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An seinem dritten Geburtstag weigert sich Oskar schlichtweg, weiter zu wachsen. Ausgestattet mit einer magischen Trommel, mit dessen Musik er Glas zerbersten lassen kann, und rebelliert gegen die moralische Leere der Erwachsenenwelt und Spießer der Weimarer Republik.
An seinem dritten Geburtstag weigert sich Oskar schlichtweg, weiter zu wachsen. Ausgestattet mit einer magischen Trommel, mit dessen Musik er Glas zerbersten lassen kann, und rebelliert gegen die moralische Leere der Erwachsenenwelt und Spießer der Weimarer Republik.
Kategorie
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:39Musik
00:01:09Musik
00:01:30Ich beginne weit vor mir.
00:01:35Als meine arme Mama, die Zeugt werden sollte, saß meine Großmutter, Anna Bronski, eine junge Frau ohne Ahnung, in ihren
00:01:46vier Rocken am Rande eines Kartoffellackers.
00:01:50Man schrieb das Jahr 1999. Sie saß im Herzen der Kaschubei.
00:01:57Musik
00:01:58Und es bewegte sich etwas am Horizont. Es sprang da etwas.
00:02:07Musik
00:02:12Musik
00:02:13Musik
00:02:23Bitte.
00:03:05Es ist hier ein Rafferbein, ein Reviser-Galdeitschick, ein kleiner Brei-Galdeitschick.
00:03:14So einen habe ich gesehen, ist ja Randauf, Daigert, komm raus.
00:03:19Wohin?
00:03:28Glaube ich nicht.
00:03:40Der ist weg.
00:03:41Der muss nach Bissau sein.
00:03:43Wenn er hier nicht ist, das eine oder das andere.
00:03:46Woanders gibt es nicht.
00:03:50Nur Reinhardt.
00:04:09Der muss nach Bissau sein.
00:04:22Oh, oh, oh, oh, oh.
00:04:27Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh.
00:04:39Ja?
00:04:44Kom, Koja, ik as Eef.
00:04:47Jozef heef je.
00:05:04Mein Großvater war also ein Brandstifter, ein mehrfacher Brandstifter, denn in ganz
00:05:12Westpreußen boten damals Seegemühle, den Zunder für die aufnotenden Nationalgefühle
00:05:19der Pole. Josef und Anna fanden Unterschlupf bei den Flößern, wo sie fast ein Jahr blieben.
00:05:30So lange brauchte die Polizei, bis sie die Spur meines Großvaters wiedergefunden hatte.
00:05:41Nun lauf!
00:06:08Nach diesem Sprung ins Wasser tauchte Koljatschek nie wieder auf.
00:06:15Die einen sagt, er sei ertrunken, die anderen, er sei nach Amerika gekommen, wo er es in
00:06:24Chicago unter dem Namen Joe Koljatschek zum Millionär brachte.
00:06:31Er soll sein Vermögen im Holzhandel gemacht haben, sowie mit der Herstellung von Streicherzahlen
00:06:38und der Beteiligung an Feuerversicherungen an.
00:06:55Meine Großmutter aber saß in ihrem Vierröck über die Jahre und rief aus, was sie auf den
00:07:04Markt brachten.
00:07:08Ganschen!
00:07:10Nicht zu fett und nicht zu mager.
00:07:12So wurde sie älter.
00:07:15Der Erste Weltkrieg kam und statt Gänzchen gab es nur noch Brühen.
00:07:21Steinpelser!
00:07:33Steinpelser!
00:07:34Steinpelser!
00:07:35Steinpelser!
00:07:36Rieben, Rieben!
00:07:39Auch meine arme Mama wurde älter.
00:07:42Und sie sorgte sich um ihren Cousin Jan.
00:07:47Jan sollte in den Krieg.
00:07:51Wollte aber lieber bei ihr bleiben.
00:07:53Name?
00:07:54Brunski, Jan.
00:07:55Jahrgang?
00:07:5698.
00:07:58Pusten Sie mal.
00:08:00Nochmal.
00:08:05Zurückgestellt.
00:08:08Was?
00:08:10Kein Arsch, kein Genick.
00:08:12Ein Jahr zurück.
00:08:16Da hielt meine arme Mama ihren Vetter Jan zum ersten Mal.
00:08:21Und ich weiß nicht, ob sie ihn später jemals glücklicher gehalten hat.
00:08:31Diese junge Kriegsliebe blieb ungetrübt,
00:08:34bis ein Herr Matzerat auftauchte.
00:08:36Alfred Matzerat, gebürtiger Rheinländer,
00:08:40war im Matzerat Silberhammer auf rheinisch-fröhliche Art.
00:08:44Der Liebling aller Krankenschwester.
00:08:46Oh, wie super.
00:08:48Was hat sie gesagt?
00:08:50Sie sagt, sie sind ein geborener Koch, Herr Matzerat.
00:08:54Sie verstehen hier Fühle in Suppen zu verwandeln.
00:09:15Endlich hatte sich der Krieg verausgabt.
00:09:19Danzig wurde zum freien Staat erklärt.
00:09:21Die Polen erhielten in der Stadt eine eigene Post,
00:09:25wo Jan Bronski, der Briefmarkensammler, unterkabelt.
00:09:29Auch Alfred Matzerat blieb in Danzig.
00:09:35Wir Kaschumen sind schon immer hier gewesen.
00:09:39Lange vor den Polen.
00:09:41Und lange vor euch Deutschen natürlich.
00:09:44Alle Kamellen, ja.
00:09:45Frieden.
00:09:46Deutsche, Polen, Kaschumen werden friedlich zusammenleben.
00:09:54Ich weiß nicht.
00:09:56Na?
00:09:57Wirst du schon wissen.
00:10:08Die beiden so verschieden.
00:10:10Doch in Bezug auf Mama,
00:10:12einmütigen Herren,
00:10:13fanden sie mir gefallen aneinander.
00:10:15Und in dieser Dreieinigkeit
00:10:17haben sie mich,
00:10:18Oskar,
00:10:20in die Welt gesetzt.
00:10:23Die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau.
00:10:27Neptun besorgte das 10. Haus der Lebensmittel
00:10:31und verankerte Oskar
00:10:33zwischen Wunder und Trösche.
00:10:36Aber er geht's nicht so weit,
00:10:37doch in der Schreieinigkeit.
