- vor 4 Monaten
Der Versicherungskaufmann Erich Gausmann wird in seinem Pkw erdrosselt aufgefunden. Ein Busfahrer sagt aus, den Mann gegen Mitternacht an einer Haltestelle gesehen zu haben. Der Tote wurde aber mehrere Kilometer davon entfernt entdeckt. Hauptkommissar Siska steht vor einem Rätsel. (Text: Premiere)
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00:00Musik
00:30Musik
01:00Entschuldigung
01:13Ich suche die Nummer 31
01:17Gibt's hier nicht
01:18Ja, die muss es doch hier geben
01:20Ich bin doch verabredet
01:21Tut mir leid
01:2331?
01:29Ja
01:29Das Bushäuschen hier
01:32Ich fahr nicht mit, danke
01:50Das ist aber heute die letzte Fahrt
01:52Wissen Sie das?
01:52Ja, ja, ist kein Problem
01:54Ich bin
01:57Oh, come on.
02:27Alter, also jetzt verstehe ich gar nichts mehr.
02:39Das Grauen in seiner reinsten Form
02:42brachte ihren Blick zum Erstarren.
02:46Ich ließ ihr keine Zeit zum Schrei.
02:49Ein schneller Schnitt.
02:51Und meine Zunge presste sich auf ihre Ader.
02:55Ich saugte.
02:57Bis ihr armes, kleines, bedeutungsloses Herz
03:02den Dienst versagte.
03:07Sie hatte mir einen Moment der tiefsten Befriedigung verschafft.
03:11Und falls irgendjemand immer noch nicht genug hat, es gibt noch mehr davon.
03:35Und wenn es denn sein muss, dann signiere ich auch.
03:40Kann ich Ihnen auch ein Tag haben?
03:41Wie viele haben gekauft?
03:4614.
03:47Ist doch gut, oder?
03:48Könnte besser sein.
03:52Na ja, wenigstens bist du nicht drauf angefließen.
03:56Christine, du musst noch lernen, zur richtigen Zeit
03:58die richtige Bemerkung zu machen.
04:00Und für mich auch nicht aufzukommen.
04:03Danke für den Rieck, die kommt jetzt her.
04:04Ja, Robert und die Arzt.
04:05Willst du mir wieder was zu trinken?
04:06Ja, zusammen.
04:07Ja, zusammen auf eine Karte, bitte.
04:09Oh, danke schön.
04:09Das finde ich toll.
04:10Das halte ich jetzt.
04:11Ich wollte.
04:11Guten Abend, Herr Gaussmann.
04:29Schon länger hier?
04:31Ja.
04:32Die Lesung mitgekriegt?
04:34Ja.
04:36Sie interessieren sich für Literatur?
04:38Das finde ich entzückend.
04:39Ich habe Dreck gehört.
04:43Richtigen Dreck.
04:44Oh.
04:46Immer wieder schön, wenn man jemanden trifft, der sich auskennt.
04:49Ich denke, Christine will jetzt gehen.
04:52Und ich denke, Christine weiß selber, was sie will.
04:53Das weiß sie anscheinend nicht, sonst wäre sie nicht hier.
04:57Glauben Sie, dass es ewig so weitergeht?
04:59Christine wird jeden Tag ein bisschen älter.
05:02Denken Sie mir ernst, Sie können das aufhalten?
05:04Sie nerven.
05:06Wir gehen.
05:07Dein Vater ist so lieb und bringt dich heim.
05:10Kannst du?
05:27Morgen.
05:28Stranguliert mit einer Drahtschlinge.
05:30Ausgeraubt?
05:31Kein Geld, keine Papiere.
05:33Das hier haben wir in einer der Seitentaschen gefunden, seine Visitenkarte.
05:37Erich Gaussmann, Versicherungskaufmann, Optima Securans.
05:40Wer hat ihn denn gefunden?
05:41Straßenarbeiter für ungefähr eine Stunde.
05:44Lässt Sie schon was zur Tatzeit sagen?
05:45Ja, ist wohl sechs bis acht Stunden her.
05:48Vor Mitternacht würde ich sagen.
05:51Moment.
05:52Und, schon eine Meinung?
05:54Ja, fragen Sie mich mal in fünf Minuten.
05:57Ich denke, der Fall ist zwar bedauerlich, aber nicht gerade rätselhaft.
06:01Der junge Mann wird auf ein schnelles Abenteuer ausgewiesen sein und ist dabei Opfer von einem Raubmord geworden.
06:05Wieso denn schnelles Abenteuer? Ist das die Gegend hier für schnelle Abenteuer?
06:09Ja.
06:09Ein Stück weiter da unten. Das ist ein Straßenstrich.
06:12Ach.
06:13Keine von den besseren Gegenden.
06:15Ich habe mich vorhin schon mal ein bisschen umgehört, aber es hat natürlich keiner was gesehen.
06:18Und nichts zu sehen gehört hier mit zum Geschäft.
06:21Am Rosenholz.
06:22Das ist die reinste Idylle hier, ne?
06:26Das Opfer ist mit einer Drahtschlinge umgebracht worden.
06:28Das passt auch zum Milieu.
06:29Das ist richtig.
06:31Und dann der Wagen.
06:32Die gehobene Mittelklasse.
06:34Mit sowas fährt man einfach nicht herher. Das ist der grobe Leichtsinn.
06:36Das ist auch richtig.
06:39Ist das einer von den Fällen, wo Sie mal wieder schon alles wissen?
06:42Ach Quatsch. Wie gar nicht?
06:42Ich weiß genauso wenig wie Sie.
06:44Trotzdem.
06:45Eins finde ich da schon sehr merkwürdig.
06:48Und was wäre das?
06:49Der Wagen.
06:51Ich meine, der ist doch garantiert wertvoller als alles, was das Opfer bei sich gehabt hat.
06:55Und wenn es, wie Sie sagen, ein Raubmord war, dann frage ich mich, warum steht der Wagen noch da?
07:00Ja gut.
07:01Ist auch wieder richtig.
07:02Eben.
07:02Ich habe gerade den Halter ermittelt.
07:04Der Wagen ist tatsächlich auf den Namen Gaussmann zugelassen.
07:07Aber nicht auf Erich, sondern auf Karl.
07:09Papa's Wagen, jede Wette.
07:11Und dem wird es jetzt jemand sagen müssen.
07:19Hane, optimal Sekuranz.
07:23Wiegand, Sie kommen mit mir.
