- vor 29 Minuten
Scott und Walter, zwei alte Schulfreunde von Ray, haben eine hervorragende Geschäftsidee, für die sie ihren Kumpel von einst begeistern wollen: Sie möchten eine Kartbahn eröffnen – doch dafür fehlt ihnen eine wichtige Voraussetzung: Geld! Um Ray und Debra als Investoren zu gewinnen, bereiten die beiden eine ziemlich stümperhafte Präsentation vor, die Ray voll überzeugt, Debra jedoch dankend ablehnen lässt. Aber es stellt sich heraus, dass Ray den beiden bereits 1000 Dollar in den Rachen geworfen hat, ohne mit seiner Frau Rücksprache gehalten zu haben. Kein Wunder, dass sich über den Fall ein saftiger Ehekrach entwickelt, in den natürlich der gesamte Barone-Clan involviert ist. Nach und nach entwickelt sich aus der Geschichte eine Grundsatzdiskussion zum Thema: Wer hat die Kontrollbefugnis über das Geld? Die Männer oder die Frauen? (Text: RTL II)
Kategorie
📺
TVTranskript
00:04Guten Abend, ihr Hilly-Billys.
00:06Hallo. Heute hat ein gewisser Scott für dich angerufen. Wie er weiter heißt, weiß ich nicht mehr.
00:11Oh ja, Scott Prelin, genau. Weißt du nicht mehr, er war mit Walter bei meinem Klassentreffen.
00:16Die beiden sind auf der Highschool meine besten Freunde gewesen.
00:20Ach ja, die zwei Nieten.
00:22Schon klar. Weil du Cheerleader warst, sind meine Freunde natürlich Nieten.
00:26Nicht deswegen. Sie saßen nebeneinander und haben über Walkie-Talkie miteinander geredet.
00:32Die sie übrigens selbst konstruiert hatten. Sie wollen zusammen eine Kartbahn eröffnen. Sie sind ganz clever.
00:37Wer hätte das gedacht?
00:38Das läuft sicher gut.
00:40Ganz sicher. Da kann man herrlich Walkie-Talkies einsetzen.
00:43Ehrlich gesagt bietet sich mir dadurch eine einzigartige Möglichkeit.
00:47Welche denn?
00:48Die beiden brauchen, um richtig durchstarten zu können, noch ein paar gepflegte Investoren.
00:52Oh nein, Kart, bitte nicht, Ray.
00:54Keine vorschnelle Entscheidung. Ich glaube, die Idee ist gut.
00:56Das Kind will gern was essen.
01:00Überleg nochmal, alle Menschen, die ich kenne, mögen Karts. Kinder, mögt ihr Go-Karts?
01:04Ja, ja, so was.
01:06Wieso fragst du nicht, ob sie in ein Pfefferkuchenhaus ziehen wollen?
01:09Ja, ja, ja.
01:11So ein Quatsch. Ich glaube wirklich, das läuft. Die beiden sind kompetent.
01:15Waters Vater gehört ein Vergnügungspark und Scott ist Ingenieur. Und zwar kein Feld-, Wald- und Wiesen-Ingenieur.
01:21Der, also der erfindet richtig was.
01:23Gut und schön, aber existiert eine richtige Projektplanung? Was Konkretes?
01:27Wahrscheinlich. Ich bin sicher, das gibt's.
01:29Ich meine jetzt nicht einen gezeichneten Rennwagen auf einer Papierserviette, sondern was heißt das mit Brutto und Netto? Was Seriöses?
01:35Dann macht dir mal keine Sorgen, das haben die. Cheerleader sind wirklich schwer von Begriff.
01:48Also, die Baukosten von unserem Projekt Card Attack verschlingen den Löwenanteil eurer Investition.
01:55Ein gewisser Prozentsatz der Einnahmen fließt an euch zurück, nachzulesen in der vorliegenden Kalkulation.
02:01Siehe dazu Absatz A, D 5 und E 15 sowie Anhang Absatz 8, 9, 11 und 12.
02:10Der Stoff, mit dem ich euch hier vertraut machen muss, ist furztrocken und verwirrend.