00:10:43Und in der Schreieinigkeit,
00:10:48Das Schreieinigkeit,
00:10:48dass er sich nach der Lage ist,
00:10:48die Welt zum Töten zu kommen.
00:10:50Das ist die Welt.
00:10:53Das ist die Welt.
00:11:06Dreckchen, dreckchen.
00:11:12Dreck, Anges, dreckchen.
00:11:15Feste Dreckchen, dreckchen.
00:11:18Dreckchen.
00:11:22Es kommt, es kommt.
00:11:24Ich erblickte das Licht dieser Welt
00:11:26in Gestalt einer 60-Bandglühbirne.
00:11:32Alfred, es ist ein Jungenchen.
00:11:36Warum?
00:11:43Wusste ich doch, dass es ein Jungen ist.
00:11:46Auch wenn ich manchmal gesagt habe,
00:11:48es wird nimmer jungen.
00:11:54Nicht so heiß.
00:11:56Schreibt, einen Säckling bla-rot-forteutscht.
00:11:59War ich schon hellwürdig
00:12:01und lauschte kritisch
00:12:03auf die ersten spontanen Äußerungen meiner Eltern.
00:12:08Damit wir wissen,
00:12:10warum wir uns so ablacken.
00:12:12Wenn das kleine Oskarchen
00:12:13drei Jahre alt wird,
00:12:15dann soll es eine Blechtrommel bekommen.
00:12:18Nur,
00:12:18die in Aussicht gestellte Blechtrommel
00:12:20hinderte mich daran,
00:12:22den Wunsch nach Rückkehr
00:12:24in meiner embryonalen Kopflage
00:12:26stärken auszuzugeben.
00:12:28Zudem hat mich die Hebamme abgenabelt.
00:12:31Es war nichts mehr zu machen.
00:12:48Und so konnte ich meinen dritten Geburtstag
00:12:51kaum noch erwarten.
00:12:53Der uns getraut,
00:12:56ein Sprich,
00:12:57sagt uns,
00:12:58der Dom wacht,
00:13:00der hat uns getraut,
00:13:02der Dom wacht,
00:13:05der hat uns getraut.
00:13:07Im Dom,
00:13:09der uns
00:13:10zur Häuptung traut,
00:13:13was sie traut,
00:13:15die Herrlichke
00:13:17und der
00:13:17die Sterne sind.
00:13:24Das war's.
00:13:28Ach, du bist Oskarchin.
00:13:30Bist du noch ein Stück Torte?
00:13:32Ja, danke.
00:13:33Ach, du hast ja ein schmutziges Mäulchen.
00:13:36Du auch noch ein Schlückchen Oma.
00:13:38Ja, ja.
00:13:43Prost.
00:13:45Prost.
00:13:56Der Apfel,
00:13:57den man verabfängt.
00:13:58Alex.
00:13:59Vor allem sollten wir wieder lernen,
00:14:00unseren Körper zu machen.
00:14:01Jetzt sind wir wieder drei.
00:14:03Alex.
00:14:04Was ist denn?
00:14:05Ich sage ja immer,
00:14:05was der Mensch braucht,
00:14:06ist eine stabile Währung.
00:14:08Genau.
00:14:09Uns war schon klar,
00:14:10Alfred.
00:14:11Eben, eben.
00:14:12Also trinken wir auf die Rentenmarkt
00:14:13und deine drei.
00:14:14Nichts zählen.
00:14:16Prost, Prost.
00:14:18Prost, Prost.
00:14:20Prost.
00:14:20Auf die Jugend.
00:14:21Und auf alles schön.
00:14:22Schön ist die Jugend.
00:14:25Darf ich du sagen, Gönnchen?
00:14:27Dann sag ich Lina.
00:14:30Kinder, du Jungen,
00:14:32kommen wir nie wieder zusammen.
00:14:35Lina, versteht mich?
00:14:36Sie lebt nur in den Nachmitteln.
00:14:39Ich werde ich meinen,
00:14:40glaube,
00:14:41dass jeder Tag ein Besonderes ist.
00:14:44Ich weiß.
00:14:44Die Liebe,
00:14:47die Liebe
00:14:48ist eine
00:14:51Liebe.
00:14:54Es macht
00:14:57und es macht
00:14:57Ja, mir sagt
00:14:59die Nacht egal
00:15:00und schon mir die Nacht.
00:15:04Die Liebe,
00:15:06die Liebe
00:15:08ist eine
00:15:11Liebe.
00:15:13Nun, nun,
00:15:15ein bisschen.
00:15:31Die Liebe, die Liebe, ist eine Himmelsmache.
00:15:37Jan, hol die Karten.
00:15:39Ach, Kinder.
00:15:41Die Tücher kommen gleich in die Wäsche.
00:15:43Ich wasch schnell ein paar Gläser ab.
00:15:47Ich komm sofort.
00:15:50Da ist ja das Gebet gut.
00:15:5212. September 1927.
00:15:58Nächstes Jahr bist du so groß.
00:16:00Denn so und denn so, bis du so groß bist wie ich.
00:16:05Platz!
00:16:07Frisch aus dem Keller.
00:16:09Hier sind die Gläser, damit ihr nicht aus der Flasche trinken müsst.
00:16:13Reiche mal rüber, Mädchen.
00:16:15Oh Gott, ich will jetzt.
00:16:16Hier, hier.
00:16:18Es ist aber färfer.
00:16:19Vielen so mit, Herr Schöppler.
00:16:20Oh nein.
00:16:21Nach dem vielen Kuchen.
00:16:23Ich kiebel sie lieber.
00:16:26Im Übrigen muss ich bald ins Bett.
00:16:28Er ist immer mieden.
00:16:29Da hätt sie kein Wecker heiraten dürfen, Gretchen.
00:16:31Oh, sehr dumm.
00:16:3318, 18, 20, 2, 1, 2, 1, 3, 4, weg.
00:16:4227?
00:16:43Ja.
00:16:43Ja.
00:16:44Wie heißt es?
00:16:45Was machst du denn?
00:16:45Na, Oskarschen?
00:16:46Das war mal, dass die Oma einen und ihre Röcke hier lassen hat.
00:16:49Spiel wir mal, ich will mal Kleid hat's haben.
00:16:51Verstehst du das wieder?
00:16:53Ich verstehe auch nichts davon.
00:16:57Mal sehen, wie die Buben liegen.
00:17:02Go, ich muss die Oma einen ausprobieren.
00:17:14Ja, ich weiß nicht, wo ich bin.
