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  • vor 6 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:30Skorpion, hier. Der Mond steht in Spannung zum Saturn. Heute ist der Glückstag. Ihnen gelingt einfach alles.
00:36Ja, ich sterbe vor Angst.
00:38Großartiges Horoskop.
00:39Großartiger Lügner.
00:40Und das am ersten Probentag.
00:41Zeig her.
00:42Das ist die Wahrheit, wie sie in der Zeitung steht. Amor ist auch aktiv.
00:46Der Kerl fehlt mir noch.
00:47Eifersüchtig?
00:48Auf Amor?
00:49Auf Georg Aigner. Gott, was für ein Mann. Gut aussehend, witzig, intelligent, charismatisch.
00:54Wird er ja immer ähnlicher.
00:55Oh Gott.
00:56Ja, sag ich doch.
00:56Wie oft warst du mit mir im Theater, wenn er getanzt hat? Schwanensee, Aschenputtel, die schwarzen Vögel.
01:01Hüten Sie sich vor erotisch-exotischen Exzessen. Hier, du schwarzer Frau.
01:05Lügen, nichts als Lügen. Das ist die Politikseite. Okay, ich bin jetzt selbst so nicht, Papa. Du kannst gehen.
01:09Voll mal.
01:09Nein, Papa, bitte bleib.
01:11Oh Gott, Papa, die werfen mich gleich wieder raus.
01:12Äh, Sekunde. Warum?
01:14Du hast vorgesprochen, sie haben dich genommen. Und ich muss ins Institut.
01:17Bitte, Papa, nur fünf Minuten oben vor der Tür. Das ist...
01:19Oh Gott, was meinst du? Das müssen irgendwie die Nerven seines...
01:23Anna? Anna?
01:24Wo ist mir das nächste Klo?
01:41Was soll das sein? Ein Grand-Pied?
01:43Auswärts nach Georg.
01:46Tja, zehn Kilo musselfreies Gewebe zu viel, drei Jahre Training zu wenig, nicht?
01:53Fräulein Kollmer? Moment, bitte. Dein Compré war früher auch besser.
01:59Morgen allerseits. Jetzt war schon da?
02:01Schon?
02:05Georg Aigner, früher Tänzer, heute Ballettdirektor und Opfer gewaltig zunehmender Schwerkraft.
02:10Anna Kollmer, Schauspielerin. Ich bin als Erzählerin engagiert. Der Prinz meiner Kindheit, das waren Sie.
02:15Sie scheinen ja nur in der Vergangenheit zu existieren. Ex-Tänzer, Ex-Tar, Ex-Mann, Ex-Liebhaber, ganz Ex.
02:22Fanny Eisweit, sagen Sie Fanny zu mir. Als Erzählerin stehen Sie im Hintergrund dieser Szene. Ein Buch in der Hand
02:29und keine Angst, Sie müssen nicht tanzen.
02:31Nur wenn Sie wollen.
02:35Was warst du, mein Schlank? Ich hab dich so geliebt.
02:40Sie hat mir gerade das Frühstück gestrichen.
02:42Haltung, Georg. Magen kurz halten.
02:46Das war das Mittagessen.
02:48Füße strecken.
02:49Deine Kostüme müssen wir auch weiten lassen, nicht?
02:52Und das ist der Hungertod.
02:56Jetzt fehlt Jasper wirklich. Unser Meistertänzer des Bösen.
03:01Schluss, Lennart. Er muss nicht gleich mitbekommen, dass wir einen Ersatzmann haben.
03:06Guten Morgen.
03:07Hallo, Herr Röder. Schön, dass Sie wieder mal im Haus sind.
03:10Kleine Ballettsaal.
03:11Wie damals, Herr Röder. Wie immer. Erinnern Sie sich an mich?
03:14Erik Rochol, Cour de Ballet.
03:16Nein, natürlich nicht. Warum auch?
03:19Ganz der Alte. Kein Wort zu den unteren Klassen.
03:22Er glaubt, er ist ein Denkmal. Und inzwischen tanzt er bestimmt auch so.
03:26Es gibt Tänzer, die halten selbst ihre Exhumierung für ein Comeback.
03:29Also, ich sag das jetzt mal in der Mailbox. Die fünf Minuten sind um.
03:32Man hat dich nicht rausgeworfen. Also, denke ich, das ist alles in Ordnung.
03:36Fältig, ja?
03:36Ja.
03:40Tschüss.
03:40Tschüss.
03:41Einen gedehnten Tag noch.
03:42Und einen gedehnten Dreck.
03:44Danke.
03:54Vielen Dank.
03:58Ach.
04:01Ach.
04:14Oh Gott!
04:20Ja, schönen Sie mich? Hallo? Hallo?
04:23Notarzt, bitte.
04:24Beim Förder, ja?
04:32Er muss wieder auf die Beine kommen. Hören Sie, wir haben nächste Woche ein Gastspiel in Las Vegas.
04:36Ich bitte Sie.
04:38Anaphylaktischer Schock?
04:39Schock? Das wäre ein Schock. Kann er tanzen, er muss. Und wenn ich ihn auf die Bühne trage.
04:43Cortisol und Blutdruck.
04:44Gott, Gregori, ich bin hier der Intendant. Wo wird er hingebracht? Das kann er mir nicht antun.
04:48Seien Sie doch still. Bitte.
04:52Dein Traum ist unser Leben auf Erden hier. Die Schatten auf Wolken schweben im Schindelbeer.
04:59Und du? Wovon träumst du? Du bist Schauspieler, du hast Talent, großes Talent. Aber Talent alleine genügt nicht.
