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  • vor 2 Tagen

Kategorie

🎈
Spaß
Transkript
00:00Musik
00:54Ja?
00:56Ja?
00:58Musik
00:59So eine Gelegenheit bekomme ich nie wieder.
01:01Aber ich muss mich eben jetzt entscheiden.
01:03Du hast also ein halbes Pferd.
01:05Das nennt sich Reitbeteiligung, Oma.
01:07Und welche Hälfte hast du?
01:10Vorne oder hinten?
01:12Der Witz ist so alt.
01:14Da bin ich wohl mal wieder nicht auf dem neuesten Stand.
01:17Vielleicht war ich mal so lange kein Witz mehr erzählt hast.
01:21Also wenn ich jetzt 4000 Euro hätte, dann müsste ich mir das Pferd nicht mehr teilen.
01:25Jaja, dann hättest du vorne und hinten.
01:31Oma, hast du vielleicht mal daran gedacht, ein bisschen zu sparen?
01:34Wenn du schon so einen teuren Wunsch hast?
01:36Ich hab gespart.
01:37Ich hab 500 Euro schon.
01:39Aber das reicht halt nicht.
01:41Und meine Eltern sind finanziell mal wieder knapp.
01:47Verstehe.
01:48Also hilfst du mir jetzt oder nicht?
01:51Na ja.
01:52Dann komm nachher vorbei.
01:54So gegen zwei.
01:55Dankeschön.
02:16Oh, Ma.
02:21Em.
02:22Oh, Ma.
02:45WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR
02:57Naja, mit so einer Streptokokin-Infektion ist nicht zu spaßen, ne?
03:01Aber ich denke, nächste Woche ist Dr. Engel wieder im Einsatz.
03:04Ja, es ist hier größer und gute Besserung.
03:06Mach ich.
03:08Und?
03:09Ja, hier haben wir punktuelle Einblutungen, im und ums Auge.
03:12Vermutlich staunungsbedingte Blutungen unter der Gesichtshaut und Hülgemalen an der Haut, hinter den Ohren und am Hals.
03:19Aber ob das die Todesursache ist, ist...
03:22Das werden Sie mir ja morgen sagen können.
03:24Ja.
03:25Todes Zeitpunkt?
03:25Von den Totenflecken und der Körpertemperatur ausgehend, naja, ich sag mal, nicht länger als vier Stunden.
03:32Ja, das passt doch zur Aussage von Nina Böhme, der Enkelin.
03:35Die beiden haben wohl gegen 10.30 Uhr noch miteinander telefoniert.
03:39Ah ja, ist sie noch hier?
03:40Ja, sie ist im Esszimmer. Sie steht ziemlich unter Schock.
03:43Okay, danke.
03:52Guten Tag, Frau Böhme, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
03:56Es tut mir sehr leid, was mit Ihrer Großmutter passiert ist.
04:03Wie standen Sie zueinander?
04:05Was meinen Sie?
04:08Wie war Ihr Verhältnis? Haben Sie Ihre Großmutter oft besucht? Haben Sie sie gemocht?
04:12Natürlich habe ich sie gemocht.
04:14Und besucht?
04:15Ja, auch.
04:17Wann haben Sie sie das letzte Mal gesehen? Geburtstag, Weihnachten?
04:21Keine Ahnung. Ich weiß nicht.
04:23Gab es einen besonderen Grund, warum Sie sie heute besuchen wollten?
04:29Ich wollte Sie um Geld bitten fürs Reiten.
04:33Und haben Sie das Geld bekommen?
04:37Sie war...
04:39Sie war schon tot, als ich reinkam.
04:43Als Sie auf das Grundstück gekommen sind, haben Sie da jemanden gesehen?
04:50Wie sind Sie eigentlich in das Haus gekommen? Sie haben doch sicher keinen Schlüssel.
04:53Die Tür war auf.
05:05Wie viel Geld brauchten Sie denn?
05:094.000 Euro.
05:11Ach, Sie wollten ein Pferd kaufen?
05:13Ja.
05:15Eine ganz junge Stute.
05:17Und die wollte Ihnen Ihre Großmutter bezahlen?
05:21Das klang so, aber...
05:23Das ist doch jetzt auch egal.
05:25Weil wenn ich bis morgen das Geld nicht habe, dann...
05:39die Spurensicherung hat nichts gefunden, was auf einen Raubmord hindeutet.
05:45Was ist sowas wert?
05:471.000? 2.000 Euro?
05:49Ich weiß nicht. Ich...
05:50Ich trage sowas nicht.
05:52Ein Jubiläer aus Frankfurt.
05:54Ich lag im Schlafzimmer in einer unverschlossenen Kommode.
05:57Der Täter scheint nicht nach Wertsachen gesucht zu haben.
05:59Sag mal, gibt es außer dieser Enkelin noch andere Verwandtschaft?
06:02Ja, Frau Lott's Tochter und deren Mann. Zu dem wollten wir als nächstes.
06:06Ja. Lass mal, ich mach das, ja?
06:09Okay.
06:10Es gibt doch nichts über aufmerksame Nachbarn.
06:13Wer ist das?
06:14Kann ich Ihnen so genau nicht sagen. Noch nicht.
06:16Dieser Typ stand immer wieder vom Haus von Frau Lott und hat's beobachtet.
06:20einem Nachbarn ist das aufgefallen, der hat das Foto gemacht.
06:23Ich würde mal sagen, es macht durchaus Sinn, sich noch ein bisschen weiter in der Nachbarschaft, umzuhören.
06:26Macht ihr mir bitte eine Kopie?
06:27Klar.
06:28Danke.
06:30Ist das der Mann, der meine Mutter...
06:33Das wissen wir leider noch nicht.
06:37Kenn ich auch nicht.
06:40Könnte der Mann vielleicht zum Freundes- oder Bekanntenkreis ihrer Mutter gehört haben?
06:46Sie kennen den Bekanntenkreis ihrer Mutter gar nicht?
06:49Ja, schon.
06:49Also nicht besonders gut.
06:51Hat die Mutter denn viele Freunde?
06:55Na ja, Freunde hat sie sich schon.
06:58Ja.
06:59Also so richtig viel wissen Sie offensichtlich nicht über Frau Lott.
07:02Wie denn auch?
07:02Wir stehen jeden Tag zehn Stunden hier im Lach.
07:05Ja, mich, das gehört jetzt nicht.
07:06Früher hatten wir noch zwei Angestellte.
07:08Da bin ich mit meiner Schwiegermutter nachmittags manchmal einen Kaffee trinken gegangen.
07:11Seitdem uns die großen Ketten, die ihren Kampfpreisen kaputt machen.
07:14Lass doch, nimm es doch wach.
07:15Ja, meine Mutter ist tot.
07:18Entschuldigung.
07:22Tut mir leid, dass wir Ihnen nicht weiterhelfen können.
07:25Nicht da gehen.
07:28Ja, doch.
07:37Ich hab'n paar Zeugen, die gesehen haben, wie er hier ein paar Mal genau da vorne rumgestanden hat.
07:47Ist das rumgestanden?
07:48Hat er auf jemanden gewartet oder was?
07:49Ja, wohl auf eine junge Frau, Anfang 20, Brünett.
07:52Sie hat Frau Lott besucht.
07:55Jetzt haben wir also noch eine junge Frau, die keiner kennt.
07:57Und diesmal hat leider auch keiner ein Foto gemacht.
07:59Gibt das Foto mal in der Presse?
08:00Der meint, ist entweder ein Verdächtiger oder ein wichtiger Zeuge.
08:03Gut machen wir.
08:04Gut machen.
08:30Rensam.
08:38Das Kehlkopfgerüst ist gebrochen.
08:41Sie haben also recht mit der ersten Vermutung.
