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KurzfilmeTranskript
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00:01:36Ich bin mir sicher, dein Konzern wird dir gerne ein Ersatzgerät zur Verfügung stellen.
00:01:40Und bitte richte ihn aus, ein gut gekühlter Champagner duldet keinen Aufschluss.
00:01:47Wo fährst du mit mir hin?
00:01:49Ich frage mich gerade, ob es wohl ein imposanteres Beispiel für den Begriff der Belle Epoque gibt, als es braucht,
00:01:53Herr Gutbauer.
00:01:54Magst du es? Soll ich es dir kaufen?
00:01:56Oh, das klingt sehr verlockend. Ich hatte aber irgendwie etwas ganz anderes im Sinn.
00:02:03Warum bin ich nicht überrascht?
00:02:11Mein Name ist Johann Friedrich von Almen.
00:02:14Und auch wenn unsere heutige Geschichte mit einem betrüblichen Vorfall beginnt, freue ich mich, Sie begrüßen zu dürfen.
00:02:22Das Böse trägt Masken. Es verstellt sich. Es entgeht unserem Blick und es liegt in seiner Natur, dass man es
00:02:28nicht gleich erkennt.
00:02:29Vielen Dank.
00:02:41Aber was ist das Böse? Woher kommt es? Und können wir es jemals besiegen?
00:02:50Was ist das Böse? Und können wir es jemals besiegen?
00:03:14Vielen Dank.
00:03:27Cheers.
00:03:34Entschuldigung.
00:03:38Darf ich fragen, was Sie da machen?
00:03:59Eine Sekunde.
00:04:19Im Nachhinein fragte ich mich oft, was mich bewog, meiner zufälligen Beobachtung nachzugehen.
00:04:24Sollte dies doch mich und alle um mich herum in äußerste Gefahr bringen.
00:04:27Und doch zögerte ich in diesem Augenblick keine Sekunde.
00:04:30Es lag also wohl in meiner Natur.
00:04:40Ich frage mich gerade, ob nicht ein wenig Kaviar diesem 97er Schatuliskat zu seiner wahren Bestimmung verhelfen würde.
00:04:50Es gibt nur einen einzigen Weg, das herauszufinden.
00:04:54Ich beeile mich.
00:04:56Ich beeile mich.
00:05:00Ich beeile mich.
00:05:04Ich beeile mich.
00:05:11Ich beeile mich.
00:05:14Ich beeile mich.
00:05:16Ich beeile mich.
00:05:16Ich beeile mich.
00:05:18Ich beeile mich.
00:05:21Ich beeile mich.
00:05:21Ich beeile mich.
00:05:22Ich beeile mich.
00:05:23Ich beeile mich.
00:05:23Ich beeile mich.
00:05:24Ich beeile mich.
00:05:24Ich beeile mich.
00:05:25Ich beeile mich.
00:05:47Oh, Sie sind schon da.
00:05:52Ich nehme Ihnen das ab.
00:05:53Herzlichen Dank.
00:06:00Ich nehme Ihnen das ab.
00:06:02Ich nehme Sie.
00:06:03Ich habe sie nie.
00:06:04Also, ich habe sie.
00:06:05Ich habe sie.
00:06:06Ich habe sie.
00:06:33Ich habe sie.
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00:07:08Untertitelung des ZDF, 2020
00:07:48Untertitelung des ZDF, 2020
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00:08:23Untertitelung des ZDF, 2020
00:08:43Und da haben wir doch sicher die eine oder andere Idee
00:08:46Hat es uns denn je an Ideen gemangelt?
00:09:17Untertitelung des ZDF, 2020
00:09:24Weißt du was?
00:09:26Ich habe es seit Jahren nicht mehr so getanzt
00:09:28Jetzt kommt hier auf den richtigen Partner an
00:09:31Meinst du?
00:09:34Maria
00:09:36Ich habe es noch nie so ausgesprochen, aber
00:09:38Hast du dir je darüber Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn wir nicht nur zu zweit glücklich wären?
00:09:46Carlos
00:09:46Willst du ein Kind haben?
00:09:50Hier ist überall Polizei
00:09:52Lass uns schnell weitergehen
00:09:55Wir sind hier illegal
00:09:59Schau mal
00:10:01Da sind noch mehr Polizisten
00:10:02Maria vergisst das Kind
00:10:04Carlos
00:10:06Ich werde es nie vergessen
00:10:11Eine Passkontrolle
00:10:13Bleib hinter mir
00:10:15Wir treffen uns morgen an unserem Ort
00:10:17Jetzt musst du gleich losrennen
00:10:21Eine Unverschämtheit!
00:10:22Bitte bleiben Sie ruhig
00:10:24Nein, das bleibe ich gerade eben nicht
00:10:26Dies ist hier Zürich
00:10:27Hier leben Waffenhändler, Diktatoren, vor allem Bankier
00:10:30Sie haben nichts Besseres zu tun, als unbescholtene Bürger zu kontrollieren
00:10:33Ob Sie unbescholten sind, das sehen wir ja dann gleich
00:10:35Ja, das sehen Sie genau nicht
00:10:38Libertad um vorst du
00:10:39Ja, ja, ja
00:10:41Ja, ja, ja
00:10:42Ja, ja, ja
00:10:43Ja, ja, ja
00:10:44Ja, ja, ja
00:10:48Ja, ja, ja
00:11:07Arnie.
00:11:08Ach, du bist es.
00:11:22Polizei!
00:11:23Lass dich stehen!
00:11:24Halt!
00:11:25Stehen bleiben!
00:11:33Du hattest wirklich recht.
00:11:34Die spontanen Entschlüsse sind doch immer wieder die besten.
00:11:38Ja, lange Überlegungen führen doch meist nur in diese tristen Sackgassen namens einerseits und andererseits.
00:11:43Jedenfalls hast du deinem Ruf alle Ehre gemacht.
00:11:46Ein altes Prinzip von mir.
00:11:54Au revoir.
00:12:01Sie überlegen zu scherzen.
00:12:02Ich kann Ihnen versichern, dass unserem Haus bei einer Rechnung in Höhe von 3.800 Franken jeglicher Art von Humor
00:12:08fernlegt.
00:12:09Aber es ist doch allgemeine Usage, eine Rechnung auf dem Postweg zuzustellen.
00:12:12Das mag woanders durchaus so gehandhabt werden. Wir hier ziehen dir sofort die Begleichung vor.
00:12:16Kripo Zürich, wir würden gern mit dem Direktor sprechen.
00:12:19Moment.
00:12:21Gibt es ein Problem?
00:12:23So könnte man es nennen.
00:12:27Von Almen. Guten Tag.
00:12:37Sicher erkennen Sie sich.
00:12:41Heißt es nicht auch, erkenne dich selbst?
00:12:44Also?
00:12:46Ich war auf der Souveränat etwas Kaviar.
00:12:48Musste aber leider feststellen, dass Ihre Hotelküche nichts Akzeptables anzubieten hat.
00:12:53Ehrlich gesagt, zu meiner Enttäuschung.
00:12:54Ein gutes Haus sollte jederzeit auf die Wünsche seiner Gäste Rücksicht nehmen können.
00:12:58Ich danke Ihnen für diesen Hinweis und ich gebe das auch gerne an unsere Hotelküche weiter.
00:13:01Die Sie offenbar im vierten Obergeschoss vermutet haben.
00:13:04Ausgerechnet dem Stockwerk, in dem zur gleichen Zeit ein Diebstahl stattgefunden hat.
00:13:08Sollten Sie hier gerade eine Verdächtigung äußern, so kann ich Ihnen gerne eine Reihe von Bürgen nennen.
00:13:12Die bestätigen werden, dass der Name von Almen in Zürich einen tadellosen Ruf genießt.
00:13:21Verstehe ich Sie richtig, dass Sie gerade anbieten, die Polizei aus dem Spiel zu lassen?
00:13:26Täusche ich mich oder ist es möglich, dass Sie auf etwas ganz anderes hinaus wollen,
00:13:30als auf die Begleichung einer simplen Hotelrechnung?
00:13:34Das ist durchaus möglich, Herr von Almen.
00:13:41Sie sind also mit der Geschichte des Hauses vertraut?
00:13:44Selbstverständlich. Frau Gutbauers Vater war der Inhaber des Gutbauer Maschinenbaukonzerns.
00:13:49Nach seinem Tod erbte sie das fünftgrößte Schweizer Privatvermögen.
00:13:52Das viertgrößte, damals jedenfalls.
00:13:54Und dann machte ihr plötzliches Verschwinden weltweit Schlagzeilen.
00:13:57Es hieß immer, sie lebe in Übersee oder sei verstorben, aber wann war das noch gleich?
00:14:02In den 60ern etwa?
00:14:04In den 70ern.
00:14:06Aber Sie wissen ja, was verschwinden kann.
00:14:08Das kann auch wieder auftauchen.
00:14:10Frau Gutbauer, ein Herr von Almen möchte Sie gerne sprechen.
00:14:15Almen International Inquirers.
00:14:17Seine Firma spürt verschwundene Kunstwerke wieder auf.
00:14:20Aus welchem Grund, meine liebe Liebe Sheryl,
00:14:22sollte ich einem selbsternahnden Kunstdetektiv trauen,
00:14:26der noch dazu rein zufällig während eines Diebstahls in meinem Hotel übernachtet.
00:14:31Er war nicht alleine hier.
00:14:32Er war in Begleitung von Joel Hirt.
00:14:35Die Tochter von Klaus?
00:14:37Ja.
00:14:37In der Tat.
00:14:39Obwohl ich nicht unbedingt amüsiert bin,
00:14:41dass das Wort Diskretion in diesem Haus offenbar eher klein geschrieben wird.
00:14:44Autografie hat mich schon immer eher marginal interessiert.
00:14:48Ich schreibe und handle nach meinen eigenen Regeln.
00:14:51Selbstverständlich.
00:14:53Obwohl ein kluger Kopf einmal gesagt hat,
00:14:54wie will man recht haben, wenn man nicht recht schreiben kann.
00:14:56Sie wagen es, mich belehren zu wollen.
00:14:59Ich denke lediglich, dass jeder von uns noch ein wenig dazulernen kann, Frau Gutbauer.
00:15:04Das hindert mich eigentlich daran, die Polizei zu rufen.
00:15:07Das steht Ihnen absolut frei.
00:15:09Vielleicht findet Sie das Diebesgut ja in meinem Nessensier.
00:15:11Guten Tag.
00:15:11Diese Unterredung ist noch nicht beendet.
00:15:17Sie waren doch der Mann, der damals diese Gallee-Schein wiedergefunden hat.
00:15:23Die Libellen.
00:15:24Korrekt.
00:15:25Was nicht heißt, dass ich für jedermann tätig werde.
00:15:28Heißt es nicht, Sie haben diese Legenden um Bobel Nendin
00:15:32aus irgendeinem südamerikanischen Operettenstaat?
