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Kurzfilme
Transkript
00:00:00Musik
00:00:32Wenn ich die vielen jungen, hübschen Mädchen sehe, dann möchte ich 20 Jahre älter sein.
00:00:35Älter? Jünger meinst du?
00:00:36Nee, 20 Jahre älter. Dann wären wir nämlich alle ideal. Ach, Deppner.
00:00:41Links, Glück bringt's.
00:00:54Und hier sind wir wieder mit unserer beliebten Sendung für junge Leute von heute.
00:00:57Heute interessieren wir uns für das Heiraten. Deshalb gleich meine erste Frage an diese junge Frau.
00:01:01Welches ist das ideale Heiratsalter?
00:01:0420 Jahre.
00:01:0420 Jahre. Das ist vielleicht etwas jung. Ich weiß nicht. Was würden Sie denn dazu sagen?
00:01:08Gilt das auch für den Mann? Oder wie viele Jahre älter sollte er sein?
00:01:11Mindestens drei Jahre älter.
00:01:12Drei Jahre?
00:01:13Sieben Jahre mindestens. Dann sind Sie ja doch so unrein.
00:01:16Ah, die ist die Meinung eines jungen Mädchens. Vielen Dank.
00:01:20Tja, meine Damen und Herren, jetzt befinden wir uns an der Fischerinsel an diesem wunderschönen Tag.
00:01:24Am Hochzeit- und Festtagsausstatter, wo in wenigen Minuten die Vorstellung der neuesten Modelle von Hochzeitskleidung beginnen wird.
00:01:30Deshalb meine erste Frage an Sie, junge Frau. Würden Sie auch in Weiß heiraten?
00:01:33Na, deshalb bin ich da hier, um mir die neuesten Modelle anzusehen.
00:01:36Die Kleider sind doch schau.
00:01:37Hey! Hey! Hey! Hey! Hey! Hey!
00:01:57Musik
00:02:26Musik
00:03:00Tja, dann wollen wir zum Thema Hochzeit noch einmal einen Herren der Schöpfung zu Wort kommen lassen?
00:03:04Hallo junger Mann, Sie scheinen gerade im Begriff zu sein, in den Ehestand zu treten, deshalb meine erste Frage an
00:03:09Sie...
00:03:09Moment mal, nee, nee, nee, nicht so schnell mit die jungen Pferde. Nehmen Sie mir Ihre Flustertüte beiseite.
00:03:13Denn was ich Ihnen nämlich zu sagen habe, braucht eine gewisse jemanden nicht zu hören. Kommen Sie mal her.
00:03:20Kapiert?
00:03:22Das ist ja toll. Also meine lieben Zuschauer, wenn Sie wissen möchten, was mir dieser junge Mann soeben mitteilte, dann
00:03:27schalten Sie doch einfach das nächste Mal wieder ein.
00:03:30Bitte schön, Wiedersehen.
00:03:32Guten Tag.
00:03:33Guten Tag, Sie wünschen?
00:03:35Ich möchte ja eine Braut holen.
00:03:37Ja, welche soll es denn sein?
00:03:39Okay, das wüsste.
00:03:40Na, ich will ja nicht indiskret sein, aber wäre es nicht vorteilhafter, wenn Sie Ihre Braut mal mitbringen würden?
00:03:46Schließlich probiert man ja einen Hut auch erst auf, bevor man ihn kauft, ne?
00:03:49Ja, ja, ja, aber die Braut, die würde ich mich rausschmeißen, wenn die wüsste, dass ich mir so ein Ding
00:03:53aufkreuze.
00:03:54Ach so, na ja, dann, ja, wie könnte ich Ihnen denn da helfen?
00:03:57Ja, also, es müsste für eine ältere Dame sein.
00:03:59Für eine ältere Dame? Ach, da haben Sie mich ja völlig missverstanden. Hüte führen wir doch gar nicht.
00:04:04Das mit dem Hut, das war nur ein Beispiel.
00:04:05Nee, nee, ich brauche eine Krone für eine Braut. Aber eben für eine ältere Braut.
00:04:09Ach so, nicht für Ihre.
00:04:11Nee, nee, ich habe ja noch gar keine.
00:04:13Ich brauche die Apparatur für meine Oma.
00:04:15Für Ihre Oma?
00:04:16Ja.
00:04:17Ach, da sind Sie hier ja ebenfalls völlig verkehrt.
00:04:20Sehen Sie mal, wir führen nur Artikel für grüne Beute.
00:04:22Und das, was Sie suchen, diese silbernen Kronen und Diademe, die kriegen Sie im Schwuckwahnladen.
00:04:27Na, aber das hätten Sie doch gleich sagen können, dass Sie für Ihre Oma zum 25. Hochzeitsag eine Silberbrautkrone suchen.
00:04:33Nee, passen Sie mal auf. Also meine Oma, die ist schon längst über das Alter einer silbernen Braut hinaus.
00:04:37Und auch nie mehr ganz grün hinter den Ohren. Aber die ist ein bisschen verrückt.
00:04:41Aha.
00:04:41In Ihrem Alter will sie noch mal heiraten.
00:04:43Und deshalb brauche ich so ein Ding. Verstehen Sie?
00:04:46Ja, nee. Also bitte.
00:04:50Ja, also wenn es für eine ältere Dame sein soll, dann empfehle ich Ihnen diese hier. Sehen Sie mal, ich
00:04:55brauche das.
00:04:55Darf ich mal?
00:04:56Bitte schön.
00:04:59Passt.
00:05:00Na, hören Sie mal. Ich bin doch nicht Ihre Oma.
00:05:03Sie haben mir ja bis jetzt immer noch nicht richtig behirfen.
00:05:06Mein Gott, bin ich vielleicht heute mit dem falschen Beben aus, bitte.
00:05:08Ich hoffe, man red ich denn so daneben.
00:05:10Das nur gerade nicht. Nur kann ich beim besten Willen nicht ein nun mal besprochenes Ritual verändern.
00:05:14Aber Sie müssen doch einsehen, dass für die Beben die Moldau viel besser passt als der gefangenen Chor.
00:05:18Das ist eine Geschmackssache.
00:05:19Ja, das sagen Sie als Neutraler. Ich bin ein Beteiligter und deshalb fließt die Moldau.
00:05:26Sie muss ich doch am besten wissen, was für die Beben richtig ist, damit sie in Stimmung kommen.
00:05:31Also, was ist nun? Ja oder ja?
00:05:33Herr Neukranz muss selber noch mal vorbeikommen.
00:05:35Mann, der hat doch jetzt andere Sorgen.
00:05:39Geh mich nicht vielleicht eine kleine Vollmacht.
00:05:41Ich meine, der die berechtigt bin, der die, der Gefangenen Chor in der Versenkung verschwindet
00:05:44und der die Moldau die Spree runterrauscht, ha?
00:05:47Also, weil Sie sind, aber bitte bringen Sie mir die Vollmacht.
00:05:50Ah, die bringe ich ihm. Warum denn nicht gleich so?
00:05:52Dann können Sie Jüpft aufnehmen.
00:05:54Wiedersehen.
00:05:59Also, nee, Trud, nee, wisst du auch, dass du den Mut hast, als weiße Braut in deinem Alter noch zum
00:06:07Standesamt zu jägen.
00:06:08Oh, was heißt hier Mut? Ich hole nur nach, was ich im Leben noch nicht erlebt habe.
00:06:12Im Gegensatz zu anderen, die alle Jahre wieder in weißer Unschuld verstandet ihr Recht erscheinen,
00:06:17um schon zum dritten oder vierten Mal ihr Jahr zu säuseln.
00:06:20Warum soll ich denn da nicht in Weißchen zum ersten Mal?
00:06:23Komm, steh mal still.
00:06:24Was, zum ersten Mal?
00:06:25Nur, du, nur übertreib aber mal nicht.
00:06:28Komm, du, es ist das Seltenste auf der Welt, einen Mann zu finden,
00:06:32der einen ununterbrochen entschädigt für all die Lieberhaber, die man seine wenig gehabt hat.
00:06:36Oh, das muss ausgerechnet du mir sagen. Lissi bringt mir nicht in Rage.
00:06:40Du, aber nicht zu kurz.
00:06:41Nee, nee, nee, nee, nee.
00:06:42Als ich meinen Willem heiratete, da hatten wir nicht mal einen Pfennig übrig,
00:06:46um auf unser Ereignis anzustoßen, geschweige denn für ein weißes Kleid.
00:06:49Aber wir hatten alles in uns, verstehst du?
00:06:51Alles waren wir uns selbst.
00:06:53Und das hielt vor ein Leben lang, bis mein Willem das Zeitliche segnete.
00:06:58Mensch, Trotchen, so hab ich's doch nicht gemeint.
00:07:02Du hast dein Leben genossen.
00:07:03Wie hast du immer so schön gesagt?
00:07:05Man muss das Leben eben nehmen, wie das Leben eben ist.
00:07:09Schau mal still.
00:07:13Möchtest du die Halbmieter dann aufhören für ein paar Poffelhelden?
00:07:15Hör mal, ich würd's mir noch mal überlegen.
00:07:18Die sind auch erst jung verheiratet.
00:07:19Das Resultat ist wohl kaum zu überhören.
00:07:21Ich seh.
00:07:22Ich hab dir schon hundertmal gesagt, der Lauscher an der Wand hört seine eigene Schande.
00:07:25Was ist denn hier Lauscher? Das ist eine Lärmbelästigung.
00:07:28Wer hat denn das an?
00:07:30Das kommt eben daher, dass sie sich über ihre sexuellen Dinge nicht besprechen.
00:07:34Was? Willst du?
00:07:36Ich glaube, der lebt wie ein Botaniker, der sagt, wir wollen uns auf das Wurzelleben der Pflanzen nicht weiter einlassen.
00:07:45Ich will nicht mehr.
00:07:47Ich hab satt, die Abende allein zu verbringen.
00:07:49Wenn du nach Hause kommst, dann bist du entweder müde oder besoffen.
00:07:53Mit dem Kühlschrank, mit der Waschmaschine, mit dem Staubsauger, da kann ich mich nicht aussprechen.
00:07:58Aber verstehe doch...
00:07:58Mann, du kennst doch bloß deine Akkerei nach Feierabend.
00:08:01Mäuse machen, Saufelspielen.
00:08:03Deine Biertischphilosophie, die jedes Mal Sauerstoff geschockt wird, wenn du an eine frische Luft gerätst.
00:08:07Aber der Schock, Mensch, der reicht doch bloß von der Kneipentür bis zur Haustür.
00:08:10Kaum betrittst du die Wohnung, markierst du wieder einen starken Maxen.
