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Die wahnwitzige Jagd eines Weltallkapitäns nach einem Riesenkometen, dessen Strahl ihn einst geblendet hat. Vor Jahrzehnten hatte ihm Leviathan bei seinem Vorbeiflug an der Erde nicht nur sein …
Die wahnwitzige Jagd eines Weltallkapitäns nach einem Riesenkometen, dessen Strahl ihn einst geblendet hat. Vor Jahrzehnten hatte ihm Leviathan bei seinem Vorbeiflug an der Erde nicht nur sein …
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MusikTranskript
00:00:00Leviathan 99
00:00:02Ein Stereo-Hörspiel von Ray Bradbury
00:00:35Nennt mich Ismael
00:00:48Ismael, heute?
00:00:51Im Jahr 2099?
00:00:53Wenn seltsam neue Schiffe den Sternen entgegenfahren,
00:00:57statt unter ihnen zu segeln?
00:00:59Die Sterne angreifen, statt sie zu fürchten?
00:01:02Ein Name wie Ismael?
00:01:09Doch meine Eltern waren unter den Mutigen den Ersten,
00:01:12die zum Mars flogen.
00:01:13Dann verging ihnen der Mut.
00:01:15Krank vor Heimweh nach der Erde kehrten sie zurück.
00:01:18Auf jener Reise wurde ich gezeugt.
00:01:20Im Weltraum bin ich geboren.
00:01:29Ein Kind, das in solchen Öden die Welt erblickt,
00:01:32heimatlos zwischen Morgestern und Mittertag,
00:01:35braucht einen passenden Namen.
00:01:37Mein Vater kannte sich aus in der Heiligen Schrift
00:01:39und entsann sich eines anderen Verstoßenen,
00:01:42der lange Jahre vor Christus über tote Meere gezogen war.
00:01:53Und da ich bis zu dem Tag das einzige im Weltraum gezeugte,
00:01:57fleischgewordene und entbundene Kind war,
00:02:00wie hätte man mir einen besseren Namen finden können,
00:02:02als den, den mein Vater mir gab,
00:02:05in dem er Hand legte auf die dunkle Wärme,
00:02:07wo ich ruhelos versteckt lag in den Tagen vor meiner Geburt.
00:02:11Und so nannte er mich wirklich Ismael.
00:02:20Genau wie meine Freunde,
00:02:22wenn sie beim Spiel mit den Drachen
00:02:24oder den selbstgebauten Seglern in meinen Augen
00:02:26die Sterne aufsteigen
00:02:27und die Tiefen des Alls sich spiegeln sahen,
00:02:30dann freuten sie sich,
00:02:31dass ich den Namen des Wanderers trug,
00:02:33eines, der Gott in den Lüften des Weltalls sucht,
00:02:37eines, der sich seiner Bestimmung nicht zu entziehen vermag.
00:02:45Vor einigen Jahren beschloss ich, mich emporzuschwingen,
00:02:47um all die Windozeane zu sehen,
00:02:50die unsere Erde umspülen.
00:02:52Immer wenn der feuchte November in meine Seele einzieht,
00:02:55weiß ich, dass die Zeit gekommen ist,
00:02:57mich wieder zum Himmel zu erheben.
00:03:03Im Fluge liegt ein Zauber, der alle Menschen anzieht.
00:03:07Und wenn es ihn so packt,
00:03:09dann schwebt der Mensch zusammen mit dem Adler und dem Habicht,
00:03:12dem Feuerwind,
00:03:13und er versucht sich mit den wolkenlosen Winden,
00:03:16die über süße Grasmeere kreisen
00:03:18und über salzige Laubenmeere,
00:03:20bis er zuletzt das große Meer des Weltraumes vor sich sieht,
00:03:24mit seinen Billionen Sternen.
00:03:30So kam ich denn eines Sonnabends spät im Jahr 2099
00:03:35unter eigener Düsenkraft am Keb an,
00:03:39hing in der Luft,
00:03:40ein Vogel kaum Flüge geworden
00:03:42unter weit größeren Vögeln aus Feuer und Stahl
00:03:44und fühlte, wie sich in meiner Seele
00:03:47die Schleusentore zum riesigen, wartenden Universum auftaten.
00:04:13Dann stieg ich ab zur Stadt.
00:04:28Ich legte meine Flügel ab
00:04:30und setzte die Fahrt auf dem rollenden Gehsteig fort.
00:04:37In eine Festung?
00:04:39Eine Metallbaracke,
00:04:40Auffangplatz für müde Raumfahrer?
00:04:42Nein, in einen wunderschönen, programmierten,
00:04:45lautlos gelenkten, vollautomatischen Garten Eden.
00:04:48Eine Herberge für Raumfahrer
00:04:50muss ja schon halb draußen im äußeren Weltraum liegen.
00:04:56Sie ist eine Zwischenwelt.
00:04:58Eine Art Kapelle,
00:05:00wo in Männer kommen,
00:05:00um mit ihrer nackten Seele Zwiesprache zu halten,
00:05:03um ihren Muskelmagen umzustellen
00:05:05und ihre Glieder darauf einzurichten,
00:05:07auf der Streckfolter von Gravitation
00:05:08und Langstreckenfahrt gebrochen zu werden.
00:05:12Hier stehen die neuen Altäre,
00:05:14vor denen wir seltsam neue Rüstungen anlegen,
00:05:17uns salben
00:05:18und die gebührenden Kniefälle verrichten
00:05:20bis zu dem Tag, wo unsere Seele ruft
00:05:22Bereit zum Start!
00:05:27Ich melde mich an,
00:05:28indem ich die Hand auf eine Metallscheibe drücke,
00:05:30die den schweißigen Abdruck
00:05:33wie eine moderne Chiromantin
00:05:35hexenhaft entziffert,
00:05:37so meine Zukunft plant
00:05:38und mir automatisch einen Zimmergenossen zuweist.
00:05:42Erster Stock, Kabine 9.
00:05:46Name des Zimmergenossen?
00:05:47Quell!
00:05:50Na mal sehen, wie er aussieht.
00:05:56Der rollende Boden trägt mich an Robotermuseen vorüber,
00:06:00wo andere Raumfahrer
00:06:01mit ihrem mechanischen Plato
00:06:04oder Sokrates
00:06:07in Mittelmeersonne sitzen.
00:06:10In hundert fantastischen Schulräumen
00:06:13neuesten Stils
00:06:14lassen elektrisch gespeiste
00:06:16Delfische Orakel
00:06:17Roboter
00:06:17kompliziert wie Bienenkörbe
00:06:19Waben voller Wissen
00:06:21Weise wie die Namen, die sie tragen
00:06:23Schweizer
00:06:26Huxley Aristoteles
00:06:28geheime Magnetbänder
00:06:30durch ihre wohlgeölten
00:06:31mechanischen Köpfe laufen
00:06:32und geben Wahrheiten von sich
00:06:35für lauschende Narren,
00:06:36die gerne weise wären.
00:06:41Halt!
00:06:42Hier muss mein Zimmer sein.
00:06:45Mein Fingerabdruck
00:06:46auf dem Abtastschloss.
00:06:48Wenn nur mein Zimmergenosse
00:06:50sich nicht als riesige Spinne entpuppt.
00:06:52Ich gebe mir ja Mühe,
00:06:54Spinnen zu mögen,
00:06:55aber
00:06:56da,
00:06:57die Tür geht auf.
00:07:01Ich bin in meinem Zimmer.
00:07:04Da hinten im Bett
00:07:05am anderen Ende
00:07:06im Dunkeln
00:07:08eine verborgene Gestalt.
00:07:10Ein Fremder,
00:07:12dessen Größe, Gestalt
00:07:12und Farbe
00:07:13ich nicht ausmachen kann.
00:07:15Ich zittere.
00:07:17Vielleicht,
00:07:18weil ich fürchte,
00:07:19es ist wirklich...
00:07:23Eine Spinne?
00:07:24Was?
00:07:26Was?
00:07:28Keine Spinne.
00:07:30Nein.
00:07:32Kniff das Licht an.
00:07:37Na?
00:07:40Du sprichst ja,
00:07:42aber dein Mund bewegt sich nicht.
00:07:44Meine Gedanken bewegen sich.
00:07:47Du folgst ihnen mit deinen eigenen Gedanken.
00:07:50Das ist das erste Mal,
00:07:53dass ich einem Telepaten begegne.
00:07:55Und einem Kerl von drei Meter Länge.
00:07:58Ich fragte mich gerade,
00:07:59wo du deine Stelzen haben könntest.
00:08:03Mein Name ist Quelle.
00:08:07Ich komme von einem Inselplaneten
00:08:09im Weltraum
00:08:10viele Lichtjahre von hier entfernt.
00:08:13Eine grüne Welt genau wie deine,
00:08:15aber eine,
00:08:16wo Tiermenschen aufwachsen,
00:08:18die etwas aus der Art geschlagen sind.
00:08:20Aber nein.
00:08:22Ich lese deine Gedanken.
00:08:24Du findest,
00:08:25ich hätte zu viele Augen,
00:08:27zu viele Ohren,
00:08:28viel zu viele Finger,
00:08:29grünlicher Haut.
00:08:30Und ich?
00:08:31Ich habe nur zwei Augen,
00:08:33zwei Ohren,
00:08:34fünf Finger an jeder Hand.
00:08:35Und meine Haut wirkt weiß wie Käse neben deiner.
00:08:39Na, dann sind wir eben beide äußerst komisch.
00:08:43Und beide menschlich.
00:08:46Allerdings.
00:08:49Denn was ist menschlich?
00:08:52Größe?
00:08:53Gestalt?
00:08:55Hautfarbe?
00:08:56Nein.
00:08:58Eine Idee.
00:09:01Sich recht zu benehmen
00:09:02und als Geschöpfe der Sonne,
00:09:04die wir doch alle sind,
00:09:05anderen das Licht nicht zu rauben.
00:09:07Das ist menschlich.
00:09:11Und darum,
00:09:12wenn ich vielleicht auch zu viele Augen,
00:09:13zu viele Glieder,
00:09:14zu viele Finger
00:09:15und zu viele Jahre habe,
00:09:16sind wir trotzdem gleich.
00:09:19Also, Ismail,
00:09:21soll ich dir die Knochen zermalen
00:09:23und mein Brot daraus backen?
00:09:25Oder wollen wir Freunde sein?
00:09:28Freunde?