02:15Ich möchte deswegen unser Projekt nochmal etwas bunter, etwas blumiger an den Mann und die Frau bringen.
02:21Walter, wir sind soweit.
02:28Dieser Prototyp unseres Rennanzugs wird für alle Angestellten später Pflichtgarderobe.
02:34Oh, cool.
02:34Das Vorführmodell ist, wie das spätere Rennfahrer-Outfit, feuerfest.
02:38Und besser ist es, denn so heiß, wie der Kerl da drin aussieht, fangen die Mädels garantiert Feuer.
02:43Pssst.
02:46Also, ich fasse zusammen.
02:48Card Attack ist mehr als nur eine Kartbahn.
02:51Card Attack heißt auch Familienspaß beim Eisverzehr an unserer Snackbar.
02:56Card Attack heißt für unsere kleinen Videospiele am laufenden Meter.
03:00Eine Bar mit zwar kann bei uns genauso gefeiert werden wie jedes andere Fest.
03:04Aber vor allem ist Card Attack Spaß.
03:09Eure Kapitalanlage in unserem Projekt, das ist Card Attack. Vielen Dank.
03:14Toll.
03:16Das war große Klasse, Jungs.
03:18Danke, danke.
03:19Ich wollte erst bei Walters Auftritt eine Nebelmaschine einsetzen, aber im privaten Rahmen kommt die vielleicht zu.
03:24Das war toll, ganz großartig, danke.
03:27Also, Ray und ich würden uns gerne kurz allein unterhalten.
03:30Klar, natürlich, stundenlang. Wir zwei hübschen Räumen inzwischen die Bühne.
03:36War ich wieder da.
03:38Und, was hältst du davon?
03:40Wie gesagt, es war großartig.
03:42Ziemlich professionell, oder?
03:43Ja, ich war überrascht.
03:45Schön.
03:46Die haben recherchiert, die Hintergrundinfo war da.
03:48Ja, das denke ich auch. Steigen wir ein?
03:50Ach, was Unfug.
03:54Wieso nicht?
03:56Das ist doch sonnenklar. Ich hatte gesagt, ich höre mir den Vortrag liebend gern an, aber Kartrennen sind Kartrennen. Da
04:01gibt's nicht.
04:02Weiß ich, aber das bringt jede Menge Spaß. Außerdem ist die Geldanlage ausgesprochen gewinnträchtig.
04:07Beide Jungs sind ganz heiß darauf, einen Wagen nach dir zu benennen.
04:11Ja, der Deborah.
04:14Kohlrabenschwarz.
04:16Ich weiß gar nicht, wohin vor Stolz.
04:19Komm, ich kann die beiden nicht hängen lassen. Was soll ich denen denn sagen? Die haben sich mit der Show
04:22solche Mühe gegeben.
04:23Ich muss die Kinder abholen. Sag ihnen, was du willst.
04:26Die Kinder waren eine viel größere Fehlinvestition.
04:33Deine Freunde verstehen das als Profis. Können sie doch absagen, leicht wegstecken.
04:38Wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh, wuh.
04:47Und Kumpel, wie sieht's aus? Was sagt die bessere Hälfte? Ist sie einverstanden?
04:53Eigentlich nicht, ehrlich gesagt.
04:55Was?
04:58Was?
05:01Das ist jetzt aber ein Upturn. Sie war begeistert. Ich meine, ich hab ihr die ganze Zeit in die Augen
05:05gesehen.
05:06Die Gestik, das Ganze drum und dran war spitzenklasse.
05:08Weiß ich, das fand ich auch. Sie hat aber nicht angebissen.
05:11Was ist mit dir? Möchtest du etwa den Rest deines Lebens in dieser Laube verbringen?
05:16Du hast ja recht, hast recht.
05:18Oh Mann, deine Frau hat sie nicht alle.
05:22Hey, hey Walter, nimm dich mal zusammen. Das hier ist eine Geschäftsbesprechung.
05:27Ich schwitz wie im Braten. Der Anzug ist die reinste Hölle. Entschuldigung.
05:32Es tut mir furchtbar leid, aber die Sache ist abgeblasen.