00:15:37Guatemala.
00:15:38Und er würde Wert darauf legen,
00:15:39dass es sich um eine parlamentarische Demokratie handelt.
00:15:42Was denken Sie, würde er sagen,
00:15:43wenn sich die Ausländerpolizei näher
00:15:46mit seinem Aufenthaltsstatus befassen würde?
00:15:53Also ich glaube nicht,
00:15:54dass dieser Diebstahl ohne Hilfe von jemandem
00:15:57aus meinem engsten Umfeld möglich war.
00:16:00Und deshalb werden Sie hier einziehen, Herr von Almen.
00:16:03Und Sie werden dieses Hotel nicht eher verlassen,
00:16:06bis ich wieder im Besitz meines Bildes bin.
00:16:09Sonst wird der liebe Diener in seine Heimat abgeschoben.
00:16:16Das Wort Freundschaft stammt von der alt-hochdeutschen Wurzel Fri und Ab,
00:16:20die so viel wie Verwandter gleichzeitig aber auch frei bedeutet.
00:16:24Mein Diener Carlos ahnte nicht,
00:16:25dass er der Grund für mich war,
00:16:26Frau Gutbauers Forderung nachzukommen.
00:16:28Und es lag selbstverständlich im Wesen der Freundschaft,
00:16:31dass er es auch nie erfahren sollte.
00:16:47Carlos und seine Geliebte waren allerdings links selber in den Fall verwickelt,
00:16:51was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste.
00:16:54Möglicherweise, weil eine lästige kleine Forderung der Finanzbehörden
00:16:57meine Aufmerksamkeit ablenkt.
00:16:59Nun freuen Sie sich doch,
00:17:00dass die eidgenössische Steuerverwaltung Sie nicht vergessen hat.
00:17:03Aber lieber sehr verehrter Herr Gruhwiller,
00:17:05das kann sich doch hier nur um ein Missverständnis handeln,
00:17:07das sich ganz schnell aufklären lässt.
00:17:08Das würde niemanden mehr freuen als mich, Herr von Almen.
00:17:11Allerdings haben wir in der Angelegenheit Rosa Diamant
00:17:13eine Überweisung in Höhe von 2,25 Millionen Schweizer Franken,
00:17:17die nicht als Einkünfte deklariert wurden.
00:17:20Ja, wie gesagt, Sie hören von uns.
00:17:21Das kann ich nur hoffen, Herr von Almen.
00:17:23Und je schneller, desto besser.
00:17:24Letztendlich geht es um Ihren Vorteil,
00:17:26denn solange diese Angelegenheit nicht geklärt ist,
00:17:29müssen wir leider Ihre Konten gesperrt halten.
00:17:31Verehrter Herr Gruhwiller,
00:17:32das mag vielleicht Ihre übliche Kundschaft beeindrucken,
00:17:34aber meiner Erfahrung nach ist das Wort Liquidität hoffenungslos überschätzt.
00:17:38Eine wunderbare Haltung, Herr von Almen.
00:17:40Ich hoffe wirklich, dass Sie recht haben.
00:17:43Was Herr von Almen damit sagen möchte,
00:17:45ist, dass er ein wenig Zeit braucht,
00:17:47um sich mit dieser Gelegenheit zu beschäftigen.
00:17:49Wie Sie sehen, stecken wir mitten in einem Umzug.
00:17:51Eine Maßnahme zur Reduzierung der Lebenshaltungskosten.
00:17:54Wie schon gesagt, je schneller, desto besser.
00:18:01Don John, das ist nicht gut.
00:18:03Es heißt, der Schweizer fürchtet nur zwei Dinge.
00:18:05Dass der Franken einbricht und die Finanzbehörden.
00:18:08Mein lieber Carlos, ich kann Sie absolut beruhigen.
00:18:10Das Schicksal scheint es einmal mehr gut mit uns zu meinen.
00:18:14Sagt Ihnen der Name Fontaine Latour etwas?
00:18:17Was? Fontaine Latour war ein französischer Maler des 19. Jahrhunderts.
00:18:22Er war Zeitgenosse der Impressionisten,
00:18:24pflegte aber seinen eigenen realistischen Stil
00:18:26und widersetze sich damit gewissermaßen dem Trend seiner Zeit.
00:18:29Manche meinen bis heute,
00:18:30dass er dem Geld einen höheren Stellenwert beigemessen hat als der Kunst.
00:18:33Was nicht unbedingt ein Fehler sein muss,
00:18:35speziell im Fall gesperrter Bankkonten.
00:18:39Tatsächlich perfektionierte er die Darstellung von Blumen.
00:18:42Ein Kritiker schrieb einmal über eines seiner Bilder,
00:18:44es zeige keine Lilie, sondern das Lilienhafte an sich.
00:18:48Da ist es, Carlos, sehen Sie?
00:18:51Die Dalien.
00:18:52Wundervoll.
00:18:54Man würde meinen, es handelt sich quasi um das Dalienhafte an sich.
00:18:57Sie sollten wissen,
00:18:58dass der Wert dieses Bildes um die 5 Millionen Dollar liegt.
00:19:02Könnte es trotz Ihrer Haltung zum Thema Liquidität sein,
00:19:05dass Ihre üblichen 10%-Finderlohnen einen gewissen Anreiz darstellen?
00:19:08Mein lieber Carlos,
00:19:10ich habe mich keineswegs nach diesem Auftrag gedrängt.
00:19:12Er wurde mir quasi aufoktroyiert.
00:19:14Und das wegen der Kleinigkeit einer unbezahlten Hotelrechnung.
00:19:17Apropos, es gäbe da einige finanzielle Verpflichtungen,
00:19:19die auf Ihre Erledigung drängen,
00:19:21aber mit Ihrem Vorschuss...
00:19:22Es gibt keinen Vorschuss.
00:19:27Dalia Gutbauer
00:19:28ist eine der reichsten Privatpersonen der Schweiz.
00:19:31Es wäre nicht angemessen gewesen,
00:19:32mit dir sofort über Geld zu reden.
00:19:35Lange Zeit war ein Fontan-la-Tour,
00:19:37sagen wir salopp eher, günstig zu haben.
00:19:39Bis es vor ein paar Jahren zu einer wahren Preisexplosion kam.
00:19:43Also ist ein solches Bild nicht leicht zu bekommen?
00:19:45Es sei denn, man stiehlt es.
00:19:47Frau Gutbauer ist davon überzeugt,
00:19:49dass jemand aus ihrem engsten Umfeld an den Diebstahl beteiligt ist.
00:19:52Und somit auch an dem Tod des Sicherheitsmannes.
00:19:55Ich werde für ein paar Tage in dieses Hotel ziehen
00:19:57und Sie auch, Carlos.
00:20:01Allerdings sollte niemand mitbekommen,
00:20:02dass wir zusammengehören.
00:20:04Und wer sollte sich um das Büro kümmern?
00:20:07Für einige Tage wird Frau Moreno das doch beschaffen.
00:20:13Ja, sicherlich.
00:20:14Sicherlich.
00:20:17Natürlich widerstrebte es mir,
00:20:19Carlos über den Umstand aufzuklären,
00:20:20dass ich von Frau Gutbauer schlicht erpresst worden war
00:20:22und dass ihr Druckmittel in seinem weiteren Verbleib
00:20:25in unserem schönen Land bestand.
00:20:26Jetzt kommt es.
00:20:45Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:20:59Und hatten Sie eine angenehme Anreise?
00:21:02Insofern eine Reise von 8000 Kilometern Luftlinie überhaupt angenehm sein kann, einen zufriedenstellende.
00:21:07Sehen Sie, meine Heimatstadt Bogotá ist ein halbes Erdenrund entfernt.
00:21:11Anders als es ist natürlich eine gewisse Erleichterung, in Privatjet zu reisen.
00:21:16Wäre es möglich, ein Zimmer in der vierten Etage zu bekommen? Ich verknüpfe sehr, sehr schöne Erinnerungen mit dieser Etage.
00:21:21Tja, da muss ich leider bedauern, die vierte ist bereits vollständig belegt.
00:21:25So, ich würde Sie dann noch um einen Pass bitten.
00:21:29Wir hatten verheerende Regelfälle vor einer Woche, nachdem es gewisser Masse runter und drüber ging.
00:21:35Daher besitze ich zurzeit leider nur dieses Übergangsdokument.
00:21:39Das ist kein Problem. Und dann bräuchte ich noch eine Kreditkarte, bitte.
00:21:45Madre de Dios, ist es denn hier bei Ihnen in Europa nicht allgemein üblich, eine Rechner auf den Postweg so
00:21:50zu stellen?
00:21:51Nicht in diesem Haus, nein.
00:21:54Verstehe, verstehe.
00:21:55Dann müsste ich Sie mit meinem Schwager, dem kolumbianischen Botschafter, verbinden,
00:21:59wenn ich ihm kurz erklären möchte, dass man einen Mitglied seiner Familie hier um Vorkasse bittet.
00:22:10Herzlich willkommen im Grand Hotel Guthubauer, Signor Dioprigon.
00:22:14Gracias.
00:22:15Ihr Gepäck bringen wir selbstverständlich aufs Zimmer.
00:22:20Guten Abend.
00:22:21Guten Abend.
00:22:25Wenn Ihre Karte von Kaviar spricht, griffen wir von Beluga, Sivruga oder Settra.
00:22:30Entschuldigung?
00:22:31Nun stammt der Störte, der die Eier legte, aus Russland, Europa oder Sibirien.
00:22:35Ich fürchte, ich muss mich erkundigen, Signor Dioprigon.
00:22:37Dann tun Sie das bitte.
00:22:42Ausgezeichnet, Carlos.
00:22:43Man würde kaum auf die Idee kommen, dass Sie nicht der Mann sind, für den Sie sich ausgeben.
00:22:46Ihr hattet einen einzigartigen Lehrmeister.
00:22:49Tatsächlich hatte ich einmal das seltene Vergnügen, weißen Kaviar probieren zu dürfen.
00:22:53Er stammt von Stören mit einer Pigmentstörung und gilt als das teuerste Lebensmittel der Welt.
00:22:57Das werde ich mir merken, Don John.
00:23:00Haben Sie übrigens von dem Mann gehört, der vorletzte Nacht in der Altstadt getötet wurde?
00:23:06Ja, das muss mir ein Werner sein.
00:23:07Ich gestehe auch, ich überflog zunächst in kleine Meldungen im Lokalteil.
00:23:10Sein Name ist Hardy Frey.
00:23:12Und das Interessante ist, er lebt sich hier in diesem Hotel.
00:23:15Und dieser Hardy Frey starb unmittelbar nach dem Diebstahl? Aber wieso?
00:23:18Ich fürchte, die Antwort auf diese Frage liegt im Zimmer des Toten.