00:09:29Ja,
00:09:30Freunde, finde ich.
00:09:41Und wir wurden Freunde
00:09:43zwei schreckliche und großartige,
00:09:45hässliche und schöne Kinder der Natur.
00:09:48Denn was ist Natur?
00:09:50Gott in seinem Erstaunen.
00:09:52Gott, der sich immer wieder selbst erstaunt
00:09:54mit sonderbaren, fleischgewordenen Wundern.
00:09:56Und das Sonderbarste und Wunderlichste
00:09:58waren Ismail
00:09:59und Quell von den fernen Inseln
00:10:01im großen Andromeda-Nebel.
00:10:03Wir lebten zusammen,
00:10:04lernten zusammen
00:10:05und zogen endlich zusammen los,
00:10:07eine große Kiste und eine kleine,
00:10:09um unser Raumschiff zu suchen.
00:10:11Wie Blätter im Herbst
00:10:13flogen wir zusammen über Cape Florida.
00:10:26Und wir sahen von Ferne,
00:10:28wie die Raumschiffe in den Himmel stürzten,
00:10:31um in Sommersehen das Als zu versinken,
00:10:33bis der Wind die Narben ihrer Fährte
00:10:35rasch wieder heilte.
00:10:36Und unten auf ihren turmhohen Rampen
00:10:38standen die anderen Schiffe,
00:10:40die zu den Sternen auslaufen sollten.
00:10:44Gemini 97,
00:10:46Star Trek 3.
00:10:48Welches wird es sein, Quell?
00:10:50Such eines aus.
00:10:51Die Computer haben uns längst eines ausgesucht.
00:10:53Quell,
00:10:55tu wenigstens so.
00:10:56Tu, als hätten die Maschinen
00:10:57uns nicht restlos unter Kontrolle.
00:10:59Wie jung du bist.
00:11:01Also gut, wähl du.
00:11:03Jupiter 10,
00:11:05Apollo 8 und 8...
00:11:07Warte!
00:11:08Dort!
00:11:10Cetus 7?
00:11:12Cetus 7!
00:11:14Sollen wir hinfliegen?
00:11:15Können Sie uns anschauen?
00:11:16Ja, wir fliegen hin!
00:11:30Das größte Raumschiff,
00:11:32das je gebaut worden ist.
00:11:35Cetus.
00:11:36Meine Herren!
00:11:38Meine Herren!
00:11:39Ja?
00:11:40Freunde!
00:11:41Deine Freunde sind wir nicht.
00:11:43Du bist ein schneller Gedankenleser.
00:11:45Ist das euer Schiff?
00:11:46Unser Schiff, ja.
00:11:48Ihr steht am Rande des Abgrunds.
00:11:50Trete zurück!
00:11:51Geht nicht hin!
00:11:53Du, junger Mann da, hörst du?
00:11:55Kennst du den Kapitän dieses Raumschiffs?
00:11:57Nicht von Auge zu Auge.
00:11:58Auge zu Auge!
00:12:00Ja, du hast es getroffen.
00:12:02Denn wenn du ihm begegnest,
00:12:03blick ihm nicht in die Augen.
00:12:05Lass dich warnen.
00:12:05Er hat keine...
00:12:07Keine Augen?
00:12:08Er blindet?
00:12:09Nein!
00:12:11Nein!
00:12:11Er hat mit Blindheit geschlagen.
00:12:13Im Weltraum.
00:12:14Blind gebrannt vor Jahren.
00:12:17Seine Haut, sein Hirn, seine Seele.
00:12:19Alles ausgebrannt.
00:12:20Aber immer noch irgendwie zusammengehalten,
00:12:22lebte er weiter.
00:12:24Ihr habt es doch gewusst.
00:12:25Wie?
00:12:25Nein!
00:12:26Und wir haben genug von dir.
00:12:28Genug!
00:12:29Du hast meine Gedanken gelesen.
00:12:31Dann erzähl deinem Freund von eurem Kapitän.
00:12:34Was hat ihn blind gebrannt?
00:12:36Wo?
00:12:36Wann?
00:12:37Was war der dunkle Anlass?
00:12:39War er ein Priester des Weltraums,
00:12:40der Gott nachlief,
00:12:42bis Gott ihm sein Angesicht zeigte
00:12:43und ihn mit einem Schlag ins Dunkle stieß?
00:12:46Ist euer Kapitän aus einem Stück
00:12:48oder sieht man,
00:12:49wo sie ihn wieder zusammengenäht haben?
00:12:52Scheint Mitternacht noch immer durch die Löcher,
00:12:54die die Ärzte nicht flicken konnten.
00:12:56Ist er nur eine einzige große Narbe?
00:12:59War er ein Albino von Geburt an
00:13:01oder hatte es das Entsetzen,
00:13:03die Farbe aus ihm herausgetrieben
00:13:04und ihn ausgebleicht wie grässlich in Schnee?
00:13:09Findet es nur heraus
00:13:11und dann wendet euch weg.
00:13:13Die Zetus ist nicht das Raumschiff für euch.
00:13:15Nur für einen ist sie da,
00:13:18den Kapitän.
00:13:19Und der ist für immer verloren.
00:13:22Guten Morgen, Freunde.
00:13:23Was?
00:13:24Bleibt noch?
00:13:27Wie heißt du?
00:13:30Elias!
00:13:31Elias, das ist mein Name!
00:13:34Ich wünsche dir die Freude, die Freude, die Freude, die Freude, die Freude, die Freude, die Freude.
00:13:50Die drohende Verheißung des Elias
00:13:53verlor sich im gewaltigen Dröhnen des Raketenschiffs,
00:13:56das startklar gemacht wurde.
00:14:01Die letzten Vorräte von Abertausenden wurden an Bord geschafft.
00:14:08Ausrüstung eines Raumschiffs.
00:14:10Alle Entscheidungen, Milliarden über Milliarden für jede Reise, dem Elektronengehirn überlassen.
00:14:15Die Säuglingsflassen mit super homogenisierter Flüssignahrung für saubende Männer.
00:14:20Botanische Gärten, verstreute, kleine, dichtgepresste Dschungel,
00:14:23die verbrauchte Luft binden und gute mit Sauerstoff angereicherte abgeben.
00:14:27Ozeanische Gewässer in Schalen gefasst,
00:14:29wo Algen wachsen zur Belebung der Atmosphäre und als Salat.
00:14:33Schleudermaschinen, die den Schweiß der Raumfahrer in neuen, frischen Regen verwandeln,
00:14:37der wieder getrunken wird.
00:14:39Nicht das Vaterunser auf einen Nadelkopf geritzt,
00:14:42nein, ganze Bücher auf Nadeln gepresst,
00:14:44mit denen man die Risse in seiner vom Weltraum geschundenen Seele flicken kann.
00:14:54Seltsame Maschinen, seltsamere Menschen.
00:14:58Denn unsere halbe Mannschaft bestand aus launisch-grotesken Missgriffen der Natur,
00:15:02aus Gnomen und Zwergen nämlich.
00:15:05Wir waren Schusskinder in der Wiege des Weltraums.
00:15:08Halbe Größe, aber billig zum halben Preis.
00:15:10Denn auf jedes Punkt des Raumfahrers kommen tausende von Dollars für Sauerstoff,
00:15:14Proviant, Wasser, Unterkunft und Reifstoff.
00:15:16Ein guter Teil unseres Schiffs bestand so aus Spielzeugkabinen
00:15:20mit darin eingepferchten Spielzeugmenschen.
00:15:27Früher, da hatten Zwerge, Gnomen wie wir, ein kurzes Leben und schlechte Gesundheit.
00:15:32Aber jetzt hat man unsere Chromosomen in den Schraubstock gespannt
00:15:36und uns zum gesunden Genie im Westentaschenformat zusammengepresst.
00:15:39Und nun gehen wir 30-jährigen kleinen Kerle, frisch aus dem zellenreduzierten Leib geschlüpft,
00:15:46mit euch zwei Meter Riesen auf Reisen und machen aus dem Weltraum unsere unglaubliche Spielzeugschaft.
00:15:58So belebte sich denn die Cetus 7 mit Titanen und mit aufgeweckten Kindmännern,
00:16:03die in ihrem Schatten einherzottelten.
00:16:06Aber nicht einen Augenblick lang bekam auch nur einer von uns
00:16:10während all dieser geschäftigen Vorbereitungen blind oder sehend
00:16:13den angekündigten Kapitän unseres Schiffs zu Gesicht.
00:16:23Endlich stand die Cetus 7 startbereit.
00:16:27Unweit, auf den Sandflächen von Florida, erhob sich eine Kirche, ein ungeheurer Bau,
00:16:32der sich im Inneren als Nachbildung der tiefen Nacht mit ihren Millionen Sternen darbot.
00:16:38Kein Raumfahrer versäumte es, vor seiner langen Nacht im Weltraum dorthin zu gehen.
00:16:45Hierher kamen auch Quell und ich an einem regnerischen Sonntag.
00:16:51Wir suchten uns einen Weg zwischen leuchtenden Grabsteinplatten,
00:16:55die einem, wenn man sie berührte, flüsternd vom Schicksal toter Astronauten und ihrer Wandergräber erzählten.
00:17:01David Smith, verloren in der Nähe des Mars, Juli 2050.
00:17:08Treibende Gräber? Ja.
00:17:10Und wo besser begraben zu liegen als draußen im Meer unzähliger Sterne und ewiger Kälte.
00:17:14William Bowe, steuerlos hinter Jupiter, 2067.
00:17:20Diese Männer, für die der Raumanzug, Grab und Leichentuch ist, bleiben für immer jung.
00:17:25Samuel Peace.
00:17:27Kämst du zurück um die gleiche Mittagsstunde nach einer Milliarde von Jahren, was würdest du finden?
00:17:32Roger Hengsten, 2087.
00:17:36Steif gefroren, den vor Jahrmillionen verloren gegangenen jungen Mann, mit dem du beim Frühstück gesessen hast,
00:17:42von keinem Wurm berührt, von keinem Regen zersetzt.
00:17:45Henry Rogers.
00:17:46Ganz Sommerfleisch kreist er wie ein winziger Mond um die Sonne,
00:17:50bis das letzte Sandkorn durch das Stundenglas der Schöpfung geronnen ist.
00:17:54Douglas Amstead.
00:17:56Wer wünschte sich nicht ein solches Grab und solche Pflege, die nur das Weltall bieten kann?
