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00:55Dr. Kleber?
00:56Ja?
00:57Bitte arquitieren Sie hier.
00:58Nein, hier?
01:00Ja.
01:03Schüttel, hau.
01:06Die Vorladung?
01:08Ja.
01:10Das war es dann wohl.
01:13Landgericht Berlin, Dr. Karl Kleve.
01:16Angeklagt, schwere Körperverletzung mit Todesfolge.
01:20Jetzt verlierst du sogar deine Approbation.
01:22Anders gesagt, jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren.
01:26Gar nichts mehr.
01:28Ich rufe Gittel an.
01:30Gittel? Hast du Gittel gesagt?
01:31Gittel?
01:32Der kann sich doch nicht mal mehr an deinen Namen erinnern.
01:35Niemand mehr kann sich an dich erinnern.
01:38Dich gibt es nun mal nicht mehr.
01:39Jantje.
01:40Dich hat es auch nie gegeben.
01:41Bitte.
01:42Und mich auch nicht.
01:43Ich gebe ihm alles.
01:45Ich gebe ihm die Bodenproben, die Krankenakten.
01:47Nein, das tust du nicht.
01:48Die Röntgenaufnahmen, die Protokolle.
01:50Wozu? Damit er es verkauft?
01:51Ja, und den Dachstaub.
01:52Gittel weiß nicht einmal, dass du das noch alles hast.
01:54Keiner weiß es. Aber jetzt. Das soll es an die Presse geben.
01:56Die Presse?
01:57Hast du immer noch nicht genug?
02:00Ihr habt kein Labor gefunden.
02:02Und Gittel wird keine Zeitung finden, die das alles veröffentlicht.
02:04Ich kann nicht mehr.
02:05Er wird es nicht mal versuchen.
02:07Ja, vielleicht.
02:08Oh mein Gott.
02:25Ich liebe dich.
02:35Du bist das Unglück meines Lebens.
02:38Hast du der Katze was zu fressen gegeben?
02:44Ich verfluche den Tag, an dem das alles angefangen hat.
03:13Ich hätte dich nicht anrufen sollen.
03:16Du siehst schlecht aus.
03:18Du auch.
03:19Verdammt nochmal, siehst du beschissen aus.
03:21Mann, oh Mann.
03:22Verdammt nochmal, du auch.
03:26Die haben uns gerupft wie die Höhner, was?
03:28Die einfach wieder weg.
03:30Bitte, Gittel.
03:31Warum jetzt? Nach so langer Zeit?
03:34Weil ich niemandem mehr vertraut habe, nicht einmal mehr dir.
03:36Nicht mal mir?
03:38Und jetzt?
03:39Ich bring dich nur in Gefahr.
03:42Wer soll ich denn mit dem Kerl bloß machen?
03:44Er hat sich beworben auf die Stelle von Etzel.
03:47Guck den dir doch mal an.
03:49Das ist einer, der in der Stadt rumrennt und Hinterhöfer nach Kochkünsten absucht.
03:53Wo gibst du die beste Currywurst?
03:55Wo gibst du das beste Eis?
03:56Wo gibst du die beste Jünasoppe?
03:57Das passt doch überhaupt gar nicht zu mir.
03:59Das ist doch nicht meine Welt.
04:01Ich esse, wenn ich Hunger habe und was da ist.
04:03Fachlich ist er, soweit ich das beurteilen kann, in Ordnung.
04:05Ja, dann nimm du ihn doch.
04:07Ist er ein anständiger Kerl, ja oder nein?
04:10Hat er Mumm in den Knochen?
04:11Hält er Druck aus?
04:12Wie ist seine Kränkungstoleranz?
04:13Ich gebe dir mal einen guten Rat.
04:14Ich gebe ihn gerne weiter.
04:16Das ist doch das Einzige, was man damit machen kann.
04:18Nimm ihn.
04:19Wir sind gleich da.
04:20Kennst du den?
04:21Nimm ihn.
04:22Ein junger Rabbi fragt einen Alten, warum haben wir eigentlich zwei Ohren und nur einen Mund?
04:27Und der alte Rabbi antwortet, weil es vorgesehen ist, dass wir zweimal mehr hören sollen als reden.
04:32Siehst du, und wenn ich jetzt eine Geliebte hätte, ich könnte nicht mal mehr heimlich mit ihr telefonieren.
04:36Wenn.
04:37Zwischen dir und einer Geliebten gibt es mindestens zwei Hindernisse.
04:41Deine Frau und den Konjunktiv.
04:44Brandgeschehen mit Todesfolge in einer Kinderarztpraxis.
04:46Ja und, was haben wir als Mordkommission damit zu tun?
04:48Ich folge da ein bisschen meinem Gefühl und meiner Erfahrung.
04:51Er folgt einem Gefühl und Erfahrung hat er auch.
04:55Habe ich gerade einen Fehler gemacht?
04:57Nicht, wenn Sie beides wirklich haben.
04:59Also, Hinterhofgourmet, der Fall ist ein Testlauf für Sie.
05:03Oh, Sie überlegen ernsthaft, ob Sie mich nehmen?
05:05Falls es überhaupt ein Fall ist.
05:23Hofer, Zweite Mordkommission.
05:24Singelwald, Bandsachverständige, Ordentliche Direktion.
05:27Tja, da liegt ein Toter drin.
05:28Türe unverschlossen, Schüsse steckt da außen.
05:30Wer dacht, dann interessiert sich vielleicht.
05:31Wissen Sie, wer es ist?
05:33Vermutlich der Kinderarzt, der Dr. Karl Kleve.
05:36Die Frau ist drin, der geht total unter Schock.
05:41Guten Tag, Löw, Zweite Mordkommission.
05:44Die Katze ist weg, sie hat schwarzes Fell und im rechten Auge hat sie einen kleinen Fleck.
05:51Wir haben sie Klecksi genannt.
05:53Robert Kolmar, rechts mehr ziehen.
05:54Was wollen Sie von ihm?
05:55Frau Kleve?
05:55Was wollen Sie denn jetzt noch von ihm?