00:23:22Ich habe nachgefragt, es ist Beluga.
00:23:24Ja, ich verstehe.
00:23:25Und Sie hätten nicht zufällig weißen Kaviar?
00:23:28Wie bitte?
00:23:29Ich beginne mich langsam ein wenig zu wundern.
00:23:32Dies ist doch ein Restaurant.
00:23:34Der weiße Kaviar stammt von Stören mit einer Pigmentstörung
00:23:37und gilt als das teuerste Lebensmittel der Welt.
00:23:40Entschuldigung.
00:23:44Zu viel?
00:23:53Darf ich stören?
00:23:54Zimmer 301.
00:23:55Mein Bettbesuch befindet sich in einem bejammernden Zustand.
00:23:59Auf dem Teppich unter der Kommode ist ein Fleck.
00:24:00Rotwein, Bratfett, ich weiß es nicht.
00:24:02Also entweder bringen Sie eine sofort wieder in Ordnung
00:24:04oder ich beschwere mich an einer höheren Stelle.
00:24:06Es tut mir leid.
00:24:07Ich kümmere mich drum.
00:24:08Ich kümmere mich drum.
00:24:38Bitte.
00:24:39Das Zimmer hat seitdem niemand mehr betrieben.
00:24:41Danke.
00:24:43Wir haben in der Zwischenzeit drei Tote.
00:24:46Ein Installateur, ihren Sicherheitschef und Herrn Frey.
00:24:52Ah, da ist ja mein Notizbuch.
00:24:57Selbst die Polizei lässt mal was liegen.
00:25:13Faszinierend.
00:25:14Ja, dieser Frey war ein Dieb, der immer wieder für Schlagzeilen sorgte.
00:25:17Er lebte in aller Welt, bis er vor etwa zehn Jahren ins Hotel einzog.
00:25:20Obwohl er völlig mittellos war.
00:25:22Und dann wäre dies noch her.
00:25:25Also wenn ich es richtig verstanden habe,
00:25:27so waren dieser Herr Frey und Frau Gutbauer damals ein Liebespaar.
00:25:31Ja, natürlich.
00:25:32Er war es, der damals die Darin für Sie gestohlen hat.
00:25:35Das gesuchte Diebesgut ist also seinerseits Diebesgut?
00:25:38Richtig.
00:25:38Könnte man so sagen.
00:25:39Es ist sogar sehr präzise, das zu sagen.
00:25:41Ach, Sie sind so freundlich, Don John.
00:25:42Und deshalb kann Sie auch nicht die Polizei einschalten,
00:25:44weil er das Bild gestohlen hat.
00:25:46Entschuldigung.
00:25:47Lege ich einen kleinen Gruß meiner Verlobten.
00:25:50Ja, mir ist durchaus klar,
00:25:52dass Sie und Frau Moreno sehr aneinander hängen.
00:25:54Aber wie die Perser sagen, auch das geht vorüber.
00:25:57Wir werden das bedenken, Don John.
00:25:59Also, das Bild war gewissermaßen ein Symbol Ihrer Liebe.
00:26:02Deshalb will Sie es um jeden Preis zurückkaufen.
00:26:05Sie denken, es ist etwas Persönliches?
00:26:07Das ganze Leben ist etwas Persönliches.
00:26:09Aber ein Dieb ist doch immer ein freier Geist,
00:26:10dem es unmöglich gefallen kann, derart abhängig zu sein.
00:26:13Sie denken...
00:26:13Ich denke, dass er das Bild ein zweites Mal gestohlen hat,
00:26:16um sich gewissermaßen freizukaufen.
00:26:17Und das konnte Frau Gutbauer nicht gefallen.
00:26:20Und jetzt ist unser lieber Herr Frey tot.
00:26:22Ich muss einige Arrangements treffen
00:26:24und bitte Sie mich, in einer Stunde vor dem Hotel abzuholen.
00:26:33Ein Bild mit Dahlien.
00:26:35Das, wie sich mehr und mehr erwies,
00:26:37gleich mehreren Menschen als Weg erschienen war,
00:26:39ihre eigene Vergänglichkeit zumindest ein Stück weit zu relativieren.
00:26:46Und um ein Haar also hätte der Begriff der Vergänglichkeit
00:26:49auch für mich höchst praktische Bedeutung bekommen.
00:26:53Aber offenbar war es noch nicht so weit.
00:26:55Oh la la.
00:26:56Mein Gott, Don John.
00:26:58Mein lieber Carlos,
00:26:58wir müssen nicht gleich die oberste Instanz bemühen.
00:27:02Es ist ja nichts passiert.
00:27:12Ihr Schweigen, mein lieber Carlos,
00:27:13ist geradezu ohrenbetäubend.
00:27:15Es steht mir einfach nicht zu Ihnen.
00:27:17Nein, nein.
00:27:18Ich halte das aus.
00:27:19Bitte.
00:27:21Auf die Gefahr hin,
00:27:22dass Sie mich einmal mehr der übergroßen Vorsicht beschuldigen,
00:27:24halten wir diesen kleinen Zwischenfall tatsächlich für einen Zufall.
00:27:27Ohne ein gewisses Risiko
00:27:28hätten weder die Ilias noch die Odyssee
00:27:29die letzten Jahrhunderte überdauert.
00:27:32Risiko ist gewissermaßen das Gewürz,
00:27:34das dem Gleichmaß der Dinge
00:27:35den Hauch der Ewigkeit verleiht, Carlos.
00:27:37Immerhin sind um dieser Darlehenwillen
00:27:39bereits drei Menschen getötet worden.
00:27:41Und wozu überhaupt dieser Aufzug?
00:27:44Ich statte jemanden einem Besuch ab.
00:27:47Mein Gastgeber erwartet einen
00:27:48exzentrischen französischen Kunstliebhaber.
00:27:58Don John,
00:27:59haben Sie nicht was vergessen?
00:28:02Sie wissen ja,
00:28:04es ist immer gut,
00:28:04einen Freund dabei zu haben.
00:28:10Wirklich, niemand weiß das besser als ich, Carlos.
00:28:19Danke.
00:28:23Wo darf ich Sie hinbringen?
00:28:27Erst mal nach Hause.
00:28:40Monsieur Elbao.
00:28:45Kommen Sie.
00:28:57Es ist erfreundlich von Ihnen,
00:28:58den ich mich noch zu dieser Spätniss
00:28:59und es zu empfangen, Monsieur Elbao.
00:29:01Oh, es ist meine beste Zeit.
00:29:03Jetzt fange ich an zu arbeiten.
00:29:05Merci.
00:29:06Man sagt ja nur,
00:29:07das, was wir bei der Nacht erschaffen,
00:29:09kann bei Tageslicht bestehen.
00:29:11Oh, hat das mein Landsmann,
00:29:12Monsieur La Rochefoucault, gesagt?
00:29:15Modigliani.
00:29:16Ah, oui.
00:29:17Und würden Sie mir wohl einen Gefallen tun?
00:29:19Oh, aber ich visiere,
00:29:20was kann ich für Sie tun?
00:29:21Sie können meine Nerven
00:29:22und vor allem meine Ohren schonen.
00:29:24Das ist der grauenhafteste französische Akzent,
00:29:27den ich jemals gehört habe.
00:29:29Nun,
00:29:31Sie scheinen ihm ein äußerst präzises Gehör zu verfügen.
00:29:34Vor allem kann ich das Echte
00:29:35vom Falschen unterscheiden.
00:29:38Allerdings lernte ich dies aus eigener,
00:29:40teils recht leidvoller Erfahrung.
00:29:43Es gab eine Zeit,
00:29:44in der ich davon träumte,
00:29:46selbst einer der Großen zu werden.
00:29:48Ich porträtierte erst meine Familie hier.
00:29:51Meine Eltern,
00:29:52meine Enkelinn,
00:29:53als kleines Mädchen.
00:29:55Aber bald musste ich erkennen,
00:29:56dass mein Talent
00:29:57nach aller Begabung nicht ausreichte.
00:30:00Und so entschied ich mich
00:30:01für den zweitbesten Weg.
00:30:04Cognac?
00:30:05Sehr gerne.
00:30:06Man könnte sagen,
00:30:07in diesen Mauern entsteht
00:30:09die Weltkunstgeschichte
00:30:10zum zweiten Mal.
00:30:11Und so bin ich irgendwie
00:30:14ein kleiner Teil davon.
00:30:16Nehmen Sie doch Platz.
00:30:18Secunde Felicitas est.
00:30:22Ich,
00:30:25ich spüre so,
00:30:28einen Teil dessen,
00:30:29der anderen in die Wiege gelegt wurde.
00:30:31Sie haben offenbar
00:30:32einen guten Weg gefunden,
00:30:33das Leben so zu akzeptieren,
00:30:34wie es ist.
00:30:37Ja,
00:30:38vielleicht.
00:30:40Sonté.
00:30:41Sonté?
00:30:49Très bien.
00:31:14Danke,
00:31:15dass du mich sofort angerufen hast.
00:31:16Ja.
00:31:18Ja.
00:31:19Ja.
00:31:19Ja.
00:31:19Ja.
00:31:35Ich wusste nicht,
00:31:36wohin dann.
00:31:37Dachte ich an Herrn Gregorio.
00:31:40Ja,
00:31:40hier bist du in Sicherheit.
00:31:42Ja.
00:31:43Ja.
00:31:52Sie suchen den Mann,
00:31:53der den Diebstahl der Dahlien
00:31:54beauftragt hat.
00:31:55Aber ich rate Ihnen dringend davon ab,
00:31:57ihm nahe zu kommen.
00:32:00Lassen Sie mich raten.
00:32:03Weil es sehr gefährlich ist.
00:32:06Weil wir uns nie mit Kräften messen sollen,
00:32:08die über uns stehen.
00:32:11Ich sage Ihnen was,
00:32:12Herr Erlbaum.
00:32:14Die großen Geschichten sind auch immer die Geschichte des Prometheus,
00:32:18der den Göttern das Feuer stahl.
00:32:22Wir nehmen den Kampf mit den Göttern auf
00:32:25und gewinnen.
00:32:28Aber wurde er nicht am Ende an den Felsen geschmiedet?
00:32:32Zugegeben.
00:32:33Aber seine Geschichte kennt die Menschheit bis heute.
00:32:37Und ist es nicht das, worum es im Grunde geht,
00:32:40dass man sich unser erinnert?
00:32:43Der Mann, den Sie suchen,
00:32:44kennt keinerlei Skrupel.
00:32:46Und drei Menschen sind bereits tot.
00:32:49Wollen Sie wirklich unbedingt der Nächste sein?
00:32:53Ich würde selbstverständlich versuchen,
00:32:55in diesem Fall eine Ausnahme zu bilden.
00:32:58Ich werde Ihnen keinen Namen nennen.
