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  • vor 3 Monaten

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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:30Wie soll ich ihm das denn hier wieder abgewöhnen, weil ich mir irgendwann wieder eine eigene Wohnung haben soll?
00:52Die Milch ist schlecht. Ich dachte, ich hätte aufgeschrieben, neue zu besorgen.
00:56Habe ich gelesen? Habe ich besorgt? Das ist Hafermilch.
01:00Das ist mit dir schrecklich. Nein, das ist nur Gewöhnungssache. Sehr gesund.
01:04Lieber ungesund und glücklich. Ich habe Ihnen erlaubt, hier zu wohnen, aber nicht, mich umzukrempeln.
01:10Wissen Sie, was Sie brauchen? Sie brauchen ein neues Ordnungssystem.
01:13Ich habe ein Ordnungssystem. Ich merke mal, wo was liegt und da finde ich es dann auch.
01:18Es sei denn, irgendjemand will sich nützlich machen und räumt auf.
01:23Wir müssen gleich los. Wir können ja wieder Unordnung machen, wenn wir zurücksitzen.
01:27Ja.
01:30Hey!
01:40Extra, weg!
01:40Geht mal weg!
01:48Wir waren mal wieder als Erste vor Ort. Alles war voll mit Gaffernis.
01:56Frühmorgens ist das auf dem Kiez immer am schlimmsten. Dann sind die alle Hacke dicht oder voll mit irgendwelchen Drogen oder beides.
02:02Aber das kann doch nicht angehen. Die David-Wache ist so viel dichter dran als das Krankenhaus.
02:06Eine Freundin des Verletzten hat wahrscheinlich einfach erstmal einen Krankenwagen geholt. Die Polizei war keiner interessiert. Die haben dann die Leute vom Club geholt, als sie gesehen haben, was da los war.
02:14Ja und, was ist weiter passiert?
02:18Wir haben versucht, den Verletzten so weit wie möglich vor den Kameras abzuschirmen. Aber das hat die Leute überhaupt nicht interessiert. Manche haben uns sogar prügelt angedroht.
02:28Und dann kam plötzlich dieser Typ zwischen den Leuten hervor. Er hat sich tierisch aufgeregt. Er sagte, dass wir das Auto zugeparkt hätten und er müsse dringend zur Arbeit.
02:35Ich habe ihm gesagt, er muss warten. Aber er war total sauer und hat irgendwann angefangen, mich an der Jacke zu ziehen.
02:40Habe ich ihn weggestoßen. Er ist nach hinten gestolpert.
02:50Die Beamten wollten wissen, wie das passiert ist.
02:56Und wollten, dass wir uns um den Typen kümmern, der ihn vor's Auto gelaufen ist. Denn der hat wohl auch ganz schön geblutet.
03:01Aber für unseren Patienten bestand akute Lebensgefahr. Also haben wir einen zweiten Krankenwagen gerufen und den Kollegen gesagt, dass sie uns gefälligst unterstützen sollen, anstatt uns aufzuhalten.
03:10Und wie kam es dann zu der Anzeige?
03:12Naja, Beamten haben den Burschen hellgebracht.
03:16Die haben den wohl befragt, während die auf den zweiten Krankenwagen gewartet haben.
03:20Und da wir nicht da waren, konnte der alles so darstellen, als wären wir es gewesen, die völlig unangebracht aggressiv reagiert hätten.
03:26Und der junge Mann mit der Stichverletzung ist gestorben?
03:28Ja, auf dem Weg ins Krankenhaus.
03:33Ich habe Ihnen einen Termin mit der Freundin des Verstorbenen gemacht.
03:36Geht es um die Messerstecherei?
03:38Nein, es geht um einen der Sanitäter, der das Opfer versorgt hat.
03:41Ah, das könnte für mich zum Problem werden. Mein Mann war einer der beiden Beamten in dem Streifenwagen.
03:47Er ist zwar nicht gefahren, aber...
03:48Das wird kein Problem. Wir haben ja nicht vor, die Beamten zu beschuldigen.
03:52Ich würde gerne noch was mit Ihnen besprechen.
03:59Also, mein Mann, der möchte seine eigene Kanzlei aufmachen und ich würde ihm gerne dabei helfen.
04:03Und da wir ja zurzeit sowieso keine eigenen Büroräume haben, könnte ich ja unsere Sachen auch von dort aus erledigen.
04:08Das wäre doch eigentlich ganz praktisch.
04:13Was sagen Sie dazu?
04:13Sie wollen uns aber doch nicht für immer verlassen, oder?
04:20Nein. Nein, nein. Definitiv nicht.
04:23Ja, gut.
04:24Moment.
04:25Ja, ihr wird immer noch schlecht.
04:33Eigentlich den ganzen Tag, habe ich das Gefühl.
04:34Muss ich dauernd übergeben.
04:35Soll es ja geben.
04:37Hyperemesis. Sehr selten.
04:38Diese Details, die brauche ich jetzt im Moment gerade gar nicht.
04:41Also, ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn sich Jasmin jetzt für eine Weile in der neuen Kanzlei ihres Mannes übergibt.
04:48Jasmin, das geht in Ordnung. Wir kriegen das irgendwie schon hin.
04:56Jasmin?
04:59Ja, super, danke.
05:01Danke. Achso, Herr Arnheim hat angerufen, es geht um eine einstweilige Verfügung gegen eine Lagerfirma.
05:09Das hat irgendwas mit Eiern zu tun.
05:12Was? Mit Eiern?
05:17So.
05:19Arnheim.
05:20Gillert.
05:22Bitte.
05:24Bitte nehmen Sie doch Platz.
05:25Ja.
05:26Danke.
05:27Danke.
05:31Meine Assistentin, die konnte mir nicht genau sagen, um was es hier geht. Sie hat nur was von Eiern erwähnt.
05:39Ja, das ist ein bisschen missverständlich.
05:42Es geht darum, dass meine erste Frau vor zwei Jahren an Krebs gestorben ist.
05:48Das tut mir leid.
05:51Mein herzliches Beileid.
05:52Vielen Dank.
05:53Bevor sie mit der Strahlentherapie angefangen hat, haben wir ihr Eizellen entnehmen lassen
05:59und bei einer Spezialfirma für Kryokonservierung, bei der Wodina GmbH, einfrieren lassen.
06:05Damals haben wir noch gedacht, dass sie eine Chance hat und wir später Kinder bekommen können.
06:11Jetzt wünschen Yvonne und ich uns, dass ihr die Eizellen eingepflanzt werden
06:16und sie die Kinder austragen kann.
06:20Allerdings haben wir bisher noch keinen Arzt gefunden, der den Eingriff durchführen will,
06:23weil die Rechtslage wohl umstritten ist.
06:25Nur, jetzt hat diese Firma, die Wodina, angekündigt,
06:27dass sie die Eizellen meiner verstorbenen Frau vernichten will,
06:31weil sie aufgrund der aktuellen Gesetzeslage nicht mehr verwendet werden kann.