07:24Polizei?
07:34Ja, Herr Grausmann?
07:36Es wurde höchste Zeit.
07:37Wieso?
07:38Habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt, dein Telefon?
07:40Mein Sohn ist weg und mein Auto ist aufweg und ich muss dringend zur Arbeit.
07:44Wir sind eine andere Abteilung.
07:46Die Mordkommission.
07:47Siska.
07:48Mein Kollege Wiegand.
07:49Das ist doch ein Blödsinn.
07:56Das ist eine Verwechslung.
07:57Haben Sie ein Foto von Ihrem Sohn?
07:59Natürlich.
08:00Natürlich habe ich Fotos von meinem Sohn.
08:03Hier.
08:05Danke.
08:11Und?
08:12Ja, er ist es.
08:23Wo?
08:24Ich meine, wo hat man ihn gefunden?
08:28Auf einem Feldweg am Rosenholz.
08:31Rosenholz?
08:31Ja.
08:34Wahrscheinlich hat er...
08:35Ja, er sparen Sie sich Ihre Worte.
08:37Ich weiß, was das für eine Gegend ist.
08:39Rosenholz.
08:41Hat er Ihnen gesagt, wofür er das Auto braucht?
08:43Er müsste noch zu einem Kunden.
08:46Mitten in der Nacht?
08:47Es sei jemand mit Schichtarbeit, hat er gesagt.
08:49Da ging es nicht anders.
08:53Warum sollte er lügen?
08:56Er hat nie gelogen.
08:57Und außerdem, die Leute da in der Gegend, die brauchen auch eine Versicherung, oder?
09:04Oder?
09:06Ja.
09:07Ist schon gut möglich.
09:09Gibt es weitere Angehörige?
09:12Christine.
09:17Christine!
09:19Das ist meine Tochter.
09:21Sie schläft noch.
09:23Ausnahmsweise, sonst schläft sie nie so lange.
09:25Christine, die Polizei ist da.
09:31Ich kann alles erklären.
09:36Christine.
09:39Erich.
09:40Ist tot.
09:41Erich.
09:55Sie schläft.
10:11Sie schläft.
10:12Musik
10:42Morgen kann ich Ihnen helfen. Darf ich fragen, wer Sie sind?
10:49Mein Name ist Hane, Marktkommission.
10:54Und Sie wollen zu Herrn Gaussmann?
10:56Nein, ich möchte zu seinen Kollegen.
10:58Was heißt das?
11:00Herr Gaussmann ist tot.
11:04Mein Name ist Wels.
11:05Doktor Wels.
11:07Ich bin hier der Teilungsleiter.
11:10Kommt doch bitte mit in mein Büro.
11:12Er war mein bester Mitarbeiter.
11:25Mein bester.
11:29Darf ich fragen, wie das passiert ist?
11:33Er wurde im Auto ermordet. Am Rosenholz.
11:37Am Rosenholz.
11:39Was sagt dir denn was?
11:41Oh Gott.
11:42Wem sagt das nichts? Man hört ja genug davon.
11:46Nehmen Sie Platz, bitte.
11:48Meine gütige Domton-Sagensohn.
11:50Was sagen?
11:52Dein Umgang ist nicht gerade ungefährlich.
11:55Heißt das, Sie haben gewusst, dass er diesen Umgang hatte?
12:01Ja, ja.
12:03Das wusste ich, ja.
12:05Und woher?
12:06Von ihm selber.
12:08Von ihm selber.
12:10Das könnten Sie offiziell so zu Protokoll geben.
12:15Das kann ich offiziell so zu Protokoll geben, ja.
12:19Er war allerdings betrunken, als er mir das gesagt hat.
12:23Sehr betrunken sogar.
12:24Das war bei der letzten Betriebsfeier.
12:25Aber vielleicht war das genau der Grund, warum er es mir gesagt hat.
12:30Und was genau, sagte er?
12:33Dass er es manchmal hart braucht.
12:36Und das bekäme er nur bei Frauen, die er dafür bezahlt.
12:38Nein, bitte. Das war sein Privatleben.
12:45Und ich dachte, er braucht das als Ausgleich.
12:48Ausgleich? Wofür?
12:51Als Ausgleich für seine Tätigkeit hier.
12:55Er war Sachbearbeiter für Invalidenrente.
12:58Das hat nichts Aufregendes.
13:02Er hat noch einen Kollegen in derselben Abteilung, Herrn Stöger.
13:06Wenn Sie ihn auch sehen wollen.
13:07Oh ja, bitte.
13:08Bitte sehr.
13:23Herr Stöger, Besuch für Sie.
13:26Polizei.
13:27Moment.
13:30Wie gesagt, Gaussmann war mein bester Mann.
13:35Hallo, Herr Stöger.
13:37Herr Stöger.
13:38Ihr Kollege Erich Gaussmann wurde letzte Nacht ermordet in seinem Auto am Rosenholz aufgefunden.
13:45Nein.
13:46Doch.
13:47Im Auto?
13:48Am Rosenholz?
13:50Ja.
13:51Ist ja nicht zu fassen.
13:52Da denkt man immer, es gibt sie nicht mehr und plötzlich ist sie da.
13:57Wovon reden Sie?
13:58Wovon reden Sie?
13:59Gerechtigkeit.
14:00Es gibt noch Gerechtigkeit.
14:03Der gute, liebe Erich.
14:07Doktors Liebling.
14:09Die Heuchler sind die Schlimmsten, wissen Sie.
14:12Aber irgendwann erwischt es Sie alle.
14:15Er war sowieso immer ein bisschen zu brav.
14:17Haben Sie denn mal was mitbekommen davon, dass er, wie Sie es nennen, nicht ganz so brav war?
14:23Zweimal.
14:25Ich bin in sein Büro gekommen, da hat er gerade noch schnell was verschwinden lassen.
14:29Und was?
14:31Sieh Sie doch mal nach.
14:33Und das der Schublade.
14:34Ich weiß nicht, wann er hier losgefahren ist.
14:38Wir waren nicht zu Hause.
14:40Aber wie schon gesagt, er ist seinen Kunden gefahren.
14:45Hatte Ihr Sohn eine Freundin?
14:48Nichts Festes.
14:49Wollte erst einmal beruflich vorankommen.
14:52Nichts Festes.
14:54Mein Gott, primitiver kann man wirklich nicht denken.
14:56Nichts Festes, also fährt er ins Rosenholz.