05:09Du brauchst Glück, Verbindungen, Protektion. Jemandem, der das richtige Wort sagt, im richtigen Moment, ins richtige Ohr.
05:17Hörst du mir eigentlich zu?
05:18Jedes Wort, mein Prinz.
05:20Träum keinen kleinen Traum, träum einen großen. Was anderes lohnt sich nicht. Anna, dein Blick.
05:26Bist du sicher, dass er mich meint?
05:28Ja.
05:29Bin bald 50.
05:31Ja.
05:32Nein, hör zu. Ich geh aus dem Leim, was mein Leben war, ist hinter mir. Nein.
05:37Ach, das ist so ein schönes Lächeln.
05:39Kein Mann wird sich nicht mehr so einsam fühlen in diesem Lächeln oder verlassen.
05:43Niemals.
05:44Ich werd dreimal verheiratet, hörst du?
05:46Ja.
05:47Ich könnte dein Vater sein.
05:48Ausgeschlossen.
05:50Oh Gott.
05:57Wollen Sie auch zum Intendanten? Ist er da?
06:00Ja, weiß ich nicht. Also, ich hab wir rein wollen.
06:03Haben Sie was zu rauchen? Ich hab's mir abgewöhnt. Ist zu schädlich.
06:08Ich auch.
06:09Ich hab mir überhaupt ne Menge abgewöhnt in letzter Zeit.
06:11Was war's bei Ihnen?
06:12Sie haben's schon erraten.
06:15Sie sehen müde aus.
06:17Verheiratet?
06:18Hab ich mir abgewöhnt.
06:19Sie sind Arzt. Der Vater von Anna.
06:22Rechtsmediziner.
06:24Robert Kolmer.
06:25Fanny Eiswald. Ich arbeite mit Ihrer Tochter.
06:28Ich kenne Sie.
06:30Sie war die Trima Ballerina hier im Haus. Entschuldigung.
06:33Sie kannten mich.
06:34Fanny?
06:35Er wartet.
06:41Glauben Sie, man kann jemanden umbringen, einfach nur indem man ihn hasst?
06:44Keine Pistole, kein Messer. Nur nackter, reiner Hass.
06:48Ich würde arbeitslos.
06:50Ich versuch's trotzdem.
06:56Bin schon da, sagte der Egel.
06:58Ich kann dir sagen, wie es gelaufen ist.
06:59Der Intendant hat beim Innensenator angerufen, der seiner Sekretärin gesagt hat,
07:03sie soll dem Abteilungsleiter sagen, er soll beim Polizeipräsidenten anrufen
07:06und der soll einen Beamten ermächtigen, der im LKA anruft und eine Mordkommission schickt.
07:11Kannst du das wiederholen?
07:12Aber schön, dass du gewartet hast. Du hast nichts Besseres vor. Ich weiß, wir auch nicht.
07:15Da sind wir.
07:16Kommen Sie bitte.
07:17Gibt's irgendwelche Anzeichen auf Fremdeinwürken?
07:22Robert?
07:23Gar keiner.
07:24Nein, nein.
07:25Ofen frisch.
07:28Danke.
07:29Hier ist der Zucker.
07:31Warum glauben Sie, dass es ein Anschlag war?
07:34Ich muss.
07:35Ich bin der Intendant.
07:38Der Zucker ist wirklich fantastisch, wenn ich vielleicht noch einen Schlupf Kaffee bekommen könnte.
07:43Entschuldigen Sie.
07:44Warum müssen Sie?
07:46In ein paar Tagen fahren wir zu einem mehrwöchentlichen Gastspiel nach Las Vegas.
07:50Der Olymp des Varietés, der Ritterschlag, der Branche.
07:55Danach spielen wir in einer ganz anderen Liga.
07:58Bitte.
08:00Aber Erfolg schafft Neider.
08:02Großer Erfolg vieler und hartnäckiger Neider.
08:05Aber Jasper Röder hatte doch längst aufgehört zu tanzen.
08:08Ja, ja.
08:09Aber er hat mal eine weltbekannte Nummer getanzt.
08:11Zusammen mit Georg Aigner.
08:13Der Schwarze See.
08:15Eine Schwanensee-Persiflage.
08:16Aus der Not geboren wurde sie zur Zugnummer dieses Hauses.
08:19Zwei Jahre lang.
08:21Da mussten wir sie absetzen, weil die beiden Herren nicht mehr miteinander konnten.
08:24Gift und Galle.
08:24Tja, und jetzt kommt Las Vegas und besteht darauf, dass wir diese Nummer bei dem Gastspiel zeigen.
08:31Genauer gesagt, Las Vegas will uns unter der Bedingung, dass der Schwarze See dabei ist.
08:36Wenn uns die Nummer wegbricht, fällt das Gastspiel flach.
08:40Und wir müssen eine Konventionalstrafe zahlen, die uns ruinieren wird.
08:44Schluss. Aus.
08:46Der Forum fällt.
08:48Ein anaphylaktischer Schock kann durch eine Lebensmittelallergie hervorgerufen werden.
08:52Also durch eine Kontakt- oder Medikamentenallergie, sogar durch eine Fahrzeugallergie.
08:55Also bei Werksneuenautos.
08:57Wenn die Konzentration bestimmter chemischer Elemente zu hoch ist im Himmel oder in den Polstern.
09:04Sein Wagen ist unten auf dem Plakblatt.
09:06Der muss Allergiker sein.
09:09Nur dann kann so eine Krise jetzt schnell da sein.
09:13Papa.
09:15Komm, wir kümmern uns mal um was Wichtiges.
09:18Hallo Anna.
09:19Bist ja jeden Tag schöner.
09:20Hallo Joe. Lange nicht gesehen, Max.