00:08:13Aber bei mir nicht mehr.
00:08:14Ich verstehe dich nicht.
00:08:15Guck mal, ich sorg doch für die Familie.
00:08:17Ach, Sprüche kannst du schon immer kloppen.
00:08:19Ich mach's dir damit nicht mehr fertig.
00:08:22Ich helfe dir doch, indem ich ranklotze.
00:08:23Guck mal, für die Waschmaschine, für den Kühlschrank und jetzt fürs Auto.
00:08:28Ach, du begreifst ja nicht mal mehr, was ich meine.
00:08:31Wann waren wir denn das letzte Mal im Kino?
00:08:35Theater hast du doch, seitdem wir verheiratet sind, nie mehr von innen gesehen.
00:08:41Und beim Konzert, da fällt dir doch bloß der blöde Spruch ein.
00:08:44Und zerrt deine Rolle durch den Saal.
00:08:48Das ist wirklich zum Lachen, hm?
00:08:49Komm, sei wieder schlafen.
00:08:53Wo war das denn so laut?
00:08:56Papa und ich, wir waren ein bisschen lautlustig.
00:08:58Kommt, geht mal wieder schlafen.
00:08:59Jetzt sind wir nur noch ganz leise lustig.
00:09:03Verflucht ist auferein.
00:09:07Die armen Kinder, der sich intelligente Menschen so benehmen.
00:09:11Jetzt ist Ruhe.
00:09:13Glaubst du?
00:09:14Nee, nee.
00:09:14Dagegen muss man was unternehmen.
00:09:16Was denn das für ein Benehmen, Oma?
00:09:18Ein feinfühliger junger Mann schleicht sich nicht von hinten an den Ürücken.
00:09:21Weißt du überhaupt nicht, worum es geht, mein lieber Junge.
00:09:22Das war da wohl offensichtlich hier, hm?
00:09:24Das ist ja typisch.
00:09:25Du siehst immer nur, was du siehst.
00:09:26Aber mal weiterklicken.
00:09:27Moment mal, Oma.
00:09:28Was sich in den fremden Türen abspielt, das ist immer...
00:09:30Das interessiert mich immer.
00:09:32Jawohl, weil es für mich keine fremden Türen sind.
00:09:34Aber Oma, das...
00:09:34Verstehst du nicht?
00:09:34Wirst du nie verstehen, weil ihr immer nur an euch denkt.
00:09:37Oh.
00:09:38Was ist denn hier für ein Lärm?
00:09:40Ruhe, bitte.
00:09:41Das gibt's doch nicht.
00:09:42Das ist doch wahr.
00:09:43Nimm dir doch mal ein bisschen Rücksicht auf Ihre Mitmenschen.
00:09:47Ich lobe mir dritten Pferd.
00:09:50Sein Glück, der Pferd die Türe zugeworfen hat.
00:09:53Aber lasst gut sein.
00:09:55Den halben Romeo, den kaufe ich mir noch.
00:09:58Der wird von mir eigenhändig auf dem Balkon rufgeheft.
00:10:01Aber Oma, lass mal auf.
00:10:03Wenn man Romeo auf Ehre und Gewissen fragt,
00:10:05ob er sich wirklich zutraue,
00:10:06seine geliebte Julia ganz, ganz glücklich zu machen,
00:10:09so müsste der auch wieder...
00:10:10Was für ein paar Wochen lang es gab.
00:10:12Hätte auch niemand gedacht,
00:10:13der mit Romeo und so schnell zu Ende gehen würde.
00:10:16Und warum?
00:10:16Weil sich noch keiner gefunden hat, die beiden zu entgiften.
00:10:19Also droht ihm, wenn ich mal was sagen würde...
00:10:20Lass lieber die Luft aus dem Gläser.
00:10:22Bist du okay?
00:10:22Wenn du denkst, die lassen sich sowieso scheiden,
00:10:24dann bist du im Irrtum.
00:10:25Noch heig nicht zugeschlagen.
00:10:27Das ist das Schwachsinn.
00:10:28Du kannst ja die Beeten nicht zusammenkloppen.
00:10:29Wieso denn nicht, wenn sie gut zusammenpassen,
00:10:31um gut miteinander zu leben?
00:10:32Jetzt kannst du ja gar nicht beurteilen.
00:10:34Heutzutage ist alles sachlicher als früher.
00:10:36Wir sind kurz und bündig, verstehst du?
00:10:37Sachlicher, wenn ich das schon höre.
00:10:38Also versachlicht mir die Liebe nicht.
00:10:40Sicher hat der für die Liebe schon eine sachliche Formel gefunden.
00:10:44Was hast du denn schon erlebt, hm?
00:10:46Liebe?
00:10:48Solange du nicht mit der, der dir das Liebste ist,
00:10:50eine Stunde im Morgenthau verbracht hast
00:10:52und die Sonne nicht nur auf jen saßt,
00:10:54sondern sie auch auf jen hörtest,
00:10:55so mit Vogel, Zwitscher und allem drum und dran,
00:10:58so lang, mein Lieber, bleibt man kurz und bündig.
00:10:59Ich rate dir aber,
00:11:00bleibe kurz und werde mündig.
00:11:02Ach, Trudchen,
00:11:04wenn ich manchmal so da saß
00:11:06und wartete und wartete
00:11:08und ich wurde nervös, wisst ihr,
00:11:11dann wusste ich, das ist die Liebe.
00:11:12Na dann, Prost!
00:11:13Prost!
00:11:17Mein Willem hat immer gesagt,
00:11:19wenn du in den richtigen Wirkungstreffer landen willst,
00:11:21Trudchen hat er gesagt,
00:11:22dann musst du deinen Gegner vorher genau studiert haben.
00:11:25Die Eheprobleme der Lorenzen
00:11:27kenne ich schon besser als sie selber.
00:11:28Bloß, ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Studieren.
00:11:31Das heißt, du hattest also laufend dein Ohr an ihrer Türe, hm?
00:11:34Ich mein Ohr, die ihre Geräuschkulisse ist in meiner Wohnung nicht zu überhören.
00:11:38Ein paar Fohnen mehr, mir wären die Ohren abgefallen.
00:11:40Aber nee.
00:11:41Aber ja, Lissi, du warst so oft genug dabei.
00:11:43Ganz flatterig warst du, Frau Ophreion.
00:11:44Also das ist nicht wahr.
00:11:45Wie die Anne den verdroschen hat und wie der gejammert hat.
00:11:49Ja, der war ja blau.
00:11:50Du, das ist ja kriminell.
00:11:51Du sagst es.
00:11:52Aber noch ist nicht aller Tage Abend.
00:11:54Erst erlege ich das eine und dann das andere.
00:11:57Himmel nochmal, Oma.
00:11:59Also das andere, das sind die da.
00:12:01Aber was ist noch?
00:12:02Was ist noch das eine?
00:12:03Ist das schon wieder eine neue Geschichte?
00:12:06Nee, mein Junge, Quatsch.
00:12:08Meine Hochzeit ist das eine und einzige.
00:12:13Apropos Hochzeit.
00:12:14Wo steckt denn eigentlich der Herr Bräutigam?
00:12:17Der Brauch will doch,
00:12:18dass der Bräutigam das Brautkleid vorher nicht sehen darf.
00:12:21Das ist der Blödsinn.
00:12:22Nee, du, das sag mal nicht.
00:12:23Oder möchtest du unter dem Vorzeichen des Unglücks
00:12:25in eine Ehe eingehen?
00:12:26Das ist ganz lächerlicher Aberglaube.
00:12:29Das mag ja sein, ne?
00:12:30Aber das ist nun mal so.
00:12:31Oh, ist es.
00:12:33Oma, da du ja von nichts zurückschreckst,
00:12:35erlaube ich mir als mein Beitrag zur Hochzeit
00:12:38dir die Krone der Unschuld zu überreichen.
00:12:43Menschens Kind.
00:12:44Das hätte ich ja beinahe vergessen.
00:12:48Du, du, du, daran gedacht hast.
00:12:51Das beweist mir,
00:12:52dass du nicht nur ehetauglich bist,
00:12:54sondern der ist sogar schon überreifend.
00:12:57So ist das Leben, Oma.
00:12:59Also pass mal auf,
00:13:00als Ehekandidat,
00:13:01da denkst du an alles.
00:13:02Als Ehemann beweist du dich in allem
00:13:03und als Ehekrüppel erinnerst du dich,
00:13:05dass da noch was war.
00:13:06Alles Unsinn.
00:13:07Weil nämlich durch mein Beispiel
00:13:08deine These in erhebliche Schwierigkeiten gerät.
00:13:11Mein Heinz beweist dir das Gegenteil.
00:13:13Stabil, solid, korrekt,
00:13:15macht schon sein Haierchen
00:13:16und vertut nicht leichtsinnig seine Kräfte
00:13:17wie ihr junge Gemüse.
00:13:19Brötchen, wisst du was?
00:13:20Hm?
00:13:20Der Schleier muss weg.
00:13:22Meinst du?
00:13:22Ja.
00:13:23Hai, morgen früh,
00:13:25da mach ich Hochzeit.
00:13:26Was?
00:13:27Ding, dong, da bimmelt's wunderbar.
00:13:31Ja und dann?
00:13:33Ja, ja und dann?
00:13:38Verlinden wir die Junker-Gast
00:13:42auf Feilchenblauer Seine.
00:13:47Schöner, grüner,
00:13:51schöner, rumpfer, krass.
00:13:53Ja, Verlinden!
00:13:56Ha!
00:13:57Jedes Ding hat zwei Seiten
00:13:59und eine Beschneite.
00:14:01Mancher gewinnt ja
00:14:02aber auch noch eine dritte Seite ab.
00:14:03Ihr seht, jeder Mensch
00:14:05sieht jede Angelegenheit
00:14:06aus seiner Sicht,
00:14:07was ja auch verständlich ist.
00:14:09Deshalb ist es ja gerade zu idiotisch,
00:14:11nur einen einzigen Rat zuburgt.
00:14:14Ich danke euch
00:14:15für die vielen guten Ratschnüge,
00:14:17denn erst alle zusammen
00:14:19ergehen mit dem Kopf
00:14:20und in der Seele,
00:14:21wenn man gesortiert hat,
00:14:22eine verdauliche Speise
00:14:24für Herz und Leib.
00:14:26In diesem Sinne, lasst uns
00:14:28diese verdauerliche Speise genießen
00:14:30und dann zieh mir mit Musik
00:14:33getartet da
00:14:35in die nächste Schnapsboutique
00:14:37getartet da
00:14:38In der Hause, sonst stehst du noch
00:14:40morgen unter Alkoholverdacht.
