#Hörbuch #deutsch
Diese Hörbuchreihe beschäftigt sich mit der Geschichte Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg, beginnend bei dem Zusammenbruch, über den Neubeginn, bis hin zu seiner Teilung.
Diese Hörbuchreihe beschäftigt sich mit der Geschichte Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg, beginnend bei dem Zusammenbruch, über den Neubeginn, bis hin zu seiner Teilung.
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KurzfilmeTranskript
00:03Willkommen auf unserem YouTube-Kanal Hörspiele und Hörbücher. Wir möchten uns auf diesem Wege
00:09für euren Support in den ersten Monaten unserer beiden Kanäle bedanken. Für alle,
00:15die es noch nicht wissen, unseren Kanal gibt es in der Blue Edition mit fantasievollen
00:19Science-Fiction-Geschichten und in der Black Edition mit spannenden Thriller und Krimis.
00:24Den jeweiligen Link findet ihr in der Kanal-Info. Bevor nun das nächste Stück startet,
00:31möchten wir euch um weitere Unterstützung bitten. Dies könnt ihr tun, indem ihr uns ein Abo dalasst
00:36und natürlich mit einem Like, wenn euch das Stück gefallen hat. Vielen Dank. Und nun wünschen
00:42wir euch gute Unterhaltung. Das heutige Science-Fiction-Spiel handelt im New York des
00:54Jahres 1990. Dass diesmal nicht sehr weit in die Zukunft hinein projiziert wird, hat zwei Gründe.
01:02Der erste. Die Kurzgeschichte, nach der das Hörspiel geschrieben wurde, ist schon vor rund 20 Jahren
01:08entstanden. Und dem amerikanischen Autor Alfred Bester genügten 30 Jahre Vorgriff in die Zukunft,
01:15um glaubhaft zu machen, dass in der Zwischenzeit die große Katastrophe stattgefunden haben kann
01:20und dass in der lebensleeren Metropole ein durch glücklich unglücklichen Zufall davongekommenes
01:27Menschenpaar sich in den Überresten der technischen Zivilisation häuslich einrichtet. Als wir uns
01:33entschlossen, diese Geschichte zu einem Hörspiel umzuarbeiten und ins Frühjahrsprogramm 1980
01:38einzuplanen, da konnten wir noch nicht ahnen, dass Krieg schon wieder zu den Denkmöglichkeiten und
01:44Drohungen der mächtigsten Politiker gehören würde. Aber wir hatten uns gedacht, und damit ist der zweite
01:50Grund genannt, dass auch ein Vorgriff um zehn Jahre genügt, um die grauenhafte Vorstellung zu
01:56verfestigen, wie in der zerfallenden Millionenstadt New York nur noch ein Menschenpaar so lebt,
02:02als hätte es eine Zukunft. Damit ist auch schon der Titel erklärt, den Hermann Motschach der
02:10Hörspielfassung dieser amerikanischen Kurzgeschichte gegeben hat. Nach Null.
02:25Hey, Sie Traumtänzer! Da würden Sie gefälligst aufwachen! Er latscht über die Fahrbahn,
02:31als ob ihm New York allein gehört. Ihnen ist doch nichts passiert, oder? Reden Sie doch,
02:37Mann! Was starren Sie mich so an? Mein Gott, ich hab's gewusst! Immer hab ich's gewusst,
02:43dass noch jemand da ist außer mir. Aber ausgerechnet eine Frau, verdammter Mist!
02:49Danke für die Blumen! Sie müssen entschuldigen, aber ein Auto in New York, darauf war ich nicht
02:53gefasst! Reden Sie keinen Unsinn! Es gibt schätzungsweise drei Millionen Autos in der Stadt!
02:59Ja, nur keinen, der damit fährt! Gehen Sie auf den Weg! Hey, warten Sie! Was denn noch, Traumtänzer?
03:07Verstehen Sie was von Fernsehapparaten? Ich meine von Elektronik, oder wie der Käse heißt.
03:11Ein unentdeckter Witzbold, was? Nein, ehrlich! Verstehen Sie was davon? Nein!
03:19Mist, verdammter! Verzeihung, aber gibt's denn hier in der Stadt keine Männer?
03:25Ich bin der letzte Mensch der Erde. Komisch. Ich dachte immer, der wäre ich. Ich bin die letzte
03:32Frau und Sie sind der letzte Mann. Ist besser so? Es muss doch noch Leute geben, irgendwo,
03:38vielleicht im Süden. Ich komme aus New Haven. Und ich dachte, in einer wärmeren Gegend, da finde ich
03:43vielleicht noch jemanden, den ich fragen könnte. Fragen? Was denn? Ach, das ist...
03:48War mir in der Sache. Aha. Übrigens, wenn Sie nach Süden gehen wollen, gehen Sie in die falsche
03:55Richtung. Aber das ist doch die Fifth Avenue. Und die führt doch nach Süden, oder?
03:59Schon. Aber Manhattan ist eine Insel. Sie müssen zuerst nach Norden, bis zum Cathedral Park,
04:07dann West Watteau am Fluss entlang und über die George Washington Brücke und weiter Richtung Jersey.
04:13Es ist gar nicht zu verfehlen. Wissen Sie, ich bin fremd hier. Das ist leicht zu erkennen.
04:20Ah, steigen Sie ein, Mann. Dankeschön. Ich lege meine Sachen auf den Rücksitz.
04:30Ein Verkehrsinweis vom Südfunk Stuttgart, Stand 9.05 Uhr. 21.05 Uhr. Die A 831 Stuttgart in Richtung
04:41Herrenberg ist zwischen Böblingen, Sindelfingen und dem Autobahnkreuz Böblingen nach einem Verkehrsunfall
04:47blockiert. Der Verkehr staut sich auf zwei bis drei Kilometer mit zunehmender Tendenz. Den Verkehrsteilnehmern
04:55wird empfohlen, ab Sindelfingen-Ost bzw. ab Böblingen-Sindelfingen über die Bundesstraße 14 zur
05:01Anschlussstelle Eningen zu fahren.
05:14Auf Tramp-Tor, wie? Ja, kann man sagen. Mit so viel Klamotten? Warum schnappen Sie sich
05:21nicht eins von den drei Millionen Autos? Benzin und Öl gibt's auch noch in Massen.
05:26Ja, da ist ein Haken. Ich kann nicht fahren. Ach, ja, gibt's denn sowas? Soll ich weiter Traumtänzer zu Ihnen
05:37sagen oder haben Sie auch einen Namen? Mayo, Jim Mayo. Ich bin Linda Nielsen. Warum halten Sie an?
05:48Will er nicht mehr? Jim? Ich will Ihnen einen Vorschlag machen. So? Na schön. Aber eins sage ich Ihnen
05:58gleich. Viel Zeit habe ich nicht. Ich muss nämlich... Naja, ich habe was vor. Wenn Sie was für mich tun,
06:05Jim,
06:05tue ich was für Sie. Zum Beispiel? Wissen Sie, ich fühle mich manchmal sehr einsam. Am Tag ist das nicht
06:16so
06:16schlimm. Aber in der Nacht ist es furchtbar. Ja, ich weiß. Ich muss was dagegen unternehmen. Und was hat
06:23ich damit zu tun? Oh, warum bleiben Sie nicht hier? Für einige Zeit. Ich könnte Ihnen das Autofahren beibringen.