00:17:18Ich weiß nicht.
00:17:18Ich weiß nicht.
00:17:19Ich weiß nicht.
00:17:20Ich weiß nicht.
00:17:21Ich weiß nicht.
00:17:26Ich weiß nicht.
00:17:27Ach so, zwei Karos.
00:17:30Warum soll ich denn das wissen?
00:17:32Ich bin Ihnen aufgegeben.
00:17:35An diesem Tag, an dem ich über die Völfe der Erwachsenen und meine eigene Zukunft nachdachte,
00:17:44beschloss ich einen Punkt zu machen.
00:17:47Ich wollte von jetzt an keinen Fingerbreit mehr wachsen.
00:17:51Für immer der Dreijährige der Gnome bleiben.
00:17:58Das ist mei.
00:18:00Das ist mei.
00:18:03Hast du den auch?
00:18:06Ja, ich habe ihn.
00:18:10Ja, ich habe ihn.
00:18:10So, auf jeden Fall.
00:18:11Und, und.
00:18:34Eins, zwei, drei, vier, sechs, sieben, acht.
00:18:45Und, und.
00:18:47Eins, zwei, vier, sechs, sieben, acht, sieben, acht, sieben.
00:19:22Oskar!
00:19:24Oskar!
00:19:26Oskar!
00:19:30Oskar!
00:19:33Mein Gott, da ist er ja.
00:19:36Was ist denn?
00:19:37Was ist los?
00:19:38Er ist, ist die Treppe runtergefallen.
00:19:41Macht doch!
00:19:42Hat immer diese Aufregung.
00:19:47Warum hat die Klappe auf?
00:19:48Der blutiger.
00:19:50Alfred!
00:19:51Du warst nicht!
00:19:52Du hast die falsche offen gelassen!
00:19:53Ich hab doch bloß mit Bier für euch geholt!
00:20:01Blut.
00:20:02Lina, wir rufen den Doktor.
00:20:05Das sieht schlimm aus.
00:20:06Du!
00:20:07Du!
00:20:07Du warst es!
00:20:08Du!
00:20:09Du hast die falsche offen gelassen!
00:20:11Hört doch auf!
00:20:12Hört doch auf!
00:20:13Hört doch auf!
00:20:13Hört doch auf!
00:20:14Hört doch auf!
00:20:16Ich bitte dich!
00:20:17Aus!
00:20:17Ich bitte dich!
00:20:19Halt doch Blut!
00:20:19Halt doch Blut!
00:20:20Halt doch Blut!
00:20:22Lass mich!
00:20:23Lass mich durch!
00:20:23Beruhige euch!
00:20:25Beruhige euch!
00:20:25Es ist nun mal passiert!
00:20:27Oskarchen!
00:20:28Mein Oskarchen!
00:20:30Mein Junkchen, mein Junkchen!
00:20:33Wie ist das bloß möglich gewesen?
00:20:44Noch ein, zwei Wochen Bettruhe und dann kann das Oskarchen wieder aufstehen!
00:20:51Es ist nur eine kleine Gehirnerschütterung.
00:20:54Machen Sie weiter kalte Umschläge.
00:20:56Mein Kellersturz war ein voller Erfolg.
00:21:00Fortan hieß es, an seinem dritten Geburtstag stürzte unser kleiner Oskarchen die Kellertreppe
00:21:07runter.
00:21:07Blieb zwar sonst beieinander, nur wachsen wollte er nicht mehr.
00:21:11Kein Zentimeterchen!
00:21:15Früh übt sich, Oskarchen!
00:21:17Brav!
00:21:18Gut, schau!
00:21:20Ja, doch!
00:21:22Ja, ich komm!
00:21:25Na, Oskarchen, geht ja all wieder!
00:21:30Mahlzeit!
00:21:41Ruf!
00:21:42Ruf!
00:21:43Ruf!
00:21:43Ruf!
00:21:44Ruf!
00:21:48Ruf!
00:21:55Oskar, det!
00:21:57Nichts!
00:21:57Ich kann das tun!
00:21:59Die ist zu wettvolle.
00:22:01Die erste polnische Briefmarker seit über hundert Jahren.
00:22:04Es sind kommen die Pfifferlinge!
00:22:09Na gut, ich muss jetzt gehen.
00:22:13Bleibst du zum Essen?
00:22:14Alfred macht Pfifferlinge.
00:22:16Nein, ich habe Schaltendienst heute Nachmittag.
00:22:18In 20 Minuten.
00:22:21Ich habe gesagt, nicht in der Wohnung.
00:22:23Außerdem ist die Trommel kaputt.
00:22:24Du kannst dir wehtun.
00:22:25Du bleibst doch mit den Pfifferlinge.
00:22:27Leider nicht, ich muss in die Post.
00:22:28Komm, lass die Trommel hier.
00:22:30Und wenn du dir wehtust, bin ich nicht wieder gewesen.
00:22:34Schwester, ich habe nicht mehr gesagt.
00:22:39Oskar, du gibst mir die Trommel und ich gebe dir Schokolade.
00:22:43Gib ihnen doch die Trommel.
00:22:45Ich bring dir morgen eine neue mit.
00:22:46Nein, Oskar will nicht.
00:22:48Na, das wollen wir doch mal sehen.
00:22:50Alfred, warum immer mit Gewalt?
00:22:54Meine Pammel!
00:22:55Meine Pammel!
00:22:58Meine Pammel!
00:23:11So entdeckte ich, dass meine Stimme mir ermöglichte,
00:23:16in der Art hoher Lage zu schreien,
00:23:20dass niemand es wagte, mir meine Trommel wegzunehmen.
00:23:26Schon bring Glück!
00:23:28Denn wenn mir meine Trommel wegnommen wurde,
00:23:32schrie ich.
00:23:34Und wenn ich schrie,
00:23:36zersprang Kostbarstes.
00:23:54Jetzt machen wir den Trommel!
00:23:57Danke, danke, danke!
00:24:04Danke, danke!
00:24:06Danke, danke, danke!
00:24:09Ist die schwarze Küche da?
00:24:13Nein, nein, nein.
00:24:16Einmal musst du rummarschieren,
00:24:19weil wir den Kopf verlieren.
00:24:22Fünftes Mal kommt mit Frau Schmidt,
00:24:25da ist sie ja, da ist sie ja.
00:24:32Ich werde euch beide mal rüberkommen.
00:24:35Das wird sich gleich ändern.