00:14:42Und die erkennen deine Unterschrift gar nicht mehr an,
00:14:45weil du nämlich nicht mehr deine Sinne
00:14:46mächtig bist. Ja, und das ist doch peinlich,
00:14:49nicht? Also Leute, Abgang.
00:14:51Emil, pack mal ein und
00:14:52nehm auch mit. Warst du nicht so zu Hause
00:14:54wie eine Haue? Ich muss wissen,
00:14:56warum Gustav nicht gekommen ist.
00:15:04Na, Molle,
00:15:04kenn, hast du hier nicht reinlassen?
00:15:06Du wirst bloß nicht weg, dass du dich nach Hause findest.
00:15:09Nee, das ist so, wie mir. Ich kann das verdammte
00:15:10Ding auch nicht finden.
00:15:15Das fehlt mir ja gerade noch.
00:15:20Lass mich mal ein, Uff.
00:15:22Hier ist er auch nicht.
00:15:24Dann kann ich doch bloß noch da oben rehen.
00:15:31Na, man sagt,
00:15:32im geordneten Haushalt
00:15:34da findet sich alles wieder.
00:15:39Er wird zahlt.
00:15:41Ja.
00:15:42Siehst du, wenn man vom Deufel entspricht,
00:15:43ist er nicht frei.
00:15:44Wo kommst du denn jetzt her?
00:15:46Von zu Hause, Mann.
00:15:47Dann kam er jetzt für dich
00:15:48die Ding gesucht.
00:15:50Er hat ein Hängebogen
00:15:51Eiken gefunden.
00:15:52Was?
00:15:54Ja,
00:15:55stell das Einzelhinder
00:15:56auf dem Ding,
00:15:56was ist es so gut.
00:15:58Ich kann doch nicht mehr
00:15:59kinken,
00:15:59aber man soll besser hören.
00:16:00Macht das schon,
00:16:01in der Zeitung rennen.
00:16:02Besser als die Akkiner.
00:16:04Du nippst nicht mal
00:16:05mehr in Kostümverleih.
00:16:06Gut,
00:16:06sie wird schlafen.
00:16:07Oh,
00:16:07da fällt nicht wohlmacht.
00:16:09Und die Vereinstellung
00:16:10fällt aus doch.
00:16:12Du,
00:16:12ich brauche noch
00:16:13eine Vollmacht von dir
00:16:14wegen der Moldau.
00:16:15Was brauchst du von mir?
00:16:17Na ja,
00:16:17der Fritze vom Standesamt,
00:16:18der lässt die Moldau
00:16:19nicht fließen,
00:16:19wenn ich keine Vollmacht
00:16:20von dir habe.
00:16:21Mensch,
00:16:21kurz doch,
00:16:22du machst mich richtig
00:16:22mit Schocke
00:16:23mit deiner Moldau.
00:16:24Es wird ganz egal,
00:16:25was sie spielt.
00:16:26Hauptsache,
00:16:26sie spielen überhaupt was.
00:16:28Nee,
00:16:28nee,
00:16:29ich beschimpfte Moldau.
00:16:31Also gut,
00:16:32wenn du dadurch glücklich
00:16:32wirst,
00:16:32wie ich es bin,
00:16:34meine Degen
00:16:34sehen.
00:16:36Mein Tag,
00:16:36es ist ein Eichending.
00:16:43Wenn ihr mit seiner Sachsenhinne
00:16:44anseht,
00:16:44ist er so weit.
00:16:46Es ist ein Eichending.
00:16:48Komm mit mir aus
00:16:49zu muttern,
00:16:49mein kleiner
00:16:51Pleißeschalz.
00:16:52Es ist ein Eichending.
00:16:58Pünktlich auf die Minute,
00:16:59sogar die Taxen.
00:17:01Preußische Ordnung
00:17:02und sächsische Gemütlichkeit.
00:17:05Also,
00:17:05das ist wie
00:17:06ein Lissgeist.
00:17:08Wo hast du denn
00:17:09deinen Zylinder?
00:17:09Mensch,
00:17:10Gustav,
00:17:10ich zieh doch nicht
00:17:11als Gespenst
00:17:11durch die Gegend.
00:17:12Jetzt weiß ich auch,
00:17:13warum das Ding
00:17:13Angströhre heißt.
00:17:16Wenn die aus dem Haus
00:17:17kommen,
00:17:17streust du die Blumen aus,
00:17:18ja?
00:17:18Die sind doch
00:17:19viel zu schön.
00:17:20Meinst du?
00:17:22Für den Tag
00:17:23ist nicht zu schön.
00:17:24Warum das so ist,
00:17:25erklär ich dir später.
00:17:26Oder die Oma?
00:17:31Ja.
00:17:32Ja,
00:17:32denn.
00:17:36Ah, Tochin.
00:18:17Jetzt haben nicht alle München wieder ein, dann verdursten sie ja.
00:18:35Im Namen des Rates unseres neuen Stadtbezirkes und in meinem eigenen Namen begrüße ich Sie auf das Herzlichste.
00:18:43Es ist mir eine große Ehre.
00:18:45Wie viele Leute hier kommen sind, sogar meine lieben Kinderchen, aber bestimmt mir aus Neugier.
00:18:52Mein Werner kann sich von der Uni freimachen, der Große hier lehrte.
00:18:57Und das schafft es tatsächlich von Leipzig nach Berlin.
00:19:00Und seine Sonja, dass die den Karsten zur Welt gebracht hat, auf ihn bin ich stolz.
00:19:09Du hast mir doch ja nicht gesagt, wiegt ihr je Falle.
00:19:12Aber Trudchen.
00:19:14Aus der lieben Schwiegertochter darfst du dir nichts machen.
00:19:18Dass ein Spätzchen überhaupt gekommen ist.
00:19:21Ach, mein armer Klaus.
00:19:24Warum hat er sich bloß so unterbuttern lassen?
00:19:28Er ist so ein hervorragender Lokführer.
00:19:30Und wir hatten ihm alle Signale gegeben.
00:19:33Ach, Mama.
00:19:35Reiß dich gefällig zusammen.
00:19:36Da siehst du, am liebsten würde ich dir die Nadel in den...
00:19:39Na ja, du warst schon.
00:19:41Mir ist alles wie ein Traum.
00:19:43Dir auch.
00:19:44Wie das alles so kam, ist doch schon eine ganze Weile her.
00:19:48Und doch so plötzlich, als ob es gestern war.
00:19:51Keine Sekunde hätte ich versäumen mögen, mein Lieber.
00:19:55Alles würde ich gern mit dir nochmal erleben wollen.
00:19:59Ich auch.
00:20:00Es war eben Liebe auf den ersten Blick.
00:20:03So?
00:20:04Ich kann Ihnen nur das eine sagen.
00:20:06Kommen Sie mal wieder runter von Ihrem hohen Rossmanneken.
00:20:10Sie, also nein, Frau Maykatz, nein, beim besten Willen, ich verstehe Sie nicht.
00:20:14Wie konnten Sie sich mit dieser Renitentengruppe solidarisieren?
00:20:19Und nun, meine Herren, Hosen drunter.
00:20:23Du irrst dich, Heinz, das war ganz anders.
00:20:26Es begann mit meinem Einzug und der Arie mit dem Möbelpacker.
00:20:33So, das war's. Die Rechnung kriegen Sie zugeschickt.
00:20:35In Ordnung. Hier für die Molle.
00:20:37Danke.
00:20:38Was wollen Sie mit der Eulenuhre in Ihrer neuen schönen Wohnung?
00:20:40Ich gebe Ihnen Zehner. Sind Sie so alle Dinge los?
00:20:42Du glaubst doch wohl dann. Kuckuckraus kommt Pipf bei mir.
00:20:45Die gehen Zehner, du bei einem dicken Fufs hier und die verkaufen den dann als Kunst für 500.
00:20:50Nee, nee, nee, nee.
00:20:50Man, wir haben auch ein Zehner.
00:20:52Oh, das kannst du auch mal laut sagen.
00:20:57Also, Sache gibst du, mir gibt es ja nicht.
00:20:59Stell dir vor, Lissi, wollte doch eben so ein junger Dachs von Möbelpackern meine schöne Uhr abstauben und das für
00:21:04ein Appel und ein Ei.
00:21:06Der junge Dachs hat eben nicht gewusst, dass du ein alter Fuchs bist.
00:21:09Das kannst du laut sagen.
00:21:11Also, klopst du nicht.
00:21:11Um hier einen Nagel in die Wand zu kriegen.
00:21:14Da, da braucht man ja einen Presslufthammer.
00:21:18Was kann denn das sein?
00:21:19Was denn, Besuch jetzt?
00:21:26Guten Tag.
00:21:27Guten Tag.
00:21:28Entschuldigen Sie bitte die Störung.
00:21:29Wir wollten nur unsere neue Hausbewohnerin begrüßen.
00:21:32Und auf gute Zusammenarbeit anstoßen.
00:21:34Lassen Sie mal.
00:21:34Überkommen Sie rin in die gute Stube.
00:21:36Danke.
00:21:43Das ist meine Freundin, Lissi.
00:21:45Guten Tag.
00:21:46Kathi, ist noch?
00:21:47Neukranz.
00:21:47Neukranz.
00:21:49Eigentlich sind wir ja noch beim Einräumen und so.
00:21:52Wir wollten ja auch nicht weiter stören.
00:21:53Vom WBA.
00:21:54Mach nicht.
00:21:55Lissi, hol doch mal ein paar Gläser.
00:21:56Ja, das mache ich.
00:21:57Ich bin ja richtig gerührt.
00:21:59Bitte, setzen Sie sich.
00:22:03Nur, als gelernte DDR-Bürgerin witter ich dahinter gleich eine Absicht,
00:22:07wenn ich höre auf gute Zusammenarbeit.
00:22:09Was fehlt denn hier noch?
00:22:11Vielleicht eine HGL-Vorsitzende?
00:22:12Oder eine, die das Hausbuch führt?
00:22:14Oder eine, die sozusagen Verbindungsglied ist zwischen den WBA, ABV und der KWV?
00:22:20Immer raus mit der Sprache, bevor der Wein sauer wird.
00:22:22Nein, nein, so ist das nicht gemeint.
00:22:23Ihr meint nicht, aber so gedacht.
00:22:26Kenn ich.
00:22:26Ist ja nicht wahr.
00:22:27Wir wollten sehen, ob du Hilfe brauchst.
00:22:29Ach, du bist gut.
00:22:31Krallen wolltest du mich, was du ja auch nach einem dritten Glas Wein geschafft hast.
