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Kommissar Keller - Erik Ode /
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Wolfgang Staudte
#kommissar #zdf

Kategorie

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TV
Transkript
00:00:00Untertitelung. BR 2018
00:00:30Wollen Sie nicht die Tür zumachen?
00:00:40Wohin nun?
00:00:42Wohin wollen Sie nun?
00:00:46Was ist denn hier?
00:01:00Ich kann nicht was zu dringend kriegen. Ich muss hier auf Polizei warten.
00:01:18Danke. Ich habe einen Tod in dem Wagen.
00:01:21Ich kann nicht was zu dringend machen.
00:01:52Mehr kann ich nicht sagen. Er stand da und hielt mich an.
00:01:55Bisschen geschwankt? Kann sein. Aber nichts gesagt.
00:01:59Nur die Hand hielt er hoch. So. Ohne einen Ton zu sagen.
00:02:04Mussten Sie ihm helfen beim Einsteigen?
00:02:06Nein. Nur die Tür machte ich.
00:02:09Kann man denn eigentlich stehen und gehen mit einem Messestich im Rücken?
00:02:11Der Tote hatte alle Papiere bei sich.
00:02:19Er heißt Heinold, ist zu 41 Jahre, wohnt in Grünwald vom Beruf Kaufmann.
00:02:24Soll ich mal bei Ihnen zu Hause handeln?
00:02:25Ja, tut das, Walter.
00:02:26Hier ist die Fälle vorher.
00:02:27Harry, es gibt Fälle, ich habe das erlebt, dass Leute, wenn Sie in starker Erregung sind,
00:02:32so einen Messerstich gar nicht registrieren.
00:02:35Natürlich können Sie nicht so lange und weit damit herumlaufen.
00:02:38Das würde doch heißen...
00:02:40Das würde doch heißen, dass der Mord hier passiert ist.
00:02:46Ja, hier vor der Tür.
00:02:48Ja, nicht sehr weit weg jedenfalls.
00:02:49Wie lange läuft man schon mit einer tödlichen Verletzung herum?
00:02:52Na, so wie das aussieht, keine 20 Meter.
00:02:54Ja. Harry, geh doch mal raus und sieh dich ein bisschen rum.
00:02:57Es sind ja eine Menge Leute draußen.
00:02:58Was Sie meinen, der Mörder könnte vielleicht noch draußen sein.
00:03:01Na, ist doch möglich.
00:03:03Gut, ich gehe mal raus und sehe mich um.
00:03:04Mhm.
00:03:10So, dann lassen Sie uns mal einen Moment alleine, ja?
00:03:12Ja, danke, du bist ja.
00:03:14Helga.
00:03:14Ja.
00:03:16Schreib mal mit.
00:03:19Sie waren also hier, als der Taxifahrer hereinkam?
00:03:22Ja. Und Blasig.
00:03:26Sonst noch jemand?
00:03:28Nein. Wir waren ganz allein hier, Blasig und ich.
00:03:32Haben Sie den Toten im Taxi gekannt?
00:03:34Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ich habe den Toten noch nicht gesehen.
00:03:38Nein.
00:03:38Na, hören Sie mal, da kommt ganz verstört ein Taxifahrer hier herein und sagt, er hat einen Toten im Wagen.
00:03:43Dann gehen Sie nicht mal raus und sehen sich das an?
00:03:46War nicht neugierig.
00:03:48Mhm.
00:03:50Und der da?
00:03:52Der ist nur an einer Sache interessiert.
00:03:56Und die hat er in der Hand.
00:03:58Nee.
00:04:02Hat der Apparat gespielt?
00:04:04Nein.
00:04:05Ach, Sie waren also zu zweit hier in der Gaststätte und es war vollkommen still.
00:04:13Ja.
00:04:13Und Sie haben nichts gehört draußen.
00:04:16Kein Wortwechsel, kein Streit, nichts.
00:04:19Nein?
00:04:22Glauben Sie denn, dass das hier draußen passiert ist?
00:04:25Der Mann ist verheiratet, aber seine Frau war nicht zu Hause, nur die Haushälterin.
00:04:33Und die sagt, sie hat keine Ahnung, wohin Heinold heute Abend wollte.
00:04:36Mhm.
00:04:36Okay.
00:05:01Hallo Harry, eine interessante Sache hier, Tod am Taxi habe ich gehört, was kann ich fotografieren?
00:05:21Der Tod ist schon weg.
00:05:22Leeres Taxi ist uninteressant.