00:18:02Manuel Rodriguez, verloren hinter Saturn, verloren, verloren, verloren, verloren.
00:18:18Auf der Kanzel, mitten in der Raumfahrerkapelle, stand ein Mann, der schon vor 100 Jahren gestorben war.
00:18:25Tod? Ja, aber er war ein so erstaunlicher Mensch gewesen, dass sie seine Seele konserviert hatten.
00:18:32Sie speicherten seine Stimme also auf Bändern, setzten jeden seiner Atemzüge und jede seiner Bewegungen in Stromkreise um
00:18:39und verpackten das Ganze in Plastik, Fleisch und Stahl.
00:18:44So stand Pater Ellery Korroth jetzt vor uns.
00:18:48Ein Roboter-Monstrum?
00:18:50Nein, die sanfte Quintessenz dieses Menschen.
00:18:56Ist Gott tot?
00:19:00Eine alte Frage heutzutage.
00:19:03Aber früher musste ich lachen, wenn ich sie hörte.
00:19:06Und ich antwortete, nein.
00:19:09Nicht tot, er schläft nur, bis ihr dummen Schwätzer den Mund haltet.
00:19:17Eine bessere Antwort wäre, seid ihr tot.
00:19:23Kreist das Blut in eurer Hand, greift eure Hand zur Metall und greift das Metall in den Weltraum hinaus.
00:19:32Kreisen wilde Gedanken von Flug und Weltenzug durch euer Fleisch.
00:19:37Sie tun es.
00:19:42Ihr lebt also, lebt er.
00:19:48Ihr seid die dünne Haut des Lebens auf einer fühllosen Erde.
00:19:55Ihr seid die wachsende Schneide Gottes, die sich im Hunger nach Raum offenbart.
00:20:01Gott, ein wie großer Teil Gottes, liegt lebenssprühend im Schlaf.
00:20:08Stoff ganzer Welten und Welten-Systeme, ihrer selbst noch unbewusst.
00:20:13Gott greift nach den Sternen.
00:20:16Ihr seid seine Hand.
00:20:18Als Schöpfung, die offenbart wird, zieht ihr auf Suche aus.
00:20:23Er sucht in eurer Suche sich selbst.
00:20:29Alles, was ihr unterwegs findet, wird daher heilig sein.
00:20:35In fernen Welten werdet ihr euresgleichen begegnen.
00:20:39Erschreckt und fremd und doch mit euch verwandt.
00:20:44Behandelt es mit Liebe.
00:20:49In welcher Gestalt auch immer.
00:20:52Das Gottgleiche ist euch gemein.
00:20:56Ihr Jonas im Bauch eines neuen metallenen Wals.
00:21:04Ihr Schwimmer im fernen Meer des Raums.
00:21:09Lästert nicht wieder euch selbst.
00:21:12Oder eure erschreckenden Brüder, denen ihr in fremden Welten begegnet.
00:21:17Versucht vielmehr, das Wunder zu begreifen.
00:21:24Das Wunder des Allens, der Zeit und des Lebens in den hohen Dachhaltungen
00:21:29und auf den verlorenen Brutplätzen der Ewigkeit.
00:21:34Wehe euch, wenn ihr nicht alles Leben hochheilig achtet.
00:21:42Besser ihr bliebet auf ewig im Bauche der Rakete eingeschlossen wie Jonah
00:21:47und würdet nie mehr ausgespiehen.
00:21:51Auf wessenes Land?
00:22:06Im Donner des Gewitters endete die Predigt.
00:22:10Der Donner einer Rakete echote den Sturm.
00:22:14Und plötzlich war da die Nacht vor unserem Sturz in die Tiefen des Weltraums.
00:22:20Quell und ich lagen schlaflos in unserer Koje
00:22:24und beobachteten am großen Himmelsfenster den nachlassenden Regen,
00:22:31hörten die sprechende Uhr die Stundenansagen.
00:22:43Quell, bist du wach?
00:22:48Halb.
00:22:51Meine andere Hälfte schläft gut.
00:22:54Wie machst du das nur?
00:22:58Das lässt sich nicht lernen.
00:23:02Bei deiner nächsten Geburt werden wir es einzurichten müssen.
00:23:06Der Teil von dir, der wach ist, was denkt er?
00:23:12An unseren Flug, an den Mann, der uns gewarnt hat.
00:23:18Elias, hast du ihm geglaubt?
00:23:23Dass der Kapitän blind ist?
00:23:26Ja.
00:23:28Dass er wahnsinnig ist.
00:23:31Das müssen wir erst feststellen.
00:23:35Aber dann ist es womöglich zu spät.
00:23:39Quell.
00:23:43Was?
00:23:45Schläfst du jetzt ganz?
00:23:51Es ist gut, mein Freund.
00:23:55Da liegst du nun, dein Körper hat die seltsame Farbe einer Welt,
00:23:59die ich nie sehen werde.
00:24:02Deine Haut, ganz tätowiert mit Zeichen aus dem Seepferdnebel,
00:24:07der Milchstraße, von Rieren,
00:24:12gebleicht von weißen Sonnen,
00:24:14verbrannt von Roten,
00:24:17kaltes Blut,
00:24:20aber ein warmes Herz.
00:24:23Dein Mund schweigt,
00:24:25aber deine Gedanken
00:24:26atmen Freundschaft,
00:24:28selbst noch im Schlafe.
00:24:32Gott sei gedankt für dich,
00:24:33Quell,
00:24:34in den kommenden Tagen.
00:24:35Dank.
00:24:36Dank.
00:24:47Dank.
00:24:51Startzeit Sonnenuntergang
00:24:537 Uhr 31
00:24:55Startzeit Sonnenuntergang
00:24:587 Uhr 31
00:25:03Bei Sonnenuntergang warteten wir von der Mannschaft an Bord des Raumschiffs.
00:25:08Und dann ging die Sonne noch einmal auf.
00:25:13Ich meine, der Rampenlift, ein einziger Mann darin,
00:25:16schoss durch die Dämmerung nach oben
00:25:17und ließ bei seinem raschen, steilen Aufstieg die Sonne,
00:25:20die eben unter die Erde gesunken war,
00:25:23noch einmal aufleuchten,
00:25:24für einen letzten Augenblick.
00:25:27So zurückgerufen,
00:25:29umspielte sie mit goldenem Licht diesen Mann,
00:25:32der da allein kam,
00:25:34ganz zuletzt.
00:25:36Aber,
00:25:37wenn auch die Sonne auf sein Gesicht fiel,
00:25:39er wusste und sah es nicht.
00:25:42Und wir?
00:25:44Wir hörten unseren Kapitän nur,
00:25:47als er die Plattform betrat.
00:25:53Wer ist der?
00:25:55Der Kapitän!
00:25:56Der Kapitän!
00:25:56Wer ist der?
00:25:57Psst!
00:25:59Er geht direkt zu seiner Kirchhüte.
00:26:02Was ist das?
00:26:04Er summt ja wie ein Roboter.
00:26:06Ach was, du Idiot!
00:26:07Der Miniatur-Radarschirm ist das,
00:26:09den er als Maske über den Augen trägt.
00:26:11Blind und doch nicht blind.
00:26:13Ein hübsches Maschinchen.
00:26:15Er hatte...
00:26:19An Bord!
00:26:21Alle Mann an Bord!
00:26:23Zur letzten Kontrolle und Abzählung bereit machen!
00:26:27Schneller!
00:26:29Der blinde Kapitän war wirklich unter uns.
00:26:34Unsichtbar zwar und eingeschlossen,
00:26:36aber doch.
00:26:39Wir lagen wie Spinnen
00:26:41in unseren stoßgedämpften Netzen
00:26:43und erwarteten den Feuerwind,
00:26:45der uns packen und in den Himmel schleudern sollte.
00:26:48Und wie er uns packte und schleuderte!
00:27:00Unter langgezogenem Aufheulen
00:27:03stiegen wir,
00:27:04bis unser Schrei plötzlich abbrach.
00:27:10Schweigen.
00:27:12Denn selbst die dröhnende Rakete,
00:27:15die auf der Erde die Seele zum Zerreißen bringt,
00:27:18zieht wenige Meilen in der Höhe,
00:27:20schweigend ihre Bahn.
00:27:23Geräuschlos setzt sie auf den Sternen auf,
00:27:26wie in Ehrfurcht vor dem großen Dom des Weltraums.
00:27:33Schiffs-Lockbuch
00:27:34Cetus 7
00:27:362. August 2099
00:27:40Land außer Sicht
00:27:45Seltsamer Ausdruck und doch wahr.
00:27:49Außer Sicht
00:27:50das gesegnete Land,
00:27:52die ganze Erde und alle dort,
00:27:53die wir lieben.
00:27:55Gesichter, Häuser, Bäume, Straßen,
00:27:57Städte, Wiesen und Meere.
00:28:00Alles versunken.
00:28:03Alle Längen,
00:28:04gerade Breiten,
00:28:05gerade Meridiane und Stunden,
00:28:06alle Nächte und Tage,
00:28:08alle Zeit,
00:28:10ja auch die Zeit,
00:28:12versunken.
00:28:15Kein Sonnenaufgang mehr,
00:28:17kein Lärm,
00:28:18kein Wind.
00:28:21Wie einsam.
00:28:25Quell!
00:28:27Werden wir die Rückkehr schaffen,
00:28:28die Erde wiedersehen?
00:28:31Ich lese Gedanken,
00:28:33mein Freund,
00:28:35nicht die Zukunft.
00:28:37Der Weltraum ist groß,
00:28:38ist gegründet, heißt es.
00:28:40Vielleicht ist unser Ende
00:28:42unser Anfang.
00:28:43Arbeitstrupp abtreten,
00:28:45im Laufschritt.
00:28:54Zehn Tage,
00:28:5620 Tage,
00:28:5940 Tage vergangen im Weltraum.
00:29:03Unser Ziel,
00:29:04ein Stern im Schwarm,
00:29:06um den womöglich ein Planet rollte,
00:29:08feucht und grün wie die Erde.
00:29:10Wir wussten es nicht,
00:29:11wir sollten es ja erkunden.
00:29:13So wie wir vorwärts kamen,
00:29:15mit Lichtgeschwindigkeit,
00:29:16186.000 Meilen pro Sekunde,
00:29:19konnten wir in zehn Jahren
00:29:20diese ferne Welt erreichen
00:29:22und wieder zurückkehren.