06:33Keine schlechte Idee. Ist es schwer zu lernen, das Fahren? Ach, das bringe ich Ihnen in drei Tagen bei. Na,
06:39ich war nie
06:39besonders schnell im Lernen. Na, dann dauert es eben drei Wochen. Sie sparen trotzdem Zeit, wenn Sie bedenken,
06:45wie viel schneller Sie dann nach Süden kommen. Klingt ganz gut. Aber was soll ich für Sie tun? Mir helfen,
06:52ein Klavier zu transportieren. Ich glaube, ich spinne. Ein Klavier? Ein Flügel aus Rosenholz. Er steht in der
06:5957. Ich möchte ihn schrecklich gerne im Wohnzimmer haben. Was wollen Sie damit? Darauf spielen, Mann. Nach dem
07:08Essen oder so. Man kann doch nicht immer nur Platten hören. Na ja, aber warum ziehen Sie nicht einfach in
07:14eine Wohnung, wo schon so eine Drahtkommode rumsteht? Weil ich meine Wohnung liebe. Ich habe Monate gebraucht,
07:20um sie einzurichten. Und sie ist wirklich wunderschön. Das Haus liegt direkt am Central Park. Früher wurden
07:27Modelljachten darin aufbewahrt. Genau gegenüber vom Teich. Ach, Modelljachten, sagen Sie? Ach, es kann nicht
07:32schwer sein, den Flügel dahin zu schaffen. Wenn wir gemeinsam... Wissen Sie, Linda, ich... Sie sehen ziemlich
07:36kräftig aus. Was haben Sie früher gemacht? Ich war Sportprofi. Drum. Aber da bin ich lange raus. Zuletzt
07:45habe ich als Barmixer gearbeitet. In New Haven. Leuchtkugel ist der Laden. Wie sinnig. Im Sport war ich eine
07:54Kanone. Und Sie? Was haben Sie gemacht? Meinungsforschung für die BBDO. Eine Werbefirma. Ach, aber darüber können
08:00wir uns später unterhalten. Ach, Jim. Seien Sie kein Spielverderber. Ach, Sie können bei mir wohnen. Ich koche
08:08fantastisch. Und ich habe ein süßes Gästezimmer. Gästezimmer? Für wen um Himmels Willen? Ja, ein ordentliches
08:15Haus braucht ein Gästezimmer. Und Sie können im Teich schwimmen. Und ich besorge Ihnen einen
08:19nagelneuen Jaguar, wenn Sie es fahren können. Cadillac wäre mir lieber. Ach, können Sie
08:24haben. Jede Menge. Wie ist es? Abgemacht? Schön. Abgemacht. Aber lange kann ich nicht bleiben.
08:35Gäste.
08:46Gäste.
08:51Gäste.
09:04Wenn jetzt noch Boote darauf schwimmen würden. Das Haus war voll damit. Bis unter das Dach,
09:07als ich einzog. Als Junge habe ich mir immer ein Modellboot gewünscht. Einmal habe ich sogar...
09:12Hey, was ist denn das? Die Stadt. Sie fällt einfach zusammen. Andauernd sieht man, wie Gebäude
09:19einstürzen. Man gewöhnt sich daran. Kommen Sie mit rein. Ich möchte Ihnen alles zeigen.
09:33Dort drüben ist das Wohnzimmer. Viktorianisch. Ah, Sie sehen es noch. Mein Schlafzimmer? Das
09:40ist Empire. Und die Küche? Rustikal. Hier kommen Sie. Und hier? Das Gästezimmer. Süß, haben Sie gesagt.
10:02Doch. Süß ist es. Süß ist es wirklich. Kolonialstil. Mit Himmelbett und intimen Lampen.
10:08Scheint mehr was für ein junges Mädchen, wie? Bin ich ja. Noch. Na sicher. Nur ein Mann ist
10:16so was Zartes nicht gewöhnt. Ach, keine Sorge. Das Bett hält was aus. Ach, und vergessen Sie
10:21nicht, Jim. Die Füße gehören nicht auf die Tagesdecke. Und für die Nacht müssen Sie die
10:26Decke abnehmen und zusammenfalten. Und laufen Sie nicht mit schmutzigen Schuhen über den
10:30Teppich. Er stammt aus dem Museum. Und morgen besorgen wir Ihnen Sachen zum Wechseln. Aber
10:35was Sie da anhaben, ist so speckig. Das Reinigen nicht mehr lohnt. Ja, ich glaube, ich schlafe
10:39doch lieber draußen im Park. Warum denn das? Ach, ich bin's so gewöhnt. Keine Bange. Ich
10:43bin ja in der Nähe. Und wenn Sie mich brauchen, dann... Wieso sollte ich Sie brauchen? Ja, Sie
10:47müssen nur laut rufen. Ach, Unsinn. Sie sind mein Gast und bleiben hier. Also, ich gehe jetzt kochen
10:53und Sie können sich inzwischen frisch machen. Aber denken Sie an die Tagesdecke, ja?
11:19Guten Morgen, Jim. Gut geschlafen? Guten Morgen, Linda.
11:32Mein Gott, muss das Wasser kalt sein. Wir haben hier eine Gänsehaut überall. Nein,
11:37es ist herrlich. Ach, gehen Sie auch rein, Jim. Sie werden sich fühlen wie ein Gott. Ich
11:42mag's nicht, wenn das Wasser so kalt ist. Ach, nun haben Sie sich nicht so... Was zum Teufel
11:47war denn das? Klang wie eine Explosion. Da, im Westen. Sehen Sie? Das war das UN-Gebäude.
11:54Junge, Junge, ist das vielleicht ein Anblick. Babylons Glück und Ende. Man gewöhnt sich
11:58daran. Springen Sie ins Wasser, Jim. Ich hole Ihnen ein Handtuch. Es ist mir zu kalt, Linda.
12:05Haben Sie nie kalt geduscht in Ihrer Sportskanonenzeit? Nein, immer kochend heiß. Also, wenn Sie noch
12:11lange so rumstehen, da werden Sie nie reingehen. Sie zittern ja schon am ganzen Körper. Hey,
12:17was ist denn das? Sie sind ja tätowiert an der Hüfte. Ach, das? Eine Pythonschlange. Fünffarbig.
12:25Hier dringens rum, sehen Sie? Oh. Habe ich mir in Saigon machen lassen. 70 bei der Marine. Hübsch,
12:30was? Geschmackssache. Sie waren 70 bei der Marine? Genau, damals war ich 20. Dann sind Sie jetzt 40.
12:3839. Aber ich habe bald geburtzt. Dann sind Sie also vorzeitig grau geworden. Sieht so aus. Ich
12:44will Ihnen was sagen. Gehen Sie lieber nicht ins Wasser. Setzen Sie sich auf den Hocker. Ich werde
12:49Ihnen die Haare schneiden. Aber... Hinsetzen, habe ich gesagt. Ach, der Bart, der muss auch
12:54gestutzt werden. Oder besser ganz weg. Ich wette, es kommt ein ganz passabler Boy darunter zum
13:00Vorschein. Ach, dummes Zeug. Sie brauchen nicht rot zu werden. Auf dem Herd steht ein Topf mit heißem
13:06Wasser. Wenn ich hier mit Ihnen fertig bin, gehen Sie rein und rasieren sich. Und nach
13:11dem Frühstück besorgen wir neue Klamotten für Sie. Und dann das Klavier. Ich kann doch
13:16nicht splitternackt durch New York flitzen. Ach, werden Sie nicht albern. Aber wer soll
13:20Sie denn sehen? Na, Sie zum Beispiel. Ich habe schon alles gesehen. Auch die Stelle, wo der
13:27Schwanz der Python endet. Sie nackter Angeber.
13:42Vorsicht. Vorsicht. Vorsicht, die Tür. Ach. Ach. Ach. Ach. Ich habe ihn. Oh, sieht er nicht wunderbar aus hier vor
13:56der China-Tapete? Oh, danke, Jim. Sie sind ein Engel.
14:00Lassen Sie mich los. Ich kriege keine Luft. Mann, oh Mann, ist das Ding schwer. Ein Flügel ist eine Anschaffung
14:07fürs Leben. Ja, Anschaffung ist gut. Und einen Nagel gerissen haben Sie in sich. Ich habe einen Schuldschein hinterlegt über
14:123000 Dollar. Eigenhändig unterschrieben. Das wissen Sie genau. Und wann wollen Sie den einlösen? Und die anderen alle? Ja, sobald
14:20sich die Eigentümer melden. Wenn ich mir den Haufen Plunder ansehe, den Sie in den Kaufhäusern zusammengeamst haben...
14:25Ja, Plunder. Das brauche ich alles.
14:28Wollkleid, Schottenmuster, 99. Japanischer Drog heruntergesetzt, 240. Zwölf Dosen Hummer, A1480 macht 177,60. Dann diese Elchmokassins und dieser Safari
14:39-Anzug.
