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01:08Musik
01:53Eine junge Frau, Mitte, Ende 20. Sicherlich wurde sie von einem Auto erfasst. Es gibt Rennspuren.
01:59Personalien?
02:00Nein. Ich glaube nicht, dass sie hier spazieren war. Sie sieht eher so aus, als ob sie sich ins Nachtleben
02:06stürzen wollte.
02:07Kein schöner Anblick vor dem Frühstück.
02:12Naja, nach dem Frühstück sieht das auch nicht schöner aus.
02:15Heute befindet sich in der sogenannten Du-Haltung.
02:19Wie bitte was?
02:20Sein Oberkörper. Der ist nach vorne geneigt.
02:23Schwere Schädelfraktur mit starken äußeren und wahrscheinlich inneren Blutungen.
02:27Hirnverletzungen sind durch die Wucht des Aufpralls wahrscheinlich.
02:30Helfen Sie mir mal?
02:31Ja, klar.
02:32Das ist ein ganz klares Zeichen dafür, dass er seinem Gegenüber wohl gesonnen ist.
02:37Wann ist das passiert?
02:38Die Leichenstarre ist voll ausgeprägt. Wenn ich die Nachttemperatur berücksichtige, würde ich sagen zwischen 20 und 21 Uhr gestern Abend.
02:46Wie lange brauchen Sie für den Bericht?
02:48Es kommt darauf an, ob ich ihn persönlich habe.
02:50Ach, Frau Dr. Engel. Das lasse ich mir doch nicht nehmen.
02:53Schätze, machen Sie mir Schuhe geschickt.
02:54Ja, man lernt ja auch seinen Fehlern.
02:58Also, danke Ihnen.
02:59Gern.
03:06Ist was mit mir?
03:07Nein, nein. Alles okay.
03:10Schubert, wie war das Seminar? Nonverbale Kommunikation?
03:14Unvernehmungstechniken unter besonderer Berücksichtigung der Körpersprache, ja.
03:17Genau, so einen Fremdsprachenkurs. Habe ich mir gemerkt.
03:20Nee, es war toll. Ich nehme die Leute in meiner Umgebung jetzt ganz anders wahr.
03:26Super. Dann hoffe ich mal, dass wir alle von Ihren neuen Erkenntnissen profitieren.
03:29Na klar.
03:31Klar.
03:43Wie kommt eine Frau, wie kommt eine Frau in so einen Klamotten abends in den Wald?
03:49Gute Frage.
03:50Naja, vielleicht ist das ja hier so eine Gegend für eine schnelle Nummer am Auto.
03:53Meinst du, sie war eine Prostituierte?
03:55Ja. Oder jemand hat sie abgeschleppt von einer Party. Ich meine, irgendwie muss sie ja hierher gekommen sein. Verstehst du?
04:00Oder siehst du hier irgendwo eine Bushaltestelle?
04:04Anzeige!
04:05Na gut.
04:17Siehst du?
04:18Das muss aber nichts heißen.
04:21Na ja.
04:23Annika Siebold hatte eine Halbtagsstelle als Zahnarzthelferin. Ihr Chef wusste nicht viel über sie zu berichten.
04:28Sie hatte die Stelle erst seit ein paar Wochen.
04:31Davor hat sie in München gelebt. Wir haben die dortigen Kollegen gebeten, ihre Eltern zu informieren und weitere Auskünfte einzuholen.
04:37Und ich habe mir ihre Wohnung angesehen. Single-Haushalt, nichts Auffälliges. Und die Nachbarn, die kommen noch nicht viel über
04:42sie sagen.
04:42Aber ich habe da so einen kleinen Zettel gefunden, auf dem draufsteht, dass sie sich heute mit einem Stefan Schreiber
04:48treffen wollte.
04:48Dann werde ich mal einen Besuch abstatten.
04:51Ihr Handy haben wir weder im Wald noch in ihrer Wohnung gefunden. Ich habe bei der Telefongesellschaft die Verbindungsliste beantragt.
04:56Was hat denn die Spurensicherung gefunden?
04:58Nichts, bis auf diese Reifenspuren auf dem Waldweg. Die Kollegen meinen, dass das Fahrzeug möglicherweise was vom Aufprall abbekommen hat.
05:05Aber da wir den Fahrzeugtyp nicht kennen, kommen wir da auch erst mal nicht weiter.
05:08Also, ich muss los, ja?
05:09Es kann aber sehr gut sein, dass sie vorher, dass sie vorher selbst in den Wagen gesessen hat, mit dem
05:14sie später überfahren wurde.
05:18Cool, will ich auch haben.
05:20Wofan?
05:22Schubert, ja?
05:25Ach du Scheiße.
05:32Hallo Bernd, du hättest nicht kommen brauchen.
05:35Ich wollte aber.
05:36Ja, männliche Leiche, vielleicht Mitte 30. Keine Ausweispapiere.
05:41Der Angler da vorne hat ihn vor zwei Stunden aus dem Wasser geholt.
05:45Ist das hier auch der Tatort?
05:47Nein, die Spurensicherung ist schon durch. Die Leiche wurde hier nur ans Ufer geschwemmt.
05:51Was sagt der Frau Dr. Engel?
05:53Schwere Kopfverletzung und eine Prellung am Hals.
05:56Die Kopfverletzung könnte von einem Schlag mit einem festen, kantigen Gegenstand kommen.
06:00Er könnte auch die Todesursache gewesen sein.
06:02Sie meinte, wir sollen von einem Gewaltverbrechen ausgehen.
06:04Und das wann ungefähr stattgefunden haben könnte?
06:07Da wollte sie sich nicht festlegen.
06:13Zwei Tote an einem Tag? Hatten wir auch noch nicht.
06:17Brauchen Sie ein Fahrrad?
06:19Haben Sie einen zu verschenken?
06:24Ah.
06:26Sie halten mich ganz schön auf Trab.
06:29Bei Frau Siebold kann ich nicht viel hinzufügen. Sie starb an Gehirnblutung.
06:34Hämatome am ganzen Körper durch den Aufprall aufs Auto.
06:37Keine Abwehrverletzungen, kein Fremdeinblutung.
06:41Bei diesem Herrn allerdings muss ich mich korrigieren.
06:45Er starb nicht durch den Schlag auf den Kopf, der Mann ist ertoten.
06:49Hat was da in der Lunge?
06:50Eine ganze Menge.
06:51Schauen Sie mal, das Schlaginstrument hatte kleine Einkerbungen.
06:55Sowas habe ich noch nicht gesehen.
06:58Todeszeitpunkt?
06:59Zwischen 1932 und 1934.
07:02Wie bitte?
07:03Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
07:05KTU.
07:06Die Uhr, die er trug, ist nicht wasserdicht.
07:09Im Wasser macht sie spätestens nach zwei Minuten schlappen.
07:11Ah.
07:13Ach, und noch was vor seinem Tod hat er noch aus seinem Gessen.
07:16Ja, das oder hat mich nicht.
07:17Bitte?
