- vor 2 Tagen
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SpaßTranskript
00:00Musik
00:47Jetzt pack das weg
00:49Ist ja gut
00:50Ich finde es halt komisch, auf Abruf traurig zu sein
00:53Das macht man eben so
00:54Jetzt ein Jahr her
01:22Für dich, kleiner Bruder
01:24Am meisten fehlt mir Christophs Lächeln
01:28Ja, ich denke oft
01:29Dann die Gespräche mit ihm
01:32Ich habe jemanden kennengelernt
01:33Sie würde ihm gefallen
01:36Komm, wir wollen Susanne
01:37Einen Moment allein anlassen
01:39Musik
01:44Musik
01:44Musik
01:46Musik
01:49Musik
02:08Wir sind ja gerade rechtzeitig gekommen
02:11Du hättest gar nicht mitkommen brauchen
02:13Wir sehen uns ja sowieso heute Abend beim Essen
02:15Ich wollte mir das Haus nochmal ansehen
02:18Du meinst, bevor ich es verkaufen muss?
02:21Was ist denn dein Plan?
02:22Willst du die Wochenenden hier verbringen?
02:25Oder ganz herziehen?
02:26Das weiß ich noch nicht
02:27Aber darum geht es ja auch gar nicht
02:30Das Haus verbindet dich mit Christoph
02:32Das verstehe ich
02:33Und Trauer
02:35Kann man nicht in Zeiten messen
02:38Aber
02:40Das ist jetzt ein Jahr her
02:43Und ich sollte langsam Abschied nehmen
02:44Willst du mir das damit sagen?
02:46Vielleicht hilft es dir sogar
02:48Wenn du das Haus verkaufst
02:49Als ersten Schritt
02:51Als ersten Schritt?
02:53Wohin?
02:54Weg von ihm?
02:55Das wirst du eines Tages sowieso tun müssen, Susanne
02:58Wenn ich 100 Eimer aufstellen muss
03:00Ich werde nicht aufgeben
03:07Susanne
03:10Ich gebe dir das Geld für die Reparatur
03:15Wirklich?
03:16Was sagt Mama da dazu?
03:18Es ist deine Entscheidung
03:19Nicht meine
03:20Und nicht die deiner Mutter
03:22Danke Papa
03:45Nicht so viel
03:47Er ist eigentlich auf jedes
03:48Wir hatten nur noch eins
03:49Als ich klein war
03:53Hat mir Papa manchmal Papa-Sandwiches gemacht
03:56Das weiß ich ja gar nicht
03:58Er war ja auch unser Geheimnis
04:00Nur Snougat-Schoko-Füllung
04:02Und diese kleinen Zuckerherzchen
04:04Das ist aber ganz schön viel Zucker
04:06Deswegen war es ja auch unser Geheimnis
04:08Du hättest gesagt
04:09Isst doch lieber einen Apfel
04:11So ein Schlitzhorn
04:13Wer?
04:14Ich oder Papa?
04:16Wir beide
04:19So
04:19Jetzt aber
04:21Denk daran
04:22Die Praktikumsbescheinigung
04:23Die gibt es nicht einfach nur so
04:25Sagst du mir jetzt schon
04:26Ungefähr zum zehnten Mal
04:28Das ist mein Job als Mama
04:30Und Conny ist übrigens wesentlich strenger als ich
04:33Conny?
04:34Glaube ich nicht
04:35Wirst schon sehen
04:36Guten Morgen
04:37Luisa
04:38Das ist schön, dass du bei uns anfängst
04:40Das freut mich
04:40Hi Conny
04:41Sie freut sich auch
04:43Könnten Sie sich mal Sunshine anschauen?
04:46Den Tiger?
04:47Aber wie cool, dass ich ja mal am ersten Tag
04:49Gleich mit einem Tigerfall anfange
04:51Ich glaube nicht, dass du dort zum Einsatz kommst, oder Conny?
04:54Na, Sonnengehege
04:56Deine Aufgabe
04:56Ja, ist schon klar
04:58Du hast einen netten Pfleger
04:59Tim heißt er
05:00Er wird dir alles zeigen
05:01Auch wo deine Gummistiefel sind
05:03Okay
05:07Frau Dr. Mertens
05:09Ich dachte, das sollte gar nicht kommen
05:10Denn vor einem Jahr war ja der Tag
05:12Danke, Conny, dass Sie daran gedacht haben
05:14Aber
05:15Arbeit ist doch die beste Ablenkung
05:18Ab zum Tiger
05:21Und seit wann schrischst du so unregelmäßig?
05:23Seit einigen Tagen
05:24Aber Sunshine ist auch nicht mehr der Jüngste
05:26Er hat schon einige Jahre auf dem Buckel
05:27Da kann es schon mal passieren, dass man keinen Appetit hat
05:29Aber?
05:31Neuerdings röchelt er so komisch
05:32Beim Fressen?
05:34Eigentlich immer
05:34Aha
05:35Morgen
05:36Morgen
05:38Da ist unser Problemfall
05:39Er atmet sehr flach
05:41Und es wird immer schlimmer
05:42Dann müssen wir ihn in die Praxis bringen
05:44Und ihn ordentlich untersuchen
05:47Narkotisieren?
05:48Bei diesem schlechten Allgemeinbefinden?
05:50Das müssen wir riskieren
05:51Also ich
05:52Was würden Sie vorschlagen?
05:55Wir geben mit dem Blasro ein Antibiotikum
05:57Und Bromhexidinhydrochlorid
05:59Als Schleimlöser?
06:00Ja
06:01Und dann?
06:02Und dann warten wir ab
06:03Eine Medikation mit Antibiotika auf gut Glück
06:06Das wäre mir persönlich zu spekulativ
06:09Ich finde, wir brauchen eine klare Diagnose
06:12Also bitte, das ist Ihre Entscheidung
06:27Sauerstoffsättigung sinkt
06:28Wir sind schon unter 90
06:31Warte ich mir
06:32Das reicht nicht für die Eigenatmung
06:33Wir intubieren
06:34Okay
06:55Sie hatten recht
06:57Er ist viel zu schwach
06:59Sie hatten auch recht
07:00Wir brauchen die Diagnose
07:03So
07:03Die Sauerstoffsättigung stabilisiert sich langsam
07:06Hm
07:07Okay
07:08Wir können die Lunge jetzt rönten
07:09Okay
07:15Keine Auffälligkeiten
07:17Das heißt, wir schließen die üblichen Verdächtigen aus
07:20Tumor
07:21Lungenwurmbefall
07:22Tuberkulose
07:23Fremdkörper sind auch nicht zu sehen
07:25Was kann es denn dann sein?