14:40Ach, Sie sehen sicher sehr romantisch darin aus, Jim. Wie der große Jäger bei Hemingway.
14:44Ich möchte wissen, wie Sie das jemals bezahlen wollen, Linda.
14:46Und ich möchte wissen, wie ich Ihnen danken kann, Jim.
14:49Na, alles. Was Sie wollen. Sie brauchen nur ein Wort zu sagen.
14:53Ist schon okay. Sie haben mir ja die Haare geschnitten.
14:56Ich meine es ernst, Jim.
14:58Na, außerdem wollen Sie mir ja das Autofahren beibringen.
15:09Oh Mann! Sie können darauf spielen?
15:13Na, was heißt können? Ich habe als Junge mal Klavierstunden gehabt.
15:16Na, los doch. Spielen Sie was.
15:19Ja, wenn Sie wollen. Das muss ich immer üben bis zum Knochenkotzen.
15:30Ach, wundervoll. Wundervoll.
15:34Könnten Sie es mir auch beibringen?
15:39Ja, vielleicht. Zeigen Sie mal Ihre Hände her.
15:42Jetzt schon.
15:43Weich, weich. Schmeidig.
15:46Locker im Handgelenk.
15:47Ach, Jim.
15:49Ist was?
15:51Nichts.
15:53Üben Sie weiter.
15:55Ich gehe kochen.
16:20Das war der dritte Caddy Action.
16:25Autofahren ist schwerer, als ich dachte.
16:27In einem Monat haben Sie den Bogen raus. Ich verspreche es Ihnen.
16:30Was? Noch einen ganzen Monat?
16:32Sie haben ja selbst gesagt, dass Sie nur langsam lernen, oder?
16:35Ja? Danke übrigens, dass Sie gerade diese Schaufenster aufs Horn genommen haben.
16:39Das kleine Schwarze da hat mir schon vor Tagen in die Augen gestochen.
16:43Oh, boy.
16:44Und gleich die Abendschuhe dazu.
16:47Hm, die passen sogar.
16:48Und dann noch eine Perlenkette.
16:51Ja, die da.
16:52Was gibt denn das, wenn es fertig ist?
16:54Eine Überraschung, Jim.
16:56Steigen Sie um.
16:57Da drüben steht ein Thunderbird.
16:59Ich weiß, Sie stehen auf Cadillac.
17:01Aber Cadillacs kriegen wir im Moment nicht rein.
17:03Und wohin soll es dann gehen?
17:05Fahren Sie Richtung Osten.
17:06Auf die 52.
17:07Und was wollen Sie dort?
17:09Sie in ein Restaurant führen.
17:12Zum Essen?
17:13Die Küche streikt heute leider, wissen Sie.
17:16Aber die Bar hat geöffnet.
17:18Durchgehend.
17:19Hallo, Todesfahrer.
17:20An Steuer.
17:21Ich ziehe mich auf dem Rücksitz um.
17:49Hier ist es, Jim.
17:50Da kommen Sie.
17:51Hey, worauf warten Sie noch?
17:53Moment.
17:54Riechen Sie das?
17:56Was?
17:57Was riecht so süßlich?
17:59Das ist mein Parfüm.
18:00Nein, es ist irgendwas in der Luft.
18:02Etwas Süßes.
18:04Erstickendes.
18:05Ich kenne es genau sogar.
18:07Ich komme nur im Augenblick nicht darauf.
18:09Das ist doch egal.
18:11Ja, kommen Sie rein.
18:13Eigentlich sollten Sie eine Krawatte tragen.
18:15Aber ich denke, es geht auch so.
18:20Ganz schön teurer Laden, soweit ich sehe.
18:22Wir können uns das doch leisten.
18:26Was sind denn das für Fotos an der Wand?
18:28Prominente.
18:32Mel Allen, Red Barber, Frank Gifford, Rocky Machano.
18:36Autsch, verdammt.
18:37Ich hole Kerzen.
18:38Ich weiß, wo wir sind.
18:44Haben Sie je einen von den Großkopferten hier getroffen?
18:47Ja, sicher.
18:47Hier, zünden Sie an.
18:51Wollen wir was trinken?
18:53Oha.
18:55Margoni-Teflum.
18:57Kastallglas, das nenne ich eine Bar.
18:58Und erstklassig bestückt.
19:00Alles, was rechts und links ist.
19:08Nehmen Sie Platz, schöne Frau.
19:09Sitten Sie down, please.
19:10Schöner Abend heute Abend.
19:11Was darf es denn sein?
19:13Ach, das war wieder ein Tag heute.
19:16Ein Martini Dry, bitte auf Eis.
19:19Oder besser gleich einen Doppelten.
19:21Aber schuhe, gnädige Frau mit Naulise.
19:23Danke, nein, Mixer.
19:25Einen Doppelten trocknen auf Eis.
19:30Unheimlich sorry, gnädige Frau.
19:31Aber der Martini hat heute Ausgang.
19:33Vielleicht einen Scotch.
19:34Ja, bitte, Mixer.
19:35Mit Soda.
19:37Das Sodawasser dürfte abgestanden sein.
19:39Eis ist auch nicht da.
19:40Ach, das macht nichts.
19:45So.
19:47Bitte sehr, gnädige Frau.
19:49Danke, Mixer.
19:51Nimm Sie auch einen auf meine Rechnung.
19:54Wie heißen Sie?
19:55Meine Freundin nennt mich Jim, gnädige Frau.
19:57Aber ich trinke niemals im Dienst.
20:00Da machen Sie eine Ausnahme.
20:02Ist nicht drin, gnädige Frau.
20:03Nennen Sie mich Linda.
20:06Danke, Linda.
20:07Ist das Watschirm, das Sie niemals trinken?
20:10Ja.
20:12Na denn, auf glückliche Tage.
20:16Und lange Nächte.
20:17Das ist gut.
20:20Ist das von Ihnen?
20:22Barmixer, bla bla.
20:23Zweideutig, aber nicht unverschämt.
20:24Okay.
20:26Cheers.
20:28Bienen.
20:29Was ist los?
20:30Dieser Geruch von Bienenkörben.
20:33Ach so.
20:34Geben Sie mir noch was.
20:39Bitte?
20:41Aber sagen Sie,
20:43haben Sie die Fernsehtypen dort auf den Fotos
20:45wirklich schon in Lebensgröße gesehen?
20:46Sicher.
20:48Auf glückliche Tage, Jim.
20:50Sagen wir glückliche Sonntage.
20:52Da wird nicht gearbeitet.
20:55Großer Gott.
20:56Glauben Sie,
20:58dass die Bode hier auch zusammenkachen könnte?
21:00Nein.
21:01Das klingt anders.
21:02Äh, mehr wie Donner.
21:05Wissen Sie, wie das klingt?
21:06Als ob die U-Bahn die Lexington Ave entlang fährt.
21:09Die Untergrundbahn?
21:10Aber das ist ja verrückt.
21:12Wer könnte denn jetzt noch U-Bahn fahren?
21:13Ich habe ja auch nur gesagt,
21:14dass es so klingt.
21:17Bitte noch einen.
21:19Sie sollten sich etwas zurückhalten, Linda.
21:22Wissen Sie, was hier ein Dring kostet?
21:23Sehen Sie mal, 3,50.
21:24Ach, ist mir egal.
21:28Einen doppelten Mixer.
21:29Wie Sie wollen.
21:40Jim?
21:41Ja, Madam?
21:44Jim.
21:46Wenn Sie sich entschließen könnten,
21:49ein bisschen länger in der Stadt zu bleiben,
21:51dann könnte ich Ihnen zeigen,
21:53wo Ihre ganzen TV-Helden gelebt haben.
21:56Wir haben Aufzeichnungen bei unserer Werbefirma.
21:59All die Boys da auf Zilloloid.
22:01Ah, Stars wie, wie, äh, Red, wie heißt er?
22:04Wie heißt er gleich noch?
22:05Barber.
22:06Ach ja, Red Barber und, und, äh, Rocky, Grifford
22:09und Rocky Casey und, äh, Rocky, das fliegende Eichhörnchen.