05:35Du steigst knallhart aus?
05:37Ja, sieht so aus. Oh, und noch was. Ich brauch den Scheck wieder zurück.
05:44Welchen Scheck?
05:45Ich hab euch vor ein paar Wochen eine Anzahlung gegeben. Die muss ich wiederhaben.
05:48Ach ja, jetzt erinnere ich mich. Also, die ist leider futsch.
05:52Wie futsch? Was heißt das?
05:54Futsch heißt futsch. Wir haben sie in die Präsentation gesteckt.
05:57Der Anzug, die Staffelei. Die Krawatte ist auch neu.
06:01Wie könnt ihr für diese paar Kleinigkeiten 1000 Dollar ausgegeben haben? In Nullkommanichts.
06:06Du weißt genau, wir sind nur hergekommen, um noch ein Stück vom Kuchen abzubeißen.
06:10Ich weiß nicht, wie ich Deborah den Verlust von 1000 Dollar erklären soll.
06:14Ich würde mit der Schnecke nicht mehr reden.
06:19Mit Robert haben wir hundertprozentig mehr Glück. Der ist nicht so ein furchtbarer Spießer.
06:24Ray, hast du was dagegen, wenn ich bei euch dusche?
06:30Na, Miss Teenie USA?
06:33Hey!
06:36Tja, hast du neues Bettzeug gekauft? Sieht hübsch aus.
06:41Nein, das ist nicht neu.
06:42Ach, sowas. Sieht trotzdem ungewöhnlich schön aus, möglicherweise deinetwegen.
06:49Du willst doch was, gibst du. Sex oder Golf?
06:54Heit gefehlt.
06:57Herrje.
06:59Darf man nicht mal ein kleines...
07:05Ach, weißt du das noch?
07:08Als wir beide, als wir neulich in dem schicken Restaurant essen waren,
07:12da war doch so ein Typ, der bettelte um Geld und ich hatte nichts dabei und...
07:16weil ich nichts hatte, hast du ihm 5 Dollar gegeben.
07:20Daran kann ich mich genau erinnern.
07:22Er ist weggelaufen, als du ihm die 5 Dollar wieder abnehmen wolltest.
07:24Genau.
07:27Mir wurde dann klar, dass er das Geld nötiger brauchte als wir und ich ließ ihn einfach abhauen.
07:32War ein schöner Abend, ich erinnere mich sehr gern daran.
07:34Ich auch.
07:35Ob du's glaubst oder nicht, witzigerweise bin ich grad in einer ähnlichen Situation.
07:41Ach ja?
07:42Ja.
07:45Ich hab Scott und Walter 1000 Dollar gegeben.
07:50Was?
07:51Reg dich nicht auf, ich weiß, die Sache hört sich schlimm an, aber das...
07:54Hab ich mich verhört? 1000 Dollar?
07:57Du hast neulich den Bettler glücklich gemacht.
07:59Aber nur mit 5 Dollar.
08:01Aber für einen Bettler sind 5 so gut wie 1000.
08:04Ray, du hast Scott und Walter Geld gegeben, obwohl ich dagegen war?
08:07Nein, falsch, ich hab ihnen Geld gegeben, bevor du dagegen warst.
08:11Das ist die Höhe, wie konntest du nur?
08:13Ich besorg uns das Geld wieder, mir tut das Ganze leid.
08:15Von Regen und Geld geht's hier überhaupt nicht.
08:17Wenn das so ist, dann verstehe ich nicht, warum du so furchtbar schreist.
08:22Respektierst du mich innerhalb unserer Beziehung so wenig, dass du ohne Nachfrage 1000 Dollar verruderst?
08:26Ich hab Respekt vor dir.
08:28Offensichtlich nicht.
08:29Du schreibst einen Scheck über 1000 Dollar aus, ohne mich vorher zu fragen.
08:31Ich hab angenommen, du bist einverstanden.
08:33Das war ich eindeutig nicht.
08:34Ich wusste nicht, dass du deine Meinung änderst.
08:40Mein Vorschlag leg dich doch wieder ins Bett, da hast du so süß ausgesehen.