00:33:01Ich könnte Ihnen allerdings sagen,
00:33:02dass vor nicht allzu langer Zeit jemand,
00:33:05und ich meine jemand hier aus dieser Stadt,
00:33:08versucht hat,
00:33:09einen Fantan Natur bei einem renommierten Auktionshaus zu ersteigern.
00:33:12Trotz seiner finanziellen Möglichkeiten
00:33:14kam er nicht zum Zuge.
00:33:16Doch es handelt sich um einen Mann,
00:33:18der noch immer verstandener zu bekommen,
00:33:20was er will.
00:33:22Ich würde mich sehr wundern,
00:33:23wenn das diesmal nicht der Fall sein sollte.
00:33:31Wie es der Zufall wollte,
00:33:32eröffnete der Mann, den ich suchte,
00:33:33just an diesem Abend
00:33:34einen exklusiven Club in der Innenstadt.
00:33:37Weshalb ich beschloss,
00:33:38die Gelegenheit beim Schopf zu packen.
00:33:40Ich bin immer noch etwas überrascht, Joran.
00:33:42Seit wann interessiert dich etwas wie das hier?
00:33:45Es hieß, als Vera, wo im Sterben lag,
00:33:46ließ er die Fenster öffnen,
00:33:47um ein letztes Mal das Geräusch der Öffentlichkeit zu hören.
00:33:51Wie jemand, der im Sterben liegt,
00:33:52würdest du eigentlich gar nicht auf mich.
00:34:04Jojo?
00:34:05Dahlia!
00:34:07Hey!
00:34:10Dahlia Scheidegger,
00:34:12Johann Friedrich von Almen.
00:34:13Guten Abend.
00:34:14Sie sind doch der Mann,
00:34:15der damals die Libellen wiederbeschafft hat.
00:34:17Es ist immer schmeichelhaft,
00:34:19wenn einem sein Ruf vorauseilt.
00:34:20Das ist ehrlich gesagt
00:34:21nicht ganz der einzige Ruf,
00:34:22der Ihnen vorauseilt.
00:34:23Glauben Sie nichts davon?
00:34:25Sie spüren verschollene Kunst bergauf, oder?
00:34:27Ich entdecke sogar gelegentlich welche,
00:34:30und das an den überraschendsten Orten.
00:34:32Wobei ich eher zufällig dazu gekommen bin.
00:34:34Vielleicht denken Sie das nur.
00:34:36Psychoanalytisch gesehen,
00:34:37suchen Sie damit noch etwas,
00:34:39das Ihnen vergangene selige Momente
00:34:40wiedergeben könnte.
00:34:41Oh.
00:34:42Ich muss dich warnen, Johann.
00:34:44Dahlia ist eine der führenden
00:34:45Züricher Psychoanalytikerin.
00:34:48Dann katholiere ich.
00:35:06Ihre Klienten müssen es lieben,
00:35:08sich auf ihre Couch zu legen.
00:35:10Zu Beginn, ja.
00:35:11Später kann es dann
00:35:12durchaus verstörend sein.
00:35:14Zum Beispiel,
00:35:15wenn man sich plötzlich
00:35:16seiner Zwangshandlung
00:35:17anbewusst wird.
00:35:18Oh, da hätte ich sich
00:35:18eine ganze Palette anzubieten.
00:35:21Wobei ich sie eher
00:35:21als wohlüberlegte
00:35:22kleine Grillen bezeichnen würde.
00:35:24Schon muss man nicht mehr
00:35:24über sie nachdenken.
00:35:26Tatsächlich war es stets mein Prinzip,
00:35:27mich nicht in Kategorien
00:35:28einordnen zu lassen.
00:35:30Schon allein,
00:35:31um in jeder Situation
00:35:32den größtmöglichen
00:35:33Handlungsschwierraum zu haben.
00:35:34Und das funktioniert?
00:35:35Ja, im Allgemeinen recht gut.
00:35:37Oder, Jojo, was denkst du?
00:35:39Es funktioniert sogar
00:35:40ganz ausgezeichnet, leider.
00:35:42Hier bist du.
00:35:45Jojo?
00:35:47Alles gut?
00:35:48Mhm.
00:35:49Und Herr von Almen, richtig?
00:35:51Sie sind gut informiert.
00:35:53Wer kennt ihr nicht,
00:35:54den Mann, der damals
00:35:54diese Libellen gefunden hat?
00:35:56Herr Rebler,
00:35:57wie ich annehmen darf.
00:35:59Und wie ich höre,
00:36:00sind Sie wieder
00:36:00auf der Suche nach
00:36:01neuen Schätzen?
00:36:02Johann?
00:36:03Was weiß Tino,
00:36:04was wir nicht wissen?
00:36:06Du würdest staunen, Jojo.
00:36:11Auf ein Wort?
00:36:15Puh, ein Duell.
00:36:18Wie aufregend.
00:36:20Sollte ich nicht überleben.
00:36:22Es war mir eine Ehre,
00:36:23von Ihnen analysiert worden zu sein.
00:36:32Ich höre,
00:36:33Sie interessieren sich
00:36:34für Blumen?
00:36:36Wer täte das nicht?
00:36:37Da sollten Sie es
00:36:38unbedingt
00:36:38in einem Blumenladen versuchen.
00:36:39Ich fürchte,
00:36:39dass ich um diese Uhrzeit
00:36:40keinen mehr finde,
00:36:41der geöffnet hat.
00:36:43Es ist einfach so,
00:36:45wie Sie möglicherweise
00:36:46aus der Presse erfahren haben,
00:36:47strebe ich ein politisches Amt an.
00:36:48Das heißt,
00:36:49ich habe einen sehr
00:36:50langfristigen Plan.
00:36:52Ich fürchte,
00:36:53dass ich Sie an dieser Stelle
00:36:54an die imponderabilien
00:36:55der sozialistischen
00:36:56Marktwirtschaft erinnern muss.
00:36:57Da hatte man auch
00:36:58große Pläne.
00:36:59Aber die Historiker unter uns
00:37:01wissen ja,
00:37:01wie das endet.
00:37:04Sie wissen ja,
00:37:05Politik ist die Kunst
00:37:06des Möglichen.
00:37:07Und ein Teilaspekt davon
00:37:08besteht darin,
00:37:09sich politische Gegner
00:37:10vom Hals zu halten.
00:37:24Ich weiß nicht,
00:37:25ob es wirklich
00:37:25klug war, Donjon.
00:37:26Das weiß ich ebenso wenig.
00:37:28Aber ich konnte nicht anders.
00:37:30Schließlich stand sein Motiv
00:37:31nur wenige Meter neben uns.
00:37:35Sein Motiv?
00:37:36Carlos.
00:37:38Ihr Name ist Dahlia.
00:37:40Rippler hält sich
00:37:41für unglaublich originell.
00:37:42Aber er ist mittlerweile
00:37:42der zweite Mann auf dieser Welt,
00:37:44der dem Sprichwort Nomen
00:37:45ist um und zum Opfer fehlt,
00:37:46indem er seiner Freundin
00:37:47ein Bild schickt,
00:37:48das den gleichen Namen trägt.
00:37:48wie Sie.
00:37:50Aber dieser Mann
00:37:50ist doch nicht nur
00:37:51ein Klubbesitzer.
00:37:52Er gilt als kriminell
00:37:53aus der obersten Liga.
00:37:59Und er will in die Politik.
00:38:03Seine Erfahrung
00:38:04aus dem Bereich
00:38:05der Kriminalität
00:38:05könnte ihm dort
00:38:07durchaus behilflich sein.
00:38:08Aber sollte man denn
00:38:09einen solchen Mann
00:38:10mittels eines derartigen
00:38:11Frontalangriffs
00:38:12wirklich derart offen
00:38:13herausfordern?
00:38:14Man scheucht das Wild
00:38:15nicht auf,
00:38:16indem man leise ist.
00:38:20Man muss schon
00:38:20etwas Lärm machen.
00:38:27Von allem in weiß alles,
00:38:28kann alles
00:38:29und lässt es gern
00:38:30alle Welt wissen.
00:38:31Einer von diesen Typen,
00:38:32die schon zusammenzucken,
00:38:33wenn ihr Weißwein
00:38:33ein halbes Grad
00:38:34zu warm ist.
00:38:35Aber wie kommt er auf sich
00:38:36und was weiß er überhaupt?
00:38:37Er ist hinter den Dahlien her
00:38:38und macht sich an Dahlia ran.
00:38:40Direkt vor meinen Augen.
00:38:43Zweiter Warnschuss?
00:38:44Genau.
00:38:50Jean-Michel,
00:38:51guten Tag,
00:38:52wie geht's?
00:38:54Als ich davon sprach,
00:38:55das Wild aufzuscheuchen,
00:38:57hatte ich eben dies intendiert.
00:38:59Da mir aber jegliche Art
00:39:01von Grobheit
00:39:01schon immer wesensfremd war,
00:39:03mag ich die damit
00:39:04verbundene Gefahr
00:39:04für Leib und Leben
00:39:05unsträflich unterschätzt haben.
00:39:07Guten Abend, George.
00:39:11Ja, ich würde das wirklich
00:39:13sehr interessieren.
00:39:15Das ist genau das, was ich brauche.
00:39:19Entschuldigung, ich bin spät.
00:39:20Alles nimmt ein gutes Ende,
00:39:21für den er warten kann.
00:39:23Eine Sekunde noch.
00:39:24Ja, wir können in Singapur
00:39:26nächste Woche
00:39:26und es finalisieren.
00:39:29Ja, Yamamoto
00:39:30würde es auch.
00:39:32Aber ich muss das checken.
00:39:34Vielleicht können wir
00:39:35and talk about that in a...
00:39:36Excuse me, Miss Hilt,
00:39:37we'll need a while to check that.
00:39:38She'll be in touch.
00:39:43Das war ein 200 Millionen Franken-Deal.
00:39:46Oh, alles kommt und geht.
00:39:48Wusstest du,
00:39:49dass der französische Begriff
00:39:50quiche vom fränkisch-lothringischen Wort
00:39:52kichel abstammt,
00:39:53was so viele wie kuchen heißt?
00:39:55Gegenfrage.
00:39:56Hast du je darüber nachgedacht,
00:39:58was dich dazu bringt,
00:39:59deine Umwelt geradezu zwanghaft
00:40:00mit solchen Informationen zu versorgen?
00:40:03Tino?
00:40:06Hey, Jojo.
00:40:07Hallo.
00:40:08Grüß dich.
00:40:08Grüß dich.
00:40:12Und Herr von Almen,
00:40:14haben Sie neue,
00:40:15schöne Zitate für mich?
00:40:16Sie sind leider zu spät.
00:40:17Sie haben gerade
00:40:18einen großartigen Vortrag
00:40:19über Quiche verpasst.
00:40:21Wie spannend.
00:40:22Sie müssen schon damals
00:40:23auf dem Schulhof
00:40:24wirklich gefährlich gelebt haben.