14:59Ich sollte jetzt wirklich zur Straße machen.
15:01Du willst heute wirklich zur Arbeit?
15:03Ich muss, wir sind total unterbesetzt.
15:05Dann sollen Sie den Laden schließen.
15:07Hier rumhängen ist auch nicht besser, das macht mich echt krank.
15:10Entschuldige.
15:14Tja, ich denke, wir sollten jetzt auch mal langsam...
15:16Hören Sie, und ich, ich kann sonst nichts tun.
15:20Nein, im Augenblick nicht, danke.
15:28Ach, äh, Frau Gaussmann, ich hätte noch eine Frage an Sie.
15:31Sie, Sie haben vorhin gesagt, dass Sie alles erklären könnten.
15:36Was haben Sie denn damit gemeint?
15:37Das habe ich gesagt?
15:38Ja.
15:39Ich kann mich nicht erinnern, ich war noch nicht ganz wach.
15:41Ich muss jetzt wirklich...
15:42Frau Gaussmann, einen Moment bitte.
15:44Wo arbeiten Sie eigentlich?
15:47In der Apotheke am Schreierpark.
15:48Ja, da können wir Sie doch mitnehmen.
15:50Keine Umstände, ich nehme die Straßenbahn.
15:52Ja, hier, ich gehe zu Fuß.
15:59Ich muss das alles mal in Ruhe durcharbeiten.
16:01Und ich fahre eher hinterher, oder?
16:03Was sonst, Wiegand, was sonst?
16:05Ach so, aber eine Sache könnte man ja vorab schon mal klären.
16:07Bin schon dabei.
16:08Bin schon dabei.
16:38Ja?
16:49Ja, das mache ich gleich.
16:57Eine Frage noch.
16:59Ja?
16:59Kann es sein, dass Erich Gausmann letzte Nacht beruflich unterwegs war?
17:03Bei einem Kunden vielleicht?
17:04Nein, das ist eigentlich unheimlich.
17:06Erich Gausmann war hier im Innendienst.
17:08Erich Gausmann hat eine Kontakte so gut.
17:10Nein.
17:13Danke.
17:38Was ist die Klaue?
18:08UNTERTITELUNG
18:38TITELUNG
19:08Ich bin die Hölle. Klingt ja ganz schön ehrgeizig.
19:36Und? Schon gelesen?
19:38Mhm. Die halbe Nacht lang.
19:40Ist aber nicht mein Fall.
19:42Worum geht's?
19:43Ach, es geht um eine Reihe von Morden, erzählt aus der Sicht des Täters.
19:47Er beschreibt, wie er seine Opfer in diverse Fallen lockt und dann abschlachtet.
19:50Und das Ganze mit sehr viel Liebe zum Detail.
19:53Und die Christine Gaussmann verkehrt mit diesem Mann?
19:56Und wie es aussieht, sogar intim.
19:59So wie die sich begrüßt und miteinander gesprochen haben.
20:02Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass sie uns belogen hat, als sie gesagt hat, die sie zur Arbeit fährt.
20:06Hallo, guten Morgen.
20:09Morgen.
20:10Guten Morgen, Arne. Und was Neues hat gestern?
20:12Tja, noch immer keine Zeugen am Rosenholz.
20:15Keiner will Gaussmann da je gesehen haben.
20:18Aber er hatte diesen Stadtplan im Schreibtisch.
20:22Und der Bezirk ist extra dick angestrichen.
20:25Da war aber noch etwas anderes, was mich beschäftigt hat.
20:28Dieser Kollege war nicht sehr erschüttert.
20:32Ich habe nachgehakt.
20:33Erich Gaussmann hat ihn in der Firma immer wieder bloßgestellt, einfach durch die simple Tatsache, dass er sehr viel tüchtiger war als er.
20:41Dann hat er also einen Grund gehabt, ihn nicht zu mögen.
20:43Und?
20:43Halibier überprüft?
20:45Sicher, sicher.
20:48Tja, und?
20:49Hat er eins?
20:50Ein ausgezeichnetes.
20:51Er war den ganzen Abend auf einer Party.
20:53Was ist daran so ausgezeichnet?
20:55Er war sowas wie der Partylöwe.
20:57Ein Witz nach dem anderen, eine Flasche nach der anderen.
21:00Zur Tatzeit hätte er mindestens eine halbe Stunde lang weg sein müssen.
21:03Und das ist ausgeschlossen.
21:05Ja, Herr Hane.
21:09Ja, da sind Sie richtig.
21:12Aha.
21:12Wo sind Sie jetzt?
21:14Im Dienst.
21:16Ja.
21:17Und wie können wir Sie erreichen?
21:20Ja.
21:21Danke, sehr gut.
21:24Ein Busfahrer der städtischen Verkehrsbetriebe.
21:26Das Foto von Erich Gaussmann ist in der Zeitung.
21:28Er denkt, er hat ihn gesehen.
21:31Ungefähr zur Tatzeit.
21:32Wie gern, reden Sie mal mit diesem Mann.
21:36Hane, Sie sind doch hier für die Kultur zuständig.
21:39Und, das soll heißen?
21:41Das soll heißen, wir besuchen jetzt einen Schriftsteller.
22:02Na, schlecht geht's dem Mann jedenfalls nicht.
22:06Und, was ist Ihr erster Eindruck?
22:07Wer sowas kauft, ist selber schuld.
22:10Das hört der Wiegern sicher gern.
22:11Was ist das denn?
22:23Der hat das Buch gelesen.
22:29Schlechte Arbeit.
22:31Eigentlich müsste er die Zunge raushängen.
22:33Aber so bin ich wenigstens die Tauben los.
22:35Presse?
22:36Redaure, Kriminalpolizei.
22:38Ah, nicht schlecht.
22:40Bitte.
22:41Eine Leiche im eigenen Bekanntenkreis.
22:47Das finde ich hinreißend.
22:49Hinreißend!
22:50Man kann das auch anders nennen.
22:52Sie haben sich ja schon gründlich informiert.
22:54Naja, ein bisschen was für das Poesiealbum.
22:56Vor zwei Wochen noch Mitarbeiter des Jahres.
22:59Und heute ein Fall für die Mordkommission.
23:01Das liebe ich so im Leben.
23:04Man weiß nie, woran man ist.
23:05Wie gut kannten Sie Erich Gaussmann?
23:10Ich habe ihn nicht wirklich geachtet.
23:12Ein Mensch so völlig ohne Belang.