08:43Ja, sie ist erwirkt worden.
08:44Und sehen Sie hier, die Faktor des Oberarmdorhens.
08:48Der Täter muss das Opfer zu Boden gestoßen haben.
08:51Hat sich dann auf ihre Oberarme gekniet und die Hände um ihren Hals gelegt.
08:56Hat sie auf die Oberarme gekniet?
08:57Ja.
08:59Oh Mann.
09:03Ist Ihre Kleidung noch hier?
09:04Hier.
09:09Ich weiß, Sie denken am Faserabrieb.
09:12Na klar.
09:13Sie müssten sich doch Fasern von der Hose des Täters auf der Steckjacke nachweisen lassen.
09:17Ich habe schon veranlasst, dass sämtliche Kleidungsstücke in die KTO kommen.
09:20Sehr gut.
09:21Und sehen Sie hier die Flecken?
09:26Das sieht aus wie... wie... wie Ruß oder was?
09:30Die Finger des Täters waren damit bedeckt.
09:32Wir werden versuchen, die Substanz zu analysieren.
09:34Vielleicht liefert das einen Rückschluss auf den Täter.
09:36Hm.
09:37Entschuldigung.
09:38Ja.
09:38Schubert?
09:39Na ja, wir haben jemanden, der den Typen auf dem Foto wiedererkannt hat.
09:42Wo?
09:43Stadtbank Wiesbaden.
09:44Wir gehen da jetzt rein.
09:45Gut.
09:46Nach der Befragung sehen wir uns in meinem Büro.
09:47Ja.
09:48Okay.
09:48Ja, bis dann.
09:49Danke.
09:51Ja, ich habe den Mann gesehen.
09:52Der hat mal auf Frau Lott gewartet.
09:53Und was heißt jetzt malen?
09:55So ein, zwei Mal vielleicht.
09:57Hier in der Bank?
09:58Äh, nee, meistens draußen in der Halle.
10:01Und Sie haben sich nie gefragt, wer dieser Typ ist?
10:04Nein, es ist doch nachvollziehbar, dass eine Frau von über 70 Jahren nicht allein sein will,
10:08wenn sie mit so viel Geld rumläuft.
10:09Ich dachte, es wären Verwandte oder Bekannter.
10:11Moment, Moment.
10:12Sie hat bei Ihnen Bargeld abgehoben?
10:14Ja.
10:15Viel Bargeld?
10:16Ja, unterschiedlich.
10:18Wie viel ungefähr?
10:19So von 500 bis ein paar Tausend Euro.
10:22Wie?
10:22Und jedes Mal, wenn Sie so viel Geld abgehoben hat, war jemand bei ihr?
10:25Das kann ich Ihnen nicht sagen.
10:27Das haben ja auch andere Kollegen Schalterdienste.
10:29War mal eine junge Frau bei ihr?
10:31Äh, ja.
10:33In der letzten Zeit, so um die 20.
10:35Aber fragen Sie mich nicht, wie die ausgesehen hat.
10:38Wir brauchen die Kontounterlagen.
10:40Kein Problem.
10:40Kleinen Moment.
10:44Vor einem halben Jahr fing Barbara Lott plötzlich an, immer wieder Bargeld abzuheben.
10:49Mal kleinere, mal größere Summen.
10:51Auf jeden Fall immer mehr, als man am Geldautomaten bekommen kann.
10:54Gut möglich, dass dieser Typ vom Foto sie erpresst hat.
10:57Fällt Ihnen irgendwo so ein, womit Frau Lott hätte erpresst werden können?
10:59Mhm.
11:00Im Haus haben wir nichts gefunden, was auf einer Erfressung hindeutet.
11:03Kein Brief, nichts.
11:04E-Mail hatte sie auch nicht.
11:06Telefon?
11:07Ja, das ist die Liste der ein- und ausgehenden Anrufe des letzten halben Jahres.
11:12Oh ja.
11:15Ist überschaubar.
11:16Versonders viele Kontakte scheint sie nicht gehabt zu haben.
11:19Die Geldmarkierten da, die können Sie gleich in der Tonne klappen.
11:22Guten Tag, wir machen eine Umfrage.
11:25Wenn Sie vielleicht zwei Minuten Zeit für uns hätten?
11:26Ah, mit einer großen Chance, ein dickes Auto zugeblieben. Verstehe.
11:30Welche sind die Anrufer aus der Familie?
11:32Gibt es leider nicht.
11:34Das habe ich befürchtet.
11:36Und hier, die blau markierten Nummern sind von drei verschiedenen Handys,
11:38von denen Frau Lott angerufen wurde. Sie hat nicht zurückgerufen.
11:41Zu wem gehören die Anschlüsse?
11:43Alle prepaid und jetzt abgemeldet.
11:47Super.
11:52Also.
11:56Frau Lott hat einem Unbekannten Geld gegeben.
12:00Warum?
12:01Ich glaube nicht, dass er erpresst wurde.
12:04Also muss sie ja aus irgendeinem anderen Grund unter Druck gesetzt worden sein.
12:08Was meinen Sie jetzt damit?
12:10Moralisch? Mitleid?
12:12Spendensache oder was?
12:13Zum Beispiel.
12:17Staatsanwaltschaft Wiesbarn-Reuter, verbinden Sie mich bitte mit dem Leiter der Ermittlungsgruppe Enkeltrick.
12:23Ja, dann.
12:24Oh Mann.
12:25Enkeltrick.
12:25Na los.
12:26Klar.
12:39Na.
12:41Wie viel hast du denn heute schon geschafft?
12:4720?
12:50Ist nicht dein Ernst, oder?
12:51Und wie viel haben wir angebissen?
12:54Keine.
12:58Martin reißt uns den Arsch auf.
13:01Menschen.
13:02Ich wünsche.
13:07Komm.
13:09Du packst das, hm?
13:11Mach's für uns beide.
13:13Bitte.
13:30Ja?
13:31Bitte?
13:32Hallo, Tante Rosi.
13:34Jetzt rat mal, wer dran ist.
13:36Also jetzt verlangen sie aber viel von mir.
13:39Hast du grad sie gesagt?
13:40Ach Mensch, Tante Rusi, ich bin's doch.
13:43Jetzt mach mich nicht traurig.
13:45Tut mir leid, ich komme jetzt gar nicht drauf.
13:48Ja, das kann schon sein.
13:50Das letzte Mal, als wir uns gesehen haben,
13:51da habe ich, glaube ich, noch eine Zahnspange getragen.
13:54Jetzt sag nicht, du bist die Sabine.
13:58Doch, na klar bin ich das.
14:01Sabine?
14:01Ich habe schon gedacht, du hast mich total vergessen.
14:04Na ja, seit ihr nach Bremen gezogen seid,
14:06haben wir uns ja nicht mehr gesehen.
14:08Ja, das ist total schlimm.
14:11Ja, und jetzt wollten wir nächste Woche mal vorbeikommen.
14:14Ach, das ist ja eine Überraschung.
14:17Ja, aber stell dir vor,
14:19letzte Woche sind wir wach geworden
14:20und da war das Auto weg.
14:21Klaut.
14:22Ach.
14:24Ja, und bis die Versicherung zahlt, das dauert.
14:27Aber ich habe jetzt hier beim Händler
14:29ein neues Auto gefunden.
14:30Super billig und es ist ein richtiges Schnäppchen.
14:33Na, wie schön.
14:34Aber mir fehlen ja jetzt noch 5000 Euro für das Auto.
14:36Die Versicherungszeit mindestens acht.
14:39Aber wann?
14:42Ja, ja, die lassen sich manchmal Zeit.
14:45Ja, eben.
14:47Und bis dahin, bis dahin sitze ich hier ohne Auto.
14:50Und dein Schnäppchen ist dann sicher auch weg.