22:14Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
22:16Warum sollte ich?
22:18Ach, ich versuche nur, nett zu sein.
22:22Ich versuche nur, Ihnen die Zeit angenehm zu machen.
22:26Meine Mutter hat immer gesagt,
22:28Linda, wenn du mit einem Mann zu tun hast,
22:31trage die Kleider, die er mag,
22:33und sag, was er gern hört.
22:37Mögen Sie dieses Kleid?
22:39Es gefällt mir, wenn Sie das meinen.
22:41Ein Abendkleid, nicht?
22:44Ein Cocktailkleid, Jim.
22:46Der Stoff.
22:48Fühlen Sie.
22:50Hauchdünn.
22:52Sie können meine Haut durchsehen.
22:55Und es hat 99,50 gekostet.
22:57Was?
22:58100 Grüne für so einen dünnen, schwarzen Fummel?
23:00Ach, das ist kein dünner, schwarzer Fummel, Jim.
23:03Es ist elegant.
23:05Und möchte bezaubern.
23:08Und die Perlen haben 600 gekostet,
23:10die Abendschuh 60,
23:12das Parfum 45,
23:14805 Dollar,
23:15um mich für Sie hübsch zu machen.
23:20Finden Sie es denn nicht hübsch?
23:22Sicher.
23:26Das Parfum heißt schwarze Hose.
23:31Riechen Sie.
23:32Habe ich schon.
23:37Barmixer, ich möchte noch einen Drink.
23:40Sie haben genug für heute, gnädige Frau.
23:42Ich habe noch nicht genug.
23:43Wo bleiben Ihre Manieren?
23:45Geben Sie mir die Flasche her.
23:46Kommen Sie, wir trinken noch was.
23:49Und schwatzen über Stars und so.
23:52Cheers.
23:56Wir haben Aufzeichnungen bei unserer Firma.
23:59All die Boys da.
24:00Auf Zilloloid.
24:02Ich könnte sie Ihnen vorspielen.
24:04Das haben Sie schon mal gesagt.
24:07Aber Sie mögen doch Filme.
24:10Ich nicht.
24:12Obwohl Sie mir das Leben gerettet haben,
24:14hat es der große Zampano auf den Gong haute.
24:17Die Filme?
24:18Wieso denn das?
24:21Es muss aber unter uns bleiben.
24:26Also, unsere Firma, die hatte damals gerade ein großes Depot von Stummfilmen ausfindig gemacht.
24:32Alte Filme, verstehen Sie?
24:35Kein Mensch hatte eine Ahnung, dass diese Kopien noch existierten.
24:39Sie wollten eine TV-Serie daraus machen.
24:42Und da schickten Sie mich zu dem noch aufgelassenen Bergwerk in Jersey, um das Material zu sichten.
24:48Die Filme waren in einem alten Bergwerk untergebracht?
24:51Genau.
24:55Cheers.
24:56Warum?
24:58Sie sind feuergefährlich.
25:00Außerdem verschimmeln Sie.
25:02Sie müssen gelagert werden wie bei Ihnen.
25:04Drum.
25:06Ich habe mir also zwei Assistentinnen geschnappt und wollte die Filme übers Wochenende durchsehen.
25:11Und Sie waren das ganze Wochenende über im Bergwerk?
25:14Hm.
25:15Von Freitag bis Montag.
25:18So war es geplant.
25:20Wir glaubten, es würde ein riesiger Spaß werden.
25:24Cheers.
25:28Also, nahmen wir uns Lampen mit Decken, Bettzeug, was zu essen.
25:34Ja, alles, was man so braucht.
25:36Und machten uns an die Arbeit.
25:40Hatten eben einen alten deutschen Streifen im Apparat.
25:43Ein gewisser Willi Fritsch küsste gerade eine gewisse Lilian Harvey.
25:48Und da...
25:51Ping.
25:52Cheers.
25:54Na und dann?
25:59Meine beiden Mädchen wurden wahnsinnig.
26:02Die waren nicht zurückzuhalten.
26:04Und ich habe sie nie wieder gesehen.
26:09Aber ich wusste Bescheid.
26:11Ich wusste, was da lief.
26:14Ich teilte mir das Essen ein.
26:17Solange es ging.
26:19Dann hungerte ich noch eine Zeit lang.
26:24Und schließlich bin ich raufgegangen.
26:31Und wozu?
26:35Für wen?
26:41Für wen?
26:43Für niemand.
26:47Niemand war übrig geblieben.
26:50Nichts.
26:53Jim.
26:55Jim, hören Sie.
26:59Warum wollen Sie nicht hierbleiben?
27:02Ich bleib' ja hier.
27:04Vorläufig.
27:06Ich mein'
27:07Für länger.
27:11Warum denn nicht?
27:14Hab' ich nicht eine süße Wohnung?
27:20Und ganz New York ist unser Versorgungslager.
27:24Und Blumen und Gemüse.
27:26Wir können fischen gehen.
27:29Autotouren machen.
27:30Museen besuchen.
27:31Galerien.
27:33Wir können so viel Unterhaltung haben.
27:35Das haben Sie doch alles auch ohne mich.
27:37Sie brauchen mich doch nicht.
27:38Doch, Jim.
27:42Ich brauche Sie.
27:45Wirklich.
27:48Ich brauche Sie.
27:50Wofür?
27:54Für Klavierstunden.
27:57Sie sind betrunken, Linda.
27:59Nein.
28:01Ich bin tot.
28:04Linda.
28:06Linda.
28:07Sie können doch hier nicht schlafen.
28:11Nehmen Sie mir meine Puppen.
28:14Oh, ich schlafe nie ohne meine Puppen.
28:19Glückliche Tage.
28:21Lange nicht.
28:23Linda.
28:25Denken Sie doch an Ihr Kleid.
28:26Es hat 100 Dollar gekostet.
28:2999,50.
28:31Ja, Sie ruinieren es.
28:33Ziehen Sie es mir aus?
28:37Ich bringe Sie jetzt zum Wagen und fahre Sie nach Hause.
28:42Nein.
28:42Oh, ich bin.
28:46Oh, ich bin.
28:47Oh, ich bin.
28:54Oh, ich bin.
29:18Guten Morgen, Jim.
29:19Morgen.
29:21Ach, noch böse?
29:22Ich nehme Sie nicht übel.
29:25Ich habe gestern Abend etwas Schreckliches getan.
29:28Ich habe Sie ohne Essen gelassen.
29:30Entschuldigen Sie.
29:31Ich habe nicht ans Essen gedacht.
29:34Sondern, Jim?
29:35Ich mag keine Frauen, die sich betrinken.
29:38Hey, wer war denn betrunken?
29:40Sie.
29:40War ich nicht?
29:41Nein, und wen habe ich dann ausziehen und ins Bett legen müssen?
29:43Zwischen die Puppen wie ein Baby?
29:44Ach, und wer war nicht fähig, mir die Perlenkette abzunehmen?
29:47Sie ist kaputt gegangen.
29:49Ich habe die ganze Nacht auf den Kugeln geschlafen.
29:52Überall habe ich blaue Flecken.
29:54Und schwarze.
29:56Viel Spaß beim Wundlaufen.
29:58Ich werde fahren.
30:00Ach, was denn?
30:01Ein Kinderwagen?
30:02Ein Thunderbird.
30:03Machen Sie keinen Unsinn, Jim.
30:05Sie können doch noch gar nicht richtig fahren.
30:07Nein, und wer hat Sie gestern Abend nach Hause kutschiert?
30:09Sie kriegen Ärger, bestimmt.
30:10Na, dann kriege ich ihn eben.
30:12Ich kann nicht ewig hier rumhängen.
30:14Sie sind ein nichtsnutziges Geschöpf.
30:15Sie wollen spielen weiter nichts.
30:17Ich habe wichtigere Dinge im Kopf.
30:19Ich muss nach Süden, um jemanden zu finden, der mit Fernsehapparaten Bescheid weiß.
30:25Sie beurteilen mich falsch, Jim.
30:27Ich bin nicht, was Sie denken.
30:30Sehen Sie mich doch an.