00:40:26Leider hatte ich immer nur
00:40:27Privatlehrer.
00:40:28Da haben Sie einiges verpasst?
00:40:31Entschuldigung,
00:40:32meine Hausaufgabenpartner.
00:40:37Wenn ich nicht wüsste,
00:40:38dass er ein Mörder ist,
00:40:39könnte er mir fast leid tun.
00:40:40Tino ist gnadenlos,
00:40:42skrupellos,
00:40:42knallhart,
00:40:43aber doch kein Mörder.
00:40:45Ja.
00:40:45Und wenn doch?
00:40:47Könnte es sein,
00:40:47dass du in Bezug auf Rehblei
00:40:48deine Objektivität
00:40:49zu verlieren beginnst?
00:40:50Warum sollte ich?
00:40:51Weil er etwas hat,
00:40:52was du gern hättest vielleicht.
00:40:53Und ich spreche nicht
00:40:54von einem alten Ölgemälde.
00:40:57Tino Rieblei
00:40:58ist auf direktem Weg
00:40:59in die Schweizer Politik.
00:41:00Das ist einfach nicht
00:41:00der Zeitpunkt,
00:41:01wo er einen Mord begehen würde.
00:41:03Nur wegen irgendeines Bildes.
00:41:04Vielleicht nicht er,
00:41:05aber er hat sich ja
00:41:06gute Beziehungen, oder?
00:41:07Der Hirt-Konzern
00:41:08hat ihm gerade
00:41:08eine Immobilie verkauft,
00:41:10die er übrigens gleich
00:41:10wieder abreißen lässt,
00:41:11weil es ihm nur
00:41:12um die Lerke ging.
00:41:14Glaubst du im Ernst,
00:41:15wir machen Geschäfte
00:41:16mit Mördern?
00:41:18Es wäre durchaus
00:41:18ein guter Schweizer Tradition.
00:41:27Ich glaube,
00:41:28ich gönne mir noch
00:41:28einen kleinen Gang
00:41:29durch die Stadt.
00:41:30Wer weiß,
00:41:31wie oft das noch möglich ist.
00:41:33Kriegst du das?
00:41:33Es wird Herbst,
00:41:34bald schon Winter.
00:41:37Man sollte jede
00:41:37Gelegenheit nutzen.
00:41:39Das sollte man unbedingt.
00:41:43Allerdings ist da noch etwas
00:41:44und ich fürchte,
00:41:44es wird dir nicht gefallen.
00:41:47Ich brauche die Handynummer
00:41:48von deiner Freundin Dahlia.
00:41:50In ihrer Praxis
00:41:51wird nur der Anruf beantwortet.
00:41:53Du hast recht,
00:41:54es gefällt mir gar nicht.
00:41:56Wenn ich dir aber versichere,
00:41:57dass es rein geschäftlich ist,
00:42:02dann wäre ich endgültig sicher,
00:42:03dass du der unverschämteste Lügner bist,
00:42:05den ich je getroffen habe.
00:42:06Was aber allerdings
00:42:06ein Alleinstellungsmerkmal ist.
00:42:11Bist du sicher,
00:42:12dass du deinem Unterbewusstsein
00:42:13auf die Spur kommen willst?
00:42:15Es könnte dir nicht gefallen,
00:42:16was du findest.
00:42:17Ja, vielleicht,
00:42:18aber man sollte keine Möglichkeit auslassen,
00:42:21seinen Horizont zu erweitern.
00:42:22Wie sollte das bei dir
00:42:23denn überhaupt noch möglich sein?
00:42:25Um diese Frage zu beantworten,
00:42:26brauche ich eben diese Nummer.
00:42:27in der Nähe des Letters
00:43:08Oh, oh!
00:43:11Oh!
00:43:17Oh!
00:43:18Oh!
00:43:19Oh!
00:43:21Oh!
00:43:26Einmal mehr also hatte mich meine Sorglosigkeit in eine höchst unangenehme Lage gebracht.
00:43:31Und ich stellte mir die Frage, die jeden von uns betrifft.
00:43:34Was bleibt, wenn wir nicht mehr sind?
00:43:36Wenn alles, was wir sind und zu besitzen meinen, keine Bedeutung mehr hat.
00:43:40Wenn wir fallen.
00:43:45Aber andererseits heißt es ja auch, warum fallen wir?
00:43:59Ja.
00:44:15Ja, ganz verständlich.
00:44:19Don John?
00:44:21Wie fühlen Sie sich?
00:44:24Lassen Sie es mich so formulieren.
00:44:25Das ist eine Erfahrung, die ich äußerst ungern ein zweites Mal machen möchte.
00:44:32Haben wir denn nichts mehr von diesem Jahrgangs, Earl Grey?
00:44:35Reichlich.
00:44:35Doch man sagt, dass ein Tier aus den Wurzeln der afrikanischen Teufelskralle die Heilung von Entzündungen rapide beschleunigt.
00:44:42Und in diesem Fall sollte ich diesen galligen Beigeschmack willigend in Kauf nehmen.
00:44:46Ich habe mir erlaubt, mich im Hotel noch etwas umzuhören und ein wenig recherchiert.
00:44:51Vor einigen Jahren wurden hier von einer Firma die Sicherheitsanlagen installiert.
00:44:55Darunter auch die von Dahlia Gutbauer.
00:44:58Inhaber der Firma war ein Claude Tenz.
00:45:00Und wie es der Zufall will, der Neffe des toten Hadi frei.
00:45:03Das hieße also, dass er für Rebler den Diebstahl ausgeführt hat.
00:45:08Ich denke mir das so. Rebler will die Dahlia. Er lässt Tenz das Bild stehlen. Der gibt es seinem Onkel.
00:45:14Doch als der es Rebler übergibt, will dieser sich die Bezahlung sparen und gleichzeitig einen Zeugen beseitigen.
00:45:21Und keine 24 Stunden, nachdem sie auf der Bildfläche erscheinen, lässt er ihnen eine Warnung zukommen, dass es gefährlich ist,
00:45:28sich für die Dahlia zu interessieren.
00:45:32Wo ist dieser Tenz jetzt?
00:45:33Offenbar untergetaucht. Schließlich weiß er, dass er in Gefahr ist.
00:45:39Und dann ist da noch etwas.
00:45:41Mein lieber Carlos, ist da nicht immer noch etwas?
00:45:45Bevor Dahlia Scheidegger sich mit Tino Rebler liierte, war ihr Freund eben dieser Claude Tenz.
00:45:59Die junge und bezaubernde Dahlia Scheidegger also wurde zu einem immer zentraleren Teil unseres kleinen Puzzles.
00:46:06Plötzlich war sie der Schlüssel, um an das Bild zu gelangen.
00:46:08Ein Umstand, der, nun, wie ich zugeben muss, meine Objektivität im Folgenden getrübt haben mag.
00:46:17Ich muss verrückt sein.
00:46:20Wenn Tino mich hier mit Ihnen sieht...
00:46:22Ein angehender Politiker wird etwas Besseres zu tun haben, als seine Zeit am See zu vertrödeln.
00:46:26Jojo hat mich vor Ihnen gewarnt.
00:46:28Ich freue mich trotzdem, dass Sie hier sind.
00:46:32Was sagt Ihr psychoanalytischer Werkzeugkasten über mich?
00:46:37Zunächst einmal stehen Sie gerade demonstrativ zur Schau, dass Sie äußere Dinge interessanter finden als innere.
00:46:42Oh, zu diesem Boot bin ich rein zufällig gekommen.
00:46:44Wir sprechen in solchen Fällen von einer Unterdrückung der inneren Gefühlswelt zugunsten äußerer Objekte.
00:46:50Darüber hinaus sind Sie narzisstisch, grenzwertig eitel und lassen keine Gelegenheit aus,
00:46:54Ihren Mitmenschen mittels abwegiger Zitate an Ihrer ungeheuren Bildung teilhaben zu lassen.
00:47:02Wie der große Tennisspieler Evan Dendl einmal gesagt hat,
00:47:06Ich habe große Angst, in mich hineinzublicken.
00:47:10Weil der eben nicht sein könnte.
00:47:23Warum sind wir hier?
00:47:28Claude Tänzen.
00:47:29Sie sind ziemlich gut informiert.
00:47:33Ich war zwei Jahre mit Claude verlobt.
00:47:37Es war eine gute Zeit, aber letztlich war er mir doch zu sehr wehentund.
00:47:42Und dann haben Sie Tino Rebler kennengelernt?
00:47:47Ich weiß, dass das schwer zu glauben ist, aber er hat auch seine guten Seiten.
00:47:51Auch habe ich mir abgewöhnt, Lebensentscheidungen andere beurteilen zu wollen.
00:47:56Wenn zwei Menschen sich nicht immer will, bin dann ich, es ihnen ausreden zu wollen.
00:48:02Schön gesagt, Herr von Eib.
00:48:09Sie glauben, Claude ist in Gefahr, oder?
00:48:12Und ich glaube nicht, dass er dort, wo er sich gerade sicher fühlt, auch wirklich in Sicherheit ist.
00:48:23Wenn Sie ihm helfen wollen, sagen Sie mir, wo er sich versteckt.
00:48:27Aber ich habe eine Bedingung.
00:48:29Angesichts Ihres Beines habe ich mir erlaubt, Ihnen am Flughafen Lizza einen Porta-Service zu reservieren.
00:48:33Sie sollten also keinerlei Umstände haben.
00:48:35Zumindest nicht in der Reisefrage.
00:48:37Höre ich da zwischen den Zeilen Ihre übliche leise Skepsis heraus, mein lieber Carlos?
00:48:41Ich bin mir lediglich unsicher, ob dieser gewaltsame Vorfall, dessen Opfer Sie geworden sind,
00:48:46Ihre Objektivität nicht beeinträchtigt haben könnte.
00:48:49In welcher Form?
00:48:49Sie wollen zu einem Mann reisen, der ja um sein Leben fechten muss.
00:48:53Wie nehmen wir an, wird ein solcher Mann auf das Erscheinen eines Wildfremden reagieren?
00:48:57Darüber hinaus wollen Sie eine junge Frau mit auf die Reise nehmen, dessen Verlobte ein Mörder ist.
00:49:02Mein lieber Carlos, Sie wissen doch, dem kühnen Lächeln die Götter zu.
00:49:11Für den Fall, dass Sie es nicht tun sollten.
00:49:19Wie lange waren Sie da?
00:49:20Über eine Stunde.
00:49:22Es ist anscheinend viel zu besprechen.
00:49:30Was noch?
00:49:31Die beiden haben vor wenigen Minuten ein Flugzeug nach Frankreich bestiegen.
00:49:49Mit den auf den Kühnen?
00:50:09Und schon machen wir eine gemeinsame Reise. Es geht sich doch gut an mit uns.