14:52Ja, eben.
14:55Du, ich weiß nicht, ich traue mich ja kaum zu fragen,
14:58aber könntest du mir ein bisschen aushelfen?
15:03Guten Tag, Frau Kommissarin.
15:04Klar, das ist mein Kollege Schubert
15:06und das ist Oberstaatsanwalt Reuter.
15:08Wie kann ich Ihnen denn weiterhelfen?
15:10Sind Sie doch, oder?
15:12Das könnte ich sein, ja.
15:15Deswegen kommen Sie ja gleich mit Polizei und Staatsanwalt.
15:17Ja, aber das kennen Sie ja eine Barbara Lott.
15:20Barbara Lott?
15:21Ja.
15:21Sagt mir jetzt erstmal nichts.
15:23Ist die auch bei der Polizei?
15:26Na, Tante Rosi, ich rufe dich später nochmal an, ja?
15:32Ach.
15:33Hey, was wollen Sie in meinem Zimmer?
15:36Den Laptop beschlagnahmen.
15:37Das dürfen Sie gar nicht.
15:38Doch.
15:39Nicht ohne Durchsuchungsbeschluss.
15:40Das ist richtig.
15:43Wollen Sie ihn sehen?
16:03Herr Plassi, bleiben wir so dabei,
16:04dass Sie Frau Lott noch nie gesehen haben.
16:07Ich bleibe dabei, weil es so ist.
16:09Und Sie?
16:12Entschuldigung, ich habe Sie nicht verstanden.
16:13Ich kenne die nicht.
16:14Ah.
16:16Also Frau Lott steht bei der Ermittlungsgruppe Enkeltrick
16:19auf der Zeugendiste.
16:20Und in derselben Akte tauchen Sie beide auch auf.
16:23Als Verdächtige.
16:25Ist doch merkwürdig, ne?
16:26Das ist merkwürdig, ja.
16:29Herr Plassi, und wie erklären Sie sich,
16:32dass Sie auf diesem Foto genau vor dem Haus von Frau Lott stehen?
16:36Vielleicht bin ich das ja gar nicht.
16:38Michael, du bist mein Freund.
16:40Und wenn ich könnte, würde ich dir sehr gerne helfen.
16:43Ich brauche kein könnte, hätte, würde.
16:45Ich brauche deine Unterstützung.
16:48Du weißt doch, was los ist.
16:51Seit der Bankenkrise ist nichts mehr so wie früher.
16:54Ja, ja.
16:54Die einen machen Millionen und wir werden geopfert.
16:57Für solche Diskussionen bringen doch jetzt nichts.
17:00Du hast recht.
17:01Ich brauche Geld.
17:02Keine schlauen Sprüche.
17:07Kennen Sie diesen Mann?
17:09Nein.
17:12Martin Vogel.
17:15Vermutlich Chef einer Betrügerbande.
17:19Und die beiden da unten sollen auch zu dieser Bande gehören.
17:22Kennen Sie die vielleicht?
17:23Sehr witzig.
17:27Frau Plassi, mir ist vorhin aufgefallen, als ich in Ihrer Wohnung war,
17:30dass an der Wohnungstür nur Ihr Name steht und der Name Ihres Vaters,
17:33aber nicht der Name Ihrer Mutter.
17:35Wie kommt das?
17:36Meine Eltern haben sich scheiden lassen.
17:38Ah, weil Ihre Mutter die kriminelle Laufbahn Ihres Vaters nicht mehr ertragen hat?
17:43Nein.
17:45Mein Vater kam nicht mehr zurecht mit dem vielen Alkohol, den sie getrunken hat.
17:50Von unseren Kollegen der Ermittlungsgruppe Enkeltrick wissen wir,
17:53dass Barbara Lott sie eindeutig als Abholer identifiziert hat.
17:58Ja, aber später hat sie ihre Aussage widerrufen.
18:00Und jetzt fragen wir uns, warum.
18:04Weil sie sich geirrt hat.
18:06Dann sind wir jetzt fertig.
18:08Wir sind fertig, wenn ich das sage.
18:11Barbara Lott ist jetzt tot.
18:14Ermordet.
18:16Und Sie wollen uns weismachen, dass Sie mit der ganzen Sache nichts zu tun haben?
18:19Warum hätte ich der armen Frau irgendwas zu leide tun sollen?
18:22Sie telefonieren ja ziemlich viel, hm?
18:27Was macht man so in meinem Alter?
18:29Ja, klar.
18:32Aber merkwürdigerweise haben alle Menschen, die Sie anrufen,
18:34Vornamen, die nicht mehr so, ja, nicht mehr so ganz modern sind.
18:39Gerda, Sigrid, Kurt, Alfred, Willein.
18:44Wie viele von denen müssen Sie eigentlich anrufen, bis er mal endlich jemand anbeißt?
18:48100, 200, 500?
18:51Ich weiß überhaupt nicht, was Sie von mir wollen.
18:53Das ist zwar eigentlich nicht so schwer zu verstehen.
18:55Ich würde gern wissen, warum Sie so viele ältere Menschen anrufen.
18:58Das ist sowas wie ein Ehrenamt.
19:01Ah, gut.
19:03Und für welche Organisation sind Sie da tätig?
19:06Das ist ganz freiwillig.
19:08Es gibt so viele alte, einsame Menschen.
19:11Und die rufe ich an und unterhalte mich ein bisschen mit denen, damit es ihnen besser geht.
19:16Aber Frau Lott, kennen Sie mir nur nicht.
19:21Vielleicht habe ich jetzt schon mal ein bisschen mit ihr telefoniert.
19:23Was haben Sie denn vor dem Haus von Frau Lott gemacht?
19:26Und vor allem, was hat Ihre Tochter im Haus von Frau Lott gemacht?
19:30Normalerweise ruft der Keiler doch beim Opfer nur an, aber lässt sich da doch nicht blicken.
19:34Wäre ja auch schon blöd, wenn man auf einmal dem Opfer gegenübersteht
19:36und irgendwelche Fragen nicht beantworten kann.
19:38Und die nette, an sich doch so gutgläubige Omi auf einmal checken würde,
19:42dass da nicht die Großnichte aus Osnabrück, sondern nur eine miese, kleine Betrügerin steht.
19:49Und deswegen gibt es ja Leute wie Sie, den anonymen Abholer.
19:52Den keiner kennt und der zu nix was sagen kann.
19:56Keiler Abholer, ich weiß ganz ehrlich nicht, was Sie von mir wollen.
19:58Ach, kommen Sie, Herr Blass, dann machen wir es halt jetzt ganz einfach.
20:01Was wollten Sie und Ihre Tochter Paula von Frau Lott?
20:06Schauen Sie mal, diese Schachtel haben wir in Ihrem Zimmer gefunden.
20:10Wow.
20:14Da sind noch ein paar Marzipankrümel drin.
20:19Und das hier.
20:23Das sind ungefähr 4000 Euro.
20:26Das sind genau 4000 Euro und das sind meine.
20:32Okay.
20:38Auf der Schachtel sind Fingerabdrücke von Frau Lott.
20:42Die Sie ja nicht kennen.
20:44Wie erklären Sie sich das?
20:54Wer kann das gewesen sein mit Frau Lott?
20:57Was soll ich das wissen? Ich habe Sie ja kaum bekannt.
21:00Vielleicht sind wir ja schuld.
21:02Wie kommst du denn auf die Idee?
21:04Na, weil sie alles wusste.
21:06Ja. Und deswegen so einer von uns, die Sie umgebracht haben?
21:09Und wer soll das gewesen sein?
21:16Was wollten die denn von euch?
21:19Die haben nur ein bisschen im Nebel rumgestockert.
21:21Das war nicht nur Nebel.
