause gemacht.
46:18Also genau zur Tatzeit.
46:20Habe ich es nicht von Anfang an gesagt?
46:35Zählen, die Präsidentin.
46:39Bender?
46:41Bender?
46:44Bender?
46:45Bender?
46:47Bender?
46:49Bender?
46:52Bender?
46:56Bender?
47:18Halt!
47:20Halt!
47:20Aufstehen!
47:42Halt!
47:51Halt!
47:53Nein!
47:54Nicht mit mir, mein Freund!
47:55Nein! Nicht mit mir, Mann!
47:58Nicht mit mir!
47:59Nicht schon los! Nein!
48:23Guten Tag, Herr Bender.
48:26Warte. Boreas.
48:27Guten Tag, Frau Boreas.
48:29Ich werde für Herrn Bender auch die gesetzliche Betreuung übernehmen.
48:33Ah ja, gut.
48:34Ich habe mit Herrn Bender und seinem Vater gesprochen.
48:39Herr Bender wird Ihre Fragen beantworten, wenn er kann.
48:43Ich habe ihm aber auch gesagt, dass er nichts sagen muss.
48:47Okay.
48:51Herr Bender, haben Sie das alles verstanden, was Ihnen die Frau Boreas erklärt hat?
48:59Ja.
49:01Gut.
49:07Herr Bender, schauen Sie mal. Das ist ein Foto von der Tatwaffe.
49:12Herr Bender, mit dieser Pistole wurde auf Ihre Mutter geschossen.
49:18Und wir haben an dieser Pistole Spuren von Ihnen gefunden.
49:27Haben Sie mit dieser Pistole auf Ihre Mutter geschossen, im Stall?
49:34Ja.
49:39Warum haben Sie das denn getan?
49:44Warum haben Sie das denn getan?
49:44Sie ist böse.
49:47Warum böse?
49:48Eva weiß das.
49:49Was weiß Eva?
49:50Alles.
49:57Sie haben also mit dieser Pistole auf Ihre Mutter geschossen.
50:01Dann haben Sie die Pistole bei den Kaninchen versteckt.
50:04Und dann sind Sie wieder nach oben zu Ihrem Computer gegangen.
50:07War das so?
50:07Ja.
50:16Woher hatten Sie die Waffe eigentlich?
50:17Vom Opa.
50:20Herr Bender, Ihr Opa lebt aber schon an der ganzen Welt.
50:23Von Brigitte.
50:25Ihre Tante hat Ihnen die Pistole gekickt.
50:26Ähm, nein.
50:27Haben Sie sie sich selbst genommen bei Ihrer Tante?
50:29Weiß ich nicht. Wo ist Eva?
50:31Herr Bender, Herr Bender, helfen Sie mir.
50:34Ich verstehe nicht.
50:35Ich will dich in Sonnenhof.
50:37Ich will dich in Sonnenhof.
50:40Wo ist das dieses Kinderheim?
50:42Ich will dich in Sonnenhof.
50:44Ich glaube, es ist besser. Wir brechen hier ab.
50:48Ja, sicher.
50:49Okay.
50:50Sehr leid.
50:54Ich will mich ja nicht loben, aber...
50:56Deine Intuition ist hervorragend.
51:00Nimm mal langsam, ja.
51:02Also ich weiß nicht, ob ich das Geständnis glauben kann.
51:06Entschuldigung, aber die Indizien sprechen ja nun wohl eindeutig für sich.
51:09Also das mit der Waffe ist seltsam.
51:11Ich organisiere mal einen Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung Kastenhau und Möllmann.
51:15Ich will wissen, wo Herr Andreas Bender die Waffe hatte.
51:17Und stellt bitte fest, wer sich zuletzt in der Wohnung Möllmann aufgehalten hatte.
51:20Okay?
51:21Klar.
51:21Okay.
51:22Okay.
51:51Okay.
52:05Untertitelung. BR 2018
52:36Sie hatten auch einen älteren Bruder?
52:39Ja, Thomas. Er ist bei einem Autounfall gestorben.
52:43Es tut mir leid. Sie haben Landwirtschaft studiert?
52:48Ja.
52:48Dann sind Sie hervorragend qualifiziert, um den Hof mal zu übernehmen?
52:52Das könnte man meinen, ja.
52:55Waren Ihre Eltern anderer Meinung?
52:57Ja. Für meine Eltern habe ich nicht existiert.
53:00Da gab es eigentlich immer nur Thomas.
53:02Thomas hier, Thomas da.
53:05Tja, mich gab es gar nicht. Verstehen Sie?
53:11Frau Köstner,
53:13was meinen Sie?
53:15Warum hat Ihr kleiner Bruder auf Ihre Mutter geschossen?
53:20Ich weiß es nicht.
53:23Das macht für mich auch überhaupt keinen Sinn.
53:25Vor allem, was passiert jetzt überhaupt mit Andreas?
53:27Und wer soll sich um meinen Vater kümmern?
53:30Ja, um den Hof können Sie sich doch kümmern.
53:33Vor drei Jahren haben Sie doch schon mal Umbaupläne eingereicht.
53:36Ja, ich wollte auf moderne Biolandwirtschaft umstellen.
53:39Aber meine Mutter war dagegen.
53:41Das war ja auch meine Idee.
53:44Schade, dass das nicht geklappt hat.
53:45Ja.
53:46Nein, wirklich.