00:24:38Missgeburt, verdammt, ey. Pass auf, ich komme runter.
00:24:40Pass auf, ich komme runter.
00:25:10Herrlich lockt der Sonnentag
00:25:15Herrlich lockt der Sonnentag
00:25:22Wirken laut und satengrüne wie mit betender Gebärde
00:25:27Hält die alte Mutter Erde
00:25:31Dass der Mensch ihr eigen wird
00:25:35Die nehme ich
00:25:41Betrachten Sie bitte diese außergewöhnliche Kartoffel
00:25:45Diese schwellende, strotzende, immer wieder neue Formen erdenkende
00:25:53Und dennoch so kaische Fruchtfleisch
00:25:56Ich liebe die Kartoffel, weil sie zu mir spricht
00:26:01Nun ja, in diesem Jahr sind die Bullen ein bisschen größer als voriges Jahr
00:26:06Was machst du da?
00:26:09Oskar, schreiben lernen
00:26:11Verlass das Oskar
00:26:13Wirst nie lernen, schreiben, lesen
00:26:16Die großen Klassiker
00:26:18All die ewigen Wahrheiten
00:26:21Stirb und werde
00:26:42Hohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohohoho
00:26:43Ja, das Herz ist für dich zum ersten Schultag.
00:26:49Oh, und jetzt hergucken.
00:26:52Kuckuck.
00:26:54Guten Morgen.
00:26:57Guten Morgen, Kinder.
00:27:01Ich heiße Spollenhauer und bin eure Lehrerin.
00:27:05Setzen.
00:27:07Nun, liebe Kinder, könnt ihr vielleicht ein Liedchen singen?
00:27:10Ja.
00:27:11Hallo, meine Entchen.
00:27:13Fuchs, du hast die ganze Schule.
00:27:15Du bist ja das kleine Oskarchen.
00:27:16Von dir haben wir schon viel gehört.
00:27:19Wie schön du das kannst.
00:27:21Nicht wahr, Kinder? Unser Oskar ist ein guter Trommler.
00:27:24Ja.
00:27:25Doch nun wollen wir die Trommel im Klassenschrank verwahren.
00:27:29Sie wird müde sein und schlafen wollen.
00:27:33Nachher, wenn die Schule vorbei ist, dann kannst du deine Trommel wieder haben.
00:27:37Na, komm.
00:27:40Du bist aber ein Beser, Oskar.
00:27:46Dann lese ich euch jetzt den Stundenplan vor.
00:27:49Also Montag, schreiben, rechnen, lesen, Religion.
00:27:54Alle zusammen.
00:27:57Schreiben.
00:27:59Rechnen.
00:28:01Wirst du jetzt aufhören, Oskar.
00:28:04Religion.
00:28:05Religion.
00:28:14Fräulein Spohlenhauer.
00:28:17Oskar.
00:28:19Oskar.
00:28:29Fräulein Spohlenhauer.
00:28:30Oh Gott.
00:28:32Was.
00:28:36Sonderbar.
00:28:38Sehr sonderbar.
00:28:39Wie alt ist er jetzt, sagen Sie?
00:28:42Sechs Jahre alt, Herr Doktor.
00:28:43Schwester Inge, ziehen Sie das Oskarchen aus.
00:28:46Komm, mein Junge.
00:28:47Und wie lange ist es her, dass er von der Kellertreppe gefallen ist?
00:28:50Am 12. September waren es drei Jahre, Herr Doktor.
00:28:53Dann wollen wir uns die Wirbelsäule nochmal genau ansehen.
00:28:56Nun sei doch schön brav, mein Junge.
00:28:57Du kriegst ja deine Trommel gleich wieder.
00:29:00Oskar, gib mir die Trommel.
00:29:02Ich halte sie so lang.
00:29:03Schau, so kannst du doch nicht aus dem Hemdchen schlüpfen.
00:29:07Oskarchen, wenn du nicht lieb bist, dann macht dich der Onker Doktor nicht gesund.
00:29:10Komm, mein Junge, gib mir mal die Trommel.
00:29:32Oh Gott, Herr Doktor.
00:29:44Außerordentlich.
00:29:46Außerordentlich.
00:29:52Ich werde dieses Stimmphänomen in einer Abhandlung in unserer Fachzeitschrift gebührend würdigen.
00:29:58Wenn Sie damit einverstanden sind, Frau Marzard.
00:30:01Ja, Herr Doktor.
00:30:04Außerordentlich.
00:30:05Wirklich, außerordentlich.
00:30:14Die Kraft dieses destruktiven Stimmphänomens ist in hoher Lage eine derartige,
00:30:22das auf eine besondere Formation des hinteren Larynns, des jungen Oskar Mazerat, geschlossen werden kann.
00:30:31Wobei eine akzidentelle Entwicklung der Stimmbänder zumindest als Hypothese nicht auszuschließen ist.
00:30:41Hast du das hierher in eine medizinische Zeit?
00:30:44Schreib der Doktor auf, warum er nicht mehr wachsen möchte.
00:30:48Das musst du den da fragen.
00:30:50Na dann.
00:30:51Warum er nicht mehr wachsen möchte.
00:30:53Ach, hör doch auf.
00:30:55Dein Kind so gut wie meines.
00:30:58Ich weiß über mehr.
00:30:59Wer hat die Fallschuhe auf dem genassen Tor, oder ich?
00:31:09Der Kopf tut mir wei.
00:31:13F, G, H, I, J, K.
00:31:16Der Doktor ist da.
00:31:18L, M, N, O.
00:31:21Jetzt bin ich froh.
00:31:25P, Q, R, S, T.
00:31:28Es wird wieder gut.
00:31:30Juch, hey.
00:31:32U, V, W, X.
00:31:35Jetzt fehlt mir nix.
00:31:38Y und Z.
00:31:40Jetzt geh ich ins Bett.
00:31:44Aber du merkst ja gar nicht auf, Oskarchen.
00:31:49Also fangen wir noch mal von vorne an.
00:31:52A, B, C, D, E.
00:31:55Der Kopf tut mir wei.
00:31:58F, G, H, I, J, K.
00:32:01Der Doktor...
00:32:05Oskar Niesen.
00:32:06Das ist doch nichts für dich, Oskarchen.
00:32:10Rasputin.
00:32:10Rasu, Rasu, Rasu, Rapupin.
00:32:14Oskar.
00:32:15Nein, Orgie.