00:22:35Aber als ich dich so sah und reden hörte, war ich damals schon ganz knülle.
00:22:41Du übertreibst aber ganz schön.
00:22:43Gemerkt hatte ich davon aber nichts.
00:22:45Na, wie soll dich auch?
00:22:47Denn unser Problem, also wie gesagt, unser Problem sitzt da unten.
00:22:51Was denn, das Problem?
00:22:53Die Skatspieler doch nicht etwa.
00:22:55Das ist der eiserne Gustav mit seiner Mannschaft.
00:22:57Die sorgen dafür, dass unsere Veranstaltungen so schlecht besucht werden.
00:23:01Wir wollten es erst gar nicht wahrhaben.
00:23:02Sie können es uns glauben.
00:23:03Diese ehemaligen Kneipengänger wiegeln unsere Rinder auf, hocken provokatorisch in den Anlagen rum.
00:23:08Alles, was wir machen, ist schlecht.
00:23:10Sogar das gesellige Balsamsein mit Tänzchen und Wein.
00:23:14Es ist zum Verzweifeln.
00:23:16Man gibt sich solche Mühe, bereitet alles vor.
00:23:18Mit so viel Liebe und nicht verzagen, Trudchen fragen.
00:23:23Lassen Sie meinen Freunden, Kathi, den eisernen Gustav, den schnappe ich mir.
00:23:26Ja, also dann, auf gute Zusammenarbeit.
00:23:32Wir haben noch ein bisschen zu räumen.
00:23:34Ja, natürlich.
00:23:37Wiedersehen.
00:23:38Wiedersehen.
00:23:41Auf Wiedersehen.
00:23:48Wiedersehen.
00:23:51Wenn Sie Hilfe brauchen, sechster Stock, Heinz Neukranz.
00:23:54Immer bereit.
00:23:57Tag, Hanselmann.
00:23:58Tag, Hanselmann.
00:23:59Tag.
00:23:59Ach, ich bin eisernen Gustav.
00:24:01Fragen Sie mich und Sie hören alles ganz anders.
00:24:03So?
00:24:04Ja.
00:24:06Die vielen Sprüche von unseren Hanselmännchen,
00:24:08die sind wie das Schwert von Karl in die Rosen.
00:24:11So scharf?
00:24:11Nee, so lang und so flach.
00:24:14Na, tschüss, bis zum nächsten Mal, weg.
00:24:16Das ist eine Marke.
00:24:18Mann, musst du dir denn immerhin alles einmischen?
00:24:21Kriegst doch bloß Ärger.
00:24:22Also, eine einsame Nummer bin ich schon mal nicht in meinem Wohnsilo.
00:24:27Lissi, warte's ab, du kommst auch noch dahinter.
00:24:29Na, was willst du mit deinen drei Zimmern?
00:24:31Du musst dir ja da graulen.
00:24:33Und die Jörn sind aus dem Haus.
00:24:34Na, und einen Mann hast du nicht zu versorgen gehabt.
00:24:37Na, und jetzt?
00:24:38Jetzt?
00:24:38Werd ich mir auf meine alten Tage auch nicht mehr damit rumärgern.
00:24:42Ärger gibt es überall.
00:24:44Fragt sich nur, wer wem welchen macht.
00:24:46Hast du dir den Rasputin mal richtig angekriegt, hm?
00:24:48Meinst du den Rasputin oder den Olden Justav?
00:24:51Die haben beide was Hypnotisches.
00:24:53Den schaffst du nicht, den sag ich dir.
00:24:56Den Alzanen Justav, den wollen wir mal sehen.
00:24:58Ja, ja, dann ich werd sehen,
00:25:00dass ich jetzt wieder in meine Hinterhaus-Igile lande.
00:25:03Den grüßen wir mal, den Olden Justav, schön.
00:25:06Wieso denn das?
00:25:07He, he, he, he.
00:25:08Den legst du nicht aufs Kreuz.
00:25:10Warten und Tee trinken.
00:25:13So, du siehst aber alt aus, Rutschen.
00:25:15Vertrauen ehrt.
00:25:16Justav, Mensch, ich spiel doch ohne Dreien.
00:25:19Hast du das immer noch nicht gemerkt?
00:25:22Jetzt ist es zu spät, ihr alten Knatterkreise.
00:25:24Skat ist kein Kinderspiel und nicht für euch,
00:25:26die ihr nicht mal bis drei zählen könnt.
00:25:28Und den von hinten kalt durch die Brust.
00:25:32Somit hat die Jute milde, 63, muntere Sachen.
00:25:35Grand ohne Dreien.
00:25:37Spiel vier Hand, fünf, hundert.
00:25:39Ihr kontert, zweihundert und Bockrunde.
00:25:44Mann, oh Mann, oh Mann.
00:25:46Wenn du deine dämliche Zähne nicht eingewuttert hättest,
00:25:49da säest jetzt anders aus.
00:25:50Hätte, hätte.
00:25:53Das ist eine Frechheit von Trutschen,
00:25:54so ein wackeliges Ding zu spielen.
00:25:56Das macht kein anständiger Skatspieler.
00:25:58Der entschuldigt sich wenigstens.
00:25:59Das ist ja Poker.
00:26:01Nee, Justav, das ist gerade wer gibt.
00:26:03Immer wer frisch.
00:26:04Du brauchst ja nur ja nicht mehr nachzutellen, Justav.
00:26:08Vor dir haben wir eben auch gelernt sein.
00:26:10Ja, da hier ist er ein mit Sack und Flöte.
00:26:12Du sagst mal ruhig, du hast dir Zeichen gegeben.
00:26:15So gut spielt keine Frau von alleine.
00:26:19Hör mal ehrlich, Trutchen.
00:26:21Die hat uns den Neukranz auf die Pelle geschickt, Pat.
00:26:24Du sollst uns aufweichen.
00:26:26Wie eine Schuppe der Bulette, was?
00:26:30Nee, nee, dem trau ich das nicht zu.
00:26:33Ja, aber die Kati Strupp von der Volkssolidarität,
00:26:36die ist Lehrerin.
00:26:37Was habt ihr gegen den Lehrer?
00:26:38Nichts.
00:26:39Wir haben auch nichts, die in der Volkssolidarität.
00:26:41Nee, du sollst sagen, nicht als solche, nö.
00:26:45Aber was mit uns hier machen?
00:26:47Nettes kalter Kaffee.
00:26:49Alles drin in der Großgaststätte.
00:26:51War es gemütlich wie ein Wartesaal.
00:26:53Kannst du mal glauben.
00:26:54Na dann, komm, komm mal mit.
00:27:01Was wird denn eigentlich aus dem Ding da?
00:27:04Jetzt siehst du doch, das lässt sich von allein rufen.
00:27:12Na, hab ich zu viel gesagt?
00:27:14Na, hier lässt sich doch lähmen, ne.
00:27:17Da nüchte ich jetzt die Sachen, ne.
00:27:19Und essen kannst du ja, Trutchen, sagst du.
00:27:21Prima.
00:27:22Sander mit Zitrone.
00:27:27Ich weiß ja noch nicht, wie das hier mit den Kohlen bei dir bestellt ist.
00:27:33Normal.
00:27:33So, na dann riskier mal.
00:27:36Hör schon auf mit deiner Sander und Zitrone.
00:27:40Dann ist sie gut gemütlich hier, oder was sagst du?
00:27:42Nee.
00:27:43Nee?
00:27:44Selbst wenn es gestattet ist, möchte ich hier nicht Skat spielen.
00:27:48Selbst in Gang mit Vieren kriegt ihr kalte Beine.
00:27:51Nee, nee.
00:27:54Ganz prima.
00:27:55Hier halten sie nur ihre Vorträge ab.
00:28:00Wie wäre ich gesund und alt, hier halte ich meine Lebensfreude.
00:28:04Frühling in Terschent.
00:28:06Oder den Mutzen oben, dem Schwalben-Nest beim Nackenmachst.
00:28:11Ach, Trutchen, da kannst du bloßen Vorhang sehen, einfach so zu sehen.
00:28:15Was dir Christen nämlich nach jedem Vortrag Denk anstößt.
00:28:19Meine Ome, die hat schon lauter Beulen von den vielen Denkern.
00:28:22Können Sie das Schild nicht lesen?
00:28:24Hier ist der Zutritt verboten.
00:28:26Was glauben Sie, junger Mann, wie viel Analphabet es bei uns gibt?
00:28:29Ich verstehe Sie nicht recht.
00:28:30Ich habe mich doch wohl deutlich genug ausgedrückt, oder nicht?
00:28:33Aber er versteht mich nicht.
00:28:34Sagen Sie mal, halten Sie mich wirklich für so bekloppt, dass ich nicht lesen kann?
00:28:37Aber ich bitte Sie.
00:28:38Allerdings hätten Sie ja dann lesen können, dass der Zutritt hier verboten ist.
00:28:42Und warum?
00:28:42Warum, warum?
00:28:43Ja, warum?
00:28:44Seht ihr, wenn der Denken oder Argumentieren soll, bricht bei dem der geistige Notstand aus.
00:28:48Haben Sie eben in seiner Schule auch zu viele Denkanstöße an den Kopf gepallert?
00:28:53Sind Sie der Geschäftsführer?
00:28:55Ja, allerdings, der bin ich.
00:28:56Freut mich.
00:28:57Mein Name ist Maikatz und ich hätte gern mit meinem Freund mir einen kleinen Skat aufgelegt.
00:29:01Ja, wir führen jeden Monat einen Preisskat durch in diesem Saal.
00:29:04Nicht doch keinen Preisskat, nur mal eben so.
00:29:06Hey, ist mir alles klar.
00:29:07Ich kenne diese Herren, aber meine Gaststätte ist keine Kneipe.
00:29:10Vielleicht merken Sie sich das endlich mal.
00:29:11Ich bemerke nur eins.
00:29:13Tut Ihnen diese Leere nicht weh?
00:29:15Das ist ja eine leere Sache, die kann nicht schmerzen.
00:29:18Der hat noch nie Kopfschmerzen gehabt.
00:29:20Junge Mann, Sie wissen ja gar nicht, wie schön gemütlich so eine Alt-Berliner-Kneipe sein kann.
00:29:24Richten Sie mal so ein paar Räume ein in Ihrem Großcontainer.
00:29:27Sprechen Sie mit Ihren Auftraggebern oder Projektanten.
00:29:29Ich meine es ja nur gut.
00:29:32Also, nein, mein Tee-Toffel, da bleiben ja nicht.
00:29:35Das ist ja ein Ding.
00:29:38Wenn Sie speisen möchten...
00:29:39Vielen Dank. Auf Wiedersehen.