23:15Im Gegensatz zu seiner Schwester?
23:17Christine, oh ja.
23:19Aus der lässt sich was machen.
23:21Wenn man sie richtig führt.
23:23Und Sie führen gerne?
23:25Wer kann, der kann.
23:26Was wollte Sie denn gestern früh bei Ihnen?
23:28Sie aussprechen.
23:29Sonst nichts?
23:30Sonst nichts.
23:32Sie wohnen allein hier?
23:34Seit dem Tod meiner Eltern, ja.
23:37Ein tragischer Autounfall.
23:40Bis heute umgekehrt.
23:41Und seitdem widme ich mich in aller Ruhe
23:46der Erweiterung meines Bewusstseins.
23:49Oh ja, ich weiß.
23:50Ich habe Ihr Buch gelesen.
23:52Und?
23:54Noch fehlen mir die Worte.
23:59Und so leben Sie also sorgenfrei und ungebunden.
24:02Wie sich das gehört?
24:04Und zum Zeitvertreib stöbern Sie in den seelischen Abgründen.
24:07Zu seiner Berufung kann man sich eben nicht entziehen.
24:10So.
24:11Was ist?
24:13Bin ich jetzt verdächtig?
24:15Wir erkunden nur das Umfeld.
24:18Sollten Sie nicht lieber dort anfangen zu stöbern,
24:21wo man ihn gefunden hat?
24:23Sein Vater glaubt ja, dass er beruflich dort war
24:25und nicht wegen den Damen.
24:27Glaubt er das?
24:28Ja.
24:29Der Mann ist Prokurist.
24:30Der hat sein Leben lang nur mit Zahlen zu tun gehabt.
24:31Das schlägt sich irgendwann mal aus dem Verstand.
24:34Aber ich sage Ihnen was, mein Lieber.
24:37Denken Sie von jedem Menschen immer nur das Schlechteste.
24:40Sie werden sich wundern.
24:41Wie oft man damit richtig liegt.
24:47Gilt das auch für Sie?
24:48Na, das will ich doch hoffen.
24:49Und das ist der Mann, den Sie gesehen haben?
24:57Ja.
24:58Und da sind Sie sich ganz sicher?
24:59Natürlich bin ich sicher.
25:01Es war nämlich kurz vor Feierabend.
25:02Er stand an der Haltestelle Staudenweg.
25:05Was hat er da gemacht?
25:06Na ja, was macht man an einer Haltestelle?
25:09Er hat gewartet.
25:10Warum gestanden ist er?
25:11Aber er ist nicht in den Bus eingestiegen.
25:14Nein.
25:14Ich hätte nichts gegen Gesellschaft gehabt.
25:16Der Bus war leer.
25:17Also gab es auch keine anderen Zeugen?
25:21Glauben Sie mir, ich habe ihn genau gesehen.
25:24Sie haben da in der Zeitung bestimmt gelesen, wo er gefunden wurde.
25:27Ja, ich weiß.
25:27Nicht ganz die gleiche Gegend.
25:29Nicht ganz ist gut.
25:31Der Staudenweg ist am anderen Ende der Stadt.
25:34Schauen Sie sich nochmal genau an.
25:35Es gibt sicherlich noch mehrere Leute, die so aussehen wie er.
25:40Da war noch jemand.
25:42Wer?
25:43Eine Frau führte gerade ihren Hund aus.
25:45Die muss ihn auch gesehen haben.
25:47Können Sie die Frau beschreiben?
25:48Die Frau nicht so.
25:50Aber der Hund.
25:51Das war so eine halbhohe weiße Promenadenmischung.
25:55Na gut.
25:56Danke.
25:57Tschüss.
26:03Und fehlen Ihnen immer noch die Worte?
26:04Ein hemmungsloser Egozentriger.
26:07Dem ist einiges zuzutrauen.
26:08Ja, auf dem Papier vielleicht.
26:10Aber wir sind in der Wirklichkeit, Hane.
26:11Vergessen Sie das nicht?
26:12Ich habe das nicht vergessen.
26:14Aber ich frage mich, ob es er vielleicht vergessen hat.
26:18Ja?
26:19Ja, der Wiegand.
26:20Ich habe gerade mit dem Busfahrer gesprochen.
26:22Ich glaube, die Sache können wir vergessen.
26:24Warum?
26:25Ja, er hat zwar Gaussmann gesehen.
26:26Aber kurz vor der Tatzeit und am anderen Ende der Stadt.
26:29Ich glaube, der Mann, der irrt sich.
26:30Na gut, nur mal langsam.
26:31Aber gibt es ja vielleicht noch andere Fahrgäste, die das bestätigen können?
26:35Nee, der Bus war leer.
26:37Angeblich war da nur noch eine Passantin.
26:39Ja gut, die wird sich ja ausfindig machen lassen.
26:41Ich habe mir schon die Beine abgelaufen.
26:43Heute Morgen bin ich hier als Storch los und als Ente komme ich nach Hause.
26:47Wiederhören.
26:48Und, wo hin jetzt?
26:50Zur Apotheke am Schreierpark.
26:51Gibt es die eine Gaussmann?
26:52Genau.
26:53Wir werden dir die gleichen Fragen stellen.
26:54Mal sehen, ob wir die gleichen Antworten kommen.
26:56Ui, ui.
27:02Wiedersehen.
27:02Gute Besserung.
27:07Sie waren bei Bernd?
27:09Ja.
27:09Und er war sehr entgegenkommend.
27:12Entgegenkommend?
27:12Sie haben sich gestern früh mit ihm getroffen, nicht wahr?
27:16Was hat er Ihnen gesagt?
27:18Unter anderem.
27:20Sie hatten ja einiges zu besprechen.
27:23Ich wollte mich nur mit ihm aussprechen.
27:24Worüber wollten Sie sich denn mit ihm aussprechen?
27:28Na, über die Sache mit Erich natürlich.
27:32Sonst nichts?
27:33Sonst nichts.
27:37Ja, gut.
27:38In der Wortwahl sind Sie sich zumindest einig.
27:41Lieben Sie Ihren Fallstädter?
27:46Bernd ist etwas Besonderes, ja.
27:50Haben Sie sein Buch gelesen?
27:52Ja.
27:53Und ich finde es gut.
27:55Ach, tatsächlich?
27:57Ich meine, ich finde es gut, dass er zum Ausdruck bringt, womit er sich beschäftigt.
28:03Richtig gefährlich sind doch nur Leute, die sowas in sich reinfressen, oder?