09:22Ja, ich war auf einer Abmagerungskur.
09:25Papa, das ist Georg. Er gibt mir einen Ballettunterricht. Nur mir allein einfach so.
09:28Das ist mein Papa. Warum bist du eigentlich noch hier?
09:30Robert Kolmer.
09:31Georg Eichner.
09:36Ihre Tochter.
09:37Wissen Sie nicht, was passiert ist?
09:38Nein.
09:39Ihr Partner Jasper Röder hatte einen Zusammenbruch. Der Mutter hat von den Garde noch zurückholen.
09:43Was?
09:44Das ist der Wagen von Jasper Röder.
09:46Was der Rost dafür noch übrig gelassen hat.
09:48Wir hätten uns ins Schlüssel geben lassen. Wer war denn der Mann, der hier mit Anna?
09:54Ähm, Georg Aigner. Das ist der Tanzpartner von Jasper Röder. Der wusste noch nicht, was passiert war.
09:59Und, wie hat er es aufgenommen?
10:01Leich und stammelnd. Ich könnte ihn umbringen.
10:04Also, ich mag den Künstler. Sie ähneln normalen Menschen. Ab und zu jedenfalls.
10:07Auf jeden Fall. Entschuldige mal, deine Tochter ist eine erwachsene Frau. Das ist doch völlig normal.
10:12Ich gehe ins Krankenhaus und sehe mir Jasper Röder an.
10:14Robert.
10:15Der ist fast so alt wie ich. Entschuldige, bitte.
10:17Soll ich dich fahren?
10:18Nein, ich gehe lieber zu Fuß. Mit dem Auto wäre es mir nicht weit genug weg.
10:26Ach, die Bühne wird ein Himmel sein. Und eine Hölle.
10:31Meistens Letzteres. Sie wird das sein, was du am meisten hasst und das, auf das du am wenigsten verzichten kannst.
10:39Tanz ist mein Leben, mein Tod.
10:42Wir sind süchtige, verrückte, besessene, Clownskinder in einem.
10:46Welche Qual.
10:51Was für ein Glück.
10:55Und die berühmte Theaterluft, dieser abgehangene Gestank aus Schweiß, Schminke, Buffon, Zigarettenrauch, Demotion der Scheinwerferbatterien,
11:03vermischt mit Hoffnung, Träumen und allem Glück der Welt.
11:12Ein Geruch, den du für nichts mehr eintauschen wirst, niemals mehr dein Leben lang.
11:24Oder du gehst jetzt und kommst niemals wieder, Anna.
11:28Pass auf dich auf, Mädchen.
11:31Er hat recht.
11:33Verschwinde, hörst du?
11:35Schnell, solange du noch kannst.
11:38Fanny, die Frau hat eine Weltkarriere vor sich.
11:42Dann kam der Unfall.
11:44Dieses Haus soll brennen, nicht wahr, Georg?
11:51Danke.
11:58Robert Kolmer.
11:59Hallo.
11:59Ich habe mir mein Leben zu verdanken.
12:03Was fange ich denn jetzt damit an?
12:04Ich bin Rechtsmediziner.
12:06Ich möchte mir die Befunde ihrer Körperflüssigkeiten ansehen.
12:09Bluturin, Bronchialsekret.
12:11Sie gehen davon aus, dass man mich umbringen wollte.
12:13Jeder Beruf hat seinen Blick auf die Dinge.
12:16Wer käme dann in Frage?
12:19Vor drei Jahren habe ich mit dem Tanzen aufgehört.
12:22Ich habe mein kleines Haus gekauft, Rosen gezüchtet, Gemüse angebaut.
12:28Und ich war jeden Tag unglücklich.
12:30Drei Jahre lang.
12:31Jeden Monat.
12:33Jede Woche.
12:35Jeden Tag.
12:37Bis heute früh.
12:38Vielleicht möchte jemand verhindern, dass Sie wieder tanzen.
12:41Oder dass das Gastenspiel zustande kommt.
12:44Möglich?
12:44Ich werde tanzen, verstehen Sie?
12:48Sie sind Allergiker, ja?
12:50Gräser?
12:52Pollen?
12:52Haben Sie heute Morgen irgendetwas besonders gegessen, getrunken, eingefasst?
12:56Eingenommen Medikamente?
12:57Drogen?
12:59So ein Schock kommt innerhalb von Minuten.
13:02Wir sind mit dem Auto gefahren, nicht wahr?
13:04Haben Sie unterwegs angehalten?
13:05Jemanden mitgenommen?
13:07Die Fenster geöffnet?
13:08Irgendein besonderer Geruch?
13:10Nein, nichts von all dem.
13:11Kein besonderer Geruch, nichts.
13:14Ich möchte nicht, dass Sie mich untersuchen.
13:17Sie haben sich von Ihrem Partner Eigner vor drei Jahren im Streit getrennt worden.
13:24Bitte gehen Sie.
13:28Bitte.
13:30Mhm.
13:49Das ist dein Auto?
13:50Das?
13:51Ja.
13:53Komm weg.
13:54Aber wie kommen die denn da rein?
13:55Wer macht denn sowas?
13:56Ja?
13:57Weg hier.
13:58Komm, Anna.
14:09Jasper ist im Krankenhaus.
14:12Meine Chance.
14:13Du würdest alles dafür tun.
14:17Alles?
14:17Nijinsky hat einmal gesagt, tanzen in einem unbegabten Körper muss die Hölle sein.
14:21Was soll das heißen?
14:23Dass es auch andere hin gibt.
14:26Sag mir, was ich tun soll, Fanny.
14:33Wo?
14:34Die hier waren im Auto von Jasper Röder und die im Wagen von Georg Aigner.