00:50:14Träumen Sie ruhig weiter. Sie wissen ganz genau, dass Sie das Julio nie antun würden.
00:50:20Die Gino im Soveni.
00:50:23Bienvenue à l'Hôtel Graniere.
00:50:25Bonjour.
00:50:26Monsieur von Halmen?
00:50:27Oui, c'est bon.
00:50:28Votre clé, madame.
00:50:29Oui, merci.
00:50:31Monsieur, s'il vous plaît.
00:50:32Merci.
00:50:38A tout à l'heure.
00:50:45Oh.
00:51:01Ist alles in Ordnung?
00:51:03Falls Sie recht haben,
00:51:06erfahre ich hier,
00:51:07dass der Mann, mit dem ich lebe,
00:51:08ein Mörder ist.
00:51:12Eine Enttäuschung ist doch immer
00:51:13das Verschwinden einer Täuschung.
00:51:15Die Wahrheit kann etwas Befreiendes sein.
00:51:21Oder man steht mit leeren Händen da.
00:51:36Das ist ein Möller.
00:51:44Ja.
00:51:44Ja.
00:51:52Ja, von allem.
00:51:54So hat es ein rätselhaftes Schicksal bestimmt, ja.
00:51:58Ihnen ist schön klar, dass Sie jetzt tot sein könnten.
00:52:00Wir sollten uns dessen immer im Klaren sein, Herr Tentz.
00:52:05Du ganz besonders, Claude.
00:52:08Dalia.
00:52:12Schatz ist immer noch, mich zu überraschen.
00:52:15Es freut mich.
00:52:16Und deshalb bin ich nicht hier.
00:52:24Entschuldigung, haben Sie vielleicht diese Frau gesehen?
00:52:31Danke.
00:52:32Nunca, nunca, nunca, nunca lehamos visto.
00:52:35Ah, no, no, no, nunca lehamos visto.
00:52:37No, no, no, nunca lehamos visto.
00:52:38Nunca lehamos visto.
00:52:38Sí, los documentos.
00:52:45Oscar, los lejas un momento.
00:52:48Por favor.
00:52:48Gracias.
00:52:53Unter ist alles von der Polizei.
00:52:55Es ist nur eine Frage von der Zeit, bis die hier auftauchen.
00:53:08Carlos, du weißt, ich würde immer helfen, aber ich habe viele Leute hier, und sie brauchen meinen Schutz.
00:53:15Du kannst mich alle in Gefahr bringen, mich in einer Person.
00:53:18Es tut mir leid.
00:53:24Warte unten.
00:53:50Soll ich für immer so weiterleben?
00:53:52Auf der Flucht.
00:53:53Du musst vertrauen, Maria.
00:53:55Na, auf was denn?
00:53:58Don Johnny ist dabei, heil ist zur Regel.
00:54:04Wie ist es dazu gekommen, dass ein gebildeter, vielversprechender junger Mann, dem alle Möglichkeiten offen stehen, sich hier am Ende
00:54:10der Welt verstecken muss?
00:54:12Wenn ich das wüsste, wäre ich jetzt nicht hier.
00:54:14Mein Vater, mein Dämmrich, würde mich für schlauer halten als den Rest der Welt.
00:54:18Ich wollte einfach nicht auf ihn hören.
00:54:21Wahrscheinlich, weil ich dachte, ich wäre es wirklich.
00:54:22Das Privileg der Jugend.
00:54:24Die ist dann irgendwann vorbei.
00:54:29Claude.
00:54:32Was war mit dem Bild?
00:54:33Warum bist du hier gekommen?
00:54:34Warum bringst du uns alle in Gefahr?
00:54:36Weil ich wissen will, mit wem ich zusammen bin.
00:54:40Ich will ganz ehrlich zu Ihnen sein.
00:54:42Rebler wollte dieses Bild.
00:54:44Und er wollte es um jeden Preis.
00:54:46Ich habe von meinem Onkel nicht viel gelernt, außer wie man geschickt stiehlt.
00:54:50Genau das tat ich.
00:54:51Er wollte das Bild dann in dieser Nacht Rebler übergeben.
00:54:54Den Rest wissen Sie.
00:54:58Warum solltet ihr nur das getan haben?
00:55:00In dem Augenblick, in dem er in die Politik will?
00:55:03Was, wenn er nichts weiß von all dem, wenn einer seiner Menschen...
00:55:06Allee, hör auf zu träumen.
00:55:08Dein Supermann nimmt sich, was er will.
00:55:10Und Gnade Gott dem, der sich mir in den Weg stellt.
00:55:14Er geht damit allerdings ein großes Risiko ein.
00:55:17Nicht nur lässt er ein Bild stehlen, er zahlt nicht einmal dafür.
00:55:20Er zahlt auf seine Weise dafür.
00:55:22Seitdem bin ich hier.
00:55:23Aber Sie können nicht für immer hierbleiben.
00:55:25Er ist ja lebendig als tot, oder?
00:55:28Zweifellos.
00:55:30Aber was ist, wenn es einen Plan für die Lösung Ihres Problems gibt?
00:55:35Wie sollte dieser Plan aussehen?
00:56:00Wir müssen wahnsinnig sein.
00:56:02Das ist kein Plan.
00:56:04Das ist ein Himmelfahrtskommando.
00:56:05Das mag ja sein.
00:56:07Aber viel wesentlicher scheint mir, dass er funktionieren könnte.
00:56:11Mit Kompliment, Chef.
00:56:15Vernunft und Versuchung.
00:56:17Zwei Kräfte, die uns immer wieder für eine schwierige Wahl stellen.
00:56:20War es vernünftig, mit der Gefährtin eines Mörders zu reisen?
00:56:24Sicherlich nicht.
00:56:29Bonnui?
00:56:37Warum liebe ich einen Mann, der lieber tötet, als zu zahlen?
00:56:55Riebler ist schlau.
00:57:00Sein ganzes Leben beruht darauf, schwer durchschaubar zu sein.
00:57:07Aber wenn wir uns wirklich etwas sehr wünschen, dann...
00:57:11...dann schauen wir oft nicht so genau hin.
00:57:21Vielleicht wünsche ich mir ja jetzt etwas.
00:57:26Den Wünschen ist das oft so eine Sache.
00:57:30Aber wem sage ich das?
00:57:32Sie sagen, es ist eine Frau, die sich in der Wahl ihrer Partner offenbar nicht gerade durch besondere Menschenkenntnisse auszeichnet.
00:57:41Dann sollten Sie sich das nächste Mal absolut sicher sein.
00:57:46Wir alle müssen Entscheidungen treffen.
00:57:51Was ist denn schon eine Entscheidung?
00:57:55Der vorübergehende Siegel eines Persönlichkeitsanteils über einen anderen.
00:58:01...
00:58:04...
00:58:06Das war's.
00:58:57Die physische Auseinandersetzung war meine Sache nie.
00:58:59Es gibt meines Erachtens zivilisiertere und auch effektivere Wege des Disputs.
00:59:04Etwa ein gutes Argument oder das leichte Anheben einer Augenbraue.
00:59:54Das fühlt sich so eigenartig an.
01:00:03Ja, so ist der Tod immer.
01:00:06Ich habe vor einiger Zeit bei Szenica etwas Faszinierendes entdeckt.
01:00:11Die Römer sagten nicht sterben, sie sagten ad pluris ira, dorthin gehen, wo die meisten sind.
01:00:23Sie waren sich bewusst, dass die, die vor uns kamen und ohne die wir nicht wären, dass
01:00:29die bereits schon dort sind, wo wir erst hingehen und dass wir dort ruhen könnten und dass irgendetwas
01:00:38gut daran ist.
01:00:49Er wollte mich umbringen.
01:00:56Halten wir fest, ihr Freund Tino hat Heidi frei töten lassen.
01:00:59Und jetzt wollte er mich töten.
01:01:02Aber das wissen wir nicht.
01:01:06Oder vielleicht wollen Sie es einfach nicht wahrhaben.
01:01:10Sprich die Psychoanalyse nicht auf und verdrängen.
01:01:23Und, ist Ihre Reise zufriedenstellend verlaufen?
01:01:26Nun, nicht ganz ohne Zwischenfälle, aber am Ende doch erfolgreich.
01:01:30Allerdings ist mir ein kleines Missgeschick passiert.
01:01:32Ich muss einen meiner Ims-Manschettenknöpfe verlegt haben.
01:01:35Die aus der limitierten Auflage?
01:01:36Ja.
01:01:37Das ist höchst bedauerlich.
01:01:38Es gibt aber auch eine gute Nachricht.
01:01:39Und es freut mich zu hören.
01:01:40Wir werden die Dahlien bekommen.
01:01:43Und ich habe auch schon einen Plan.
01:01:45Folgendes.
01:01:56Zunächst legen Sie mir eine Rechnung aus einem Hotel in Frankreich vor,
01:02:00deren Höhe jedes Maß übersteigt.
01:02:03Und der die Inventarliste eines offenbar halb zerstörten Hotelzimmers
01:02:07sowie eines fehlenden historischen Teppichs beilegt.
01:02:10Und nun soll ich Ihnen 2,5 Millionen Franken anvertrauen,
01:02:14in der wagen Aussicht, dass Sie mit diesem Geld meine Dahlien zurückkaufen.
01:02:19Von einem Mann, dessen Identität Sie zwar zu kennen behaupten,
01:02:23mir aber nicht mitteilen möchten.
01:02:25Herr von allem, wie können wir denn davon ausgehen,
01:02:27dass dieser Herr Ihnen das Bild tatsächlich auch aushändigen wird?
01:02:31Nun sagen wir doch, wir werden ihm ein Angebot machen,
01:02:33das er nicht ablehnen kann.
01:02:34Ja, und Sie glauben darauf, wie Sie sich einlassen?
01:02:37Ich bin guter Dinge.
01:02:38Die Suggerierung von Alternativlosigkeiten
01:02:40hat sich ja in den letzten Jahren sogar in der Politik bewährt.
01:02:43Ich hoffe inständig, Sie sind annähernd so gut, wie Sie daherreden.
01:02:47Ich bin guter Dinge.
01:03:18Das Aufnahmegerät funktioniert, Herr Tentz?
01:03:22Ein Mann frei. Beten Sie für mich. Kann nicht schaden.
01:03:43Wie lange geht es schon, Herr Arnold?
01:03:45Eine Stunde, sieben Minuten.
01:03:55Da, der kommt.
01:04:03Voilà.
01:04:10Ich wusste, Sie schaffen das, mein lieber Tentz.
01:04:12Danke für die Blumen.
01:04:15Obwohl, das müssen ja eigentlich Sie sagen.
01:04:18Und Sie konnten ihm nichts entlocken, womit er erpressbar wäre?
01:04:22Plan B hat nicht funktioniert.
01:04:24Er hat den Rekorder sofort entdeckt.