28:10Er ist ein bisschen verrückt, ich weiß.
28:11Aber ich brauche das.
28:13Bei mir zu Hause, da ist nie jemand verrückt, wissen Sie.
28:15Und das ist auf Dauer zum Verrücktwerden.
28:18Ja, Hanna.
28:23So ist es.
28:24Danke.
28:24Ach, Entschuldigung.
28:27Ach, Entschuldigung, ich hätte eine Frage.
28:56Hier in der Gegend soll eine Dame wohnen mit einem mittelgroßen weißen Hund.
29:01Kennen Sie die vielleicht?
29:03Ja, das ist die Frau Macke.
29:04Die wohnt gleich dort vorne.
29:05Ah ja, danke.
29:06Bitte.
29:06Frau Macke?
29:19Ja?
29:20Mein Name ist Wiegand.
29:29Kripo München.
29:31Ich habe ein paar Fragen ansehen.
29:34Ja, bitte?
29:35Vorgestern Nacht, als Sie mit Ihrem Hund draußen waren.
29:38Haben Sie da jemand gesehen?
29:39Einen jungen Mann?
29:40Nein.
29:41Und an der Bushaltestelle war da vielleicht jemand?
29:44Nein.
29:45Und auf der Straße ist Ihnen auch niemand entgegengekommen?
29:48Nein.
29:49Also haben Sie niemand gesehen?
29:50Nichts und niemand.
29:53Sie können es mir glauben.
29:54Nachts ist hier draußen keiner.
29:56Nicht mal die Füchse.
29:58Ja gut.
29:59Dankeschön.
30:00Wiederschauen.
30:01Diese Christine Gausmann hat was im Blick, also das gefällt mir nicht.
30:19Vor allem, wenn sie von ihrem Bernd spricht.
30:21Naja, so viel ist sicher.
30:22Steht da voll unter seinem Einfluss.
30:25Die beiden haben irgendetwas.
30:27Ein Geheimnis.
30:28Ich gehe jede Wette ein.
30:29Ja, vielleicht aber auch nur ein ganz harmloses.
30:32Harmlos kaum.
30:34Der Mann ist harmlos wie eine Klapperschlange mit Dachschaden.
30:37Habe, wenn Sie mal jemanden nicht mögen, dann aber richtig.
30:40Ich stelle fest, Sie arbeiten nicht.
30:43Doch, wir arbeiten, glauben Sie mal.
30:46Ich habe mein Auto zurückgeholt.
30:48Es sind sieben Kilometer.
30:50Von meiner Haustür bis zu der Stelle, wo mein Sohn gefunden worden ist.
30:53Exakt sieben Kilometer.
30:55Ich habe den Zähler gestellt.
30:57Entschuldigung.
30:58Ich stelle immer den Zähler.
31:00Ja.
31:01War der Zähler auch gestellt, als Ihr Sohn den Wagen hatte.
31:04Bei ihm waren es keine sieben Kilometer.
31:07Wissen Sie, wie viel mein Sohn vorgestern Nacht gefahren ist?
31:1032 Kilometer.
31:1432 Kilometer.
31:16Ich glaube überhaupt nichts von dem, wie das angeblich alles gelaufen sein soll.
31:19Ich sage Ihnen, das war alles ganz anders.
31:27Ich halte das nicht für ausgeschlossen, Herr Gaussmann.
31:30Haben Sie irgendeinen Verdacht?
31:31Ich habe nur meine Gefühle.
31:42Ja?
31:42Der Migant hier.
31:43Ich hatte mal wieder recht.
31:45Womit?
31:45Der Hinweis von dem Busfahrer hat sich als Seifenblase herausgestellt.
31:50Ich habe mit der Passantin gesprochen, von der er erzählt hat.
31:53Die hat nichts gesehen.
31:56Sind Sie noch in der Bushaltestelle?
31:57Ja.
31:58Gut, dann habe ich jetzt einen kleinen Auftrag für Sie.
32:00Einen kleinen Auftrag, ne?
32:01Da bin ich ja gespannt.
32:03Ja.
32:03Sie machen jetzt eine kleine Spazierfahrt.
32:05Siska, das ist ja schön, dass Sie so viel denken, aber noch schöner wäre es, wenn Sie mir sagen würden, was.
32:24Hane, ich denke nach über Fallen.
32:27Wie, richtige Fallen?
32:29Richtige Fallen, die man Menschen stellen kann.
32:31Das ist ein weites Feld.
32:3532 Kilometer?
32:44Ja.
32:45Ich bin genau die Strecke gefahren, die Sie gesagt haben.
32:48Vom Haus Gausmann zur Haltestelle am Staudenweg und dann weiter zum Rosenholz.
32:53Tja, und das sind 32 Kilometer.
32:56Na, bingo.
32:57So, so, da die Kilometerzahl jetzt übereinstimmt, ist es durchaus denkbar, dass der Gausmann an der Haltestelle Staubenweg stand und der Busfahrer sich nicht getäuscht hat.
33:08Aber das sind völlig entgegengesetzte Richtungen.
33:11Da muss ja doch in der Nacht einen riesigen Umweg gefahren sein.
33:13Warum?
33:14Sag mal, was gibt es denn da im Umfeld von der Haltestelle?
33:17Nichts, nichts Besonderes.
33:18Brachland, paar schlichte Wohnhäuser.
33:20Ich kann mir nicht vorstellen, was er da gewollt hat.
33:22Wenn du die Treppe nehmen würdest, bitte, dass ich dir die Trennkost sparen.
33:34Blödsinn.
33:35Immer meins.
33:36Andere würden sich freuen, wenn sie so gefragt wären wie Sie, Herr Hanne.
33:43Ja, Herr Hanne?
33:44Moment.
33:46Dr. Welt steht unten und möchte Sie sprechen.
33:48Das ist der Abteilungsleiter von dem Gausmann.
33:51Der soll raufkommen.
33:52Er kann raufkommen.
33:55So, nochmal von vorn.
33:56Der Busfahrer hat also gesagt, er hat außerdem noch eine Passantin gesehen.
33:59Ja.
34:00Die Passantin hat gesagt, sie hat nichts gesehen.
34:02Ja.
34:05Ja, Folgerung?
34:07Ja, einer von beiden ist blind oder lügt.
34:10Das dürfte wohl kaum der Busfahrer sein.
34:15Nächster Schritt.
34:17Ach, nee.
34:18Doch, natürlich.