14:38Aber hunderte davon.
14:40Der chemische Dienst der Feuerwehr ist mit Atemmasken und Schutzanzügen rein, wie du gesagt hast.
14:44Kann sein, dass Sie Röders Allergie ausgelöst haben.
14:47Ja, aber die lieben Tierchen wären ja kaum selber auf die Idee gekommen sein.
14:50Und bei Aigner sollten Sie das auch.
14:52Also, dass Sie in ein Auto gehen, das könnte ja Zufall sein.
14:55Aber dass Sie in zwei Wagen rumkrabbeln, das heißt doch, wir haben jemanden, der Sie da reingepackt hat.
15:01Weißt du, wo ich herkomme?
15:03Der Herr Professor Intendant hat mich eingeladen.
15:06Zum Essen.
15:08Nur wir beide im Kerzenschein.
15:11Nicht zu fassen.
15:13Ich weiß nicht mal, was er von mir wollte.
15:16Er hat mich schon mal eingeladen, vor fünf Jahren.
15:20Er war betrunken.
15:22Damals hat er mir einen Satz zu viel gesagt.
15:26Einen einzigen Satz.
15:28Ein einziger Satz kann dein ganzes Leben zerstören.
15:33Glaubst du das?
15:35Nein.
15:51Wie geht's dir?
15:53So allein im Dunkeln.
15:56Hm?
15:58Hat er nach mir gefragt?
16:03Wir haben den ganzen Abend nur von dir gesprochen.
16:09Okay.
16:14Das Untersuchungsmaterial aus dem Krankenhaus ist da.
16:16Hier, sieh dir das mal an.
16:18Kleine haarähnliche Strukturen von zwei bis drei Millimeter Länge im Bronchialsekret.
16:22Außerdem hat sich sein Blut auf Allergie-Marker untersucht.
16:25Du wirst es nicht glauben.
16:26Doch.
16:26Er hat keine erhöhten IGE-Marker, obwohl er alle Anzeichen eines allergischen Schocks hat.
16:31Wofür es nur eine Erklärung gibt.
16:34Ich höre Sie und ich muss leider gehen, weil in der Kita meiner Tochter gibt es einen Scharlachfall.
16:40Ach so.
16:41Jasper Röder leidet nicht an Allergien, sondern an seuterallergischen Reaktionen.
16:45Hör mal zu, woher das kommt.
16:46Pass mal auf.
16:46Das wird ausgelöst durch das starke Nesselgift aus den Härchen der Eichenprozessionsspinnerraupe,
16:53die er offensichtlich eingeatmet hat.
16:56Eichenprozessionsspinnerraupe?
16:56Ja, ich habe die nachgebracht, um das rauszukriegen.
16:58Das habe ich mal erlebt.
16:59Wie ein Pferd mit den Nüstern in so eine Raupenkolonie kam.
17:02Der Atmungstrakt schwoll schlagartig an.
17:05Das Pferd kippt da einfach um.
17:06Gott sei Dank war ein Tierarzt gerade auf dem Reiterhof.
17:08Ach so, also pass auf.
17:12Die Raupen sind aus dem Auto des Tänzers, der im Krankenhaus liegt.
17:16Und die Raupen sind aus dem Auto des Tänzerkollegen.
17:18Georg Aigner.
17:20Hast du mit Anna geredet?
17:22Deine Tochter hat mich gestern Abend noch angerufen.
17:25Sie hat mich gebeten, mit dir zu sprechen.
17:28Worüber?
17:29Worüber?
17:30Über Liebe.
17:33Darüber, dass sie sehr verliebt ist.
17:35Sie möchte, dass du...
17:37Was?
17:39Mit dem Herrn Brüderschaft trinken, ja?
17:42Irgendwann verliebst du dich auch in eine 20-Jährige.
17:44Das tut ihr alle, wenn ihr älter werdet.
17:46Je größer eure Angst, desto jünger eure Geliebte.
17:50Nur keine Klischees vermeiden.
17:54Damen und Herren, die Begegnung zweier Männer, die immer schon ein starkes Gefühl füreinander hatten.
18:02Pass gut auf, Anna.
18:04Das ist die Bühne.
18:06Das ist das Leben.
18:07Ja.
18:09Hallo, Jasper.
18:11Wie geht's?
18:11Gut.
18:12Ganz sicher.
18:16Tod sage ich, mir soll was lassen.
18:18Also, man hört so einiges.
18:21Man hört's nicht gern, aber man hört's immer wieder.
18:24Tod, ich verlasse die Bühne.
18:26Hat er dir gesagt, dass er auf Entzug war?
18:28Unser strahlender Held?
18:30Nein.
18:31Dass er bei den anonymen Alkoholikern war?
18:35Ja.
18:36Das hab ich gewusst.
18:37Ja?
18:38Und hat er auch erzählt, dass er schon getrunken hat, als wir noch miteinander getanzt haben?
18:42Zwei Jahre lang?
18:44Und wann hast du aufgehört damit?
18:45Wann?
18:46Als du von dem Gastspiel gehört hast.
18:48Du willst es ja nochmal wissen.
18:50Aber ich stell mir die Frage, was passiert, wenn er wieder anfängt und wir unterwegs sind?
18:55Tod!
18:57Er hat mich angerufen.
18:59Im Krankenhaus.
19:01Ganz rührend.
19:03Und er hat mir einen Vorschlag unterbreitet.
19:05Was soll dieses Katz-und-Maus-Spiel?
19:08Wir sind doch erwachsene Männer.
19:10Nicht Maus, Ratte.
19:12Es tut mir leid.
19:13Bitte, ich wollte dir nicht wehtun, du Bruder meiner anderen Mutter.