00:29:41Ich bin so ein Pfadstück.
00:29:43Wie Sie sehen.
00:29:45Bisschen heftig.
00:29:46Ja, könnten Sie schon sein.
00:29:48Gell, ne?
00:29:49Ich habe doch gleich gesagt.
00:29:50Sagen Sie mal, wo kann man denn mal?
00:29:54Da.
00:30:01Aber trotzdem, ich kann da sagen.
00:30:02Also, Sander mit Chitrone.
00:30:05Ein Gedicht.
00:30:06Bei dem ich war ja.
00:30:18Aber bitte, meine Herren, heute etwas mehr soft.
00:30:21Gut, gut, gut.
00:30:25Danke, bitte.
00:30:31Was ist denn nun los?
00:30:34Heute Jurentanz.
00:30:40Ach, du meine Güte.
00:30:41Was passiert?
00:30:42Nee.
00:30:43Du musst, wenn der was vom Tanzen hört.
00:30:45Oder wieder zum Tango-König vom Prenzlauerberg.
00:30:47Was ist, Justaf?
00:30:48Machst du mit, Jurentanz?
00:30:49Ach, allzu alt und jung zu jung.
00:30:51Hör auf mit deiner Weisheit.
00:30:53Sonst kommst du noch an und sagst eines Tages,
00:30:55einen alten Baum soll man nicht mehr verpflanzen.
00:30:57Das macht für Bäume, stimmt.
00:30:59Aber nicht für Menschen.
00:31:00Na und, äh...
00:31:02Und?
00:31:02Außerdem ist es nicht mehr so wie früher.
00:31:04Mit ranschleichen, anfassen, ist nicht mehr mit so.
00:31:08Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?
00:31:12Mit dem Knie, lieber Hans, beim Tanz.
00:31:14Nee, nee, heute tanzen die für sich so ganz alleine.
00:31:17So ganz für sich alleine.
00:31:28Feuer, Feuer
00:31:31Liebe brennt wie Feuer
00:31:33Feuer
00:31:34Und ein heißer Lava-Strom
00:31:37Ergieß sich in mein Blut
00:31:42Feuer, Feuer
00:31:44Küsse brennen die Feuer
00:31:46Feuer
00:31:47Zeugen höchstes Liebesglück
00:31:50Und heiße Liebesglück
00:31:54Mein Puls schlägt hundert
00:31:56Und mein Kopf ist schwer
00:31:58Rot erstrahlt die Welt
00:32:02Vergebens ruf ich nach der Feuerwehr
00:32:05Die mich für verworren hält
00:32:08Feuer, Feuer
00:32:11Liebe brennt wie Feuer, Feuer
00:32:14Und ein heißer Lava-Strom
00:32:16Ergieß sich in mein Blut
00:32:21Liebe, Liebe
00:32:24Liebe brennt wie Feuer, Feuer
00:32:56Doch es gibt nur einen Weg
00:32:56Aber was sagen, wenn du mittanzt
00:32:58Und dir drehst
00:33:00Der quält ja nicht auf
00:33:02Wetten
00:33:03Wer Lust hat zum Wetten, hat auch Lust zum Betriebe
00:33:05Ach los, komm
00:33:07Und ein heißer Lava-Strom
00:33:10Ergieß sich in mein Blut
00:33:14Warte, Justav, das kennen wir auch noch
00:33:15Aber klar
00:33:18Küsse brennen die Feuer
00:33:21Zeugen höchstes Liebesglück
00:33:23Und heiße Liebesglück
00:33:28Hoffentlich tanzt Justav heute nicht wieder so wie auf dem Jugendtanz
00:33:33Wieso?
00:33:34Na wie so ein angestochener Eber
00:33:35Dann hat er wieder lauter Blasen an die Beine
00:33:38Und ich darf sie kühlen
00:33:40Totchen
00:33:40Wunde Füße kann man nicht nur ertanzen
00:33:43Sondern auch erlaufen
00:33:44Was?
00:33:45Na denk doch mal an Lissi
00:33:51Hallo Sie, entschuldigen Sie bitte mal
00:33:54Ist das hier die Paul-Fischer-Straße?
00:33:56Liebe Frau, das ist hier alles die Paul-Fischer-Straße
00:33:59Und das da ist die Nummer 1
00:34:02Die 1, ja wissen Sie, ich war zwar schon mal hier
00:34:05Aber das war mit einem Umzugswagen
00:34:06Da prägt man sich die Gegend nicht so ein
00:34:10Also nochmals vielen Dank
00:34:11Bitte
00:34:111, 2, Wiedersehen
00:34:13Wiedersehen
00:34:14Entschuldigung
00:34:25Jetzt ziehen wir uns so lange
00:34:27In unser Aktietal, Minister Moll
00:34:29Komm doch mit
00:34:31Dem Zahm
00:34:33Der Zahm
00:34:34Na
00:34:36Na
00:34:37Na
00:34:52Entschuldigen Sie mal bitte
00:34:53Da hinten, da ist die Nummer 1
00:34:55Ich such aber die 128
00:34:57Die scheint es hier ja nicht zu geben
00:34:59Aber ich war schon mal hier
00:35:01Hören Sie auf
00:35:01Nach welchem Prinzip hier die Häuser nummeriert wurden
00:35:04Also
00:35:05Da bin ich auch noch nicht durchgestiegen
00:35:07Ich wohne hier an der 127
00:35:10Aber wo die 128 ist
00:35:12Also kann ich Ihnen beim Bessenhöhnen sagen
00:35:16Vielleicht da drüben?
00:35:18Was denn da drüben?
00:35:20Ah, ja
00:35:21Häuptlich
00:35:22Ich danke Ihnen echt schön
00:35:23Bitte
00:35:29Oh, großer Häuptling
00:35:31Kannst du mir vielleicht sagen, wo die 128 ist?
00:35:36Wohle fuille festi, Liffi
00:35:37Ich liebes Weißlebung
00:35:40Die große Kräfe wird dahin bringen, gleichgesicht
00:35:43Oh
00:35:45Na dann, komm, große Kräfe
00:35:49Vielen Dank, Winnetou
00:35:53Da, Liva
00:35:54Aha, na dann, danke, Liva
00:35:57Und grüß den Häuptling schön
00:35:58Tschüss
00:36:05Guten Tag
00:36:09Trudchen, nee
00:36:10Oh, wow
00:36:11Guten Tag
00:36:13Willst du, wenn ich nicht auf die große Krähe gestoßen bin
00:36:16Dann würde ich ja jetzt noch hier rumirren
00:36:18Oh, wie die das aber auch hier nummeriert haben
00:36:21Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt
00:36:23Kiek mal an hier
00:36:26Und das soll was werden?
00:36:29Und ab, Frau Lissi
00:36:42Lissi, was sagst du nun?
00:36:44Also, ich bin sprachlos
00:36:47Ich beglückwünsche uns zu dieser Eigeninitiative
00:36:53Auf, dass wir viele frohe Stunden in Gemeinsamkeit verleben
00:36:57In diesem Sinne würde ich sagen
00:36:59Äh, äh, äh, äh
00:37:01Was sagen wir nun so schnell?
00:37:03Ja, sagen wir jetzt einfach
00:37:04Es lebe Trud
00:37:06Ja
00:37:08Und Kaffee Marsch
00:37:09Ach, Emil, Gustav, wisst ihr
00:37:13Ihr glaubt ja ja nicht, was für ein wunderschöner Tag det ist
00:37:16Drum sing ich mit Humor
00:37:19Ein Lied für jedes Ohr
00:37:22Als Alt-Berliner Pflanze
00:37:25Jäg für meine Stadt
00:37:27Die so viel Schick und Grazia hat
00:37:30Aufs Janze
00:37:31Aufs Janze
00:37:35Berlin, du Hauptstadt an der Spree
00:37:38Ich wunder mir und staune
00:37:40Wenn ich dir aus der Nähe seh
00:37:43Mensch, bin ich gleich bei guter Laune
00:37:46Drum sing ich mit Humor
00:37:48Ein Lied für jedes Ohr
00:37:51Als Alt-Berliner Pflanze
00:37:54Jäg für meine Stadt
00:37:56Die so viel Schick und Grazia hat
00:37:59Aufs Janze
00:38:00Aufs Janze
00:38:04Es trabt heut die Touristenschar
00:38:07Die Linden ruf und runter
00:38:09Berlin, die schönste Wüste
00:38:12Klarne Perle, Knieschloch, lügt und munter
00:38:15Drum sing ich mit Humor
00:38:17Ein Lied für jedes Ohr
00:38:20Als Alt-Berliner Pflanze
00:38:22Jäg für meine Stadt
00:38:24Die so viel Schick und Grazia hat
00:38:27Aufs Janze
00:38:28Aufs Janze
00:38:32Was hat sich Köte nur gedacht
00:38:35Von ihm stammt der Gedanke
00:38:37In Jans verwegener Menschenschlag
00:38:40Wohnt ringsherum und Spree und Panke
00:38:42Drum sing ich mit Humor
00:38:45Ein Lied für jedes Ohr
00:38:48Als Alt-Berliner Pflanze
00:38:50Jäg für meine Stadt
00:39:21Die so viel Schick und Grazia hat
00:39:22Aufs Janze
00:39:25Aufs Janze
00:39:50Aufs Janze
00:39:52Ich würde gerne eine Meinung haben
00:39:53Wenn sie auch falsch ist
00:39:54Aber jetzt werde ich ihnen was sagen
00:39:55Und das ist meine Meinung
00:39:56Als ihr mit dem Blumen und der Bulle Wein
00:39:59Süßholzraspring kamen
00:40:00Da hattet ihr ein Problem
00:40:00Und jetzt ist es weg
00:40:02Hat sich aufgelöst euer Problem
00:40:03Dafür haben sie ein neues heraufbeschworen
00:40:05Ein viel schwerwiegenderes
00:40:06So welches denn?
00:40:07Na das hier, den Bauwagen
00:40:09Tollwart und alles aus Eigeninitiative
00:40:11Von den so genannten Problemisten
00:40:13Ich sage Ihnen heute zum letzten Mal
00:40:15Das muss weg
00:40:16Onkelchen, ich droh'n sonst
00:40:17Sieg die Verfassung aus der Tasche
00:40:18Trotzdem
00:40:19Sage ich Ihnen, das bleibt
00:40:20Meine liebe Frau Meikatz
00:40:22Nicht nur, dass Sie sich mit den Stirnfrieden
00:40:25Verbrüdert haben
00:40:26Hier entstehen Grünanlagen
00:40:28Begreifen Sie da nicht
00:40:29Das ist ein Schandfleck
00:40:31So, da bin ich aber janz anderer Meinung
00:40:33Sieh, da werde ich zur Rasen Berolina
00:40:36In Liebe und Eintracht haben sie sich gefunden
00:40:40Und werden so fernahin
00:40:41In Hochachtung voreinander
00:40:43In Zärtlichkeit
00:40:44Warum stellte ich mich denn vor
00:40:46Oder hinter diese Stirnfriede?