34:20Sie müssen die Frau nochmal befragen und zwar gründlich.
34:22Heute noch.
34:23Heute noch.
34:30Dankeschön.
34:31Guten Abend.
34:32Sie sind noch im Dienst.
34:33Das ist ja wunderbar.
34:34Das ist Ansichtssache.
34:36Mein Kollege Hauptkommissar Siska.
34:38Guten Abend.
34:39Guten Abend.
34:40Ich grüße Sie.
34:40Bezeihung, ich habe gar nicht viel Zeit.
34:42Ich bin eigentlich auf dem Weg in die Oper.
34:43Aber das Präsidium liegt ja auf dem Weg und ich dachte, ich denke, ich sollte noch was sagen.
34:48Ja, ist doch schön.
34:49Nur zu, nehmen Sie Platz.
34:51Dankeschön.
34:55Ich hatte letzte Woche eine kleine Unterredung mit Erich Gaussmann.
35:00Worüber?
35:01Oh ja, er schien mir in der letzten Zeit sehr bedrückt, sehr niedergeschlagen.
35:06Und da habe ich ihn gefragt, ob ich ihm helfen könnte.
35:08Und, konnten Sie ihm helfen?
35:09Nein, es ist etwas Privates gewesen, hat er gesagt.
35:13Das heißt, nein, familiär.
35:16Familiär war das Wort, das er benutzte.
35:18Es ist etwas familiäres gewesen.
35:20Wurde er auch konkreter?
35:21Nein, er hat sich sehr, sehr ungenau ausgedrückt.
35:26Ungenau.
35:26Ja, was meinen Sie mit ungenau?
35:28Er sagte, bei uns zu Hause sinkt alles in die Finsternis.
35:33Wortwörtlich.
35:35Sehen Sie, das ist genau der Grund, warum ich es bisher nicht erwähnt habe.
35:38Es schien mir sehr, sehr überzogen.
35:40Bei uns zu Hause sinkt alles in die Finsternis.
35:43Aber es war der Ton, in dem er es sagte.
35:46Er sagte das auf eine ganz eigenartige Art und Weise.
35:53Ach, Schneewittchen.
35:54Was guckst du denn so?
35:56Wart nur.
35:57Bald gibt es nur vom Feinsten.
36:00Komm.
36:00Du frisst jetzt schön weiter.
36:17Ja, bitte.
36:29Wer sind Sie?
36:29Was wollen Sie?
36:30Wenn Sie?
36:35Ah...
36:36Ah...
36:36Ah...
36:37Wasst du hier?
37:07Untertitelung des ZDF, 2020
37:37Untertitelung des ZDF, 2020
38:07Untertitelung des ZDF, 2020
38:37Untertitelung des ZDF, 2020
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39:37Untertitelung des ZDF, 2020
40:08Man kann aber nur jemanden erpressen, den man auch kennt
40:11Das würde ja heißen, dass der Täter hier aus der Nachbarschaft stammt
40:14Man kann Leute auch anderswo herkennen, aus der Zeitung zum Beispiel
40:18Höllenautor auf dem Weg zur Partyhölle
40:21Zum Beispiel
40:23Du hast gewartet?
40:35Und zwar schon ganz schön lang
40:43Ich war bei meinem Verleger, hat geredet und geredet und geredet
40:46Christine, ich finde es nicht gut, dass du hier bist
40:50Was soll ich denn sonst machen?
40:54Zu Hause bleiben und warten
40:55Auf was?
40:58Darauf, dass dich alles wieder beruhigt
40:59Christine, lebe einfach dein Leben weiter
41:01Ich lebe meines
41:02Ich dachte, mein Leben wäre deins
41:07Das wird es doch noch früh genug
41:09Ich halte es einfach für verkehrt, wenn man uns jetzt zusammen sieht
41:15Gerade jetzt, wo die Polizei rumläuft und Fragen stellt
41:18Bernd
41:21Vorgestern nach der Lesung, da bist du auch gleich heimgefahren, oder?
41:25Nein, ich habe vorher noch deinen Bruder umgebracht
41:27Christine, das war ein Witz
41:30Ein Witz?
41:34Was sonst?
41:43Christine, ich...
41:44Ich melde mich bei dir
41:47Dann bin ich bei mir
42:16Die Sölders.
42:46Morgen.
42:47Morgen.
42:49Bernd Pfeilstedter ist spurlos verschwunden.
42:51Spurlos?
42:52Ja.
42:53Er hatte bis zum frühen Abend ein Gespräch bei seinem Verleger und wollte danach nach Hause.
42:58Sein Wagen steht in der Garage, aber er ist wahrscheinlich nie im Haus angekommen.
43:03Na gut, dann müssen wir sofort eine Fahndung einleiten, damit ihm nichts passiert.
43:06Mach ich.
43:08Ja, nein, das war nicht das, was ich hören wollte, aber trotzdem.
43:11Herzlichen Dank.
43:11Ja, ich habe gerade noch mal mit Gaussmanns Abteilungsleiter gesprochen.
43:18Also auch in der Nähe vom Staudenweg gibt es keine Versicherungskunden.
43:22Womit das Rätsel nur noch größer wird.
43:24Genau, am Rosenholz konnte man sich nur vorstellen, was er da wollte, aber was will jemand nachts am Staudenweg?
43:29So, komm, lassen wir das einzweilen.
43:31Die Suche nach dem Pfeilstedter hat jetzt Vorrang.
43:33Wird Zeit für ein paar klare Worte mit seiner Freundin.
43:35Ach, äh, noch etwas. Sie erinnern sich, dass Pfeilstedter diese Bemerkung gemacht hat von dem ungeklärten Autounfall, bei dem seine Eltern ums Leben kamen?
43:44Ja, Sie haben nachgeforscht?
43:45Ja, und wissen Sie, was an dem Unfall seltsam ist?
43:48Vermutlich nichts.
43:49Richtig, es war ein Auffahrunfall, tragisch zwar, aber in jeder Hinsicht geklärt.
43:54Na, das passt doch.
43:56Das passt?
43:57Ja, zu seiner Persönlichkeit.
43:59Dieser Pfeilstedter, der will doch um alles in der Welt geheimnisvoll und gefährlich wirken.
44:03Ist er aber nicht, nicht wirklich.
44:04Die Hölle, die Hölle, die ist anderswo.
44:34Da, dasPeople.
45:04Untertitelung des ZDF, 2020
45:34Untertitelung des ZDF, 2020
46:04Verschwunden?