05:57Lassen Sie doch endlich in Ruhe, hören Sie bitte.
06:00Lassen Sie doch endlich verdammt noch mal in Ruhe.
06:03Frau Kleve, Moment.
06:04Moment, warte.
06:11Ehrlich gesagt, allzu viel Erfahrung habe ich nun auch wieder nicht.
06:18Und was meine Ahnung dann belangt, also mein Geld würde ich nicht draufsetzen.
06:24Wir fangen immer von vorne an.
06:25Und immer, immer wieder.
06:28Wir haben noch zusammen gegessen.
06:30Wann?
06:32Gegen zwölf dann.
06:35Was ist bloß los mit mir?
06:37Ich erinnere mich nicht mehr.
06:40Vielleicht, vielleicht bin ich betrunken.
06:42Vielleicht brauchen Sie nur ein bisschen Zeit.
06:45Zeit wofür?
06:46Es gibt eine Menge Arten zu trauern.
06:50Sie wissen nicht, wie das ist, wenn man ein paar Träume hat.
06:53Polizisten haben auch nicht nur halbe Träume.
06:55Jeden Tag, jede Nacht.
06:58Und immer denkt man, morgen passiert's, wissen Sie?
07:03Morgen wird's besser.
07:04Morgen.
07:06Und morgen.
07:08Und morgen.
07:10Und wieder morgen.
07:18Er ist tot.
07:21Jetzt ist er tot, nicht?
07:23Ja.
07:24Aber es passiert nichts.
07:26Nie.
07:29Und eines Nachts wacht man auf, stellt fest, dass es zu spät ist.
07:34Plötzlich ist man alt.
07:37Man hört den Mann neben sich atmen, der noch älter ist.
07:41Alt.
07:42Uralt.
07:43Und man weiß, jetzt ist alles zu spät.
07:46Ihre Katze kommt bestimmt zurück.
07:50Er hat auf jemanden gewartet.
07:53Ihr Mann?
07:54Auf wen?
07:55Ich weiß nicht, ob er gekommen ist.
07:57Wer?
07:59Gittel.
08:01Sein Name ist Helmut Gittel.
08:13Gittel ist Journalist.
08:17Zu Helmut Gittel.
08:19Verheiratet?
08:20Nein.
08:21Glücksbild.
08:24Kriminalpolizei, bitte öffnen Sie.
08:27Er ist nicht da.
08:28Frau Gittel?
08:29Und falls Sie ihn wirklich finden, dann sagen Sie, er soll sich zum Teufel scheren.
08:32Kann ich den Ausweis nochmal sehen?
08:33Und sein Handy braucht er auch nicht auszustellen.
08:35Ich erwische ihn sowieso, spätestens wenn er in der Redaktion ist.
08:38Worum geht's denn eigentlich?
08:40Tod ist Ursache Kohlenmonoxid-Vergiftung, aber die Atemwege sind völlig frei von Rußanhaftung.
08:45Er hat 80% Kohlenmonoxid im Blut.
08:47Um so viel einzuatmen, braucht er eine gewisse Zeit.
08:50Ja.
08:51Zwei, drei Minuten mindestens.
08:53Und genau die hat er nicht gehabt.
08:55Das heißt, er war schon tot, bevor es brannte.
08:57Keine Kampf- oder Abwehrspuren, aber auch kein Hinweis auf Selbstmord.
09:00Bloß, dass tote Ärzte im Allgemeinen ihre Arztpraxen nicht anzünden.
09:04Schon gar nicht, wenn sie selbst drin liegen.
09:06Wir sollten von einem Verdeckungsbrand ausgehen.
09:10Und von einem Tötungsverbrechen.
09:15Herr Gittel.
09:17Joe Hofer, Kommissariatsleiter. Danke, dass Sie gekommen sind.
09:21Sie sind Journalist?
09:24Wollen Sie ein Wasser oder einen Kaffee?
09:26Polizisten-Zimmer sehen überall gleich aus.
09:28Blasse Tapeten, tolle Möbel.
09:31Und ein Geruch nach toter Hund, nicht wahr?
09:33Sie geben nicht viel auf Fassade, wie?
09:35Setzen Sie sich nur.
09:36Sie werden es auch im Sitzen schaffen, die Polizei nicht zu mögen.
09:41Ich habe vor ein paar Jahren mal ein paar Artikel über Polizeiarbeit geschrieben.
09:44Und darüber kommen Sie bis heute nicht weg, verstehe ich?
09:46Nein, Sie verstehen nicht.
09:47Zumindest fange ich an.
09:48Sie waren bei Dr. Kleve heute, kurz bevor er starb?
09:51Er hat mich angerufen.
09:52Dass es kurz vor seinem Tod war, wusste ich nicht.
09:55Wann war das?
09:55Wollen Sie mich nicht erst fragen, ob ich überhaupt da war?
09:57Ich bin sogar sicher, dass Sie auf die Uhr gesehen haben.
10:00Gegen halb eins.
10:02Gegen ein Uhr bin ich wiedergegangen.
10:04Was wollte er von Ihnen?
10:05Er hat mir eine Vorleitung gezeigt.
10:07Jemand hat behauptet, ihm wäre ein Kunstfehler unterlaufen und daran sei ein Kind gestorben.
10:12Ich würde jetzt gerne rauchen.
10:14Tumalweise habe ich es mir abgewöhnt.
10:15Ja, aber was ist da so komisch dran?
10:17Dass das Opfer ein Kind ist.
10:20Das ist sehr komisch.
10:21Ein teuflischer Witz.
10:22Auch das Böse ist nicht ohne Humor.
10:25Ja, vielleicht kann ich irgendwann auch darüber lernen.
10:29Welchen Eindruck machte Dr. Kleve auf Sie deprimiert?
10:33Sehr deprimiert?
10:37Eigentlich war er genauso wie immer.
10:39Kolmar!
10:41Also, er war schwer betrunken.
10:431,9 Promille Blutalkohol.
10:44Außerdem hatte er 7,8 Mikrogramm Methanol im Blut.