21:22Die haben Fotos von uns in ihren Akten.
21:28Ich zeig mal einen, bitte.
21:34Diese schwarzen, grußähnlichen Flecken am Hals der Toten
21:38bestehen aus Metalloxiden, Pigmenten und Kunstharz.
21:41Sehr wahrscheinlich Tonopulver.
21:43Ein Laserdrucker zum Beispiel.
21:44Ich habe hier die massenspektroskopische Auswertung.
21:47Dann müssten wir doch eigentlich feststellen können,
21:49welchen Drucker der Täter benutzt hat.
21:50Ja.
21:51Und dann haben wir noch die Textilphasen
21:53auf dem Oberamt der Toten,
21:54da wo der Täter draufgekniegt hat.
21:56Mhm.
21:57Die Hose besteht aus einem feinen, gleichmäßigen Stoff.
22:01Wolle-Viskose-Mischung.
22:03Dunkelgrau.
22:10Du musst Paula mal zeigen, wer der Boss ist.
22:13Ich meine, es geht doch nicht,
22:14dass dir das Mädchen hier auf der Nase rumtanzt.
22:16Du bist halt früher erwachsen geworden, das Kind.
22:19Die bringt dich noch in den Knast?
22:23Vielleicht habe ich es ja verdient.
22:33Wenn you try your best, but you don't succeed.
22:40When you get what you want, but not what you need.
22:44Das ist traurig.
22:47Das kann schon sein.
22:49Ich bin auch manchmal traurig.
22:55Was machst du denn?
22:58Manche Leute trinken, die anderen trösten sich mit Schokolade.
23:02Ich bin schon als Kind darauf gekommen,
23:04dass für mich Marzipan
23:06die beste Mütze ist.
23:10Mund auf.
23:17Das sieht ja ganz anders aus,
23:18als das Marzipan, was ich kenne.
23:20Das schmeckt auch ganz anders.
23:22Meine Familie stammt aus Königsberg.
23:24Das ist heute Kaliningrad in Russland.
23:26Und da hat dieses Marzipan eine lange Tradition.
23:29Zum Glück kann man es aber auch herkaufen.
23:47Ich habe uns ein Dessert mitgebracht.
23:50Königsberger Marzipan.
23:51Na, Sie kennen sich ja auch.
23:52Ich war immer schon süß.
23:55Ich kenne auch den hübschen altbrotischen Laden,
23:57wo Sie das herhaben.
23:59Ich bin durch eine alte Dame draufgekommen.
24:01Mein aktueller Fall.
24:03Die hat sowas immer gern gegessen.
24:04Die alte Dame, die dem Enkeltrick zum Opfer gefahren ist?
24:07Schnitzel kommt gleich.
24:08Ja, ja, genau die.
24:09Ich werde da nicht schlau draus, Schiller.
24:11Wenn man den Nachbarn glaubt,
24:12wenn man sie voll orientiert,
24:14hat sie allein versorgt, gepflegtes Auftreten.
24:16Und so eine fällt auf diese blöde kriminelle Banderei.
24:19Da kann man vermeintlich ganz klar in der Birne sein.
24:22Das Problem sitzt da oben.
24:24Was ist da oben?
24:24Die Inselrinde.
24:26Die ist dafür da, Eindrücke zu verarbeiten
24:28und Risiken einschätzen zu können.
24:30Und was?
24:31Moment mal.
24:35So.
24:37Halten Sie mal.
24:40Das ist der Frontallappen.
24:43Der sitzt über den Augen.
24:45Und daneben, an der Seite,
24:47sitzt der temporale oder auch Schläfenlappen.
24:50Der kümmert sich um Ihr Sprachzentrum
24:53und bedient auch ein paar Gedächtnisstrukturen.
24:55Und hier, unter dem Temporallappen,
24:57sitzt die Inselrinde.
24:59Schieben Sie das Schnitzel da mal rein.
25:01Ja, ja?
25:02Genau, so sieht das ungefähr aus.
25:05Und diese Rinde,
25:07die funktioniert nicht mehr so richtig bei anderen Menschen, oder was?
25:09Richtig.
25:10Dadurch können Sie kein Bauchgefühl mehr entwickeln.
25:12Dazu kommt, dass ältere Menschen,
25:13im Gegensatz zu jungen Menschen,
25:16feine mimische Signale,
25:17die darauf hinweisen,
25:18dass mit dem Gegenüber etwas nicht in Ordnung
25:19nicht mehr erkennen können.
25:23Ja, das ist sehr interessant.
25:26Vielen Dank für die Vorlesung, Herr Doktor.
25:28Keine Ursache.
25:29Sie wissen ja, einmal Arzt, immer Arzt.
25:33Entschuldigung, jetzt bin ich für Sie da.
25:36Schön.
25:38Wir sind immer die Unterlagen durchgegangen,
25:39die Sie uns gegeben haben.
25:41Sagen Sie, woher hatte Frau Lott eigentlich das ganze Geld?
25:43Ähm, Ihr verstorbener Mann war ein sehr erfolgreicher Augenoptiker.
25:48Er hatte zwei Filialen hier in der Stadt
25:50und eine noch außerhalb.
25:51Also vor einem Jahr hatte sie noch circa 120.000 Euro auf Ihrem Konto.
25:55Genau.
25:56Und jetzt sind da nur noch 45.000.
26:00Das heißt, sie hat 75.000 Euro abgehoben.
26:03In einem Jahr.
26:04Und das ist fast alles in bar.
26:05Sind Sie da nicht irgendwann stutzig geworden?
26:07In seiner ganzen Dimension sehe ich das jetzt auch zum ersten Mal.
26:10Und sie hat die Abhebung ja nicht nur bei mir getätigt,
26:12sondern auch bei meinen Kollegen.
26:14Aber dass da Tausende vom Konto abgehen,
26:16das haben Sie schon mitbekommen, oder?
26:18Ja.
26:19Und Sie haben nichts gesagt?
26:21Doch, ich habe Sie darauf angesprochen,
26:22aber sie hat gesagt,
26:23ich soll mir keine Sorgen machen,
26:24es ist alles in Ordnung.
26:25Und damit war die Sache für Sie erledigt?
26:28Nein.
26:29Ich habe Ihren Schwiegersohn, den Michael,
26:31noch mal darauf angesprochen.
26:32Mit dem bin ich ja schon seit Schulzeiten befreundet.
26:34Und?
26:35Na ja, ich habe gesagt,
26:36er soll mal darauf achten,
26:37was seine Schwiegermutter mit ihm ersparten macht.
26:44Vielen Dank, dass Sie das reinkommen.
26:46Kein Problem.
26:47Ist ja egal, nicht so viel los.
26:49Ist das oft so?
26:50Zu oft.
26:52Schauen Sie mal nach vorne.
26:53Na ja, macht das einen Unterschied?
26:58Nee, kaum.
27:01Dann lesen Sie doch mal vor.
27:04P-Z-E-U-K.
27:07Ja.
27:09Macht Ihnen Ihr Beruf Spaß?
27:11Ja, eigentlich schon.
27:13Aber die Tradis haben keine Zukunft
27:16und ich will nicht unbedingt so enden wie...
27:20Was sind denn Tradis?
27:22Traditionelle, also die, die nicht zu einer Kette gehören.
27:25Ach so, und Sie würden lieber zu einer Kette gehören?
27:27Kette oder Tradis, das ist alles dasselbe alte Denken.
27:31Was wir machen müssen, ist ins Internet gehen.
27:36Ähm...
27:37Hier, so einen Online-Shop brauchen wir.
27:39Ah, ja, ja, verstehe.
27:41Was hindert Sie daran?
27:42Ihre Eltern?
27:43Nee.
27:44Ach, wir haben uns ja auch schon ein Angebot eingeholt, aber...