00:40:48Weil man sie ins gemachte Bett setzen wollte
00:40:51Mit Sprella-Karttische und Stahlmöbeln
00:40:54Alles schön neu
00:40:55Nur nicht gemütlich
00:40:56Warum man Justav und seine Mannschaft
00:40:58Nicht beteiligte bei der Einrichtung
00:41:00Verstehe, wer will
00:41:01Denn die sollten sich doch da wie zu Hause fühlen
00:41:04Kannst du dich noch an unserer Auseinandersetzung?
00:41:06Deswegen erinnern
00:41:07Und ob
00:41:09Frau Meikatz
00:41:10Ich hoffe, Sie haben noch einmal alles überschlafen
00:41:12Habe ich, habe ich
00:41:14Aber da fühlen Sie sich wohl
00:41:16Ich will das nicht bestreiten
00:41:18Nur ist das kein Platz für
00:41:19Als Vorsitzender des WBA sage ich Ihnen ganz offiziell
00:41:23Ja, bitte?
00:41:25Ich überschaue das Problem in seiner Komplexität
00:41:27Und setze mich für vernünftige
00:41:29Ich betone
00:41:30Vernünftige Lösungen ein
00:41:32Aber so kann das doch nicht weitergehen
00:41:34Und ich sage Ihnen als mitdenkende und mitregierende Bürgerin
00:41:37Das wollen wir mal sehen
00:41:39Wie kann man nur so verbohrt sein?
00:41:41Sagen Sie mal, was machen Sie denn da?
00:41:43Was soll ich denn machen?
00:41:44Ich kieke, ob einer anbeißt
00:41:58Ich hätte ja an Frau Kati gesprochen
00:42:01Ach, meine Schwester ist leider noch in der Schule
00:42:03Aber kommen Sie ruhig rein, Frau Meikatz
00:42:05Ich habe immer was übrig für Frauen, die Aufsehen erregen
00:42:07Wie meinen Sie denn denn?
00:42:09Allumfassend Wiederschlafen mit Zulei und Bravem Trott gehen
00:42:11Auf mich können Sie rechnen, ehrlich
00:42:13Da kann ich ja gleich mit der Türe ins Haus fallen
00:42:15Ich wollte nämlich eigentlich zu Ihnen
00:42:17Zu mir?
00:42:18Dann kommen Sie doch rein
00:42:23So, Frau Meikatz
00:42:24Was gibt's denn?
00:42:31Ist das Kunst?
00:42:33Eine berechtigte Frage
00:42:36Was man weise verschweigt
00:42:38Ist künstlerischer, als wenn man alles, je schwätzig aussprich war
00:42:46Komisch
00:42:46Jetzt hat es für mich eine Aussage
00:42:49Tja, wenn es so einfach wäre
00:42:50Mit einem Fragezeichen eine Aussage zu erreichen
00:42:52Ja, anscheinend lieben Sie das verkürzte Verfahren
00:42:54Ja
00:42:55Ja
00:42:56Telegrammstil der Seele
00:42:57Aber bitte, Frau Meikatz
00:42:57Nehmen Sie doch Platz
00:42:58Warten Sie hier
00:43:00Wissen Sie, ein großer Dichter
00:43:01Der wollte den Menschen mal in einem Satz schildern
00:43:04Ich wollte, ich könnte
00:43:05Und ein Stückchen?
00:43:06Nee, danke, jetzt nicht
00:43:07Ich könnte das Erleben der Seele in Farbtönen ausdrücken
00:43:09Wie den Rausch der Farben in einer Landschaft
00:43:13Ah, Frau Meikatz, guten Tag
00:43:15Ah, hallo Schwesterchen
00:43:17Tja, eigentlich wollte ja Frau Meikatz zu dir
00:43:18Aber inzwischen, da hat sie mir eine völlig neue Sicht eröffnet
00:43:21Ja, das sehe ich
00:43:22Nee, nee, das siehst du völlig falsch
00:43:25Ich habe einen lukrativen Auftrag von der KWV abgelehnt
00:43:29Wie immer
00:43:30Nein, nein, sieh mal
00:43:31Ich habe meine Meinung, du hast deine Meinung
00:43:34Und die KWV hat ihre Irrung, hm?
00:43:36Auftrag, Aufgabe, Auffassung
00:43:37Diese drei, die müssen doch zu einem zusammengeführt werden, hm?
00:43:40Da bleib ich lieber bei meinem Ersparten
00:43:42Ja, ja, bei deinem und in deiner Wohnung
00:43:44Und ich trample auf deinen Nerven herum
00:43:46Ich kann nun mal nicht einfach Häuserwände anpinseln
00:43:49Hör auf zu selten, sag mal, hast du schon was gegessen?
00:43:52Nein
00:43:56Musst du mal eine Funktion haben
00:43:57Sehen Sie, deswegen bin ich ja gerade gekommen
00:44:00Also, was halten Sie davon?
00:44:03Wovon?
00:44:04Wovon?
00:44:04Von dem Bauwagen zum Beispiel
00:44:06Na, um den anzupinseln, wird die Farbe ja wohl noch reichen
00:44:09Also den sollen Sie nicht anpinseln, sondern bemalen
00:44:11Das muss Kunst werden
00:44:13Mein Willem zum Beispiel hatte auf seiner Brust ein tätowiertes Gemälde
00:44:17Warten Sie mal, ich habe ein Foto von ihm
00:44:19Mhm
00:44:19Okay
00:44:20Hier
00:44:22Toll war's
00:44:23Hoi
00:44:23Ich bin ja beinahe in Ohnmacht gefallen, als der nach Hause kam und sagte
00:44:27Mensch, Drude, das ist mein Leben
00:44:29Was denn, Willem?
00:44:30Das hast du alles erlebt?
00:44:32Also, ich muss schon sagen
00:44:33Bist das bravlos, wie?
00:44:35Kuck mal hier
00:44:36Oh, Willem, das ist ja eine Schweinerei
00:44:38Quatsch, Mensch, das bist du
00:44:39Ich, ich wär verrückt
00:44:43Ach, schön war's doch
00:44:44Da fehlte aber auch nichts
00:44:46Was der alles erlebt hatte
00:44:48Das konnte ich wahrheitsgetreu auf seiner Brust ablesen
00:44:51Und das war nicht von schlechten Eltern
00:44:53Das kann ich Ihnen sagen
00:44:55Ah, Sie als Nacketeil?
00:44:57Ja
00:44:58Habe kein Schamgefühl vor dir selbst, sagte mein Willem immer
00:45:01Habe Mut zu deinen Nacktheiten
00:45:05Ist das nicht schön?
00:45:07Wissen Sie, die einzige Unanständigkeit ist die, das Nackte unanständig zu finden
00:45:13Sieht die wirklich so aus?
00:45:15Ich hab sie so gesehen
00:45:16Ja, und das Mädchen, das sieht sich sicher wieder auch ganz anders
00:45:20Ja, sicher
00:45:21So ist eben das Leben
00:45:24Deshalb will ich, dass wir uns mit unserer Fantasie nicht einschränken lassen
00:45:27Deshalb muss auf unseren Bauwagen so was ruf
00:45:30So wie wir uns in unserer Fantasie das Leben vorstellen
00:45:34Keine Fotografie
00:45:35Das ist ja verrückt
00:45:37Verrückt ist das?
00:45:38Sehen Sie, das erste vernünftige Wort war abgemacht
00:45:41Verrückt, aber gut, abgemacht
00:45:44Abgemacht
00:45:53Also, ich finde es ganz unheimlich gut
00:45:55Ja, ja
00:45:55Das wär's
00:45:58Na, wie findet ihr es?
00:46:01Hervorragend
00:46:02Prima
00:46:02Das gehört auf die nächste Kunstausstellung
00:46:05Na, Hilfe
00:46:05Was hat er sich bloß dabei gedacht?
00:46:07Nicht nur, Junge, du hast doch den Schiffsrumpf
00:46:09Verstehe
00:46:09Na, den tränken wir doch lieber alleine, ne?
00:46:11Getauft werden muss
00:46:12Ach, du komm mal
00:46:13Na
00:46:14Na
00:46:15Also, ich find's großartig
00:46:17Ja, ganz schön schon
00:46:18Na, Gustav, bist du platt, wa?
00:46:21Dufte
00:46:23Na, Kati
00:46:24Du glaubst doch nicht etwa, dat wir
00:46:26Nachdem wir dat hier
00:46:27Dat's doch unmöglich
00:46:29Des Lähmetrutschensbuntes Allerhäuschen
00:46:32Uah, uah, uah
00:46:34Uah, uah
00:46:51Also, meine Herrschaften
00:46:52Den Bauwagen holen wir ab
00:46:54Na
00:46:54Ist ihr rumhöhnt, oder was?
00:46:57Ich bin der eiserige Just
00:46:58Bravo
00:47:00Bravo
00:47:03Ich bin früher in der Platz aufgetreten
00:47:05Ja
00:47:06Und wenn ihr nicht bald verduftet
00:47:09Erbieg eure Karo hoch noch
00:47:10Ja, prima
00:47:13Papa, wie ein Hebel, was das Beste
00:47:15Was ich Ihnen übel nehme
00:47:16Ist, dass Sie unter dem Vorwand
00:47:17Gutes zu tun
00:47:18Ein Haufen Ärger stiften
00:47:19Und böses Blut
00:47:20So?
00:47:21Ja, glauben Sie
00:47:22Sie könnten die Stadt
00:47:24Und Bebauungspläne ändern?
00:47:25Und die Besitzverhältnisse?
00:47:27Ist doch wohl nicht Ihr Ernst
00:47:29Auch der Ernst des Lebens
00:47:31Wird Sie für manche Prüfungen stellen
00:47:33Die Sie aufgrund Ihrer reifen Lebenserfahrung
00:47:36Nicht als Gehrungsprozess verstanden wissen wollen
00:47:38Und ob es mein Ernst war?
00:47:40Natürlich, weil Sie aufgrund Ihrer
00:47:41Du hast es ja erlebt
00:47:42Erlebt?