10:48Das heißt, er hing auch in den letzten Tagen schon kräftig an der Flasche.
10:51Alkoholiker?
10:52Jedenfalls schwere Leberschäden.
10:54Außerdem hatte er Valium im Blut und das so viel, dass er sich das handvollweise eingeworfen haben muss.
10:58Oh, da hat er ja seinem Blut ganz schön was zugemutet, der gute Doktor.
11:01Was war sonst noch drin?
11:0280% Kohlenmonoxid.
11:04Aber keine Rußpartikel in den Atemwegen.
11:06Mensch, und ich dachte, es wird mal ein friedlicher Tag.
11:09Genau.
11:12Dieser Gittel hat Ihnen was verschwiegen.
11:14Ich habe gerade beim Einwohnermeldeamt...
11:16Nein.
11:17Was heißt nein?
11:19Nein.
11:19Ja, er hatte nicht die Absicht, mir irgendwas zu sagen.
11:22Warum haben Sie ihn dann gehen lassen?
11:23Weil wir keine Beweise haben und er das Gefühl haben soll, er sei in Sicherheit.
11:27Also.
11:28Helmut Gittel und Dr. Klebe kommen beide aus der Elbmarsch.
11:31Das ist eine Gegend bei Hamburg, da leben ca. 8000 Leute.
11:33Ich weiß, was die Elbmarsch ist.
11:36Und beide sind am selben Tag von da weg.
11:38Beide.
11:40Und beide nach Berlin.
11:42Was ist?
11:43Spreche ich zu schnell für Sie?
11:45Manchmal geht einfach mal eine scharfe Intelligenz mit mir durch.
11:48Intelligenz ist wie ein Rasiermesser.
11:49Sie kann nützlich sein, man kann sich damit aber auch die Gurgel durchschneiden.
11:53Tut mir leid, der Autoschlüssel.
11:55Aber im Grunde genommen ist die Intelligenz nur schädlich.
11:58Wer sich dauernd den Kopf zerbricht, vergisst den Kaffee vom Herd zu nehmen.
12:02Oder dass der Autoschlüssel steckt.
12:07Wussten Sie, dass man in Berlin jedes Jahr 1% seines IQ verliert?
12:11Nein.
12:12Aber ich dachte, Sie sind gerade erst angekommen.
12:22Sein Mageninhalt.
12:24Und?
12:25Nur angedaut, nicht verdaut.
12:28Das heißt, er hat unmittelbar vor Todeseintritt gegessen?
12:31Mhm.
12:33Laut Auskunft der Witwe um 12.
12:35Aufwindzeit?
12:39Sie hat kurz vor 15 Uhr die Feuerwehr angerufen.
12:42Dann hat sie jetzt ein Problem.
12:43Die Witwe.
12:45Und wer noch?
12:56Die Polizei war hier.
12:59Ich war bei der Polizei.
13:00Was? Warum?
13:03Kleve ist tot.
13:04Tot?
13:05Kleve?
13:09Du warst bei ihm.
13:11Hey, ich hab dich was gefragt.
13:14Ach so, ja, verstehe.
13:16Er hat hier angerufen, bevor er mich auf dem Handy erwischt hat.
13:20Und, was hat er gesagt?
13:21Hast du's?
13:22Was?
13:26Was ist?
13:28Was siehst du mich so an?
13:31Mein Mann ist tot.
13:32Ich könnte auch sagen, ein Freund.
13:34Ein Freund?
13:36Was ist das?
13:36Er hat sich verbrannt, falls dich interessiert.
13:40Interessiert dich nicht, nee.
13:42Berührt dich gar nichts mehr?
13:43Kein Fünkchen mit Gefühl?
13:49Starr mich nicht so an.
13:52Starr mich nicht so an, hab ich gesagt.
13:55Starr mich nicht so an.
14:00Er hat von den Beweisen gesprochen, die er dir...
14:02Er hat mir nichts gegeben.
14:03Das kann nicht sein.
14:07Er hat mir eine Vorladung gezeigt.
14:10Er war am Ende.
14:12Und er war betrunken, falls es dich interessiert.
14:17Und weißt du was?
14:20Ich bin froh, dass er tot ist.
14:22Er erzählt er sich.
14:25Keiner mehr, der ihn abnimmt.
14:27Keiner, der auf seiner Moral rumtrampelt.
14:29Also, auf den guten alten Dr. Kleber.
14:31Ein Mann, der noch Illusionen hatte.
14:32Ich wünschte, ich hätte sie auch noch.
14:35Der Brandherd war dort hinten.
14:36Vermutlich ist die Kaffeemaschine durchgeglüht.
14:39War so ein Billigding, das auf einer Holzplatte stand.
14:41Hier.
14:41Und glücklicherweise hat der Geschädigte daneben seinen Alkoholvorrat gebunkert.
14:47Und Wodka ist ein hervorragender Brandbeschleuniger.
14:50Wodka?
14:51Ja.
14:52Man erkennt es an den Flaschen.
14:54Da drüben war ein Blut- und Ruinlabor mit den üblichen Chemikalien.
14:59Dazu jede Menge Schaumstoff.
15:01Hier die Behandlungsliege.
15:03Und dort eine Spielecke für die Kinder.
15:07Brennt alles verdammt schnell.
15:08Aber unter Freisetzung von Zyanid.
15:10Was er aber nicht eingeatmet hat, wie Sie sagten.
15:12Nein, überhaupt kein Rauchgas.
15:14Keine Krähenfüße in den Augenwinkeln.
15:17Kein Flammenhitzeschock.
15:18Nur das Kohlenmonoxid im Blut.
15:20Irgendwas zum Todeszeitpunkt?
15:22Klar ist, dass er vor dem Brandtod war.
15:24Dass er gelegen haben muss, als die Flammen nach seinem Körper griffen.
15:27Und dass er kurz vor dem Tod noch was gegessen hat.
15:29Ich kann dir sogar sagen was.
15:31Selbstmord?
15:32Schließlich hat er eine Anzeige wegen Körperverletzung zugestellt bekommen.