07:18Herbert Koch. Sein Name ist Max Roba.
07:25Ja, das ist ja, das ist schrecklich.
07:30Was ist denn passiert?
07:31Das wissen wir leider noch nicht.
07:33Wann haben Sie Roba denn das letzte Mal gesehen?
07:37Das ist schon eine Weile her.
07:39Ich habe ihn vor vier Monaten entlassen.
07:42Mit seinen abenteuerlichen Kreationen hat er mir die Sterngäste verkrault.
07:46Dann musste ich leider die Notbremse ziehen.
07:49Wissen Sie, was er danach gemacht hat? Also beruflich?
07:52Er hat einen Catering-Service betrieben, glaube ich.
07:55Katrin, wo willst du denn hin?
07:57Ich muss noch was erledigen.
07:59Guten Tag, Herr Reuter.
08:00Hallo, Frau Schönecke.
08:02Vor Ihnen steht eine staatlich geprüfte Gastronomin.
08:05Katriere.
08:06Sie war die Beste auf der Hotelfachschule.
08:08Da spricht die stolze Mutter.
08:10Hast du den Sauerbraten eingelegt?
08:13Das mache ich später. Ich bin gleich wieder da.
08:17Ja. Ich bin froh, dass ich später das Restaurant übernehmen kann.
08:22Na, aber das wird ja noch ein paar Jahre dauern.
08:25So agil wie Sie sind.
08:28Sie sind und bleiben ein Chameur, Herr Reuter.
08:32Ja, ja, ja, ja.
08:38Zwei Euro, bitte.
08:40Dankeschön.
08:43Was darf es sein?
08:45Frau Terhagen? Nicole Terhagen?
08:49Hauptkommissarin Klar, das ist mein Kollege Schubert.
08:51Ich habe eine Genehmigung.
08:54Worum geht's denn nicht?
08:55Haben Sie im Moment Zeit?
08:57Also, können wir uns irgendwo in Ruhe unterhalten?
09:00Ich kann hier gerade nicht weg.
09:02Worum geht's denn?
09:05Wie lange waren Sie denn zusammen?
09:09Zwei Jahre.
09:11Und wann haben Sie Ihren Freund das letzte Mal gesehen?
09:14Erster Nachmittag.
09:16Wenn ich Zeit habe, helfe ich Max beim Catering.
09:20Entschuldigung?
09:22Ich mach das.
09:25Kilo 93.
09:27Kilo 93.
09:29Okay, ähm, wie viel wollen Sie denn?
09:31Sie helfen beim Catering.
09:37Wir haben die vorbereiteten Essen und Getränke zum Kunden gebracht.
09:42Um 15 Uhr.
09:45Danach habe ich wachsig mehr gesehen.
09:48Haben Sie sich nicht gewundert, dass Ihr Freund nachts nicht nach Hause gekommen ist?
09:53Nein.
09:54Das passiert schon mal.
09:56Ich dachte, er wäre vielleicht beim Freund geblieben.
10:00Was war das für ein Job, den er gestern hatte?
10:02Ähm, seit zwei Wochen hat er einen Auftrag auf einer Privatjacht.
10:07Eine Jacht?
10:07Was denn für eine Jacht?
10:10Von einem Herrn.
10:12Stellmann.
10:14Der bewirtete alle zwei Tage Gäste auf seinem Schiff.
10:18Geschäftsleute.
10:19Banker.
10:38Frau Teerhagen ist ziemlich fertig.
10:41Schubert hilft ihr, den Stand abzubauen und fährt wieder nach Hause.
10:46Bernd?
10:48Ich komme ja nach.
11:34Tja, wann habe ich Herrn Robra das letzte Mal gesehen?
11:36Das muss gestern Abend so gegen 19 Uhr gewesen sein, nach dem Ende der Tour.
11:40Da bin ich gegangen.
11:41Er musste nochmal an Bord, um seine Sachen zu holen.
11:42Sie hatten ihn für zwei Wochen engagiert.
11:45Kostspieliges Vergnügen.
11:47Bewirtungskosten.
11:48Die sind steuerlich absetzbar.
11:50Sie haben doch bestimmt in der letzten Zeit in der Presse darüber gelesen, dass hier ein neues Technologiezentrum entstehen wird.
11:55Für das gesamte Rhein-Main-Gebiet.
11:57Ein Milliardenprojekt.
11:58Das Konsortium hat mich beauftragt, weitere Investoren dafür zu finden.
12:01Man kann das Ganze natürlich als PowerPoint-Präsentation in einem Büro machen.
12:05Oder auf einer wunderschönen Yacht mit Champagner und Austern.
12:09Sie sagen es?
12:10Wie kann ich mir denn so einen rein geschäftlichen Nachmittag an Bord vorstellen?
12:15Kurze Begrüßungsrede, gutes Essen, Fachgespräche. Es wird natürlich eine Menge getrunken.
12:22Aber was ist jetzt mit Herrn Robra?
12:24Herr Robra ist tot.
12:26Wir haben heute Morgen so eine Leiche gefunden.
12:28Und wir gehen von einem Gewaltverbrechen aus.
12:36Das ist jetzt nicht Ihr Ernst.
12:38Herr Stellmann, ist Ihnen irgendetwas Ungewöhnliches an Herrn Robra aufgefallen?
12:42Oder hat er was gesagt, was Sie irritiert oder sogar beunruhigt hat?
12:46Ich glaube, ich habe gestern überhaupt nicht mit Ihnen gesprochen.
12:49Er hat den Job nie zum ersten Mal gemacht. Ich musste mich um nichts kümmern.
12:53Vielleicht ist Ihren Gästen was aufgefallen. Ich brauche die Namen.
12:56Das sind potenzielle Investoren. Da geht es um riesige Summen. Das ist ein hochsensibles Business.
13:00Machen Sie sich keine Sorgen. Wir sind diskret.
13:05Herr Stellmann, ich hätte gern die Namen.
13:08Sonst besorge ich einen richterlichen Beschluss und dann sind wir nicht mehr diskret.
13:11Jetzt halten Sie mal den Ball flach, ja?
13:13Sie müssen mich bitte auch verstehen.
13:16Darf ich mich auf Ihrer Yacht ein bisschen umschauen?
13:19Letztverständlich.
13:22Für eine Frauen sind an Bord immer willkommen.
13:31Oh Mann.
13:32Ich bin auf der Entzündung.
14:09Guten Tag, Polizei.
14:11Ist das Ihr Baden?
14:13Guten Tag. Nein, das ist nicht meine Hand.
14:15Dann einmal die Papiere, bitte.
14:17Ja, Brieftasche halten Sie schon in der Hand.
14:20Das ist nicht meine Brieftasche.
14:22Oh, scheiße.
14:24Tut mir leid, ich habe meine Brieftasche offensichtlich im Beruf vergessen.
14:27Ist aber kein Problem, eine Kollegin von mir ist drüben auf der Jacht.
14:29Ich gehe mal stellen.
14:30Sie gehen nirgendwo hin.
