- vor 2 Tagen
Wolff ermittelt in der Balettszene. Ein Tänzer ist während einer Vorstellung auf der Bühne ermordet worden. Mögliches Motiv: Eifersucht. Währenddessen nutzt Tochter Verena die moderne Technik für eine gute Note in Physik. (Text: Premiere)
Kategorie
📺
TVTranskript
00:00Musik
00:50Olaf, ist das ein Arzt unter Ihnen?
00:52Ich bin Arzt.
00:54Er ist tot.
00:56Zwei Messerstiche, einer von vorne geführt, einer von hinten.
01:01Beide in die Herzgegend, wahrscheinlich beide tödlich.
01:04Sind Sie der Theaterarzt?
01:06Nein, ein Zuschauer.
01:07Ich bin auf die Bühne gelaufen, als der Herr da, äh, der Tänzer fragte, ist ein Arzt hier?
01:12Ich dachte, der Schauspieler ist ja ohnmächtig geworden.
01:14Brauche ärztliche Hilfe, aber er war schon tot, als ich zu ihm kam.
01:18Danke.
01:23Und Sie vier waren mit dem Toten zusammen auf der Bühne.
01:28Sonst niemand?
01:33Und Sie hatten diese Gummideuche, mit denen Sie auf ihn einstachen.
01:38Aber einer von Ihnen muss dieses Gummimesser mit einer richtigen Waffe vertauscht haben.
01:47Definitiv.
01:49Ist keinem von Ihnen etwas aufgefallen?
01:55Sieht man das nicht, wenn plötzlich ein richtiges Messer im Spiel ist?
01:58Wir haben getanzt.
01:59Das ist eine komplizierte Choreografie.
02:01Man ist mit sich beschäftigt, mit seinen Schritten, seinen Bewegungen.
02:04Deshalb ist man doch nicht blind.
02:05Doch.
02:10Als er zusammenbrach, war das nicht anders als sonst?
02:14Naja, schon.
02:15Aber er hat sich auch sonst nicht immer auf die gleiche Art fallen lassen.
02:19Hat er nicht geschrien oder gestöhnt?
02:21Wir haben getanzt.
02:23Das Crescendo, den Triumph, die...
02:26Tat.
02:27Sie haben getanzt, ja.
02:29Sie haben alle getanzt.
02:31Und einer hat gemordet.
02:33Oder zwei.
02:34Es waren zwei Stiche.
02:36Richtig.
02:37Sah die Choreografie vor, dass sie...
02:40Und dass jeder von Ihnen mehrfach auf ihn einstechen musste?
02:42Ja.
02:43Jeder zweimal.
02:46Kann ich Ihre Dolche, Ihre...
02:49Theaterdolche bitte sehen?
03:02Das ist meiner.
03:18Das hier scheint mir die Mordwaffe zu sein.
03:22Da.
03:23Blut.
03:29Wo haben Sie sie gefunden?
03:31Hinten im Gang.
03:31Lag auf dem Boden.
03:34Hat sich jemand von Ihnen nach dem Mord dorthin bewegt?
03:39Ja, zugegeben.
03:40Das war eine richtig dämliche Frage.
03:42Meine Herren, ist jemand von Ihnen dort abgegangen?
03:45Wir sind alle da abgegangen.
03:47Wir sind in unsere Garderoven gegangen, um auf die Polizei zu warten.
03:53Tja, ich glaube, mehr ist hier heute nicht zu tun.
03:56Ich ziehe Sie dann morgen im Präsidium.
03:58Schlafen Sie gut, wenn Sie können.
04:07Wie standen Sie zu dem Toten?
04:11Ich war zwei Jahre lang sein Freund.
04:19Bis zum 17. September.
04:23Was ist an dem Tag geschehen?
04:26Er hat Gilbert gesehen.
04:31Und damit was passiert.
04:34Was ist passiert?
04:37Ich glaube, ich muss Ihnen was erklären, Herr Kommissar.
04:40Ach so.
04:42Wir sind alle schwul.
04:47Naja, bis auf Peter.
04:48Peter Götze.
04:52Olaf war sowas wie die Übermutter.
04:56Er war nicht nur der Choreograf, er war auch der emotionelle und erotische Mittelpunkt des Theaters.
05:09Mit seinem Tod ist alles vorbei.
05:12Das Stück.
05:14Das Theater.
05:16Wir.
05:18Es geht mir um Ihre Beziehung zu Olaf Hahn.
05:22Sie waren also bis zum 17. September der Freund.
05:26Und das heißt in diesem Falle wohl der Geliebte von Olaf Hahn.
05:31Ja.
05:32Dann tauchte Gilbert Czerny auf.
05:35Olaf Hahn verliebte sich in den, brachte Beziehung zu Ihnen ab.
05:39Ist das richtig?
05:41Wenn sich denn der Weltuntergang, mein Weltuntergang in so dürre Worte fassen lässt, ja.
05:49Welche Gefühle hatten Sie Olaf Hahn gegenüber?
05:52Ich habe ihn geliebt.
05:55Ich hatte keine andere Wahl.
05:58Keine Wut?
06:00Keine Eifersucht?
06:02Keine Achigfühle?
06:04Doch, natürlich.
06:06Mein Gott, Herr Kommissar, wie einfältig sind Sie in seelischen Dingen.
06:10Aber ich verstehe.
06:12Sie tun nur Ihre Pflicht.
06:15Sie müssen die kriminalistische Kernfrage nach dem Motiv stellen.