15:36Körperverletzung mit Todesfolge begangen zum Nachteil eines Kindes, das er falsch behandelt hat, haben soll.
15:41Er hat eine Grippe behandelt, aber das Kind hatte Meningitis.
15:45Gibt es ja eine Gasheizung oder einen Ofen?
15:47Nein, nichts dergleichen.
15:52Thunfisch oder Thunfisch?
15:55Thunfisch.
15:56Nehme ich auch.
16:00Was ist mit Robert?
16:05Wir hören beide den falschen Ton, der sich eingeschlichen hat.
16:08Seit Nadja da ist.
16:10Nadja ist eine nette, gutaussehende, angenehme, kluge Kollegin.
16:15Findest du nicht auch?
16:17Willst du, dass ich dir leise widerspreche?
16:21Ich traue mich nicht mal mehr, Robert zum Essen einzuladen.
16:24Ich bin total verklemmt und Robert ist es auch.
16:26Ich habe schon Joe gefragt, ob er...
16:27Joe soll mit Robert reden?
16:31Ich hätte vier Sandwich holen sollen.
16:33Gelobt, selber Steaknacht.
16:35Verflucht seien die Männer.
16:38Also um zwölf Uhr haben Sie mit Ihrem Mann zu Mittag gegessen.
16:43Richtig?
16:47Und erst kurz nach drei haben Sie den Brand bemerkt und sofort die Feuerwehr gerufen.
16:54Was sehen Sie mich so an?
16:57Was geht hier eigentlich vor?
16:59Sie...
16:59Und zwischen zwölf Uhr dreißig und vierzehn Uhr haben Sie Ihren Mann nicht gesehen.
17:03Sie verdächtigen mich.
17:04Mich!
17:05Wir befragen Sie.
17:06Sie starren mich an, alle drei.
17:08Frau Klebe, wann haben Sie Ihren Mann zuletzt...
17:11Gesehen?
17:12Erst wieder, als er mit Gittel aus dem Haus kam.
17:14Und jetzt gehen Sie bitte.
17:16Gehen Sie.
17:17Wann war das?
17:18Ich weiß es nicht.
17:19Ich habe nicht auf die Uhr gesehen.
17:21Gehen Sie.
17:28Wenn er erst drei Stunden nach dem Essen gestorben wäre, wäre der Mageninhalt nicht nur
17:32angedaut, sondern verdaut gewesen.
17:34Und wenn er wirklich um zwölf was gegessen hat?
17:36War spätestens halb zwei tot.
17:38Und gleich neben der Kaffeemaschine, die zufällig durchglüht, steht zufällig der Wodka,
17:42der zufällig ein guter Brandbeschleuniger ist.
17:44Warum nehmen Sie sich nicht fest?
17:45Wir zwei sollten gelegentlich mal wieder was trinken gehen.
17:47Ich gehe da mal zur Spurensicherung.
17:49Weil du ihr nicht zutraust, dass sie Kohlenmonoxid herstellt und als Tötungsmittel benutzt.
17:53Zu Frauen traue ich prinzipiell alles zu.
17:55Wie wäre es mit heute Abend?
17:56Ich sehe kein Motiv.
17:58Und ich kenne einen Richter, der meint, dass man bei Ehegattenmord überhaupt gar nicht
18:01nach einem Motiv zu suchen braucht.
18:03Die Ehe an sich wäre ja schließlich ein Motiv genug.
18:06Du hörst mich schweigen.
18:09Stammkneipe, meine Einladung.
18:11Was Ernstes?
18:12Ich bin bereit, mich finanziell zugrunde zu richten.
18:20Robert, wo warst du denn?
18:22Guck dir das mal an.
18:29Fingernagelschutz von Dr. Klever.
18:33Was ist das?
18:36Eine perforierte Mikrohohlkugel.
18:39Eine war unterm Zeigefinger, eine unterm Daumennagel.
18:44Das sieht so aus, als sei in die Höhle was eingelangen, oder?
18:49Verdammt, wo habe ich denn das schon mal?
18:50Ich habe das schon mal gesehen.
18:54Ich esse alles, außer Kuddel.
18:57Lassen Sie sich überraschen.
18:58Die letzten zwei Telefonate hat Dr. Klever mit Gittel geführt.
19:03Eins um 10.33 Uhr, eins um 11.13 Uhr.
19:07Wo hat er ihn angehoben?
19:10Auf dem Handy?
19:13Schmeckt, schmeckt ausgezeichnet.
19:15Was ist das?
19:15Um 10.33 Uhr zu Hause, um 11.13 Uhr auf dem Handy.
19:21Und außerdem schreibt Gittel seit Jahren an einem Buch über Kleber.
19:27Das sieht ja aus wie Kuddel.
19:30Bin ich gefeuert?
19:31Wäre ein guter Grund, Sie einzustellen.
19:34Tun Sie es doch.
19:35Eine Mikro-Hohlkugel?
19:37Nee, nie gesehen.
19:40Was ich sehe, sind zwei Verdächtige.
19:42Die Ehefrau, die uns belügt.
19:43Und Gittel, der so viel verschweigt, dass er auch schon wieder lügt.
19:47Und dass er eine Tatgelegenheit hatte.
19:49Unter der Voraussetzung, dass die Ehefrau ihn deckt.
19:51Ja, aber ich sehe kein Motiv.
19:53Ich sehe nur ein paar Frauenbeine, die auf uns zukommen.
19:58So, bitteschön.
19:59Wie ist denn die gemischte Platte?
20:03Grauenhaft.
20:04Jungs, hier ist mein Gesicht etwas oberhalb.
20:08Zweimal?
20:09Hoffentlich zerstört sie euch nicht die Freundschaft.
20:11Robert, sag mir, dass ich hübscher werde.
20:14Hm.
20:15Danke.
20:16Da gehen die wunderschönen Beine einfach wieder weg.
20:19Sie kommen ja wieder.
20:23Manchmal möchte ich Judith schon gern zum Essen einladen.