06:35Die ist leider so.
06:36Aber die Frage ist, ob das dieser Firma das Recht gibt,
06:42das eingelagerte Material zu vernichten.
06:45Dazu müsste ich vielleicht einen Blick in Ihren Vertrag werfen.
06:49Moment, ich hole ihn mal eben.
06:59Ist das für Sie in Ordnung?
07:01Ich meine, da hängt das Bild der Ex-Frau Ihres Mannes
07:05und Ihr Mann möchte, dass Sie deren Kinder austragen.
07:10Wir möchten das.
07:13Ich finde es schön, wenn er die Erinnerungen an seine Frau bewahrt.
07:16Ach.
07:18Wir haben uns in einer Trauergruppe kennengelernt.
07:21Ich habe selbst meinen Mann verloren
07:22und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an ihn denke.
07:29Aber was ist, wenn Sie irgendwann mal eigene Kinder haben wollen?
07:34Das macht für mich keinen Unterschied.
07:35Wenn ich die Kinder meines Mannes
07:38und seiner verstorbenen Frau auf die Welt bringe,
07:41dann sind das meine Kinder.
07:48Ja, das ist er.
07:55Hallo.
07:56Ein herzliches Beileid.
08:03Danke.
08:05Es tut mir sehr leid, dass ich Sie in dieser Situation damit beheilligen muss,
08:09aber der Sanitäter, den wir vertreten,
08:13der hat ja nur versucht, Ihrem Freund zu helfen.
08:16Und dafür wird er jetzt verklagt.
08:17Als er sich um ihn gekümmert hat,
08:20da ist plötzlich ein junger Mann aufgetaucht
08:22und der wollte unbedingt sofort mit seinem Wagen wegfahren.
08:25Haben Sie mitgekriegt, was sich da abgespielt hat?
08:29Nee, ich habe nur auf Nadir geachtet.
08:32Dem ging es ja immer schlechter.
08:33Ja, kann ich verstehen.
08:37Es war so schrecklich, da war so viel Blut.
08:41Die Leute, die sind alle nur rumgestanden.
08:43Niemand hat ihm geholfen.
08:44Haben Sie gesehen, wie es passiert ist?
08:49Nee.
08:51Nadir wollte nur kurz rausgehen, um einer zu rauchen.
08:55Und als er nicht wiedergekommen ist, bin ich ihm nachgelaufen.
08:58Und das habe ich ihm vor dem Club nicht mehr gesehen.
09:00Und da waren ganz viele Leute rumgestanden.
09:03Und dann habe ich mich da vorne gedrängt.
09:05Dann lag er da.
09:08Und dann habe ich gleich in den Krankenwagen gerufen.
09:11Es tut mir echt leid, dass ich ihn nicht weiterhelfen kann.
09:14Ich, ja, wenn wir wirklich im Moment andere sorgen.
09:29Der ist leider ziemlich wasserdicht.
09:31Er besagt, dass das Vertragsverhältnis beendet ist,
09:34wenn aufgrund der gesetzlichen Regelung
09:36keine Möglichkeit mehr besteht,
09:38das eingelagerte Material zu verwenden.
09:41Material, wie sich das schon anhört.
09:44Es geht um das Vermächtnis meiner ersten Frau.
09:47Sie hätte gewollt, dass Ihre Kinder leben.
09:49Ja, das sagen Sie.
09:50Aber das Embryonenschutzgesetz ist in Deutschland sehr strikt.
09:53Die Eizellen dürfen nur der Person eingepflanzt werden,
09:58von der sie ursprünglich stammen.
09:59Das weiß ich doch.
10:01Ach, das wurde so bestimmt, um zu verhindern,
10:02dass damit irgendwelche genetischen Experimente gemacht werden.
10:04Oder dass das Kind von einer Leihmutter ausgetragen wird.
10:07Aber das ist ja bei uns nicht der Fall.
10:09Also ich bin mir nicht sicher,
10:10ob das für das Gericht einen Unterschied macht.
10:12Es ist aber auf keinen Fall die Aufgabe dieser Firma,
10:16das Gesetz nach ihren Vorstellungen auszulegen.
10:19Wir werden jetzt erst mal per einstweiliger Verfügung versuchen,
10:23die Vernichtung dieser Eizellen zu verhindern.
10:26Ja, danke.
10:44Mir ist schon klar, dass Sie uns seltsam finden.
10:48Und vielleicht sind wir das ja auch.
10:50Vielleicht passiert das mit allem,
10:51wenn der Tod plötzlich die ganze Lebensplanung zerstört.
10:53Ich kann Sie nur inständig bitten,
10:58mir Möglichstes zu tun.
11:19Hallo.
11:20Hallo.
11:20Ah, ja.
11:21Genau, sehr gut.
11:22Ups.
11:22Auf den Drauen, genau.
11:32Sie haben geschummelt.
11:33Hä, geschummelt?
11:34Ja, Sie haben sonst mit rechts angegriffen.
11:36Ja, aber glauben Sie im Ernst,
11:37dass wenn jemand Sie angreift,
11:38der Ihnen vorher sagt,
11:39mit welcher Hand er Sie angreift,
11:41Sie müssen die Schulter beobachten,
11:42um zu sehen,
11:43wenn der Gegner einen Schlag vorbereitet.
11:44Na gut.
11:47Der Überfall auf die Kanzlei
11:49hat definitiv an seinem Ego gekratzt.
11:51Ich weiß allerdings nicht,
11:54inwieweit es seinem Selbstwertgefühl helfen soll,
11:56wenn er sich von Gutrot bemühen lässt.
11:59Also um sein Selbstwertgefühl zu zerstören,
12:01da bräuchte man eine Abrissbirne.
12:04Ich kann Sie hören.
12:05Ja, das ist gut.
12:06Dann können Sie ja mal aufhören.
12:07Wir müssen nämlich arbeiten.
12:10Ich gehe mich mal frisch machen.
12:13Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben,
12:15wie gut ich diese Idee finde.
12:18Bestimmte Gerüche gehen echt gerade gar nicht mehr.
12:21Gudrun?
12:22Waren Sie inzwischen in dem Club
12:24und haben Sie irgendwas rausgefunden?
12:26Ja, die haben nichts gesehen.
12:28Und das ist sicher kein Zufall.
12:30Die Türsteher werden sicher angewiesen,
12:32dass sie sich aus allem raushalten,
12:34was nichts mit dem Club direkt zu tun hat.
12:35Ja, und ich habe Ihnen hier mal alles zusammengestellt,
12:38was ich über Angriffe auf Rettungskräfte finden konnte.
12:41Im Grunde kann man sagen,
12:42dass deren Arbeit immer schwieriger wird.
12:43Danke.
12:45Sie könnten doch mal Ihren Mann fragen,
12:47ob der vielleicht weiß,
12:48wie es zu der Anzeige gekommen ist.
12:50Mache ich.