06:20Die Antwort?
06:22Ich hatte tausend Gründe, Olaf umzubringen.
06:27Aber ich war unfähig, es zu tun.
06:30Und vor allem, ich habe es nicht getan.
06:35Wer war es?
06:38Da nur wir vier in Frage kommen?
06:41Mark.
06:42Grünwald.
06:43Wissen Sie das?
06:47Warum sollte er es Ihrer Meinung nach getan haben?
06:49Ich bin kein Judas.
06:52Olaf und ich, wir haben zusammen in einer riesengroßen Altbauwohnung gewohnt.
06:55Jeder in seinem Trakt.
06:57Ich kann nicht mit einer Tunte zusammenwohnen, hat Olaf gesagt.
07:00Und ich allein konnte mir diese Wohnung nicht leisten.
07:02Außerdem lag sie besonders günstig für uns beide.
07:04Direkt beim Theater.
07:06Sie haben sich gut mit Olaf verstanden.
07:09Ja, so als Mitbewohner darüber gab es nie ein böses Wort.
07:13Aber es gab welche.
07:15Er war eben doch eine Tunte.
07:17Das heißt, er konnte bei der Arbeit nicht objektiv sein, verstehen Sie?
07:21Immer wurde sein jeweiliges Schätzchen künstlerisch bevorzugt.
07:25Erst Christian und dann dieser Gilbert.
07:27Bei dem war es absolut unerträglich.
07:30Darüber haben Sie Streit gehabt.
07:33Streit.
07:35Ja, Streit.
07:36Ich bin nun mal der beste Tänzer in der Gruppe und wahrscheinlich in der Stadt.
07:39Und ich lasse mich nicht hinten ansetzen wegen irgendeiner Schwuchtel.
07:42Und das habe ich Olaf gesagt, wenn es nötig war.
07:47Ich suche nach dem Motiv für die Tat.
07:50Und da nichts darauf hinweist, dass es um Geld ging, suche ich es im emotionellen Bereich.
07:56Nein, nein, um Geld ging es wohl nicht.
07:58Dazu waren wir alle weder arm noch reich genug.
08:06Wer hatte denn nun ein Motiv?
08:08Sir, natürlich habe ich auch darüber nachgedacht.
08:11Ich.
08:13Hatte mit ihm Auseinandersetzungen, manchmal heftige,
08:15wie sie bei jeder künstlerischen Arbeit an der Tagesordnung sind.
08:19Christian, der verschmähte Geliebte.
08:22Gilbert.
08:23Ihre Beziehung war leidenschaftlich bis zur Bizarreheit.
08:26Da kann vieles passieren, besonders bei Schwulen.
08:29Und schließlich Marc.
08:31Dem ist einiges zuzutrauen, wenn er...
08:35Er ist ein Junkie.
08:36Wahrscheinlich wissen Sie das schon.
08:38Jetzt weiß ich es.
08:39Ich meine, wir haben...
08:40Wir haben alle schon mal Drogen genommen.
08:42Aber eben kontrolliert.
08:44Marc hingegen war krank.
08:46Abhängig, süchtig.
08:48Wenn er keinen Stoff hatte, dann...
08:50Dann würde er für ein Gramm H seine Mutter erschlagen.
08:53Darf ich rauchen?
08:54Bitte.
08:55Aber so war die Situation eben nicht.
08:58Marc muss gestern Stoff gehabt haben.
09:00Und zwar hinreichend und gut.
09:02Ich hab das an seinem Tanzen gemerkt.
09:04Man hat es immer gemerkt.
09:06Wenn er nichts hatte, dann war er lausig.
09:07Was heißt lausig?
09:08Er stolperte über die Bühne.
09:10Eigentlich hätte man ihn nach Hause schicken müssen.
09:13Aber wenn er seinen Trip hatte, dann war er gut.
09:16Manchmal sogar mehr.
09:16Und gestern war er gut.
09:18Also dem passt das Ganze nicht zu ihm.
09:21Ein Mord auf offener Bühne.
09:24Das ist so theatralisch, dass ich an ein Eifersubzumotiv glaube.
09:30Ja.
09:32Ja, Christian.
09:36Aber das vermuten Sie.
09:38Sie haben gestern Abend nichts gesehen oder beobachtet.
09:41Sie müssen wissen, Christian hat einen Selbstmordversuch hinter sich.
09:44Er stand auf einem Hochhaus.
09:46Olaf musste ihm schwören, dass er Gilbert wegschickt, damit er wieder runterkam.
09:50Fragen Sie die Leute von der Feuerwehr.
09:52Hat Olaf geschworen?
09:54Was sollte er denn sonst machen?
09:56Hat er den Schworen nicht gehalten?
09:57Natürlich nicht.
10:21Was wollen Sie?
10:26Soll ich meine Forderung halten?
10:28Ich bin nicht in der Stimmung, Fragen zu beantworten.
10:31Wenn Sie nicht zu mir kommen, muss ich zu Ihnen kommen.
10:43Was fällt Ihnen nicht ein?
10:46Ich muss Ihnen aber Fragen stellen.
10:50Ich muss.
10:51Sehen Sie nicht, dass Sie stören?
10:54Es gilt, einen Mord aufzuklären, Herr Czerny.
10:57Einen Mord.
11:00Der mein Leben zerstört hat, ja.
11:04Haben Sie überhaupt eine Vorstellung davon, was das für mich bedeutet?