20:28Aber irgendwie ist unsere Beziehung...
20:32Heißt das, du weißt nicht mal mehr, was du mit einer Frau nach dem Essen anstellen sollst?
20:39Na, wie machst du es dann nur, dass die immer wieder auf dich reinfallen?
20:42Ich meine, guck dich doch mal an.
20:46Weißt du, das ist ja nun ganz einfach.
20:49Du darfst nicht glauben, was du ihnen erzählst.
20:51Ach, das ist der Trick.
20:53Es ist ja nun nicht so, dass ich Frauen belüge.
20:56Es ist nur so, dass es keine wirkliche Wahrheit mehr gibt, die ich ihnen sagen kann.
20:59Du redest uns nur im Kopf und Kragen.
21:02Nancy!
21:04Frauenpower!
21:05Weißt du, manchmal bin ich wirklich richtig weg.
21:09Immer noch.
21:10Leidenschaft, Rausch, alles, wie es gehört.
21:14Erinnerst du dich doch, oder?
21:15Aber plötzlich ist das Interesse weg.
21:17Prostata?
21:18Ich meine, gerade bin ich kurz vor dem...
21:21Oh?
21:22Oh, oh, oh, oh, oh, ich weiß, was du meinst.
21:24Nicht so laut.
21:26Und im gleichen Moment spüre ich, dass leicht daneben etwas ist,
21:29das meine Gedanken vollkommen vereinnahmen könnte.
21:32Da stehst du mitten in diesem heißesten Gefühl.
21:36Ist ein kühler Strahl von...
21:42Ist mir doch egal.
21:44Arme Judith.
21:46Und plötzlich habe ich nur noch Lust, ein gutes Buch zu lesen,
21:52alleine zu sein, einfach einzuschlafen.
21:56Weißt du, Freiheit.
21:58Heidegger.
22:00Ein Bier.
22:02Das muss unter uns bleiben.
22:05Ich weiß, was du brauchst.
22:07Nancy, äh, noch mal zwei.
22:10Was ist denn los mit dir?
22:12Bist du überhaupt da?
22:13Ich weiß, was du denkst.
22:15Du denkst, oh, hier.
22:17Falls man das überhaupt denken nennen kann.
22:19Ja, ja, ja, ich denke die ganze Zeit darüber nach,
22:22wo ich diese Mikro-Küttelchen schon mal gesehen habe.
22:25Morgen.
22:26Judith kommt gerade.
22:28Ja, gerne.
22:29Entschuldigung, aber bei mir hat doch nach jemand zweimal angerufen
22:31und dreimal an der Tür geklingelt.
22:33Ich habe verschlafen.
22:34Ein Verehrer.
22:35Warum hast du nicht aufgemacht?
22:37Ach, du meinst, ich hätte die Gelegenheit beim Schwanze packen sollen?
22:41Du siehst so blass aus um die Nase.
22:43Ich hoffe, dir geht's schlecht.
22:45Was ist denn das?
22:46Die Mikrokugeln aus dem Fingernagelschmutz.
22:50Die sind radioaktiv?
22:51Ich wusste, ich hatte das schon mal gesehen.
22:53Erinnerst du dich an den Unfall im KKW Hanau?
22:56Das sind PAC-Kügelchen.
22:58PAC steht für die radioaktiven Substanzen Plutonium, Ameritium und Curium.
23:04Eine harte Hohlkugel, die im Inneren kleine Mengen verschiedener Radionukleide enthält.
23:08Und wozu braucht man das?
23:10Entweder zur Erforschung der Hybridtechnik,
23:12bei der Kernfusion und Kernspaltung zur Energiegewinnung kombiniert werden.
23:19Oder?
23:19Oder zur Herstellung von Kernwaffen.
23:22Können Sie damit etwas anfangen, Herr Gittel?
23:24Ich sagte doch schon, nein.
23:27Herr Gittel, das sind nicht irgendwelche Kügelchen.
23:30Das ist radioaktives Material.
23:34Gesundheitsgefährdend, genverändernd, krebserregend.
23:39Und möglicherweise liegt sowas irgendwo noch in größerer Anzahl rum.
23:45Möglicherweise.
23:47Also, bevor Dr. Kleve nach Berlin kam, war er Kinderarzt in der Elbmarsch.
23:53Laut Auskunft ein hervorragender Kinderarzt.
23:56Bis er anfing, sich für Leukämie-Fälle bei Kindern zu interessieren, die dort gehäuft auftraten.
24:01Wo?
24:03In der Nähe eines Kernkraftwerkes.
24:06In der Nähe eines Forschungsreaktors und eines Kernkraftwerks, Wätschul.
24:09Danke.
24:10Und je mehr er sich um diese Leukämie-Fälle kümmerte, desto größer wurden die Schwierigkeiten für ihn.
24:17Und für Sie auch.
24:18Sie wissen doch gar nicht, wovon Sie reden.
24:20Warum sagen Sie uns nicht, dass Sie ein Buch geschrieben haben über die sogenannte Elbmarsch-Leukämie?
24:25Und Sie auch nicht.
24:26Schließlich wurden Sie beide regelrecht vertrieben, nicht wahr?
24:31Regelrecht, aber vertrieben.
24:33Oder Sie wissen es beide zu gut.
24:34Aber in Berlin ging es Ihnen nicht besser.
24:36Sie landeten in der Redaktion einer Stadtteilzeitung und über Dr. Kleve wurden wieder Gerüchte verstreut.
24:42Er sei kein guter Arzt.
24:44Zuletzt hatte er auch kaum noch Patienten und fing an zu trinken.
24:47Ihr Buch, könnte ich das mal lesen?
24:49Ich habe keinen Verlag gefunden dafür.
24:51Könnte ich das Manuskript lesen?
24:53An dem Tag, an dem ich einen Verlag finde, in diesem Land, an dem Tag, können Sie es lesen.
24:56Also nicht.
24:58Warum kooperieren Sie nicht?
25:01Warum sollte ich?
25:02Sie haben Kleve doch gemocht, oder?