07:26Wir brauchen einfach mehr Daten
07:28Gut
07:30Blutbild und alle Lungenspülung
07:57Die Lunge ist massiv entzündet
07:59Katzenschnupfen
08:00Dann hätte er eine Konjunktivitis oder Läsionen auf der Haut
08:04Das kann doch so eine heftige Entzündung verursacht haben
08:06Ich werde ihm jetzt ein Spasmolytikum und ein Antibiotikum geben
08:12Einwende?
08:13Würde ich genauso machen
08:15Jawohl, danke schön
08:18Ja, aber
08:19Wir hatten uns doch eigentlich anders entschieden
08:24Wir hatten gesagt
08:25Wir leihen ihr das Geld nicht
08:27Damit sie endlich wieder nach vorne blicken kann
08:30Unsere Tochter muss sich selbst dazu entscheiden loszulassen
08:35Sonst nutzt ihr das gar nichts
08:36Du wolltest sie immer beschützen schon als Kind
08:39Aber das kannst du nicht
08:41Du hast sie doch heute Morgen im Friedreich gesehen
08:44Da war sie wie gelähmt
08:46Ja, furchtbar
08:47Das tat mir in der Seele weh
08:49Aber in dem Haus
08:50War sie dann ganz anders
08:53Die Arbeit daran
08:55Hält sie aufrecht
08:56Und plötzlich hatte sie auch wieder Kraft
08:59Ich weiß einfach nicht
09:00Ob wir damit einen Gefallen tun
09:03Susanne braucht, glaube ich, einfach etwas Zeit
09:09Verrätst du mir jetzt, was das hier ist?
09:10Ja, ein bisschen Equipment
09:14Kamera
09:15Ach, du meinst das ernst mit dieser Internetshow?
09:18Ja, ich hab genau nachgeschaut, was die anderen machen
09:20Da ist viel Hokuspokus unterwegs
09:24Du, da bietet zum Beispiel einer Stechapfel an
09:27Ohne Sicherheitshinweis, ohne Dosierung
09:30Stechapfelpaste wäre also nicht so gut
09:32Nein
09:32Es sei denn, man will seinen Ehegatten umbringen
09:35Ich habe das Fachwissen und
09:38Und ich habe dich
09:39Als Vorkoster
09:40Als Kameramann
09:41Als Kameramann, aha
09:42Ich habe hatte etwas mehr Begeisterung von meinem Team
09:50Ich dachte immer, Conny wäre der netteste Mensch der Welt
09:53Er will uns nur nicht in Watte packen
09:55Nach der Devise, was mich nicht tötet, macht mich härter
09:58Was, wenn ich lieber weich sein will?
10:00Du wirkst nicht gerade weich auf mich
10:02Soll das ein Kompliment sein?
10:04Erzähl mir lieber einen Witz
10:07Okay
10:09Warum haben Elefanten rote Augen?
10:12Damit sie sich besser im Kirschbaum verstecken können
10:14Jetzt musst du sagen, aber ich habe noch nie einen Elefanten in einem Kirschbaum gesehen
10:18Ich habe noch nie einen Elefanten in einem Kirschbaum gesehen
10:20Da kannst du mal sehen, wie gut die sich verstecken
10:23Boah, ist ja doof
10:25Das ist also Veterinärmedizinerhumor
10:27Was studierst du denn?
10:29Biologie
10:29Cool
10:31Geht so
10:32Es ist ungefähr so spannend wie das hier
10:34Nur eine Schaufel
10:35Ich dachte, ich rette die Wale
10:36Stattdessen mache ich Statistik
10:38Also bist du eher der praktische Typ
10:39Dann bist du hier genau richtig
10:41Die Cheftierärztin überlässt uns Praktikanten schon ziemlich krasse Sachen
10:44Wirst du schon sehen
10:50Jetzt muss er nur noch gut aus der Narkose kommen
10:53Dann hoffen wir, dass die Medikation anschlägt
10:55Wir haben aber immer noch keine Diagnose
10:58Wirklich ein Rätsel
10:59Aber wir sind schon einen Schritt weiter
11:00Immerhin können wir viele Ursachen ausschließen
11:03Fühlt sich trotzdem seltsam an
11:05Ja, ich weiß, was Sie meinen
11:07Schauen wir mal, was das Blutbild sagt
11:12Entschuldigung
11:14Ah, Frau Dr. Herbst
11:17Ja, ich denke, das schaffe ich
11:22Okay, bis später
11:42Unser Tierhaus ist leider krank
11:43Vielen Dank, dass Sie so schnell kommen konnten
11:45Ist doch klar, Frau Dr. Herbst
11:47Sie sagten, es geht um einen kleinen Kater
11:49Ja, um Ando
11:51Er wurde mit anderen illegal ins Land geschmuggelt
11:53Bei einer Razzia gerettet
11:54Und dann zu uns gebracht
11:57Dieser Wildtierhandel ist wirklich eine Katastrophe
11:59Der richtet so viel Schaden an
12:00Ja, da haben Sie völlig recht
12:02Er sitzt apartisch da
12:04Wir haben versucht, ihn zu integrieren
12:05Aber die Gruppe greift ihn immer wieder an
12:09Ich sehe ihn mir gleich mal genauer an
12:11Das sind die Laborwerte und
12:12Wobei drüben sitzt er
12:14Ah, okay
12:16Also
12:18Äußere Verletzungen kann ich auf den ersten Blick keine erkennen
12:21Aber er ist eindeutig unterernährt
12:23Ziehen wir uns gleich mal die Laborwerte an
12:27Eigentlich normal, also
12:29Zumindest nicht beunruhigend
12:31Er müsste doch fressen in seinem Zustand
12:34Möglicherweise steht er unter Schock
12:36Hat zu viele Gesichter gesehen
12:39Ich erinnere mich an einen Fall auf Borneo
12:41An jungen Orangutan
12:43Seine Mutter wurde erschossen
12:44Und er wurde als Haustier verkauft
12:46Schrecklich
12:47Kommt leider nicht so selten vor
12:48Jedenfalls hatte der eine Fehlprägung
12:51Eine Fehlprägung auf ein Stofftier
12:52Wäre es möglich, dass Ando mit einem Flüssig gekuschelt hat
12:55Als er hierher gebracht wurde?