00:47:43Ja, erlebt habe ich
00:47:45Dass die vom Baukombinat
00:47:46Ohne deinen Bauwagen abziehen mussten
00:47:48Weil du durch Gustav Eingrang
00:47:50Mit Vieren in der Hand hattest
00:47:52Aber was meinst du, was ich litt?
00:47:54Weil ich wusste, dass die wiederkommen werden
00:47:56Und als ich dann noch hörte
00:47:58Dass du zu so einem Professor wolltest
00:48:01Dachte ich
00:48:01Mir steht da Verstand still
00:48:03Aus Angst, du könntest dich blamieren
00:48:07Beste Trudchen, die lachen dich doch aus
00:48:09Was ich im Leben erreicht habe
00:48:10Das habe ich nicht durch Schwachwerden erreicht
00:48:11Und nur von Rücken fallen
00:48:12Oh, Trudchen
00:48:17Guten Tag
00:48:17Ich möchte gern zu Herrn Direktor
00:48:19Ich bin seine Schwester
00:48:21Zu welchem?
00:48:24Der Herr Direktor ist nicht zu sprechen
00:48:26Sie wissen ja nicht mal seinen Namen
00:48:29Und dass Sie die Schwester sein wollen
00:48:30Kaufe ich Ihnen sowieso nicht ab
00:48:31Höchstens die Mutter
00:48:33Peter Reinhold
00:48:33Rufen Sie sofort Peter
00:48:35Peter?
00:48:37Mein Gott
00:48:38Wenn ich als Telefonistin
00:48:39Genauso langweilig gewesen wäre wie Sie
00:48:41Na erlauben Sie mal
00:48:42Und wer ist die Dame?
00:48:43Das ist meine kleine Halbschwester
00:48:45Sie wartet so lange
00:48:45Hallo Sie
00:48:46Sie bleiben hier
00:48:58Ach du meine Güte
00:48:59Sind Sie das neue Modell?
00:49:00Nee
00:49:00Nee
00:49:01Nee
00:49:01Nee
00:49:01Nee
00:49:02Nee
00:49:21Verzeihung, ja...
00:49:23Ja, bitte?
00:49:24Sind Sie etwa...
00:49:27Sind Sie etwa...
00:49:28Ja, ja, ich bin's, Frau Meikatz.
00:49:33Als ich unten Ihren Namen gelesen habe, dachte ich gleich, na nu.
00:49:36Aber dann war ich so in Eile.
00:49:39Mein Gott, Peter Reinhold, der Sohn vom Kupferschmied,
00:49:43drei Häuser weiter über den Hof, so ein Steppke waren Sie damals.
00:49:45Alle Schuppentüren haben Sie mit Kreide beschmiert.
00:49:47Ganz schön unentständige Sachen waren dabei.
00:49:51Aber Talent hatte er.
00:49:55Also, wenn der mich heute wieder unsittlich berührt,
00:49:57dann kann er was erleben.
00:49:59Tag, meine Damen. Na, Pippi?
00:50:04Und zweimal Spiegelkraut. Bring nicht wieder das Falsche.
00:50:06Und dann guckst du, ob du Gurken und Schnittlauch kriegst.
00:50:08Hilfe, nein, ich will nicht. Bitte nicht hier.
00:50:12Manometer.
00:50:13Das können Sie doch nicht machen.
00:50:15Hugo, komm.
00:50:18Das kannst du auch zu Hause haben.
00:50:20Ja, leider.
00:50:23Und nun möchten Sie, dass ich Ihren Wagen als Kunstwerk deklariere.
00:50:27Das ist meine Freundin Lissi.
00:50:28Herr Professor, das ist unsere letzte Rettung.
00:50:31Wissen Sie, Kunst ist Kunst.
00:50:32Da gehen kann keine Dienststelle was unternehmen.
00:50:34Herr Rekord, diese Frau ist nämlich hier unerlaubt.
00:50:37Ja, ja, das ist alles in Ordnung.
00:50:38Ja, liebe Frau Meikertz, es hat mich sehr gefreut.
00:50:41Wiedersehen.
00:50:41Bis bald.
00:50:42Wiedersehen.
00:50:43Bis bald.
00:50:55Das kann ja nicht gut gehen.
00:50:58Ich schätze, unser Trudchen setzt sich durch, Frau Lissi.
00:51:01Gut hat auch der Mameluk, sagt Schiller.
00:51:04Ja, aber unser Trudchen hat außerdem noch Käppchen.
00:51:08Ja.
00:51:09Na, was sagen Sie dazu?
00:51:12Wer ist denn der Mann?
00:51:14Das ist der Mann, der die Bilder zu Rotkäppchen gemalt hat.
00:51:17Nee.
00:51:18Doch.
00:51:19Eine interessante Farbkomposition.
00:51:22Kräftig und frisch.
00:51:24Mhm.
00:51:25Spannungsreich und tief.
00:51:27Alles in allem ein großes, einmaliges Werk.
00:51:32Meisterhaft gelöst.
00:51:33Wobei ich meine, dass auch rausgelöst aus dem Ensemble
00:51:36jedes Stück für sich tableohafte Wirkung erzielt.
00:51:39Schon allein dank der kühnen Farbgebung.
00:51:41Peter.
00:51:42Oh mein Gott.
00:51:42Nun frag du doch mal was.
00:51:44Oh, Verzeihung.
00:51:45Herr Professor.
00:51:46Ach, das macht überhaupt nichts.
00:51:47Hier meine jungen Leute.
00:51:48Die sind ja eigentlich viel kritischer als ich.
00:51:50Deshalb hab ich sie auch mitgebracht.
00:51:51Also, ist es Kunst?
00:51:53Lutz Strupp ist ja immerhin mein Schüler.
00:51:58Naja, vielleicht ein bisschen verrückt.
00:52:01Sehen wir es uns doch mal ein bisschen genauer an.
00:52:03Aber dieser Teufelsbraten, wie kommt er dazu, mit meinem Namen zu signieren?
00:52:07Aber Herr Professor, er hat geschrieben nach Professor Reinhold.
00:52:10So.
00:52:12Das ist doch sozusagen eine Liebeserklärung.
00:52:15Das können Sie ihm nicht verüben.
00:52:16Ja, ja.
00:52:17Sein Glück.
00:52:19Ne?
00:52:19Was hab ich gesagt?
00:52:21Mal ein bisschen.
00:52:26Sind Sie das?
00:52:28Guck mal.
00:52:28Ja.
00:52:29Ja, ich glaube.
00:52:30Das sind Sie.
00:52:32Na, dann sollen Sie mal kommen.
00:52:35Ja, das hilft's doch nicht.
00:52:45Also, meine Herrschaften, ich habe neulich schon gesagt, das ist das Eigentum vom VWB-Bau.
00:52:49Ja.
00:52:51Hört mal zu.
00:52:52Also, ich habe den Auftrag, den Wagen abzuholen.
00:52:55Bemalt und unbemalt.
00:52:56Es wäre völlig piepegal.
00:52:57Aber uns nicht.
00:52:58Das ist ein Kunstwerk geworden.
00:52:59Warum habt ihr den so lange stehen lassen?
00:53:01Ihr habt kein Recht mehr daran.
00:53:02Also, Moment mal.
00:53:04Also, so geht die Sache ja nun wirklich nicht.
00:53:06Das ist falsch eingetroffen.
00:53:07Deshalb haben wir ihn ja auch in Besitz genommen.
00:53:09Liebe Frau Meikatz.
00:53:10Sie können doch nicht einfach einen Bagger in Besitz nehmen oder Flugzeug, bloß, bloß, weil es abgestellt ist, nicht?
00:53:16Erstens ist das kein Flugzeug.
00:53:18Und zweitens übertrifft der augenblickliche Wert dieses Wagens einen Anschaffungspreis um ein Vielfaches.
00:53:23Wenn wir schon bei Wert- und Eigentumsbegriffen sind.
00:53:26Da kommt ja unser Künstler.
00:53:28Hallo, Frau Meikatz.
00:53:30Tag, Tag, Tag, Herzlichen Glückwunsch.
00:53:35Ihr bisher bester Arbeitsstruck.
00:53:37Danke, Herr Professor.
00:53:38Frau Stadtrat, Sie kommen zur rechten Zeit.
00:53:42Ja, ich glaube, man kann Ihrem Urteil voll zustimmen.
00:53:45Eine hervorragende Arbeit.
00:53:47Und was machen wir damit?
00:53:48Ich werde vorschlagen, dass wir den Wagen vielleicht kaufen.
00:53:51Der VEB-Bau wird nicht gerade unglücklich darüber sein.
00:53:55Erst müssen wir uns natürlich mit dem Künstler einigen.
00:53:57Na, können Sie das nicht alles auseinanderschweißen und die einzelnen Elemente als Wandschmuck in der etwas sterilen Großgaststätte anbringen?
00:54:03Das ist ein guter Gedanke.
00:54:04Was meinen Sie, Herr Professor?
00:54:04Ich kenne die Gaststätte noch nicht.
00:54:06So, dann geht rein und feiert euren Sieg.
00:54:09Geht rein in die Gaststätte.
00:54:11Das war unser Wagen.
00:54:13Wir haben das hier aufgebaut, alle.
00:54:15Du bist ein Verräter.
00:54:19Trude.
00:54:20Trudchen.
00:54:22Frau Meikatz, warten Sie doch.
00:54:25Frau Meikatz, warten Sie doch.
00:54:28Trude.
00:54:29Ach, du mein Lieber.
00:54:31Trudchen.
00:54:32Bleiben Sie doch, Frau Eichel.
00:54:34Der Imke, der macht das schon.
00:54:36Nun warten Sie doch.
00:54:38Ich sehe viele gerührte Gesichter in diesem bewegenden Augenblick.
00:54:43Einen Augenblick im Leben möge er nie einen Schlusspunkt der Liebe setzen.
00:54:49Denn was ist ein Punkt?
00:54:50Der Beginn einer Linie in die Unendlichkeit.
00:54:55Der du mir damals nachgelaufen bist, werde ich dir nie vergessen.
00:54:59Da hattet bei mir...
00:55:01Ich glaubte zu wissen, dass du mich mochtest.
00:55:05Nur, ich meine, wir wussten, dass wir zusammengehören.
00:55:08Obwohl du die Tür zugeballert hast.
00:55:13Frau Meikatz.
00:55:14Sie sind zu früh weggelaufen, Tante Trudchen.
00:55:17Herr Stadtrat Oemke verspricht uns den kleinen Saal in der Großgaststätte.
00:55:22Als Rentnerclubraum.
00:55:24Wir können uns ihn teilweise selbst möblieren.
00:55:28Richtig gemütlich könnten wir es uns machen.
00:55:30Das soll er mir mal selber sagen.