27:46Wahrscheinlich nicht so ganz billig, ne?
27:47Ja.
27:48Dann 25.000 Euro aufwärts.
27:50Mhm.
27:51Meine Oma wollte damals Geld dazugeben, aber...
27:53Na ja.
27:59Und Ihre Oma wollte dann nicht mehr?
28:01Nee.
28:02Sie hat einen Rückzeher gemacht.
28:08Ja.
28:09Sie haben eigentlich total gute Augen.
28:12Sie brauchen gar keine Brille.
28:13Toll.
28:14Ja, wenn man das dann auch noch von einer Fachfrau bestätigt kriegt.
28:18Sie wollten gar keine Augenüberprüfung haben, oder, Herr Staatsanwalt?
28:23Stimmt.
28:24Sie wollten mich ausfragen.
28:27Stimmt auch.
28:29Aber sie meint, das gibt es doch mit den Augen.
28:30Wirklich.
28:31Na, eigentlich hätte Frau Lott gesagt, dass sie ihr Geld der Familie gibt,
28:34damit ihr das Optikergeschäft retten könnt.
28:35Aber dann hat sie sich das von einem paar Kaufen und einem plötzlich anders überlegt.
28:38Und bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt.
28:40Ach so, du meinst, die Familie hat sie umgebracht,
28:42damit sie das Geld dann ins Geschäft schlägen können.
28:45Na ja, bevor sie das ganze Geld dann die Betrüger verschleudert.
28:47Das passt nämlich zu dem, was wir gerade gehört haben.
28:50Michael Böhme hat von der Bank erfahren,
28:52dass seine Schwiegermutter das ganze Geld abhebt.
28:54Ja, könnte natürlich passen.
28:56Na gut, fülle den Böhme mal auf den Zahn, ja?
28:59Bis dann.
29:04Herr Vogel?
29:06Ja?
29:07Guten Tag, mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft in Spahn.
29:11Was kann ich für Sie tun?
29:13Ich habe Ihren Namen gelesen in den Akten der Ermittlungsgruppe Enkeltrick.
29:17Aber außer meinem Namen kann er nicht viel gestanden haben.
29:19Na, da steht wirklich kaum was drin.
29:21Aber die Ermittler glauben, dass Sie der Chef einer kriminellen Bande sind.
29:26Ich bin erschüttert.
29:27Die Ermittler glauben auch, dass Sie das Geld, das mit den Betrugsdelikten eingenommen wird,
29:31mit diesem Restaurant und Ihren anderen Restaurants waschen.
29:35Und wer ist es, der das sagt?
29:39Sagt Ihnen eigentlich der Name Paula Blass etwas?
29:42Ach ja.
29:44Sieht doch da von meinem Kumpel Peter.
29:46Ich habe die beiden so ein bisschen unter meine Fertische genommen.
29:49Die helfen hier manchmal aus.
29:49Oh, das finde ich aber nett.
29:52Ich sage mal so, ich will den beiden helfen, sich eine vernünftige Existenz aufzubauen.
29:57Mit vernünftig meinen Sie legal?
29:58Auf jeden Fall egal.
30:00Finde ich gut.
30:01Ja, finde ich prima.
30:02Ich habe bei den beiden auch den Eindruck, dass sie das Zeug haben, auf den rechten Weg zurückzukehren.
30:06Wenn Paula Blass zum Beispiel vorgelegt gegen den Kopf dieser Bande wäre auch immer das süße Aussagen würde,
30:12dann kämen Sie wahrscheinlich mit einer Bewährungsstrafe davon.
30:16Das können Sie ja mal ausrichten, wenn Sie sie sehen.
30:19Ja.
30:20Das wäre schön.
30:21Danke.
30:44Was machst du hier?
30:45Na, ich abhole.
30:47Ist Papa jetzt allein im Laden, oder was?
30:48Wir haben zugemacht.
30:51Warum das denn?
30:53Meine Mutter ist tot.
30:55Falls du das vergessen hast.
30:56Nein, das habe ich nicht vergessen.
30:59Und zufällig war ich diejenige, die Oma gefunden hat.
31:03Du wirst vorher immer mit uns reden können, bevor du die Oma anrufst.
31:06Wieso brauche ich da jetzt euer Erlaubnis zu, oder was?
31:07Nur weil du Geld wolltest.
31:09Ihr habt mich doch damit im Stich gelassen.
31:11Vielleicht gibt es wichtigere Sachen als ich so...
31:13Wichtigeres?
31:14Was gibt es denn Wichtigeres im Leben als das eigene Kind?
31:18Da muss ich nur mal dich und Oma ansehen.
31:20Red nicht so über meine Mutter.
31:22Ich habe sie sehr geliebt.
31:24Liebe.
31:25Ich habe doch schon seit Jahren keine Zeit mehr.
31:28Warum hast du mich eigentlich abgeholt, ne?
31:32Ja, weil ich mal reden wollte mit meiner Tochter.
31:36Frau Blass, guten Tag.
31:39Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben.
31:41Sie haben mich mit einem Streifenwagen abholen lassen.
31:43Da hatte ich ja wohl keine andere Wahl, oder?
31:46Komm, ich setze Sie sich.
31:48Na, kommen Sie.
32:00Mögen Sie?
32:01Es schmeckt großartig.
32:05Für mich ist das ein Suchtmittel.
32:10Ich habe mit dem Frankfurter Jubilier telefoniert,
32:14bei dem diese Heizkette gekauft wurde.
32:18Am 27. April sind eine ältere und eine jüngere Dame
32:22in seinen Laden gekommen.
32:23Die beiden haben sich Halsketten angeschaut.
32:25Der Jubilier sagt, die beiden seien sehr fröhlich gewesen
32:27und hätten sehr viel Spaß gehabt.
32:30Auf ihn hätten sie gewirkt wie, ja,
32:32wie eine Großmutter und ihre Enkelin.
32:35Ich nehme mal an, die jüngere der beiden Damen waren Sie.
32:40Und wenn?
32:43Eine Woche später ist die ältere Dame zurückgekommen in den Laden.
32:48Ich denke, wir wissen beide, dass das Frau Lott war.
32:52Und hat diese Kette gekauft.
32:53Sie wollte sie verschenken.
32:57Ah.
32:59Entschuldigung, ich brauche ein Stück Marzipan.
33:02Das ist ein ganz altes Königsberger Rezept.
33:05Das ist wirklich seltsam empfehlen.
33:12Nicht auch eins?
33:30Woher haben Sie das?
33:32Im Westen gibt es einen kleinen Laden,
33:33den haben die Großeltern der jetzigen Inhaber
33:35gleich nach dem Krieg eröffnet.
33:38Kannten Sie Frau Lott?
33:40Nein.
33:42Aber ich glaube, Frau Lott hat sie sehr gern gehabt.
33:48Sie haben nächste Woche Geburtstag, richtig?
33:53Ich denke,
33:57Frau Lott wollte Ihnen diese Kette zum Geburtstag schenken.
34:03Und da finden Sie nicht auch,
34:04dass Sie es Frau Lott schuldig sind,
34:06dass wir Ihren Mörder finden?
34:12Die Barabhebungen, die Ihre Mutter getätigt hat,
34:14die belaufen sich auf insgesamt 75.000 Euro.
34:17Oh Gott, ist Ihnen das klar?
34:18Was hat sie denn bloß mit dem ganzen Geld gemacht?
34:21Der nette Bankberater,
34:23mit dem Sie ja auch befreundet sind.
34:25Der hat Ihnen das aber schon gesagt, oder?
34:29Thomas hat mir erzählt,
34:30dass Sie Geld abhebt.
34:32Viel Geld.
34:32Ja.
34:34Aber das gleiche Ihr ganzes Vermögen ist?