30:32Ja, sehen Sie, wie ich mein Haus eingerichtet habe.
30:35Ist das die Wohnung einer Säuferin?
30:38Na ja.
30:39Das haben Sie ganz nett hingekriegt.
30:42Bitte fahren Sie nicht, Jim.
30:44Nicht heute.
30:46Sie sind noch nicht so weit.
30:48Sie wollen nur, dass ich hierbleibe und Ihnen das Klavierspielen beibringe.
30:50Wer hat das gesagt?
30:51Sie, gestern Abend.
30:58Jim, ich will ehrlich sein zu Ihnen.
31:01Natürlich möchte ich, dass Sie noch ein bisschen hierbleiben.
31:04Streite ich auch gar nicht ab.
31:06Aber ich möchte nicht, dass Sie für immer bleiben.
31:09Schließlich, was haben wir schon gemeinsam?
31:12Eben.
31:13Sie sind eine Großstädterin und ich...
31:15Verdammt nochmal, ich komme aus New Haven.
31:18Trotzdem.
31:18Sie sind ein Mann und ich bin ein Mädchen.
31:21Nein, das ist es nicht, Jim.
31:23Wir haben einander nicht zu bieten.
31:25Wir sind zu verschieden.
31:27Wir haben unterschiedliche Geschmacksrichtungen, Interessen.
31:31Habe ich recht?
31:32Absolut.
31:35Ich will Ihnen etwas sagen.
31:37Wir werden den ganzen Vormittag damit verbringen, Autofahren zu üben.
31:40Und danach wollen wir ein bisschen Spaß haben.
31:44Was möchten Sie?
31:45Was sollen wir machen?
31:47Ein Shoppingbummel?
31:49Ein paar schicke Sachen einkaufen?
31:51Ins Museum gehen?
31:52Irgendwo picknicken?
31:53Irgendwas schönes...
31:54Picknicken?
31:55Das habe ich noch nie gemacht.
31:56Also dann...
31:58Also dann...
31:59Picknicken.
32:19Die mussten wir unbedingt an Ihre Puppen mit rausschleppen.
32:22Unbedingt.
32:27Ich wollte...
32:28Ich hätte ein Modellboot.
32:30Eins mit Fernbedienung.
32:32Da könnten wir es auf dem Teich rumkurven lassen.
32:35Was haben Sie von Ihren Booten?
32:38Was haben Sie von Ihren Puppen?
32:41Hey, was ist denn das für ein komisches Ding da drüben?
32:44Das Denkmal?
32:46Das ist Alice im Wunderland.
32:48Alice im Wunderland?
32:56Sehr angenehm?
32:58Gmail.
32:59Sagen Sie bloß, Sie kennen Alice im Wunderland nicht.
33:02Kenn ich nicht.
33:02Aber das ist die amerikanische Kindergeschichte.
33:06Das hat mir jetzt die Staatsbürgerschaft aberkannt, oder was?
33:10Alice aß von einem Pilz und wurde winzig klein.
33:14Und so lernte sie die fantastischen Gestalten kennen.
33:17Die Story habe ich nie gehört.
33:19Ich glaube, Sie haben keine schöne Kindheit gehabt, Jim.
33:23Und warum hat man dieser Alice sein Denkmal?
33:25Still.
33:27Was ist los?
33:28Hören Sie den Eichel hier?
33:30Nein.
33:31Ja, hören Sie doch.
33:32Er gibt so komische Laute von sich, wie Stahl.
33:35Stahl?
33:36Ja, so wie Schwerter in einem Zweikampf.
33:39Soll das witzig sein?
33:41Nein, ehrlich.
33:42Ach, Vögel machen keine solchen Geräusche.
33:46Vögel singen.
33:47Städterin.
33:48Der blaue Eichelherr ist ein Spötter.
33:50Er armt Stimmen nach, Töne, auch Geräusche.
33:55Aber wieso einen Säbelkampf?
33:57Wo hat er den gehört?
33:59Sie sind ein richtiger Bauernjunge, was?
34:02Bienen und Eichelherr und all sowas.
34:05Was dagegen?
34:08Übrigens, was haben Sie vorhin gemeint von wegen miese Kindheit und so?
34:12Na, wenn einer Alice im Wunderland nicht kennt und nie ein Picknick mitgemacht hat und andauernd eine Modelljagd haben möchte?
34:19Schluck Wein?
34:20Nein, und Sie halten sich auch besser ein bisschen zurück.
34:23Hören Sie endlich auf, Jim.
34:25Sie tun so, als wäre ich eine Trinkerin.
34:27Sie sind gestern am Tresen umgekippt, oder nicht?
34:29Ach, mein Gott, ja.
34:31Weil ich seit Jahren keinen Tropfen mehr getrunken habe.
34:34Ach, klingt logisch.
34:36Also, was ist?
34:37Trinken Sie einen mit?
34:39Ja, warum eigentlich nicht?
34:40Warum sollen wir uns das Leben nicht ein bisschen schön machen?
34:43Ein Picknick ist eine starke Sache, Linda.
34:44Also, diese Teller da, die sind hübsch.
34:47Wo haben Sie die her?
34:48Von Albert Crombrie & Fitch.
34:50Stahlbesteck für vier Personen.
34:52Rostfrei.
34:5339,50.
34:55Cheers.
34:56Cheers.
34:56Ja, es war echt idiotisch von mir, mich wegen allem dem so aufzurägen.
35:02Ah, trinken wir drauf.
35:03Trinken wir drauf.
35:09Wie war das mit Ihrer verkorksten Kindheit, Jim?
35:12Ach, was soll ich da viel erzählen?
35:14Meine Mutter starb, als ich noch ganz klein war.
35:16Ich musste viel arbeiten.
35:17Warum?
35:18Ja, mein Vater war Lehrer.
35:19Sie wissen ja, wie mies die bezahlt werden.
35:21Ach, darum sind Sie gegen die Eierköpfe.
35:23Ach, bin ich denn?
35:25Das sind sie.
35:26Ich will Sie nicht kränken, Jim.
35:29Wahrscheinlich stimmt's.
35:31War eine böse Überraschung für meinen alten Herrn,
35:33wie ich mich in der Schule aufgeführt habe.
35:35Wo er doch partout einen kleinen Einstein gezeugt haben wollte.
35:39Was haben Sie am liebsten gespielt?
35:41Ach, diese Abzählspiele.
35:44Wir hatten den Pferd.
35:45Ich mag dich, du magst mich, ich mag Jungs, die Jungs mögen mich.
35:50Ich würde wetten, dass das stimmte.
35:51Oh, mich nicht.
35:53Ich war immer zu dick.
35:54Aber jetzt nicht mehr.
35:56Sie sind gut gebaut.
35:57Ja?
35:58Ja, das habe ich gemerkt, als wir den Flügel transportierten.
36:00Sie haben kräftige Muskeln für ein Mädchen.
36:02Besonders in den Beinen, das ist wichtig.
36:05Noch etwas Wein, Jim?
36:07Bitte, wenn Sie auch einen nehmen.
36:14Das muss an der Upper Bay gewesen sein.
36:19Wovon haben wir gerade gesprochen, Jim?
36:20Über Spiele.
36:22Gibt es in New Haven auch Spiele, bei denen man abwechselnd singt?
36:26Jetzt fahren wir über den See, über den See, jetzt fahren wir über...
36:30Hey, Sie können hier fantastisch singen.
36:32Ach, unsinnig.
36:33Wenn ich sage, Sie haben eine hübsche Stimme, ehrlich.
36:35Sie müssen Musik studieren.
36:36Gern, Jim.
36:37Und bei wem?
36:39Wissen Sie, Linda, ich bleibe noch eine Weile hier und bringe es Ihnen bei.
36:42Ich meine, so viel ich selbst kann.
36:44Jim.
36:45Moment, Moment.
36:46Ich möchte aber eine eigene Wohnung haben.
36:47Natürlich, Jim.
36:48Alles, was Sie wollen.
36:49Es gibt ja Wohnungen genug.
36:50Und es bleibt dabei, ich bin unterwegs nach Süden.