14:31Okay, mach mal ganz von vorne. Mein Name ist Reuter.
14:34Hände an den Wagen.
15:00Ja, klar hier.
15:02Bitte sagen Sie bei der Spurensicherung Bescheid.
15:04Ich brauche ein Team am Rheinanleger Burg Kras.
15:07Ja.
15:35Immer hereinspazieren.
15:39Ein Martini und so wachst.
15:42Nee, Mann.
15:44Liegt das schon mal ab?
15:47Das Geld ist da, wo es immer ist.
15:50Willst du noch schnell unter die Dusche?
15:53Ich habe heute schon geduscht.
15:54Danke.
15:55Tut mir leid, ich bin's nur.
15:58Und wer zum Teufel sind Sie?
16:01Schubert Kriminalpolizei.
16:04Er behauptet, er wäre Oberstaatsanwalt Reuter.
16:07Keine Papiere, nix.
16:09Gepflegt des Äußeres, stattliche Erscheinung.
16:12Ja, prüft das mal bitte.
16:14Bernd!
16:17Hauptprommissarin, klar, was ist denn mit Oberstaatsanwalt Reuter?
16:22Er hat es in einem fremden Wagen zu schaffen gemacht und konnte sich nicht ausreisen.
16:26Bernd, hat sich da ein Einsatz wenigstens gelohnt?
16:29Rohbrat, Handy und Brieftasche im Auto liegen lassen.
16:31Das sieht ein bisschen so aus, als wäre er noch mal kurz vor Yacht zurückgelaufen.
16:34Und du, Stellmann?
16:36Ich habe Blutspuren entdeckt.
16:37Die Spurensicherung ist an Bord.
16:41Du machst jetzt ganz bestimmt kein Foto, okay?
16:43Oh!
16:47Ich bin durch eine Anzeige auf Annika aufmerksam geworden.
16:50Das war ungefähr vor zwei Monaten.
16:55Sie kam einmal die Woche.
16:58Und Ihre Frau?
17:00Ihr weiß natürlich nix davon, dass Sie sich mit einer Prostituierten treffen.
17:04Meine Frau?
17:06Ach, wegen dem Namen.
17:07Johanna auf dem Klingelschild.
17:10Das ist der Name meiner Tochter.
17:11Die ist hier gemeldet, studiert aber in Hamburg.
17:16Wissen Sie, ich bin seit zehn Jahren geschieden und habe einfach keinen Bock mehr auf eine feste Bindung.
17:22Ja.
17:23Aber als Prostituierte würde ich Annika nicht bezeichnen.
17:27Na, was soll das denn sonst gewesen sein?
17:30Ja, sie hat sich zu ihrem Job noch was dazu verdient.
17:35Indem sie ab und zu mit Männern ins Bett gegangen ist, die ihr gefallen haben.
17:39Und die ihr dann dafür Geld gegeben haben.
17:40Andere gehen putzen, babysitten.
17:46Ja.
17:48Also dann haben Sie Frau Siebold von der Woche das letzte Mal gesehen?
17:52Nein.
17:54Wie jetzt?
17:55Naja, sie konnte nicht.
17:57Warum?
17:58Sie hat mir gesagt, dass sie eine Verabredung hat auf einer Yacht.
18:09Sie haben ihn tot aus dem Wasser gezogen.
18:12Wirklicherweise ist er umgebracht worden.
18:16Ich habe immer befürchtet, dass es mal ein schlimmes Ende mit ihm nehmen wird.
18:20Einer, der in fünf Jahren siebenmal die Stelle gewechselt hat.
18:24So einer bringt doch nichts zustande.
18:30Kannst du bitte bei Baumgatz anrufen?
18:32Die müssen unbedingt heute noch Riesling liefern.
18:34Wir haben nur noch drei Flaschen.
18:37Hast du mich gehört?
18:40Katrin?
18:42Katrin?
18:53Ich muss da mal kurz.
18:54Herr Reuter?
18:56Na, wieder auf freiem Fuß?
18:58Ah, hat sie schon rumgesprochen, ja?
19:00Wundert Sie das?
19:02Bisschen Flurfunk?
19:05Ja, ja.
19:06Aber wissen Sie, es war eine interessante Erfahrung.
19:09Mhm.
19:11Wie kommen Sie denn mit den beiden Mordfeilen voran?
19:13Ja, könnte sein, dass Sie zusammenhängen, aber wir wissen es noch nicht.
19:17Okay, halten Sie mich auf dem Laufenden.
19:18Na klar.
19:19Und das nächste Mal vorsichtiger sein.
19:21Nicht, dass man Sie wieder festnimmt.
19:22Danke, guter Tipp.
19:24Hahaha.
19:32Bis vor ein paar Jahren hat er bei einer Frankfurter Bank gearbeitet.
19:36Da war da einer von denen, die mit irgendwelchen undurchsichtigen Finanzprodukten gehandelt haben,
19:40bis die Bank mit Steuergeldern gerettet werden musste.
19:44Glauben Sie, ich habe nichts zu tun?
19:46Ich habe morgen eine weitere Veranstaltung und noch keinen neuen Caterer.
19:50Tja, das tut mir leid für Sie.
19:53Aber wir haben hier einen Mord aufzuklären.
19:55Und der Tatort ist mit großer Wahrscheinlichkeit Ihre Yacht.
20:00Also, wie war Ihr Verhältnis zu Herrn Robra?
20:03Gut.
20:03Er hat tolle Arbeit geleistet.
20:05Die Gäste waren zufrieden.
20:06Die Blutspuren, die ich auf Ihrer Yacht gefunden habe, die stammen von ihm.
20:10Haben Sie dafür eine Erklärung?
20:13Vielleicht hat er sich geschnitten.
20:15Keine Ahnung.
20:17Er hat eine Kopfverletzung.
20:20Oh.
20:20Also, entweder ist er gestürzt oder jemand hat ihn zum Boden geworfen.
20:24Also, ich weiß nicht.
20:27Wahrscheinlich fragen Sie mich jetzt nach meinem Alibi.
20:30Ich bin von der Yacht runter und bin nach Hause gefahren.
20:32Ich hatte noch zu arbeiten.
20:34Ja, ich war allein zu Hause.
20:37Wie Kevin.
20:38Mhm.
20:39So eine Typen gehen mir richtig auf den Sack.
20:40Wegen so einen Spekulanten da sind, wie wir es uns Ende aller Tage verschuldet.
20:44Mhm.
20:44Wie gut kannten Sie Annika Siebold?
20:48Bitte wen?
20:49Das ist eine junge Frau, die gestern Abend getötet wurde.
20:53Tut mir leid.
20:56Aber ich kenne diese Dame nicht.
20:58War sie auf Ihrer Yacht?
20:59Wie gesagt, ich kenne diese Dame nicht.
21:02Versucht cool zu sein.
21:03Ist er aber nicht.
21:04Sehen Sie mal.
21:05Sein Mund, der ist geöffnet.
21:07Das heißt, er hüter Stresspegel.