12:58Ja klar
13:00Jetzt muss ich es sagen
13:02Ich hole es mal schnell
13:03Okay
13:13Schauen wir mal
13:27Die Wiedersehensfreude hält sich in Krebs
13:30Vielleicht traut er sich nicht
13:31Weil die Chefin der Gruppe in der Nähe ist
13:32Geben wir ihm ein bisschen Zeit
13:34Er ist ja auch ziemlich durcheinander
13:49Geben wir ihm ein bisschen schrecklich
13:50Wie geht es?
14:06Jetzt versuche ich den großen Sprung nach vorne.
14:08Nee, das tue es, kann.
14:10Ich packe das, easy.
14:12Nee, Jonas, lass das.
14:37Jonas, hörst du mich?
14:40Hey, Jonas!
14:40Ich schrei doch nicht so.
14:42Mann, ich habe schon einen Bruder, an dem ich mir Sorgen machen muss.
14:45Ich ford' ich noch so in Idioten, kapierst du das?
14:52Tut mir leid, Gina.
14:56Was mit deinen Armen?
14:58Alles gut.
15:00Nur ein paar blaue Flecken.
15:01Warum machst du so einen Scheiß?
15:05Keine Ahnung.
15:23Ich wollte nach Sanjay schauen.
15:25Er wirkt nach der Narkose noch ein bisschen wackelig, aber er frisst schon.
15:30Alles gut.
15:31Ihre Therapie hat angeschlagen.
15:33Ja.
15:35Aber wir wissen immer noch nicht, was genau wieder therapieren.
15:38Der Tapi wird nächste Woche eintreffen.
15:40Es ist alles vorbereitet.
15:41Wird eine große Sache für den Zoo.
15:42Ich muss zugeben, ich bin schon ein bisschen aufgeregt.
15:45Keine Sorge.
15:46Ich werde Sie nicht enttäuschen.
15:51Ich sage keinen weiten Bescheid, er soll den Tegel im Auge behalten.
15:54Okay.
15:54In Ordnung.
15:56Puh, jetzt sind wir tatsächlich durch.
15:59Jetzt haben wir die ganze Herde prophylaktisch behandelt.
16:02Und dich darf ich auch noch mal kurz ansehen, ha?
16:04Sagst du mir noch mal deine Nase?
16:08Hast du jetzt gesungen?
16:09Mhm.
16:10Hey.
16:12Ich glaube, sie will sich auch bedanken.
16:15Ja, bitte noch mal.
16:16Das ist so schön.
16:18Oh.
16:20Sie sind immer willkommen.
16:23Wenn die Tiere summen, das ist so toll, oder?
16:26Ja.
16:26Mich erinnert das immer an so ein Kaminfeuer, was da so knistert und draußen schneit.
16:30Sie haben einen Kamin, habe ich gesehen.
16:32Das ist ein Glückspilz.
16:33Ja, und ich habe auch einen kleinen Wald, der mir das Holz liefert.
16:36Ich bin quasi Wohlfühl-Selbstversorger.
16:40Ja, ein Kamin im Winter. Davon habe ich auch immer geträumt.
16:44Das ist doch gar nicht so kompliziert.
16:46Ich habe einen Cousin, Bernd, der ist Dachdecker. Der hilft ihm bestimmt gerne.
16:50Ihr Cousin ist Dachdecker?
16:51Ja.
16:51Ich bin händeringend auf der Suche nach einem Dachdecker.
16:54Wirklich?
16:54Ja, der ist richtig gut.
16:55Und ich meine, wenn es mal irgendwie Probleme gibt, dann rufen sie mich einfach an und ich rufe dann seine
17:00Mutter an.
17:01Und dann läuft das.
17:03Okay.
17:04Ja, und dann Holz habe ich dann auch für Sie. Kaminholz. Schick mir mal genug.
17:08Super. Danke.
17:10Bitte.
17:13Entschuldigung.
17:14Ja?
17:16Heute Abend.
17:18Haben Sie da schon was vor?
17:20Ähm, wir haben heute Abend ein großes Familienessen.
17:27Ein andermal.
17:30Entschuldigen Sie, ich bin jetzt gerade beim Holz hängen geblieben.
17:34Könnte ich wirklich Holz bei Ihnen holen?
17:36Ja klar.
17:38Okay.
17:40Alles Gute.
17:41Ja.
18:00Wohlfühl-Selbstversorger.
18:03Idiot.
18:20Wie geht's deinem Arm?
18:22Ich hab doch gesagt, es ist nichts.
18:24Ich würd's auf einem Krankenhaus landen können, oder viel schlimmer.
18:28Sprichst du ja wie meine Mutter.
18:29Ich mein es ernst, Jonas.
18:31Du musst mich doch mit sowas nicht beeindrucken.
18:35Darum ging's gar nicht.
18:38Darum ging's dann?
18:40Ich weiß nicht.
18:42Keine Ahnung.
18:45In dem Moment wollte ich die Gefahr.
18:48Damit du spürst, dass du sie kontrollieren kannst.
18:51Ja.
18:52Genau so war's.
18:56Ich kenn das Gefühl.
18:58Vielleicht hat das was mit dem Unfall von deinem Stiefvater zu tun?
19:01Vielleicht.
19:02Christoph war jemand, der alles im Griff hatte.
19:05Er hatte für alles eine Lösung.
19:07Diese Ruhe.
19:09Diese Ausstrahlung.
19:11Jemand, der dich beruhigt, allein damit, dass er da ist.
19:14Ja.
19:15So war er.
19:16Ich dachte, wenn ich mal so ein bisschen werde wie er, dann pack ich das Leben.
19:22Aber an dem Abend vor einem Jahr, da hat er für eine Sekunde die Kontrolle verloren.
19:25Eine Sekunde, die alles verändert hat.