08:46Ich glaub's immer noch nicht, das ist die Höhe.
08:47Du hast ja recht.
08:49Okay, ich hab's verbockt, aber immerhin bring ich die Mäuse nach Hause.
08:52Es ist mein Geld.
08:57Was war das gerade?
09:01Was hab ich da gesagt, wenn ich nach Hause bringe?
09:10Was ist denn?
09:12Was hab ich denn gesagt?
09:14Das kannst du doch nicht machen, Dad.
09:36Das kannst du doch nicht machen, Dad.
09:45Falls du jetzt die Wäsche wäschst.
09:46Ich hab noch dreckige Socken.
09:47Das kannst du doch nicht machen.
10:11Kein Wunder.
10:15Hey, wieso steht die Heizung auf 15 Grad?
10:19Ich hab sie runtergestellt.
10:20Mit den vielen Decken war mir zu warm.
10:26War's dir ungemütlich?
10:29Nicht im geringsten.
10:31Mit Handtuch und Badematte kam ich wunderbar zurecht.
10:36Hier.
10:38Was ist das?
10:39Eine kleine Aufstellung.
10:40Sieh's dir an.
10:42Wäsche 57 Dollar pro Woche.
10:45Fegen, Wischen, Saugen 200 Dollar pro Woche.
10:48Schreibst du mir eine Rechnung?
10:50Du hast es erfasst.
10:52Betreuung der Kinder 1000 Dollar pro Woche.
10:55In dem Punkt kriegst du einen kleinen Rabatt.
10:57Die Zwillinge sind Einposten.
11:00Stellst du etwa in Rechnung, was du als Mutter und Hausfrau machst?
11:03Wenn unser Geld nur dein Geld ist, musst du mich leider bezahlen.
11:09Für Küchenchefin berechnest du 300 Dollar.
11:12In dem Punkt nehmen wir den Mund aber etwas voll, oder?
11:19Hallo.
11:19Sind die Partfinderkekse schon da, die Erli mir bestellt hat?
11:22Nein, Fehlanzeige.
11:24Verdammt!
11:25Ich hatte mich schon so drauf gefreut.
11:29Vielleicht können Reiskekse den Herrn zufriedenstellen.
11:33So wie du aussiehst, brauchst du nur noch ein paar Hosenträger und der Clown ist fertig.
11:39Naja, die Stimmung war hier letzte Nacht eher unterkühlt.
11:42Hey, woher hast du die Mütze?
11:44Die ist von Cart Attack.
11:45Sieht so aus, als wären wir beide im Geschäft.
11:48Interessant.
11:48Du hast also auch investiert.
11:50Investiert ist gar kein Ausdruck.
11:51Die Präsentation war spitze mit Nebelmaschine und Rennanzug.
11:56Wo ist denn deine Mütze, Ray?
11:57Eine Mütze für 1000 Dollar hat nicht jeder.
12:00Eine Küchin für 300 Dollar, die nicht mal Frühstück macht, hat auch keiner.
12:09Die Mützen bescheren uns kostenlose Werbung, Ray.
12:12Da muss ich bei der Wertenhausfrau erst einen Antrag einreichen.
12:15Sekunde.
12:16Dein Bruder Robert kann sein Geld investieren, wo er möchte.
12:18Er hat nämlich weder Frau noch Kinder.
12:20Du da, du da.
12:24Sehr schön.
12:26Den Lebensumstand änderst du besser auch nicht.
12:28Guck mal, hier wird aufgelistet, was sie mir berechnet, weil sie mit mir verheiratet ist.
12:33Wow.
12:34Kompliment, Deborah.
12:35Deine Handschrift ist entzückend.
12:36Vielen Dank.
12:37Quatsch, entzückende Handschrift.
12:38Sieh mal, was sie mir alles für Tätigkeiten berechnet.
12:40Was für eine Zahl ist das hier unten übrigens?
12:43Die Gesamtsumme für die Steuer.
12:45Nicht mal ich verdiene so viel.
12:47Ach, das fällt dem Herrn auf.