21:09Hm?
21:10Na, ist doch klar.
21:11Bei Stress, da wird die Atmung beschleunigt.
21:12Man braucht mehr Luft.
21:13Aha.
21:14Haben Sie schon mit der Freundin von Herrn Rober gesprochen?
21:17Weshalb?
21:18Also, nicht, dass Sie mich falsch verstehen.
21:20Ich will auch niemand denunzieren.
21:21Aber?
21:22Aber als die beiden Sachen an Bord gebracht haben,
21:25da hatten Sie Streit miteinander.
21:26Heftigen Streit.
21:28Worum es ging, weiß ich allerdings nicht.
21:30Moment.
21:31Wir sind noch nicht ganz fertig mit Ihnen.
21:36Brauchen Sie noch eine Unterschrift?
21:37Ah, jetzt hat er geblinzelt.
21:39Ah, ein ganz klarer Barschel.
21:41Barschel?
21:42Äh, Schleswig-Holstein, der damalige Ministerpräsident?
21:46Erinnern Sie sich nicht an die Pressekonferenz, als er gelogen hat?
21:49Na klar, na und?
21:49Als er gesagt hat, ich gebe Ihnen mein Ehrenwort.
21:52Da hat er geblinzelt.
21:54Hm.
21:58Also, auf den Zusammenhang, wer hier ist nicht gekommen, schon wird.
22:07Also, ich halte es für denkbar, dass Stellmann Annika Siebold gekannt hat.
22:12Vielleicht hat er sie ja eingefahren.
22:14Habt ihr euch das Auto schon mal angeschaut?
22:16Der Wagen ist in der KTU.
22:17Stellmann hat ihn uns ohne weiteres überlassen.
22:19Er geht wohl davon aus, dass wir nichts finden.
22:22Was hat denn die Befragung von Stellmanns Gästen ergeben?
22:25Also, die behaupten alle, eine Frau wäre nicht mit an Bord gewesen.
22:28Aber sie konnten sich an Ropra erinnern.
22:29Aber am interessantesten erscheint mir momentan sein Kontostand.
22:32Er hat ein Guthaben von 55.000 Euro.
22:35Ah.
22:36Als Koch wird er nicht allzu viel verdient haben.
22:38Woher kommt also so viel Geld?
22:40Bareinzahlung, also nicht nachzuvollziehen.
22:42Und noch was, in der Nacht, als Ropra getötet wurde und am Tag danach wurde er achtmal von der gleichen
22:48Person angerufen.
22:49Nicole Terhagen?
22:50Nein, die hat erst am nächsten Tag mittags angerufen.
22:52Die Anrufe kamen von einer gewissen Katrin Schönecke.
22:56Ah, das ist die Tochter der Wirtin, für die Ropra bis vor vier Monaten gearbeitet hat.
23:03Soll ich dir das schicken?
23:05Was?
23:24Ich war mit Max verabredet, aber er ist nicht gekommen.
23:27Normalerweise sagt er ab, wenn was dazwischen kommt.
23:29Ach, Sie kannten sich näher?
23:33Wir waren kein Paar.
23:35Aber sehr gute Freunde.
23:37Er hatte ziemlich viel Geld auf seinem Konto.
23:39Wissen Sie, woher das kam?
23:40Er hatte sich von Freunden geliehen.
23:42Wir wollten in der Nähe von Kloster Eberbach ein Restaurant übernehmen.
23:45Bier?
23:46Ich kann nicht ewig hierbleiben.
23:48Katrin?
23:51Sagen Sie ihr bitte nichts davon.
23:54Katrin, kümmerst du dich bitte um die Kartoffeln für den Kloster?
23:58Ja.
24:03Sie haben ja gar nicht erzählt, dass Ihre Tochter mit Ropra befreundet war?
24:07Ach, ich dachte, die beiden wären nicht mehr so eng.
24:10Aber das war schon der Grund dafür, dass Sie ihn gekündigt haben, oder?
24:14Ach, er hat dir nur Flaus in den Kopf gesetzt.
24:16Mit Erfolg, wie man sieht.
24:18Unsere vegetarische Empfehlung.
24:20Kohlrabi-Möhrensalat mit Seidentofu-Dressing.
24:22Also, ich finde, das klingt lecker.
24:25Herr Reuter, ich mache den besten Sauerbraten in der ganzen Gegend.
24:30Ich führe das Schützenhaus jetzt seit 20 Jahren.
24:33Ich kenne den Geschmack meiner Gäste.
24:35Na ja, aber mal ein bisschen Abwechslung in der Karte, das ist doch nicht schlecht.
24:38Das ist doch nicht auf Katrins eigene Mist gewachsen.
24:41Man soll über Tote ja nichts Schlechtes sagen.
24:44Aber der Ropra, der hat sie irgendwie aufgewiegelt.
24:49Ich habe Katrin klargemacht, sie kann später auf den Tisch bringen, was sie will.
24:52Aber nicht, solange ich die Verantwortung habe.
24:55Einen Moment.
24:57Katrin?
24:59Katrin, was soll das denn?
25:00Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst nicht eigenmächtig die Karte ändern.
25:03Zeigen, Punkt.
25:04Ist das was Neues?
25:10Ich habe noch ein paar Fragen an Sie.
25:13Worum ging es eigentlich bei dem Streit mit Ihrem Freund Max Ropra auf der Yacht?
25:18Der übliche Beziehungsstress.
25:21Er hat sich öfter mit Katrin Schönecke getroffen.
25:25Ich weiß.
25:28Die hatten vorhin, ein Restaurant zu übernehmen.
25:31Luftschlösser.
25:36Na ja, er hatte immerhin über 50.000 Euro auf dem Konto.
25:41Woher hat er so viel Geld?
25:42Das wollte ich eigentlich Sie fragen.
25:44Vielleicht von Freunden?
25:47Max hat keine Freunde, die so viel Geld haben.
25:50Hallo.
25:58Hat er mal den Namen Annika Siebold erwähnt?
26:01Nein.
26:02Herr Stellmann hat mir erzählt, dass Sie Ihren Freund öfter nach der Tour mal abgeholt haben.
26:07Am Montag offenbar nicht.
26:09Ich war sauer auf ihn.
26:11Ich habe ihm gesagt, dass er alleine klarkommen muss und habe ihm die Wagenschlüssel dagelassen.
26:15Und dann mit dem Bus zurück nach Hause.
26:23Und Sie auch die ganze Zeit geblieben sind?
26:25Ja.
26:26Kann das jemand bezeugen?
26:29Brauche ich etwa ein Alibi?
26:31Das ist nicht die Antwort auf meine Frage.
26:34Ich war alleine zu Hause.
26:44Stellmanns Telefon wird jetzt überwacht.
26:46Ich habe gestern die richterliche Anordnung eingeholt.
26:49Also für mich könnte Stellmann in beiden Fällen Zentralhardt, Reh- und Angelpunkt sein.
26:54Wir könnten es aber auch mit Zweitätern und unterschiedlichen Motiven zu tun haben.