00:29:24Zehn Jahre.
00:29:263.650 Tage
00:29:29endloser Nachtreise.
00:29:32Arbeit allein konnte uns
00:29:34vor der Langeweile retten,
00:29:35die unmerklich zu Verblödung
00:29:37und Schwachsinn führt.
00:29:39Arbeit im chemischen Labor,
00:29:43Arbeit im kompakten
00:29:44Schungelsumpf,
00:29:45der uns um unser
00:29:47Kohlenmonoxid rotierend
00:29:48mit frischem Sauerstoff versorgte
00:29:50und grünen Salaten
00:29:51zum Mittagessen.
00:29:54Reparaturarbeit
00:29:54an der Schiffshaut,
00:29:55wenn Meteore sie einmal trafen.
00:29:59Meteoraufschlag!
00:30:00Im Laufschritt!
00:30:01Anzutöne,
00:30:01Abdichtung!
00:30:02Raub anzutöne anlegen!
00:30:03Deckung nehmen!
00:30:06Meteoraufschlag!
00:30:07Eine Arbeit,
00:30:08bei der wir in Sekundenschnelle
00:30:10den großen Plattenflick
00:30:11aufsetzen müssen,
00:30:12rasch bevor die Luft
00:30:13entweicht
00:30:13und uns tot zurücklässt.
00:30:16Arbeit.
00:30:18Arbeit.
00:30:23Und all die Tage hindurch
00:30:25blieb unser Kapitän
00:30:28unsichtbar
00:30:29in seiner Kajüte.
00:30:32Seine Befehle
00:30:33erreichten uns
00:30:33wie aus weiter Fern.
00:30:36Doch manchmal
00:30:37auf der Wache,
00:30:38frühmorgens,
00:30:40gegen drei,
00:30:42hörte ich den Kapitän
00:30:43im Liftschacht vorbeikommen.
00:30:46Es war wie ein Seufzen,
00:30:47ein lang hingezogenes
00:30:50Flüstern.
00:30:54Oder ich hörte ihn
00:30:56durch die Tür
00:30:56der Luftschleuse
00:30:57hinaustreten,
00:30:59allein,
00:31:01um dort Wache zu stehen
00:31:03vor dem gesamten Weltraum,
00:31:06in magnetischen Stiefeln
00:31:08umhergehen,
00:31:09auf dem knarrenden Leib
00:31:10unseres Schiffes
00:31:11unter den Sternen.
00:31:21Das ist er.
00:31:22Wieder jede Hunde
00:31:24Wache um die gleiche Zeit.
00:31:25Was macht er da draußen?
00:31:27Spielt Ball mit den Meteoren.
00:31:28Atmet das Infrarot ein
00:31:29und das Ultraviolett aus?
00:31:31Nein.
00:31:32Er traut unserem Radar nicht.
00:31:35Er glaubt,
00:31:36selbst blind
00:31:37sehe er besser.
00:31:38Aber was sucht er?
00:31:39Quell,
00:31:39du kannst deine Gedanken lesen.
00:31:41Was ist es?
00:31:42Mag sein,
00:31:42ich höre die Gedanken,
00:31:43Ismael.
00:31:45Aber der Mund des Kapitäns
00:31:46muss selbst für ihn sprechen.
00:31:48Wenn er findet,
00:31:49was er sucht,
00:31:49wird es uns sagen.
00:31:51Du liest seine Gedanken
00:31:52und was du siehst,
00:31:53gefällt dir nicht.
00:31:53Ich merke es deinem Gesicht an.
00:31:57Da geht er.
00:31:59Weiter, Kapitän,
00:32:00weiter.
00:32:00Halt Wache.
00:32:01Beschütze uns vor dem Weltall.
00:32:12Logbucheintragung.
00:32:1450 Tage von der Erde.
00:32:19Wir...
00:32:20Junger Mann.
00:32:21Zu Befehl, Mr. Redley.
00:32:23Nicht so nervös, Junge.
00:32:25Wissen Sie,
00:32:26dass Sie seit fünf Minuten
00:32:27die Türe da ansteuern?
00:32:29Dahinter
00:32:31ist der Kapitän, Sir.
00:32:33Und ich dachte,
00:32:3450 Tage,
00:32:35na, das ist doch allmählich lang
00:32:36genug, sich so einzusperren.
00:32:38Was für uns lang ist,
00:32:39ist kurz für ihn,
00:32:40mein Junge.
00:32:41Eine solche Einsamkeit
00:32:42würde mich wahnsinnig machen.
00:32:43So?
00:32:44Tja.
00:32:45Manche kosten den Wahnsinn
00:32:46ihr Leben lang aus,
00:32:47kauen ihn wieder,
00:32:48den Leckerbissen,
00:32:48Tag um Tag.
00:32:49Sie wüssten nichts,
00:32:50mit sich anzufangen,
00:32:51wenn Sie das nicht könnten,
00:32:52an Ihrem dünnen,
00:32:53grauen Schädel herumnagen.
00:32:55Aus allen Höhlungen,
00:32:56Schielen und Gaffen,
00:32:57sich über die Risse wundern,
00:32:58mit der Schuld herumspielen,
00:32:59das Wunder herausschmelzen.
00:33:01Ja, aber ist er denn je?
00:33:03Seine Seele hat mag genug,
00:33:05soll sie ihn nähren, Junge.
00:33:06Ich,
00:33:08ich muss an seine Tür klopfen.
00:33:10Versuchen Sie es nur,
00:33:11junger Mann.
00:33:14Nein,
00:33:14fester!
00:33:17So.
00:33:20Gibt er denn niemals Antwort?
00:33:23Wenn er wüsste,
00:33:25dass Gott hier draußen stünde,
00:33:26dann käme er vielleicht
00:33:27auf ein paar Worte herausgeschlendert.
00:33:29Aber Sie,
00:33:29mein Junge,
00:33:30oder ich?
00:33:32an Ihre Arbeit,
00:33:33junger Mann.
00:33:34An die Arbeit!
00:33:35Alle herhören!
00:33:36Alle herhören!
00:33:38Inspektion durch den Kapitän!
00:33:41Ademann heraustreten!
00:33:43Inspektion!
00:33:44Er kommt heraus!
00:33:46Der Kapitän!
00:33:47Nicht rumstehen, Idiot!
00:33:48Antreten!
00:34:13Mr. Redley!
00:34:14Alle Mann angetreten, Sir!
00:34:16Stimmt,
00:34:17alle Mann angetreten,
00:34:18und die Temperatur in der Kabine
00:34:20ist um ganze drei Grad gestiegen.
00:34:26Da haben wir einen,
00:34:29der glüht vor Jugend
00:34:31wie ein Hochofen.
00:34:33Der Name?
00:34:34Ismael Hanika Jones, Sir.
00:34:37Ah.
00:34:39Klingt das nicht nach der Wildnis
00:34:41der Blauen Appalachen?
00:34:42Oder den narbigen Hügeln Jerusalems?
00:34:46Also, Ismael,
00:34:48was siehst du,
00:34:50was siehst du,
00:34:50das ich nicht sehe?
00:34:52Was siehst du,
00:34:54das ich nicht sehe?
00:34:55Ich sah einen Mann von hohem Wuchs
00:34:59und hoch in Jahren,
00:35:01nicht alt,
00:35:02aber von der Haut des Alters
00:35:04überzogen,
00:35:06vollkraft,
00:35:08von Blitzen
00:35:09entkräftet.
00:35:10Sein Gesicht weiß,
00:35:12weiß, weiß das Haar,
00:35:13weiß die Hände,
00:35:14weiß die Uniform,
00:35:15alles Sand und Sonders
00:35:16geschnitten aus demselben Nichts.
00:35:21Das war unser blinder Kapitän,
00:35:23der uns den Sternen entgegenführte.
00:35:26Ich wusste,
00:35:27was ich hinter der dunklen elektrischen Brille,
00:35:29diesem mechanisierten Radar-Glühwurm entdecken würde,
00:35:32wenn ich sie ihm herunterrisse,
00:35:34Augen in der Farbe von geprägtem Silber,
00:35:37in der Farbe von Fischen,
00:35:39die in tiefer Nacht geboren,
00:35:41durchs Leben gezogen und gestorben waren.
00:35:45Weiß war der Mann,
00:35:47völlig weiß,
00:35:48dem Weiß seiner zu Tode entsetzten Seele entsprechend.
00:35:54Mir war,
00:35:55als hätte das All vor Jahren
00:35:57ein Blitzlicht aufschießen lassen.
00:35:59Gott blinzelte
00:36:00und bleichte den Kapitän
00:36:02zu dieser Farbe schlafloser Nächte
00:36:04und einsamen Grauens.
00:36:07Sein Herz schlug nicht eigentlich.
00:36:11In ewiger Panik
00:36:13lief es ab.
00:36:17Breitbeinig stand der Geist
00:36:19von Hamlets Vater
00:36:20über unserem Leben
00:36:22und atmete neue und neue
00:36:26Gespenster aus.
00:36:28Wie verläuft die Fahrt
00:36:30eines Schiffes im Weltraum, Leute?
00:36:32Mit geschlossenen Schotten
00:36:33und Sauerstoffanzügen parat, Sir.
00:36:36Gut gesagt.
00:36:38Und wie geht ihr mit einem Meteor um, Leute?
00:36:42Abdichten in fünf Sekunden
00:36:43und alle Mann gerettet, Sir.
00:36:45Weiter.
00:36:47Wie verspeist ihr einen glühenden Kometen
00:36:50in einem Stück, Leute?
00:36:56Keine Antwort?
00:36:57Wir haben noch
00:36:58keine Kometen
00:37:00auf der Speisekarte gehabt, Sir.
00:37:02Habt ihr nicht.
00:37:04Stimmt.
00:37:05Und muss man einen Kometen
00:37:06nicht erst schlachten, Kapitän,
00:37:07bevor man ihn verspeisen kann?
00:37:08Richtig?
00:37:10Sie treiben sich auch nicht
00:37:12zur Nachtzeit hier unten
00:37:13in unserem Teil des Weltraums herum.
00:37:17Und trotzdem...
00:37:19Ja, Sir?
00:37:21Sie kommen vorbei.
00:37:24Werf!
00:37:27Die Sternkarte hier.
00:37:31Sie mit ihren guten Augen sehen es.