53:47Ich finde, Sie hatten da eine Menge guter Ideen.
53:49Ich habe mir mal die Pläne besorgt,
53:50die Sie damals beim Amt eingereicht haben.
53:56Hartgerechter Laufstall für das Vieh.
53:58Und der Bereich hier war doch bestimmt
54:00für die Heizungsbaufirma Ihres Mannes vorgesehen.
54:03Ja, genau.
54:03Das ist die Werkstatt, Lager, Büro, Umkleidung.
54:07Und hier oben sollte dann die Familie wohnen, ja?
54:10Korrekt, ja.
54:11Ja, alles da.
54:13Küche, Wohnen, Essen, Bad, Kind 1.
54:16Ist es Mats?
54:17Ja.
54:18Kind 2.
54:19Ist da noch was in Planung?
54:20Ja, wir wünschen uns noch ein zweites Kind.
54:22Schön.
54:24Und, ähm,
54:27wo sollten Ihre Eltern wohnen?
54:29Und Andreas?
54:30Das ist jetzt ja erst mal ein Entwurf da, also...
54:32Aber da sind doch gar keine Zimmer eingezeichnet.
54:34Oder habe ich irgendwas übersehen?
54:35Ja, wie gesagt, das ist der erste Entwurf und bei der Feinplanung...
54:37Frau Kastner?
54:40Könnte es sein, dass es bei dem Streit mit Ihrer Mutter damals
54:43gar nicht um den Umbau auf biologische Landwirtschaft ging?
54:46Natürlich ging es darum.
54:49Also ich denke, es ging eher darum,
54:50dass Sie Ihre Eltern und Ihren Bruder loswerden wollten,
54:53um den Hof übernehmen zu können.
54:55Nein, das stimmt nicht.
55:07Sehr geehrte Frau Monika Bender,
55:09gerne nehmen wir Ihren Sohn Andreas wieder bei uns auf
55:12und so weiter und so weiter.
55:15Sie wissen ja, was in dem Brief steht.
55:18Äh, nein, das weiß ich nicht.
55:20Ich kenne diesen Brief nicht.
55:21Doch, Sie kennen ihn.
55:22Sie haben ihn schließlich selbst geschrieben.
55:24Wir haben ihn in Ihrem Papierkorb gefunden.
55:31Sie haben diesen Brief gefälscht,
55:33weil Sie ganz genau wissen,
55:34dass Andreas paalische Angst davor hat,
55:36in das Kinderheim zurückzubißen.
55:37Und Sie wussten ganz genau,
55:38er würde alles tun, um das zu verhindern.
55:40Alles.
55:42Er würde sogar seine Mutter umbringen.
55:45Wollen Sie mir etwa vorwerfen,
55:46dass mein Bruder ein Verbrechen begangen hat?
55:48Ich habe damit nichts zu tun.
55:49Sie irren sich, Frau Kassner.
55:50Sie sind zwar nicht die ausführnde Täterin,
55:52aber Sie haben Ihren Bruder dazu angestiftet,
55:55seine Mutter zu erbauten.
55:56Und die Rechtsprechung unterscheidet nicht
55:59zwischen Anstifter und Täter.
56:02Sie haben Andreas gesagt,
56:03dass seine Mutter ihn zurückschicken will
56:04auf den Sonnenhof.
56:06Und als Beweis haben Sie ihm
56:08den gefälschten Brief gezeigt.
56:10Dann haben Sie Ihrer Tante die Waffe entwendet.
56:12Sie sind die Einzige,
56:13die Ihre Tante in den letzten Jahren
56:14besucht hat und Andreas gegeben.
56:17Und um ein sicheres Alibi zu haben,
56:20haben Sie ihm sogar den exakten Zeitpunkt genannt,
56:22zu dem er seine Mutter erschießen sollte.
56:25Ich werde Ihren Bruder
56:26wegen Totschlags anklagen.
56:30Mein Bruder, der ist doch gar nicht schuldfähig.
56:39Ihr Bruder,
56:42ist sicher nicht intelligent genug,
56:44um zu begreifen,
56:44dass er nur benutzt wurde.
56:46Ich werde da sein psychiatrisches Gutachten
56:49beantragen und feststellen lassen,
56:50ob er überhaupt schuldfähig ist.
56:53Aber Sie, Frau Kastner,
56:55werden neben Ihrem Bruder
56:57auf der Anklagebank sitzen,
56:58weil ich Sie anklagen werde,
56:59wegen Mordes aus niederen Beweggründen.
57:02Sie wollten den Hof.
57:04Ihr Motiv ist Habgier.
57:08Und ich denke, Sie wissen,
57:09was das bedeutet,
57:11eine lebenslange Freiheitsstrafe.
57:19Meine Mutter,
57:20die hat immer von der Tauershexe gesprochen.
57:23Dabei war sie selbst die Hexe.
57:26Sie ist zwar tot,
57:27aber sie hat gewonnen.
57:31Ihre Mutter war sicher eine schwierige Person,
57:33das glaube ich Ihnen gern.
57:35Aber sie war auch eine Frau,
57:38die ihrem behinderten Sohn
57:39das Heim ersparen wollte.
58:04Okay, man sollte nicht nur
58:05auf seine Intuition heran.
58:07Du bist lernfähig.
58:09Das macht Hoffnung.
58:10Na, dann wollen wir es mal hoffen.
Kommentare