26:58Ich glaube nicht, dass Frau Thea Hagen besonders glücklich darüber war, dass ihr Freund Max Robra so viel Zeit mit
27:03der Tochter der Wirtin verbracht hat.
27:05Also ich würde gerne wissen, was passiert da eigentlich auf Stellmanns Yacht?
27:09Stellmann braucht doch einen neuen Kälterer.
27:12Wie wäre es, wenn wir jemanden an Bord schleusen?
27:14Ja.
27:16Wissen Sie da jemanden?
27:22Das sieht alles ganz gut aus.
27:25Woher wissen Sie, dass ich einen Kälterer brauche?
27:28Ich habe das mit Ihrem vorigen in der Zeitung gelesen und, ähm, ja, da...
27:34Warum kenne ich Ihre Firma nicht?
27:36Die gibt es noch nicht so lange.
27:37Vorher war ich Koch.
27:39Wo?
27:40Im Silenzio in Frankfurt.
27:42Ah.
27:44Und danach bei der Familie Mendig in der Bastail in Bibrich.
27:47Im Alten Mendig?
27:49Hatte der nicht einen Autounfall?
27:52Ja.
27:54Das ist nicht so gut.
27:57Das rechte Bein, das zieht da noch nach.
28:00Das wird wohl nicht mehr so, aber ansonsten ist das Akku drauf.
28:05Könnten Sie heute Nachmittag schon liefern?
28:07Klar.
28:08Für zwölf Personen?
28:10Zwölf?
28:10Ist das nicht ein bisschen eng?
28:12Also wenn ich erst mal meine...
28:13Und wer sagt denn, dass wir an Bord essen?
28:18Brauchen Sie das noch?
28:29Mitunter ist bei uns nicht nur das Catering sehr delikat.
28:33Meine Gäste setzen auf Diskretion, wenn sie wissen, was ich meine.
28:37Wie war Ihr Name nochmal?
28:52Es ist doch nicht so, dass ich mich grundsätzlich gegen deine Vorschläge sperre.
28:57Ich bin ja dafür, dass wir mit der Zeit gehen.
28:59Ja Mama, aber leider sieht man davon hier noch ziemlich wenig.
29:01Unsere Gäste, die kommen doch gerne zu uns.
29:03Schätzen auch Kontinuität.
29:04Ja, aber irgendwann sterben die vielleicht aus.
29:06Mir hängt die Karte einfach zum Hals raus.
29:08Du hast Max rausgeschmissen, obwohl du doch gemerkt hast, dass wir auf einmal ganz andere Gäste dazu gewonnen haben.
29:12Oder hast du ihn gerade deshalb rausgeschmissen?
29:18Und jetzt ist er tot.
29:20Ach, Herr Reuter, was gibt es denn zu feiern, Herr Reuter?
29:25Einen runden Geburtstag?
29:27Nein, nein, nein, nein. Das ist eine Überraschung.
29:30Für einen Freund.
29:33Das kann ich nehmen.
29:34Gut.
29:35Katrin?
29:36Katrin, träumst du?
29:38Hilfst du bitte, Herrn Reuter, die Sachen auszutragen?
29:40Ja, danke, Frau Schönebeer.
29:42Gerne.
29:43Schönen Tag.
29:44Ich gehe einfach vorher.
30:09Tschüss, danke.
30:13Frau Schönecke?
30:17Was ich Ihnen noch sagen wollte.
30:19Ich kann Sie verstehen.
30:20Ja, dass Sie sich eine neue Herausforderung suchen wollen.
30:22Ihre Mutter ist schon sehr dominant.
30:25Ich war die Beste auf der Hotelfachschule.
30:28Und sie lässt mich in der Küche Salat waschen.
30:29Ja, sie will sich die Fäden nicht aus der Hand nehmen lassen.
30:32Das ist leider häufig so bei Familienbetrieben.
30:34Das ist kein Trost für mich, Herr Reuter.
30:36Ich hoffe, dass Ihnen die Überraschung für Ihren Freund gelingt.
30:38Doch, und gehe ich aus. Danke.
30:40Tschüss.
30:45Tschüss.
30:47Willkommen auf der Goldi.
30:50Wunderbar.
30:55Na, wie war die Anreise?
30:57Ja, alles gut geklappt?
30:59Alles voll.
31:02Hallo, gute Laune mitgebracht?
31:04Ja.
31:04Wunderbar.
31:05Das passt.
31:07Und die, rechts nach oben, die Trette.
31:17Ich hoffe, Sie haben die bisherige Fahrt genossen
31:20und sich in der Zwischenzeit mit unserem Angebot vertraut machen können.
31:25Da wollen wir antworten.
31:26Ich will noch mal hervorheben,
31:29dass bei der sich abzeichnenden Umsatzentwicklung
31:32könnten sich jährlich 8% dabei rauskommen.
31:36Also, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht,
31:38aber in meinen Ohren ist das Musik.
31:44Wollen Sie mal?
31:45Ja, gehen Sie lang?
32:04Weil wir erst von den 8% sprachen,
32:06ich bin mir sehr sicher, es werden 10.
32:07Das klingt nach einem Geschäft für mich.
32:09Das hoffe ich doch.
32:11Ah, sind schon alle oben.
32:12Schönes Kleid.
32:15So.
32:15Ich hab mir gedacht,
32:17erstell mal, nicht jetzt.
32:19Bevor wir die Rückfahrt antreten,
32:21wird uns ein wenig Unterhaltung und Zerstreuung guttun.
32:26Für Einzelgespräche sind jetzt diese Ladies zuständig.
32:29Gerne.
32:29Ich wünsche uns allen noch ein paar entspannte Stunden.
32:33Hopp.
32:35Die Dame, ein Rote-Bete-Muss?
32:37Ähm, nee, danke.
32:39Ich bin auch für die.
32:40Okay.
32:56Ich bin's.
32:58Ja, es kann losgehen.
33:00Gut.
33:00Ich bin's.
33:03Ich bin's.
33:16Ich bin's.
33:35Was machen Sie denn im Haus?
33:38Ähm...
33:39Aufräumen.
33:42Sie haben hier aber nicht aufzuräumen.
33:44Ihr Servicebereich ist draußen.
33:46Verstanden?
33:46Sonst können Sie gleich Ihre Sachen packen.
33:48Aber selbstverständlich doch, Herr Stellmann.
34:12Los geht's!
34:14Herr Stellmann, die Kriminalpolizei.
34:16Herr Stellmann, wir haben einen Durchsuchen geschlossen.
34:30Danke.
34:30Vielleicht später.
34:32Was sehen Sie da für ein Unsinn?
34:35Das ist eine Privatveranstaltung.
34:39Das ist mein Privatgelände hier.
34:40Das sind alles Freunde und Verwandte.
34:43Ja?
34:43Das ist mein Gelände.
34:44Verlassen Sie es sofort.
34:45Guten Tag, Herr Stellmann.
34:46Mein Name ist Reuter, Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
34:48Ja, und schön?