12:50Und kriegen Sie bitte was über das Unfallopfer raus,
12:53ob der vielleicht früher mal
12:54ein aggressives Verhalten an den Tag gelegt hat.
12:56Okay.
12:57Haben Sie eigentlich Handy-Videos im Netz gefunden?
13:00Ja, ein paar,
13:01aber die Leute haben eigentlich nur das Opfer
13:03und seine Freundin gefilmt, sonst nichts.
13:04Gut, dann versuchen Sie, die zu identifizieren.
13:08Okay.
13:11Ich gehe schon.
13:12Danke.
13:20Guten Tag.
13:21Herr Rott.
13:28Oh, wie man hören kann,
13:29findet Ihre Mitarbeiterin Sie auch schon zum Kotzen.
13:31Das ist doch nur der dümmste Witz,
13:33den ich hier gehört habe.
13:33Der ganze Mann ist ein Witz.
13:35Sagt ein Winkeladvokat im Bademantel,
13:37der nicht mal mehr eine Kanzlei hat.
13:39Nein, soll ich Ihnen sagen,
13:39was der dümmste Witz ist,
13:40abgesehen von dem Ganzen hier,
13:42dass Sie schon wieder jemanden vertreten,
13:43der sich nie an bestehende Gesetze halten möchte.
13:45Was haben Sie denn damit zu tun?
13:47Ich vertrete die Wodiner GmbH.
13:49Ich dachte,
13:50Sie hätten inzwischen begriffen,
13:52dass Ihr Selbstbild als integrer Anwalt
13:55eine Chimäre ist.
13:56Also, ich habe auf jeden Fall noch eine Idee davon,
14:00was Ethik ist.
14:03Ach komm, Sie,
14:03die Firma Ihres Mandanten verdient ja Geld mit Menschen,
14:06die Angst haben,
14:07nach einer Bestrahlung ihr Erbgut geschädigt zu haben.
14:10Oder mit Menschen,
14:11die am liebsten erst Eltern werden,
14:13mit einer Karriere gemacht,
14:14und sich ausgetobt haben,
14:16aber im Grunde zu alt dafür sind.
14:18Moment.
14:19Wodiner tut das,
14:20was Sie immer nur vorgeben.
14:23Die helfen Menschen
14:24und halten sich auch an bestehende Gesetze
14:26im Gegensatz zu Ihnen.
14:28Das Gesetz interessiert Sie doch nur einen Dreck.
14:30Sind Sie fertig?
14:32Also, ich habe ja immer erwartet,
14:34dass ich Ihnen beiden irgendwann
14:35bei Ihrem Absturz zusehen kann,
14:36aber das ist so rasch passiert, dass...
14:38Apropos Absturz.
14:40Darf ich ihn rausschmeißen?
14:41Ja, das wäre gut.
14:43Ich denke, Herr Rottmann findet von sich aus raus.
14:46Mit dem größten Vergnügen.
14:48Das ist aber schade.
14:49Habe ich irgendwas verpasst?
15:08Lars?
15:09Hm?
15:13Wenn das Kind jetzt von jemand anderem wäre,
15:15würdest du es trotzdem mit mir großziehen?
15:17Das ist eine ziemlich verstörende Frage.
15:23Nein, es geht um den Fall.
15:25Also, sagen wir mal,
15:27ich hätte die Spermien
15:28von meinem verstorbenen Ex-Freund eingefroren
15:30und würde mich jetzt damit befruchten lassen.
15:32Fändst du das gut?
15:34Könntest du das irgendwie akzeptieren?
15:36Nee, ganz bestimmt nicht.
15:39Und nicht, wenn du zeugensunfähig wärst?
15:40Nee.
15:41Und mit einem anonymen Spender?
15:43Nee.
15:47Ja, anonym vielleicht.
15:50Ja, sehe ich auch so.
16:02Kann ich dich mal was fragen?
16:03Ja?
16:04Ja.
16:05Es geht um den Unfall vor dem Club.
16:10Fragst du mich da jetzt als Ehefrau oder als Ermittlerin?
16:14Was wäre der Unterschied?
16:16Na, der Ermittlerin würde ich sagen,
16:19dass sie sich an meine vorgesetzte Dienststelle wenden muss.
16:22Und die würden sie an die Pressestelle weiterverweisen
16:25und die würde sagen,
16:26dass sie leider keine Information kriegen kann.
16:28Also, dann fragt natürlich die Ehefrau.
16:30Ach so.
16:31Der Ehefrau würde ich natürlich
16:32den Umweg über die Pressestelle ersparen
16:34und sofort sagen,
16:35dass sie leider keine Information kriegen kann.
16:39Nicht lustig.
16:41Was willst du denn wissen?
16:42Warum seid ihr so bescheuert
16:44und habt den Sanitäter angezeigt?
16:47Kann man das vielleicht auch ein bisschen netter sagen?
16:49Klar.
16:52Seid ihr nicht ganz dicht,
16:53euren Kollegen vom Rettungsdienst anzuzeigen?
16:55Ja, das klingt allerdings sehr viel freundlicher.
16:59Schatz, ich war das nicht.
17:01Das war mein Kollege Vollmer.
17:02Du kennst ihn doch.
17:03Das ist ein Krümelkacker.
17:04Und außerdem ist das ein ganz mieser Autofahrer.
17:07Er hat schon zwei Verweise
17:08und er hatte so Angst,
17:09dass er einen dritten Verweis kriegt,
17:10dass er unbedingt die Schuldfrage
17:11noch vor Ort werden musste.
17:13Ich konnte ihn nicht davon abhalten.
17:14Ich meine, es war absurd.
17:16Wir werden da hingerufen
17:17wegen der Messerstecherei.
17:18Und das Einzige,
17:19was der Typ aufklärt,
17:20ist sein eigener Unfall.
17:27Mal abgesehen davon,
17:28dass der Rottmann wie ein Rottweiler ist,
17:30der sich fest beißt.
17:31Finden Sie das in Ordnung,
17:34was der Mandant da von seiner Ehefrau verlangt?
17:37Dass er will,
17:38dass seine neue Frau
17:39die Kinder seiner verstorbenen Ehefrau zur Welt bringt?
17:43Und die aufzieht?
17:44Und sieht,
17:45wie die jeden Tag mehr und mehr
17:47ihrer Vorgängerin ähneln?
17:49Ich weiß,
17:49das war auch mein erster Gedanke.
17:51Das ist eine merkwürdige Frau.
17:53Aber ich hatte irgendwie den Eindruck,
17:54dass sie weiß,
17:55was sie tut.
17:55Na ja,
17:56vielleicht glaubt sie daran,
17:58dass sie damit klarkommt.
18:00Aber vielleicht ist es auch irgendwann mal anders.
18:03Und dann wird es richtig schlimm
18:04für sie und auch für die Kinder.
18:05Also wenn das so offensichtlich ist,
18:07warum macht sie es dann?
18:09Für ihn.
