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Das Blech klebt fest am Flügel. Dieser Arbeitsvorgang hat die „Steel Buddies“ Zeit und Nerven gekostet. Und die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten. Jetzt muss sich das Team von „Morlock Motors“ im US-Bundesstaat Arizona um andere Bauteile kümmern. Denn aus einem Propeller des mehr als 60 Jahren alten Amphibienflugzeugs tropft Öl. Andy, Ingo, Bogdan und Marek haben währenddessen in Peterslahr ganz andere Sorgen. Das Quartett soll zwei Container stapeln. Dabei kommen im Westerwald ein Kran und meterlange Stahlseile zum Einsatz. (Text: DMAX)
Kategorie
🚗
MotorTranskript
00:00Arizona. Mittlerweile fast die zweite Heimat der Steel Buddies.
00:06Seit Monaten sind sie regelmäßig hier, um Michaels Albatross für den geplanten Nordpol-Flug zu sanieren.
00:14Und in den kommenden Tagen wollen sie endlich den entscheidenden Schritt vorankommen.
00:20Schuss! Schuss! Schuss! Schuss!
00:26Genug zu tun haben wir ja, wenn wir die ganze Woche schon richtig Gas geben hier und jetzt gucken wir,
00:32dass wir die restliche Woche auch noch so richtig den Endgegner machen.
00:35Wir sind jetzt schon viel zu lange dran. Wir müssen jetzt unbedingt diese Flügel dran bekommen und das muss alles
00:42diese Woche passieren.
00:44Das muss ein Ende finden, sonst gehe ich hierüber pleite.
00:49Der erste Schritt zum wiederaufgebauten Flieger ist ein kleines, aber entscheidendes Stück Blech.
00:56Das soll den entrosteten Flügelholm verstärken und heute endlich fertig sein.
01:02Wir müssen jetzt noch Unmengen Zeug kaufen. Immer nur kleine Sachen, aber ohne die geht es nicht weiter.
01:09Und ich muss diese Versteifung abholen, damit die Jungs anfangen können, es zusammenzusetzen.
01:14So, wo ist der Schlüssel? Katastrophe!
01:20Das Ersatzteil zu organisieren dauerte mehrere Tage.
01:25Die Abholung mit Tochter Carla beim Hersteller ist hoffentlich nur noch Formsache.
01:34Wir sind die Deutschen mit dem Spa-Repair.
01:38Schön zu sehen, wie warst du? Gut!
01:41Vier Tage hat die Firma an der Spezialanfertigung gearbeitet.
01:47Michael! Das ist ein tolles Weihnachtsgeschenk!
01:51It looks good now, eh?
01:52It looks beautiful, da, ne?
01:54Yeah.
01:55And the other one only stops until, I think, here, yeah?
01:59Das andere ist definitiv kürzer.
02:03Das ist hier und dann runter.
02:04Das ist natürlich ein super Gefühl, wenn du dieses Teil bekommst.
02:07Das ist das nächste Hindernis, was du überwunden hast, damit dieser Flieger fertig ist.
02:13Es ist nicht das Größte, aber das war ein wirklich, wirklich schwieriges.
02:17Das war kein normales Teil, das musste extra für uns nach dieser Zeichnung und nach diesen ganzen Spezifikationen hergestellt werden.
02:24Das Teil gibt es nur ein einziges Mal auf der Welt.
02:26Und das war ganz wichtig, dass wir das jetzt bekommen.
02:30Thank you!
02:31Thank you!
02:31Bye!
02:32Take care!
02:33Bye bye! Thank you so much!
02:36Zertifizierter Stahl.
02:38Bearbeitet von einem zertifizierten Unternehmen.
02:42Und alles in Rekordzeit.
02:44Das Unikat könnte also auch bei Hangar-Besitzer Mike Fox durchaus Eindruck hinterlassen.
02:53Kaputt!
02:55Kaputt!
02:55Und find out when it fits up there.
02:57Yeah.
02:58Is that what 10 grand looks like?
02:59Yeah, not 10, but 6 or so.
03:02Engineering.
03:03Yeah, no, don't talk about it.
03:07Don't talk about it.
03:08Also das Teil ist jetzt fertig und wir haben uns die Leute besorgt, die das zertifiziert da reinbauen können.
03:14Das darf nicht jeder selbst machen. Das ist eine Strukturreparatur. Das muss jemand machen mit einem Stempel, mit speziellem Werkzeug.
03:20Das Werkzeug muss alles getestet sein.
03:22Ich habe den Eindruck, es wird wieder nicht so ganz billig.
03:30Zumindest hatte Michael das Glück, überhaupt zwei zugelassene Fachkräfte zu finden. Brandon und Gary können den heiklen Eingriff sogar direkt
03:40vornehmen.
03:58Nieten allein reichen für eine vorschriftsgemäße Reparatur also nicht. Brief und Siegel gibt es nur mit einer zusätzlichen, auffallend farbenfrohen
04:10Verstärkung.
04:12Was ist das?
04:13Ist das ein Apoxy-based Blu oder was ist das?
04:14Ja, Apoxy-based Blu.
04:16Was?
04:17Ich denke, es ist illegal in ein paar Städte. Ich weiß nicht, dass man es nicht mehr hat.
04:21In Arizona, man, wir kümmern uns nicht.
04:24Wir kümmern uns aber nicht.
04:25In California, es ist gebraucht.
04:28Okay.
04:30Warum?
04:31Ich weiß nicht, es gibt ein Tier, der sich verrückt, wenn sie ihn essen.
04:36Du denkst, 100 Gramm ist das genug?
04:38Ich möchte 200 Gramm machen.