00:32:18Orgie, Oskar Niesen.
00:32:39Alles, was von mir ausgeht, sprach Rasputin,
00:32:43ist eine Quelle des Lichtes,
00:32:45das die Sünden hinwegspült.
00:32:48Ist es da ein Wunder,
00:32:50dass die Damen des Hofes
00:32:51der Suggestion seiner Rede unterlagen?
00:32:55Rasputin war...
00:32:56Na?
00:32:56Agnes.
00:32:57Macht er Fortschritte?
00:32:59Hm.
00:33:01Und was lest der Rasputin?
00:33:06Ob Oskarchen auch nichts davon versteht?
00:33:09Aber wo doch.
00:33:13Ich gebe mir so viel Mühe,
00:33:15aber er lernt und lernt nicht.
00:33:17An welcher Stelle bist du gerade?
00:33:20Der Salon in der...
00:33:22in der Korokowa-Straße.
00:33:25Das krieg ich nicht Dinge.
00:33:26Rasputin war alleine
00:33:28mit Irina und der Großfürstin.
00:33:30Um deren Mund ein Lächeln zitterte.
00:33:33Ein Heiliger ist auch verstanden,
00:33:35flüsterte sie.
00:33:37Und ihre Augen wurden groß
00:33:39und weit entrückt.
00:33:42Und sie verloren sich
00:33:44in Liebkosungen.
00:33:46Liebkosungen?
00:33:48Dann gießten sie den Staritz
00:33:51auf Stirn und Wangen.
00:33:54Mit seinen glühenden Augen
00:33:56bezauberte der Staritz alle.
00:33:59Bald sank die Damen
00:34:02an seiner Brust.
00:34:05Erbarmung!
00:34:08Seine schwarze Bart
00:34:10kitzelte ihre Lusen.
00:34:13Wallende Körper
00:34:15begruben den Wundermann unter sich.
00:34:22Sie werden sagen,
00:34:25in welch begrenzter Welt
00:34:27musste sich
00:34:29der junge Mensch heranbilden.
00:34:32Doch während meine arme Mama
00:34:34und Gretchen Schöffler
00:34:36immer wieder Rasputin lasen,
00:34:38entdeckte ich
00:34:39Johann Wolfgang von Goethe
00:34:42die Wahlverwandtschaften.
00:34:44So wuchs ich,
00:34:48wenn nicht äußerlich,
00:34:49so doch innerlich
00:34:51zwischen Rasputin und Goethe
00:34:53hin und her gerissen.
00:34:55Bis ich mir aus beiden Büchern
00:34:57eines erstellte,
00:34:58so dass der dämonischen Seite
00:35:01jeweils eine Erleuchtete folgte.
00:35:04Wie ja im Leben auch.
00:35:08Wir wollen nicht mehr schwarzen
00:35:11Wir essen mal Barm,
00:35:13die Weißle da.
00:35:15Wir essen!
00:35:17Wir essen!
00:35:19Wir essen!
00:35:19Ich bin alle Nächte!
00:35:21Auf die Heidern!
00:35:23Guck mal an die Suppe,
00:35:25ich will sehen, ob sie schön.
00:35:25Komm mal, wie ich davon habe!
00:35:27In 18.
00:35:27Zwei Späumchen!
00:35:29Solltest du Regen tun?
00:35:31Mach mal!
00:35:32Ja.
00:35:33Blick hier, jetzt war gut!
00:35:36Schön!
00:35:41Kling, Kieschen, was machst du?
00:35:49Die schwimmen ja immer noch.
00:35:56Der Erfgassal, die Suppe schmecken.
00:35:58Los, hinterher!
00:36:26Jetzt bist du dran. Die schmeckt dir bestimmt.
00:36:31Lecker. Mach den Mund auf.
00:36:33Der ist doch nicht weich.
00:36:36Jetzt bist du dran. Die schmeckt dir bestimmt.
00:36:38Das schmeckt, häh?
00:36:41Oh, es schmeckt auch am besten.
00:36:43Das schmeckt, häh?
00:37:15Der Labeschrieb und die Höfe wurden mir zu eng.
00:37:20Ich hungerte nach Ferne und nahm jede Gelegenheit wahr,
00:37:25die mich den Nachstellungen der Suppenköcher entrob
00:37:28und alleine oder an Mamas Hand aus dem Vorort in die Stadt führte.
00:37:47Die Stadt führte sich mit dem Schäuern.
00:37:53Die Stadt führte sich in die Stadt führte sich,
00:37:55und das ist auch ein Schäuern.
00:37:58Das ist einfach aus dem Schäuern.
00:37:59Die Stadt führte sich mit dem Schäuern.
00:38:04Vielen Dank.
00:38:34Die Trommel ist kaputt oder muss ich sie wieder reparieren, was?
00:38:39Nein, nein. Er bekommt eine neue.
00:38:44Meine Verehrung.
00:38:52Tag, Oskar.
00:38:53Tag, Onkeliano.
00:39:19Ich muss euch jetzt verlassen.
00:39:23Ich habe nur ein paar Besorgungen zu machen.
00:39:26Auf Wiedersehen, Agnes.
00:39:29Ich gebe dir was für deine Trommel, Oskar.
00:39:32Seid ich das?
00:39:33Komm, Oskar. Also Wiedersehen, Cousin.
00:39:35Wiedersehen.
00:39:49Guten Tag, Herr Markus.
00:39:51Wen sehe ich denn? Die verehrte Frau Matzerath.
00:39:54Das Oskarchen möchte neue Trommel brauchen.
00:39:57Ja, Herr Markus, es ist wieder so weit.
00:39:59Mein Oskar ist ein fleißiger Trommeler.
00:40:01Ich weiß nie, den wievielten wir haben.
00:40:03Ich meine, welchen Tag wir haben.
00:40:04Außer, wenn Sie reinkommen.
00:40:07Dann sagt man mein Gefühl, dass wieder Donnerstag sein möchte.
00:40:12Sie haben so wunderschöne Hände.
00:40:14Man möchte sie am liebsten in Gold aufheben.
00:40:17Oskar, da unten steht das Schachtel und die gibst du mir mal hoch, ja?
00:40:22Ja, die ist es, danke.
00:40:24Sehen Sie, sehen Sie, Frau Agnes.
00:40:25Schäne Strümpf, seidene Strümpf, reine Seide.
00:40:29Es ist wirklich eine gute Ware.
00:40:32Eins, zwei, drei Paar Strümpf für Frau Agnes.