18:11Ich meine,
18:11das ist ja einer der großen Unterschiede
18:13zwischen Männern und Frauen.
18:15Frauen sind bereit,
18:17für Männer Opfer zu bringen
18:18und Dinge zu tun,
18:19an die Männer nicht mal im Traum denken würden.
18:22Hm.
18:25Wenn Sie zuerst möchten?
18:42Nein,
18:43Sie können gerne.
18:44Ich brauche nicht lange.
18:45Na,
18:46ich aber auch nicht.
18:46Ja,
18:47dann.
18:48Vielleicht sollten wir aber doch
18:50irgendwie einen Zeitplan machen,
18:51oder?
18:51Ich finde,
18:51das sollten wir auf gar keinen Fall.
18:52Ich gehe jetzt mal kurz in mein Zimmer.
18:54Warum klopfen Sie nicht einfach kurz
18:55bei mir,
18:55wenn Sie fertig sind?
18:57Ja,
18:57aber Sie können gerne zuerst reingehen.
19:14Guten Tag,
19:15Bastian.
19:16Guten Tag,
19:16Gellert.
19:18Unseren Anwalt kennen Sie ja.
19:20Und ich denke,
19:21Herr Rottmann hat Ihnen bereits gesagt,
19:23dass Sie sich den Weg hätten sparen können.
19:24Unsere Verträge sind extra so abgefasst,
19:28dass Sie uns die Möglichkeit bieten,
19:30Material von dem klar ist,
19:32dass es nicht mehr zur Verwendung kommt,
19:34aus der Kryolagerung zu nehmen.
19:35Das ist auch kein böser Wille.
19:37Das hat schlicht mit unseren Kapazitäten zu tun.
19:41Allerdings auch mit unserem Wunsch deutlich zu machen,
19:43dass wir unsere Kapazitäten für Aktivitäten
19:46außerhalb unserer Gesetze
19:47nicht zur Verfügung stellen.
19:49Tja,
19:49leider ist das Ganze nicht so einfach.
19:50Denn das Embryonenschutzgesetz,
19:52auf das Sie sich in dem Vertrag beziehen,
19:54stellt den Arzt und dessen Eingriff
19:56an einer Frau,
19:57die nicht die Erzeugerin dieser Eizellen ist,
20:00unter Strafe,
20:01aber nicht die Frau,
20:01die das Kind austrägt.
20:03Oder in diesem Fall ihren Ehemann,
20:05mit dem Sie den Vertrag geschlossen haben.
20:07Dessen Möglichkeiten
20:08sind also keineswegs ausgeschöpft.
20:11Das ist genau das,
20:12was ich Ihnen gesagt habe.
20:13Sie reden davon,
20:14dass Ihr Mandant das deutsche Gesetz umgehen
20:16und den Eingriff zum Beispiel
20:17in der Ukraine vornehmen lassen könnte.
20:19Das ist typisch für Sie.
20:20Typisch für Sie ist,
20:21dass Sie daraus schon wieder
20:23was Persönliches machen.
20:25Hat Herr Rottmann Ihnen verraten,
20:26dass er und unsere Kanzlei
20:28eine Geschichte haben?
20:29Was für eine Kanzlei?
20:30Meinen Sie Ihre Wohnung?
20:31Ja, das hat er.
20:33Aber warum sollte mich das interessieren?
20:35Weil das,
20:35was er Ihnen empfiehlt,
20:37vielleicht mehr aus dem Wunsch geboren ist,
20:39uns eins auszuwischen,
20:40als Ihren Interessen zu dienen.
20:41Und warum sollte es nicht
20:43unseren Interessen dienen,
20:44wenn wir darauf bestehen,
20:45unsere Verträge durchzusetzen?
20:47Die Anwalt hat Ihnen
20:47hoffentlich nicht verschwiegen,
20:49dass das Ebrionenschutzgesetz
20:51bereits durch ein Urteil
20:52des Bundesgerichtshofs
20:53vom 10.12.2014
20:55ein wenig,
20:56naja, nennen wir es,
20:58aufgeweicht wurde.
21:01Oh, das hat er doch.
21:05Dann vertrete ich jetzt ganz kurz
21:06mal Ihre Interessen
21:07und sage Ihnen Folgendes.
21:09Wenn Sie das vor Gericht austragen,
21:11dann könnte das Gericht entscheiden,
21:12dass dieser Passus
21:13in Ihren Verträgen
21:15grundsätzlich unwirksam ist.
21:18Damit schaffen Sie sich
21:20unter Umständen ein Problem,
21:22mit dem Sie noch Jahre zu tun haben.
21:24Das ist lächerlich.
21:25Das deutsche Gesetz ist,
21:26was das angeht, eindeutig.
21:27Und allein die Tatsache,
21:28dass man dagegen verstößt,
21:29weil man so einen Eingriff
21:29im Ausland durchführen lässt,
21:31ändert daran überhaupt nichts.
21:32Na gut,
21:33ich wollte Ihnen nur die Möglichkeit geben,
21:34das außergerichtlich zu lösen.
21:36Jetzt werden wir
21:38eine einstwellige Verfügung beantragen,
21:40die Sie zwingt,
21:40das Material bis zur gerichtlichen Klärung
21:43weiter zu lagern.
21:45Vielleicht schaffen wir damit
21:46einen Präzedenzfall.
21:47Hallo, Herr Bracht.
22:08Rede, mein Name.
22:11Ich habe nur noch mal eine Frage
22:12wegen Ihres Unfalls.
22:15Die Verhandlung ist ja nächste Woche.
22:16Mhm, leider.
22:18Ich habe Ihren Kollegen
22:19am Unfallort schon gesagt,
22:20dass ich keinen Wert darauf lege,
22:21das vor Gericht zu bringen.
22:22Ja, aber da waren nun leider
22:24Beamte beteiligt
22:25und da hat der Staat
22:26ein Strafverfolgungsinteresse.
22:28Oder sind Sie jetzt vielleicht
22:30der Meinung,
22:30dass sich die Sanitäter
22:32doch korrekt verhalten haben,
22:33als sie sich nicht von Ihnen
22:34stören lassen wollten?
22:35Das war überhaupt nicht korrekt,
22:36wie der mich geschubst hat.
22:37Sehen Sie doch selber,
22:38ich bin immer noch nicht wiederhergestellt.
22:40Nun sagt ja der eine Sanitäter,
22:42der Herr Liebert,
22:43dass Sie ihn so
22:44an der Jacke gerissen haben
22:46und auch selber
22:46aggressiv geworden werden.
22:48Klar sagt er das.
22:50Er will ja kein Ärger.
22:51Aber nur weil er das sagt,
22:52ist ja nicht gleich die Wahrheit.
22:53Mhm.
22:54Hansi,
22:55wenn Sie sich nicht mehr sicher sind,
22:56dann stellen Sie den ganzen
22:57Quatsch da einfach ein.
22:58Ich habe da nichts von.
22:59Höchstens meine Krankenversicherung.