04:39Du kannst es hier nehmen?
04:40Nein.
04:42Ich denke, das ist mehr als genug.
04:45Nicht nur bei den letzten Vorbereitungen bekommen die Amerikaner Unterstützung.
04:50Die beiden Fluggerätemechaniker Joe und Philipp assistieren und werden für möglichst reibungslose Abläufe sorgen.
05:00Wir müssen jetzt noch mal jedes einzelne Loch wirklich noch mal zu 100 Prozent überprüfen.
05:06Sobald wir den Kleber angerührt haben und auf das Teil aufgebracht haben, gibt es kein Zurück mehr.
05:11Wenn dann irgendwas nicht passt, dann ist es Katastrophe.
05:15Sobald der Kleber dazwischen ist und es anfängt auszuhärten, ist der Point of no return erreicht und dann müssen wir
05:23es fertig machen.
05:24Jede Eventualität wird jetzt ausgeschlossen. Es wird geguckt, ob alles passt und dann darf nichts mehr schief gehen.
05:30Also das Teil war jetzt schon erheblich teuer. Das Herstellen von dem Teil, weil das unbedingt in Amerika passieren musste,
05:39war nicht so ganz billig.
05:40Die ganze Papierlage war nicht so ganz billig. Wenn jetzt die beiden Spezialisten, die ich ja nicht kenne, das irgendwie
05:46versauen, dann habe ich ein riesen Loch in der Tasche.
05:52Okay? Okay.
05:54Okay.
05:54These are done? Okay.
05:56They're all good? On the backside? You're happy?
05:58Yeah, they're all good.
05:59And we got the screw in? Yeah.
06:01And we got those in? Yeah, I filled this hole.
06:04Okay, so we're gonna indicate it all off. Okay.
06:08Start mixing up and glue.
06:09Gleich geht's los, gleich geht's los.
06:11Die Blumen, du hättest dir mit Kleber.
06:13Nein, ja, mach die jetzt.
06:16Ach du Scheiße.
06:16Dann wird's ja richtig ernst jetzt.
06:19Alter Vater.
06:22Sobald die beiden Komponenten des Klebers aufeinandertreffen, tickt für das Montageteam definitiv die Uhr.
06:32Denn der Härter sorgt dafür, dass das Kunstharz immer fester wird.
06:37Ein Prozess, der nicht mehr aufzuhalten ist. Das Team muss also nicht nur sorgfältig, sondern auch zügig ans Werk gehen.
06:46How much time is left, Brandon?
06:48An hour, maybe.
06:50Go to work quick.
06:52Looks like I'm rushing, there's a reason.
06:55Vorgeschrieben ist, dass das Teil eingeklebt wird.
06:58Zuerst trägst du diesen Kleber auf und reibst den da so rein, damit da keine Luftbläschen sind.
07:04Dann setzt du das Teil an.
07:06Okay, let's get some screws going.
07:08Und dann fängst du an, Schrauben, die du vorher genau ausgemessen hast, in die richtigen Löcher zu drehen.
07:14Damit ziehst du das an.
07:18Und dann fängst du an, diese super hochfesten Nieten zu benutzen.
07:21Und wichst natürlich direkt ab, die Sachen, die da rausquillen.
07:25Weil sonst kriegst du das nämlich sehr wahrscheinlich nie wieder ab.
07:28Ready?
07:29Yes.
07:34Niete für Niete.
07:36Das Zusammenspiel der Amerikaner mit ihren deutschen Kollegen scheint zu klappen.
07:41Hoffentlich.
07:43Denn sie haben ja nur diese eine Chance.
07:47Ich will noch nicht gucken, ob das läuft.
07:49Aber es sieht schwer danach aus.
07:50Nur ich will den jetzt auch nicht dazwischen quatschen.
07:52Weil bei so einer Arbeit, die schnell gehen muss, weil der Kleber trocknet,
07:55wenn man da blöd dazwischen quatscht, kommt keiner mal einen Schraubenschlüssel geflogen.
07:57Deswegen bleib ich da lieber auf Sicherheitsabstand.
08:07Der Kleber hat natürlich eine vorgeschriebene Abbändezeit.
08:11In der Zeit musst du den verarbeiten.
08:12Was du natürlich nicht auf der Packung findest, wie der sich bei welcher Temperatur verhält.
08:18Es ist natürlich super warm.
08:20Das bedeutet, der Kleber bindet schneller ab, als er soll.
08:25Wir hatten nur eine Chance.
08:27Und jetzt müssen die sich halt wirklich beeilen, das da reinzubauen.
08:31Ein Wettlauf Team gegen Kleber.
08:35Entscheidend wird jetzt sein, wer am Ende tatsächlich schneller ist.
08:45Das ist auf dem Hof in Petersla eine Freifläche gibt, ist mehr als selten.
08:51Bogdan hat sie auch extra geschaffen.
08:53Für zwei Tonnen schwere Neuankömmlinge.
08:57Hier kommt ein Container, 40-Fuß-Container.
09:00Ja.
09:01Habe ich gemacht.
09:02Hier alles sauber.
09:04Perfekt.
09:05Und dann kommt heute gleich, vielleicht gleich, vielleicht Nachmittag, Container.
09:10Genau, Nachmittag.
09:11Aktuell ist das so, dass viele Hummerteile besorgt werden können.
09:16Und die müssen ja irgendwo eingelagert werden.
09:18Das heißt, die sollten trocken gelagert sein und so, dass man das abschließen kann.
09:22Weil Hummerteile sind halt viel Geld wert.
09:24Dafür hat der Michael jetzt 40-Fuß-Container gekauft.