11:09Gerade weil der Tote Ihnen lieb war, sollten Sie alles versuchen, dass Sie...
11:12Schwingen Sie jetzt.
11:13Raus.
11:15Raus!
11:17Nehmen Sie sich zusammen, Herr Czerny.
11:18Ich soll mich zusammen nehmen?
11:21Ich soll mich zusammen...
11:23Ich soll mich zusammen...
11:42Ich kann nicht mehr.
11:46Ich kann nicht mehr.
11:55Bitte, Herr Czerny.
12:07Sie sollten einen Arzt aufsuchen.
12:22Ein Strom mit einer Spannung von 110 Ampere.
12:29Bei der Stromstärke von 40 Ohm.
12:37Bei der Stromstärke von 60 Hertz.
12:42Das kann doch nicht.
12:4560 Volt.
12:48Ja, lacht nur, Blöde.
12:51Ich kann eben keine Physik.
12:52Und zu auch.
12:54Weil die Welt, meine liebe Verena, wenn überhaupt, dann nur noch physikalisch zu verstehen ist.
13:01Spätestens bei dem Satz, worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen.
13:06Tue ich ja.
13:07Ich sage überhaupt nichts mehr.
13:08Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben, nicht wahr?
13:13Nun, wie dem auch sei.
13:16Du, Verena, deine Generation, ihr lebt in einem Zeitalter, das, wenn es überhaupt einen Namen verdient, das Elektronische genannt werden
13:26muss.
13:27Und in dieser Welt wäre es doch sinnvoll, zumindest zu verstehen, warum es Licht wird, wenn du einen Schalter, sinnigerweise
13:37Lichtschalter genannt, bedienst.
13:41Interessiert dich das nicht?
13:42Wenn es funktioniert, brauche ich doch nicht wissen, warum.
13:44Brauche ich nicht zu wissen, warum.
13:46Tja.
13:48Wo soll man da anfangen?
13:54Die Sache hat verdammt viel Publizität.
13:58Mord auf offener Bühne.
14:00Ist ja auch ein dicker Seil.
14:02Na, irgendetwas.
14:05Vier Verdächtige.
14:08Nur vier, definitiv.
14:11Aber welcher?
14:12Denken wir die Sache doch mal andersrum.
14:15Ein Täter und drei Zeugen.
14:18Direkt am Tatort.
14:19Keine fünf Meter von Täter und Opfer entfernt.
14:20Ich meine, da muss doch einer was gesehen, was gemerkt haben.
14:24Ja, das stößt mir auch auf.
14:27Aber mit welchem der drei Affen haben wir es zu tun?
14:29Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen?
14:32Vielleicht waren Sie sich auch diesmal einig.
14:35Kollektiver Mord?
14:36Eliminierung des Tyrannen?
14:38Und selbst wenn?
14:40Einer muss doch zugestoßen haben.
14:42Sie sagen, einer dieser Mark Grünwald ist flüchtig?
14:47Was heißt hier flüchtig?
14:49Ich habe ihn zum Verhör bestellt und er ist nicht gekommen.
14:52Seine Kollegen sagen, sie deuten an, er sei drogenabhängig.
14:56Dass solche Leute Verabredungen noch dazu, welche mit der Polizei nicht einhalten,
15:01das macht sie noch nicht flüchtig, Doktor.
15:04Und ihr Gefühl, ihr Bauch, ihr berühmter Instinkt.
15:06Sie können ja davon ausgehen, dass Sie den Täter kennen, dass Sie ihn gesprochen, gesehen haben.
15:11Wer also ist es hier nach?
15:18Gilbert Czerny?
15:20Sein Geliebter.
15:22Das Motiv?
15:24Geistesverwirrung.
15:25Äh, ist nicht ganz dicht.
15:28Liebeswahn.
15:29Sexuelle Raserei.
15:30Tja.
15:31Also wenn das im Bett passiert wäre.
15:35Mord im Rausch der Sinne auf offener Bühne.
15:39Und ihr Bauch, Wolf?
15:42Der lässt mich im Stich.
15:44Oder sagen wir, er knurrt.
15:46Ich habe heute noch nichts gegessen.
15:48Ach Gott, ich habe doch auch erst einen einvernommen.
15:51Und der, Peter Götze, scheint mir eher unverdächtig.
15:57Tja.
15:58Wenn man gar nichts mehr weiß, dann kann man sich nur noch mit der Statistik trösten.
16:02Unsere Chancen stehen eins zu vier.
16:07Fried?
16:09Ja, sind beide hier. Alle, beide.
16:15Ja, Wolf?
16:20Ja, wir kommen.
16:22Sagst du mir auch die Adresse?
16:49Hallo.
16:50Hallo.
16:51Hallo.
16:52Sein Kopf steckt in der Schlinge.
16:54Die Hände auf den Rücken gefesselt.
16:55Los ist zwar, aber doch gefesselt.
16:58Gibt es Hinweise auf die Anwesenheit einer zweiten Person?
17:01Ja, wir sind erst eine halbe Stunde hier und...
17:05Was sagt denn die Medizin?
17:07Naja, Erstickungstod.
17:08Schon vor drei bis vier Tagen.
17:10Nährlich nach der Obduktion.
17:13Und auf dem Bauch Spermaspuren.
17:16Naja, Erstickungsnot, Todesangst dienen bekanntlich älteren Menschen mit Ejakulationsstriche zur Erreichung bzw. zur Verstärkung des Orgasmus.
17:25Na, sag's doch.