19:28Er war so ein sicherer Motorradfahrer, das war so verdammt ungerecht.
19:32Wie ist das passiert?
19:33Meine Mutter war schwanger.
19:35Plötzlich setzten die Wehen ein.
19:36Sie hat ihn angerufen.
19:37Er war noch in der Praxis.
19:38Er war Arzt.
19:40Kinderarzt.
19:41Aber in dem Moment wahrscheinlich einfach nur ein Mann, der Angst um seine Frau und sein Baby hatte.
19:45Er war sofort zu ihm.
19:46Er ist aufs Motorrad.
19:47Aber ist nie angekommen.
19:50Wie genau der Unfall abgelaufen ist, wissen wir nicht.
19:52Ist einfach so passiert.
19:55Einfach so.
19:57Und jetzt versuchst du es gerade zu bügeln, indem du die Gefahr kontrollierst.
20:03Hat nicht funktioniert.
20:05Nee, das Leben ist nicht so fair, Jonas.
20:08Nee.
20:10Das ist es nicht.
20:18Schön, dass ihr alle hier seid.
20:19Wo sollen wir heute Abend denn sonst sein als bei dir, Susanne?
20:23Und danke, dass ihr alle so fleißig beim Kochen mitgeholfen habt.
20:27Christoph hat das geliebt.
20:29Ja.
20:29Ihr war ein leidenschaftlicher Koch.
20:31Christophs Kochkünste waren manchmal furchteinflößend.
20:35Erinnert ihr euch noch an diese thailändischen Gerichte?
20:37Die waren krass.
20:39Pang, bang oder irgend sowas.
20:41Der Ärmste hat es oft selbst kaum runtergegräht.
20:44Gott sei Dank konnte er über sich selber am besten lachen.
20:48Was ist denn hier passiert?
20:50Nichts Schlimmes.
20:51Ich bin auf dem Revier mit einer Tür kollidiert.
20:53Harter Einsatz.
20:54Harte Tür.
20:55Wie läuft es denn so im Zoo, Susanne?
20:59Meine Chefin ist nicht gerade einfach.
21:02Das bedeutet, sie macht nicht das, was du willst.
21:05Das bedeutet, ihr Ansatz ist etwas klinischer als meiner.
21:09Aber du hast doch noch andere Aufträge.
21:11Im Moment habe ich einen sehr interessanten Fall in Erfurt.
21:14Einen kleinen Cutter.
21:15Oh, Cutters.
21:16Diese niedlichen kleinen Erf hier.
21:18Aus der Gruppe der Lemuren.
21:20Ja, Herr Zodirektor, ade.
21:23Die stammen aus Madagaskar, bei denen herrscht das Matriarchat.
21:26Der Boss ist immer ein dominantes Weibchen.
21:28So soll es sein.
21:29Der Rang wird nicht automatisch vererbt.
21:32Mütter unterstützen ihre Töchter nicht dabei,
21:35einen höheren Rang in ihrer Hierarchie zu ergattern.
21:37Dann ist da ja noch Luft nach oben.
21:39Das passt schon.
21:40Die Töchter sollen sich schön selbst anstrengen.
21:42Zum Beispiel im Nashornstall.
21:44Das ist schon kapiert.
21:45Ausgewachsene Weibchen sind gegenüber den Männchen in der Gruppe immer dominant.
21:48Es sei denn, Sie müssen den Trockner reparieren.
21:50Dann müssen die Männchen ran.
21:52Oder die Weibchen rufen die Hotline an.
21:55Wer die höheren und wer die niederen Dienste auszuführen hat,
21:59das entscheidet sich bei den Cuttermännchen über Stinkkämpfe.
22:05Sie beschmieren Ihren Schwanz mit dem Sekret der Armdrüse und wedeln damit herum.
22:09Und der, der am meisten stinkt, der hat gewonnen.
22:12Besser als sich gegenseitig aufs Maul zu hauen, oder?
22:14Man könnte auch einfach miteinander reden.
22:16Stimmt, aber das wäre nicht so sportlich.
22:19Außerdem würde so ein Männchen sonst Armdrüsen.
22:20Ja, das wäre nicht so sportlich.
23:10Ando frisst und trinkt wieder.
23:12Ja, das ist schon mal was.
23:15Aber?
23:17Er hat eine Fehlprägung auf ein Stofftier und kommuniziert nicht mit seinen Artgenossen.
23:21Damit ist er isoliert.
23:23Fehlprägungen sind schwer zu behandeln, oder?
23:26Die Prognose ist denkbar ungünstig.
23:29Und wir beide wissen, Einzelhaltung ist keine Option.
23:32Das wäre Tierquälerei.
23:33Hm.
23:35Ando ist noch nicht so alt.
23:36Vielleicht ist die Prägung noch nicht abgeschlossen.
23:39Vielleicht haben wir noch eine Chance.
23:41Sie meinen, man könnte ihn eventuell resozialisieren?
23:45Nein, nicht in die alte Gruppe.
23:46Man müsste eine völlig neue Gruppe für ihn aufbauen.
23:49Macht Sinn, weil er nicht weiß, wie er mit den anderen kommunizieren soll.
23:55Wir könnten es ihm beibringen.
23:57Dafür bräuchten wir Katerlaute.
23:59Heulen, schnurren, quieten.
24:03Kein Problem.
24:04Könnten wir aufnehmen.
24:05Das wäre der erste Schritt.
24:07Na und dann jedes Mal, wenn er sich mit dem Plüschtier beschäftigt, spielen Sie die Katerlaute ein.
24:14Gut.
24:21Conny, geht's dem Tiger schlechter?
24:25Was?
24:32Diese Werte sind kredisch.
24:35Sind noch weitere Tiere erkrankt?
24:38Die anderen Tiger.
24:39Und ein Löwe atmet schwer.
24:40Und das Blutbild von Sancho, was hat das ergeben?
24:43Das Testergebnis zum Katzenschnupfenkomplex war negativ.
24:46Das Blutbild unspezifisch.
24:48Zeit lediglich die Entzündung.
24:50Das heißt, wir haben noch immer keine Diagnose.
24:52Wir müssen fachlich funktional an die Krise rangehen.
24:56Haben Sie ein Teambriefing gemacht?
24:57Die Pfleger sind schon dabei, die kranken Tiere zu isolieren.