09:27Wir müssen die ein bisschen weiter vorziehen.
09:30Wie ein Meter genug, oder?
09:32Ja, Palettenbreite.
09:33Weil die Container, die sollen halt...
09:34120.
09:35Genau, die sollen halt so übereinander, dass du hier eine Platte machen kannst.
09:39Ja.
09:39Sodass man direkt die Paletten draufstellen kann und du die mit dem Hubwagen in einer Höhe reinziehen kannst.
09:45Da musst du nicht den ganzen Kram reinräumen.
09:47Gute Idee.
09:48Das heißt, wir müssen hier ungefähr bis hier, müssen wir mal messen.
09:50Ungeheuer bis hier hin.
09:51Ja.
09:54Stauraum stapelweise.
09:56Ein Container dient als Basis und nimmt den zweiten Huckepack.
10:02Damit dieses Duo auf dem abschüssigen Gelände später gerade steht, muss Bogdan allerdings vorbauen.
10:12Ich messen, wieviel Zentimeter, dann ich weiß, wieviel Klotzki muss schneiden.
10:17Ich hatte gesagt, Messer ein bisschen weiter.
10:21Eine ebenso einfache wie stabile Unterfütterung soll das neue Containerlager in der Waagerechten halten.
10:32Ist da, oder?
10:35Ja, bisschen, Millimeter.
10:40Okay.
10:4224,5.
10:46Jetzt nächste Stelle hier.
10:49Versorgt mit Bogdans Messergebnissen fertigt Klotzki direkt die benötigten Unterleger.
10:58Scheibchenweise und zur Freude des Chefs sogar weitgehend kostenneutral.
11:04Also für uns ist das immer die erste Wahl, aus Schrott alles zu bauen, weil das haben wir hier in
11:10Hülle und Fülle.
11:11Und das ist mit Sicherheit auch die stabilste Variante, wenn man einfach Stahlbleche unterlegt.
11:16Man kann natürlich auch Steine nehmen, die können irgendwann bröseln oder was anderes machen.
11:20Die Stahlbleche verrosten irgendwann nur und bei dicken Stahlblechen passiert aber original nichts.
11:27Der Aufstellung der Container steht also nichts mehr im Wege. Außer vielleicht diverse Fahrzeuge, die mal wieder die Hofeinfahrt säumen.
11:37Wir müssen rückwärts hochfahren mit dem Container und wir laden ihn mit dem Fahrner.
11:42Platzprobleme spielen dabei heute nur eine untergeordnete Rolle.
12:06Der Werkstattleiter hat nicht nur die Gesamtleitung, er wird auch den Kran steuern.
12:18Vier Mann hat Ingo zusammengetrommelt. Auch Staplerfahrer Bogdan ist selbstverständlich als Helfer eingeteilt.
12:27Für den wichtigen Einweiser-Job ist aber offenbar ein anderer Ingos erste Wahl.
12:34Ich gehe mal den Olaf unten holen, dass ich den Olaf als Einweiser habe.
12:38Normal brauche ich nur den Olaf, mehr brauche ich nicht.
12:42Klare Ansage von Ingo, die für Bogdan eine Absage ist.
12:48Als Einweiser kommt er heute nicht zum Zug. Wieder mal.
12:52Wie war der Olaf hier?
12:57Weil der Olaf mein Einweiser ist. Mit dem habe ich schon so viel gekrannt.
13:01Das letzte Mal war du nicht.
13:03Olaf auch. Immer, wenn ich mit dem Kran arbeite, immer Olaf.
13:07Mit Olaf, ich habe eingespielte Team.
13:10Mit Olaf immer dobra.
13:11Mit mir immer scheiße.
13:13Auch geht, aber mit Olaf ist mehr Schule, weißt du?
13:17Für mich ein bisschen traurig, ja.
13:19Dass ich nicht komme, ja.
13:22Aber Chef das gesagt, vielleicht Chef gesagt, ich habe keine Ahnung ganz richtig.
13:27Das hat ja nichts damit zu tun, dass ich das mit dem nicht machen will oder so.
13:31Ich meine, das ist ein riesen Kran und wir heben da schwere Lastenhochen runter.
13:35Da geht es mehr um Sicherheit und nicht, ich würde das aber lieber mit dir machen.
13:40Lass mich das doch mit dir machen.
13:41Nein, mit dem Olaf habe ich schon hundertmal mit dem Kran gearbeitet.
13:45Ich mache das mit Olaf und fertig.
13:48Weitere Diskussionen haben sich erübrigt.
13:52Zumal Ingos Auserwählter seine gewohnte Rolle längst eingenommen hat.
13:57Guckst du, dass wir genau mittig drüber kommen jetzt, ja.
14:00Und dann hängen wir an.
14:02Und wenn ich dich nicht sehe, mache ich nichts mehr, okay.
14:08Rund fünf Tonnen muss der Kran vom LKW heben.
14:11Und der Container soll die 20 Meter Luftlinie zum künftigen Standort möglichst unfallfrei zurücklegen.
14:21Ein bisschen mehr nach hier.
14:24Und runter.
14:26Ja, würde ich sagen.
14:28Wir müssen darauf achten, dass der Haken in der Mitte ist.
14:31Dass wenn der Ingo gleich anzieht, dass er nicht verzieht.
14:36Ein bewährtes Vorgehen.
14:38Oben halten massive Ketten den Koloss.
14:42Unten helfen Spanngurte dabei, ihn in die richtige Richtung zu lenken.
14:47Okay, ich bin bereit.
14:49Ja, jetzt geht's los, Gott sei Dank, weißt du.