34:36Geld, das Sie dringend gebraucht hätten.
34:38Für die Zukunft Ihres Ladens.
34:40Damit das Ganze hier nicht den Bach untergeht.
34:43Ja.
34:45Ja.
34:46Und?
34:48Sind Sie da nicht auf die Idee gekommen,
34:50Ihre Schwiegermutter zu stoppen?
34:51Sie davon abzuhalten,
34:53dass Sie die gesamte Kohle verpulvert?
34:55Ich habe Sie mal darauf angesprochen, ja.
34:58Aber sie hat nur gesagt,
35:00es ginge mich nichts an.
35:03Haben Sie denn die Leute erwischt,
35:05die meine Mutter betrogen haben?
35:07Wir sind nah dran.
35:09Sagen Sie,
35:10kennen Sie diese junge Dame?
35:12Haben Sie die vielleicht sogar mal
35:13bei Ihrer Mutter gesehen?
35:14Guck mal, Schatz,
35:15die kennen wir doch, oder?
35:19Ja, stimmt.
35:22Warten Sie,
35:22ich glaube,
35:23ich habe hinten noch was liegen.
35:30Hier.
35:32Sie hat sich bei uns beworben.
35:34Als Lehrling.
35:35Wir wollten Frau Lott abziehen.
35:38Aber schon am Telefon
35:39war Barbara irgendwie ganz anders
35:41als die anderen Frauen.
35:43Als wenn haben Sie sich
35:43ihr gegen die Bank nicht ausgegeben?
35:45Als Franziska aus Rostock.
35:48Eine Enkelin
35:49von ihrer verstorbenen Schwester.
35:51Und was hat es Ihnen geglaubt?
35:53Frau Lott hatte gar keine Schwester.
35:56Was?
35:57Mein Vater hat das Geld abgeholt.
35:59Zweimal.
36:01Ihr Vater...
36:04Ihr Vater ist noch
36:05ein zweites Mal
36:06zu Frau Lott gegangen?
36:07Aber er hätte doch eigentlich
36:08Angst haben müssen,
36:09dass Frau Lott inzwischen
36:10die Polizei verständigt hatte.
36:11Das zweite Treffen
36:12war vor der Bank.
36:15Da hat er schon aufgepasst,
36:17dass er da möglichst schnell weg kann.
36:20Irgendwann haben wir gedacht,
36:20die muss doch verrückt sein,
36:22die Alte.
36:23Und dann haben wir
36:245000 Euro abgeliefert.
36:26Ab wem?
36:31Mein Vater und ich,
36:32wir haben dann
36:33auf eigener Faust weitergemacht.
36:37Sie sind also weiterhin
36:39zu Frau Lott nach Hause gegangen,
36:41obwohl das
36:41allen Vorsichtsmaßnahmen
36:43widersprochen hat?
36:44Ja.
36:47Sie hat uns
36:48immer wieder
36:49mit kleineren Beträgen
36:50hingehalten.
36:51Und hat gesagt,
36:52wenn ich,
36:53wenn ich wiederkomme,
36:54dann,
36:54dann gibt's mehr,
36:55viel mehr.
36:59Paula ist in der Gegnerart,
37:00dass Frau Lott mit Ihnen
37:01gespielt hat,
37:02Frau Lott hat sie benutzt.
37:04Warum und wozu auch immer?
37:09Das kann schon sein.
37:14Aber ich wollte sie auch sehen.
37:21Und ihr Vater hat weiterhin
37:22jedes Mal draußen gewartet, ja?
37:24Tja.
37:27Der hatte immer
37:28so viel Angst.
37:29Er konnte sich das nicht vorstellen,
37:31dass
37:31jemand einfach
37:32sowas Gutes tut.
37:34Nach eurem ersten Anruf
37:36war übrigens
37:36die Polizei bei mir.
37:38Warum die Polizei?
37:40Ja,
37:40diese Ermittlungsgruppe,
37:42Enkeltrick,
37:42die sind ja hinter euch her.
37:45Weil wir beide wissen doch,
37:46dass du nicht
37:47Franziska aus Rostock bist.
37:49Ich habe die Aussage
37:50zurückgezogen.
37:51Willst du nicht
37:52wenigstens dein Geld mitnehmen?
37:56Bei mir hast du nichts
37:57zu befürchten, Kind.
38:00Wie heißt du denn
38:01nur wirklich?
38:02Paula.
38:05Paula.
38:07Passt doch besser zu dir
38:08als Franziska.
38:10Geh, nimm.
38:17Wie kommst du denn wieder?
38:25Frau Lott muss ja
38:27einsam gewesen sein.
38:30Sie muss sich sehr
38:31danach gesehnt haben,
38:32von ihrer Enkel
38:33in ihrer Familie
38:34besucht zu werden.
38:36Aber da kam niemand.
38:39Nur sie, Paula.
38:41Und obwohl Frau Lott
38:43ganz genau gewusst hat,
38:44dass sie betrogen werden soll,
38:47wäre ihr das immer noch
38:47lieber als ihre Einsamkeit.
38:51Frau Lott.
38:52Aber ich habe sie
38:52wirklich gemocht.
38:54Sie war für mich
38:54wie so eine
38:55gute Oma,
38:56die ich nie hatte.
38:58Und sie waren
38:58für Frau Lott
39:00ein bisschen
39:01die Enkelin,
39:02um die sie
39:02sich so gerne
39:03gekümmert hatte.
39:06Was haben sie
39:07eigentlich
39:07mit dem ganzen Geld
39:07gemacht,
39:08das sie von Frau Lott
39:09bekommen haben?
39:12Einen Teil davon
39:13habe ich meinem Vater
39:14gegeben.
39:15Aber Frau Lott
39:16hat auch ein
39:17geheimes Konto
39:17für mich eingerichtet,
39:19damit ich Geld
39:20für eine Ausbildung
39:21habe.
39:22Ah.
39:24Und?
39:24Haben Sie sich
39:25eine Ausbildungsstelle
39:26gesucht?
39:28Frau Lott
39:29wollte mir
39:29eine besorgen.
39:31Bei ihrer
39:32Tochter.
39:33Die hatte
39:34einen Optiker-Laden.
39:36Das hätte ich
39:37gern gemacht.
39:39Ich habe mich
39:40schon einmal gesehen,
39:41wie ich da
39:42hinter der
39:42Ladentheke stehe
39:43und den Leuten
39:44Designerbrillen
39:45anprobiere.
39:47Wollen wir
39:48das sicher
39:48geklappt?
39:49Frau Lott's
39:50Tochter
39:50wollte das
39:50nicht.
39:53Vielleicht
39:53mochte sie
39:54mich nicht,
39:54keine Ahnung.
39:57Und dann
39:57hatte Frau Lott
39:58noch eine
39:59Leerstelle
40:00für mich.
40:02Als
40:02Bankkauffrau.
40:06Keiner von uns
40:07hatte irgendeinen
40:07Grund, Barbara
40:08was zu tun.
40:08Schon gar
40:09nicht mein
40:09Vater.
40:10Martin Vogel
40:10hatte der
40:11vielleicht
40:11einen
40:11Grund?
40:12Immerhin
40:12ist er
40:13der Chef
40:13der
40:13kriminellen
40:14Bande.
40:14Ich habe
40:14überhaupt
40:15gar nichts
40:15gesagt.
40:17Ach, Paula.
40:20Wollen Sie
40:21eigentlich immer
40:21so weitermachen?
40:22Einfach
40:22immer so
40:23weitermachen?
40:24Ein Leben
40:24als
40:24Kriminelle?
40:27Oder wollen
40:27Sie
40:27vielleicht
40:28die Chance
40:28nutzen,
40:29die Ihnen
40:29Frau Lott
40:29gegeben hat?