00:05:26Du kannst mir gefallen tun. Fotografieren wir die Leute hier.
00:05:29Wir saugen, warum denn?
00:05:31Ja, warum? Vielleicht ist der Mörder dabei?
00:05:33Was?
00:05:35Knipp's einfach drauf los.
00:05:41Und, Harry?
00:05:42Ich weiß nicht, Chef. Ich könnte sagen, dass ich irgendjemand auffällig bin.
00:05:45Aber Fassbinder ist da. Ich habe ihm gesagt, er soll ein bisschen...
00:05:49Na ja, das ist sehr gut.
00:05:59Klingel
00:06:09was kostet ...
00:06:19Klingel
00:06:22Anna?
00:06:23Machen Sie bitte auf, ja?
00:06:37Du weißt Bescheid, Maria?
00:06:50Kriminalpolizei?
00:06:51Kommissar Kellerhund, das ist mein...
00:06:53Traufer, mein Name ist Traufer, ich bin der Schwager von Heinold.
00:06:58Das ist meine Frau Margarete, meine Schwester von Heinold,
00:07:01und das ist Maria Heinold, die Frau des...
00:07:05Ja, Herr Kommissar, ist das wirklich wahr?
00:07:06Mein Schwager ist ermordet worden.
00:07:10Ja, wenn das Ihr Schwager ist.
00:07:14Ja.
00:07:16Ja.
00:07:17Verstehe das nicht, wie denn nur, warum denn nur?
00:07:19Wie, wie konnte das geschehen? Wir haben keine Ahnung.
00:07:23Herr Kommissar, Sie sehen uns entsetzt und fassungslos.
00:07:26Ja, das kann ich verstehen.
00:07:28Wie ist das passiert, Herr Kommissar?
00:07:31Ein Taxifahrer sah am Straßenrand einen Mann stehen.
00:07:34Der Mann winkte dem Taxi, das Taxi hielt natürlich.
00:07:37Der Mann war Ihr Schwager.
00:07:39Der Taxifahrer öffnete die Tür,
00:07:42der Mann stieg ein und starb.
00:07:44Er starb an einer Verletzung, die er bekommen hatte,
00:07:47an einem Messerstich in den Rücken.
00:07:50Messer?
00:07:51Messer? Moment mal, Messer?
00:07:53Ja, aber was ist denn da vorgefallen?
00:07:55Ich meine, hat es da irgendetwas gegeben, eine Schlägerei oder so?
00:07:58Nein.
00:07:59Hat der Taxifahrer denn nichts bemerkt?
00:08:01Nichts.
00:08:02Ja, und mein Schwager, hat er nichts gesagt?
00:08:04Auch nichts.
00:08:06Nichts?
00:08:07Na, hören Sie mal, nichts.
00:08:08Nichts.
00:08:09Der Mann ist tödlich verletzt und da steigt er wortlos in ein Taxi ein?
00:08:11Ja, genau das tat er.
00:08:15Wo war das?
00:08:16In der Goliere-Straße.
00:08:18Was hat er denn da gemacht?
00:08:19Goliere-Straße?
00:08:21Wie kommt er denn da hin?
00:08:22Ja, wissen Sie es nicht?
00:08:24Nein.
00:08:30Sie auch nicht?
00:08:32Sie sehen doch, nein!
00:08:35Wieso sehe ich nein?
00:08:36Weil sie nicht antwortet, außerdem ist sie völlig erschöpft.
00:08:41Ja, wir können Ihnen natürlich die Fragen auch alle morgen stellen.
00:08:48Nein, nein, das ist schon gut.
00:08:50Entschuldigung.
00:08:52Ich will es natürlich ihr überlassen.
00:08:55Maria, möchtest du Fragen beantworten?
00:08:58Maria, weißt du, wo Werner hinwollte heute Abend?
00:09:03Goliere-Straße.
00:09:05Weißt du, was er dort gewollt hat?
00:09:08Nein, sie weiß es nicht.
00:09:09Ich weiß es auch nicht.
00:09:10Weißt du es?
00:09:10Nein.
00:09:13Die ganze Sache ist ein Rätsel.
00:09:15Mein Schwager wird in einer uns allen unbekannten Straße hinterrücks erstochen.
00:09:20So ist doch der Tatbestand, nicht wahr?
00:09:21Ja, ganz recht.
00:09:23Also weiter, ich habe mit der Haushälterin gesprochen.
00:09:25Anna!
00:09:26Mein Schwager kam nämlich als Erster nach Haus heute Abend, so um sieben.