25:05Sie haben doch über ihn geschrieben, in Ihrem Buch.
25:10Vielleicht liegt Ihnen was daran, dass sein Tod aufgeklärt wird.
25:17Wollen Sie das?
25:19Wollen Sie seinen Tod aufklären?
25:21Was sagen Sie da?
25:23Nichts.
25:24Er lächelt nur.
25:26Ich weiß ja nicht mal, wer Sie sind.
25:28Nein.
25:29Er glaubt, dass er lächelt.
25:33Aber es ist ja nur eine Grimasse.
25:36Und wer Sie sind, Dr. Kolmer, Sie haben mir nicht mal Ihren Ausweis gezeigt.
25:41Nein, nein, das müssen Sie nicht.
25:42Wenn es eine Fälschung ist, wird es schon eine gute sein.
25:45Ja.
25:45Jetzt glauben Sie, ich leide unter Verfolgungswahn.
25:48Ich bin ein Irrer.
25:49Ich habe einen Defekt.
25:51Hier.
25:55Ich kann nicht vergessen.
25:57Kann ich jetzt gehen?
25:58Ja.
25:59Für einen dringenden Tatverdacht reicht es nicht.
26:03Sie meinen doch nicht.
26:04Ja, das meine ich wohl.
26:11Wie soll mein Mann sein Buch zu Ende schreiben, wenn er die Beweise nicht hat?
26:15Ihr Mann wollte sie ihm geben.
26:18Warum sagen Sie nichts?
26:20Weil Sie ein Angebot haben.
26:21Was für ein Angebot?
26:23Was für ein Angebot?
26:23Mein Gott.
26:24Geld, Frau Klebe.
26:25Viel Geld.
26:26Was glauben Sie, was uns angeboten wurde?
26:27Gehen Sie.
26:28Sie haben es genommen.
26:30Mein Gott.
26:31Das heißt, Sie haben Ihre...
26:32Raus!
26:32Wo ist das Material?
26:34Sie haben es doch hier, im Haus.
26:36Sie können es noch gar nicht übergeben haben.
26:38Also.
26:38Raus, habe ich gesagt!
26:40Ich gehe.
26:43Mein Mann hat Sie nie gemocht.
26:44Und ich...
26:44Ich bitte zur Polizei.
26:45Ihr Mann!
26:46Mein Mann?
26:47Was ist mit ihm?
26:49Ach, Sie meinen, mein Mann hat mich gelogen.
26:54Frau Klebe, wir sind es noch mal.
26:58Frau Kittel.
26:59Entschuldigen Sie bitte.
27:00Komm mal, Rechtsmedizin.
27:02Ich muss los.
27:04Warten Sie!
27:16Hier wurde radioaktives Material gelagert.
27:24Wissen Sie, was das ist?
27:31Nein.
27:34Nein!
27:35Wo ist dieses Material?
27:40Ich weiß gar nichts.
27:41Und noch weniger weiß ich über irgendwelche Kügelchen.
27:44Radioaktiv sollen die sein?
27:47Ich würde gerne ein kleines Gedankenspiel machen.
27:51Nehmen wir mal an, es gibt einen Mann, der Sie hat.
27:54Die Kügelchen.
27:56Und andere Beweise.
27:58Beweise?
27:59Wofür?
28:00Zufälligerweise ist er ein Journalist wie Sie.
28:02Und ein Mann, der schlechte Erfahrungen gemacht hat.
28:04Behörden, Medien, Politiker.
28:07Das heißt, er wird niemandem erzählen, dass er diese Beweise hat.
28:11Wahrscheinlich nicht mal seiner Frau.
28:13Warum hat er sie nicht schon früher bekommen, Ihr Mann, der zufällig Journalist ist?
28:18Möglicherweise ist sein Verbündeter auch sehr vorsichtig.
28:23Aber jetzt hat unser Mann seinen Verbündeten verloren.
28:26Ja, aber vorher hat er ihm das Material übergeben.
28:29Vielleicht.
28:30Und nun weiß unser Mann, dass er eines mit dem Material nicht machen darf.
28:35Er darf es nicht aus den Händen geben.
28:37Auf keinen Fall.
28:39Andererseits weiß er aber auch nicht, was er sonst damit machen soll.
28:42Vielleicht weiß er ja, dass ihm kein Labor diese Sachen analysieren wird.
28:46Möglicherweise.
28:49Und jetzt nehmen wir mal das Verrücktes in unserem Szenarium an.
28:54Wir sagen, es kommt jemand, der ihm ein Labor anbietet.
29:00Und mit ihm gemeinsam, wenn er das denn möchte, alle Beweise analysieren wird.
29:07Und er verspricht ihm auch, dass er anschließend das Material, die Beweise, plus Ergebnisse, unbeschadet zurückbekommt.
29:15Da oben, wo Sie herkommen, gibt es die weltweit höchste Leukämierate unter Kindern.
29:2119 leukämiekranke Kinder.
29:24In einer Gegend, in der statistisch nur alle 58 Jahre ein einziger kindlicher Leukämiefall zu erwarten ist.
29:30Und keiner tut was.
29:32Dr. Kleve hat sie behandelt.
29:36Inzwischen sind vier gestorben.
29:39Deswegen der Kunstfehlervorwurf.
29:42Schöne Fassaden, nicht?
29:49Ich habe hier zwei Schlüssel.
29:54Dieser ist für das Institut Hintereingang.
29:58Und dieser für einen Panzerschrank im Flur.
30:04Falls ich hier einen Mann treffe, gelegentlich werde ich sie ihm geben.
30:21Ich habe das Blut von Dr. Kleve nochmal auf Alkoholbegleitstoffe untersucht.
30:25Entschuldigt, ich hoffe, ich störe.
30:26Hallo.
30:27Hallo.
30:27Oh, nicht.
30:28Guck dir mal die Piks an.
30:30Propanal, Isobutanol, 2-Methylbutanol-1, 3-Methylbutanol und der Hormetanol-Pik.
30:35Moment mal, das heißt, er hat Weinbrand, Whisky oder Obstler getrunken, ja?