23:01Kann sich dann das Geld
23:01vom Sani abholen.
23:03Für mich ist das nur Stress.
23:04Ja, also ich kann da
23:05gar nichts einstellen.
23:06Ich bin ja nur die Anwältin
23:07von Herrn Liebert.
23:08Ich dachte,
23:09Sie sind von der Polizei.
23:10Nein, kommen Sie denn da rauf.
23:13Dann habe ich Ihnen gar nichts mehr
23:13zu sagen.
23:15Also muss ich los.
23:15Es ist nicht gut so lang zu stehen.
23:17Ja, klar.
23:19Gute Besserung.
23:20Herr Liebert.
23:37Moin.
23:38Moin.
23:39Trifft sich ja gut.
23:39Ich war gerade bei Herrn Bracht
23:41und habe mit dem geredet.
23:43Gibt es was Neues?
23:45Ja, also ganz ehrlich,
23:46der Mann wirkt auf mich
23:47sehr verständig
23:48und leider gar nicht aggressiv.
23:50Ja, so wirken die tagsüber alle.
23:53Aber erleben Sie die gleichen Leute
23:54mal nachts auf dem Kiez.
23:57Herr Liebert,
23:58vor solchen,
23:58vor solchen Verallgemeinerungen
24:01sollten Sie sich bei Gericht hüten.
24:03Das kommt nicht gut.
24:05Ich wollte Sie aber mal
24:05was ganz anderes fragen.
24:07Sind Sie wirklich sicher,
24:09dass Sie nicht überreagiert haben?
24:10Nein.
24:11Ich meine ja nur,
24:11weil diese ganzen Leute
24:12haben Sie ja doch sehr gestresst.
24:15Und ich könnte das dem Gericht
24:17verständlich machen
24:18und das würde sich dann
24:19auch Strafmeldern auswirken.
24:21Ich habe einfach versucht,
24:22konzentriert meine Arbeit zu machen
24:24und mich von dem Typen befreit,
24:25damit ich mich um den Verletzen kümmern kann.
24:27Gut, dann bleiben Sie auch dabei.
24:29Und vor allem,
24:30lassen Sie sich nicht aus der Ruhe wohnen.
24:33Bis dann.
24:33Ich bin die Straße runter
24:44zu meinem Wagen
24:45und da habe ich den Menschenauflauf gesehen.
24:47Dann habe ich überhaupt
24:48erst den Krankenwagen bemerkt
24:49und dass sie mich zugepackt haben.
24:51Und was ist dann passiert?
24:53Dann bin ich nach vorn
24:54und habe die Sanitäter freundlich gebeten,
24:56dass sie doch ihren Wagen
24:56zwei Meter zurücksetzen können,
24:58damit ich wegfahren kann.
24:59Und die haben total aggressiv reagiert.
25:01Können Sie uns auch erzählen,
25:06wie es dann zu dem Unfall gekommen ist?
25:08Naja, ich habe dem einen Sanitäter
25:10klar machen wollen,
25:11dass das ja nur zwei Sekunden dauert,
25:12den Wagen umzuparken.
25:14Dann hat er mich so doll gestoßen,
25:15dass ich auf die Straße gestolpert bin.
25:17Und dann wurde ich
25:18vor dem Streifenwagen angefahren.
25:20Sagen Sie,
25:20mit dem einen Sanitäter
25:22meinen Sie Herrn Manfred Liebert,
25:25den Angeklagten,
25:27schauen Sie sich den Herrn bitte
25:28nochmal genau an.
25:29Ja, danke.
25:31Und Sie sind nicht
25:32auf die Idee gekommen,
25:33dass das,
25:34was der Sanitäter
25:35da gerade machte,
25:36vielleicht wichtiger war,
25:38als dass Sie
25:38pünktlich zur Arbeit kommen?
25:40Ich war schon öfter verspätet.
25:42Mein Chef meinte,
25:43dass er mich feuert,
25:43wenn das nochmal vorkommt.
25:45Aber für mich
25:46war das schon wichtig.
25:47Herr Liebert,
25:48schildern Sie bitte,
25:49wie das Ganze aus Ihrer Sicht
25:50abgelaufen ist.
25:51Während wir versucht haben,
25:54den Verletzten zu retten,
25:55ist dieser,
25:56dieser Typ
25:58direkt an uns ran
26:00und hat uns beschimpft,
26:01weil wir angeblich
26:01seinen Wagen zugeparkt hätten.
26:03Als ich ihm gesagt habe,
26:04dass er warten muss,
26:05hat er mich an der Jacke geparkt.
26:07Ich habe einfach nur versucht,
26:08weiterzuarbeiten.
26:10Und Sie hatten nicht die Absicht,
26:11Ihnen auf die Straße zu stoßen?
26:12Nein,
26:13natürlich nicht.
26:16Frau Staatsanwältin,
26:17bitte.
26:17Sagen Sie,
26:18Herr Liebert,
26:18Sie und Ihr Kollege,
26:21Sie sind doch schon vorher
26:22von den Umstehenden
26:23bedrängt worden
26:24und auch beschimpft.
26:26Also ich stelle mir das
26:26entsetzlich anstrengend vor.
26:30Kann es da nicht sein,
26:31dass das Anliegen
26:33des Geschädigten
26:34bei Ihnen
26:34einfach nur der Tropfen war,
26:36der das Fass
26:36zum Überlaufen gebracht hat?
26:37Da ist nichts übergelaufen.
26:40Mein Kollege und ich
26:41haben einfach versucht,
26:42unsere Arbeit zu machen.
26:43Ja,
26:43die machen Sie
26:44bestimmt mit Überzeugung.
26:46Da bin ich mir sicher.
26:48Ich bringe es jetzt
26:49einfach mal auf den Punkt.
26:51Das war ja nicht
26:51das erste Mal,
26:52Herr Liebert,
26:53dass Sie und Ihr Kollege
26:54bei einem Einsatz
26:55angepöbelt,
26:56bedrängt,
26:56beschimpft
26:57und sogar angegriffen
26:58worden sind.
26:59Also für mich
26:59ist es da absolut verständlich,
27:01wenn einem da einfach
27:01irgendwann einmal
27:03die Hutschnur reißt.
27:05Wenn Sie mich damit fragen,
27:06ob ich es unmöglich finde,
27:07dass ich jeden Tag rausfahre,
27:09um Lehren zu retten
27:09und dabei nicht nur
27:10angepöbelt werde,
27:11sondern zum Dank auch noch
27:12hier vor Gericht lande,
27:13dann muss ich sagen,
27:15ja.
27:15Und sehen Sie,
27:20die Staatsanwaltschaft
27:21muss sich hier
27:22mit der Frage beschäftigen,
27:23ob Sie
27:24an diesem Morgen
27:26vielleicht genauso aggressiv
27:27reagiert haben
27:28wie jetzt.
27:29Nein,
27:29wie gesagt,
27:30ich...
27:30Ich habe einfach nur versucht,
27:34das Leben
27:34des Verletzten
27:35zu retten.