34:49Sie stehen unter dem Verdacht der Förderung der Prostitution.
34:52Das ist ja lächerlich.
34:53Das werden wir klären.
34:55Was grinden Sie so, Patrick?
34:57Der darf das?
34:59Hauptkommissar Schubert kennen Sie doch schon.
35:00Das ist jetzt nicht wahr.
35:04Das ist unfassbar.
35:06Das werden Sie doch bereuen.
35:07Und?
35:08Hast du was rausbekommen?
35:08Die schicken Sie in die Frührenten.
35:10Also erst mal, wir haben mit allen Frauen hier gesprochen.
35:12Keine kannte Annika Siebold, zumindest nicht unter ihrem bürgerlichen Namen.
35:15Aber ich habe da so eine Theorie, was Robra betrifft.
35:19Und?
35:21Ich höre.
35:24Bunga Bunga in Wiesbaden.
35:25Robra hat Stellmann erpresst.
35:27Er wollte auspursachen, was hier abgeht.
35:29Stellmann wollte natürlich keinen Skandal und hat Kohle abgedrückt.
35:31Und dann, nehme ich mal an, hat es Robra übertrieben und musste dran glauben.
35:37Das würde doch zu dem Geld auf das oberste Konto passen.
35:42Blau steht hin.
35:46Komm.
35:49So, die Herrschaften, jetzt wird sich wieder angezogen.
35:52Ist Ihre Ausweispapiere dabei?
35:55Gibt es hier noch jemanden, seine Papiere nicht dabei?
35:57Ich habe natürlich keine Papiere dabei.
35:58Ja, dann kommen Sie bitte mit.
36:00Sollen Sie dann?
36:01Ja.
36:02Soll ich mich sagen.
36:07Ich kann mir ja vorstellen, dass es für Ihren Ruf und den Ruf Ihrer Auftraggeber nicht so gut wäre,
36:11wenn an die Öffentlichkeit gelangen würde, mit welchen Methoden Sie Ihre Investoren anwärmen.
36:17Worauf wollen Sie hinaus?
36:19Wollen Sie eigentlich erpresst?
36:20Nein.
36:22Nein?
36:24Herr Stellmann, 50.000?
36:34Hier, zahlen Sie 50.000 oder die Fotos gehen an die Presse.
36:39Diese SMS haben Sie sonntagabend erhalten.
36:42Sie überwachen mein Telefon?
36:44Ja.
36:45Das dürfen Sie nicht.
36:46Ja.
36:47Wollen Sie den richterlichen Beschluss sehen?
36:55Haben Sie gezahlt?
36:57An wen?
37:00Ich habe das Geld hinterlegen müssen und bin gegangen.
37:03Ich weiß nicht an wen.
37:04Aber ein Verdacht werden Sie schon haben, oder?
37:06Ja.
37:07Max Rohmann?
37:10Ich habe am Montag seine Sachen durchwühlt.
37:12Ich habe gehofft, ich würde vielleicht eine Kamera finden.
37:14Wir sind aneinander geraten und er ist gestürzt.
37:16Er hat sich, ähm...
37:19Haben Sie geglaubt, dass er tot ist?
37:20Nein.
37:21Er ist aufgesprungen.
37:22Er hat mich beschimpft.
37:23Und dann hat er angefangen, seine Sachen von Bord zu räumen.
37:25Sie haben ihn also nicht ins Wasser geworfen?
37:27Ich habe mit seinem Tod nichts zu tun.
37:32Jetzt frage ich mich, Herr Stellmann, wenn das wahr ist, was Sie hier gerade erzählen,
37:35warum haben Sie uns das nicht schon viel früher erzählt?
37:38Hätten Sie mir geglaubt?
37:40Das ist eine gute Frage.
37:42Sie haben mit Ihren Partys weitergemacht, einfach so, als wäre nichts gewesen.
37:46Oh, ich wusste nicht, dass Stadstrauer angeordnet worden war.
37:49Hören Sie, ich habe Auftraggeber.
37:50Die erwarten Erfolge.
37:53Schon klar.
37:55Bis auf weiteres verlassen Sie bitte nicht Wiesbaden und halten Sie sich zu unserer Verfügung, okay?
38:10Und?
38:11Nichts Besonderes.
38:16Ich habe doch was.
38:22Also Fakt ist, dass Robra nach dem Zopf mit Stellmann erst mal in seinen Wagen gegangen ist.
38:27Ja und, das heißt so nichts.
38:28Er kann auch jederzeit nochmal zurückgegangen sein zur Jagd.
38:31Aber vielleicht ist die Jagd doch gar nicht der Tatort.
38:33Na gut, danke dir.
38:34Stellmann hat eine zweite anonyme Erpresser-SMS erhalten.
38:37Was?
38:38Wir haben was mit zwei Erpressern zu tun.
38:40Ich meine, der tote Robra kann es ja jetzt nur nicht mehr sein.
38:43Vielleicht ist das ja beim ersten Mal auch nicht gewesen.
38:46Wann soll die Geldübergabe sein?
38:48Morgen Vormittag.
39:02Wir sind auf Position und Einsatz bereit.
39:06Gott, ich auch.
39:15Bisher nichts Auffälliges.
39:46Stimme aus dem Anmarsch.
40:20Stimme aus dem Anmarsch.
40:46Stimme aus dem Anmarsch.
40:47Okay, jetzt ist er auf dem Rückweg.
40:48Gut.
40:49Nichts Besonderes.
40:55Ich guck mal, da sitzt immer noch.
41:03Moment mal, das ist doch Nikol Tärhagen.
41:06Was, Nikol Tärhagen?
41:07Ja.
41:10Vielleicht joggt die ja einfach.
41:12Aber doch nicht um die Zeit, jetzt genau hier.
41:14Na ja, ist ja eine beliebte Laufstrecke hier.
41:20Ah, was ist denn?
41:22Hab ich doch gesagt.
41:28Ja, jetzt ist ja auch.
41:36Jetzt ist er bei mir vorbei.
41:49Tärhagen?
41:51Herr Stellmann.
41:54Ich hab Sie im Park gesehen.
41:56Ja?
41:57Und?
41:59Fehlt Ihnen zu Beschluss der Mut?
42:01Fehlt Ihnen der Mut?
42:02Oha.
42:03Oder haben Sie die Polizei bemerkt?
42:04Wovon reden Sie?
42:05Sie wissen doch genau, wovon ich rede.
42:07Ich glaub, ich fährt nicht mehr.
42:09Was ist denn los?
42:11Herr Stellmann fährt ein Wiet auf die Tärhagen los.
42:13Was?
42:15Ich geh jetzt dazwischen.
42:16Okay, ich komm.
42:19Glauben Sie, ich bin eine Kuh, die man jeden Tag melken kann?
42:21Glauben Sie das?
42:22Ich will die Fotos, hören Sie.
42:23Was ist denn für Fotos?
42:24Ich will jedes einzelne Schatzfoto.
42:26Herr Stellmann!