25:00Wir können vorerst nur eine symptomatische Behandlung einleiten.
25:03Und hoffen?
25:03Ja, solange wir keine Diagnose haben, bleibt uns nichts anderes übrig.
25:09Offen ist gut, Klarheit wäre besser.
25:11Gut.
25:16Wie war es eigentlich in Erfurt?
25:19Ein sehr interessanter Fall.
25:21Möglicherweise eine Fehlprägung bei einem jungen Kater.
25:23Fehlprägung?
25:24Vergessen Sie es, keine Chance.
25:26Mal sehen, aufgeben ist nicht so mein Ding.
25:29Da sind wir schon zu zweit.
25:31Ja.
25:36Oh, Entschuldigung.
25:38Sie sind eine Schnittegefahrerin.
25:40Wenn er weit nachfährt, muss ich mich nicht so festhalten.
25:42Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen.
25:45Die Zeit drängt.
25:48Aber wieso sind die denn noch draußen?
25:50Die Raubkatzen sollten doch isoliert werden.
25:52Es ist nicht einfach.
25:53Worin liegt denn das Problem?
25:55Die Tiger haben heute früh gefressen
25:57und jetzt sind sie auf der Anlage und wollen chillen.
26:00Stattdessen sollen sie in die Innengehege.
26:01Das passt ihnen überhaupt nicht.
26:02Spendieren Sie doch einfach eine extra Portion Fleisch.
26:05Rind, Ziege.
26:07Genau.
26:07Das, womit Sie sie am besten kühlen können.
26:09Echt?
26:09Eine zweite Mahlzeit?
26:11Ja.
26:12Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen.
26:14Die Zeit drängt.
26:15Also wenn Sie beide der Meinung sind?
26:18Ja.
26:20Wir bereiten die Medikation vor.
26:22Aber wir verabreichen die Medikation, Herr Blasrohr, oder?
26:26Wollte ich gerade vorschlagen.
26:27Super.
26:28Das legt mir.
26:30Dr. Mertens, fahren Sie vorsichtig.
26:33Alles klar.
26:36Das war's.
26:47Das war's.
27:07Willkommen zur neuesten Ausgabe von Charlottes wilder Welt der Kräuter.
27:11Äh, Wildkräuter. Ich probiere es nochmal, ja?
27:17Begrüßung die vierzehnte.
27:22Willkommen zur wilden Welt der Kräuter, der... Ach nein, Mist.
27:29Ach...
27:29Nochmal.
27:30Wie findest du es denn?
27:32Wenn du noch sagst, guten Abend, meine Damen und Herren, dann klingt das wie eine Tagesschau-Sprecherin.
27:35Ist das gut?
27:37Dagmar Berghoff war jedenfalls Klasse.
27:42Begrüßung die fünfzehnte.
27:46Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur Tagesschau-Sprecherin.
27:51Du bringst mich jetzt total durcheinander.
27:54Ja, na klar. Ich bin schön.
27:56Georg, ich kann das nicht. Ich kling doch total steif.
27:58Aber du bist doch nicht steif, Charlotte.
28:00Aber ich kann einfach nicht natürlich sein, wenn ich dabei in dieses blöde Kameraauge sprechen muss.
28:05Ja, das stimmt. So wird das nichts.
28:09Ach.
28:16Sicher, dass die Schöppin das so wollte?
28:19Trächtigkeitscheck bei dem Schaf.
28:20Dr. Shahin vertraut mir.
28:22Ja, Trixi, ja.
28:23Warum muss ich das dann machen?
28:25Du wirst doch Tierarzt werden.
28:27Aber ich habe mehr Kraft und du hast kleinere Hände.
28:29Also, ich träge sie fest und du machst den Rest.
28:32Den Rest? Ist klar.
28:33Ja.
28:34Okay.
28:35Und zu und durch.
28:37Stopp!
28:37Vergiss nicht das Gleitgel.
28:39Oh.
28:40Ja, ja, ja.
28:42Ach so jetzt, oder wie?
28:43Weiter vorne, weiter vorne.
28:45Ja, genau.
28:45Komm, mach.
28:46Ja.
28:50Mann, wäre ich mal nach Berlin gefahren.
28:53Boah, das stinkt, ey.
28:55Ich dachte, das Nashorn wäre das Problem.
28:56Ja, ist gut.
28:57Das wirst du beruflich machen.
28:58Ist doch harmlos.
28:59Fleischesser riechen viel schlimmer.
29:01Das tröstet mich jetzt sehr.
29:04Oh, komm.
29:05Okay.
29:06Oh, nee, ey.
29:06Ich kann nicht mehr.
29:07Oh, nicht so langsam.
29:10Ich wäre auch weggerannt.
29:13Das glaub ich jetzt aber nicht.
29:15Was macht ihr denn da?
29:17Seid ihr vollkommen belemmert?
29:18Anweisung von ganz oben.
29:21Ja, kommt jetzt.
29:21Helf mir, sie einzufangen.
29:23Nein, ich bin doch schon.
29:27Okay.
29:36Thomas, kannst du uns kurz mal helfen, Fricksi einzufangen?
29:47Danke, Thomas.
29:48Na, lass mich mal schauen.
29:50Ganz ruhig.
29:51Jo.
29:53Ah, seht ihr mal?
29:56Hier?
29:57Hier der weiße Bereich im Uterus.
29:59Das ist der Embryo.
30:00Ganz rektale Untersuchungen macht man bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft nicht.
30:04Tut mir leid.
30:05So, na wunderbar.
30:07Jetzt dürft ihr mal versuchen.
30:08Aber ganz langsam und vorsichtig, okay?
30:10Okay.
30:11Okay.
30:18Frau Dr. Shahin?
30:20Ja, ich habe Ihre Probe analysiert.
30:23Die polymorphkerligen Granulozyten weisen auf eine Entzündung in der Prostata.
30:30Nein.
30:31Einen kausalen Zusammenhang mit einer Störung der Spermatovenese sehe ich eher nicht.
30:38Kein Geschehen, Herr Kollege.
30:40Nein, nein.
30:41Halten Sie mich ruhig auf dem Laufenden.
30:44Ja, wir sehen uns auf dem Symposium in Rotterdam.
30:47Ich freue mich.