40:31Für die
40:31sie vielleicht
40:31sogar
40:31gestorben
40:32ist?
40:34Wie
40:34meinen Sie
40:35ist gestorben?
40:36Aber es
40:37gab
40:37wie jemand
40:37wie Martin
40:37Vogel
40:38darauf reagiert,
40:39dass eine
40:39einle
40:39Dame
40:40wie Frau
40:40Lott
40:40plötzlich
40:41auftaucht
40:41und sein
40:42bestes
40:42Pferd
40:43im Stall
40:43und das
40:43den
40:44Sie,
40:44Paula,
40:44auf dumme
40:45Gedanken
40:45bringt?
40:46Weil Sie
40:47das Geld
40:49von dem
40:49Konto,
40:49das
40:49Frau
40:49Lott
40:50Ihnen
40:50eingerichtet
40:50hat,
40:51neben
40:51einer
40:51Ausbildung
40:52machen
40:52und
40:53nicht
40:53mehr
40:53für
40:53seine
40:53Bande
40:54arbeiten?
40:54Wie
40:55viel
40:55haben
40:55Sie
40:55gemacht
40:55für
40:56ihn
40:56im
40:56Monat?
40:5650.000?
40:57100.000?
40:58Und
40:59darauf
40:59soll er
40:59verzichten?
41:00Das
41:00würde
41:00er
41:00nicht
41:01tun,
41:01Paula.
41:03Niemals!
41:27Paule,
41:28gut,
41:28dass du anrufst.
41:30Hast du
41:31Frau Lott
41:31umgebracht?
41:32Wer
41:32erzählt
41:32denn
41:33so
41:33einen
41:33Scheiß?
41:35Der
41:35Staatsanwalt
41:36glaubt,
41:37Frau Lott
41:38uns
41:38bei der
41:38Polizei
41:39verrat.
41:40Okay.
41:40Paula,
41:41pass auf,
41:41das ist
41:41absolut
41:41Quatsch.
41:43Du musst
41:43dich
41:44zusammenreißen.
41:45Ich
41:45muss
41:46gar
41:46nichts
41:46mehr.
41:47Ich
41:48steige
41:48bei
41:48dir
41:48aus.
41:49Und
41:49ich
41:49werde
41:49Papa
41:49sagen,
41:50dass
41:50er
41:50das
41:50auch
41:50tun
41:50soll.
41:52Du
41:53kannst
41:53aber
41:53nicht
41:53einfach
41:53aussteigen.
41:55Du
41:55hängst
41:55da genauso
41:56drin wie
41:56alle
41:56anderen
41:56auch.
41:57Nicht,
41:57wenn
41:57ich
41:57eine
41:58Aussage
41:58vor
41:58Gericht
41:58mache.
41:59So,
41:59wo
41:59ist
41:59dein
41:59Vater?
42:00Gib
42:00mir
42:00den
42:00jetzt
42:00mal
42:00bitte.
42:01Der
42:02ist
42:02nicht
42:02hier.
42:03Der
42:04kommt
42:04erst
42:04morgen
42:04früh
42:04wieder.
42:05Pass auf
42:06Paula,
42:06mach
42:15und
42:28auch
42:42da.
42:45Das
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46:45Über den versuchten Mord an Paula Blast müssen wir ja nicht mehr groß reden.
46:48Dafür gibt es ja nur Zeugen genug.
46:50Lassen Sie uns doch mal über Barbara Lott reden.
46:55Ich kenne keine Barbara Lott.
46:59Ich durfte ja nur wohl live miterleben, dass Sie ganz schön stinkig werden können,
47:03wenn Ihnen jemand versucht, das Geschäft kaputt zu machen.
47:07War das bei Frau Lott genauso?
47:09Ich kenne keine Frau Lott.
47:11Hat die Untersuchung seiner Wohnung was ergeben?
47:13Eine dunkelgraue Hose haben wir, allerdings die falsche Faser und Druckerfehlanzeige.
47:18Hören Sie mir mal gut zu, Sie dämliches Arschloch.
47:21Aus der Nummer kommen Sie nicht mehr so einfach raus. Ist Ihnen das klar?
47:28Ja, da werde ich mich persönlich drum kümmern.
47:36Also, wo waren Sie am Dienstag zwischen 14 und 16 Uhr?
47:41Unterwegs.
47:43Wo genau waren Sie?
47:49In Berlin.
47:50Er hat im Laufe des letzten Jahres ungefähr ein Dutzend Restaurants erworben.
47:54Ach. Und das wahrscheinlich alles mit dem Enkeltrick-Geld?
47:57Naja, das glaube ich auch.
47:58Zu den versuchten Mord an Paula Blast können wir ihm natürlich nachweisen.
48:01Und wenn sie bei ihrer Aussage bleibt, auch Betrug, Bildung einer kriminellen Vereinigung, vielleicht sogar Geldwäsche.
48:08Aber er ist nicht der Mörder von Frau Lott.
48:10Warum nicht?
48:11Schau mal.
48:14Notarieller Kaufvertrag.
48:18Bei dem Berlin ist das Restaurant Mekong gekauft.
48:20Jetzt schauen wir auf den Büro-Kunus-Termin.
48:25Alles klar.
48:26Am Tattag war er 450 Kilometer Luftlinie vom Tatort entfernt.
48:29Ja.
48:30Ja.
48:33Ja.
48:35Ja.
48:50Ja.
48:51Ja.
48:54Ja.
48:55Ja.
48:56Ja.
48:57Ja.
48:57Ja.
48:58Ja.
48:59Ja.
49:00Ja.
49:02Ja.
49:03Ja.
49:03Ja.
49:03Ja.
49:03Ich schau mir gerade noch mal die Kontostüge von Frau Lott an.
49:07Es gibt eine Bauauszahlung über 1000 Euro am 27. April gegen 13 Uhr.
49:12Das kann nicht Frau Lott gewesen sein.
49:14Warum kann das nicht sein?
49:16Weil sie an dem Tag um diese Uhrzeit in Frankfurt bei dem Juwelier war
49:19und sich Heilskäppen angeschaut hat.
49:20Ach, okay.
49:22Setz doch noch mal an, ja.
49:23Machen wir.
49:38Warte, hallo Frau Blass.
49:39Frau Blass, ich würde gerne noch mal kurz ein bisschen sprechen.
49:43Ja, am besten gleich.
49:45Wo sind Sie denn?
49:47Nee, nee, nee, nee, ich komme da gerne hin.
49:48Ich kenne das.
49:56Hallo Frau Blass.
50:04Schön hier, hm?
50:07Waren Sie mit Frau Lott auch manchmal hier rum?
50:16Frau Blass, Sie haben mir doch erzählt,
50:17dass Frau Lott noch eine zweite Lehrstelle für Sie organisiert hatte.
50:20Bei einer Bank.
50:22Ja.
50:23Sie hatte da einen Bekannten.
50:26Der hat ihr noch was geschuldet.
50:28Ich bin mit ihr da hingegangen.
50:29Man sollte draußen warten.
50:32Du kriegst eine Lehrstelle, stell dir das mal vor.
50:34Nein.
50:35Ist das nicht toll?
50:36Ich kann einfach hier anfangen.
50:38Einfach so.
50:38Und dann kam sie raus und hat gesagt,
50:40es geht schon in Ordnung mit der Lehrstelle.
50:43Einfach so, ohne dass Sie sich bewerben mussten?
50:46Ja, das hat mich auch gewundert.
50:50Wissen Sie, wer dieser Bekannte war?
50:57Wann genau waren Sie mit Frau Lott bei der Bank?
51:00Dienstag Vormittag.
51:03Das war also der Tag, an dem Frau Lott ermordet wurde.
51:13Herr Lange, wir müssen Sie bitten, mit ins Kommissariat zu kommen.