14:53Der Kran hat zwar ordentlich Kraft, sein Spielraum ist trotzdem begrenzt.
14:59Steht der hinten noch stabil auf der Ecke?
15:02Je weiter die Last vom Kran weg ist, desto schneller ist der Kipppunkt überschritten.
15:07Das heißt, dann ist immer gut, wenn ein paar Leute rundherum stehen, ein Auge darauf haben
15:10und man selber auch darauf achtet, wie sich der Kran verhält.
15:14Das ist halt ein alter Kran, da schaltet nichts ab, da kommt kein Alarm, da passiert gar nichts.
15:18Der kippt dann einfach um.
15:23Sobald der Container nicht mehr aufliegt, bringt sich erstmal der LKW in Sicherheit.
15:30Zügig raus aus der Gefahrenzone.
15:33Der Kran kann zwar 20 Tonnen heben, aber das nah und direkt übers Heck weg.
15:40Deswegen, also wenn man weit genug weg ist, dann schafft man das auch, mit 5 Tonnen einen 20 Tonnen Kran
15:47umzuwerfen.
15:47Da muss man halt so ein bisschen klar im Kopf sein und nachdenken.
15:51Keine Frage, wenn der Koloss kippt, dann wird das nicht nur für den Container ein unangenehm harter Aufschlag.
16:05Rund 25 Nieten hat das Team in Arizona schon in die Verstärkung des Flügelholms getrieben.
16:12Und es muss am Ball bleiben, denn der Epoxidkleber härtet schneller aus als erwartet.
16:24Das Zusammenspiel der Amerikaner mit ihren deutschen Helfern scheint zu klappen.
16:30Sie kommen gut voran.
16:32Offenbar so gut, dass jetzt auch der Chef seine Neugier nicht mehr zügeln kann.
16:56Knappe Worte mit großer Bedeutung.
17:00Für Brandon ist es nicht mehr als ein sauber verklebtes Stück Blech.
17:05Für Michael aber eine Erlösung.
17:08Nach monatelangem Kampf.
17:11Es hat Gott sei Dank alles funktioniert.
17:14Schlecht wäre gewesen, die hätten mittendrin angefangen festzustellen, dass das nicht funktioniert.
17:21Und dann hätten wir diese Nieten für 70 Euro das Stück rausbohren müssen und hätten die dann einzeln wieder organisieren
17:29können.
17:29Aber das Licht am Tunnel wird ein wenig heller.
17:34Noch nicht ganz, aber wir haben die nächste Hürde genommen und können uns jetzt darauf konzentrieren, wie wir diese Flügel
17:41wieder dran bekommen.
17:43Damit aus dem zurechtgestutzten Vogel wieder ein kompletter Flieger wird, hat Michael weitere Kräfte mobilisiert und reaktiviert.
17:51Unter anderem Morlock-Urgestein Rosi, die mit dem pensionierten Flugzeugbauer Burkhardt die Querruder saniert.
18:02Was wir hier machen ist, dass wir einen wesentlichen Teil der Struktur erneuern, weil das vorher marode war.
18:11Da konnte man mit dem Finger reindrücken und da war ein Loch drin. Das ist natürlich der Sache nicht dienlich.
18:18Das ist halt nicht so spektakulär. Da fällt kein Papiller runter.
18:22Wir bauen ein richtig geiles Flugzeug. Was ist daran nicht geil?
18:26Wir bauen ein richtig geiles Flugzeug, ja.
18:26Das ist ein super geiles Projekt. Und wer kann behaupten, Teil einer Crew gewesen zu sein, die ein Flugzeug aufgebaut
18:36hat.
18:40Der Reiz des Projekts und die Aussicht auf einen Flug zum Nordpol haben nicht nur Rosi überzeugt, sondern auch Thomas
18:48und Marc.
18:48Die sind in der Albatross mittlerweile fast schon heimisch geworden und prüfen jetzt vor der Flügelmontage nochmal die Propeller.
18:59Marc, kannst du gerade den linken Motor einmal in den Fässer fahren und zurück?
19:05Okay, Thomas. Fässer!
19:16Das ist so ein Notfallsystem. Da fährt man, wenn der Motor jetzt ausfallen würde, damit der Windwiderstand reduziert wird,
19:23den Propeller einmal komplett in Segelstellung, um ganz wenig Windwiderstand zu haben.
19:28Okay, Unfeather!
19:38Auf den ersten Blick, okay. Aber wirklich überzeugt scheint Thomas noch nicht. Denn er hat da etwas entdeckt.
19:49Marc, das suppt. Das ist ganz schlecht, weil wenn das nicht aufhört, können wir den Propeller abnehmen und können das
19:54überholen.
19:56Öl. Da, wo es nicht hingehört. Monatelang hat sich die Maschine nicht bewegt.
20:03Jetzt ist offenbar eine Dichtung porös. Klingt erstmal harmlos. Ist es aber nicht.
20:09Das Problem ist, der Propeller dreht sich ja sehr schnell. Das Öl sift da raus, das verteilt sich über das
20:13ganze Flugzeug.
20:14Und irgendwann ist vorne dieses Hydraulikbauteil, was für die Propellerverstellung zuständig ist, leer.
20:20Und dann hast du halt keine Propellerverstellung mehr und gegebenenfalls eine Überdrehzahl.
20:25Und das heißt dann entweder schnell landen oder den Motor abschalten und mit einem Motor weiter wegfliegen und landen. Ganz
20:30schlecht.
20:32Eine Diagnose zu stellen, ist das eine. Die schlechte Nachricht in aller Behutsamkeit zu überbringen, das andere.
20:41Ganz kurz mitkommen.