00:37:34Aus der Gegend des Seepferdnebels
00:37:36strahlt unter Billionen von Lichtern
00:37:40ein besonderes Licht heraus.
00:37:44Selbst blind spüre ich
00:37:45seine gespenstische Anwesenheit.
00:37:48Da!
00:37:53Habe ich den Finger
00:37:55auf dem Marsch, Strom, Renly?
00:37:58Genau, Sir.
00:38:00Näher jetzt!
00:38:04So.
00:38:06Kein Meteor.
00:38:09Ein Mond.
00:38:12Eine Welt.
00:38:14Wer soll ihn denn nennen?
00:38:18Das ist ein Komet, Sir.
00:38:20Komet?
00:38:22Nein.
00:38:23Ein riesiger, geheimnisvoller Dunst
00:38:26über der Tiefe.
00:38:29Eine blasse Braut
00:38:30mit wehendem Schleier,
00:38:31die heimgekehrt ist
00:38:32und bei ihrem verlorenen,
00:38:34ruhelosen Bräutigam liegt.
00:38:36Ist sie nicht wunderhübsch, Leute?
00:38:39Ein Anblick
00:38:40der heiligen Schrecken einjagt?
00:38:44Kapitän?
00:38:46Ist das nicht der Komet,
00:38:48der vor 30 Jahren
00:38:49zum ersten Mal
00:38:50die Erde passiert hat?
00:38:52Leviathan.
00:38:53Lauter!
00:38:55Der Komet Leviathan,
00:38:56der größte aller Zeiten,
00:38:57der...
00:38:58Leviathan.
00:39:00Das große,
00:39:02fühllose Schrecknis.
00:39:04Rohes Kompositum
00:39:05des Weltalls,
00:39:06ausgestoßen
00:39:07mit seinem Schweif
00:39:08als leuchtender Albtraum.
00:39:09Jawohl!
00:39:11Leviathan.
00:39:12War es nicht Leviathan,
00:39:15Kapitän,
00:39:16der Ihnen das Augenlicht
00:39:18geraubt hat?
00:39:18Und mir
00:39:19größere Visionen
00:39:21schenkte?
00:39:23Ja,
00:39:25Leviathan.
00:39:27Ich habe ihn von nahe gesehen.
00:39:29Ich habe den Saum
00:39:30seines großen,
00:39:31billionenmeilen langen
00:39:32Brautschleiers berührt.
00:39:34Ich habe den gleißenden,
00:39:35im Weltall irrenden,
00:39:36schneigen Abgrund
00:39:37umkreist.
00:39:38Und da
00:39:38hat das jungfräuliche
00:39:40Weiß neidisch
00:39:41auf meinen liebenden Blick
00:39:43mir die Sicht gelöscht.
00:39:46Vor 30,
00:39:4930,
00:39:5130 Jahren.
00:39:53Ich sehe ihn noch
00:39:54die riesige,
00:39:55weiße, rasende
00:39:56Donnerwolke
00:39:57Gottes nachts
00:39:58in der Kolie
00:39:58vor meinem inneren Blick.
00:40:00So unerhört,
00:40:02seltsam,
00:40:03voll arktischer Wunder.
00:40:05Ich hetzte ihm nach.
00:40:06Ich bot ihm
00:40:07meine fiebernde Seele.
00:40:08Ein einziges Leuchten
00:40:09war sie.
00:40:13Er hat mich
00:40:14ausgelöscht
00:40:15wie eine Kerze.
00:40:17Aber jetzt
00:40:18reibe ich mir
00:40:20die Knochen,
00:40:20um mich neu
00:40:21zu entflammen.
00:40:22Denn,
00:40:24seht,
00:40:28Leviathan
00:40:29kommt wieder.
00:40:31Jetzt kehrt
00:40:33diese Lawine
00:40:33des Nichts zurück.
00:40:35Denn das ist es,
00:40:36was ich mit Rakete
00:40:37und Mannschaft
00:40:38im Weltraum suche.
00:40:39Wie ein Mann
00:40:40werden wir diesem
00:40:41leuchtenden Fallstern
00:40:42entgegenstürmen,
00:40:43dem Verderbenbringer,
00:40:44der jetzt selbst
00:40:45dem Verderben zukreist.
00:40:47Dieses
00:40:49Zyklopenauge,
00:40:49das so lange
00:40:50verschwunden blieb,
00:40:51verdient es.
00:40:51Ich werde die Hand
00:40:52heben,
00:40:53eure Hände,
00:40:54um zuzuschlagen.
00:40:58Was?
00:41:01Schweigen?
00:41:03Die Leute sind
00:41:04überwältigt,
00:41:05Sir.
00:41:06Recht so.
00:41:08Denn wir haben
00:41:09einen heiligen
00:41:10Auftrag.
00:41:12Keinen
00:41:12größeren
00:41:13wird die Menschheit
00:41:14jemals erleben.
00:41:15Und sollte unser
00:41:16Sand ewig
00:41:16durch ein Stunden
00:41:17Gas rinnen,
00:41:18so groß
00:41:19wie der Einbruch
00:41:19der Schöpfung
00:41:20auf den fernen
00:41:21Zentauern.
00:41:23Techniker,
00:41:25Alarm für die
00:41:25Abtaster.
00:41:26Wir warten
00:41:27nicht bequem
00:41:28auf Leviathans
00:41:29Kommen.
00:41:29Wir machen
00:41:29Jagd auf ihn.
00:41:31Ein langer,
00:41:32weißer,
00:41:33wandernder
00:41:33Leichenzug
00:41:34ist der Leute.
00:41:35Ein Licht,
00:41:35das andere
00:41:36Lichter auslöscht.
00:41:37Schicken wir es
00:41:38zum ewigen Schlaf,
00:41:40soll es
00:41:40seinen eigenen
00:41:40Tod feiern.
00:41:43Alles
00:41:43Alarm bereit.
00:41:44Wer ihn
00:41:45als Erster
00:41:46ausmacht,
00:41:47erhält die
00:41:47doppelte
00:41:48Heuer für die
00:41:48Reise.
00:41:49Mannschaft
00:41:49entlassen,
00:41:50weg.
00:41:51Treten!
00:42:09So, so.
00:42:11Na, wie?
00:42:11Ist das alles,
00:42:12was du zu sagen hast,
00:42:13Kleiner?
00:42:14Dass ein Zwerg
00:42:15wie ich auszieht,
00:42:16ein riesen
00:42:16wie Leviathan
00:42:17zu erschlagen,
00:42:18sowas kommt
00:42:18nicht alle Jahre vor.
00:42:19Du redest
00:42:20genau wie er.
00:42:21Und wenn uns
00:42:21über den Weg
00:42:22läuft,
00:42:22warum
00:42:23sich nicht
00:42:23mal mit
00:42:23einem Kometen
00:42:24einlassen
00:42:24auf eine Runde
00:42:25oder zwei?
00:42:26Du weißt ja
00:42:27nicht einmal,
00:42:27was ein Komet
00:42:28ist.
00:42:29Genau.
00:42:30Na, Ismail,
00:42:31was siehst du
00:42:31auf dem
00:42:32Mikrofilm?
00:43:01immer das
00:43:02herum vagabondierenden natur quäl was sagst du in den erzählungen meines volkes nennt man solche
00:43:11kometen pilgerfahrer weitgereiste gespenster quälgeister die das festheim suchen zusammen
00:43:19prall leuchtender träume die sich zum albtraum verdichtet haben du siehst unsere geschichte ist
00:43:27genauso reich an romantischem unsinn wie eure gut der kapitän hat seine gründe den kometen zu
00:43:33finden und wir unsere wir sind neugierig neugierig ja und voller angst
00:43:51kapitän
00:44:11ich schlafe nicht ich sterbe mein gott ich träumte ich stürzte in den weltraum hinab
00:44:19ewig unaufhaltsam
00:44:26haben sie träume redley nein sir glücklicher mensch
00:44:36was gibt's das logbuch zur unterschrift
00:44:49redley
00:44:51ich habe eine gute nase die jagd behakt ihnen nicht was wenn sie mit jagd unsere wahre
00:45:02aufgabe meinen sterne aufzeichen wilden erforschen
00:45:05nein das
00:45:07das hier meine ich
00:45:11was wissen sie vom kurs dunkler planeten und leuchtender kometen
00:45:17redley
00:45:18das müssen sie mich erst lehren sir
00:45:21das werde ich hier
00:45:25hier sind tausend sternkarten gedruckt erhaben und vertieft
00:45:31lesen sie blüten schrift lassen sie ihre hand darüber gleiten da folgen sie den
00:45:39wegen auf denen die verlorenen sonnen ziehen hier die bahnen der planeten und hier in der tiefe des als die
00:45:50riesige lange spur des hallaischen kometen des kometen des aristophanes und wer weiß des kometen der womöglich der stern von
00:46:02bethlehem war ein wunder zur feier eines anderen wunders
00:46:05hier sind die karten und die dunklen nächtlichen pläne aller rund reisen gottes all seiner verschlungenen wege seiner langen gedanken
00:46:17gott träumt freude und es entstehen grüne erden gott träumt qualen und kometen sprühen aus seinen augen und seinem mund
00:46:26und unter ihnen ist der furchtbarste auswurf
00:46:31reviatan
00:46:33im dreißigjährigen studium habe ich einen weg entdeckt ihn frontal zu begegnen unversehens sechs monate bevor er die erde streift
00:46:44wir ziehen also aus ihn zu überraschen
00:46:48überraschen
00:46:49Mr. Redley bleiben sie
00:46:55na
00:46:57einen kometen kann man nicht überraschen sir er lebt nicht und spürt nichts
00:47:01ich lebe ich spüre es
00:47:04und sie wollen die last ihres wissens irgendeinem großen herumzigeunernden kind aufbürgen einem zufallsgebilde des als das heimatlos in alle
00:47:11ewigkeit zwischen den welten herumstreuen
00:47:13nur weiter nur weiter
00:47:15tja falls wie Pater Korbers sagt das ganze all ein leib mit uns ist wenn alle welten sonnen und kreaturen
00:47:22einer ursache einem allumfassenden willen entsprungen sind dann ist dieses gespenst von dem sie sprechen dieser
00:47:27komet diese große masse mit ihrem unheils schweift tatsächlich nichts anderes als ein hauch aus dem munde gottes
00:47:34dagegen wollen sie sich stellen
00:47:36und wenn es mir die seele zerreißt und mich zu asche brennt ja
00:47:40es ist nur ein lebloses ding sir
00:47:42bloß chemische substanz aus chaos geboren und bald von diesem stern in seinem lauf angezogen bald von jenem mitgezerrt
00:47:49sie können seinen großen leichten puls so wenig anhalten wie den schlag ihres eigenen herzens