51:17Herr Lange sagt Ihnen die Firma Genofin etwas.
51:21Die Genofin arbeitet an der Entwicklung eines Krebsmedikamentes.
51:26Wenn Sie eine Beratung in Sachen Geldanlagen brauchen,
51:29warum lassen Sie sich nicht einen Termin geben
51:30und kommen zu mir in die Bank?
51:32Weil ich glaube, dass Sie ein schlechter Berater wären.
51:36Ich habe mir mal Ihre Kontoverdichtung geschicken lassen.
51:39Sie haben wie verrückt Aktien der Genofin gekauft,
51:43obwohl der Kurs massiv gefallen ist.
51:45Das nennt man den Einstandspreis verbilligen.
51:50Aktuell ist die Firma ja praktisch pleite.
51:54Daran bin ich aber unschuldig, Herr Staatsanwalt.
51:56Sie haben mehr Geld für diese Aktienkoffer ausgegeben,
51:59als Sie verdient haben.
52:00Wie haben Sie das gemacht?
52:02Rücklagen?
52:03Ja, klar.
52:05Drei eigenen oder die Ihrer Kunden?
52:09Herr Lange, schauen Sie mal.
52:10Ich habe hier ein Auszahlungsbeleg.
52:14Am 27.04. wurden 1000 Euro bar ausgezahlt
52:18vom Konto von Frau Barbara Lott.
52:20Diese Auszahlung haben Sie vorgenommen.
52:22Das haben wir überprüft.
52:24Ja, dann wird das wohl so sein.
52:28Das ist die Unterschrift von Frau Lott?
52:32Ja, das ist sie.
52:34Ah ja, interessant.
52:36Frau Lott war nämlich an diesem Tag genauer.
52:39Um diese Uhrzeit kann ich in Wiesbaden.
52:42Und ich denke, spätestens nach dieser Auszahlung
52:45wird sich Frau Lott die Frage gestellt haben,
52:47die ich mir auch stelle.
52:49Wer ist in der Lage, ohne Ihre Zustimmung,
52:52Bargeld von Ihrem Konto abzuheben?
52:56Da gibt es doch eigentlich nur eine Antwort.
52:58Das kann doch nur der Mitarbeiter sein,
53:00der das Konto betreut.
53:03Also Sie, Herr Lange.
53:04Was?
53:05Könnte es sein, dass Ihnen aufgefallen ist,
53:06dass Frau Lott entgegen Ihren sonstigen Gewohnheiten
53:08auf einmal angefangen hat,
53:10in kurzen Abständen größere Bargeldsummen abzuheben?
53:13Und könnte es sein, dass Sie gedacht haben,
53:14naja, Frau Lott, das ist eine ältere Dame,
53:16der fällt jetzt doch sicher nicht auf,
53:17wenn ein paar tausend Euro mehr fehlen.
53:19Und mit diesem Geld könnte ich wunderbar
53:21meine Verluste ausgleichen.
53:24Das können Sie doch alles gar nicht beweisen.
53:26Das stimmt.
53:29Aber ich will Ihnen auch gar nicht
53:31die Unterschlagung von Kundengeldern nachweisen.
53:34Ich will Ihnen den Mord an Frau Lott nachweisen.
53:38Am vergangenen Dienstag war Frau Lott bei Ihnen in der Bank.
53:41Was wollte sie von Ihnen?
53:43Sie wollte, dass ich ihr helfe.
53:45Es ging um eine Leerstelle für eine Bekannte.
53:49Da haben Sie sich ja so richtig ins Zeug gelegt.
53:52Sie haben sogar mit der Zentrale in Frankfurt telefoniert.
53:54Ja, um einer langjährigen Kundin einen Gefallen zu tun.
53:58Ich meine, Sie haben über drei Stunden herum telefoniert,
54:03nur um einer Kundin einen Gefallen zu tun?
54:05Oder könnte es sein, dass Frau Lott Ihnen gesagt hat,
54:08mein lieber Herr Lange,
54:09Sie haben mir etliche 10.000 Euro von meinem Konto geklaut.
54:12Jetzt können Sie mal etwas für mich tun.
54:16Hat das eigentlich geklappt mit der Leerstelle?
54:21Nein.
54:22Sie sind an dem Tag früher gegangen, richtig?
54:25Ja.
54:28Mir ging es nicht gut.
54:29Ja, Sie hatten den Verdacht,
54:31dass das mit dem Tonerpulver zu tun hat, ne?
54:34Bestimmt.
54:36Der Drucker hat an dem Tag gesponnen.
54:37Ja, ja, das kenne ich.
54:38Das Zeug verteilt sich,
54:40weil man hat das an den Händen,
54:41man kriegt das kaum noch ab.
54:43Unangenehm.
54:45Wissen Sie, wo wir dieses Pulver noch gefunden haben?
54:51Am Hals der ermordeten Frau Lott?
54:59So ein Drucker ist ja keine Einzelanfertigung.
55:02Das ist ja noch kein Beweis.
55:08Aber das ist ein Beweis.
55:10Herr Lange, das ist Ihre Hose.
55:11Die haben wir in Ihrer Wohnung sichergestellt.
55:13Und Fasern dieser Hose
55:14haben wir an der Strickjacke von Frau Lott nachgewiesen.
55:24Herr Lange, bitte verschwenden Sie jetzt keine Energie daraus.
55:26Ich höre deine Geschichte aus.
55:27Erzählen Sie mir einfach, wie es zu der Tat gekommen ist.
55:31Ich nehme mal an,
55:31Sie sind nicht gezielt in die Wohnung von Frau Lott gefahren,
55:34um Sie umzufolgen, richtig?
55:40Nein.
55:45Ich muss mit Ihnen reden.
55:47Ich kann doch auch nicht entscheiden,
55:49wer eine Leerstelle kriegt oder wer nicht.
55:51Ja, dann müssen Sie mir das Geld zurückgeben.
55:52Frau Lott, ich habe das Geld nicht mehr.
55:54Ja, dann rufe ich die Polizei an.
55:56Ganz einfach.
55:58Und Sie ließ sich nicht aufhalten.
56:01Und als Sie dann zu den Hörer griffen,
56:03dann ging alles plötzlich ganz schnell.
56:27Dann lag sie da.
56:33Das ging überhaupt nicht schnell, Herr Lange.
56:37Und auch nicht einfach so.
56:39Sie haben sich mit Ihrem ganzen Gewicht auf Frau Lott gekniet.
56:43Es ist sogar ein Oberarmtknochen gebrochen.
56:46Sie hatten die ganze Zeit die Möglichkeit, sich zu entscheiden.
56:49Und Sie haben sich entschieden.
56:50Sie wollten Frau Lott umbringen.
57:04Ich dachte, das wäre vielleicht eine nette Erinnerung für Sie.
57:08Dankeschön.
57:10Ja.
57:12Und das Geld, was Frau Lott für mich zurückgelegt hat,
57:14ich habe es abgeholt und Ihre Tochter zurückgegeben.
57:16Sehr gut.
57:18Das macht es mir nämlich leichter,
57:20mich darum zu kümmern,
57:21bis Ihre Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird.
57:23Und das macht es mir wiederum leichter,
57:24meine Lehrstelle anzufangen.
57:26Sie haben eine Lehrstelle?
57:27Ja.
57:29Als Augenopsiegerin bei der Tochter von Frau Lott und dem Schwiegersohn.
57:32Toll.
57:35Und die Kette?
57:38Die haben mir die Böhmens geschenkt,
57:40als ich Ihnen das Geld wieder zurückgebracht habe.
57:42Schön.
57:43Ja, ich wünsche Ihnen viel Glück.
57:45Dankeschön.
57:46Alles gut.
57:47Alles Gute. Tschüss.
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