17:26Weiter ohne nie.
17:27Meistens.
17:28Ja, aber solche stimulierenden Praktiken können auch beim Partnerverkehr angewendet werden.
17:34Wer hat den Toten gefunden?
17:36Äh, da drüben.
17:53Guten Tag, Hauptkommissar Wolf.
17:54Guten Tag.
17:55Ich bin eine Heinzelfrau.
17:57Aha.
17:57Heinzelmann-Service.
17:58Wir reinigen und pflegen Wohnungen.
18:00Und neben anderen auch diese Wohnung hier.
18:02Ja.
18:03Darf ich mich setzen?
18:04Ja, bitte.
18:07Also montags habe ich vormittags die Schillerstraße 24, nachmittags die Zillestraße 11,
18:12dienstags vormittags die Bundesallee 16, nachmittags die Prinzregentenstraße 4
18:16und mittwochs vormittags die Barbarossastraße und nachmittags diese Wohnung hier.
18:20Na, das ist ja allerhand.
18:21Ich kam um 15 Uhr, habe ihn gefunden und die Polizei gerufen.
18:25Kannten Sie Herrn Mendel näher?
18:27Nein, kaum.
18:29Meistens war er ja nicht da, wenn ich kam.
18:31Ich habe Schlüssel.
18:32Das heißt, zwei oder dreimal habe ich ihn doch gesehen und dann ist er in ein Zimmer
18:36gegangen, in dem ich nicht geputzt habe, hat Guten Tag gesagt oder auch nicht.
18:40Nein, ich habe ihn eigentlich nicht gekannt.
19:02Wie lange betreuen Sie diese Wohnung schon?
19:04Vier Monate.
19:05Ich bin erst vier Monate eine Einzelfrau.
19:09Haben Sie diese Vorrichtung an der Decke, nein, ich meine die im Schlafzimmer mal gesehen?
19:14Diesen Haken mit der Kette und dem Halsband?
19:17Ich putze selten an der Decke.
19:20Schauen Sie sich das Papierchen mal genau an.
19:25Koks.
19:27Ganz sicher.
19:28Ich war doch nicht umsonst zwei Jahre bei der Abteilung Schuff und Schnee.
19:31100 pro Koks.
19:32Rolf, buch mal hier.
19:36Wie gefällt dir das?
19:42Olaf Hahn, der ermordete Tänzer.
19:46Sieh an.
19:49Wir sollten mal von der Überlegung ausgehen, dass Mendel homosexuell und Olaf Hahn sein Geliebter
19:53war.
19:53Nehmen wir das mal an.
19:55Weiter wissen wir, dass Mendel seit Samstagnacht oder Sonntagmorgen tot ist.
20:01Freitagnachmittag hat er 1,2 Millionen in Bar von seiner Bank abgehoben.
20:04Er war Diamantenhändler.
20:06Und er hatte vermutlich nach morgen ein Ticket nach Brüssel und Antwerpen.
20:10Ja, dort ist der größte Diamantenmarkt Europas.
20:13Das Ganze reimt sich doch wie von selbst zusammen.
20:16Olaf Hahn war Mendels Geliebter.
20:19Mendel hatte 1,2 Millionen in Bar.
20:21Olaf Hahn hat das gewusst oder davon erfahren und hatte Samstagabend einen sexuellen Treff
20:25mit Mendel, bei dem Strangulationsstimuli üblich waren.
20:29Hahn hat diese Praktiken genutzt, um Mendel zu ermorden, um ihn zu erdrosseln.
20:33Daraufhin hat er das Geld geraubt.
20:36Einwände?
20:37Keine.
20:38Keine.
20:40Das wiederum lässt den Mord an Olaf Hahn in einem ganz neuen Licht erscheinen.
20:44Wo wir bisher nach emotionellen Gründen gesucht haben, ist plötzlich ein finanzieller.
20:521,2 Millionen.
20:55Das heißt, der zweite Mörder müsste also vom ersten Mord oder zumindest von der daraus resultierenden Beute gewusst haben.
21:03Weiter wissen wir, dass der zweite Mörder einer von unseren vier Tänzern sein muss.
21:08Ja, am Tatort Nummer 1 war Kokain.
21:12Na, Grünewald ist Junkie.
21:13Ist süchtig.
21:14Und flüchtig.
21:16Entschuldigen Sie, Doreen.
21:17Gut, machen wir eine Fahndung nach Grünewald.
21:20Schwerpunkt Schwulenstrich und Junkie-Szene.
21:23Fotos haben wir genug.
21:52Schwerpunkt Schwulenstrich und Junkie-Szene.
22:22Ja, Mama.
22:23Ich freue mich.
22:26Schön.
22:28Ehrlich.
22:29Klasse.
22:31Aber...
22:32Ja?
22:33Was ist denn?
22:35Ey, die Welt besteht nicht nur aus Klamotten.
22:38Mir scheint es manchmal so.
22:41Aber du hast natürlich recht.
22:48Was ist denn mein Spatz, hm?
22:50Ich bin schlecht in Physik.
22:53Sau schlecht.
22:58Möchtest du Nachhilfeunterricht?
22:59Von dir?
23:00Nein, natürlich nicht.
23:02Erstens hätte ich gar keine Zeit dazu.
23:04Und zweitens...
23:07Aber ich könnte mich nach jemandem umsehen.
23:12Sag mal, ihr habt doch in eurem Laden...
23:15Außer Klamotten sehe ich ja auch so in den Elektrobaukästen.