20:43Um was geht's?
20:43Nur zwei Meter.
20:44Hast du genug Druck? Ist alles okay?
20:47Bitte.
20:50Was ist?
20:51Ja, ich hab das IOC entlüftet, hab Öl reingefüllt, hab's 20 Mal gefahren.
20:56Der Deal, die Propellerdichtung ist scheiße.
20:58Kann sein ab oder dick aufnehmen müssen.
21:01Hier ist ganz wenig, von der anderen Seite volle Pulle.
21:04Also der fährt tadellos, ist auch genug Öl drin, Fässer, alles funktioniert.
21:07Nur das Blatt und das Blatt da oben sift, volle Pulle.
21:11Und das war auch der ganze Dom war leer gelaufen, deswegen musste ich so viel Öl nachfüllen.
21:16Der Chef weiß, was das bedeutet.
21:20Ja, Michel, ich muss dir die Wahrheit sagen, tut mir leid.
21:23Propeller abnehmen, Alter, das ist eine Woche Arbeit.
21:25Abnehmen, überholen und wieder dran bauen.
21:35Das hört nicht auf, ich weiß.
21:39Ja, wenn die Dichtung jetzt wirklich schlecht ist, dann müssen wir die neu machen.
21:43Und um die neu zu machen, muss dieses Propellerblatt da ab.
21:46Und damit dieses Propellerblatt da abgeht, muss dieser Dom auseinander.
21:49Und das geht nur, wenn das Zeug auf dem Boden liegt.
21:56Top.
21:58Diese Propellerdichtung ist natürlich nicht irgendwas, was du in so einer Autoteilebude bekommst.
22:03Sondern das gibt es in ganz Amerika, vielleicht noch vier so Buden, die genau diese Dichtung haben.
22:08Und es muss natürlich jemand kommen, der das macht, der das abzeichnen kann, weil selbst darfst du das nicht machen.
22:15Neue Dichtringe zu besorgen, dürfte schon mehrere Tage in Anspruch nehmen.
22:21Alter.
22:23Für den Einbau gehen dann ein paar weitere Tage ins Land.
22:28Ein Albtraum.
22:32Einfach ein Albtraum.
22:35Das taubt jetzt so stark, weil das Blatt stand oben, da ist der Ring vollgelaufen mit Öl.
22:41Das drückt ja da raus.
22:44Wieso soll das da rausdrücken nach oben?
22:46Ja, am Fässer, da höchstwahrscheinlich Druck drauf ist.
22:49Meine Nervung.
22:53Meine Nervung.
22:54So ein undichter Propeller ist natürlich gar keine gute Nachricht.
22:59Na, idealerweise machen wir jetzt folgendes.
23:01Wir ziehen das Ding jetzt hier raus und lassen das einmal laufen.
23:04Es könnte ja sein, dass in dieser ganzen Zeit noch mehr schlecht geworden ist.
23:08Und dann müssen wir jetzt nicht erst anfangen, was abzudichten, was wir dann zum Schluss komplett überholen und auseinanderbauen wollen.
23:17Etwas Bewegung außerhalb des Hangars soll also zeigen, ob das Team mit weiteren Baustellen zu rechnen hat.
23:24Oder ob es endlich, wie geplant, die Flügel montieren kann.
23:29Die Treppe muss da jetzt weg.
23:31Der Sebastian überprüft noch gerade, ob die Auspuffer, die die Exhaust frei sind.
23:35Weil das hat man mit Klebeband zugemacht, wo wir das letzte Mal weg sind.
23:39Dann kann man es eigentlich schon rausziehen.
23:40Wir müssen halt nur noch auf den Mike Fox warten, weil seinen Flugzeugschlepper bedient er lieber selbst.
23:46Monatelang war die Grumman nicht an der frischen Luft.
23:50Ein Ausflug ist zwar nicht drin, aber zumindest eine Ausfahrt.
24:02Seit der Überführung von Texas nach Arizona sind die Motoren nicht mehr gelaufen.
24:08Damals hatte die Grumman ihre aufwendige Komplettsanierung aber noch vor sich.
24:15Jetzt schauen wir mal, ob sie anspringen, wie sie anspringen und was sie dann, wenn sie angesprungen sind, machen.
24:20Ob sie qualmen, ob sie irgendwo rauspisst, ob irgendeine Höldruckleitung zu viel Druck kriegt oder weiß der Geil was.
24:28Zumindest haben sich während der letzten Monate keine Vögel oder Wespen eingenistet.
24:34Gab es ja auch schon mal.
24:35Wichtig ist natürlich rauszufinden, ob diese Motoren sich nicht kaputt gestanden haben und zu gucken, ob die ganzen Monitorsysteme für
24:46diese Motoren auch funktionieren.
24:47Der Mark hat diesen ganzen Kabelbaum auseinandergebaut, weil er das im Kopf kann und sonst kein anderer auf der Welt.
24:54Und jedes Kabel praktisch in der Hand gehabt.
24:56Wir haben insgesamt 800 Kilo Inverter Elektronik aus dem Ding rausgebaut.
25:02Deswegen ist es ganz wichtig, dass wir jetzt feststellen, ob der Motor gut läuft und ob alle Anzeigeinstrumente, die wir
25:08alle auseinander hatten, auch genau das anzeigen, was sie sollen.
25:11Propp area clear.
25:14Yellow.
25:14Clear props!
25:16Left!
25:17So right now they're doing the testing on the props, so they can see what the temperatures are.
25:23So, keep my fingers dry.
25:26We're usually at six blades.
25:28Six blades, yeah.
25:29One, two, three, four, five, six.
25:34Boost bonbon.