46:08Ja
46:08Ich weiß von nichts
46:10Was soll ich schon wissen?
46:12Wie haben Sie den Herrn Pfeilstädter eigentlich kennengelernt?
46:15Hier, als Kunde
46:16Als Kunde?
46:18Das war vor ein paar Wochen
46:19Er wollte ein Schmerzmittel
46:20Wir kamen ins Gespräch
46:21Er war nett
46:22Sehr nett
46:23Und...
46:24Und seitdem sind Sie beide zusammen?
46:27Mhm
46:27Wäre es nicht denkbar, dass er Sie gerade deswegen kennenlernen wollte, weil Sie in einer Apotheke arbeiten?
46:37Ich weiß nicht, was Sie meinen
46:38Doch, das wissen Sie
46:40Und ich glaube, Sie denken es mittlerweile selbst
46:43Obwohl Sie es nicht denken wollen
46:45Sie haben ihm etwas gegeben, was Sie ihm nicht hätten geben dürfen, habe ich recht?
46:53Nein
46:53Mein Kollege wird die Bestände hier überprüfen
46:57Er wollte doch bloß sein Bewusstsein erweitern
47:05Sie haben ihm Opiate verschafft
47:07Er sagte, er ist Künstler
47:09Er hat ein moralisches Recht darauf
47:12Ich fand, das klang richtig gut
47:16Hat er sonst noch jemanden mitgekriegt?
47:22Mitgekriegt?
47:22Naja, bei Ihnen zu Hause, in der Familie zum Beispiel
47:25Haben die davon gewusst?
47:26Nein, bestimmt nicht
47:28Ich hätte zu Hause auch nie drüber sprechen können
47:32Mein Vater und Erich, die konnten Bernd von Anfang an nicht ausstehen
47:36Ach
47:37Das ist doch meine Information
47:40Hane, Sie kümmern sich hier um die Details
47:45Wiegand, Sie können sich ja denken, wohin wir jetzt fahren müssen
47:47Dankeschön
47:56Die Angelegenheit ist aber ziemlich eikel
47:58Sind Sie sich da Ihrer Sache sicher?
47:59Ja, da bin ich mit meiner Sache sicher
48:01Und wie wollen wir vorgehen?
48:03Wir werden Ihnen das gar nicht zum Nachdenken kommen lassen
48:05Und dann zeigen wir ihm das Video von der letzten Nacht
48:07Aus Pfahlschnitters Überwachungskamera
48:09Wie, es gibt ein Überwachungsvideo? Davon weiß ich doch gar nichts
48:11Wie, davon wissen Sie noch gar nicht?
48:13Dann schauen Sie mal, was ich da habe
48:14Da ist aber der letzte Geburtstag von meiner Oma drauf
48:17Nicht für die nächsten fünf Minuten
48:19Wo ist Bernd Pfahlstädter?
48:28Wie bitte?
48:29Sie haben mich schon richtig verstanden
48:30Wo ist Bernd Pfahlstädter?
48:33Sind Sie verrückt?
48:34Herr Gausmann, Pfahlstädter, das Grundstück ist Videoüberwachung
48:37Hier ist alles drauf
48:39Wollen Sie es sehen?
48:42Was blieb mir denn übrig?
48:45Ich hatte jedenfalls das Gefühl, dass Sie nichts tun
48:47Wo ist er?
48:49Unser altes Betriebsgelände
48:55Als Verwalter bin ich im Moment der Einzige, der einen Schlüssel dazu hat
48:58Hören Sie, Pfahlstädter muss etwas mit Erichs Tod zu tun haben
49:12Pfahlstädter hat Erich gehasst
49:14Von Anfang an
49:15Erich war alles, was Pfahlstädter nicht war
49:18Er war ordentlich
49:19Er war fleißig
49:20Er war anständig
49:22Eigentlich hat sich Erich immer über Pfahlstädter lustig gemacht
49:25Aber ich bitte Sie, wo leben wir denn?
49:27Gefühle sind doch keine Beweise
49:28Vielleicht hat er inzwischen gestanden
49:30Wie meinen Sie das?
49:32Ich habe ihm Schreibzeug eingelegt
49:33Sonst nichts
49:35Was wollen Sie denn noch von mir?
49:59Ich sehe, Ihr Bewusstsein hat sich gewaltig erweitert
50:05Schiska
50:06Wie können Sie darüber Witze machen?
50:15Das habe ich von Ihnen gelernt
50:16Kommen Sie
50:20Hier ist die Liste der Opiate, die Christine Gausmann entwendet hat
50:30Über kurz oder lang wäre das sowieso aufgefallen
50:32Kein Wunder, dass Sie so nervös war
50:37Deswegen und nicht wegen dem Mord an Ihrem Bruder
50:40Deiner Pfahlstädter wollte doch nichts mit dem Mord zu tun
50:44Nein, wahrscheinlich nicht
50:46Der war ja vorhin völlig am Ende mit seinen Nerven
50:49Wenn er uns was zu gestehen gehabt hätte, hätte er es uns gestanden
50:51Das heißt für uns jetzt zurück auf Los, oder?
50:57Ich meine, wir können es auch drehen und wenden, wie wir wollen
50:59Erich Gausmann ist am Rosenholz gefunden worden
51:01Also wird sein Mörder wohl, ja, von dort kommen
51:04Aus dem Milieu
51:04Aber diese Aussage von seinem Abteilungsleiter
51:07Das ihm Gausmann erzählt hat
51:09Von dieser Finsternis über seine Familie
51:11Die hätte ja dann gar keinen Belang
51:13Nein, nein, Moment
51:15Die hat Belang
51:15Und ich kann mir jetzt auch denken, welchen
51:18Haben Sie die Aussage da?
51:22Die ist in der Akte
51:23Aber ich glaube nicht, dass Sie da noch Feinheiten entdecken können
51:25Ich will ja auch nur die Unterschrift sehen
51:27Oh, die ist ziemlich schnörkelig
51:31Das wird nicht leicht
51:31Was?
51:35Was wird nicht leicht?
51:37Sie zu fälschen
51:37Aber dafür haben wir ja Leute, oder?
51:40Und was soll das werden?
51:41Ich denke, der Erich Gausmann ist in eine Falle gelaufen
51:47Und wir stellen jetzt seine Mörder ein
51:50Hallo, Herr Dr. Wils
52:00Oh, Herr Harner, guten Morgen, ich grüße Sie
52:03Geht's Ihnen gut?