42:27Lass mich nicht los!
42:29Die Hände weg von der Frau, hab ich gesagt.
42:31Das ist alles in Ordnung.
42:33Hey, hey, hey, hey.
42:34Was soll das?
42:35Kannst du die Erpresserin gehen lassen?
42:37Davon ist überhaupt nicht die Rede.
42:39Sie stehen im dringenden Tatverdacht, an einer Erpressung beteiligt zu sein.
42:42Ich will Sie mit ins Kommissariat bitten.
42:44Kommen Sie.
42:46Die Hände hoch.
42:47Umdrehen.
42:48Die Hände auf den Rücken.
42:49Los, Hände auf den Rücken.
42:50Das ist nicht übertrieben.
42:52Also im Grunde habe ich Ihren Job gemacht.
42:56Das muss doch nicht wahr sein.
43:03Reuter, wir brechen ab.
43:10Hat das zufällig jemand gehört?
43:14Super.
43:17Haben Sie uns im Park bemerkt oder warum haben Sie Ihren Plan geändert?
43:20Ich verstehe überhaupt nichts mehr.
43:21Ich jogge oft in diesem Park.
43:23Was für eine Erpressung und welche Fotos wollte er von mir?
43:25Ja, Frau Terhagen, Sie brauchen einen guten Anwalt.
43:29Wessen Wagen ist denn das?
43:31Was?
43:33Ja, die Wagen ist ja noch in der KTU.
43:34Also, wessen Wagen ist das?
43:35Von der Freundin.
43:36Die ist auf den Kanaren.
43:39Fahren Sie die Karre schon eine Weile?
43:41Hä?
43:42Seit wann fahren Sie die Karre schon?
43:44Seit einer Woche.
43:46Ach.
43:47Warum haben Sie uns das nicht gleich gesagt?
43:49Weil Sie das einen Dreck angeht.
43:51Einen Dreck, ja.
43:53Können wir uns doch mal an?
43:57Geben Sie sich keine Mühe, die verkauft ihr nicht.
44:00Zisch.
44:13Ja, sie ist keine Begnadete, Frau.
44:20Kommt in die KTU.
44:22Abführen.
44:33Ich bin Schubert.
44:34Ich hab hier was für euch.
44:50Ich bin Schubert.
45:18Wir haben gar nicht mehr damit gerechnet, was denn noch kommt.
45:38Ich bin Schubert.
45:39Ich bin Schubert.
45:39Ich bin Schubert.
45:43Ich bin Schubert.
45:46Ich bin Schubert.
45:46Ich bin Schubert.
45:47Ich bin Schubert.
45:47Ich bin Schubert.
45:48Ich bin Schubert.
45:49Ich bin Schubert.
45:49Ich bin Schubert.
45:49Ich bin Schubert.
45:52Max hat mir erzählt, mit welchen Methoden Stellmann auf Grundenfang geht.
45:55Er konnte kein Interesse daran haben, dass Fotos von den Sexpaktys veröffentlicht würden.
45:59Die Idee mit der Erpressung, kam die von Ihnen oder von einem Rover?
46:02Max war zuerst dagegen. Da habe ich ihm vorgerechnet, zweimal abkassieren und wir hätten das Startkapital zusammen gehabt.
46:07Für das Restaurant im Kloster.
46:10Wir waren ein gutes Team.
46:12Nur ein Team?
46:16Sie waren nur ein Paar, oder?
46:20Wir haben nächtelang zusammengesessen und Pläne gemacht.
46:24Irgendwann hat es gefunkt.
46:26Ich habe darauf bestanden, dass er es seiner Freundin sagt.
46:29Er wollte es gleich am Montag machen.
46:32Was ist Montag passiert?
46:35Max rief mich von der Yacht an, Stellmann hätte Verdacht geschöpft.
46:39Danach habe ich immer wieder versucht, ihn zu erreichen, aber er ging nicht mehr in sein Handy.
46:47Es fällt mir nicht leicht, Sie zu verstehen, Frau Schönecke.
46:52Haben Sie nie einen Traum gehabt, den Sie sich um jeden Preis erfüllen wollten?
46:58Traum ja?
47:00Um jeden Preis? Nein.
47:03Das Restaurant war unsere große Chance.
47:07Und wegen dieser großen Chance sind Sie kriminell geworden.
47:23Ich helfe ihm, die Sachen an Bord zu tragen und er erzählt mir ganz nebenbei, dass er Schluss macht.
47:27Natürlich war ich erst mal am Boden zerstört, aber ich dachte, er überlegt es sich nochmal.
47:31Später dann saß er in seinem Auto und wollte losfahren.
47:33Dann ist er nochmal ausgestiegen.
47:35Möglicherweise, weil jemand gekommen ist, der ihn kannte.
47:38Das könnten Sie gewesen sein.
47:39Ich bin nicht mehr zurück zum Hafen. Ich war die ganze Zeit zu Hause.
47:43Was keiner bezeugen kann.
47:45Hier, die Auswertung der KTU ist da.
47:52Entschuldigung.
47:53Herr Stellmann, mit dem Wagen, den Sie heute benutzt haben, wurde Montagabend Frau Siebold angefahren.
48:06Es ist Ihr gutes Recht zu schweigen.
48:08Ich werde Haftbefehl beantragen.
48:10Ich muss davon ausgehen, dass die Frau Siebold gezielt angefahren und ihren Tod billigend in Kauf genommen haben.
48:15Also Totschlag.
48:17Ich weiß nicht, ob Ihnen bewusst ist, was das bedeutet, Herr Stellmann.
48:20Fünf bis 15 Jahre Haft.
48:23Es war ein Unfall.
48:28Ich kannte Annika erst seit ein paar Wochen.
48:30Über eine Annonce.
48:32Sie war neu in Wiesbaden.
48:34Wir haben uns regelmäßig getroffen.
48:36Oft auch auf der Jagd.
48:39Gegen Bezahlung.
48:44Anfangs habe ich gedacht, es würde mir nichts ausmachen, dass Sie ab und zu auch mit anderen Männern schläft.
48:48Aber Sie haben sich in Frau Siebold verliebt.
48:55Ich wollte ihr sagen, dass ich das nicht mehr will.
48:59Wir hatten uns verabredet.
49:00Ich hatte für Montagabend einen Tisch reserviert in Silberstein für 20 Uhr.
49:06Auf dem Weg dorthin habe ich es ihr dann gesagt.
49:11Ich habe es sogar angeboten, den Verdienstausfall auszugleichen.
49:14Und?
49:14Wie hat sie reagiert?
49:17Sie hat gesagt, ich soll mich nicht einmischen.
49:20Und ich wäre ein Kunde wie jeder andere auch.
49:23Frau, ich könnte mir vorstellen, dass Sie das nicht so gern gehört haben.
49:28Ich bin ein bisschen ausfällig geworden.
49:30Vielleicht auch grob.
49:31Meine Nerven lagen ohnehin blank.