01:04:26Im Hinweis er jetzt, dass wir es wissen und dass es Konsequenzen hätte, wenn mir was zustoßen würde.
01:04:37Als ich Sie kennenlernte, war ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, was ich von Ihnen halten sollte.
01:04:44Und ob ich Ihnen diese Aufgabe wirklich anvertrauen sollte.
01:04:49Es ist echt.
01:04:53Manchmal ist es eben genau richtig, kontraintuitiv zu handeln.
01:04:56Schließlich heißt es ja auch, dass...
01:04:59Ihre Abrechnung regeln Sie dann bitte mit Verteilfeld.
01:05:04Und mein Diener bleibt unbehändigt?
01:05:06Wenn die Daria gut war, hält ihr Wort.
01:05:08Leben Sie wohl.
01:05:30Was macht er hier?
01:05:36Hast du gestern hier einen Alarm aktiviert, bevor ich dich abgeholt habe?
01:05:39Tino, natürlich, ich hab...
01:05:40Alles gut.
01:05:41Mach dir keine Sorgen.
01:05:50Sie sagt, als Sie gestern Abend los ist, hing es noch da.
01:05:55Ich habe nichts damit zu tun.
01:05:58Das weißt du, Tino.
01:05:59Natürlich weiß ich das.
01:06:00Und mit Ihrem Freund Claude haben Sie keinerlei Kontakt.
01:06:07Wer immer es auch war, er ist übers Dach rein, durchs Oberlicht, hat vorher die Alarmanlage deaktiviert.
01:06:11So was garantiert nicht zum ersten Mal gemacht, ein Profi.
01:06:15Tens war letzter noch bei mir.
01:06:17Sein Besuch war etwas merkwürdig.
01:06:19Alman hat ihn kontaktiert und ihm ein hohes Angebot gemacht, wenn er ihm das Bild beschaffe.
01:06:23Stattdessen kommt er zu Ihnen.
01:06:25Stattdessen kommt er zu mir und warnt mich.
01:06:31Das hier habe ich auf dem Boden gefunden.
01:06:38Kannst du mir erklären, wie dieser Manschettenknopf in dein Apartment kommt?
01:06:48Mein lieber Carlos, nach dem tiefsten Süden Frankreichs würde man ihr Lied singen für diese großartige Bouillabaisse.
01:06:53Ich danke Ihnen, Don John, aber bitte sprechen Sie weiter.
01:06:58Und im Grunde war ich schon am Ende.
01:07:00Frau Gutbauer hat Ihre Darlehen, wir, unsere Provision und Herr Tens einen Teil davon.
01:07:06Der einzige Makel besteht darin, dass drei Morde ungesühnt bleiben werden.
01:07:10Aber bitte sind wir der Gerichtshof.
01:07:13Sie haben einen Mann erpresst, der drei Morde begangen hat?
01:07:16Ja, und nicht nur das, ich war sogar sehr erfolgreich damit.
01:07:19Dieser Mörder läuft weiterhin frei herum.
01:07:22Don John, das ist, das ist nicht gut.
01:07:26Jetzt übertreiben Sie aber, lieber Carlos. Freuen Sie sich doch mal.
01:07:28Es ist vorbei, verstehen Sie?
01:07:30Und wir? Wir haben gewonnen.
01:07:35Was ist los mit diesem Mann? Will er unbedingt sterben?
01:07:38Und ist er wirklich so dumm, hier einen seiner Manschettenknöpfe zu verlieren?
01:07:42Oder sollen wir genau das glauben?
01:07:44Er spielt ein Spiel mit ihm.
01:07:46Ja, weil er mir ganz sicher verliert.
01:07:49Was ist mit Verloren?
01:07:51Weiter wie vom Erdboden verschluckt.
01:07:56Sie sagt, er ist nie da unten angekommen.
01:07:58Ja, sicher. So wie sie nie zusammen mit allem dort war.
01:08:18Es liegt in der Natur der Mächte, des Guten und des Bösen, dass das Ringen zwischen ihnen wie das Pendel
01:08:23einer Uhr hin und her zu schwanken scheint.
01:08:26Doch nun war es ausgerechnet mein Freund Carlos, der für meine sträfliche Unterschätzung der Gefahr zahlen sollte.
01:08:38Was glauben Sie, Carlos könnte es bedeuten, wenn man von einem Restaurant träumt, das ausschließlich Bouillabaisse serviert?
01:08:46Carlos?
01:08:50Frau Moreno?
01:08:53Herr von Allmann.
01:08:55Wie schön, Sie wieder bei uns zu haben.
01:09:00Ist alles in Ordnung?
01:09:03Noch einmal.
01:09:05Carlos wollte zu Ihnen kommen, ist aber nicht gekommen.
01:09:08Genau.
01:09:09Und Sie kennen Carlos.
01:09:11Wenn er sagt, dass er kommt, dann kommt er.
01:09:13Das kann natürlich die verschiedensten Gründe haben.
01:09:15Nein.
01:09:16Es ist was passiert.
01:09:17Ich spüre es.
01:09:20Wissen Sie, Herr von Allmann.
01:09:22Mein Herz ist wie ein Zimmer, in dem zwei Menschen wohnen.
01:09:26Und jetzt bin ich allein da drin.
01:09:29Frau Moreno, ich wäre der Letzte, der die Gefühle einer Frau hinterfragen würde.
01:09:32Aber...
01:09:33Es ist was Schlimmes passiert.
01:09:35Ich weiß es.
01:09:38Entschuldigen Sie mich einen Moment.
01:09:48Ja?
01:09:50Rebler hier.
01:09:51Herr Rebler, was verschafft mir das für Gnügen?
01:09:53Wir haben etwas gemeinsam, Herr von Allmann.
01:09:56Wir beide vermissen etwas, beziehungsweise jemanden.
01:10:00Herr Rebler, ich hatte Sie bisher innerhalb gewisser Grenzen eigentlich für einen Ehrenmann gehalten.
01:10:04Und bis zu den zwei kleinen Anschlägen auf mein Leben.
01:10:07Falls es tatsächlich so etwas gab, dann kann es sich nur um den Fehler eines übereifrigen Mitarbeiters gehandelt haben.
01:10:13Aber es war doch ein faires Geschäft.
01:10:16Wenn mir etwas gestohlen wird, dann finde ich das eigentlich nicht besonders fair.
01:10:22Gestohlen?
01:10:23Dann sparen Sie uns doch den komödiantischen Teil.
01:10:25Sie haben 24 Stunden, dann habe ich mein Bild zurück.
01:10:29Und Sie haben wieder jemanden, der Ihnen Ihr Frühstücksei kocht.
01:10:33Andernfalls?
01:10:35Bitte.
01:10:37Zwingen Sie mich nicht, Ihnen den Tag zu vermiesen.
01:10:52War das Almen?
01:10:54Richtig.
01:10:55Das war der neue Freund.
01:10:57Das ist Unsinn, das weißt du.
01:10:59Wem sonst reist man kurz entschlossen nach Südfrankreich?
01:11:04Ich wollte wissen, ob Claude ein Mörder ist.
01:11:08Oder ich, oder?
01:11:12Ja.
01:11:13Oder auch du.
01:11:15Vielleicht ist das ja wirklich eine Berufskrankheit, immer unbedingt die Wahrheit wissen zu wollen.
01:11:22Womit drohst du ihn?
01:11:25Ich drohe ihn nicht.
01:11:27Ich versuche ihm lediglich ein wenig Gefühl für die Realität zu vermitteln.
01:11:49Korrigieren Sie mich, Herr von Almen.
01:11:52Sie möchten dieses Bild gar nicht.
01:11:54Sie bitten mich lediglich, es Ihnen auszuleihen.
01:11:57Ja, das ist richtig.
01:11:58Und ich verspreche Ihnen, dass Sie es unversehrt zurückbekommen.
01:12:03Frau Gutbauer, ich wäre nicht zu Ihnen gekommen, wenn ich das Leben meines Dieners auf dem Spiel stehen würde.
01:12:09Dieser Mann dient mir seit nunmehr 27 Jahren.
01:12:11Er hat zahllose Male sein Leben für mich aufs Spiel gesetzt.
01:12:14Aber er war noch nie in solch einer Gefahr wie jetzt.
01:12:20Hören Sie, das alles kann nur ein Missverständnis sein.
01:12:24Herr von Almen ist schon längst nicht mehr im Besitz dieses Bildes.
01:12:27Dann sollte er sich bemühen, es wieder zu beschaffen.
01:12:29Als Sie mir sagten, dass Sie ein gestohlenes Bild für 2,5 Millionen Franken zurückkaufen wollten,
01:12:36da habe ich daran gezweifelt, ob Sie wissen, mit wem Sie sich beeinflussen.
01:12:42Dieses Gebäude wird morgen Vormittag gesprengt werden.
01:12:46Und da möchten Sie sicher nicht mehr hier sein.
01:12:50Also ich an Ihrer Stelle wäre es nicht.
01:13:03Aber ohne das Bild ist Carlos verloren.
01:13:06Was, Frau Moreno?
01:13:08Aber das Schlimmste ist, dass diese Frau recht hat.
01:13:10Ich war vollkommen blauäugig in dieser Angelegenheit.
01:13:13Aber Sie haben doch gesagt, dass dieser Tänz das Bild von Riebler zurückgekauft hat.
01:13:17Dass Sie es selbst gesehen haben, wie er damit aus Rieblers Haus gekommen ist.
01:13:23Ja, ich fürchte, dass ich das gesehen habe, was ich sehen sollte.
01:13:33Tänz muss das Bild noch bevor ich mit ihm hierher kam, in der Tiefgarage deponiert haben.
01:13:41Und nachdem er Riebler aus Penthouse verlassen hat, nahm er es wieder an sich,
01:13:45damit ich den Eindruck gewinne, dass er das Bild von Riebler zurückbekommen hat.
01:13:50Voila.
01:13:52Herr von Almen, Sie sind nicht alleine schuld.
01:13:56Carlos wollte mir an diesem Morgen was zu essen bringen, weil ich mich versteckt gehalten habe.
01:14:04Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht folgen.
01:14:06In der Nacht, als Herr Frey getötet wurde,
01:14:13da habe ich seinen Mörder gesehen.
01:14:17Sie haben was.
01:14:23Und Sie würden ihn wieder erkennen?
01:14:31Das ist er nicht.
01:14:33Sicher.
01:14:35Der Mann war viel jünger.
01:14:37Und sehr schlank.
01:14:42Mein Gott, natürlich.
01:14:45Und er hat es mir direkt ins Gesicht gesagt.
01:14:48Ich habe von meinem Onkel nicht viel gelernt, außer wie man geschickt stiehlt.
01:14:51Genau das tat ich.
01:14:54Nein, ich glaube das nicht.
01:14:56Ich wollte es erst noch nicht glauben.