12:49Ja, und im Gegensatz zu dir tue ich auch was für das Geld.
12:54Hallo, Kinder.
12:57Deborah, kann ich bei euch waschen?
12:58Frank hat unsere Maschine ruiniert.
13:00Davon ist überhaupt keine Rede.
13:02Ich nehme rasch eure auseinander, damit ich weiß, wie sie funktioniert, bevor Marie loslegt.
13:08Wir waren gerade dabei, was Wichtiges zu klären.
13:11Kommt bitte in zwei Jahren nochmal vorbei.
13:14Wie siehst du überhaupt aus?
13:15Brennst du illegalen Fusel in der Badewanne?
13:19Wo ist der hübsche Schlafanzug mit dem Baseballspieler, den ich dir geschenkt habe?
13:24Was ist das denn?
13:25Darum geht's bei uns gerade.
13:27Genau, das kann ich dir gerne erklären, Marie.
13:29Pass auf.
13:29Du bist Hausfrau, genau wie ich, hm?
13:32Okay.
13:37Entscheidungen, die die Haushaltskasse betreffen, setzen Gleichberechtigung der Eheleute voraus.
13:41Da stimme ich dir zu.
13:42Diese Aufstellung sollte deinem Sohn die Sachlage verdeutlichen.
13:45Guck mal, wie sie die Sieben schreibt. Sieht das nicht süß aus?
13:53Was?
13:54Weißt du, das eine oder andere Betätigungsfeld, von dem du behauptest, dass du es beackerst,
14:02also bei Lichtbeseen hab ich wohl eher Anspruch auf das Geld?
14:08Anscheinend treibt dir jemand den Preis in die Höhe.
14:10Dafür, dass gewisse Menschen hier einbrechen und sauber machen, kann ich nichts.
14:14Nur zu deiner Erinnerung, das, was du hier nennst, haben wir im Laufe der Jahre mit meinem Gehalt gekauft.
14:19Du kannst doch nicht behaupten, du wärst mehr wert als ich, bloß weil du das dämliche Geld verdienst.
14:23Das behaupte ich auch gar nicht, aber in unserer Gesellschaft steht der Mann nun mal an erster Stelle.
14:27Mit der Festsetzung von Schmerzensgeld kann man in der Regel sehr gut feststellen, wie viel eine Person wert ist.
14:32Gute Idee.
14:34Sowas ist hier in Kürze fällig.
14:38Ich war mal mit einer Sachverständigen zusammen.
14:40Bei Unfalltod musste sie für das Gericht feststellen, wie viel Schmerzensgeld die Familie kriegen sollte.
14:46Also mit anderen Worten, wie viel der Tote wert war.
14:48Und nach welchen Kriterien der Wert bestimmt wird.
14:51Die Frau war morbid, aber sehr faszinierend.
14:53Wie wird der Wert eines Menschen bestimmt?
14:56Zuerst mal wird der Charakter der Person beleuchtet.
14:59Nehmen wir zum Beispiel Dad.
15:02Angenommen, ihm fällt ein Klavier auf den Kopf.
15:05Gute Idee.
15:08Das Gericht würde seine Lebensführung im Detail prüfen.
15:11Ist er zum Beispiel glücklich gewesen?
15:12Machte er anderen gern eine Freude?
15:14War er Ikebana-Freund oder Rosenzüchter?
15:16Ja, ja und wieder ja.
15:19Du bist ein Misanthrop, du machst niemandem eine Freude.
15:22Du verbringst täglich drei Stunden im Bad.
15:24Ich verstecke mich vor dir, damit mache ich mir eine große Freude.
15:30Aus ihm wäre nicht viel rauszuschlagen, so viel steht fest.
15:34Bei Ma sieht das schon anders aus.
15:36Ihre Opferhaltung schlägt sich günstig nieder.
15:38Was die beiden wert sind, wissen wir.
15:40Okay, aber wer gewinnt bei uns, Deborah oder ich?
15:42Wir sprechen hier über Gefattertod, Raymond.
15:45Da gibt's keinen Gewinner.
15:46Da hast du recht.
15:47Aber wer ist mehr wert?