00:47:54aber wenn beide still stehen zugleich
00:47:58zählt dann nicht mein sieg über ihn so viel wie sein sieg über mich
00:48:02wenn der tod die waage ist wiegen der kleine mensch und der riesig dahin rasende zerstörer gleich schwer
00:48:08wenn sie ihn zerschlagen dann zerreißen sie auch ihr eigenes fleisch sir das gott ihnen gegeben hat
00:48:13dieses fleisch ändert mich
00:48:16wenn wirklich alles eines ist und gott sich in gesteinen im licht im dunkel in bewegung oder im fühlen des
00:48:24menschen offenbart
00:48:25wenn jener komet mir verschwistert ist und mit geschwelltem kamm vorbeizieht
00:48:29um meine hiobs gleiche geduld zu erproben
00:48:32war es dann nicht gottes lästerung was er zuerst an mir beging
00:48:37wenn ich gottes fleisch bin
00:48:39warum hat er mich niedergeschmettert mich geblendet
00:48:47nein
00:48:48nein
00:48:50das ding ist verstoßen und von übel
00:48:54seine riesige fratze hängt über der hölle
00:48:58hinter seinem leeren blick spüre ich den saft
00:49:02der die räder des albtraums ölt und den abgrund
00:49:07und ob ich ihn nehme als hassglühendes wesen
00:49:10als kannibalische menschenhai
00:49:12oder als gigantische weißblendende maske
00:49:15die unter die sterne geschleudert wurde
00:49:17den menschen zum schrecken
00:49:18um sie zu unmenschlichem
00:49:20zu mehr als leib und seele ertragen können zu treiben
00:49:23ich muss angreifen
00:49:30kommen sie mir nicht mit gottes lästerung mann
00:49:35er hat mich zuerst versucht
00:49:40ich will sein fleisch
00:49:44gott steh uns bei
00:49:46das tut er
00:49:48wenn wir aus seinem stoff sind
00:49:51als lebendige wesen
00:49:53dann stärken wir seinen arm
00:49:55der sich reckt diese
00:49:56lichtjahr bestie aufzuhalten
00:49:59wollen sie sich drücken
00:50:01vor dieser größten aller jagden
00:50:04sir
00:50:06ich bin gegen sie
00:50:07aber fürchten sie nicht mich
00:50:10seien sie vor sich selbst gewarnt
00:50:12nehmen sie sich vor sich selbst in acht
00:50:14alter mann
00:50:27wisst ihr wie eine rakete sich im weltraum nähert
00:50:31wie ein großer fisch
00:50:33so wälzt sie sich in schwellen subatomaren lebens
00:50:35kosmischer pfrillen sozusagen
00:50:37unterschwellig brodelnder und wühlender energie
00:50:39jenen winzigen korpuskeln in den ozeanen der erde
00:50:42den sprotten schwärmen vergleichbar
00:50:44die walfischen als nahrung dienen
00:50:47so nimmt eine rakete radiowellen zu sich
00:50:50lichtbündel kosmische strahlen und meteore
00:50:53sie verschlingt dieses wahnwitzige futter
00:50:55das unsichtbar auf den bodenlosen grund röhrt
00:51:00ewig hungrig
00:51:01so suchen wir im wimmern der töne unsere nahrung
00:51:10so stießen wir dabei durch zufall
00:51:13auf große geister aus vergangenen zeiten
00:51:16und dem äther anvertraute träume der erde
00:51:27kein ton heißt es geht je ganz verloren
00:51:32wir fingen in elektrischen wolken unversehrt auf
00:51:35aufgespeichert den wiederhall längst vergessener
00:51:37kriege und friedlicher sommer auf
00:51:58wir
00:51:59die german führer und chancellor
00:52:02und der britische prime minister
00:52:04haben wir heute ein weiteres meeting
00:52:07und haben wir
00:52:08in recognizing
00:52:10dass die question von anglo-germanen
00:52:13relations
00:52:13ist von der ersten
00:52:15importance
00:52:16für die zwei Länder
00:52:17und für die europäische
00:52:19nicht nur
00:52:22in meiner eigenen
00:52:24und selbst der italienische Regierung
00:52:27bin ich zwei bekommen
00:52:30von der vor allem
00:52:31in meiner eigenschaft
00:52:33als chef
00:52:35einer nationalen
00:52:36revolution
00:52:39kapitän
00:52:40radar post nummer eins
00:52:42er bitte geschwindigkeitsverringerung
00:52:44passiven soeben
00:52:45raumwolke mit rundfunkmaterial
00:52:47aus dem jahre 1938
00:52:48abdrehen
00:52:50radar eins
00:52:51aber kapitän
00:52:52abdrehen
00:52:56und so wandten wir uns ab
00:52:58von den ziellostreibenden stimmen
00:53:00die
00:53:01und dann
00:53:02wenige tage später
00:53:04und dann
00:53:05wenige tage später
00:53:07lauer alarm
00:53:08an die suchgeräte
00:53:18unfasslich
00:53:19großer gott was ist das
00:53:21ein alter mond
00:53:23ja
00:53:25aus unserem sonnensystem
00:53:27nein
00:53:27von einem anderen
00:53:30stern
00:53:31ja
00:53:32zufällig losgerissen
00:53:34zieht er einsam durch den
00:53:36weltraum
00:53:36bedeckt
00:53:37mit dörfern und städten
00:53:39alten gärten
00:53:41nicht zu glauben
00:53:43aber es ist so
00:53:44schrecklich schön
00:54:15seit wann glaubst du
00:54:16dieses raumschiff
00:54:17wieso
00:54:18habe ich befehl zur erkundung gegeben
00:54:20mein fehler kapitän zugegeben
00:54:22aber dieser mond
00:54:25uralt und wunderbar
00:54:26und unser auftrag auf solchen welten zu landen zu fotografieren aufzeichnungen zu machen
00:54:31ja
00:54:37war
00:54:40sehr
00:54:44und überaus seltsam
00:54:48früher
00:54:50da hätte ich vielleicht
00:54:54unsere aufgabe erwartet uns anderswo
00:54:57vorwärts
00:54:58weiter
00:55:06da zieht er hin
00:55:08quell
00:55:10dieser mond
00:55:12mit seinen unglaublichen städten
00:55:16so etwas
00:55:19werden wir nie wiedersehen
00:55:22vergangen
00:55:24vorbei
00:55:29wenn schon auf der erde
00:55:30der zwei schiffe sich auf ihrer fahrt so selten begegnen
00:55:33wie klein muss die chance sein
00:55:35dass der kurs zweier raumschiffe sich kreuzt auf dem billionenfach größeren meer des alls
00:55:40und doch
00:55:41manchmal begegnen sie sich
00:55:43Leitfall 1 ruft Cetus 7
00:55:45Leitfall ruft
00:55:46auf Heimreise nach zwölf Jahren Fahrt
00:55:49zurück von der Pyramidengruppe
00:55:51solltet
00:55:52sollen wir Aufenthalt einlegen Cetus
00:55:54Mannschaft austauschen
00:55:55ein Glas heben
00:55:55nichts haben
00:55:58verstehe ich euch richtig
00:56:00versteht mich wie ihr wollt
00:56:01bleibt uns verbleibt
00:56:02adieu
00:56:02und
00:56:07und
00:56:11und
00:56:12kaum den einen entkommen
00:56:13stießen wir auf ein anderes Raumschiff
00:56:16voll besetzt mit trauernden Männern
00:56:22Kapitän
00:56:23Kapitän der Rachel ruft Kapitän der Cetus
00:56:26habt ihr ein kleines Hilfsraketenboot gesichtet
00:56:30ein Raumsturm hat es mitgerissen
00:56:32wir peilten diesen Kometen an
00:56:35Kometen?
00:56:35welchen?
00:56:36Leviathan!
00:56:38Leviathan, ja!
00:56:41Meinem Sohn, oh Gott, ließ es keine Ruhe
00:56:44er fuhr im Raketenboot hinaus
00:56:46um den Schweif des Kometen abzusuchen
00:56:49jetzt suche ich ihn
00:56:51wollt ihr uns helfen?
00:56:52ich fall ihre Zeit, Sir
00:56:53ich habe verloren was für mich das Leben bedeutete
00:56:57ich werde euren Sohn zurückfordern
00:56:58Gott mit euch Kapitän der Rachel
00:57:00Gott vergebe euch Kapitän der Cetus
00:57:08die Rachel fiel zurück
00:57:10in Trauer um ihre verlorenen Kinder
00:57:12und wir gingen auf Kollisionskurs
00:57:15mit der Vernichtung
00:57:20das
00:57:22Sybille
00:57:23wozu die ganze Geheimnis
00:57:25dort
00:57:28habt ihr den Grund dafür
00:57:32der Kapitän
00:57:35wie da draußen unter den Sternen
00:57:36hätte auch nichts gegen eine kleine Promenade
00:57:39Mr. Smith, ich rede nicht von Spaziergängen
00:57:41zu verrückter Nachtseid
00:57:42ich rede von den Informationen
00:57:44die wir uns haben entgehen lassen
00:57:45von verlorenen Monden, die hinter uns liegen
00:57:47Aufgaben, die wir nicht erfüllt haben
00:57:49der Komet ist eine Aufgabe
00:57:51wir vermessen alles, was uns über den Weg kommt
00:57:53vermessen mit Wahnsinn?
00:57:54Mr. Radley
00:57:55Köln
00:57:56was jetzt, Mr. Radley
00:57:57Köln
00:57:58ich lese Gedanken
00:58:01ja
00:58:02ich will meine Gedanken mit euren vereinigen
00:58:06und mich im Geist nach draußen versetzen
00:58:09zum Kapitän
00:58:11mit ihm wache stehen
00:58:14jetzt
00:58:17jetzt
00:58:21ich zeichne meine Bahn
00:58:25quer durch das Weltall
00:58:29das All stößt nach und wischt die weiße Spur aus
00:58:34mit Meteorenstaub
00:58:37und schlimmer noch mit Leere
00:58:41sei's drum
00:58:43soll das nichts tun, was es vermag
00:58:47ich ziehe vorbei
00:58:50ich setze mein Zeichen
00:58:55Mr. Radley, das ist doch
00:58:56ich protestiere
00:58:57still Ruhe!