00:40:35Sie werden Ihnen sicher sehr gut stehen.
00:40:37Und eine gute Gelegenheit ist auch.
00:40:38Viel zu teuer für mich.
00:40:39Aber Sie sind das wert.
00:40:40Nein, Markus. Vielleicht später mal.
00:40:42Warum nicht heute?
00:40:43Ich gebe sie Ihnen für einen halben Gulden, Frau Agnes.
00:40:46So billig?
00:40:49Nein, Markus, das ist ja geschenkt.
00:40:51Nehmen Sie sie.
00:40:52Bitte, machen Sie sich keine Gedanken.
00:40:54Und nur zu uns, Oskar.
00:40:56Womit kann ich den Prinzchen erfreitemachen, hm?
00:41:00Ah, möchten wir eine neue Trommel brauchen?
00:41:03Das Einfachste wird sein, du holst dir eine von meinen Trommeln.
00:41:06Du weißt ja, wo sie liegen.
00:41:07Siehst du, Oskar, da freut er sich.
00:41:12Ach, wäre es möglich, Herr Markus,
00:41:14dass mein Oskarchen für ein halbes Stündchen hier bleibt bei Ihnen.
00:41:20Ich habe wieder ein paar wichtige Besorgungen zu machen.
00:41:22Ach so, ja.
00:41:23Ich werde wie mein Augapfel hieten.
00:41:25Bitte, Frau Matzeratmächte, machen ungestärkt Ihre wichtigen Besorgungen.
00:41:28Und das Prinzchen wird hier mit mir warten, ja?
00:41:32Während Sie machen Ihre wichtigen Besorgungen
00:41:35wie an jedem Donnerstag.
00:41:36Okay.
00:41:40Musik
00:42:17Musik
00:42:49Musik
00:43:15Musik
00:44:03Die Erde!
00:44:04Die Erde!
00:44:05Die Erde!
00:44:08Die Erde!
00:44:10Die Erde!
00:44:24Die Erde!
00:44:26Die Erde!
00:44:26Die Erde!
00:44:41Die Erde!
00:44:46Die Erde!
00:44:49Die Erde!
00:44:50Die Erde!
00:44:50Die Erde!
00:44:50Die Erde!
00:44:50Die Erde!
00:45:02Die Erde!
00:45:04Die Erde!
00:45:30Die Erde!
00:45:39Die Erde!
00:45:42Die Erde!
00:45:44Die Erde!
00:45:46Die Erde!
00:45:49Die Erde!
00:46:08Die Erde!
00:46:22Die Erde!
00:46:24Die Erde!
00:46:28Die Erde!
00:46:39Die Erde!
00:46:40Die Erde!
00:46:42Die Erde!
00:46:46Die Erde!
00:46:49Die Erde!
00:46:51Die Erde!
00:46:52Die Erde!
00:46:54Die Erde!
00:46:55Die Erde!
00:46:57Die Erde!
00:47:02Die Erde!
00:47:03Die Erde!
00:47:03Die Erde!
00:47:04Die Erde!
00:47:05Die Erde!
00:47:05Die Erde!
00:47:16Die Erde!
00:47:23Die Erde!
00:47:27Die Erde!
00:47:34Die Erde!
00:47:36Die Erde!
00:47:36Die Erde!
00:47:37Die Erde!
00:47:37Die Erde!
00:47:41Die Erde!
00:47:43Wie heißt die Erde?
00:47:44Die Erde!
00:47:45Die Erreichung für uns getrennt!
00:47:48Die Erreichung für B violent,
00:47:50den alimentierten!
00:47:51Ja!
00:47:53War der schön spazieren!
00:47:55Als absoluten Gebieten des Ostens!cak
00:47:58man damit! ...
00:47:59регCI Rolling to the other teammates, die
00:48:01celel assemblyte, dieочь
00:48:03später! Übrigens
00:48:04spricht der Führer!
00:48:05Bloß bei uns nicht!
00:48:20Schabonino! Schabonino!
00:48:22Hält mir! Hält mir!
00:48:25Was hast du?
00:48:26Du, ich hab eine Krankheit!
00:48:30Ja, was für eine!
00:48:32Ich hab einen Vogel!
00:48:35Oh, er hat einen Vogel!
00:48:54Und jetzt, meine Damen und Herren,
00:48:57den kleinen Stefan die Kleine,
00:48:59Petra und seine Lipputale!
00:49:02Tschüss!
00:49:17Ich rieche! Schnapp!
00:49:20Ich rieche! Schnapp dich auf!
00:49:23Gut!
00:49:25Die Küche!
00:49:30Applaus
00:50:08Applaus
00:50:10Applaus
00:50:12Applaus
00:50:20Applaus
00:50:22Ja, ja, ja, du, du, jetzt, jetzt, jetzt, machen wir Musik.
00:50:27Musik, ja, wir Musik, ja.
00:50:29Du, du, pass auf, mein, mein Vogel, der kann singen.
00:50:35Schönen Sie, wie?
00:50:40Katzenmusik.
00:51:10Schau, schau.
00:51:13Heutzutage wollen die Dreijährigen schon nicht bewachsen.
00:51:19Hebra, mein Name.
00:51:23Ich stamme in direkter Linie vom Prinzen Eugen ab.
00:51:29Ergo von Ludwig dem Vierzehnten, denn dieser war sein Vater.
00:51:34Nicht irgendein Sauveiarde, der behauptet wird.
00:51:38An meinem zehnten Geburtstag habe ich das Wachstum eingestellt.
00:51:44Etwas spät, aber immerhin.
00:51:48Was kam?
00:51:51Sagen Sie, bester Oskar, Sie dürften jetzt 14 oder 15 Jährchen zählen.
00:51:56Zwölf, zweifelhalb.
00:51:57Nicht möglich.
00:51:59Wie alt schätzen Sie mich?
00:52:02Hm, 35.
00:52:06Sie sind ein Speichler, junger Freund.
00:52:0935, das war einmal.
00:52:11Im August feiere ich meinen 53.
00:52:15Ich könnte Ihr Großvater sein.
00:52:18Äh, sind Sie auch Künstler?
00:52:20Nicht eigentlich.
00:52:21Wie wohl ich?
00:52:33Wie Sie sehen, durchaus zu einem Kunststück fähig bin.
00:52:39Bravo.
00:52:40Bravissimo.
00:52:42Sie müssen zu uns kommen.