19:16Es tut mir leid.
19:17Komm her.
19:18Komm.
19:18Komm her.
19:19Jasper, hör auf.
19:20Nein!
19:21Hört auf.
19:21Was war, ist vorbei.
19:26Was bist du bloß für ein verlogenes Miststück?
19:29Du warst es, du bleibst es und du wirst es immer sein.
19:32Mein Gott.
19:34Und ich hatte schon Angst.
19:36Tod, das Gastspiel.
19:38Wir machen es nur, weil du so in der Klemme sitzt.
19:41Fürs Haus und aus alter Freundschaft, die du weißt.
19:44Das weiß ich, Kinder.
19:45Das weiß ich.
19:46Und weil du in der Klemme sitzt und das Haus ja so auf uns beide angewiesen ist.
19:52Freunde.
19:52Wirst du unsere Gage verdoppeln.
19:56Was?
19:57Sechstausend pro Abend für jeden.
20:00Ja oder nein.
20:01Die Entscheidung fällt hier und sofort.
20:04Das könnte nicht.
20:06Das, das könnte diesem Haus nicht antun.
20:15Gut.
20:20Tja, was du hier gesehen hast, Kleines.
20:27Wie schön, so jung zu sein.
20:30Ich kann ihn verstehen.
20:34Gut.
20:35Einen ersten Durchlauf, bitte.
20:37Alle Gewerke, Kostüm, Maske, Bühnentechnik und Licht.
20:40Hier der Lüftungsrahmen im Wagen von Jasper Röder.
20:43Der Filter ist ausgebaut.
20:44Das heißt, die Raupen konnten ungehindert durch die Lüftung in den Innenraum.
20:48Hier.
20:50Deutliche Werkzeugspuren.
20:52Auch an der Motorraube, die gewaltsam geöffnet wurde.
20:54Die Lüftung, klar.
20:56Die Giftherchen der Raupen brechen leicht.
20:59Und der Strömungswind bläst sie dem Fahrer ins Gesicht.
21:02Mordversuch oder dummer Jungenstreich?
21:04Jedenfalls wurde der Tod billig in den Kauf genommen.
21:06Ja, aber hier im Gegensatz dazu ist der Lüftungsfilter im Wagen von Eigener intakt.
21:11Und den Türschlössern wurde nicht manipuliert.
21:13An der Motorraubenverriegelung auch nicht.
21:16Ja, aber wie sind die Raupen dann ins Innere von Eigeners Wagen gekommen?
21:19Ich bin Mitfahrer.
21:20In der Werkstatt.
21:22Durch jemanden, der an den Autoschlüssel kommt, was weiß ich.
21:25Ich bin Techniker.
21:27Vielleicht war es ein Anschlag aufs Theater, um das Gastspiel zu verhindern.
21:32Oder eine Beziehungstat oder eine Konkurrenzsituation.
21:37Da ist ja noch was.
21:38Was?
21:39Die Chronologie.
21:41Der Anschlag auf Jasper Röder fand am Morgen statt, der auf Georg Eigener am Abend.
21:46Was ist in der Zwischenzeit passiert?
21:49Weil Jasper Röder überlebt hat, meinst du das?
21:50Ja, vielleicht ist es dem Täter egal, wer von beiden ausfällt.
21:55Drei probieren fürs Gastspiel, zwei fahren aber nur mit.
21:58Das wäre doch ein Motiv für den Dritten.
21:59Wie heißt denn der...
22:02Hey.
22:03Er verliert seine Tochter an einen Mann.
22:06Zum ersten Mal an einen richtigen Mann.
22:25Meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.
22:50Das wäre doch ein Motiv für den Dritten.
23:08Das wäre doch ein Motiv für den Dritten.
23:39Ich bin vielleicht kein guter Intendant. Gegenstimmen? Stürmischer Protest? Aber ich bin ein hervorragender Koch.
23:48Heute Abend, 19 Uhr, wie immer vor einer Tournee bei mir. Ihr seid eingeladen. Alle. Meine Freunde.
24:13Du bist gut. Immer noch. Wir waren beide großartig. Darf ich dir was sagen? Ich höre nicht hin.
24:21Es war die schönste Zeit in meinem Leben.
24:42Immer wenn ich den Intendanten suche, finde ich Sie.
24:47Was haben Sie denn noch so Schönes vor heute?
24:50Vielleicht nichts.
24:52Welche Talentvergeudung?
24:55Was ist passiert mit Ihrem Bein?
24:57Ein Unfall. Direkt vorm Haus.
25:00Ich habe einen LKW übersehen. Ehr mich nicht. Leider.
25:04Ja. Ein einziger Moment im Leben und Liebe, Glück, alles vorbei.
25:10Und Georg Aigner fing mit dem Trinken an?
25:13Das hat er inzwischen wieder im Griff. Nach meinem Unfall hat er mit Jasper Röder getanzt.
25:20Und? Was führt Sie zu uns?
25:22Warum hat er es nicht geklappt in New York?
25:25Eine Wunde. Lassen wir Sie zu, Colmar. Ja?
25:29Sie machen sich Sorgen um Ihre Tochter, nicht?
25:32Ein fremder Mann streckt seine Hand nach ihr aus und...
25:37Mir wäre es lieb, wenn wir in dieser Wunde auch nicht wühlen würden.
25:43Ich habe keine Kinder. Ich weiß nicht, was das bedeutet.
25:47Ach, aber Georg.
25:51Ich habe ihn sehr geliebt. Verstehen Sie?
25:53Was rede ich? Ich habe ihn sehr geliebt. Ich liebe ihn immer noch.