36:53Und ich leere Sie Autofahren, Jim.
36:55Verstehe schon.
36:55Ich halte mein Wort.
36:56Und keine Tricks, Linda.
36:58Natürlich keine Tricks.
36:59Aber was sind für Tricks?
37:00Ja, Sie wissen schon, dass da plötzlich im letzten Moment so eine Louis-Kangs-Couch auftaucht,
37:04die ich transportieren muss.
37:05Louis-Kangs?
37:06Wo haben Sie denn das her?
37:08Jedenfalls nicht von der Marine.
37:16Jim.
37:16Jim, Jim, was machen Sie?
37:20Wollen Sie unter die Bilderstürmer gehen?
37:23Warum klettern Sie auf das Denkmal?
37:25Ich bin der König der Berge!
37:27Sie werden bald der König der Genickbrecher sein, wenn Sie so weitermachen.
37:31Jim!
37:32So einen schweren Brocken wie Sie hält Alice nicht aus.
37:35Ich bin der König der Berge!
37:39Was ist los, Jim?
37:40Die Trümmer da hinten.
37:42Was sind das für Trümmer?
37:47Nein, da hinten im Gestrüpp ein Schutthaufen.
37:51Das waren ja mal Modellboote.
37:53Oh, mein Gott.
37:55Ist das alles?
37:57Ich dachte schon, Ihnen sei übel.
37:59Wie kommen denn die Modellboote hierher?
38:01Auf den Schutt?
38:02Ja, ich habe sie hingeworfen, Jim.
38:04Ich musste das Haus entrümpeln, als ich eingezogen bin.
38:07Das ist jetzt schon ewig her.
38:10Das haben Sie getan?
38:13Ja, ich.
38:15Sie sind wie alle Frauen, Linda.
38:17Sie haben kein Herz und keine Seele.
38:20Wie konnten Sie so etwas tun?
38:22Ich verstehe Sie nicht, Jim.
38:25Was haben Sie denn jetzt?
38:27Was sollte ich denn machen?
38:29Ich brauchte den Platz in der Wohnung.
38:32Sollte ich vielleicht mit einem Haufen Modellbooten zusammenleben?
38:35Lassen wir es.
38:36Lassen wir es, Linda.
38:38Ich packe und haue ab Richtung Süden.
38:40Nicht einen Augenblick länger möchte ich hier bei Ihnen bleiben.
38:44Und wenn Sie wirklich die letzte Person auf Erden wären.
38:48Ich habe vorgesorgt, Jim.
38:50Ihre Tür ist abgesperrt.
38:52Geben Sie mir den Schlüssel, Linda.
38:53Nein.
38:55Na los, schlagen Sie mich.
38:57Ich schlage niemanden, der kleiner ist als ich.
39:01Außerdem, ich brauche meine Klamotten nicht.
39:03Ich kann mir ja jede Menge organisieren.
39:05Überall.
39:06Von mir aus packen Sie.
39:08Ja, los, gehen Sie rein.
39:11Ihr Zimmer hat gar kein Schloss.
39:13Was?
39:14Das hat gar kein Schloss?
39:17Also, Sie haben mich ganz schön an der Nase umgeführt.
39:20Also, mit Ihnen möchte ich nicht pokern.
39:22Sie bluffen aber auch ganz schön, Jim.
39:25Ich dachte wirklich, Sie würden mich schlagen.
39:26Ach, Sie wissen ganz genau, dass ich niemandem wehtun kann.
39:30Ja, das weiß ich auch.
39:34Kommen Sie, Jim.
39:35Wir besprechen alles.
39:38Ach, lassen wir es, Linda.
39:39Ich habe bloß den Kopf verloren, als ich die vielen schönen Boote sah.
39:43Ich meine nicht die Boote.
39:45Ich meine die Fahrt nach Süden.
39:47Weil jedes Mal, wenn Ihnen was nicht passt, dann wollen Sie nach Süden fahren.
39:51Warum?
39:52Das habe ich doch schon gesagt.
39:53Um jemanden zu finden, der was von Fernsehapparaten versteht.
39:56Warum?
39:57Ach, das würden Sie ja doch nicht kapieren.
39:59Ich werde es versuchen, Jim.
40:01Erzählen Sie es mir.
40:03Also gut.
40:05Als es passierte, war ich gerade mit Jill Watkins in den Bergen.
40:08Jill, das war ein Freund von mir.
40:10Eine richtige Ulknudel.
40:11Mit tausenden von Hobbys.
40:13Von Beruf war er Chefingenieur oder sowas bei einer TV-Station in New Haven.
40:17New Haven hat einen Sender?
40:18Ja, so eine Art Studio, oder wie man das nennt.
40:20Jedenfalls, wir verbrachten das Wochenende in einer Höhle.
40:23Das war nämlich ein Super-Hobby von Jill.
40:25Die Spalo-Spela-
40:27Speleologie.
40:28Ja, Höhlenforschung, sag ich doch.
40:31Er wollte einen unterirdischen Fluss erforschen.
40:34Ja, wir waren vielleicht 40 Meter in die Tiefe vorgestoßen.
40:40Er spielte unser Kompass verreckt.
40:43Aber Jill redete von magnetischen Erzen oder so.
40:46Und als wir am Sonntag wieder nach oben rauskrochen,
40:49ja, da sahen wir die Bescherung.
40:53Ja, Jill kapierte sofort, was passiert war.
40:55Und zog mich zurück in die Höhle.
40:57Ja, und da blieben wir, solange wir konnten,
40:59und fuhren dann nach New Haven zurück.
41:03Alles tot.
41:04Ganz umgehe.
41:06Bridgeport, Waterbury, Hartford, Springfield, Providence, New London.
41:11Lauter Geisterstädte.
41:14Ja, also kehrten wir nach New Haven zurück
41:16und ließen uns häuslich nieder.
41:18War ein ganz nettes Leben.
41:20Jill machte sich über das Studio her
41:21und kriegte den Sender richtig wieder in Betrieb.
41:24Operierte auf Notgeneratoren.
41:27Ja, und ich machte mein Lokal auf
41:29und stellte den Kasten ein.
41:30Machte richtig Spaß, die Shows anzusehen,
41:32die Jill abzog.
41:33Alte Filme und sowas hatte er ja am laufenden Meter.
41:35Nur die Nachrichten und das Wetter.
41:37Die musste er selber fabrizieren.
41:39Und das stimmte natürlich nie.
41:43Alles, wonach er sich richten konnte,
41:46das war ein Barometer.
41:48Es sah so ähnlich aus wie die alte Uhr in Ihrem Wohnzimmer.
41:51Ach, er hatte ein altes Barometer?
41:53Ja, und ich hatte ein altes Gewehr.
41:55Und jedes Mal, wenn mir sein Programm nicht gefiel,
41:58dann schoss ich in die Röhre.
41:59Und es waren ja genug Apparate vorhanden.
42:01Hunderte im Hinterzimmer.
42:03Wir brachten sie von unseren Versorgungstrips in die Umgebung mit.
42:07Nach Sendeschluss fragte mich Jill,
42:09wie viele Geräte ich zu Klump geschossen hätte.
42:11Und er lachte, wenn ich es ihm sagte.
42:13Er meinte, das sei der ehrlichste Programmtest aller Zeiten.
42:16Aber einmal mussten doch alle Geräte aufgebraucht sein.
42:19Eben.
42:20Nach ein paar Monaten war es soweit.
42:23Jill brachte gerade einen von diesen schwachsinnigen Werbespots,
42:26wo eine aufgedonnerte Ziege ihre Ehe rettet,
42:28indem sie die richtige Seife benutzt.
42:29Ich konnte mich gerade im letzten Moment noch vom Schießen zurückhalten.
42:33Abends knöpfte ich mir Jill vor.
42:36Ich dachte, es macht dir Spaß, meine Sendungen anzusehen, Jim.
42:40Ja, solange ich drauf schießen konnte.
42:42Aber ich habe nur noch den einen Apparat, Jill.
42:45Armer Junge, jetzt bist du mir ausgeliefert.
42:48Ach, also sei fair, Jill.