00:52:45Unbedingt.
00:52:46Wissen Sie, Herr Bibra.
00:52:54Wissen Sie, ich rechne mich lieber zu den Zuschauern und lasse meine kleine Kunst in Verborgenen blühen.
00:53:03Bester Oskar.
00:53:06Glauben Sie einem erfahrenen Kollegen.
00:53:09Unser eins darf nie zu den Zuschauern gehören.
00:53:13Unser eins muss vorspielen, die Handlung bestimmen.
00:53:17Sonst tun es die anderen.
00:53:20Und die anderen werden kommen.
00:53:23Sie werden die Festplätze besetzen.
00:53:25Sie werden Fackelzüge veranstalten.
00:53:27Sie werden Tribünen bauen, Tribünen bevölkern.
00:53:31Und von Tribünen herunter unseren Untergang predigen.
00:53:35Oskar!
00:53:37Oskar!
00:53:38Oskar!
00:53:40Man sucht die Bester Freund.
00:53:42Aber wir werden uns wiedersehen.
00:53:44Wir sind zu klein, als dass wir uns verlieren könnten.
00:53:53Und los, die Vorstellung beginnt.
00:53:58Oskar!
00:54:01Guten Tag!
00:54:03Guten Tag!
00:54:05Komm jetzt!
00:54:08Auf Wiedersehen!
00:54:17Sie werden kommen!
00:54:19Sie werden kommen!
00:54:37Hei Hitler!
00:54:38Ja, hei Hitler!
00:54:40Hei Hitler!
00:54:42Achtung!
00:54:45Jetzt!
00:54:46Auf!
00:54:49Im Radio!
00:54:52Im Radio!
00:55:15Morgen, Oskar.
00:55:18Danke, Onkelian.
00:55:20Guten Morgen, schönen Sonntag, allerseits.
00:55:24Diese verfluchten, wickelndermaschen, rutschen immer.
00:55:26Guten Morgen.
00:55:26Morgen, Cousin.
00:55:27Guten Morgen, Alfred.
00:55:29Ich brauche unbedingt ein paar Stiefel.
00:55:31Die sind zu teuer, weißt du doch selbst.
00:55:32Oder wenigstens ein paar Ledergamaschen.
00:55:35Wie sehe ich denn aus?
00:55:39Gehst du zu dem Aufmarsch?
00:55:40Ja, auf die Maiwiese.
00:55:44Großkundgebung.
00:55:48Wie geht's dir?
00:55:50Wir kommen abends gleich der Löbsack, wir sprechen.
00:55:53Der spricht, sag ich dir, der spricht.
00:55:56Überhaupt.
00:55:57Wir erleben Tage, die in die Geschichte eingehen werden.
00:56:01Und da kann man nicht abseits stehen, da muss man dabei sein.
00:56:07Du sollst den Danzier-Vorpost lesen, was du für Polen optiert hast.
00:56:13Ist und bleibt eine Schnaps-Idee, ich habe dir das immer gesagt.
00:56:17Ich bin Pole.
00:56:19Überleg dir das nochmal.
00:56:22Nimm den Schirm mit, es sieht nach Regen aus.
00:56:24Ich kann doch so uniformen, keinen Rienenschirm tragen.
00:56:29Der Eintopf steht auf dem Herd.
00:56:30Nur ab und zu mal umrühren.
00:56:32Zwanzig Minuten ist er fertig.
00:56:34Willst du nicht was essen, bevor du gehst?
00:56:35Keine Zeit.
00:56:37Dienst ist Dienst.
00:56:38Und Schnaps ist Schnaps.
00:56:41Das ist ein Schirm.
00:56:41Allerdings.
00:56:46Das ist ein Schirm.
00:56:52phrases.
00:56:55Also geht es mir mal, wenn du bist.
00:56:55Das ist ein Schirm.
00:56:57Ich will dich.
00:56:58Ich bin enthalpy nach.
00:56:59Ich bin bestimmt.
00:56:59Aber ich bin ein Schirm.
00:56:59Dat nur der Schirm.
00:56:59Das ist das.
00:56:59Das ist ein Schirm.
00:56:59Ich bin.
00:57:00Das ist, was wir vergesst.
00:57:00Das ist für die Schirm.
00:57:04Und das ist in der Schirm.
00:57:05Das ist ein Schirm.
00:57:08Aber so geht's.
00:57:22Blau, blau, blaue Augen, Oskar auch.
00:57:31Die blauen Augen der Bronski, die haben wir beide.
00:57:38Jan, hör auf, lass es sein.
00:57:44Ich kann es einfach nicht ertragen, dass er die Wahrheit nicht weiß.
00:57:58Liebe Volksgenossen und Volksgenossinnen aus Danzig und Langfuhr,
00:58:07von Ora, Schütlitz und Braust, die ihr von der Höhe und aus der Niederung gekommen seid,
00:58:18ihr alle, ich weiß es, habt nur einen heißen Wunsch im Herzen.
00:58:25Diesen Wunsch schägen wir alle, seitdem uns ein schmöliges Diktat von unserem geliebten deutschen Vaterland getrennt hat.
00:58:39Wir wollen heim ins Reich!
00:58:43Heim, Heim, Heim, Heim, Heim!
00:58:52Denn was ist das für ein Freistaat, den man uns großzügig eingeräumt hat?
00:59:02Wie die Laust in den Pelz hat man uns die Polen ins Hafengebiet auf die Westerplatte gesetzt.
00:59:10Und mitten in unsere geliebte Altstadt hat man uns eine polnische Post beschert.
00:59:17Wir danken für diese Bescherung!
00:59:24Wir Deutschen hatten schon eine Post, als sich der Pole noch nichts in Briefen zu sagen hatte.
00:59:35Dem haben wir doch das Schreiben beigebracht!
00:59:39Doch nun, liebe Parteigenossen und Parteigenossinnen,
00:59:43wollen wir unseren Gast aus dem Reich, den uns der Führer geschickt hat, begrüßen.
00:59:50Soeben betritt der Parteigenosse Albert Forster das Kundgebungsgelände Sieg!
00:59:58Heim! Sieg! Heim! Sieg! Heim!
01:00:04Heim! Heim! Heim!
01:00:28Werden Sieg
01:00:48Musik
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01:03:37Musik
01:03:54Ich hab's an den Schuh.
01:04:01Oskar, komm.
01:04:18Oskar, komm.
01:04:34Oskar, komm.