23:17Na, wir haben fast alles.
23:19Könntest du mir vielleicht so ein Ding besorgen?
23:21Sicher.
23:22Aber wozu?
23:23Wir behandeln ja gerade Elektrizität.
23:25Funk und Radio und sowas.
23:26Na, wenn ich da so einen eigenen Kasten hätte und mir selber damit was basteln könnte,
23:29würde ich vielleicht bessere Noten kriegen.
23:30Na, das klingt ja fantastisch.
23:33Natürlich kriegst du von mir so einen Leerbaukasten.
23:36Und du willst wirklich damit arbeiten?
23:39Versprochen.
23:39Man muss sowas doch verstehen.
23:41In unserem elektronischen Zeitalter heute...
23:43Stell dir mal vor, du wüsstest nicht, was passiert, wenn du den Lichtschalter anmachst.
23:46Tja, das wäre in der Tat fatal.
24:16Tja, das wäre in der Tat.
24:36Tja, das wäre in der Tat.
24:39Herr Mord-Grünewald.
24:43Kriminalpolizei.
24:44Ich muss Sie bitten, aufs Präsidium mitzukommen.
24:47Was ist denn los?
24:49Wir haben ein paar Fragen an Sie.
24:52Weshalb denn?
24:54Wegen dem Mord.
24:56Nicht!
25:04Wegen dem Mord.
25:06Wegen dem Mord.
25:23Wir haben eine Mordung.
25:49Das ist der Zawatzki, MK1.
26:06Das ist der Zawatzki, MK1.
26:51Das geht nicht.
26:52Nein.
26:53So verbindest du auch Minus mit Plus.
26:56Was?
26:57Das ist alles richtig gesteckt, aber es geht nicht.
27:00Ach so, Wölfchen, du Dummi.
27:03Der rote Stecker muss in die rote Buchs und...
27:07Warum brennt das jetzt?
27:08Ich hab den schwarzen noch gar nicht reingesteckt.
27:10Zeig noch mal den Schaltplan.
27:14Das ist ja unheimlich.
27:15Jetzt ist schon wieder alles aus.
27:18Aha.
27:20Dieser Stromkreis muss mit dem Stromkreis...
27:26Da muss ja erst noch dieser Widerstand.
27:30Sag mal, wozu hat einem die diesen Apparat geschenkt?
27:33Weil ich in Physik so schlecht bin.
27:35Und sie denkt, das ändert sich, wenn du mit diesem Apparat spielst?
27:38Sie meint, der moderne Mensch müsste wissen, was da passiert, wenn er hinter vor der Glotze
27:41sitzende Bilder zu sehen sind.
27:43Zum Beispiel.
27:44Das bringt dir dieser primitive Apparat auch nicht bei.
27:46Mit irgendwas muss man ja mal anfangen.
27:48Wieso geht zum Beispiel diese Lampe an und aus, wenn ich den Schalter drücke?
27:53Das hat Ellen nicht gefallen.
27:55Das weiß die doch auch nicht.
27:57Denkst du, meine Mutter ist blöde?
28:01Es geht.
28:06Ich hatte sie für den Morgen nach dem tragischen Tod von Olaf Hahn zur Einvernahme geladen.
28:12Warum sind sie nicht erschienen?
28:19Ich warte auf eine Antwort, Herr Grünewald.
28:24Ich kann lange warten.
28:26Wochen, Monate, wie Sie wollen.
28:29Es dürfte nicht schwer sein, morgen gegen Sie einen Haftbefehl zu erwirken.
28:33Ich habe nichts gesehen.
28:34Das habe ich Ihnen doch an dem Abend schon gesagt.
28:36Ich weiß nicht, wer Olaf ermordet hat.
28:38Sie verkennen die Umstände, wenn Sie sich nur als Zeugen betrachten.
28:42Sie sind einer der Verdächtigen.
28:44Und nach den heutigen Vorfällen der Hauptverdächtige.
28:46Was ist denn vorgefallen?
28:49Sie sind, wie gesagt, nicht zur Einvernahme erschienen.
28:51Sie sind, als man Sie vorführen wollte, geflohen.
28:54Und zwar auf sehr riskante Weise.
28:55Unter Gefährdung Ihres Lebens.
28:57Quatsch.
29:00Betrachten Sie einen Sprung aus fünf Meter Höhe auf ein fahrendes Schiff nicht als gefährlich?
29:04Mir ist nichts passiert, wie Sie sehen.
29:06Außer, dass mir der Bulle da fast den Arm ausgekugelt hat.
29:14Sie hatten 10.000 Mark in Bar bei sich.
29:17Außerdem Heroin im Wert von ca. noch mal 10.000 Mark.
29:19Woher stammt das Geld?
29:21Ich arbeite.
29:23Ich bin Tänzer.
29:24Ich kriege Geld dafür, dass ich tanze.
29:25Können Sie sich das vorstellen?
29:27Ich nehme mal an, dass Sie, wie andere Menschen auch, Ihr Gehalt, Ihre Gage nicht bar ausgezahlt bekommen, sondern auf
29:33ein Konto.
29:34Und ob Sie 10.000 Mark von Ihrer Bank abgehoben haben, wenigstens.
29:38Das lässt sich morgen unschwer feststellen.
29:40Gut.
29:42Olaf hat mir das Geld geliehen.
29:45Nein, stimmt nicht.
29:46Er hat es mir geschenkt.
29:48Wofür?