52:04Geht's was Neues?
52:05Tja, leider nicht
52:07Wir treten auf der Stelle
52:08Wir weiten jetzt die Befragungen aus
52:10Busser, Pförtner, Kantinenpersonal
52:12Ewige Kleinarbeit, wissen Sie
52:14Das ist frustrierend, frustrierend
52:16Verstehe ich
52:17Verstehe ich gut
52:18Sie entschuldigen mich, ich muss weiter
52:19Alles Gute
52:20Schönen Tag, Herr Harner, ja?
52:22Ach, wie war's denn neulich in der Oper?
52:24Welche Oper?
52:25Ja, Sie waren doch neulich gerade unterwegs zur Oper
52:27Wie war's?
52:29Wunderschöne Inszenierung
52:30Sehr, sehr schön
52:31Ja?
52:32Was für ein Stück?
52:33Rigoletto
52:33Rigoletto
52:34Also eine meiner Lieblingsoper
52:36Ist das so?
52:37Allerdings nicht der vierte Akt
52:38Wissen Sie, also diese Sache mit der Leiche im Sack
52:41Und Rigoletto merkt nicht, dass es die falsche Leiche ist
52:44Also, vielleicht bin ich da zu sehr Kriminalist
52:47Aber da fehlt mir einfach die Logik
52:49Sehen Sie, das hab ich gar nicht gestellt
52:50Das war ganz, ganz brem für mich
52:51Ich wünsche Ihnen ganz schönen Tag
52:53Ich muss sagen, ja
52:54Alles Liebe
52:54Grüße Sie
52:55Hören Sie, lassen Sie uns doch noch ein bisschen unterhalten
52:56Ja, wir haben die Zeit nicht
52:59Ja, wir haben die Zeit nicht
53:01Ja, Sie
53:01Ja, wir haben die Zeit nicht
53:31Herr Stöger
53:56Was?
53:58Ich darf doch
53:59Kommen Sie
54:00Ganz ruhig
54:02Unterlagen vernichten, sofort
54:15Ja, steht da
54:16Das ist aber nicht von mir
54:18Nein?
54:19Nein, ich hab nicht geschrieben
54:20Richtig
54:22Die Unterschriften sind völlig identisch
54:24Das ist aber nicht von mir
54:25Was sind das denn nun eigentlich für Unterlagen?
54:27Das sind Versicherungsnehmer
54:28Ich wollte die Unterlagen gerade zum Fotokopieren bringen
54:32Eine Menge Kunden, an die Ihre Versicherungsgesellschaft eine ganze Menge Geld bezahlt hat
54:38Zum Beispiel an diesen Herrn Jodorowski
54:40Wohnhaft im Staudenweg 31
54:42Und das ist, wie wir alle wissen
54:44Die Adresse von der Bushaltestelle
54:46Ja
54:47Wissen Sie, was ich glaube?
54:49Ich glaube, Sie haben alle diese Kunden ja frei erfunden
54:51Und die Zahlungen dann selbst kassiert, gemeinschaftlich
54:54Glauben Sie das?
54:55Ja, glaube ich
54:56Nur leider kam der Erich Gaussmann dann irgendwann mal dahinter, dass er was faul war
55:01Er wählte die Handynummer dieses vermeintlichen Versicherungsnehmers
55:05Die steht ja hier, zwecks Rückfragen
55:07Er wusste aber nicht, dass Sie das Handy eingerichtet hatten zu einem einzigen Zweck
55:12Es sollte still bleiben
55:13Denn sobald es läutete
55:15Wussten Sie ja, dass jemand Ihren Betrug auf der Spur war
55:18Wenn auch nur annähernd
55:20Ja, finde ich, Sie ist beeindruckend
55:26Das hat meine Frau auch immer zu mir gesagt
55:29Gut, dann rief er Sie an
55:31Sie meldeten sich, wahrscheinlich mit verstellter Stimme
55:33Verabredeten sich an der besagten Adresse
55:36Gaben sich ihm zu erkennen
55:39Überredeten ihn zu einer kleinen Spazierfahrt
55:41Und zwar genau an den Ort, wo wir ihn dann auch gefunden haben
55:43Tja, und unterwegs müssen Sie dann wohl herausgefunden haben
55:46Dass er mehr wusste, als ihm lieb war
55:47Er musste sterben
55:48Sie machen sich lächerlich
55:50Das hat meine Frau nie zu mir gesagt
55:52Na gut, die kannte mich ja auch besser
55:54Naja, ist ein anderes Thema
55:56Dann tarnten Sie die Tat als einen Raubmord im Milieu
55:59Obwohl das Opfer in Wirklichkeit nie etwas damit zu tun gehabt hatte
56:02Dann haben Sie beiden uns ein völlig falsches Bild von seiner Persönlichkeit vorgelogen
56:07Diese Magazine und den Stadtplan haben Sie erst im Nachhinein in seinen Schreibtisch gelegt
56:11Dummerweise sind Sie im Staudenweg gesehen worden
56:15Von einer Passantin
56:16Diese Frau hat Sie am nächsten Tag in der Zeitung wiedererkannt
56:19Auf einem Foto von der Betriebsfeier
56:21Und sie wollte Sie erpressen
56:22Und deshalb schickten Sie Ihren Komplizen los, um Sie umzubringen
56:25Während Sie gleichzeitig mit diesem Märchen von Gausmanns familiäre Finsternis
56:31Zu uns ins Präsidium kamen, um sich ein optimales Alibi zu sichern
56:34Jetzt hören Sie mal zu
56:36Ich habe keine Einblicke in die Machenschaften meiner Mitarbeiter
56:39Was?
56:40Aber wenn Sie anfangen, das mir in die Schule zu schieben, machen Sie sich nicht nur lächerlich
56:43Das ist absurd
56:45Wie ist die Nummer von diesem Herrn Jodorowsky?
56:490171 852 5333
56:52Jetzt sagen Sie uns mal, was da klingelt in Ihrem Schreibtisch
57:05Kommen Sie, Herr Dr. Welz
57:12Kommen Sie, Herr Dr. Welz
57:27Kommen Sie, Herr Dr. Welz
57:57Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:27Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:28Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:29Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:30Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:31Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:32Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:33Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:34Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:35Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:36Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:37Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:38Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:39Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:40Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:41Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:42Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:43Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:44Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:45Kommen Sie, Herr Dr. Welz
58:46Kommen Sie, Herr Dr. Welz