01:04:58Oskar, komm.
01:05:09Oskar, komm.
01:05:10Oskar, komm.
01:05:12Oskar, komm.
01:05:33Oskar, komm.
01:05:49Oskar, komm.
01:06:14Oskar, komm.
01:06:18Oskar, komm.
01:06:20Oskar, komm.
01:06:30Oskar, komm.
01:06:33Oskar, komm.
01:06:35Oskar, komm.
01:07:04Oskar, komm.
01:07:24Oskar, komm.
01:07:26Oskar, komm.
01:07:28Oskar, komm.
01:07:56Oskar, komm.
01:08:12Oskar, komm.
01:08:30Oskar, komm.
01:08:43Oskar, komm.
01:09:01Oskar, komm.
01:09:08Oskar, komm.
01:09:30Oskar, komm.
01:10:00Oskar, komm.
01:10:01Oskar, komm.
01:10:16Oskar, komm.
01:10:19Oskar...
01:10:22Oskar...
01:10:24Oh, oh, oh, oh, oh, oh.
01:10:55Oh, oh, oh, oh.
01:11:35Sollst du nicht wenigstens auffärmen?
01:12:11Nein, nein.
01:12:13Machen Sie das nicht mit dem Bronski.
01:12:17Wo der ist bei der polnischen Post auf der falschen Seite.
01:12:20Setzen Sie nicht auf die Polen.
01:12:22Setzen Sie auf die Deitschen, wenn Sie setzen wollen.
01:12:26Die kommen hoch, wenn nicht heute, dann morgen.
01:12:29Stellen Sie sich vor, die Deitschen kommen und Sie sitzen da mit dem Bronski.
01:12:32Dem beschuggenen Polen.
01:12:34Stellen Sie sich vor, Frau Agnes, das kann nicht gut gehen.
01:12:38Warum setzen Sie nicht auf den Mazerat, den Sie hat?
01:12:47Oder wenn Sie mir die Ehre, die große Ehre möchten tun, setzen Sie auf mich.
01:12:53Auf Sigismund Markus.
01:12:55Wo er getauft ist seit neulich.
01:12:57Nicht Markus, bitte.
01:12:59Wir könnten nach London fahren.
01:13:01Wie alle anderen auch, bevor die Deitschen kommen, wo ich genug Leid drüben habe.
01:13:09No, was sag ich, da ist er ja.
01:13:12Den werden wir auch mitnehmen nach London.
01:13:14Wie Prinzchen soll er es haben?
01:13:16Wie Prinzchen?
01:13:18Ich danke Ihnen, Markus.
01:13:20Aber es geht nicht.
01:13:21Es ist wirklich nicht wegen Bronski.
01:13:24Umso besser.
01:13:25Das habe ich mir doch gleich gedacht, dass es wegen dem nicht möchte sein.
01:13:27Gehen Sie dem Bronski aus dem Weg und bleiben Sie beim Mazerat.
01:13:43Ich danke Ihnen.
01:14:05Vielen Dank.
01:14:47Na los.
01:14:50Mach schon.
01:14:53Eins bei, eins bei.
01:14:57Kannst du nicht?
01:15:00Oder willst du nicht?
01:15:02Bürschchen.
01:15:03Kannst du doch sonst alles.
01:15:05Ich bin unkeusch gewesen.
01:15:07In Gedanken, Worten und Werken.
01:15:10Allein oder mit anderen?
01:15:12Zu zweit.
01:15:13Wo und wann?
01:15:15Immer am Donnerstag in der Tischlergasse.
01:15:18Aber Kind, immer wieder dieser schmutzige Ort.
01:15:21Ich kann nicht anders hochwürden.
01:15:23Ich möchte, aber ich kann nicht.
01:15:26Und die Folgen, liebe Frau Mozzerat, die Folgen?
01:15:30Ist ja schon hochwürden.
01:15:33Ist ja schon.
01:15:42Ja, heilige Mutter Gottes, was fehlt dir denn ein?
01:15:46Bürschchen.
01:15:50Oskar!
01:15:51Oskar!
01:15:53Oskar!
01:15:56Hochwürden, Hochwürden, Hochwürden.
01:15:58Was soll ich nur machen mit dem Kind?
01:16:00Ich habe ihn ja liebt, das Oskarchen.
01:16:04Aber jetzt ist er schon 14 Jahre alt, Hochwürden.
01:16:07Und immer dieser Ärger.
01:16:09Und jetzt noch das.
01:16:11O Gott, Hochwürden.
01:16:12Beten Sie, liebe Frau Mozzerat, beten Sie.
01:16:17Jetzt hör auf, Oskar.
01:16:25Agnes.
01:16:25Ja.
01:16:28Ja?
01:16:30Ja.
01:16:34Hallo.
01:16:38Hallo.
01:16:40Ruh! Ruh! Ruh!
01:17:10Ruh!
01:17:57Ruh!
01:17:59Ruh!
01:17:59Ruh!
01:17:59Ruh!
01:18:31Ich habe ja alles versucht, aber jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll.
01:18:36Warum hast du mich nicht früher geholt?
01:18:53Nur Agnes, sag mal, was ist?
01:18:59Was ist der Fisch, wenn ihr ihn nicht bekommt?
01:19:02Das sage ich euch, der Führer, so wie ich den sehe, der hat an einem einzigen Kommunisten, der in die
01:19:08Partei getreten ist, mehr Spaß als ein Zehn Zentrumsbronzen, die nur aus Schiss in die Partei reinfindet und nicht, weil
01:19:13sie gemerkt haben, dass die neue Zeit angefangen hat. Jawohl, angefangen hat sie.
01:19:18Möchtest du nicht leben, mehr möchtest du nicht sterben, mehr möchtest du nicht sterben, was?
01:19:47Und kam nicht mehr und kam nicht mehr und kam nicht mehr und kam nicht mehr.
01:19:49Alter, weg war er wenigstens.
01:19:51Weg sagst du, weg ist der Mann.
01:19:53Mein Boche, Boche, moi, das sagst du, wo du dir zwei genehmigst und nie nicht genug kriegst.
01:19:58Ist ja schon gut, Mutter, ist ja schon gut, Mutter.
01:20:00Schwanger bist du.
01:20:01Na und?
01:20:03Wie wenn dir nicht Platz genug ist.
01:20:08Wenn ist es denn so weit?
01:20:12Nie.
01:20:13Nie ist es, Mutter.
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