00:09:29Anna!
00:09:30Kommen Sie mal hin.
00:09:31Na ja, komm, komm.
00:09:32Kommen Sie mal zusammen.
00:09:34Wir müssen klären, was es gewesen ist.
00:09:35Also, mein Schwager kam heute Abend nach Haus.
00:09:37Wann war das?
00:09:38Es war, war so gegen...
00:09:40So um sieben, haben Sie gesagt.
00:09:41Sieben, ja.
00:09:42Was hat er gesagt?
00:09:43Wie sah er aus?
00:09:43War er irgendetwas anders als sonst?
00:09:45Nein.
00:09:46War er unruhig, besorgt, aufgeregt?
00:09:48Nein.
00:09:48Was passierte dann?
00:09:50Das Telefon ging.
00:09:51Ja?
00:09:51Danach kam er zu mir in der Küche und sagte, er wollte...
00:09:54Ich muss noch mal weg.
00:09:55Anna, jetzt überlegen Sie ganz gut.
00:09:58Hat er, hat er gesagt, wohin er ging?
00:10:01Nein.
00:10:01Hat er irgendeinen Namen gesagt, einen Ort, eine Straße?
00:10:04Nein.
00:10:04Auch nicht, wann er zurückkommen wollte?
00:10:06Nein.
00:10:07Ja.
00:10:09Rätselhaft.
00:10:10Völlig rätselhaft.
00:10:11Ist der mit dem Wagen gefahren?
00:10:13Na richtig, sein Wagen, wo ist sein Wagen?
00:10:16Da müsste ich in der Garage nachsehen.
00:10:17Kommen Sie, das interessiert mich jetzt.
00:10:19Ja.
00:10:19Ja, da steht sein Wagen.
00:10:36Das ist sein Wagen?
00:10:37Ja.
00:10:39Und der da?
00:10:40Ja, das ist meiner.
00:10:42Ah ja, das wissen Sie gar nicht.
00:10:43Wir wohnen hier auch im Haus.
00:10:45Das ist das Haus der Eltern meiner Frau.
00:10:47Groß genug für uns alle.
00:10:49Ja, Herr Kommissar, was ist das für eine Geschichte?
00:10:50Was meinen Sie?
00:10:51Was kann da gewesen sein?
00:10:52Ist er zu Fuß gegangen?
00:10:54Ach, das glaube ich eigentlich nicht.
00:10:56Sondern?
00:10:58Ich könnte mir vorstellen, dass der, der ihn angerufen hat,
00:11:01Ja?
00:11:02ihn auch abgeholt hat.
00:11:05Ah ja, natürlich, ja.
00:11:06Aber wer kann das gewesen sein?
00:11:09Tja.
00:11:09Na ja, na ja, das ist die Frage.
00:11:15Wer kann das gewesen sein?
00:11:21Ja, der Wagen muss da weiter.
00:11:23Ja, steht da.
00:11:25Aber unbenutzt.
00:11:26Der Kommissar meint, dass Werner von irgendjemand abgeholt wurde.
00:11:30Aber von wem?
00:11:31Warum geht's jetzt?
00:11:32Ich hätte da noch eine Frage.
00:11:35Ja?
00:11:35Wann sind Sie eigentlich nach Hause gekommen?
00:11:37Vor einer halben Stunde.
00:11:39Ach.
00:11:40Ja.
00:11:41Und da ist Ihnen gar nicht aufgefallen, dass der Wagen Ihres Schwagers in der Garage stand?
00:11:47Nein, wissen Sie, ich war so aufgeregt.
00:11:49Anna rief uns, also meine Frau und mich im Büro an, als ich von einem Ihrer Herren hörte,
00:11:54was passiert war und da habe ich das gar nicht bemerkt.
00:11:58Und Frau Heinold, wann haben Sie es eigentlich erfahren?
00:12:01Gerade eben erst.
00:12:02Vor zehn Minuten, von mir.
00:12:07Maria!
00:12:07Lass mich in Ruhe hin.
00:12:09Soll ich an die Tür gehen?
00:12:10Nein, nein, ich geh schon.
00:12:17Ja, ich darf dann gehen.
00:12:20Gute Nacht.
00:12:21Gute Nacht, Herr Kommissar.
00:12:24Hallo?
00:12:32Niemand da?
00:12:36Kommt das öfter vor?
00:12:38Was meinen Sie?
00:12:40Ich meine, dass jemand läutet und dann ist niemand da.