00:59:03alles weiß
00:59:06oder dunkel
00:59:09Nebel
00:59:10Sterne
00:59:12oder
00:59:13Nebel
00:59:14schwarz wie der Saft von Tintenfischen
00:59:17die sich eilig vom Rücken eines blinden Gottes gleiten lassen
00:59:22Licht
00:59:26Dunkelheit
00:59:28doch wir
00:59:29wie heftig ziehen wir das Erste vor
00:59:33wir Negerseelen dursten nach dem Weißen
00:59:37und doch
00:59:38ein Weiß wie dieses
00:59:40entsetzt uns
00:59:41denn war es nicht ein solches Weiß
00:59:44allgegenwärtig, das mich zur Panik trieb und blind gemacht hat
00:59:48es hätte mir die Seele ausgelöscht
00:59:52wäre sie nicht sicher wegverstaut gewesen
00:59:55zwischen Albträumen und Bedrängnissen
01:00:00Ich
01:00:01ich habe die harten Krusten meiner Dunkelheit gekaut
01:00:07der Zeitenkreislauf ausgeharrt
01:00:12bis dass er dich zurück noch einmal brächte
01:00:17du fernes Weiß
01:00:22Bleichkreisen des Schreckens meiner Tage tritt vor
01:00:25diesmal weich ich nicht
01:00:28mein Weg ist jenseits aller Schwerkraft
01:00:31abgesteckt
01:00:33wie die Welten die um die Sonne wirbeln
01:00:36hat meine Seele ihre feste Bahn
01:00:41blind schmerzt der Leib mich statt des Auges
01:00:44jetzt blende ich dich
01:00:48der mich ins Dunkel stieß
01:00:51jetzt wird dein Schleier dein eigenes Leichentuch
01:00:55aus seinen Fasern
01:00:57binde ich den Strick dich zu erdrosseln
01:01:02aus dem
01:01:05und dein Leben
01:01:10zu dem
01:01:13Leute!
01:01:18das ist ungesetzlich Mr. Radley
01:01:20unerhört sucht
01:01:21dein unerhörter Gefahr der Kapitän bricht ein höheres Gesetz
01:01:23würden sie meutern Mr. Radley
01:01:25um Leben zu retten ja
01:01:26nicht so stürmisch
01:01:27selbst blind sieht unser Kapitän noch alles was euch entgeht
01:01:29und seine Gedanken die wir uns gerade ausgeliehen haben
01:01:32wieso unterscheiden die sich von den unseren die wir niemandem erzählen
01:01:36im Stillen sind alle Menschen Dichter und scheuen sich nur es auszusprechen
01:01:40Gedanken wollt ihr richten
01:01:41nein Taten
01:01:42und Taten das heißt jetzt mit dem prächtigen Feuerball Komet
01:01:45jonglieren
01:01:47sind wir entlassen Mr. Radley
01:01:51entlassen
01:01:58und verdammt
01:02:10Nachts
01:02:11rechnete ich die Liste meiner wachsenden Ängste zusammen
01:02:15die Radiostimmen abgewiesen
01:02:18dem seltsamen Mond ausgewichen
01:02:21die Begegnung von zwei Raumschiffen die sich in langer Nacht kreuzen
01:02:25zu feiern verweigert
01:02:27und den Notruf eines Kapitäns der seinen verlorenen Sohn sucht
01:02:32wie ungehört ignoriert
01:02:35und dann
01:02:38das allerbeängstigendste
01:02:49ja
01:02:51ja
01:02:54ja
01:02:56ja
01:02:57Quell was ist
01:02:59ich
01:03:02sprich lauter
01:03:04Musik
01:03:05Musik
01:03:07Musik woher?
01:03:10Die Inselwelten
01:03:14meine Heimat
01:03:16von deinem Planeten Billionen Meilen entfernt
01:03:20großer Gott
01:03:22meine Welt
01:03:24und mehr noch
01:03:27der Vater
01:03:29der Vater meines Vaters
01:03:32die Musik seines Leidens und Todes
01:03:38seltsam
01:03:40man erwartet keine Komponisten in anderen Welten
01:03:45Großväter
01:03:47die Sinfonien schreiben
01:03:52es war Musik
01:03:54und doch wieder nicht
01:03:57etwas was ich nie gehört hatte
01:03:59aber kannte aus der Zeit vor meiner Geburt
01:04:01und er riet aus der Zeit nach meinem Tod
01:04:05ich trauerte
01:04:08und Quell
01:04:10ich sah keine Tränen an ihm
01:04:13aber ich spürte wie er im Innersten weinte
01:04:17immer noch die Musik
01:04:20er wurde so still
01:04:21dass ich fürchtete sein Atem habe ausgesetzt
01:04:25er hörte sein eigenes Grablied
01:04:28hörte wie es die Ufer des Alls hinab kreiste
01:04:32um sein Leben zu enden
01:04:44vorbei Quell
01:04:45vorbei Quell
01:04:53er stand auf
01:04:56und ging zu unserem Metallwerker
01:04:59was gibt's Quell?
01:05:00ich schneide
01:05:01und schweiße
01:05:03und schmiede mir
01:05:06eine Todesrüstung
01:05:09ich zeichne sie dir auf
01:05:14so
01:05:16und ganz schwarz
01:05:18und auf der Brustplatte dieses
01:05:21Salz?
01:05:22dieses Salz
01:05:24brenne dies Zeichen ein
01:05:28meine Familie
01:05:30meine Welt
01:05:31Sie sehen kerngesund aus
01:05:33Sie glauben doch nicht ernstlich
01:05:34ich glaube nichts
01:05:36ich weiß
01:05:38mache mir die Rüstung
01:05:39aus dunklem Metall
01:05:46Quell rührte sich nicht
01:05:49er saß vor der großen Sternschau Luke
01:05:52den Blick starr über Andromeda hinausgerichtet
01:05:55als wolle er die Tiefen seines eigenen Grabes ausloten
01:06:00und fände dort die Gräber von uns allen
01:06:03einander anvertraut
01:06:06Quell
01:06:07der größer war und stärker und menschlicher
01:06:10als alle Menschenmänner
01:06:12wusste doch wo er verwundbar war
01:06:15im Bereich seines Gehörs
01:06:17wo ihn die Grabesmelodie des Vaters
01:06:20seines Vaters mit Klängen einhüllte
01:06:22wie mit einem Leichentuch
01:06:25verschlossen
01:06:26meinen Drohungen
01:06:27meinem Bitten
01:06:28Quell! Quell!
01:06:34Inzwischen schnitt und schliff der Metallwerker
01:06:37die Uniform
01:06:39ganz schwarz
01:06:41die Quell im Tode tragen sollte
01:07:00Der weiße Schreck der rasende Komet rückte heran
01:07:04aber erst sandte er einen Boten voraus zur letzten Warnung
01:07:07einen magnetischen Sturm
01:07:09atomare Wirbelwinde
01:07:10kosmische Explosionen
01:07:11und Verkrümmungen des Weltraums
01:07:13die unser Schiff wartet
01:07:16aber gehen
01:07:17bitte um Erlaubnis zur Umkehr
01:07:19der Orkan wird uns vermichten
01:07:20wir kehren nicht um
01:07:22er erprobt unsere Stärke
01:07:24voraus Mr. Wendley
01:07:25vorkhaft voraus
01:07:30was
01:07:32wie
01:07:33wie
01:07:35der Sturm
01:07:37wie weggeblasen
01:07:39Kapitän
01:07:40der Komet Leviathan
01:07:42ist auch verschwunden
01:07:44weggeblasen
01:07:46verschwunden
01:07:47Quell
01:07:48du bist aufgewacht
01:07:51Quell was ist geschehen
01:07:52wahrhaftig Quell ist wieder zu sich gekommen
01:07:55was um Himmels willen
01:07:58die traue Musik
01:08:01vorbei
01:08:03unsere friedlosen Grabstätten
01:08:06vorbei
01:08:08der Komet
01:08:10der Albtraum
01:08:11alles
01:08:13alles
01:08:14vorbei
01:08:15ja aber warum nur
01:08:17der Sturm
01:08:19hat die Zeit verkehrt
01:08:23eine Krümmung im Weltraum
01:08:25wir haben eine Kehre gemacht
01:08:28in der Ewigkeit
01:08:29der Sturm hat uns in ein anderes Jahr zurück geworfen
01:08:33welches Jahr
01:08:34wer soll das wissen
01:08:36bevor die Kriege kamen
01:08:38bevor Cäsars Römer ihre Straßen bauten
01:08:41quer durch Europas Sümpfe
01:08:43das große Sternen und dir
01:08:46hat Mitleid mit uns
01:08:48nein
01:08:50nein
01:08:52sieh da
01:08:52Römer
01:08:53Römer
01:08:53an die Radioteleskope
01:08:56der Komet ist nicht da
01:08:58die Luftschleuse
01:09:00öffnen
01:09:02selbst blind
01:09:03finde ich ihn
01:09:05römer
01:09:10römer
01:09:11unser Kapitän
01:09:12stand draußen
01:09:14auf einem Raumschiff
01:09:16das in ruhigen Frieden da lag
01:09:19ein Augenblick zwischen den Zeiten
01:09:22und neben ihm
01:09:25und neben ihm
01:09:26unter den Sternen
01:09:27stand Redley
01:09:30Friede
01:09:32und mildes
01:09:34mildes Wetter
01:09:36vorbei der ganzen Aufruhr
01:09:39das glühende Weiß
01:09:42vorbei
01:09:43Kapitän
01:09:44wir haben eine letzte Chance
01:09:45zu entkommen
01:09:46entkommen wohin
01:09:48wieder auf der Erde landen
01:09:49um vom Karl dem Großen
01:09:50begrüßt zu werden
01:09:51sehen wie Cäsar
01:09:53tot auf dem Forum
01:09:54hin stürzt
01:09:57oh Gott
01:09:58die mir die Kraft abzudrücken
01:10:01Mr. Redley
01:10:03sie sind ja gar nicht fähig
01:10:05ihre Pistole abzufeuern
01:10:07und wenn ich es fertig brächte
01:10:09wie froh wäre ich wieder
01:10:11zu Hause zu landen
01:10:12und mit einfachen Höhlenmenschen
01:10:15in einer Höhle zu wohnen
01:10:16ein Leben zu Ende zu leben
01:10:18das kein solcher Albtraum wäre
01:10:20wie dies alles
01:10:23eine Weile auszuruhen
01:10:25wir werden ausruhen
01:10:27Mr. Redley
01:10:28im toten Herzen des Kometen
01:10:31wir werden uns aus dieser Flaute
01:10:33freikämpfen
01:10:34den richtigen Anschluss
01:10:35an die Zeit wieder gewinnen
01:10:37weiter suchen
01:10:38und zuletzt zerstören
01:10:41oh Gott
01:10:43wäre ich nur so sicher
01:10:45sie umbringen zu können
01:10:46wie sie es dem Unding gegenüber sind
01:10:49das schließlich uns alle
01:10:51umbringen wird
01:10:59die willkommene Flaute war vorüber
01:11:02wir kämpften uns durch Zeitsturm im Weltraum
01:11:05befreiten uns von den römischen Legionen
01:11:07in der Wildnis des Hochmoors
01:11:08versäumten Wartolo verloren
01:11:10die letzte Gelegenheit zu sehen
01:11:12wie die Kugeln der napoleonischen Soldaten
01:11:13das altägyptische Gesicht der Sphinx mit Pockennarben übersäten
01:11:17wir kamen frei
01:11:19und fanden den Kometen
01:11:25da
01:11:26da
01:11:27da
01:11:27ich spür's
01:11:28da ist er
01:11:29ja, stimmt's Mr. Redley
01:11:30ja, da ist der Kapitän
01:11:32alle Mann bereit
01:11:33an die Hilfsraketenboote
01:11:35ihr wisst wie viel Vernichtungskraft dort lagert
01:11:38jeder von ihnen
01:11:39habe ich den Heißhunger mitgegeben
01:11:40dieses Unding zu verschlingen
01:11:42einen Strahl
01:11:43durchdringender als je ein Bohrstall zuvor
01:11:46breiter, länger und schneller
01:11:48nutzt diese Macht
01:11:49rückt der Bestie zu Leibe
01:11:52verwichtet sie
01:11:59der Komet kam näher
01:12:01der Komet kam näher
01:12:02ein großer, weißer, heiliger Schreckenweiher
01:12:04der das ganze All erfüllte und jedem Stern das Licht nahe
01:12:11Quell aus seinem Tagtraum erwacht
01:12:14ließ jetzt wie jeder Mann der rechten Willens war die Maske fallen
01:12:18und übergab sich ganz dem Wahn
01:12:20alles was menschlich war, war fort
01:12:22nur Blut, rotes Blut trieb jetzt das Schiff an
01:12:25riesig vor uns der Komet
01:12:27wir liefen auf ihn zu wie Kinder zum Spiel
01:12:31Raketenboot 1
01:12:33Abschussbereit
01:12:33Los!