49:32Ich hatte vorher diesen Disput mit Herrn Robra wegen der Erpressung.
49:38Annika ist panisch geworden.
49:40Sie hat mich angebohlt.
49:40Bleib stehen.
49:41Sie ist aus dem Wagen gesprungen und weggelaufen.
49:43Ich wollte ihr hinterher, um mich zu entschuldigen, aber ich hatte gar keine Chance.
49:46Also habe ich gedacht, okay, dann sieh zu, wie du nach Hause kommst.
49:49Und ich bin weitergefahren.
49:54Und dann...
49:58lief sie mir plötzlich vor das Auto.
50:21Bis später, Alter.
50:22Glaubst du ihm?
50:23Glaubst du ihm?
50:24Ich weiß noch nicht.
50:25Ein Kotzbrocken mit Hang zur Romantik.
50:28Naja, seine Körpersprache stimmt auf jeden Fall mit seiner Aussage überein.
50:32Ich glaube nicht, dass er mit Robras Tod zu tun hat.
50:34Also fischen wir weiter im Trüben.
50:36Das hast du schön gesagt, Kerstin.
50:39Sehr poetisch.
51:06Ich bin ein Körpersprache.
51:16Entschuldigung.
51:18Könntest du mir einen Gefallen tun?
51:19Mir ist ja was ins Wasser gefallen.
51:20Ich habe nicht so eine tolle Hose an wie Sie.
51:23Könntest du das rausholen für mich?
51:24Ja.
51:24Super.
51:26Äh, ja, danke.
51:31Sehen Sie es?
51:32Das blickt so ein bisschen ab.
51:38Frau Dr. Engel hält es für sehr wahrscheinlich,
51:40dass Robras Kopfverletzung durch diese Seite des Hammers entstanden ist.
51:44Und außerdem haben wir noch einen brauchbaren Fingerabdruck daran gefunden.
51:47Der ist aber nicht von Michael Stellmann.
51:49Und auch nicht von Nicole Therhagen.
52:04Guten Tag, Frau Schönecke.
52:05Herr Kreuzer.
52:07Für den Mittagstisch sind Sie zu spät.
52:09Fürs Abendessen zu früh.
52:12Ich muss Ihnen leider mitteilen,
52:13dass wir Ihre Tochter festgenommen haben.
52:17Weshalb?
52:18Wegen gemeinschaftlicher Erpressung zusammen mit Herrn Roba.
52:26Seit wann wissen Sie davon?
52:32Frau Schönecke, seit wann?
52:51Sie wissen, was das ist?
52:54Ein Schnitzelhammer?
52:56Mit diesem Schnitzelhammer
52:58wurde Max Rohwer bewusst losgeschlagen.
53:03Wir haben ihn im Wasser an der Anlegestelle gefunden.
53:06Und auf dem Schnitzelhammer
53:10haben wir einen Fingerabdruck gefunden.
53:14Ihren Fingerabdruck.
53:24Als ich vor ein paar Tagen Kathrins Zimmer aufgeräumt habe,
53:27da habe ich diese Fotos gesehen.
53:30Und da war auch ein Erpresserbrief.
53:32Das war nicht Ihre Handschrift,
53:33habe ich sofort gesehen.
53:38Ich habe dann mitbekommen,
53:39wie Kathrin sich mit jemandem verabredet hat.
53:41Bin hier gefolgt.
53:50Als ich Max Rohwer gesehen,
53:51habe ich sofort gewusst,
53:52dass er hinter der Sache steckt.
53:54Er hat ja immer versucht,
53:55Kathrin zu manipulieren,
53:56für seine Zwecke einzuspannen.
54:15Sie haben an der Anlegestelle auf ihn gewartet, richtig?
54:22Als niemand mehr da war,
54:24da bin ich zu ihm hin.
54:31Was wollen Sie denn hier?
54:32Ich weiß alles.
54:34Ich werde zur Polizei gehen
54:35und Sie anzeigen.
54:36Zur Polizei wollen Sie gehen?
54:38Ja.
54:38Dann müssen Sie Ihre Tochter aber auch anzeigen.
54:40Die hatte nämlich die Idee.
54:41Kathrin käme niemals auf solche Gedanken.
54:44Niemals.
54:44Was wissen Sie schon von Kathrin, ne?
54:46Nichts.
54:47Oder hat sie Ihnen vielleicht erzählt,
54:48dass wir bald unser eigenes Restaurant aufmachen?
54:50Das ist nicht wahr.
54:51Kathrin wird Sie verlassen.
54:52Das wird es Ihnen nicht tun.
54:54Was reden Sie denn da?
54:56Sie kann es kaum erwarten,
54:57endlich Ihre Sachen zu packen
54:58und Ihnen Adieu zu sagen.
55:00Nein.
55:11Er hat gesagt,
55:12dass die Erpressungen
55:13Kathrins Idee waren,
55:15dass sie bald das Geld
55:17für ein Restaurant zusammen hätten,
55:19dass sie den Augenblick herbeisehnt,
55:22in dem sie mir das sagen wird.
55:24Ich bin halt so lügend.
55:28Ich wusste gar nicht.
55:30Ich war so wütend.
55:34Ich habe da einfach
55:35in diese Kiste gegriffen.
55:40Zugeschlagen.
55:49Schrecklich, wie das klingt,
55:50aber
55:51ich weinde dem Robra
55:53keine Träne nach.
55:57Frau Schönecke,
55:58Herr Robra hat nicht gelogen.
56:02Die Idee,
56:03Steinmann zu erpressen,
56:03hatte ihre Tochter.
56:05Das hat sie gestanden.
56:07Nein.
56:09Nein.
56:11Ich kenne meine Kathrin.
56:13Sie will hier nicht weg.
56:17Es geht ihr gut hier.
56:20Ihr seid ein gutes Team.
56:26Sie wird das hier alles mal erben.
56:32Das ist nicht wahr.
56:35Es tut mir leid.
56:44Sie hat tatsächlich geglaubt,
56:45dass ihre Tochter
56:46ein wehrloses Opfer von Robra war.
56:49Offensichtlich gehört sie
56:50zu den Menschen,
56:50für die nicht sein kann,
56:51was nicht sein darf.
56:52Es war ihre Körpersprache,
56:54die sie überführt hat,
56:55nicht wahr?
56:55Ja, klar, klar.
56:57Was soll's, Schubert?
56:58Ich habe das Blinzeln bemerkt,
56:59Herr Reuter.
57:00Wissen Sie,
57:01woran mich das erinnert?
57:02Ja?
57:02Bill Clinton.
57:03Bei der Anhörung
57:04im Fall Monika Lewinsky,
57:05da hat er doch gesagt,
57:06I did not have sex with...
57:09Scheiß die H,
57:09auf jeden Fall hat er gesagt,
57:10dass er keinen Sex mit Monika hatte.
57:11Und dabei hat er geblinzelt.
57:14Ein Zeichen seiner Lüge.
57:15Aha.
57:18Oh, oh, oh, oh, oh.
57:20Vielen Dank.
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