42:51Es kann dir doch nichts ausmachen, das Programm zu ändern.
42:53Abwechslung ist die Seele der Branche, Jim.
42:56Wir müssen für jeden was bringen.
42:58Warum schaltest du nicht einfach auf einen anderen Kanal?
43:00Du weißt verdammt genau, dass wir in New Haven nur den einen Kanal reinkriegen.
43:03Dann schalt die Glotze doch einfach aus.
43:05In einer Bar?
43:06Wie stellst du dir das vor?
43:08Ich würde dir alle meine Gäste verlieren.
43:10Jill, musst du denn unbedingt solchen Quatsch mit Soße senden,
43:13wie dieses Politmusical gestern?
43:15Frauen sehen gerne Uniformen.
43:18Ach, und diese Quizveranstaltung.
43:19Nie gewinne ich was.
43:20Dabei schicke ich immer die richtigen Antworten ein.
43:22Jim, ich mache dir einen Vorschlag.
43:24Schreib an den Programmdirektor.
43:28Das tat ich dann auch.
43:30Und nach einer Woche hatte ich Antwort.
43:32Ich las sie Jill vor.
43:34Sehr geehrter Herr,
43:36wir freuen uns, dass Sie regelmäßig unsere Sendungen verfolgen
43:39und danken Ihnen für Ihr Interesse an der Programmgestaltung.
43:43Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen vor dem Bildschirm.
43:46In der Anlage finden Sie zwei Eintrittskarten
43:48für unsere nächste öffentliche Show.
43:51Hochachtungsvoll, Gilbert O. Watkins,
43:53Program Producing Service Manager.
43:56Was sagst du dazu, Jill?
43:58Ich habe sowas erwartet, Jill.
44:00Die kümmern sich einen feuchten Kehricht darum,
44:02was du magst oder nicht magst.
44:04Hauptsache, du guckst zu.
44:06Und was soll ich nun machen, Jill?
44:08Ich habe doch keine Wahl.
44:09Das ist ja das Gute, Jim.
44:13Dann habe ich das Gewehr und erschoss Jill.
44:16Abends brachte ich meine Bar auf Vordermann
44:18und als es Zeit für die Nachrichten war,
44:20schalte ich den Kasten ein.
44:22Und Sie werden es nicht glauben, er funktionierte nicht.
44:24Mein letztes Gerät war im Eimer.
44:26Sehen Sie, deshalb muss ich nach Süden.
44:29Ich muss irgendwo einen Kerl auftreiben,
44:31der meinen Fernsehapparat repariert.
44:36Woher hatte er denn das Barometer?
44:38Wer? Was?
44:39Ihr Freund Jill.
44:41Das alte Barometer.
44:42Woher hatte er es?
44:44Keine Ahnung.
44:45Mit antiken Kram habe ich mich nie ausgekannt.
44:48Und es sah wirklich aus wie meine alte Uhr?
44:51Ja, genau.
44:52Französisch?
44:53Bronze?
44:54Kann sein.
44:55Wie Ihre Uhr eben ist das Bronze.
44:57Ja.
44:58Wo war es?
44:59In unserem Haus, wo sonst?
45:00Grand Street, New Haven.
45:01Nummer?
45:023,15.
45:03Sagen Sie, was soll denn das alles?
45:06Naja, es interessiert mich nur.
45:09Ach, ich glaube, ich sammle jetzt mal unsere Picknick-Sachen zusammen.
45:13Ach, das hat doch noch Zeit.
45:14Ich muss Ihnen was zeigen.
45:16Ich habe schon seit heute Mittag in der Tasche.
45:19Sehen Sie.
45:22Oh, Klaviernoten.
45:24Jim, Sie sind ein Engel.
45:26Wo haben Sie die her?
45:27Von Horowitz, zwei Blocks weiter.
45:29Sie haben auch eine Menge Platten dort.
45:30War ganz schön schwierig, sich zurechtzufinden.
45:32Das halbe Haus ist voller Glibber.
45:35Glibber?
45:35Ja, so eine weiße Masse wie Gelee.
45:39Nur hart wie Beton.
45:57Probieren Sie es doch auch mal.
45:58Ich führe Ihnen die Finger.
45:59So, komm.
45:59Komm, bitte.
46:04Das Beste wird sein, wir setzen uns zusammen.
46:06Kommen Sie, hier ist noch ein Platz.
46:07Ach nein, Jim, ich bin müde.
46:09Verschimmen wir es auf morgen.
46:10Ich möchte bald schlafen gehen.
46:12Spielen Sie weiter, ich gehe ins Bett.
46:16Jim.
46:17Ja, Linda?
46:19Möchten Sie vielleicht eine meiner Puppen mit ins Bett nehmen?
46:23Vielen Dank, Linda.
46:24Aber Puppen sind nichts für Männer.
46:26Ach, war auch nur ein Angebot.
46:29Macht nichts.
46:30Vielleicht habe ich morgen etwas, das besser zu Männern passt.
46:53Ich werde verrückt.
46:55Ich werde echt verrückt.
46:56Ein Modellboot.
46:58Gefällt es Ihnen?
46:59Ein Windjammer.
47:00Eine Fünfmaßbarg.
47:01Vollzeug gesetzt.
47:02Frage, ob es mir gefällt.
47:04Ich werde es schwarz anmalen, mit einer goldenen Linie rundherum.
47:07Und ich werde es Linda N. nennen.
47:09Wo haben Sie das her?
47:10Sie müssen ja Stunden unterwegs gewesen sein.
47:12Ach, das ist mein Geheimnis.
47:13Sie verraten mir auch nicht, wo Sie heute Morgen waren.
47:16Einkaufen, das sieht man doch.
47:17Hoffentlich haben Sie Ihr Konto nicht überzogen.
47:19Ich bin kreditwürdig, jede Summe.
47:21Dann lassen Sie mal sehen.
47:23Ähm, was ist da in dem langen Futural, das Sie so schnell weggesteckt haben?
47:26Ach, das ist für mich nicht weiter wichtig.
47:29Aber hier, hier, Linda, das ist für Sie.
47:31Für mich?
47:32Äh, ein Etui?
47:34Machen Sie es auf.
47:36Oh, Jim.
47:39Das kann ich nicht annehmen.
47:41Meine Perlenkette.
47:42Ach, lumpige 15.000.
47:43Ich habe mein Lokal in New Haven dafür verpfändet.
47:45In New Haven?
47:47Jim, ich war heute...
47:47Linda, hören Sie.
47:48Was, Jim?
47:49Ich kam auf den Rückweg über die Madison Ave und da, da habe ich das Geräusch gehört.
47:54Welches Geräusch?
47:55Dass der Eichelherr nachgemacht hat, dieses Klappern von Stahl.
47:58Und was war es?
47:59Das konnte ich nicht rauskriegen.
48:00Es war zu weit weg, wie wenn riesige Säbel aufeinanderschlagen.
48:06Jim, was ist das in dem langen Futural und in diesen vielen kleinen Schachteln?
48:09Linda, das...
48:10Das ist ja nicht wahr?
48:10Und Munition.
48:11Ja.
48:12Aber Sie haben doch Ihr altes Gewehr hier.
48:14Kann sein, wir brauchen zwei.
48:16Sie sehen, ich habe nicht die Absicht, in nächster Zeit zu verschwinden.
48:22Jim, als ich heute Morgen das Schiff gekauft hatte, da bekam ich Lust, ein bisschen in
48:26die Gegend zu fahren.
48:27Ich war in New Haven.
48:29Ach, ein bisschen Lust, in die Gegend zu fahren, wie?
48:31Ganz zufällig.
48:32Jedenfalls war ich in New Haven.
48:34Jim, Sie sind ein Lügner.
48:36Was bin ich?
48:37Sie sind ein verdammter Lügner, Jim.
48:40In der Grand Street steht kein einziges Haus mehr und es gibt auch keine TV-Station.
48:44Das ganze Gebäude ist wie weggeblasen.
48:46Nein.
48:47Ja.
48:47Ich war auch in Ihrer Bar.
48:50Kein einziges Fernsehgerät, Jim.
48:52Der Laden sieht aus wie ein Schweinestall.