30:40Auf keinen Fall Wodka.
30:41Aber was wir neben der Kaffeemaschine gefunden haben, sind zerbrossene Wodkaflaschen.
30:45Den Wodka hat er als Brandbeschleunerger benutzt, nicht zum Trinken?
30:49Und wir wissen inzwischen auch, wer die Flaschen gekauft und hingestellt hat.
30:52Und Warnung.
30:57Wer?
30:58Frau Kleve, ich muss Sie bitten, mitzukommen.
31:00Sie stehen in dringendem Verdacht, Ihren Mann getötet zu haben.
31:04Außerdem wird Ihnen vorgeworfen, zur Verschleierung der Tat die Praxis in Brand gesteckt zu haben.
31:09Der Verkäufer kennt Sie.
31:10Er hat sich gewundert, warum Sie plötzlich Wodka kaufen.
31:14Und so viel.
31:15Sie haben uns verjagt, wissen Sie?
31:18Wie man Tiere verjagt.
31:20Husch, husch, husch.
31:20Frau Kleve, wir sprechen hier von...
31:22Es gab einen Atomunfall.
31:23Einen Brand.
31:25Bei dem radioaktives Material austrat.
31:28In den Elbmarschen, ein paar Monate nach Tschernobyl.
31:32Mein Mann hat...
31:33Ja?
31:38Es brannte.
31:40Auf dem KKW-Gelände?
31:41Es wurde vertuscht, alles.
31:43Beweise verschwanden.
31:45Wissenschaftler wurden denunziert.
31:48Zu jedem Gutachten gab es ein Gegengutachten.
31:51Unterlagen wurden gefälscht, Messprotokolle.
31:53Augenzeugen konnten sich plötzlich nicht mehr erinnern.
31:55Und bei der Feuerwehr, die im Einsatz war, gab es selbst einen Brand,
31:59bei dem sämtliche Einsatzprotokolle vernichtet wurden.
32:01Frau Kleve, diese Kaffeemaschine.
32:04Mein Mann wollte doch nur, dass den Kindern geholfen wird.
32:09Dass sie zur Kur können.
32:12Dass sie eine spezielle Behandlung bekommen.
32:14Dass die Regierung was unternimmt.
32:17Sie haben die Sicherung dieser Kaffeemaschine kaputt gemacht,
32:20damit sie durchglüht, nicht wahr?
32:23Ja.
32:24Frau Kleve, Sie wohnen direkt über der Arztpraxis.
32:27Sie hätten mit verbrennen können.
32:31Ja.
32:33Wo hast du die Unterlagen?
32:35Kleve hat sie dir gegeben.
32:39Ich lasse mich nicht länger für dumm verkaufen.
32:42Also.
32:44Entweder.
32:45Oder was?
32:46Du warst das.
32:48Was?
32:49Was war ich?
32:50Bist du verrückt?
32:50Nein, bin nicht verrückt.
32:52Ganz und gar nicht.
32:53Du hast doch damals den Artikel geschrieben.
32:55Über den Jungen, der an Kohlenmonoxid starb.
32:58Wieso Kohlenmonoxid?
32:59Genau so ist Kleve gestorben.
33:00Genau so.
33:01Du willst zur Polizei?
33:04Wie viel haben Sie dir geboten?
33:07Wie viel?
33:12Und wenn Gittel das Material doch nicht hat?
33:16Schwebelsäure und Oxalsäure ergeben Kohlenmonoxid.
33:26Dr. Kleve war schwer betrunken.
33:29Situativ nicht mehr orientiert.
33:31Das heißt.
33:35Wenn der Täter beide Komponenten bei sich hatte, musste er sie nur noch zusammenbringen.
33:41Unauffällig.
33:42Schnell.
33:45Kleve ist müde geworden.
33:47Eingeschlafen.
33:48Die ausreichende Menge.
33:50Das geschlossene Fenster.
33:53Ein paar Minuten.
33:55Todeseintritt.
33:58Aber warum hat der Täter den Verdeckungsbrand erst zwei Stunden später gelegt?
34:02Entweder.
34:03Er hatte noch etwas zu erledigen.
34:05Vielleicht den Brandbeschleuniger.
34:08Naja, aber wenn er das Tötungsmittel dabei hatte, dann hat er die Tat geplant.
34:11Er hat auch den Brandbeschleuniger dabei.
34:13Oder wir haben so zwei getrennten Tatabläufen zu tun.
34:15Du meinst, es gibt zwei Täter.
34:17Ja, ich habe die Praxis angezündet.
34:21Aber ich habe meinen Mann nicht umgebracht.
34:26Er war schon tot.
34:28Ich wollte nicht, dass er so gefunden wird, so betrunken und elend.
34:33Er war doch mein Mann.
34:37Aber das, was da lag, das war nicht mehr mein Mann.
34:39Und dann haben Sie die Kaffeemaschine reingestellt und den Wodka?
34:43Ja.
34:44Haben Sie sich nicht gefragt, warum er schon tot war?
34:46Er wusste, dass er seine Approbation verliert.
34:50Haben Sie was weggenommen?
34:53Chemikalien?
34:54Nein.
34:57Das ist eine Prepaid-Karte.
35:02Das sind die, die man im Ausland kauft, wenn man dort keinen Namen und keine Adresse hinterlegen muss.
35:07Tja, und nach dem Gespräch wird sie zerstört.
35:10Keine Rückverfolgung möglich.
35:11Wie viele hast du davon?
35:12Ich habe gefragt, ob das Angebot noch steht.
35:14Wen?
35:15Ruf an.
35:22Sie wollen es haben und Sie zahlen.
35:26Helmut, dein Buch.
35:28Du wirst nie erscheinen.
35:29Begreif das doch endlich.
35:31Also, was ist?
35:32Wie viel?
35:34Ein, ein neues, ein anderes Leben.
35:38Wie viel?
35:39Eine Million.
35:42Früher waren es nur 30 Silberlinge.
35:44Hör zu.
35:45Wir können wegfahren.