25:35Boost bonbon.
25:41Come, come, come, come, come, come, come.
25:44Coming.
25:48What was that?
25:49Was that a backfire or was that a door?
25:54Nur ein kleiner Stolperer nach so langem Stillstand.
25:591,000 RPM is set.
26:02Or for right side.
26:04We have here, we have hydraulics.
26:07Yeah.
26:10Auch den rechten Motor hat Thomas zuletzt vor Monaten gewartet.
26:15Seitdem stand er still.
26:17Und trotzdem.
26:19So positive oil pressure.
26:21We have oil pressure.
26:22We have oil pressure, yeah.
26:32Hört sich gut an.
26:39We look good.
26:40We look really good.
26:42No fires.
26:44They sound like they're running all the cylinders.
26:48Mark, wie waren denn bei dem rechten die Temperaturen?
26:50Die sind super.
26:51Alle gleichmäßig.
26:53You think we can make a taxi turn and come back here?
26:56Let me get you unhugged.
26:57We gotta be careful.
26:58Ja, oder?
27:00Die Erkenntnis, dass die Propeller im Stand sauber laufen, reicht ganz offensichtlich nicht.
27:06Der Chef will mehr.
27:09Okay.
27:10Das Lock ist raus.
27:13Gott.
27:13Bist du auf den Bremsen?
27:15Ja.
27:18Das Risiko, das die Maschine unkontrolliert abhebt, ist in diesem Zustand eher überschaubar.
27:25Aber darum geht es nicht.
27:34Entscheidend ist, dass die Maschine überhaupt etwas tut.
27:41Tausende Arbeitsstunden stecken bereits in der Albatross.
27:45Und mehr als nur einmal stand das gesamte Projekt vor dem Aus.
27:51Nein.
27:53Good job.
27:54Wir haben da zehnmal so viel Zeit reingesteckt, wie wir uns gewünscht haben.
27:58Ich hab da dreißigmal so viel Kohle drin, wie wir uns gewünscht haben.
28:03Weil von dieser, wir tauschen mal eben ein paar Schläuche aus und machen die Fenster sauber,
28:08zu einer absoluten Monsterkatastrophe geworden ist.
28:12Das ist wirklich, wirklich viel gewesen.
28:15Und dass das jetzt alles so läuft, wie es soll, das ist schon ein gutes Gefühl.
28:21Geil.
28:24Geil.
28:25Geil.
28:26Geil.
28:26Geil.
28:26Was ein Scheiß, Alter.
28:30Fast.
28:31Fast.
28:32Fast.
28:35Der linke läuft so fett.
28:37Zylinder laufen nicht, oder was hat das denn?
28:38Zwei laufen nicht.
28:40Zwei und drei.
28:41Michael, wie läuft denn der rechte?
28:43Gut.
28:45Dass den Propeller auch poröse Dichtungen plagen, hat der Chef natürlich nicht vergessen.
28:51Nach der erfolgreichen Ausfahrt sieht er solche Herausforderungen aber in einem völlig anderen Licht.
29:00Die ganze Elektronik funktioniert. Wir haben zwei Untertemperaturen an zwei Zylindern, aber die können wir jetzt genau direkt benennen.
29:08Die Lichtmaschinen funktionieren, die Temperaturen sind im grünen Bereich.
29:13Jetzt fehlen nur noch die Propeller zu überholen, Flügel dran zu stecken, Floats dran machen.
29:17Und tschüss.
29:18Schon ist das Ding fertig.
29:21Dass nach ebenso langen wie bangen Monaten die Grumman endlich ihre Tragflächen zurückbekommen soll, ist offensichtlich auch für den Chef
29:30mehr als beflügelnd.
29:37Im 9000 Kilometer entfernten Peterslar ist der erste der beiden Lagercontainer schon abgehoben.
29:44Jetzt geht es darum, die fünf Tonnen zielsicher zu landen.
29:49Den Platz dafür hat Bogdan schon vorbereitet. Ebenso Klotzkis Niveauausgleich.
29:56Wir gehen jetzt da drauf und dann können wir hier drunter legen, oder?
30:00Ja, genau.
30:01Wir fahren jetzt hier dran und setzen ab.
30:05Klingt beherrschbar, hat aber einen kleinen Haken.
30:08Denn der Container soll nicht wie seine Nachbarn direkt an der Wand parken, sondern auf jeden Fall Abstand halten.
30:16Ein Sonderwunsch des Chefs.
30:19Wir haben jetzt vor, unten einen großen Container hinzusetzen.
30:23Dann kommt ein zweiter Container oben drauf, der aber nach hinten versetzt wird, dass wir vorne ein Podest haben,
30:31dass man da Paletten drauf abstellen kann und sich da ein bisschen bewegen kann, um den oberen Container vollzuladen.
30:38Durch das versetzte Stapeln der Container soll also eine Stufe entstehen.
30:43Eine Art Terrasse im ersten Stock.
30:46Und die kann nur so groß sein, wie der Abstand zwischen Basiscontainer und Mauer.
30:5380 Zentimeter nach da.
30:55Gut.
31:00Achtung, ich schwinge.
31:04Der Wunsch des Chefs nach genügend Abstand ist natürlich in alle Planungen eingeflossen.
31:12Ob diese Planungen allerdings ihr Ziel erreicht haben, ist nach der Landung des Containers durchaus strittig.
31:23Irgendwie ganz schön eng.
31:26Alter, das ist doch viel zu wenig.
31:27Mittels 20.
31:29Das ist ja quasi der Überhang, den wir jetzt vorne erzeugt haben.
31:33Ja, aber guck mal, die Wand ist schief, wenn wir bis an die Wand gehen.