00:55:32Er garantiert es Ihnen, Frau Meikatz.
00:55:34Sie haben ein Zeichen gesetzt.
00:55:35Und wenn es nicht gleich so romantisch werden sollte, wie es unten war,
00:55:38ich meine, in dem Bauwagen oder in dem ehemaligen Bauwagen.
00:55:41Das war keine Gefühlsdoselei.
00:55:43Das war was Besonderes für die Alten und für die Jungen.
00:55:47So wie es im Leben eines Willens zur Ordnung bedarf,
00:55:51bedarf es hier und heute meiner Frage nach Ihrem Willen.
00:55:54Ich komme nun zu meinem Recht der Befragung, zur Rechtsfrage.
00:55:58Ich wollte weg, ausziehen.
00:56:01Aber als der Stadtrat weg war, da hast du etwas sehr Schönes gesagt.
00:56:07Warum sind Sie denn so traurig, Frau Meikatz?
00:56:10Hast du gesagt?
00:56:11Sie haben doch den längeren Atem gehabt.
00:56:17So, was wahr ist, muss wahr bleiben.
00:56:21So?
00:56:29Ja, bitte.
00:56:32Dankeschön.
00:56:35Danke.
00:56:37Letzten Endes haben wir alles dir zu verdanken.
00:56:39Auch, dass der Wagen hier als Kunst verhebigt wurde.
00:56:44Meine Herren, es beharrt sich, dass der Nil Cognac führte und alle Kamele waren besoffen.
00:56:50Ha, ha, ha.
00:56:50Keine Hand, Schmeierschmerz, eine da.
00:56:53Mein Joseph, ab morgen spiele ich mit dir nur noch Mensch-Eirrisch-Nichter.
00:56:59So, gell?
00:57:03Merkst du was?
00:57:05Guck mal, was da?
00:57:06Was?
00:57:08Hä?
00:57:09Wie sagen Sie da bei euch hier?
00:57:11Ach, egal.
00:57:12Ich gehör dir tropfen.
00:57:13Wieso?
00:57:15Du sag mal, du Hofe-Tutsche-Lasten, du immer noch nicht gemerkt, dass sich da was anspimmt.
00:57:20Meinst du?
00:57:21Ja.
00:57:24Liebe, du Himmel, auf Erden ewig bestehl.
00:57:32Was aber echt?
00:57:33Und nun bitte ich das Brautpaar, sich zu erheben.
00:57:36Leicht hatten wir es uns wahrhaftig nicht gemacht.
00:57:40Ich, ich hab's dir nicht leicht gemacht.
00:57:43Ihr sollt euch erheben.
00:57:45Was sollen wir?
00:57:47Erheben sollt euch. Habt ihr denn nicht gehört?
00:57:48Ihr Ringe tauschen gemacht schon.
00:57:52Ich frage Sie, Herr Heinz Neukranz.
00:57:55Ist es Ihr Wille, mit der Herr anwesenden Trude Maikatz die Ehe zu schließen und den gemeinsamen Familiennamen Neukranz zu
00:58:00tragen?
00:58:01So antworten Sie...
00:58:02Ja.
00:58:03Sie müssen erst abwarten, bis ich Sie gefragt habe.
00:58:05Ja.
00:58:05Ich frage Sie also, wollen Sie die hier anwesenden Trude Maikatz...
00:58:09Ja.
00:58:10Wollen Sie zur Frau, so antworten Sie mit einem deutlichen Ja.
00:58:12Ja.
00:58:14Ich frage nun Sie, Frau Trude Maikatz, ist es Ihr Wille, mit dem Herr anwesenden Heinz Neukranz die Ehe zu
00:58:18schließen
00:58:19und den gemeinsamen Familiennamen Neukranz zu tragen?
00:58:21So antworten Sie mit Ja.
00:58:23Ja.
00:58:25Ja.
00:58:35Und hier, bitte die Unterschritten.
00:58:47Durch Ihre Erklärung und meine Unterschrift sind Sie nach dem geltenden Recht rechtmäßig verbundene Ehegärten.
00:58:56Sie wählten den gemeinsamen Namen Neukranz.
00:58:59Ich übermittle Ihnen im Namen des Rates der Stadtbezirkes und in meinem Namen beste Wünsche.
00:59:04Danke.
00:59:15Aber wenn dein Wilhelm immer auf den Heinz kickt von über dem Sofa aus und dein Heinz immer auf den
00:59:20Wilhelm...
00:59:21Also ich weiß nicht, ich finde das nicht gut.
00:59:23Ich würde ihn abhängen.
00:59:24Mein Wilhelm abhängen, Elissi.
00:59:27Der hat was hinterlassen und nicht nur die Kinder.
00:59:29Naja, innerlich brauchst du ihn ja nie abzuhängen.
00:59:32Das kann ja oft jeder verstehen.
00:59:33Nein, wach?
00:59:34Nee, säg nicht ein.
00:59:35Die beiden werden sich schon vertragen, wach?
00:59:37Warmer Heinz.
00:59:38Wieso?
00:59:39Das ist der schönste Tag meines Lebens.
00:59:41Ja, ich kenn Tutchen länger als du.
00:59:44Ich kann dir sagen, die kann ich Maß halten.
00:59:47Oh, das muss ausgerechnet du mir sagen.
00:59:49Na ja, ich habe eben schlecht Nein sagen können in meinem Leben.
00:59:54Aber das war es ganz anders.
00:59:55Du Maß gehalten habe ich immer.
00:59:56Die Schule hast du anbehalten.
00:59:57Vielleicht.
00:59:59Hat er das jetzt gemacht?
01:00:01Lissi, du hast so viele glücklich gemacht.
01:00:04So?
01:00:04Nun, du darfst doch vielleicht erlauben, so ein Tänzchen zu bitten, ja?
01:00:08Ja.
01:00:10Ja?
01:00:11Vielleicht können wir auch nochmal auf ihrer Hochzeit tanzen.
01:00:14Ich glaube, bei Lissi ist der Haupt von den Malz verloren.
01:00:17Da hat sie zu viele mit Schmanzbildern erlebt.
01:00:26Ja, das ist sehr gut.
01:00:28Einen Moment.
01:00:29Nee, auf meiner Hochzeit wird nicht gepinkst, Lütze.
01:00:32Hier wird nur gefeiert.
01:00:33Er hofft sich einen neuen schönen Auftrag von dir.
01:00:36Für ein Denkmal für unsere Trude.
01:00:41Ja, liebe Zuschauer, das war die Geschichte, die uns Karsten, der Enkel von Frau Trude Maikatz, erzählte.
01:00:46Und nun wird er uns sicherlich zum Brautpaar führen.
01:00:48Na klar, kommen Sie.
01:00:50Liebe Frau Maikatz.
01:00:52Neukatz, wir haben als Familiennamen den Namen meines Mannes angenommen.
01:00:56Stimmt ja, daran muss man sich ja untergewöhnen.
01:00:59Liebes Brautpaar, gestatten Sie mir eine vielleicht etwas indiskrete Frage.
01:01:02Als Sie sich kennenlernten, war es da lieber auf den ersten Blick?
01:01:05Oh, je wisst doch.
01:01:07Na, das ist erstaunlich, aber.
01:01:07Ohne meinen Mann hätte ich das nie geschafft.
01:01:09Aber Trudchen, sag doch ruhig die Wahrheit.
01:01:11Warum sollen die Leute nicht wissen, dass ich zuerst die große Bremse war?
01:01:14Na und, hättest du nicht so gebremst, wäre er die zu voller Form aufgelaufen?
01:01:18Und näher gekommen wären wir uns auch nicht.
01:01:20Also war es lieber auf den ersten Blick.
01:01:23Ja, dann wünschen wir Ihnen, dass Sie im Hafen der Ehe, wie es so schön heißt, in Ruhe Ihren Anker
01:01:27werfen können.
01:01:28Was hör ich da? In Ruhe Anker werfen?
01:01:31Mann, alle Maschinen volle Kraft voraus.
01:01:33Brachliegende Reserven sind zu entwickeln, habe ich hier lesen.
01:01:36Ja, ja, völlig richtig.
01:01:37Sehen Sie? Deshalb geht es jetzt aufwärts.
01:01:40Wir steigen aufs Dach. Dort machen wir die Betonklötze zu einer Oase.
01:01:45Wir setzen Bäume, legen Rasen an.
01:01:47Bäume aufs Dach?
01:01:48Was? Rasen?
01:01:51Trude.
01:01:52Eine Schicht Torf, ein bisschen Mutter Erde, gibt ein prima Rasen.
01:01:55Aber Bäume aufs Dach?
01:01:57Das ist ganz einfach.
01:01:58Der Stamm aus Beton.
01:02:00Darauf drei übereinander liegende Kreise, wie eine Krone.
01:02:04Aus Blumenkästen.
01:02:06Und daran, wilder Wein oder Efeu, ich sag Ihnen, in dem Baum würden sich so ja die Affen wohl fühlen.
01:02:12Das ist ja interessant.
01:02:14Trude, geht das wieder von vorne los?
01:02:17Nee, et geht weiter, Heinz.
01:02:19Nur auf höherer Ebene, verstehst du?
01:02:21Ich verstehe. Auf den Dächern von Berlin wird's nun grün.
01:02:26Auf die Däscher von Berlin, auf die Däscher von Berlin, Mensch, da wird es nur grün.
01:02:36In der Strutsche's Bäume blühen, wir mit Kind und Kühe sehen, zu Mutter grün, zu Mutter grün.
01:02:44Auf die Däscher von Berlin, auf die Däscher von Berlin.
01:03:02Auf die Däscher von Berlin, auf die Däscher von Berlin, Mensch, da wird es nur grün.
01:03:11Wenn erst Rutsche's Bäume blühen, wir mit Kind und Kühe sehen, zu Mutter grün, zu Mutter grün.
01:03:21Auf die Däscher von Berlin, auf die Däscher von Berlin.
01:03:36Mensch, Trude, du bist doch die Schönste und die Größte.
01:03:40Du sagst es, Justa, und da kann dir keiner widersprechen.
01:03:44Drum sing ich mit Humor, ein Lied für jede Chor.
01:03:49Als Alt-Berliner Pflanze geh ich für meine Stadt, die so viel Schick und Grazie hat, aufs Janze, aufs Janze.
01:04:01Als Alt-Berliner Pflanze geh ich für meine Stadt, die so viel Schick und Grazie hat, aufs Janze, aufs Janze.
01:04:08Bravo! Bravo! Bravo!
01:04:11Vielen Dank.
01:04:46Vielen Dank.
01:05:21Vielen Dank.
01:05:50Vielen Dank.
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