30:49Das gleiche Restaurant wie beim letzten Mal, würde ich vorschlagen.
30:54Ja, gut. Bis dahin.
30:59Könnte es sein, dass Sie zwei Praktikanten mit einer Trächtigkeitsuntersuchung beauftragt haben?
31:04Der junge Mann ist angehender Tierarzt.
31:08Das ist eine komplexe Untersuchung.
31:10Er wollte das Tier transrektal untersuchen.
31:14Tom macht einen sehr kompetenten, engagierten Eindruck auf mich.
31:18Der junge Mann heißt Tim.
31:20Tim, Tom.
31:21Also.
31:22Ich muss mich hier um meine Endemie und mein Zoo kümmern.
31:25Ich habe diverse Expertisen zu erstellen.
31:27Und außerdem bin ich der Meinung von Dr. Mertens, dass es irgendwann immer das erste Mal ist.
31:32Die müssen es ja nun mal lernen.
31:35Aber zumindest beim ersten Mal sollte ja eine erfahrene Ärztin mit dabei sein.
31:39Das ist eine Standarduntersuchung.
31:42Tim hat diese Untersuchung bereits in der Uni durchgeführt.
31:44Am Motel.
31:45In der Praxis sieht das doch völlig anders aus.
31:47Sie meinen also, ich agiere verantwortungslos.
31:49Ich habe den Eindruck, dass Sie ziemlich viel delegieren.
31:53Okay.
31:55Danke für Ihre Offenheit.
31:58Nur, wenn Sie nicht ständig in anderen Zoos unterwegs wären, hätten Sie ja die Trächtigkeitsuntersuchung übernehmen können.
32:04Das habe ich eben gemacht.
32:06Aber vielleicht ist mir der Hinweis gestattet, ich bin hier nur eine freie Mitarbeiterin.
32:11Genau.
32:11Deswegen können Sie ja gar nicht den Überblick haben, richtig?
32:14Und vielleicht haben Sie früher auch alles ganz anders gemacht vor Dr. Mertens.
32:17Aber jetzt entscheide ich, wer welche Aufgaben hier übernimmt.
32:21Können wir uns endlich darauf einigen?
32:23Selbstverständlich.
32:25Aber wenn Sie Aufgaben an Praktikanten übertragen, die Sie überfordern, dann bringen Sie nicht nur die Tiere in Gefahr, sondern
32:30auch Tim und Luisa.
32:32Ich verstehe Ihre Sorge als Mutter, aber als Tierärztin wissen Sie genauso gut wie ich, dass manche Arbeiten in unserem
32:37Zoo manchmal etwas rustikaler sein müssen.
32:40Ihre Tochter studiert doch auch eigentlich Biologie, oder?
32:43Ja, und?
32:45Na ja.
32:46Wenn sie sich so überfordert fühlt, vielleicht sollte sie sich ein anderes Praktikum suchen.
32:50Meine Tochter fühlt sich nicht überfordert.
32:52Dann ist doch alles in Ordnung.
32:58Mertens?
32:59Ich grüße Sie, Frau Dr. Mertens.
33:00Ja?
33:01Ich wollte Ihnen nur sagen, unser Tierarzt ist wieder gesund.
33:04Corona-Infektion mit mildem Verlauf.
33:06Ach, das freut mich. Sagen Sie ihm bitte liebe Grüße.
33:08Ja, das mache ich gern.
33:09Ich wollte mich bei Ihnen bedanken für Ihren Einsatz.
33:11Und über den weiteren Therapieverlauf bei dem jungen Cutter sprechen.
33:15Wir können gerne eine Videokonferenz machen. Sie wollen auch noch heute.
33:19Oh, sehr gern.
33:21Okay, bitte gerne. Bis später.
33:23Bis später.
33:25Sie haben Ihren Cutter in Erfurt noch nicht aufgegeben?
33:28Nein, aber keine Sorge. Der Kollege ist wieder gesund.
33:36Was ist?
33:39Wir haben doch noch eine Rückstellprobe von der Lungenspülung, oder?
33:46Sanja hat Corona.
33:48Auf der ganzen Welt haben Zoos mit Corona zu kämpfen.
33:52In Indien ist kürzlich ein Löwe gestorben.
33:54In Kalifornien waren es Gorillas und in Georgia waren es Zwergotter.
33:57Das heißt, nicht nur unsere Großkatzen sind in Gefahr.
34:00Wir verschärfen die Hygienemaßnahmen noch einmal.
34:03Okay.
34:11Mal schauen, was sie eingepackt hat.
34:13Deine Mutter macht hier Pausenbrote?
34:16Ausnahmsweise.
34:17Nuss, Nougat, Schoko und obendrauf noch Zucker. Herzchen? Der Hammer!
34:23Ja.
34:24Ja.
34:27Willst du eins?
34:28Oh ja.
34:29Bitte.
34:35Hier steckt ihr.
34:37Kommt.
34:37Die Pause ist beendet.
34:39Es gibt noch viel zu tun.
34:54Das ist einfach so klein.
34:58Das ist schon Mitteln.
35:00Ich bin nur nochleten.
35:02Da hab ich mich zumalanzinieren.
35:04Oh ja.
35:05Oh!
35:06Oh ja!
35:07Oh ja!
35:08Oh ja!
35:09Gero!
35:21Hallo, Frau Dr. Herbst.
35:22Hallo, Frau Dr. Mertens.
35:24Und, wie geht's, Ando?
35:26Ich hab Ihren Vorschlag umgesetzt
35:28und immer dann die Katalate eingespielt,
35:30wenn Ando mit seinem Plüschfreund geknuddelt hat.
35:32Ja gut, dann
35:34soll er ruhig weiterknuddeln,
35:35aber jetzt mit jemand anderem.
35:38Zuerst geben Sie ein Tuch
35:39zu den sozialsten Tieren der Gruppe.
35:42Das Tuch wird von den Cutters markiert
35:44und dann entnehmen Sie es wieder.
35:46Gib's her.
35:49Das Plüschtier wird dann mit dem Tuch
35:51eingerieben und eingewickelt,
35:53solange bis es den Geruch angenommen hat.
35:57Und so haben wir dann ein Plüschtier,
35:59das auch nach Cutter riecht.