31:36Ja, aber wenn wir bis an die Wand gehen, haben wir nochmal 20 Zentimeter.
31:39Aber ist das, der Alte will doch ein Plateau haben, wo du hier eine Gitterbox mit Hubwagen draufkrieß.
31:48Ich glaube, das kriegst du am Ende.
31:51Guck mal, da passt ein Hubwagen hin.
31:53Das ist ja auch da, okay eben.
31:55Aber hier?
31:57Hier?
31:58Wann die immer schlecht kommen, weißt du?
32:00Mauer ist halt schenk, ne?
32:02Na ja.
32:03Ich würde den ehrlich gesagt so stehen lassen.
32:05Wiss mal, wie viel du da ans Mauerwerk hast.
32:11Wie viel Platz der Chef sich wünscht, ist klar.
32:15Ob der Container dafür richtig steht?
32:18Offenbar noch nicht.
32:22Wie viel hast du bis da an die Kante?
32:24Bis hier?
32:25Ja.
32:26Meter 31.
32:28Wie viel hat die Gitterbox?
32:31Meter 20 x 80.
32:33Ja, und der Palettenwagen ist doch nicht nur 10 Zentimeter.
32:37Du brauchst einen Meter 50, um das anständig hochzusetzen.
32:40Ich sitze da im Kran und das Team draußen sagt mir, da muss der Container hin.
32:44Da wird der Container da abgesetzt.
32:45Wenn er dann zu weit hinten, zu weit vorne, zu weit rechts oder links steht,
32:49ist das eigentlich nicht mein Problem, weil ich bin nicht draußen und sehe, wo das Ding steht.
32:53Ich sehe viele solche Sachen im Vorbeigehen schon mal und muss dann zu allem meinen Senf dazugeben.
32:59Und in dem Fall war es mal gut.
33:01Gott sei Dank haben wir den Klotzki, ne?
33:04Der aufmerksame Kollege hat dem Team einige Mehrarbeit erspart.
33:10Denn noch hat der Container keinen Aufsatz und lässt sich entsprechend einfach versetzen.
33:17Vier Auge!
33:19Bereit!
33:22Gut 30 Zentimeter muss sich der Stahlbehälter jetzt nach vorne bewegen.
33:30Die Recycling-Unterbauten, die Klotzki am Vormittag aus Reststahlplatten geschnitten hat,
33:36wandern einfach mit.
33:38Nach elf Minuten steht der Container schmurgerade.
33:43Alles gut!
33:47Ja, um den gerade zu stellen, war ein Unterschied von sechs Zentimeter oder so.
33:51Und um das zu nivellieren, ich habe reichlich von den Platten hergestellt,
33:55dass man es auch in eine gewisse Höhe bringen kann noch und es dann unterlegen.
33:59Und es hat auch auf jeden Fall gereicht.
34:02Die Basis steht.
34:04Jetzt kommt der Aufbau.
34:07Der zweite Container ist nahezu identisch.
34:10Und die Arbeitsabläufe könnten es auch sein.
34:14Eigentlich.
34:16Von dem LKW runter alles dieselbe Zeit.
34:18Aber absetzen wird es schneller gehen,
34:20weil jetzt haben wir ja schon die gerade Fläche vorgegeben.
34:23Dann setzen wir jetzt da drauf bis hinten zur Wand,
34:25dann haben wir vorne das Podest und dann sind wir fertig.
34:29Optimismus ist bei Morlock eine der ausgeprägtesten Tugenden.
34:34Und im Umgang mit Herausforderungen durchaus hilfreich.
34:39Achtung, wenn der jetzt vorfährt, hängen wir, ne?
34:49Es hilft offenbar auf den Werkstattleiter zu hören.
34:54Ja.
34:55Ja, pass auf die Scheibe hier auf.
34:59Enge Abstimmung vermeidet Schäden an Mensch und Maschine.
35:05Kommt dann! Vorsicht!
35:07Der dreht doch!
35:09Ich glaube, der hat nicht gerafft, was wir vorhaben.
35:12Wir kommen oben am Arm!
35:15Stopp! Stopp!
35:17Ja, dann zieh doch mal!
35:18Ach so!
35:19Scheiße!
35:20Ja, hab ich nicht gesehen!
35:25Zehn Zentimeter nach außen!
35:27Ja, ich bin dabei!
35:31Wenn wir das natürlich jetzt dagegen gekoffert hätten
35:33und da wäre eine Beule drin gewesen,
35:34dann kannst du den Kran verschrotten,
35:36weil der Kranarm, der muss einfach doppelt Schuss sein.
35:39Alles gut gegangen,
35:42ganz klein bisschen außerplant, kann man mit leben.
35:47Bislang keine Schäden und keine Verletzten,
35:50lediglich etwas verlorene Zeit.
35:52Läuft fast schon zu rund.
35:55Dreh den mal gerade, vorne ein bisschen nach rechts.
35:58Noch weiter.
36:01Gut!
36:05Zwei Container, fünf Mann, drei Stunden.
36:10Das neue Lager für Hummer-Teile steht
36:13und kann ab sofort in Betrieb gehen.
36:16Nicht nur den Chef wird's freuen.
36:19Also die Container stehen gerade, sind schön unterbaut.
36:22Genauso wie wir es vorhatten.
36:24Vorne haben wir dieses Podest,
36:25dass man darauf Paletten abstellen kann und kann da arbeiten,
36:28dass man die in den Container reinkriegt.
36:29Eigentlich ist alles gut gelaufen.
36:32Ich bin zufrieden. Alles gut.
36:37Monatelang musste die gestutzte Grumman am Boden bleiben.