27:37Herr Liebert,
27:39sagen Sie,
27:39ist es richtig,
27:40dass Sie schon einmal
27:41angezeigt wurden
27:42und eine Abmahnung
27:43bekommen haben
27:44wegen übermäßiger
27:46Gewaltanwendung
27:47während eines Einsatzes?
27:49Ja, aber...
27:50Danke.
27:52Ich habe keine weiteren
27:53Fragen an den Zeugen.
27:56Gut.
27:58Dann unterbrechen wir
27:59die Verhandlung
27:59für eine Mittagspause.
28:00Wir sehen uns
28:01um 14 Uhr wieder.
28:01Warum haben Sie uns denn
28:16nichts von dieser Anzeige
28:17erzählt?
28:18Das hatte ich längst
28:19vergessen,
28:19weil es völliger Quatsch war.
28:21Es ging um irgendeinen
28:22Besoffenen mit Schädelbruch,
28:23den ich auf der Trage
28:24festgeschnallt habe,
28:25obwohl er dagegen
28:25protestiert hat.
28:26Als er wieder
28:26halbwegs nüchtern war,
28:27hat er mich wegen
28:28Freiheitsberaubung
28:29angezeigt.
28:29Das ist nämlich auch so
28:31in dem Unangeschmallt,
28:32hätten wir ihn nicht
28:33mitnehmen dürfen.
28:33Denn wenn er der Kurve
28:34runterfällt,
28:34wären wir dran gewesen.
28:35Aber liegen lassen
28:36können wir ihn auch nicht.
28:37Das ist dann
28:37unterlassene Hilfeleistung.
28:39Ja, und jetzt gehen
28:39Sie erst mal was essen.
28:40Die Kantine ist im zweiten
28:41Stock.
28:41Wir reden dann gleich.
28:55Ich habe was.
28:57Sie hatten den
28:57richtigen Riecher.
28:58Dieser Pracht lügt.
29:00Und was heißt das jetzt?
29:01Der arbeitet in einem Laden
29:02für gebrauchte Schallplatten
29:03und der macht erst um
29:04zehn Uhr auf.
29:05Keine Ahnung, wo der so
29:06früh hinwollte, aber zur
29:07Arbeit ganz sicher nicht.
29:08Und mir ist auch nicht
29:09klar, was sein Wagen da
29:10gemacht hat.
29:10Der wohnt nicht mal in der
29:12Nähe des Clubs, der wohnt
29:13hier in der Gegend.
29:14Und noch eins.
29:15Pracht ist kein unbeschriebenes
29:16Blatt.
29:17Der war schon mal angeklagt
29:18wegen eines Drogendelikts
29:19und saß im Jugendknast.
29:21Wieso weiß das hier keiner?
29:22Weil wir den Mann hier nur
29:23als Opfer sehen und nicht
29:24als Angeklagten.
29:25Vielleicht ist das genau
29:26der Fehler.
29:27Ja, also im Unfallbericht
29:29stand nämlich was von viel
29:30Blut und hier im
29:31Krankenhausbericht steht
29:33nur Prellung des
29:34linken Oberschenkels,
29:35Meniskus anriss
29:36und Kreuzband anriss.
29:38Sie glauben, dass der
29:39deshalb so schnell weg
29:40wollte, weil er nichts
29:41mit der Polizei zu tun
29:41haben wollte?
29:42Was kann ich tun?
29:45Stell dir eine Verbindung her
29:46zwischen Pracht und dem
29:47Mordopfer.
29:49Macht nichts, wenn es ein
29:49bisschen schnell geht.
29:50Ja, wir haben anderthalb
29:51Stunden.
29:54Und was machen wir?
29:55Sie reden mit dem
29:56Sanitäter, der Pracht
29:57behandelt hat.
29:59Und ich rede mit der
30:00Freundin des Mordopfers.
30:01Okay.
30:07Wir sehen uns später.
30:12Ja, Brede hier.
30:30Tut mir leid, dass ich sie
30:31nochmal behelligen muss,
30:32aber können wir uns nochmal
30:33treffen?
30:33Ja.
30:42Wir sehen uns später.
31:12Wir sehen uns später.
31:42Herr Kolms?
31:52Kennen wir uns?
31:53Jetzt schon.
31:54Mein Name ist Gellert.
31:56Ich vertrete die Kanzlei,
31:57die Ihren Kollegen
31:58Manfred Liebert vertritt.
31:59Können wir kurz sprechen?
32:01Ich habe jetzt Mittag.
32:02Das geht schnell.
32:04Erinnern Sie sich an den
32:05Einsatz vor dem Club 21?
32:07Das war Club 21.
32:09Da haben wir eine Menge
32:09Einsätze, aber bei dem
32:10ging es ja um den Unfall,
32:11den unsere Kollegen
32:12angeblich verursacht
32:12haben sollen.
32:13Im Polizeibericht ist
32:14vom Blut die Rede
32:15und Ihrem Bericht
32:16steht da nichts davon.
32:17Erinnern Sie sich,
32:18ob der Patient geblutet hat?
32:20Jetzt muss ich sagen,
32:21es war schon seltsam.
32:22Also auf seiner Jacke
32:23war gar nichts,
32:24aber als wir die aufgemacht
32:24haben, war sein Hemd blutig.
32:26Aber er hatte keine
32:26Verletzung.
32:27Hat Sie das nicht gewundert?
32:28Na klar.
32:29Wir haben ihn gefragt
32:29und er sagt,
32:30es war Nasenbluten.
32:31Nasenbluten?
32:32Ja.
32:45Hallo.
32:47Können wir mal kurz
32:47alleine sprechen?
32:49Klar.
32:50Dankeschön.
32:52Na komm, gewählt.
32:56Wie geht's Ihnen denn?
32:58Na ja, ich komm klar.
33:02Ich hab nicht viel Zeit.
33:04Ich hab auch nur
33:05eine kurze Frage.
33:08Das ist der Mann,
33:09der sich mit dem
33:09Sanitäter gestritten hat.
33:11Na ja, ich hab Ihnen ja
33:12schon gesagt,
33:12dass ich überhaupt
33:13nicht auf den geachtet habe.
33:14Ja, ich weiß,
33:15aber ich würde Sie bitten,
33:17sich das nochmal genau
33:17anzusehen.
33:18Ob Sie den vielleicht
33:19vorher schon mal
33:20irgendwo gesehen haben
33:21oder ob Ihr Freund
33:22Nadir den gekannt hat?
33:24Es tut mir leid,
33:24ich hab den echt
33:25noch nie gesehen.
33:27Und solange ich Nadir
33:27erkennen, gehört
33:28er auch nicht
33:28zu seinen Freunden.
33:37Ich hab das nicht
33:37der Polizei gesagt,
33:39aber Nadir hat mir
33:40mal verraten,
33:41dass er früher
33:42sich mit den falschen
33:43Leuten eingelassen hat
33:44und dann in nicht ganz
33:45legale Sachen
33:46verwickelt war.