01:12:40Raketenboot 2
01:12:42Abschussbereit
01:12:42Los!
01:12:48Sie übernehmen das Kommando
01:12:50Ismael
01:12:51Ismael, du bleibst zurück!
01:12:52Sieg Well
01:12:53mit mir!
01:12:56Well!
01:12:57Du trägst das schwarze Metall?
01:12:59Die Rüstung, ja
01:13:00mit dem Symbol des Todes
01:13:02Nimm ich mit dir!
01:13:03Nein, du bleibst und lebst
01:13:04denn du wirst leben
01:13:06ich weiß es, bis in ein hohes Alter
01:13:08Werde glücklich, mein Freund!
01:13:11Leg wohl!
01:13:12Okay
01:13:15Abschuss
01:13:16und
01:13:17drei!
01:13:23Sie schossen los
01:13:25Drei kleinen Raketenboote schossen
01:13:27der rasenden Bahnrohr Zerstörung entgegen
01:13:30alles war weiß
01:13:32wir stürzten wie in das große Maul der Sonne
01:13:41Quell!
01:13:43Ich höre dich, Freund!
01:13:48Und eins und zwei!
01:13:49Achtung!
01:13:51Zerstört!
01:13:52Zerstört!
01:13:56Zerstört!
01:13:58Und werde zerstört!
01:14:01Jeder Bohrstrahl
01:14:02ein ohrenbetäubendes Kreischen
01:14:04und auch ein Winseln
01:14:05vor dem tobenden Wutgekreisch
01:14:06des lichtjahrtollen Untiers
01:14:08Wie Mäuse
01:14:10die an einer kleinen Welle
01:14:12in einem Meer von Milch
01:14:13zu knabbern suchen
01:14:14so fegte der Komet sie hoch
01:14:16und wirbelte sie in der Zeit herum
01:14:18Dann stürzten die Boote
01:14:20eins ums andere in die Tiefe
01:14:22gerupft
01:14:24gehaut beraubt
01:14:25die Stahlgrippe offenliegend
01:14:26die Männer losgeschleudert
01:14:28durch den Schwall der Strahlung
01:14:29blitzende Meteore ausgebrannt
01:14:31gebraten
01:14:32verschlungen von dem Licht
01:14:34das alles füllte
01:14:36und jedermann verendete
01:14:39in einem anderen Winkel
01:14:41unvergangener Zeit
01:14:56ihrer Waffe beraubt
01:14:59Mag die erste Crew
01:15:00zu Tode gestürzt sein
01:15:01auf das Leichenfeld
01:15:03wo König Richard
01:15:04um Englands Krone kam
01:15:07die Mannschaft von Bo2
01:15:10vielleicht liegt sie mit Jorek Schädel
01:15:12in Hamlets offenem Grab
01:15:14oder sie ruht
01:15:15wer mag das wissen
01:15:16bei jener Gruft
01:15:17wo Lincolns Traum
01:15:18sein Ende fand
01:15:21zuletzt der Kapitän
01:15:24ich hörte
01:15:26ich hörte dich Quell
01:15:26wie er schrie
01:15:28was
01:15:30die Waffen
01:15:31unbrauchbar
01:15:33die Mannschaft
01:15:33zerschlagen
01:15:35so bleiben
01:15:36ihr trotzdem meine Hände
01:15:37blind
01:15:38pack ich dich
01:15:40im Sterben nehme ich's mit dir auf
01:15:43wo schlägt dein Herz
01:15:45owej
01:15:47scheisse
01:15:48gestern
01:15:56auch ich
01:15:58herausgerissen
01:15:59wurde fortgeschleubert
01:16:00allein
01:16:01mit Übr penn
01:16:05dem Kauderwelsch feierte es noch sich selbst, als es den langen schwarzen Grubenschacht des
01:16:09Alls hinabsank. Verzweiflung und Leid im Sog des Brautschleiers hinterher. Ein fühlloses,
01:16:16ewig ruheloses Geheimnis. Verschwand. Ein Echo. Und vorbei. Und verloren alle Schiffe. Die Männer,
01:16:26große, kleine, vernünftige, verrückte. Der Kapitän mit ihnen Wahn zum Wahnwitz hochgereizt.
01:16:32Und ich wusste, Billionen Jahre lang würde Leviathan bei jeder Rückkehr auf seinem Kreislauf
01:16:37den Mann mit sich bringen, der ihm den Todesstoß versetzen wollte. Die beiden waren eins geworden,
01:16:44zu guter Letzt. Jäger und Gejagter. Fürchtender und Gefürchteter. Leib und Leibesschänder. Wahnsinn
01:16:54und Wahntraum, der sich überschlagen hatte. Für immer unzertrennbar. Noch ungeborene Jahrhunderte
01:17:00hindurch. Schiffe, Männer und ihr Kapitän. Eine endlos leichenhafte Prozession für das
01:17:09gespenstische Spektrum.
01:17:16Einsam glitt ich auf einem Sarg dahin. In der metallenen Hülle lag Quell. Tod und still.
01:17:25So trieb ich dahin. Zeitlose Tage. Auf diesem seltsamen Rettungsfloß. Zwischen den Sternen.
01:17:34Bis mich endlich ein vorbeiziehendes Raumschiff auflas. Es war die Rache, die auf der langen Suche
01:17:39nach ihren verlorenen Kindern nur ein anderes Waisenkind fand.
01:17:45Ich ließ den Sarg los. Ich ließ Quell ziehen zu seiner Lichtjahr-Grabestätte.
01:17:54Das Drama ist ausgespielt. Das große Leichentuch der Sterne rollt Schiff und Mannschaft ein,
01:18:01während das weiße Ungeheuer in weiter Ferne entschwindet.
01:18:12Nur ich, Ismael, lebe, euch dieses zu berichten.
01:18:20Wir brachten Leviathan 99, ein Stereo-Hörspiel von Ray Bradbury, aus dem Englischen übertragen von Hans A. Hammelmann.
01:18:30Die Personen und ihre Sprecher waren
01:18:33Ismael, Jürgen Goslar, Kapitän Wolfgang Büttner,
01:18:39Quell, Günter Stutz,
01:18:42Redley, Heinz Stöwer,
01:18:44Rodgers, Olof Bison,
01:18:47Ileri Colworth,
01:18:49Anfried Kremer,
01:18:51Der Werner, Max Noack,
01:18:53Der Kleine, Jodok Seidel.
01:18:56Ferne wirkten mit
01:18:57Thomas Strux,
01:18:59Friedrich Kolander,
01:19:01Siegfried Nürnberger,
01:19:02Karl-Heinz Schilling,
01:19:04Fritz Niedegger,
01:19:05Werner Rosemann,
01:19:07Uwe Kosche,
01:19:08Peter Schmitz,
01:19:09Erwin Scherschel.
01:19:12Musik,
01:19:12Tristram Kari.
01:19:14Ton,
01:19:15Peter Jochum.
01:19:16Schnitt,
01:19:17Gerda Schneider und Klaus-Dieter-Rudolf.
01:19:20Assistenz,
01:19:21Josef Schwarz.
01:19:23Stereo-Bearbeitung und Regie,
01:19:25Hermann Fortein.
01:19:27Stereo-Bearbeitung und Regie,
01:19:46alle Vers 18-
01:19:49und Regie zum ceremonialen
01:19:50Anabili dass sie Inhhissheit
01:19:56arbeiten,
01:20:03Vielen Dank.
01:20:33Vielen Dank.
01:21:03Vielen Dank.
01:21:33Vielen Dank.
01:22:03Vielen Dank.
01:22:27Vielen Dank.
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