36:41Jetzt soll sie endlich ihre Flügel zurückbekommen.
37:10So ein Flügel wiegt fast 1.000 Kilogramm.
37:13Wenn man mit so Schäden
37:14schweren Lasten arbeitet, ist natürlich immer Vorsicht geboten.
37:18Hier in Amerika sind die Arztrechnungen furchtbar teuer.
37:21Also idealerweise klemmt sich hier keiner die Finger.
37:2416 Bolzen sollen Flügel und Rumpf verbinden,
37:28sobald die am Stapler baumelnde Tragfläche da ist,
37:31wo sie hingehört.
37:49Die Tragfläche ist fast so lang wie ein LKW.
37:53Beim Ausrichten und Zusammenstecken mit dem Rumpf
37:56geht es jetzt allerdings um Millimeter.
38:18Flügel wieder dran bedeutet natürlich Kursänderung.
38:21Wir sind nicht mehr in dem Auseinander und noch mehr Probleme finden.
38:25Wir sind da drüber.
38:26Aber wir bauen das Flugzeug jetzt tatsächlich wieder zusammen.
38:29Jetzt müssen wir nur alle dranbleiben.
38:31Und es darf jetzt nichts Schlimmes passieren.
38:34Gut, jetzt können wir Bolzen schicken.
38:39Nicht selbstverständlich bei Morlock.
38:41Alle Verbindungsstücke sind tatsächlich noch vorhanden.
38:54Um den Flügel abzubauen, mussten die Steel Buddys gut sieben Stunden schrauben.
39:00Es war ein Kampf mit offenem Ausgang.
39:03Jetzt vergehen gerade mal 15 Minuten.
39:06Und alle Verbindungsbolzen sind wieder an ihrem angestammten Platz.
39:15Also der erste Flügel ist jetzt installiert, der rechte.
39:18Und jetzt wird das Flugzeug in der Halle gedreht.
39:21Dann holen wir den zweiten Flügel.
39:22Und ich hoffe, dass der genau so locker dran geht wie der Halle.
39:27Die zweite Tragfläche bringt also in jedem Fall die Wände und ist bereits im Anflug.
39:50Eine Punktlandung in Rekordzeit.
39:53Und auch der Rest ist fast schon Routine.
39:56Bisschen runterdrücken.
39:59Na, ja, kommt wohl.
40:0216 Bolzen.
40:04Und etwas Fingerspitzengefühl.
40:08Bisschen wackeln.
40:13Der Chef hat für heute das Ziel ausgegeben, aus dem zurechtgestutzten Vogel endlich wieder einen richtigen Flieger zu machen.
40:22Einen, der auch danach aussieht.
40:24Und das scheint tatsächlich zu klappen.
40:28Können wir den Stapler abhängen oder geht noch nicht?
40:30Doch, gut. Es sind alle Bolzen drin.
40:33Der ist schon breit, ne?
40:35Weck mich am Asch.
40:37Was für ein Trümmer, ey.
40:39Geile Meile. Meine Fresse.
40:42Jetzt stell dir mal vor, wie geil das ist, wenn wir mit dem Trümmer nach Deutschland fliegen.
40:45Und dann in Mendig landen.
40:47Und stellen die schön neben den DC-3, weil ich glaubst, was das geil aussieht.
40:49Die waren alle so hier.
40:52Aber wir haben das nicht wieder geschafft.
40:56Dass der Chef nochmal sämtliche Kräfte gebündelt und alles auf eine Karte gesetzt hat, zahlt sich offenbar aus.
41:05Hast du ein freudiges Gesicht?
41:07Natürlich habe ich ein freudiges Gesicht.
41:10Aber nicht bei sowas.
41:11Du musst halt einfach wach bleiben.
41:13Es ist noch nicht zu Ende.
41:14Ist alles gut, aber es ist noch nicht zu Ende.
41:16Von dieser ganzen Liste bis zum Nordpol bist du einen Schritt weiter.
41:20Und noch ein Schrittchen.
41:22Und noch ein Schrittchen.
41:23Und noch ein Schrittchen.
41:24Und noch ein Schrittchen.
41:24Und irgendwann bist du da.
41:25So geht das auch mit dem Pyramiden bauen.
41:27Und noch ein Steinchen.
41:29Und noch ein Steinchen.
41:29Zum Schluss fertig.
41:30Das ist doch nicht wichtig, ob ich mich freuen kann.
41:33Wichtig ist, dass ich die Kraft habe, einfach weiterzumachen.
41:39Das Team zeigt zumindest noch keine Verschleißerscheinungen.
41:44Und das, obwohl sich die historische Grumman als durchaus betreuungsintensiv erwiesen hat.
41:53Alter, wer hätt's geglaubt?
41:55Ich hätt's zum Schluss auch nicht mehr geglaubt.
41:57Das Flugzeug hat uns mehr geschändet als die DC-3.
42:00Und bei der DC-3 hat schon jeder gesagt, die kriegen das sowieso nicht in die Luft.
42:04Und wie es weggeflogen ist, ging die Kinnladen runter.
42:06Was meinst du, was passiert, wenn das hier wegfliegt?
42:08Weil die haben nämlich alle gedacht, die bekloppten Deutschen machen das Flugzeug kaputt.
42:10Und tatsächlich sind jetzt die Flügel dran und es wird vielleicht sogar fliegen bald.
42:13Und dann muss sich wohl auch das Team selbst langsam aber sicher auf den Flug zum Nordpol vorbereiten.
42:22Es könnte hart für die eine oder den anderen werden.
42:26Und der Chef hat auch schon eine Idee.