36:02Und gleichzeitig sollten wir im Zuchtbuch
36:05nach einem passenden Weibchen suchen.
36:08Danach entnehmen Sie das Plüschtier
36:10zuerst minutenweise
36:11und dann stundenweise,
36:13damit Ando und das Weibchen
36:15die Chance haben,
36:16sich ein bisschen anzufreunden.
36:17Hört sich gut an.
36:18Ja, guter Plan.
36:19Freut mich.
36:20Sie melden sich,
36:21wenn Sie Ergebnisse haben, ja?
36:22Ja, selbstverständlich.
36:24Hoffen wir, dass es gelingt.
36:25Danke.
36:31Immer wenn ich die Augen zumache,
36:32sehe ich dieses arme Tier vor mir.
36:34Dieses Praktikum schafft mich echt.
36:36Ich fühle mich aus welchenen Marathon gelaufen.
36:38Du wirst dich dran gewöhnen.
36:40Ich will mich gar nicht dran gewöhnen.
36:43Keine Ahnung, wie meine Mutter das macht.
36:46Du?
36:47Ich habe nochmal den Makler angerufen.
36:49Und er hat was für uns.
36:51Schau mal.
36:53Groß, hell, Dachgeschoss.
36:56Die offene Küche ist der Hammer.
36:59Ich bin so froh,
37:00wenn ich endlich aus dem Wohnheim raus bin.
37:02Also, wir haben morgen Nachmittag
37:04den Besichtigungstermin.
37:07Luisa?
37:28Na, komm, na, Juma.
37:29Komm, komm.
37:30Na, komm.
37:31Jetzt geht's auf die Waage.
37:33Komm, so ist fein.
37:34Na, komm, so ist fein.
37:36Das wird reingemacht.
37:38So.
37:41Oh, knappe vier Tonnen.
37:42Sie nimmt wieder zu.
37:44Na, Juma, wenn du so weitermachst,
37:46müssen wir dich bald auf Diät setzen.
37:48Frau Dr. Mertens?
37:51Wir haben neue Corona-Fälle im Zoo.
37:55Zwei Gorillas zeigen Symptome?
37:57Leider ja.
37:59Aber wie konnten die sich denn
38:00bei den Großkatzen infizieren?
38:01Wir haben alle kranken Tiere isoliert.
38:03Sie sind alle in Quarantäne.
38:04Und dann stecken sich trotzdem
38:05andere Tiere weiter an?
38:06Wie kann das sein?
38:09Nächste Woche kommt das Tapir
38:10für die In-Vitro-Fertilisation.
38:12Klappt das endlich
38:13und wir haben eine Pandemie im Zoo.
38:14Na, großartig.
38:15Wir müssen die Quelle
38:16für die Infektion finden.
38:18Sonst geht das immer so weiter.
38:26Du hast doch früher
38:27viel mehr gefressen.
38:29Na, Conny, alles klar.
38:30Nee, meine Löwen machen mir Sorgen.
38:34Hast du Lust,
38:35mal mit ins Fitnessstudio zu kommen?
38:36Dann kommst du auf andere Gedanken.
38:38Danach fühlst du dich besser.
38:40Ich trainiere dreimal die Woche.
38:41Ich habe hier genug Fitness.
38:42Fünf Tage die Woche
38:43und das mit Überstunden.
38:44Probier es doch mal.
38:45Du glaubst gar nicht,
38:46was es alles für Muskeln gibt,
38:47die man trainieren kann.
38:49Hast du Lust?
38:50Kommt mal mit.
38:59Wo ist denn Tim jetzt?
39:02Wartet er wenigstens draußen?
39:04Ja.
39:05Falls das Ergebnis positiv ist,
39:06hat er sich definitiv
39:07im Fitnessstudio angesteckt.
39:08Als Praktikant
39:09wechselt er öfters die Reviere,
39:11um möglichst viel zu sehen.
39:12Ein besseren Spreader
39:13kann sich das Virus ja nicht wünschen.
39:19Mist.
39:23Positiv.
39:24Eindeutig.
39:25Der umgekehrte Fall einer Zoonose.
39:27Diesmal hat der Mensch
39:28das Tier angesteckt.
39:29Wir müssen jetzt proaktiv agieren.
39:33Wir lassen uns sofort alle testen
39:34und dann schauen wir weiter.
39:38Und?
39:39Ja.
39:40Positiv.
39:42Tut mir total leid.
39:44Ich dachte, ich bin safe.
39:45Da muss ich jetzt nichts zu sagen, oder?
39:47Ich weiß.
39:47Es gibt keine Garantie.
39:50Ach, Mist.
39:53Keine Sorge, Tim.
39:54Das wird schon.
39:55Sie halten Abstand.
39:57Sie nehmen den Hinterausgang.
39:59Und kommen Sie mir gesund wieder.
40:04Hey.
40:05Eine Woche keine Gehege ausmisten.
40:07Ist doch auch ganz schön.
40:08Hoffentlich habe ich euch
40:09nicht alle angesteckt.
40:10Wir machen jetzt auch noch alle einen Test.
40:12Also dann.
40:14Bis bald und gute Besserung.
40:16Ich kann das nicht.
40:17Ich kann einfach nicht mit deinem Apparat reden.
40:19Wie kriegen die anderen das bloß hin?
40:22Andere Generation.
40:23Wir reden eben lieber mit Menschen.
40:25Du meinst, ich gebe besser auf.
40:27Aber meine Frau gibt doch nicht auf.
40:29Hast du eine Idee?
40:32Sprich mit mir.
40:33Da bist du absolut überzeugend.
40:35Was würdest du mir zum Beispiel über die Sauerampfer erzählen?
40:40Wusstest du, dass die Sauerampfer schon in der Antike
40:43als Heilkraut geschätzt waren?
40:45Tatsächlich?
40:46Was kann sie denn so alles, die gute alte Sauerampfer?
40:49Sie ist blutreinigend, antibakteriell, entzündungshemmend
40:53und außerdem schmeckt sie auch noch gut.
40:55Ja, genau.
40:57So wollte ich es machen.
40:58Dann lass uns jetzt mal über mein Honorar reden.
41:01Ein Kräuterlikör?
41:02Drei.
41:03Zwei.
41:04Gut.
41:06Danke.