33:47Aber dass es dann
33:48für ihn vorbei war.
33:50Togel?
33:51Gut möglich.
33:53Zumindest hat er ja
33:54dann immer eine ganz
33:54strikte Haltung dagegen.
33:56Wollte nie irgendwas
33:57damit zu tun haben.
33:58Alles, was 예�er翁
34:00zu sagen.
34:01UNTERTITELUNG
34:31Gibt's doch nicht. Jetzt drückt die mich weg.
34:57Das wäre. Gut, Ruhm. Wie war's denn bei Ihnen?
35:00Der hatte Blut auf dem Hemd. Angeblich Nasenbluten.
35:03Die Freundin des Mordopfers kennt Pracht auch nicht.
35:06Das war zu erwarten. Ich muss mich erst mal am Rottmann kümmern.
35:09Ich wünsche Ihnen viel Glück. Gleichfalls.
35:14Gut, Ruhm. Jetzt melden Sie sich doch mal.
35:30Die Firma meines Mandanten erfüllt einen wichtigen Auftrag.
35:48Es geht um Familienplanung und die Möglichkeit, sich trotz einer erbschädigenden Therapie einen späteren Kinderwunsch zu erfüllen.
35:58Meinem Mandanten war es sehr wichtig, bereits bei der Abfassung seiner Verträge einen ethisch klaren Standpunkt einzunehmen.
36:06Gleichzeitig ist mein Mandant auch gezwungen, die Lagerfristen zu begrenzen, um die Kosten in Grenzen zu halten.
36:14Und genau deshalb hat er, statt eine feste Frist zu vereinbaren, in den Vertrag aufgenommen, dass die Lagerung automatisch dann endet,
36:24wenn das gelagerte Material gemäß geltendem Recht überhaupt nicht mehr verwendet werden kann.
36:31Und nach unserer Auffassung ist dies mit dem Tod jener Frau eingetreten, von welcher die Eizellen stammen.
36:39Herr Wohlers, ich gehe mal davon aus, dass Sie es bei solchen Einsätzen oft sehr eilig haben.
36:45Ich schätze, Sie wollen damit andeuten, dass wir sehr schnell unterwegs waren, aber nein, nicht mehr zum Zeitpunkt des Unfalls.
36:52Sonst wäre es auch nicht so glimpflich abgelaufen.
36:54Na ja, also glimpflich, ich weiß nicht. Laut Ihrem Bericht hat der Zeuge Bracht ja nicht nur Verletzungen am Bein gehabt,
37:03sondern auch noch stark geblutet.
37:05Ja, das stimmt.
37:07Haben Sie ihn untersucht, um zu sehen, um was für Verletzungen es sich da gehandelt hat?
37:12Nein, es waren ja zwei Sanitäter vor Ort.
37:15Na ja, die mussten sich ja um den Schwerverletzten kümmern.
37:17Ja, aber Sie haben auch sofort einen zweiten Rettungswagen gerufen.
37:20Frau Anwältin, ist in der nächsten Zeit mit einer Frage zu rechnen, die irgendetwas zu Tage fördert, was wir nicht bereits alle wissen?
37:27Das frage ich mich auch.
37:29Herr Wohlers, haben Sie den Herrn Bracht sofort vernommen, um zu klären, wie es zu dem Unfall gekommen ist?
37:37Ja.
37:39Die Sanitäter haben ja ausgesagt, dass es da sehr viele Schaulustige gab, die Aufnahmen mit ihren Handys gemacht haben.
37:44Haben Sie die Personalien dieser Leute festgestellt oder vielleicht sogar Handys sichergestellt?
37:51Nein, als wir zum Tatort kamen, hatte das wirklich keine Priorität.
37:55Frau Anwältin, ich frage Sie, worauf wollen Sie hinaus?
37:58Ich befürchte, das weiß die Verteidigung gerade selbst nicht.
38:04Also Frau von Peter, jetzt reicht's. Ich muss schon sehr bitten.
38:09Ja, ja, Entschuldigung, Entschuldigung.
38:11Nach dem Unfall, sind Sie da sofort aus Ihrem Streifenwagen gesprungen, um dem Herrn Bracht zu helfen?
38:17Ja.
38:18Und haben Sie da gesehen, dass der Herr Bracht, der ja auf dem Boden lag, dass der Blut auf dem Hemd hatte?
38:25Nein, das konnte ich nicht sehen. Er hatte eine Jacke an, die geschlossen war, aber auf der Hose war Blut.
38:31Mhm. Sie haben ja sicher bei Ihren vielen Einsätzen schon oft mit Stichverletzungen zu tun gehabt.
38:38Könnten Sie mir sagen, ob es bei einem Stich in den Bauchbereich zu einem starken Blutaustritt kommen kann?
38:44Ja, da kann sehr viel Blut austreten, gerade wenn ein Gefäß getroffen wurde.
38:51Es könnte also sein, dass der Täter Blut abbekommen hat?
38:55Das ist sogar mehr als wahrscheinlich.
38:57Danke.
38:59Ich verstehe nicht, was das mit unserem Fall jetzt hier zu tun hat.
39:03Ich denke, ich schon. Herr Wohler, Sie sind damit entlassen.
39:07Das Gericht ruft noch einmal Herr Bracht in den Zeugenstand.
39:12Herr Bracht.
39:14Sie sind ja bereits belehrt worden. Ich möchte Sie dennoch angesichts der Fragen, die jetzt noch auftauchen können,
39:21darauf hinweisen, dass Sie zwar als Zeuge die Wahrheit sagen müssen, aber hier nichts aussagen müssen, womit Sie sich selbst belasten.
39:29Herr Bracht, kennen Sie Nadir Bulut?
39:33Nein.
39:34Sie haben den Sanitätern gesagt, dass Sie es sehr eilig haben, weil Sie rechtzeitig zu Ihrer Arbeit müssen. Stimmt das?
39:40Ja.
39:41Handelt es sich dabei um diesen Laden für gebrauchte Tonträger, der erst morgens um 10 aufmacht?
39:47Ich möchte das Gericht bitten, dieses Foto als Beweismittel zu den Akten zu nehmen.
40:00Wir sehen darauf den Zeugen Bracht mit dem Mordopfer Nadir Bulut Arm in Arm.
40:09Herr Bracht, lassen Sie sich denn häufig mit Menschen fotografieren, Arm in Arm, eng umschlungen, die Sie gar nicht kennen?
40:14Ich nehme mal an, dass Fotos gemacht worden, bevor Herr Bulut sich von den Drogengeschäften verabschiedet hat und Sie Ihre Haftstrafe wegen Drogenbesitzes antreten mussten.
40:29Herr Bracht, an diesem Morgen, als Sie vor dem Club Ihrem alten Freund gegenüberstanden, hatten Sie da Drogen genommen.
40:38Stehen Sie im Moment unter Drogen?