25:57Glühend. Ich bin eifersüchtig. Auf Ihre Tochter. Ich könnte ihr die Augen auskratzen.
26:04Dr. Colmar!
26:05Ach, hallo.
26:06Ich grüße Sie.
26:07Todd!
26:09Er hat heute noch nichts vor. Rein gar nichts.
26:12Ja und?
26:13Sehen Sie? Schon sind Sie eingeladen.
26:16Bringen Sie Ihre Frau mit, falls Sie sowas haben.
26:18Und sein Tintant freut sich.
26:20Nicht wahr, Todd? Er ist glücklich.
26:24Und Sie können auf Ihre Tochter aufpassen.
26:28Ach und...
26:30Bringen Sie doch bitte Ihren Kollegen Hofer mit.
26:33Ich bitte Sie.
26:40Herr Rüder, Sie waren großartig. Ich musste Ihnen das noch sagen.
26:44Unbedingt, junger Kollege. Unbedingt.
26:47Georg, du warst großartig. Du tanzt wieder. Georg, bitte. Es wird ein gutes Gastspiel werden. Und es wird nicht das
26:56Letzte sein.
26:57Du hast etwas, was ich nicht habe.
27:10Was?
27:10Was? Was habe ich?
27:13Den Mut zu leben.
27:15Wenn die besten Tage vorüber sind.
27:17Wo?
27:19Wo?
27:20Georg!
27:27Na, wie geht's?
27:29Ich frag besser nicht.
27:30Und das ist auch gut so.
27:31Was machst du hier?
27:32Ich will diesen dritten Tänzer befragen, diesen Lernhard von Stolben.
27:35Ich glaube, die sind alle schon weg.
27:37Vielleicht unter der Dusche schon.
27:38Wo?
27:38Also, wir haben eine Einladung für heute Abend. Der Intendant gibt eine Party.
27:42Robert.
27:42Ja, es ist gut. Ich weiß, wir müssen alle verlieren lernen. Ich weiß das alles.
27:46Wir kommen alle mal Dingen nahe, die mächtiger sind als wir. Liebe, Tod, Hass.
27:51Frauen, Waschmaschinen.
27:53Eben. Was wäre das Leben ohne Hass?
27:55Unvorstellbar.
27:56Was macht der Schmutz im Radkasten?
27:58Judith ist noch dran.
28:00Glaubst du, dass man jemanden töten kann, nur indem man ihn hasst?
28:03Kommt auf den Versuchern.
28:06Okay.
28:08Volles Haus, Kinder. Eine E-Mail von unserem amerikanischen Agenten.
28:12Unser Gastspiel ist ausverkauft auf drei Wochen im Vorhaus.
28:16Ja!
28:17Willkommen nach Vegas.
28:19Willkommen in Wüste.
28:23Ja!
28:23Ganz besonders freue ich mich, dass unser Gastspiel zwei große Tänzer wieder zusammengebracht hat.
28:29Zwei Tänzer, die die Erfolgsgeschichte unseres Hauses mitgeschrieben haben.
28:33Zwei Tänzer, die aus welchen Gründen auch immer viel zu früh aufgehört haben, zusammen zu tanzen und leider auch aufgehört
28:39haben, Freunde zu sein.
28:41Trinken wir auf Georg und Jasper.
28:47Willkommen zu Haus.
28:48Bravo!
28:49Bravo!
28:56Wissen Sie, was mit einem trockenen Alkoholiker passiert, wenn er auch nur an einem Schnapsglas nippt?
29:00Ja.
29:01Er geht auf Weltreise und wacht nach einer Woche wieder auf oder nach zweien.
29:05Irgendwo in Singapur.
29:06Und mit einem Vollbart.
29:07Ist doof, oder?
29:08Und wenn es auf der Tournee passiert, was dann?
29:11Sie haben eine große Karriere vor sich.
29:13Aber nicht als Tänzer.
29:16Also ein Drittel der Kritiker ist unbegabt, ein Drittel nicht bei der Sache und ein Drittel ist übergeschnappt.
29:25Aber die Restlichen sind unentbehrlich. Du musst dich gut mit ihnen stimmen.
29:29Merkst du?
29:29Ich hänge an deinen Glück.
29:32Ich möchte, dass du den Fall abgibst.
29:35Ich nehme es dir persönlich, oder?
29:38Du bist zu dich dran.
29:42Das gibt's doch nicht.
29:46Zum Wohl.
29:48Schönen Abend noch.
29:51Arschloch.
29:51In deinen talentlosen Körper zu stecken, muss die Hölle sein. Wer hat das nochmal gesagt?
29:56Ich hole uns was zu essen.
29:58Nimm noch einen Teller mit dir. Salaten. Grünsalaten.
30:09So schweigsam. Sie sind sonst so schlagfertig.
30:13Hör auf.
30:14Sonst.
30:15Unsere Gagen.
30:20Wer hat das gesagt? Leben ist ein Traum.
30:24Gerade rum.
30:27Es ist aber ein Spiel.
30:28Dann sind wir beim Finale.
30:30Weil ich nie mit deinem Alkoholiker auf Tournee gehe.
30:33Aber ich bin trocken, wenn du das weißt.
30:35Ich hab's hinter mir.
30:36Ach.
30:37Vielleicht hast du schon so weit hinter dir, dass du jetzt schon wieder anfangen kannst.
30:42Jasper.
30:43Ja.
30:45Es gibt in Leben selten Momente wie diesen, wo sich zwei Menschen so nah sind.
30:51Auf deinem Wohl, Jasper.
30:53Bis wir uns nie wieder so fremd werden wie vor drei Jahren auf unseren Vergangenen.
31:06Georg, mich.
31:07Nicht, Georg, nicht.