35:46Wir können uns was kaufen.
35:47Du kannst dein Buch im Selbstverlag rausbringen.
35:49Hör zu, du kannst wieder bei einer großen Zeitung arbeiten.
35:51Mein Gott.
35:52Ich will nicht wissen, was du jetzt denkst.
35:53Aber siehst du das, das ist meine Hand.
35:55Noch nie war sie so nah an so einer großen Menge Geld.
35:57Du glaubst doch jetzt nicht im Ernst, dass ich nicht zugreife.
35:59Ich greife jetzt, du, weil ich habe zu lange gewartet.
36:02Ich, ich, ich habe satt.
36:04Ich, die haben unser Leben kaputt gemacht.
36:06Also, was ist?
36:07Was ist?
36:09Danke.
36:12Du hast mir einen großen Gefallen getan.
36:14Helmut, ruf an.
36:14Ich wollte immer schon mal sehen, wie tief ein Mensch sinken kann.
36:17Ruf bitte an.
36:44Ich weiß nicht.
37:02Bodenproben mit PRC-Kügelchen, Baumscheiben mit deutlich abgesetzten Jahressträmen.
37:07Komm, mach mal mit.
37:11Dachbodenstaub aus der Elbmarsch.
37:13Ja, wenn es einen radioaktiven Niederschlag gegeben hat,
37:15dann kann man den noch Jahre später im Dachbodenstaub nachweisen.
37:18Krankenakten.
37:19Krankenakten, Krankenakten, Krankenakten.
37:23Wir und ich haben kein Labor gefunden, das ich die Proben untersuchen wollte.
37:27Niemand legt sich mit denen an.
37:29Wir sind dabei.
37:30Alles zu untersuchen.
37:34Glatte Fassaden.
37:36Glatte, wunderschöne Fassaden.
37:38Unzerstörbar.
37:39Wir werden Anzeige erstatten gegen die Betreiber.
37:43Gittel.
37:44Mit dem Material können wir nachweisen, dass es einen atomaren Unfall gegeben hat.
37:49Hier.
37:51Los, werfen Sie.
37:53Werfen Sie ihn gegen die Scheibe.
37:56Na los.
37:58Worauf warten Sie?
37:59Die Polizei ist auf Ihrer Seite.
38:09Ich kann das nicht.
38:11Ich kann das nicht.
38:14Ich kann das nicht.
38:27Robert.
38:29Du musst los.
38:30Ich habe ja noch eine Tochter.
38:32Charlottchen.
38:33Also, erster Beweis, die Trin zum Ablagerung in der Baumscheibe von 1986.
38:38Und zweiter Beweis, die PRC-Kückelchen.
38:40Und im Hausstopp von den Dachböden lassen sich radioaktive Kontaminationen nachweisen,
38:44die das tausendfache des Tschernobyl-Niederschlags betragen.
38:48Ich bringe dich.
38:52Und die Kinder haben das alles eingeatmet.
38:58Bis morgen.
38:59Ciao.
39:09Ich komme.
39:16Sie.
39:17Entschuldigung, ich dachte gerade, meine Kollegin wäre noch hier.
39:19Mein Mann schickt mich.
39:21Hier.
39:22Das ist für Sie.
39:23Ja, kommen Sie rein.
39:26Wo müssen wir hin?
39:27Das ist ein Labor.
39:29Ist das schwer?
39:31Danke.
39:32Gibt es hier irgendwo eine Toilette?
39:34Ah ja, natürlich gleich hier.
39:36Ich gehe schon vor in den dritten Raum.
39:39Schauen Sie sich das mal an.
39:41Gittel hat vor ein paar Jahren einen Artikel über einen Selbstmord geschrieben.
39:44Ein junger Mann hat Kohlenmonoxid in einen Badereifen eingeleitet und daraus geatmet.
39:50Man braucht nur zwei bis drei tiefe Atemzüge und der Tod tritt ein.
39:54Und genauso hergestellt, wie Dr. Kohlmeis vermutet hat.
39:56Gittel oder seine Frau.
39:59Dr. Kohlmeis!
40:02Frau Gittel!
40:09Frau Gittel!
40:12Wo?
40:14Wo sind Sie denn?
40:19Frau Gittel?
40:20Sind Sie hier drin?
40:24Was soll denn das?
40:25Frau Gittel!
40:26Was?
40:26Frau Gittel!
40:47Was?
41:02Wenn der Arzt zweimal bei Gittel angerufen hat, könnte es sein, dass er ihn beim ersten Mal nicht erreicht hat.
41:07Beim ersten Mal hat er zu Hause angerufen, beim zweiten Mal auf dem Handy.
41:10Tja, wer war denn am Telefon, zu Hause bei Gittel?
41:14Und wenn das finanzielle Angebot für Jantje Kleve galt, für wen galt es denn noch?
41:26Im Kühlraum.
41:29Kühlraum.
41:33Guten Abend, Frau Gittel. Darf ich in die Tasche annehmen?
41:55Ich ziehe meinen Hut vor Dr. Kleve und vor ihn.
41:58Entsprechend.
41:59Ich kaufe mir extra einen.
42:01Im Namen von Dr. Karl Kleve.
42:05Im Namen von 19 Kindern.
42:08Die Kamera, du bist Polizist.
42:11Ich suche ihm noch einen.
42:13Dazu haben Sie jetzt mich.
42:16Ihr kriegt mich nicht klein.
42:19Jetzt kriegt mich niemand mehr klein.
42:23Da!
42:27Respekt.
42:34Und wie heißt sie?
42:35Charlotte.
42:36Süß.
42:37Gittels Buch wird gedruckt.
42:39Wenn ich das gewusst habe.
42:40Hast du meinen Vortrag schon durchgelesen?
42:42Oh ja.
42:43Und ich wollte dich zum Essen einladen.
42:44Das wollte ich eigentlich auch.
42:48Du hast schon eine Einladung?
42:50Ja.
42:51Hat sie.
42:51Da.
43:04Bye.
43:05Bye.
43:27Untertitelung des ZDF, 2020
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