40:45Herr Bracht, bitte beantworten Sie die Fragen.
40:50Ich möchte die Frage gerne nicht beantworten, weil ich mich damit selber belasten würde.
40:56Gut, dann habe ich jetzt keine weiteren Fragen mehr an den Zeugen.
41:01Ich würde allerdings der Staatsanwaltschaft dringend empfehlen, ihn in Gewahrsam zu nehmen.
41:07Und seine Wohnung nach Spuren für die Mittäterschaft im Mordfall und nach Drogen zu durchsuchen.
41:13Das halte ich auch für eine sehr gute Idee. Frau Staatsanwältin?
41:16Sehr gerne.
41:20Ich muss gestehen, dass ich das Ansinnen meines Mandanten, seine neue Ehefrau, die Kinder seiner verstorbenen Frau austragen zu lassen, durchaus seltsam finde.
41:29Aber er hat einen schweren Verlust erlitten. Und wer bin ich, um da beurteilen zu können, welches der richtige Weg ist, mit seiner Trauer umzugehen?
41:40Seine neue Ehefrau, die ähnliche Erfahrungen gemacht hat, scheint ihn da besser zu verstehen als ich. Aber darum geht es nicht.
41:49Tatsache ist, dass die Entscheidung des BGH vom 10.12.2014 klargemacht hat, dass das Embryonenschutzgesetz nicht in Stein gemeißelt ist,
41:59sondern dass da durchaus Spielraum für Einzelentscheidungen ist. Aber es geht hier nicht um die Frage der Vaterschaft.
42:04Es geht hier um die Frage, ob sich eine Firma per Vertrag als Sittenwächter aufspielen darf, um in einer durchaus umstrittenen Branche das eigene Image zu befördern.
42:17Also ich denke nicht. Ich glaube, die Auslegung der Gesetze und deren ethische Grenzen sollte weiterhin den Gerichten obliegen und überlassen bleiben.
42:26In Verträgen hat das nichts zu suchen.
42:29Sanitäter sind heute allen möglichen Angriffen ausgesetzt. Es wird für sie immer schwieriger, ihre Einsätze ohne Gefahr für die eigene Sicherheit oder die körperliche Unversehrtheit durchzuführen.
42:42Es wurde hier behauptet, dass der Sanitäter Manfred Liebert, der versuchte, den sterbenden Nadir Bulut vor den Kameras abzuschirmen,
42:51den Passanten Helge Bracht so heftig weggestoßen hat, dass dieser auf die Straße stürzte und sich verletzte.
42:59Helge Bracht sieht sich daher als Opfer. In Wahrheit hat sich das aber wohl folgendermaßen zugetragen.
43:06Helge Bracht hat vor dem Club seinen alten Freund Nadir Bulut getroffen. Es kam zum Streit, er hat ihn erstochen.
43:13Dann hat er den Tatort verlassen, um sich der Tatwaffe zu entledigen.
43:19Vielleicht hatte er in seinem Wagen auch Rauschgift deponiert.
43:23Jedenfalls können wir uns vorstellen, dass er in Panik geraten ist, als er merkte, dass er nicht mehr wegfahren konnte.
43:27Und wir können davon ausgehen, dass er es war, der deshalb überreagiert hat und nicht der Angeklagte Manfred Liebert.
43:35Ich beantrage deshalb den Angeklagten, Manfred Liebert, freizusprechen.
43:45Gut, das Gericht zieht sich nun zur Beratung zurück.
43:48Es ergeht folgendes Urteil. Der Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung wird zurückgewiesen.
44:10Die Wodina GmbH wird verpflichtet, die Einzelnen bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung weiterzuladen.
44:19Die Sitzung ist geschlossen.
44:24Ihnen ist schon klar, dass das noch nicht das letzte Wort war, oder?
44:27Ihnen ist schon klar, dass Ihre misantropische Grundhaltung langfristig zu Magengeschwüren führt.
44:35Danke. Vielen Dank.
44:37Vielen Dank. Gern geschehen.
44:39Könnte ich noch mal kurz unter vier Augen mit Ihrem Mann sprechen?
44:42Ja, natürlich. Wollte mich eh grad frisch machen.
44:48Tja, das dauert jetzt sicher ein paar Monate, bis es zu endgültigen Verhandlungen kommt.
44:54Aber es gibt Ihnen die Zeit, das Material dann dort zu lagern, wo Sie letztendlich den Eingriff planen.
45:01Oder darüber nochmal nachzudenken, ob Sie das wirklich Ihrer Ehefrau zumuten wollen.
45:04Yvonne hat Ihnen doch gesagt, dass wir das beide wollen.
45:09Ich verstehe, dass sie das für Sie tun will, weil sie weiß, wie wichtig es Ihnen ist.
45:13Aber wie sagt meine Kollegin immer so schön, es gibt vieles, was Frauen für Männer tun, was für Männer nie in Betracht käme.
45:19Fragen Sie sich doch mal, wie Sie reagieren würden, wenn das umgekehrt wäre.
45:26Wenn Ihre Frau den Samen Ihres verstorbenen Mannes in ihre eigene Eizelle initiieren würde und Sie seine Kinder großziehen sollten.
45:36Würden Sie das für Sie tun?
45:37So, viel Glück.
45:52Danke. Tschüss.
45:54Tschüss.
45:56Alles gut?
45:58Alles gut.
46:00Gut.
46:07Und, wie sieht's aus?
46:21Die Polizei untersucht die Wohnung verbracht.
46:37Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil.
46:46Der Angeklagte wird freigesprochen, die Kosten des Verfahrens fallen der Staatskasse zur Last.
46:56Zur Begründung.
46:57Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Geschädigte hergebracht durch sein Verhalten gegenüber den Rettungskräften maßgeblich zu dem Unfall beigetragen hat.
47:08Außerdem muss den Rettungskräften zugestanden werden, dass sie, wenn es um das Leben eines Patienten geht, sich den Raum nehmen müssen, den sie brauchen.
47:17Gegen dieses Urteil kann innerhalb von 14 Tagen Berufung eingelegt werden. Die Verhandlung ist geschlossen.
47:23Vielen Dank.
47:26Gerne. Ich glaube auch nicht, dass die Staatsanwältin in die Berufung geht.
47:33Tja.
47:41Und jetzt? Nach Hause?
47:43Äh, nein. Da versuchen Sie mich nur wieder zur Ordnung zu erziehen.
47:46Sie werden mir nochmal dankbar sein.
47:47Nein, ganz und gar nicht. Aber ich mache Ihnen Vorschlag. Ich mache in Ihrem Zimmer auch eine Unordnung und dann können Sie das dann immer aufräumen.
47:53Tja, das ist ja eine tolle Idee. Ich würde sagen, wir gehen jetzt einen Kaffee trinken.
47:57Na gut.
47:58Na gut.
48:28Na gut.
48:29Na gut.
48:30Na gut.
48:31Na gut.
48:32Na gut.
48:33Na gut.
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48:40Na gut.
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