31:08Nicht, jetzt, wo alles vorbei ist.
31:11Auf die Vergangenheit.
31:13Dass unser Leben war auf Jasper.
31:30Kann ich Sie kurz sprechen?
31:32Hey, der Papa.
31:35Oh, sie ist ein Lämpchen.
31:38Ein Lämpchen, das unter die Wölfe geraten ist.
31:40Ja, ich bin der Vater.
31:42Und ich meine...
31:43Sie meinen, Sie sind es und ich könnte es sein.
31:49Sie meinen, ich bin zu alt für Sie.
31:51Ja, dann sagen Sie es doch.
31:53Ich bin der alte Wolf, der ihr kleines Lämpchen verführt.
31:56Sie ins Bett zerrt und...
31:58Wollen Sie wissen, was da für so Wolf dort anstellt?
32:01Und...
32:13Das tut mir leid.
32:14Was hast du denn gemacht?
32:16Warum müsstest du dich ein, Papa?
32:18Das ist mein Leben.
32:18Verschwinden.
32:19Hast du gehört?
32:20Ob du gehört hast!
32:21Anna!
32:32Ich habe allen gesagt, nichts mehr essen, nichts mehr trinken, nichts mehr anfassen.
32:35Ja, ja, also schnell wie möglich, bitte.
32:38Kolmar.
32:55Wie lange hast du Zeit?
32:57Stunde.
33:02Hallo?
33:04Schon gut.
33:06Wo gehst du dich jetzt?
33:08Achso.
33:17Und?
33:19Allergische, beziehungsweise pseudoallergische Reaktion.
33:22Was?
33:22Wieder diese Raupen?
33:23Ja, aber diesmal wurde sie über den Magen-Darm-Trakt beigebracht.
33:26Aber nicht nur die Härchen.
33:27Die ganze Raupe wurde getrocknet und dann zerstampft.
33:30Wenn man das ins Essen oder Trinken macht, eine Frage von Minuten.
33:32Das ist ja pervers.
33:34Und was ist denn mit Robert?
33:36Anna ist dort Nacht wieder nicht nach Hause gekommen.
33:48Kannst du alleine weitermachen?
33:50Hallo, Joe.
33:52Robert!
33:55Robert!
33:57Ich bitte dich nicht, Georg.
34:03Ich flehe dich an.
34:04Nicht ohne Jasper.
34:06Es geht nicht ohne ihn.
34:09Die Nummer ist auf ihn gebaut.
34:11Und auf mich.
34:12Lennart hat parallel probiert.
34:15Georg, bitte.
34:17Du tust es fürs Haus, für deine Kollegen, für dich, für diese Stadt.
34:21Sieh dir ihre Gesichter an.
34:24Alle warten auf dein Jahr.
34:27Sie rechnen mit dir, Georg.
34:29Alle.
34:30Das ganze Haus.
34:42Ich liebe Tänzer.
34:46Ihre Extravaganz.
34:48Ihre Selbstverliebtheit.
34:51Ihre Wehleitigkeit.
34:55Und manchmal lehle ich sie sogar sehr.
35:01Geh ihm nach.
35:02Hörst du?
35:03Schnell!
35:15Schnell!
35:16Schnell!
35:19Papa, ich hab's so satt.
35:23Du hast immer recht.
35:24Du, du, immer nur du.
35:26Du hast mit Georg gesprochen und wegen dir hat er wieder angefangen zu trinken.
35:29Wegen dir.
35:31Und jetzt wirst du beweisen, dass er was mit dem Tod von Reuter zu tun hat, nicht wahr?
35:34Was wirst du doch?
35:36Ich verschwinde.
35:37Ich hab keinen Vater mehr.
35:38Georg!
35:41Georg!
35:43Das ist eine klassische Doppelbindung.
35:45Du musst was tun, was du im Grunde nicht tun willst.
35:48Du musst was nachweisen, was du nicht nachweisen willst.
35:51Und du musst jemanden überführen, den du dich überführen willst, weil du Angst hast,
35:54deine Tochter zu verlieren.
35:55Das ist der gordische Knoten.
35:57Nur, dass ich ihn nicht zerhauen kann, weil mein eigener Hals drin steckt.
35:59Georg Aigner.
36:01Im Schmutz seiner Radkästen waren Fragmente von Eichenprotektionsspinnerraupen.
36:06Diese Raupenkolonien werden jedes Jahr erfasst.
36:08In Brandenburg sind es momentan 15.
36:09Das beweist doch nur, dass sein Auto da war.
36:12Hör mal, wir können diese Raupen mittels DNA-Analyse zuordnen.
36:15Alle.
36:16Auch die getrockneten und zermörserten, das ist gar nicht meine Tür,
36:19auch die getrockneten und zermörserten, die in Röders Magen stecken.
36:22Eichner hat gestern mit ihm Whisky getrunken.
36:24Und vorher wird er das Glas mit diesem Pulver bestückt haben.
36:27Und die rauben in seinem eigenen Auto?
36:29Die hat er sich wohl selber reingetan, damit er den Verdacht von sich ablenkt.
36:32Dass er den Lüftungsfilter nicht ausgebaut hat, ist einfach ein Fehler.
36:34Gib den Fall ab, oder ich nehm ihn dir weg.
36:37Ich existiere ganz unabhängig von deinen Befehlstrukturen.
36:40Sorg lieber ein Haftbefehl.
36:42Ja, und das Motiv?
36:44Applaus.
36:47Applaus, donnernder Applaus.
37:00Applaus, ja.
37:00Ja?
37:01Anna.
37:02Geh sofort weg, hörst du?
37:04Anna.
37:05Nein.