01:14:58Ich dachte, Tänz wäre ein kleiner Betrüger.
01:15:00Aber er ist viel mehr als das.
01:15:02Er stiehlt meinen Manschettenknopf,
01:15:03um ihn dann beim Diebstahl des Bildes in deinem Apartment zu hinterlassen.
01:15:07Jetzt denkt Riebler, ich bin der Dieb.
01:15:09Und er hat Carlos.
01:15:10Er würde ihn niemals wirklich töten.
01:15:12Sagt er das deine berühmte Menschenkenntnis?
01:15:19Wenn du recht hast, dann ist auch mein neuer Freund ein Mörder.
01:15:23Was sagt uns das eigentlich über mich?
01:15:25Daniela!
01:15:25Es geht jetzt nicht um dich oder um mich,
01:15:27sondern um das Leben eines unschuldigen Mannes.
01:15:34Ich wüsste vielleicht, wie ich ihn retten könnte,
01:15:36aber dazu müsste ich erst mal an Tänz herankommen.
01:15:39Das ist eine wilde Geschichte, auf die Sie sich da eingelassen haben, Herr von Almen.
01:15:44Hatte ich Sie nicht gewarnt, sich nicht mit gewissen Kräften messen zu wollen?
01:15:49Ja, und nützt es etwas, wenn ich Ihnen jetzt sage, Sie hatten recht?
01:15:52Das könnte immerhin meinem Ego schmeicheln.
01:15:55Ich hatte keine Wahl.
01:15:57Frau Gutbauer drohte damit, meinem Diener die Außenländerpolizei auf den Hals zu hetzen.
01:16:02Im Nachhinein wäre das die bessere Wahl gewesen.
01:16:04Ja.
01:16:05Ich sympathisiere ohne weiteres mit Ihnen und Ihrer Lage, Herr von Almen.
01:16:09Aber was Sie verlangen, ist absolut unmöglich.
01:16:13Eine Kopie der Dahlien herzustellen, die der Prüfung eines Gutachters standhält,
01:16:18würde mindestens einen Monat dauern.
01:16:20Ja, wie gesagt, ich habe genau zwei Stunden Zeit.
01:16:24Ja, dann kann Ihnen nur noch ein Wunder helfen.
01:16:27Wenn Diener ist ein gläubiger Mann, er würde jetzt sagen, es gibt Wunder.
01:16:34Ja, und da mag er durchaus Recht haben.
01:17:04Herr von Almen, in wenigen Minuten wäre die Frist abgelaufen.
01:17:10Sie kennen doch das Sprichwort. Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit.
01:17:14Ja, ich kenne noch eines.
01:17:22Ein leerer Topf am meisten klappert.
01:17:25Ein leerer Kopf am meisten plappert.
01:17:29Oh, das kannte ich noch gar nicht. Wie hübsch.
01:17:31Nicht wahr?
01:17:34Das Bild.
01:17:50Die Dahlien.
01:17:55Unwiderstehlich, nicht wahr?
01:17:58Und, war das nun so schwer?
01:18:00Bleibt immer nach Ihrer Gegenleistung.
01:18:01Und wie genau ist es Ihnen gelungen, Frau Gutbauer zu überzeugen, sich wieder von Ihren geliebten Dahlien zu trennen?
01:18:08Betrachten Sie es als Geschäftsgeheimnis von Almen International Enquiries.
01:18:14Das würde ich gerne tun.
01:18:16Allerdings könnte es noch eine ganz andere Erklärung geben, nicht wahr?
01:18:20Und die gibt es auch.
01:18:23Herr Tentz, wie schön.
01:18:25Sie sind wohl auf.
01:18:27Ich hatte mehrfach versucht, Sie telefonisch zu erreichen.
01:18:29Schön, dass Sie sich um meine Gesundheit Gedanken machen.
01:18:31Ich nehme an, dass Ihre Anwesenheit hier kein Zufall ist.
01:18:33Eine gute Bekannte hat mir verraten, dass Sie diese kleine Zusammenkunft hier planen.
01:18:36Ja, und da dachten Sie, ich komme auch.
01:18:40Tatsächlich habe ich darauf bestanden, denn Herr Tentz hat eine sehr interessante Theorie.
01:18:45Es ist mehr als das. Das ist ja, das sind nicht die Dahlien.
01:18:47Es ist nur eine gut gemachte Kopie.
01:18:49Oh, es wäre mir neu, dass Sie auch Kunstsachverständiger sind, Herr Tentz.
01:18:52Ich verstehe zumindest so viel von Kunst, um zu wissen, dass Frau Gutbauer Ihnen niemals dieses Bild gegeben hätte.
01:18:58Nun, wir scheinen also zwei divergierende Meinungen hier zu haben.
01:19:02Also bleibt mir nichts anderes übrig, als einen wirklichen Sachverständigen zur Rate zu ziehen,
01:19:07der jeden Augenblick auftauchen sollte.
01:19:13Ich hätte auch noch was von Ihnen.
01:19:27Sie sollten unbedingt besser auf Ihre Sachen aufpassen.
01:19:46Mein lieber, verehrter Carlos, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie unangenehm mir diese Situation ist.
01:19:52Zumal Sie mich eindringlich davor gewarnt haben, den von mir eingeschlagenen Weg zu gehen.
01:19:56Ich weiß, es stand mir im Grunde nicht zu. Allerdings...
01:19:59Nein, nein, nein, nein, nein, es gilt stets der Wahrheit ins Auge zu blicken.
01:20:03So unangenehm Sie auch im Einzelfall sein mag.
01:20:07Aber Sie waren im Recht und...
01:20:10Ja, ich war im Unrecht.
01:20:14Aber Sie haben doch einen Plan, oder?
01:20:24Carlos, ich möchte, dass Sie mir jetzt ganz genau zuhören.
01:20:30Ein Soldat des napoleonischen Heeres flog vor der feindlichen Armee.
01:20:35Er rannte auf einen Abgrund zu, sprang.
01:20:38Man konnte sich gerade noch mit einer Hand an einem Felsvorsprung festhalten.
01:20:43Über ihm der Feind.
01:20:45Unter ihm der Tod.
01:20:46Er wusste, er war verloren.
01:20:50Da entdeckte er über sich Erdbeeren.
01:20:54Er strickte seine Hand aus und griff nach der Frucht.
01:20:58Wie köstlich sie schmecken.
01:21:00Erdbeeren.
01:21:02Herr von Almen.
01:21:06Bekannt.
01:21:16Und wie fühlt man sich ein paar Sekunden vor seinem eigenen Todesurteil?
01:21:21Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, dass es von Vorteil sein kann,
01:21:23sich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst zu sein.
01:21:26Tatsächlich?
01:21:26Ja.
01:21:27Was ich irgendwie vergessen habe.
01:21:31Zweifellos echt.
01:21:41Sind Sie vollkommen sicher?
01:21:43Es ist ohne jeden Zweifel ein Fang der Natur.
01:21:46Nur ein wirklicher Meister kann dieses Bild gemalt haben.
01:21:57Oh, mi amor.
01:22:00Geht's dir gut?
01:22:01Ja, es geht mir gut.
01:22:02Kommen Sie, wir sollten schnellstens weg hier.
01:22:03Ich danke Gott dafür.
01:22:05Du musst Herrn von Almen danken.
01:22:07Danke, Herr von Almen.
01:22:08Ich bitte Sie, Frau Boriano.
01:22:09Wenn Carlos und ich ein Kind haben, dann werden wir ihm von einem großen Held erzielen.
01:22:19Am nächsten Tag erfuhr die Leserschaft der Neuen Züricher Zeitung von einem bedauerlichen Todesfall.
01:22:24Es handelte sich um die Leiche eines jungen Unternehmers namens Claude Tentz,
01:22:28dessen Unternehmungen allerdings offenbar keinen guten Ausgang genommen hatten
01:22:31und dessen Tod im Weiteren ungeklärt blieb.
01:22:35Doch schon bald darauf interessierte man sich bereits wieder für andere Dinge.
01:22:39Darf ich fragen, wie Sie in den Besitz dieses Prachtstücks gelangt sind?
01:22:42Das wäre dann eine längere Geschichte.
01:22:47Allerdings ist da eine bemerkenswerte Kleinigkeit.
01:22:52Die da wäre?
01:22:55Von der Natur pflegte seine Bilder stets rechts unten zu signieren.
01:22:59Eine Signatur hier auf der linken Seite ist zumindest äußerst ungewöhnlich.
01:23:03Jasmin.
01:23:23Zuerst rettest du mein Leben und dann das von Carlos.
01:23:28Wenn du nicht dafür gesorgt hättest...
01:23:30Oder wusstest du es?
01:23:34Ich habe es geahnt.
01:23:37Und ich hatte einmal das Privileg, sein Atelier besuchen zu dürfen.
01:23:40Meine Eltern und meine Enkelin als kleines Mädchen.
01:23:45Wo ich das Porträt einer jungen Dame sah.
01:23:49Lass mich sagen, dass deine Schönheit bereits vor vielen Jahren unvergleichlich war.
01:23:55Und dass nur ein Meister wie dein Großvater sie auf eine Leinwand bannen konnte.
01:24:02Du hast gesagt, beim nächsten Mal sollte ich mir sicher sein.
01:24:09Dann habe ich mich entschieden.
01:24:13Für Tino.
01:24:21Der vorübergehende Sieg eines Persönlichkeitsanteils über einen anderen.
01:24:26Du findest es falsch, oder?
01:24:34Ich wünsche dir von Herzen,
01:24:37dass du nicht irgendwann diejenige bist, die immer im Weg ist.
01:24:42Aber sollte dieser Tag kommen, solltest du wissen, dass ich da bin.
01:24:45...
01:24:48...
01:24:49...
01:24:59Musik
01:25:30Wie ist es eigentlich zu erklären, dass ich dich noch immer nicht zum Teufel geschickt habe?
01:25:34Das müssen wir deine Freundin Dalia fragen.
01:25:38Es wäre jedenfalls unbescheiden, wenn ich dir die Gründe nennen würde.
01:25:51Jojo.
01:26:08Ob sich das Kaviar-Angebot wohl verbessert hat?
01:26:12Drüben im Grand Hotel? Nun, es gibt einen einfachen Weg, dass er was zu finden.
01:26:22Musik
01:26:30Nun ist doch wieder alles gut ausgegangen, mein lieber Carlos.
01:26:34Sogar in Bezug auf unsere Finanzen.
01:26:36Was wieder einmal beweist, dass Sie zu ängstlich sind.
01:26:40Was werden wir jetzt machen?
01:26:43Wie gefällt Ihnen die Idee, den Tag mit einer Bouillabaisse und einem perfekt temperierten Sons sehr ausklingen zu lassen?
01:26:48Das ist eine ausgezeichnete Idee.
01:26:54Bis zum nächsten Mal.z
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