41:09Na komm.
41:11Na komm, hol dir deine Medizin.
41:14Na komm.
41:17Nur eine Pflegerin war positiv.
41:20Da haben wir ja noch mal Glück gehabt.
41:23Ja, ohne sie würden wir noch im Dunkeln tappen,
41:26Frau Dr. Mertens.
41:28Gute Arbeit.
41:29Also, danke.
41:31Ach, das ist doch selbstverständlich.
41:33In ein paar Tagen haben wir die Krise überstanden.
41:37Wie geht es eigentlich hier im Cutter in Erfurt?
41:40Sieht so aus, als würde es funktionieren.
41:43Echt?
41:45Ich habe gerade ein Video bekommen.
41:48Wollen Sie es anschauen?
41:50Ja, sehr gerne.
41:52Bitte.
42:01Das ist Ando.
42:04Und das ist eine neue Freundin.
42:08Sie haben meine Fehlprägung erfolgreich behandelt.
42:10Das müssen Sie dokumentieren.
42:12Ihr Step-by-Step-Plan funktioniert.
42:14Ich freue mich, ja.
42:15Nein, das ist beeindruckend.
42:18Danke.
42:27Frau Dr. Schein, wollte noch gratulieren.
42:32Gute Arbeit.
42:33War nicht allein mein Verdienst.
42:35Herr Waldner, Frau Dr. Mertens,
42:37alle waren daran beteiligt, den großen Ausbruch zu verhindern.
42:40Richtig so.
42:41Eine gute Chefin schreibt sich nie alleine im Verdienst zu.
42:43Dann bin ich wohl keine.
42:46Denn wenn es allein mein Verdienst wäre,
42:49würde ich es ohne Problem tun.
42:52Schönen Feierabend noch.
42:55Ihnen auch.
43:04Also Wärmedämmung und Energieeffizienz,
43:06das wird schon ziemlich groß geschrieben heutzutage.
43:08Also ich würde Ihnen eine Aufsparendämmung empfehlen.
43:11Ich meine, das Dach muss sowieso neu eingedickt werden.
43:14Ja, und die Vorteile liegen auch auf der Hand.
43:15Du hast quasi keinen Wohnraumverlust
43:17und es gibt keine Wärmeprücken.
43:19Wissen Sie, was das ist?
43:20Ja, nicht genau, aber es klingt überzeugend.
43:23Und der Kamin?
43:24Kamin machen wir in ausgekehlter Ausführung, richtig?
43:27Kriegen wir auch hin.
43:28Ach so.
43:29Danke jedenfalls, dass Sie so schnell kommen konnten.
43:31Klar, gerne.
43:32Ich bin Freunde von Maik immer.
43:34Hat er das gesagt?
43:35Ja.
43:37Ja, der kommt ja gerade.
43:47Hallo.
43:54Hey.
43:56Kau so.
43:59Kontrinierst du mich, oder was?
44:00Klar, was ist denn sonst?
44:03Ich wollte nur sicher sein, dass er sich nicht über das Ohr haut.
44:05Ja gut, ich gehe noch ein bisschen was aufmessen
44:07und ich schicke Ihnen das Angebot dann zu, okay?
44:09Ja, danke.
44:11Mike?
44:12Ich habe Ihnen noch was mitgebracht.
44:14Für den Kamin.
44:23Ach, das kann ich doch nicht annehmen.
44:25Wieso?
44:26Ich habe mehr als genug.
44:28Ich musste drei Bäume schlagen.
44:29Ist das nicht ein bisschen früh?
44:31Ich habe noch nicht einmal einen Kamin.
44:32Ja, das Holz muss ja eh noch trocknen.
44:34Ich habe gedacht, ich hacke Ihnen das
44:36und dann stapel ich es auf.
44:39Nein, danke.
44:40Das ist wirklich nicht nötig, Herr Rittmann.
44:44Wir waren doch schon bei Mike.
44:48Bis dann.
44:54Bis dann.
44:55Ey, wie geil war das denn?
44:57Die Wohnung ist ja perfekt.
44:58Und bezahlbar.
44:59Ich dachte, so etwas gibt es nur im Märchen.
45:01Ich fühle mich auch gleich wie eine Prinzessin.
45:04Die Küche streichen wir aber neu.
45:05Weiß.
45:07Pink.
45:09Beides.
45:09Hauptsache, wir wohnen endlich zusammen.
45:12Ich habe die krasseste Idee überhaupt.
45:14Ein Bistrotischchen auf dem Balkon.
45:17Eine Minibar direkt am Bett.
45:19Party ohne Ende.
45:20Das war's.
45:23Das war's.
45:35Move.
45:49Hamburg
46:18Untertitelung. BR 2018
46:37Lieber Max, heute habe ich dich zum ersten Mal gesehen, auf dem Ultraschallbild, das wir von der Ärztin bekommen haben.
46:46Willkommen in unserem Leben.
46:49Ich freue mich so sehr auf dich, dass ich das jetzt aufschreiben muss.
46:53Vielleicht lese ich dir den Brief eines Tages vor, vielleicht du mir.
46:58Vielleicht findest du eine Voicemail auch viel cooler.
47:01Aber dein Vater kann manchmal ein wenig altmodisch sein, wie du vielleicht schon festgestellt haben wirst.
47:06Ich werde dir jedes Jahr so einen Brief schreiben, mit einem Bild von dir.
47:11Und wenn du 18 wirst, kannst du sie dann lesen.
47:14Weil Erinnerungen unser Leben sind und wir leider zu schnell vergessen.
47:20Mama und ich werden bald anfangen, ein besonders hübsches Haus zu renovieren.
47:24Über die Wandfarbe in deinem Zimmer diskutieren wir noch, aber über den Garten sind wir uns einig.
47:30Das wird dein Reich der Abenteuer.
47:34Und auf der Bank unter dem Apfelbaum sitzen Mama und ich und schauen dir zu, wie du die Welt entdeckst.
47:41Und ich verspreche dir, ich werde mir Mühe geben und weniger arbeiten, damit ich mehr Zeit mit euch verbringen kann.
47:48Denn das Glück, mein lieber kleiner Max, ist eine heilige Sekunde.
47:54Bis bald, dein Papa.
48:09Bis bald, dein Papa.
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