37:06Anna, bitte.
37:07Er ist...
37:09Er ist gefährlich.
37:11Nein.
37:11Anna.
37:12Du lügst.
37:13Anna, bitte.
37:15Hör mir zu.
37:16Wo bist du?
37:17Sag mir, wo du bist.
37:18Im Theater, auf der Bühne.
37:23Kolmar?
37:24Was ist?
37:27Fehlt Ihnen Ihr Töchterchen?
37:29Ach, Sie können's wieder haben.
37:31Anna?
37:32Macht nichts.
37:34Anna?
37:36Hat er dich gewarnt?
37:38Hm?
37:39Anna!
37:42Du sollst verschwinden, hm?
37:45Nun sag's schon.
37:46Was hat er gesagt?
37:48Hm?
37:50Hat er gesagt, ich bin gefährlich?
37:52Hm?
37:53Ich frag dich was.
37:55Hat er gesagt, ich bin ein Mörder, hm?
37:58Hat er das?
37:59Okay, okay, okay.
38:01Meine kleine Beschützerin.
38:04Das war's.
38:09Du könntest längst genug Verstand haben,
38:12um einen Säufer nicht erziehen zu wollen.
38:14Säufer lassen sich nicht erziehen.
38:16Sie lösen sich auf.
38:17Im Schnaps.
38:19Und es macht ihnen sogar einen Höllenspaß.
38:23Einerseits...
38:24andererseits...
38:25ist es die Hölle selbst.
38:28Anna.
38:34Im Theater, ja!
38:37Nein, Robert, bleib da weg!
38:39Bleib, wo du bist, ich komme hier!
38:42Ja, Robert!
38:43Kolmar!
38:44Sie!
38:44Dieses Angebot an Georg und mich,
38:46vor fünf Jahren nach New York.
38:47Die Wunde!
38:48Ja, als Todd mir gesagt hat,
38:49dass es nicht klappt,
38:50bin ich aus dem Theater gerannt und...
38:52In den Lkw, ja, aber warum hat es nicht geklappt damals?
38:54Warum?
38:54Jasper hat es verhindert.
38:55Wir waren alle drei in derselben Agentur.
38:58Er war eifersüchtig.
38:59Und irgendwie ist er an den Briefwechsel gekommen.
39:01Er hat Paxe für uns geschickt.
39:02In unserem Namen.
39:03Er hat in unserem Namen abgesagt.
39:05Und als die New Yorker anriefen im Theater und rückfragt,
39:08musste er Todd natürlich einbeigen.
39:10Der hat alles gedeckt, damit er uns nicht verliert.
39:12Aigner, weiß das?
39:14Ja, nachdem er wusste,
39:15dass er wieder mit Jasper tanzen wird,
39:17ist mir ein Satz rausgerutscht.
39:19Ich...
39:19Kolmar!
39:21Ich habe Angst.
39:22Kolmar, bitte.
39:24Er bringt sich um.
39:25Anna!
39:35Anna!
39:58Anna, bleib stehen.
40:00Georg, komm zurück.
40:02Anna.
40:03Georg.
40:04Anna, bleib da.
40:05Georg.
40:06Aigner.
40:07Sehen Sie mich an, ich rede mit Ihnen.
40:08Sind Sie alles zu spät, Kolmar.
40:10Papa.
40:11Alles, weil es mit dem Engagement nicht geklappt hat damals?
40:13Sagen Sie nur, Kolmar, sagen Sie nur.
40:15Ich fahre die Rante nur deswegen ins Auto.
40:17Mein Leben.
40:17Sie haben es zerstört, Sie selbst.
40:19Und jetzt zerstöre ich es endgültig.
40:21Nein.
40:22Sehen Sie mich an, Aigner.
40:23Es war eine Intrige.
40:24Eine Intrige hat Ihre Karriere zerstört.
40:25Mein Leben.
40:26Ich komme zu Ihnen.
40:28Sehen Sie mich an.
40:28Sie sollen mich ansehen.
40:29Bleiben Sie stehen.
40:30Bleiben Sie stehen, Kolmar.
40:35Aigner, sehen Sie mich an, okay?
40:37Du bleibst da stehen.
40:38Georg.
40:39Bleiben Sie stehen.
40:40Je tiefer man fällt, Kolmar, desto weniger tut es weh.
40:43Nicht wahr?
40:43Bleiben Sie stehen.
40:46Ich wollte Jasper nicht umbringen.
40:47Ich wollte nicht.
40:49Ich wollte nur...
40:50Ach, da wollten Sie.
40:50Du bleibst da stehen.
40:52Okay, springen Sie, damit es ein Ende hat.
40:54Nein.
41:07Georg.
41:11Vielen Dank, Männer.
41:12Okay, wir kommen.
41:20Anna, komm.
41:21Lass mich.
41:22Wir müssen ertragen lernen, dass die Träume scheitern können.
41:24Wir müssen ertragen lernen, dass die Liebe viele Gesichter hat und manchen davon...
41:26Ja, gefährlich sind Schmutzig.
41:27Meinst du das?
41:28Georg.
41:30Kommst du dir nicht selber ein bisschen blöd vor?
41:32Nein.
41:32Ich mache genau das, was ich schon an meinem Vater gehasst habe.
41:34Komm, Anna, bitte.
41:35Wir flattern alle im Netz der Generation.
41:38Warum leben wir denn überhaupt, wenn die Liebe so schrecklich ist?
41:42Weil Liebe ohne Angst nicht zu haben ist.
41:45Und ohne Schrecken auch nicht.
41:47Das ist der Preis.
42:06Okay, jetzt nicht selber.
42:22Das ist episode der Schluss, Luden und essayer.
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