29:48Nein, man bezahlt für etwas.
29:51Olaf hat mich nicht bezahlt.
29:52Er hat mir das Geld geschenkt.
29:56Warum?
29:59Ich gebe Ihnen die Szene.
30:02Wir haben geprobt.
30:04Am Montag.
30:06Neues Stück.
30:07Ich war schlecht.
30:09Ich war saumäßig.
30:11Ich kann ohne das Zeug nicht leben.
30:13Und schon gar nicht tanzen.
30:16Da hat Olaf mich auf die Seite genommen.
30:19Er hat ein dickes Bündel Geldscheine gezückt.
30:21Alles Tausender und Fünfhunderte.
30:23Und hat mir 10.000 Mark gegeben.
30:26Fünftausender und zehn Fünfhunderte.
30:29Da hat er gesagt, hol dir den Stoff.
30:32Den Stoff, aus dem dein Tanzen ist.
30:34Hol ihn dir schnell.
30:35Komm zurück und tanz.
30:37Ich kann diese Rumstolperei nicht mehr ertragen.
30:41Und da habe ich ihn dasselbe gefragt, was Sie jetzt fragen.
30:44Warum?
30:45Und er hat gesagt,
30:46weil du ein armes, krankes Schwein bist.
30:50Haben Sie ihn gefragt, woher er das Geld hat?
30:52Mann, wissen Sie, was ein Junkie auf Entzug tut,
30:54wenn man ihn 10.000 Mark gibt?
30:55Der fragt nicht, der rennt los.
30:58Geht ihm nicht durch den Kopf,
30:59dass jemand, der 10.000 Mark verschenkt,
31:00noch sehr viel mehr Geld haben muss?
31:02Dass er, der Junkie, wenn er an dieses Geld käme,
31:05nie mehr Angst vor dem Entzug haben müsste?
31:06Sperrt ihr mich jetzt ein?
31:09Ja, Sie sind vorläufig festgenommen.
31:11Ein Richter wird morgen entscheiden,
31:13ob Sie in Untersuchungshaft bleiben oder nicht.
31:23Ich behalte das!
31:24Nein, das können wir Ihnen nicht erlauben.
31:26Ihr kriegt das nur mit Gewalt!
31:31Bitte!
31:33Bitte!
31:36Bitte, bitte!
31:38Wer, wenn nicht Sie, kann Olaf erstochen haben?
31:40Olaf hatte viel Geld, plötzlich.
31:44Von woher?
31:45Das haben Sie gesagt, das wussten Sie.
31:47Wer noch?
31:48Peter vielleicht!
31:50Peter Götze!
31:51Die beiden haben zusammen gewohnt!
31:55Oder Gilbert, ganz bestimmt!
31:58Olaf war großzügig.
32:00Wenn der Geld hatte,
32:02hat er Gilbert bestimmt was geschenkt.
32:04Ganz sicher!
32:05Wenn er mir schon 10.000 Mark schenkt,
32:07was wird er dann Gilbert gegeben haben?
32:09Wenn er Gilbert alles gab, freiwillig,
32:11warum sollte Gilbert ihn dann umbringen?
32:14Ich weiß es nicht.
32:16Spreit mich nicht ein.
32:19Bis morgen muss es erst mal sein.
32:23Bitte!
32:38Sie sind der für den Fall Olaf an zuständige Staatsanwalt?
32:42Ja.
32:46Ich bin Olafs Liebhaber.
32:48Ja, das dachte ich mir.
32:50Wieso?
32:51Die Farbe der Trauer?
32:53Der Schmerz, der Sie vergessen lässt anzuklopfen?
32:56Mein Mann ist bestohlen worden.
32:57Ach, sehr.
32:58Sie können sich Ihre billige Ironie sparen.
33:01Ich war im Leichenschauhaus,
33:03und ich war bei der Polizei, aber nichts.
33:05Es geht um eine goldene Kette mit einem Ring dran.
33:09So sieht sie aus.
33:12Genau so.
33:14Wir beide trugen diese Kette und diesen Ringer...
33:20Wir beide trugen sie um den Hals, immer.
33:23Und jetzt sind
33:24Olafs Kette und der Ring verschwunden.
33:27Herr Aades Protokoll spricht nur von einer Armbanduhr.
33:31Ich möchte Anzeige erstatten.
33:34Gegen wen?
33:36Gegen den, den Fall untersuchenden Polizeibeamten.
33:39Mein Gott, wie heißt er noch, dieser Dicke.
33:42Und oder einen der Mitarbeiter der Gerichtsmedizin.
33:45Also gegen unbekannt?
33:48Die in Frage kommenden Personen
33:49dürften doch wohl bekannt oder festzustellen sein.
33:53Wann haben Sie die Kette zum letzten Mal
33:55am Hals Ihres Gefährten gesehen?
33:57Er trug sie immer.
33:58Sie beantworten meine Frage nicht.
34:01Immer.
34:02Ich weiß es.
34:03Wann haben Sie...
34:06Wir haben die Nacht von Sonntag auf Montag...
34:13Wir haben seine letzte Nacht zusammen verbracht.
34:17Und da hat er die Kette getragen.
34:20So wie immer.
34:22Ich bezweifle Ihre Aussage nicht.
34:26Dann tun Sie was.
34:29Ich will die Kette zurückhaben.
34:33Verstehen Sie nicht, was sie mir bedeutet?
34:35Ich wage nur, eine andere Überlegung anzustellen als Sie.