15:49Ganz so einfach ist das nicht.
15:50Da müssen viele Gesichtspunkte berücksichtigt werden.
15:53Zum Beispiel beurteilen Gerichte attraktive Personen günstiger als unattraktive.
15:56Na dann, gute Nacht, Raymond.
16:07Würde Deboras Fall einem Gericht vorgelegt, würde hundertprozentig festgestellt, dass sie fleißig war?
16:12Ja, ja, sicherlich.
16:13Sportlich, temperamentvoll, lebendig.
16:15Sie hat aus ihrem Dasein was Gutes gemacht.
16:17Warte.
16:19Deborah hätte bei Gericht auch viele Bonuspunkte, weil sie der Familie Hege und Pflege angedeihen lässt.
16:24Ich hab gewonnen.
16:26Sekunde, das wollen wir erst mal sehen.
16:27Was ist mit mir?
16:28Du, ähm, bist eindeutig der Ernährer von Frau und Kinder.
16:33Das musste mal gesagt werden.
16:34Ich bring hier die Brötchen nach Hause.
16:36Ja.
16:37Und was noch?
16:40Ähm...
16:41Keine Ahnung.
16:46Na mach schon.
16:49Ich rieche auch an Rosen.
16:50Ich hab aus meinem Dasein was Gutes gemacht.
16:52Ich bin total gut und da.
16:54Was ist zum Beispiel mit meinem Humor, ha?
16:56Der zählt wohl gar nicht.
16:57Was soll damit sein?
17:00Naja, ich bin witzig und ausgesprochen humorvoll.
17:02Da hat er recht.
17:03Erzähl mal einen deiner Witze, Schatz.
17:05Was?
17:06Welchen denn?
17:07Ach, erzähl den, wo ein Mann abends in eine Cocktailbar kommt und, und, und da steht ein Nüpfchen mit Erdnüssen
17:12und die reden mit ihm.
17:14Und der Mann fragt den Barkeeper, was ist mit den Nüssen?
17:17Sind die okay?
17:18Und der Barkeeper sagt, ja natürlich, selbstredend.
17:24Erzähl den mal, der ist gut.
17:27Den hast du doch gerade erzählt, Ma.
17:28Nein, nein, nein, du erzählst den viel witziger.
17:30Das bringt nichts mehr, du hast das Ende rausposaunt.
17:33Das macht doch nichts, dann erzählst du einfach den Anfang.
17:35Du hast die Pointe vorweggenommen, da ist kein Witz mehr witzig.
17:37Na gut, bitte, dann lass es eben.
17:39Wie gut dein Dasein doch ist.
17:41Blödsinn.
17:41Wenn die Pointe schon gefallen ist, ist der Witz witzlos.
17:45Hör auf, dich zu verteidigen, mein Sohn.
17:47Du bringst hier die Brötchen nach Hause.
17:49Wer das Geld nach Hause bringt, hat das Sagen.
17:52Ende, Banane.
17:53Ein wahres Wort, Vater.
17:54Der Ernährer ist Chef der Haushaltskasse.
17:56Tja, Marie, sag doch auch mal was dazu.
17:58Sie hat sich nach mir zu richten.
18:00Ich bin der König.
18:03Und nun wird sich seine Majestät gediegen in sein Schloss zurückziehen,
18:08wo ihn ein königlich gegrilltes Käsesandwich erwartet.
18:13Mir nach, Narr, erheitere mich.
18:20Die Hölle ist euch gewiss, Tyrann.
18:27Rory, wie erträgst du dieses dumme Gerede?
18:29Das geht zum einen Uhr rein und zum anderen wieder raus.
18:32Ich hab mit seinem Gehaltscheck sowieso immer gemacht, was ich wollte.
18:35Ach was.
18:36Und du hast Dad wirklich nie rein Wein eingeschenkt?
18:39Wieso auch?
18:39Wurde er mal neugierig, hab ich ihm sein Lieblingsessen gekocht.
18:42Schön schwer verdaulich, dann schlief er auf der Couch ein
18:45und ich hab das Geld ausgegeben.
18:49Diabolisch.