48:55Sie haben die ganze Zeit dort gehaust.
48:57Und zwar allein.
48:58Im Hinterzimmer steht nur ein einziges Bett.
49:01Das sind Lügen.
49:02Alles Lügen.
49:03Warum Lügen?
49:04Warum sollte ich lügen wegen sowas?
49:06Sie haben niemals irgendeinen Jill Watkins erschossen.
49:09Und Sie haben auch keinen Fernsehapparat, der repariert werden müsste.
49:13Na, habe ich doch.
49:14Und selbst wenn er repariert ist, existiert keine Station,
49:17die Sie damit empfangen können.
49:18Ach, überlegen Sie doch mal.
49:19Warum hätte ich Jill erschossen, wenn es keine TV-Station gäbe?
49:22Wenn er tot ist.
49:23Wie kann er da noch Sendungen ausstrahlen?
49:25Sehen Sie?
49:26Eben haben Sie noch gesagt, ich hätte ihn gar nicht erschossen.
49:28Sie sind verrückt.
49:29Sie sind wahnsinnig.
49:30Sie haben mir dieses Barometer nur beschrieben, weil Sie meine Uhr im Wohnzimmer gesehen haben.
49:35Und ich habe Ihre verrückten Lügen geglaubt.
49:38Und dabei hatte ich mir so sehr ein Barometer gewünscht, das zu der Uhr passt.
49:43Seit Jahren habe ich danach gesucht.
49:46Hier, hierher gehört es.
49:48Aber Sie haben mich angelogen.
49:50Ach, Sie Wahnsinniger.
49:51Es hat niemals ein Barometer gegeben.
49:53Na, wenn hier einer wahnsinnig ist, dann sind Sie es.
49:56Sie mit Ihren Puppen und Ihrer Tagesdecke.
49:58Sie sind so versessen auf Ihre süße Einrichtung,
50:00dass Sie nicht mehr sehen, was um Sie herum vorgeht.
50:02Sie, Linda, Linda, machen Sie keinen Unsinn.
50:04Linda, geben Sie das Gewehr her.
50:05Linda!
50:06Machen Sie, dass Sie rauskommen, sofort.
50:08Verschwinden Sie, oder ich schieße.
50:10Ich will Sie nie wiedersehen.
50:11Gehen Sie weg!
50:16Jim?
50:17Jim?
50:19Jim?
50:20Jim, mein Gott.
50:21Ist alles okay?
50:22Nee, das wollte ich nicht.
50:25Es ist einfach losgegangen.
50:28Du verdammte Zoll.
50:31Haben Sie es gehört?
50:33Das war kein Zufall.
50:36Das war ein Signal.
50:37Das Gewehr her.
50:39Wo wollen Sie hin?
50:40Rüber auf den Platz, wo das Weg mal steht.
50:49Dort muss jemand sein.
50:56Ich habe es gewusst, dass ich noch jemanden finden würde.
50:58Linda, ich muss Ihnen danken, dass Sie auf mich geschossen haben.
51:01Ich habe nicht auf Sie geschossen.
51:02Es war ein Unglücksfall.
51:04Der glücklichste Unglücksfall der Welt.
51:06Die hätten hier vorbeikommen können, ohne zu merken, dass wir da sind.
51:10Nur, was für komische Gewehre Sie benutzen.
51:12Ich habe noch nie im Leben so eigenartige Schüsse gehört.
51:17Linda.
51:18Linda, drehen Sie sich um.
51:20Was soll das?
51:22Warum?
51:24Sie soll sich umdrehen.
51:25Wir gehen zurück ins Haus.
51:27Jim, was haben Sie?
51:29Angst habe ich.
51:30Angst, wenn Sie es schon wissen wollen.
51:32Verdammte Angst.
51:33Kümmern Sie sich nicht um mich.
51:34Wir gehen zum Haus zurück.
51:36So kommen Sie doch schon.
51:38Ich gehe nicht, ich weiß, was...
51:41Also schön.
51:42Sie wollen wissen, was es mit all dem auf sich hat.
51:44Der Bienenberuch, diese stillernde Quirren,
51:47der Glibber und die zusammenkrachenden Häuser.
51:49Also los.
51:50Sehen Sie sich Ihre Wunderlandmädchen auf dem Denkmal an.
51:53Sie sollen hinsehen, habe ich gesagt.
52:00Wer hat die Katze?
52:02Ja, das ist meisterhafte Arbeit nicht, oder?
52:04Vollendet künstlerisch.
52:05Wie der turmhohe Schädel aus verbranntem Stahl,
52:08mit Antennenfühlern und facetten Augen
52:09auf den Schultern der süßen kleinen Alice.
52:12Der ist die anderen Figuren.
52:12Sind Sie genau hin, Linda?
52:14Wie stolz Sie Ihren neuen Köpfe tragen,
52:16mit den säbelartigen Kiefern und Saupusseln.
52:19Mir scheint, Alice lebt nicht mehr länger im Wunderland, Linda.
52:21Sie ist dort angelangt,
52:22wohin sie schon lange unterwegs war,
52:23im Schreckensland.
52:31Nehmen Sie sich zusammen.
52:32Jammern hilft jetzt nichts.
52:34Zurück ins Haus.
52:34Schnell.
52:56So, das hältst du in der Weile.
53:02Vielleicht finden Sie uns nicht.
53:05Sie haben unsere Schüsse gehört.
53:06Sie wissen, dass es uns gibt.
53:08Wahrscheinlich auch, dass wir hier sind.
53:10Könnten Sie nicht doch friedlich sein?
53:12Sie haben Ihre Köpfe gesehen, Linda.
53:15Rechnen Sie sich unsere Chance aus?
53:17Jim, ich habe Angst.
53:21Ich habe noch nie im Leben solche Angst gehabt.
53:23Ich glaube es Ihnen, Linda.
53:25Wie lange wird es dauern, bis wir Gewissheit haben?
53:27Ich weiß es nicht.
53:32Jim?
53:33Wie groß ist unsere Chance?
53:36Wie groß ist unsere Chance?
53:36Möchten Sie das wirklich wissen?
53:38Bitte.
53:40Wir sind so gut wie tot.
53:43Hören Sie auf.
53:45Sie haben doch eine Pistole.
53:47Holen Sie sie.
53:48Sie ist in meinem Zimmer.
53:50Soll ich da allein hingehen?
53:52Nein, ich komme mit.
53:54Was zum Teufel liegt denn hier rum?
53:56Das ist das Modellboot.
53:57Werfen Sie es auf die Barrikade.
53:59Ja.
54:07Wo ist die Pistole?
54:08Im Kleiderschrank.
54:13Wo denn verdammt nochmal?
54:14In der Hutschachtel, glaube ich.
54:16Ach dann.
54:17Was fummeln Sie mir dauernd dazwischen?
54:19Ich kann doch nicht in dem Kleid.
54:21Ich brauche ein Pullover und Shorts.
54:24Wo sind die Patronen?
54:25Schnell.
54:26Im Schmuckkasten, dort.
54:28Machen Sie mir den Reißverschluss auf.
54:30Da sind sie.
54:32Zwei Schachteln, sehr gut.
54:34Ach, diese verdammte Perlenkette.
54:36Der Verschluss hat.
54:37Kannst du nicht mal was anderes?
54:39Ich komme sonst nicht aus dem Kleid.
54:40Hilf mir.
54:44Verdammter Mist.
54:48So, ab mit dem Schaden.
54:50Der Reißverschluss.
54:56Linda.
54:57Das ist so Simon.
55:00Linda.
55:04Linda.
55:08Präzisein.
55:11Wie ist das, du bist du?
55:47In der Sendereihe Science Fiction als Radiospiel,
55:51die von der Wissenschaftsredaktion des Süddeutschen Rundfunks betreut wird,
55:55hörten sie nach Null.
55:57Hermann Motschach schrieb es nach einer Kurzgeschichte
56:00des amerikanischen Autors Alfred Bester.
56:03Die Rolle der Linda wurde gesprochen von Susanne Beck,
56:08die des Jim sprach Ulrich von Dobschütz.
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