34:41Welche?
34:42Er trug sie immer.
34:44Als die Polizei seine Leiche abtransportierte,
34:47trug er sie nicht.
34:48Nicht mehr.
34:51Könnte man nicht annehmen,
34:52dass der Mörder Sie ihm abgenommen hat?
34:55Warum?
34:57Die Kette und der Ring, die waren zusammen
34:59keine 2000 Mark wert.
35:02Dafür bringt man doch keinen Menschen um.
35:05Abgesehen davon, dass Sie sich irren.
35:07Ich habe nicht gesagt,
35:08dass man ihn dafür umgebracht hat.
35:11Die Kette hat nur ihm und mir was bedeutet.
35:14Wer hat Olaf nach seinem Tod zuerst berührt?
35:19Christian.
35:22Christian Franke war zuerst bei ihm.
35:25Hätte er ihm die Kette abnehmen können?
35:29Ich weiß nicht.
35:31Vielleicht, ja.
35:33Wer hat ihn noch berührt?
35:35Wir sind dann alle zu ihm.
35:38Und Marc hat ihm die Kleider geöffnet.
35:41Trug er sie dann noch?
35:43Ich...
35:47Ich weiß nicht.
35:49Dann kam der Arzt.
35:50Und dann kam die Polizei.
35:52Ja.
35:53Aber ob er sie an diesem Abend trug,
35:56ob er sie trug, als er starb,
35:58das wissen Sie nicht.
36:08Wie die Vandalen.
36:09Wirklich, wie die Vandalen.
36:11Die Bahnten werden ihre Wohnung
36:12schon wieder in Ordnung bringen, Herr Götz.
36:13Sie wissen doch überhaupt nicht mehr,
36:14wo Sie all das Zeug hergenommen haben.
36:16Wenn Sie mir sagen würden,
36:17was Sie suchen,
36:17könnte ich Ihnen vielleicht helfen.
36:19Was wir suchen?
36:20Das Geld natürlich.
36:22Welches Geld?
36:24Olaf hatte sein Geld
36:25gewöhnlich in der Nachttischschokolade
36:26oder in Jacken, Hemden
36:28oder Hosentaschen.
36:29Er ging nicht besonders sorgsam mit Geld um.
36:32Wie viele Bargelddrucker
36:33gewöhnen nicht bei sich?
36:35So zwischen 50 und 1000 Mark.
36:39Aha.
36:40Und das wissen Sie.
36:41Ja.
36:43Gewöhnlich holt er 1000 Mark
36:44von der Bank ab
36:45und wenn die zur Neige ging,
36:46holt er sich wieder 1000.
36:48Größere Rechnung bezahlt er mit Check.
36:50Außerdem hatte er Kreditkarten.
36:52Gucken Sie mal.
36:56Da sind Kreditkarten,
36:59da Schecks,
37:00Checkkarte.
37:02In verschiedenen Taschen waren 400 Mark
37:04in 100ern und 20ern
37:05und dieses Kleingehör.
37:07Das stimmt mit dem überein,
37:09was Sie sagen.
37:10Tja,
37:11ich habe keinen Grund,
37:11Sie zu belügen.
37:15Aber da waren noch 5000er.
37:18Sie steckten in der Brusttasche des Hemdes,
37:20das er an seinem Todestag trug.
37:22Und das Hemd hing in der Garderobe,
37:24die Sie mit ihm geteilt haben.
37:265000 Mark?
37:27Das glaube ich nicht.
37:29Jedenfalls verstehe ich es nicht.
37:32Olaf Hahn hat Mark Grünewald
37:3310.000 Mark geschenkt.
37:35Geliehen.
37:36Mark ein paar Hundert Mark geliehen.
37:37Ja, das haben wir alle.
37:38Wenn er seinen Rappel hatte,
37:40wenn er auf Entzug war.
37:41Oder nennen Sie es meinetwegen auch geschenkt,
37:43weil wir ja wussten,
37:43dass wir das Geld kaum wiedersehen würden.
37:45Aber nein.
37:47Nein, das glaube ich nicht.
37:49Mark lügt.
37:51Können Sie mir erklären,
37:52woher Mark Grünewald sonst 10.000 Mark haben sollte?
37:55Nein.
37:57Beim Theater hatte er auch Schulden.
37:59Vorschüsse.
38:00Herr Götze?
38:02Ja?
38:05Kennen Sie diese Kette?
38:06Hm.
38:07Das ist Olafs Kette mit dem Ehering.
38:09Olaf und Gilbert haben sich gegenseitig diese Ketten und Ringe geschenkt,
38:12als Liebespfand.
38:13Trug er die Kette immer?
38:15Immer.
38:16Ich bin ihm öfters im Bad begegnet.
38:17Oder er lief mit freiem Oberkörper in der Wohnung rum, ja?
38:20Dann trug er sie.
38:22Aber ob immer...
38:23Legt ihr sie nachts ab?
38:24Das weiß ich nicht.
38:25Ich habe nicht mit ihm geschlafen.
38:26Glauben Sie mir das doch.
38:28Wir haben die Kette auf seinem Nachttisch gefunden.
38:31Ist sie Ihnen da nicht aufgefallen?
38:33Ich habe sein Zimmer nach seinem Tod nicht betreten.
38:36Dann müssen wir wohl annehmen,
38:38dass er sie nachts abgelegt hat.
38:40Oder am Morgen seines Todes.
38:41Der Tod des Tages vergessen hat, sie wieder umzumachen.