18:51Der Gute ist völlig ahnungslos.
18:53Seit über 30 Jahren spende ich Geld nach Südamerika,
18:57damit armen Waisenkindern Bücher gekauft werden können.
18:59Glaubt ihr, euer Vater hätte das jemals gut geheißen?
19:02Der wollte nicht mal uns Bücher kaufen.
19:07Und von dem Ersparten für die Italienreise wusste er auch überhaupt nichts.
19:12Ich hab ihm natürlich auch nie von eurem kleinen Kredit erzählt.
19:15Was meinst du?
19:17Äh, schon gut, Marie, ganz unwichtig.
19:19Na, damals, als ihr frisch verheiratet wart und drüben die Wohnung hattet.
19:23Welcher Kredit?
19:24Ach, das war nicht der Rede wert.
19:25Nur ein kleiner Zuschuss, als wir ein bisschen klamm waren.
19:282.500 Dollar waren das.
19:31Uh, weiter nicht.
19:322.500 Dollar?
19:34Das hättest du mir sagen müssen?
19:35Ja, sicher, aber wir brauchten ein Auto, der Geschirrspüler war kaputt,
19:39dein Gehalt war viel niedriger.
19:40Ich wollte dich nicht belästigen.
19:42Du hast von Ma Geld verlangt?
19:43Das hat sie nicht.
19:44Ich hab ihr das Geld angeboten.
19:45Sie gehört doch zur Familie.
19:47Und Liebe hat eben keinen Preis.
19:48Darüber hinaus bin ich immer ein Mensch gewesen.
19:50Ich geb's ihr in zwei Wochen zurück.
19:54Ihr Leben wird lebenswert mit einem Zuschuss aus der Marie-Baron-Stiftung.
19:57Greifen Sie zu.
20:05Du liebe Goethe, was soll das?
20:07Was weiß ich denn noch alles nicht?
20:08Was verschweigst du mir noch?
20:10Gar nichts.
20:11Ach ja, das glaub ich nicht.
20:13Ich hab hier grad in ein Wespennest gestochen.
20:14Welche Geldtransaktionen verschweigst du mir noch?
20:16Keine.
20:18Sieh mal, du hast den Tausender in die Kartsache gesteckt.
20:21Und ich, ich hab von deiner Mutter das eine Mal Geld geliehen.
20:24Wir sind also quitt.
20:27Oh, warte.
20:28Du willst mich über den Tisch ziehen.
20:30Ring dich nicht auf, Bruderherz.
20:32Egal, was sie gemacht hat, es hat funktioniert.
20:34Damit lass ich mich nicht abspeisen.
20:35Was hast du noch gemacht?
20:36Raymond.
20:37Nein, nein, nein.
20:38Hey, hey, hey.
20:38Jetzt fahr mal rechts ran.
20:40Im Tierversuch interessiert's den Affen doch auch nicht, warum sein Fresschen dasteht.
20:44Er hat nur einmal den Knopf gedrückt.
20:46Nein, der Affe ist brav sein Fresschen.
20:59Unter Umständen hast du Rechte.
21:00Ich wollte dir im Grunde nur zustimmen.
21:02Wir müssen uns einfach in Zukunft, was die Finanzen angeht, besser abstimmen.
21:05Ja, gern, sicher, ist gut.
21:07So ist es schön, Kinder.
21:08Genau.
21:09Schatz, wieso legst du dich nicht ein Weilchen auf die Couch?
21:11Ich mach dir was Schönes zu essen.
21:13Ist gut.
21:15Mach ich.
21:16Schwer verdaulich ist wichtig.
21:20Ich will aber zukünftig in alle Entscheidungen mit einbezogen werden, okay?
21:23Geht klar.
21:25Abmarsch.
21:25Eine Frage.
21:26Ich arbeite nur für Sie, he?
21:27Mhm.
21:34Hey, Marie.
21:36Wer zur Hölle ist Miguel Velazquez?
21:40Und was faselt der ständig von Coco, dem neugierigen Affen?
21:45Ich hab was ganz Leckeres für dich.
21:48Oh, hey.
21:51Ja, dann bitte.