38:43Spielt das Ding denn irgendeine Rolle bei seinem Tod?
38:46Gibt ja den nicht.
38:47Der Ring?
38:48Auch nicht.
38:50Dann verstehe ich nicht, wie sie mich dauernd danach fragen.
38:52Viel Lärm um nichts, ja?
38:54Ja.
38:58Hier sitze ich und stricke ich
38:59und wenn der Wolf kommt, dann laufe ich.
39:04So schnell wie Verena,
39:06so schnell weg läuft sonst keiner.
39:13Ist das nicht toll?
39:19So eine epochale Erfindung ist es auch wieder nicht.
39:22Bei der Polizei haben wir im Prinzip dieselben Dinger.
39:25Bei uns haben sie den schönen deutschen Namen Walkie Talkie.
39:27Ein 410 Volt gebautes
39:30und dann von 1 Ampere durchströmtes Gerät
39:33soll dann unter Vorschaltung eines Widerstandes R
39:36an die Spiegel...
39:37Was sprichst du denn da, Verena?
39:39Ich sage mir die Aufgaben laut vor,
39:41dann verstehe ich sie besser.
39:43Solange du die Lösungen
39:44deinen Nachbarn nicht laut ins Ohr sagst,
39:47ist alles in Ordnung.
39:48Keine Bange.
39:51220 Volt angeschlossen werden.
39:53Wie groß muss R sein?
39:55Von 110 Volt auf 220 Volt bei einem Ampere?
39:58Soll das ein Witz sein?
39:59Weißt du die Antwort?
40:01Ja, doch.
40:02110 Volt Unterschied.
40:03Ein Ampere macht 110 Ohm.
40:06Verena, die Lösung heißt 110 Ohm.
40:10Ein Wahnsinnsspiel.
40:12Beim Dye-Break war ich durchgeschwitzt,
40:13bloß schon zu sehen.
40:14Da liegt der 5 zu 1 zurück
40:16und macht 6 Punkte hintereinander.
40:19Treffer.
40:20Die Jungs von Fussel und Farbe glauben,
40:23es könnte ein Schlüssel an der Goldkette gehangen haben.
40:25Da sind nämlich Spuren von Hartmetall
40:27an den Kettengliedern.
40:29Hast du gefragt?
40:31Ja, sicher habe ich gefragt.
40:32Wenn wir denen verschiedene Schlüssele bringen,
40:34dann besteht die Chance,
40:35dass sie herauskriegen,
40:36welche Metallligierung
40:38noch an der Kette ist.
40:41Also auf.
40:43Wo gibt es in Berlin Schließfächer?
40:46Und von allen Schließfächern
40:47einen Probeschlüssel ins Labor.
40:49Wenn wir die richtigen Schließfächer finden,
40:51soll Fried uns ermöglichen,
40:52sie aufzusperren.
40:53Ritschung haben wir den Watzky.
40:54Und was machst du?
40:56Ich folge meinem Bauch.
40:57Essen!
40:58Watzky!
40:59Watzky!
41:00Watzky!
41:04Watzky!
41:09Watzky!
41:12Watzky!
41:15Watzky!
41:42Ja, guten Tag, Herr Czerny, Hauptkommissar Wolf von der Kripo.
41:47Sie haben doch nach einer goldenen Kette gefragt, die Olaf Hahn angeblich immer um den Hals trug.
41:52Und Sie haben doch den Verdacht geäußert, dass die Polizei diese goldene Kette entwendet habe.
41:57Sie können ganz beruhigt sein, sowohl was die goldene Kette als auch was die Polizei betrifft.
42:02Sie lag auf Herrn Hahns Nachtisch und der Ring, von dem Sie sprachen, war auch an der Kette.
42:25Ich bring dich um, der Stein.
42:28Du gibst mir den Schlüssel, oder ich bring dich um.
42:35Den Schlüssel!
42:35Jetzt!
42:44Und wenn du den Text versuchst.
42:46Oh, die Polizei hat die Wohnung durchsucht.
42:49Ich hab den Schlüssel oben versteckt, oben im Speicher.
42:55Oh!
43:03Oh!
43:20Hören Sie auf! Gehen Sie auseinander, Polizei!
43:55Ich... Das war er selber. Er hat selber abgedrückt.
43:58Ja, sah ganz so aus.
43:59Das wollte ich nicht. Das wollte ich nicht.
44:02Aber den Tod von Olaf Hahn wollten Sie.
44:12Woher wusste Herr Charlie von den Besuchern?
44:14Ich habe ihn in der Kette gesehen am Montag.
44:16Das Olaf hat ihn geschlafen.
44:18Vielleicht legen Sie die Treppe oben auf dem Speicher.
44:20Danke.
44:22Und wusste Herr Charlie von dem Mord an Herrn Mendel?
44:24Nein.
44:25Und Sie?
44:27Er hat mir gesagt, dass er aufhören will, dass er nach New York gehen will.
44:30Und dass er viel Geld hat und dass...
44:32Das mit dem Schlüssel...
44:33Vorher wüssten Sie, zu welchem Schließfach der Schlüssel passt.
44:36Ich bin ihm gefolgt, als er sich Geld geholt hat.
44:40Ihr Fehler war, dass Sie die Kette auf den Nachttisch gelegt haben.
44:43Ich hätte sie weggeworfen.
44:45Sie hätten ihn nicht umgebracht.
44:46Sie hätten ihn nicht umgebracht.