00:12:44Ja, ja, ab und zu.
00:12:49Ist niemand da, Chef?
00:12:51Ja, das ist merkwürdig.
00:12:53Ah ja, das wird sich sicher aufklären.
00:12:56Herr Walter, ich habe mich schon verabschiedet.
00:12:57Mir ist hier im Moment nichts zu tun.
00:12:58Herr Kommissar, Sie haben jede Untertitel, das wissen Sie.
00:13:01Ja, danke, ich wünsche Ihnen eine gute Nacht, Herr Taufer.
00:13:04Guten Abend.
00:13:04Guten Abend.
00:13:11Wie kann er es wagen, hierher zu kommen?
00:13:15Das war er doch.
00:13:17Nicht wahr?
00:13:18Wahrscheinlich.
00:13:19Ist er denn verrückt geworden?
00:13:21Hat er den Polizeiwagen nicht vor der Tür gesehen?
00:13:23Wahrscheinlich hat er keine Angst davor.
00:13:24Maria, was machst du da?
00:13:26Du wirst doch nicht jetzt zu diesem...
00:13:27Natürlich will ich.
00:13:28Maria.
00:13:31Das Klingeln an der Tür kam mir vor wie ein Signal.
00:13:35Es galt doch irgendjemandem.
00:13:36Ja, Maria Heinold nehme ich an.
00:13:38Wohin, Chef?
00:13:40Ach, nirgends.
00:13:41Bleiben wir erstmal hier und denken in Ruhe nach.
00:13:44Entscheide dich jetzt nicht, Maria.
00:13:48Nicht jetzt.
00:13:50Warte ein paar Tage.
00:13:51Es ändert sich nicht so, das wisst ihr.
00:13:53Maria, wir handeln ja auch in deinem Interesse.
00:13:55Ja, in meinem Interesse.
00:13:55Was wisst ihr denn schon?
00:13:57Werner ist tot, Maria.
00:13:59Ich weiß.
00:13:59Und du kannst nicht sagen, dass du ohne Schuld bist.
00:14:01Ich weiß es ja.
00:14:02Ja.
00:14:14Die Fotos sind da, oder?
00:14:37Ah ja.
00:14:38So, Chef.
00:14:43Bitte.
00:14:44Ja, danke.
00:14:48Entschuldigung.
00:14:59Ja, ich finde nichts Besonderes.
00:15:02Nur der eine da, neben dem Taxi, der ist mir aufgefallen.
00:15:05Ich weiß nicht warum.
00:15:07Aber wenn einer so neugierig ist...
00:15:09Sehen Sie mal hier, Chef.
00:15:10Ja.
00:15:12Der Motorradfahrer.
00:15:13Ah ja, das könnte sein.
00:15:17Bestimmt, Chef.
00:15:17Das ist er.
00:15:19Das ist der Mann, der Maria Heinold abgeholt hat.
00:15:22Sehen Sie noch etwas?
00:15:25Ach, das wäre merkwürdig.
00:15:26Walter, sieh dir das doch mal an, hier.
00:15:28Das Fenster im ersten Stock.
00:15:31Das könnte...
00:15:32Das ist sie.
00:15:35Das ist Maria Heinold.
00:15:47Das Fenster da oben ist es.
00:15:49Ah, da gehen wir mal rauf.
00:15:50Kommen Sie doch rein.
00:16:02Kommen Sie doch rein.
00:16:02Guten Morgen, Herr Blasek.
00:16:10Kriminalpolizei.
00:16:12Warum sagen Sie mir das?
00:16:14Ich hab Sie doch gesehen gestern Abend.
00:16:16Ah ja, richtig, ja.
00:16:17Ich war nicht sicher, ob Sie uns wiedererkennen.
00:16:20Sie waren ganz schön betrunken gestern Abend.
00:16:23Das bin ich immer.
00:16:25Das heißt, äh...
00:16:27Meistens, das ist ne Geldsache.
00:16:28Ich hab nicht so viel Geld, wie ich haben möchte, um mich zu betrinken.
00:16:34Heute Morgen noch nichts gehabt?
00:16:39Nein.
00:16:41Deswegen fühle ich mich ja auch nicht wohl.
00:16:43Aber...
00:16:43Deswegen.
00:16:45Sie kommen wegen gestern Abend?
00:16:48Ja.
00:16:50Wegen des Toten?
00:16:52Ja, wegen des Toten.
00:16:55Können wir da mal reingehen?
00:16:59Da reingehen?
00:17:01Ja, wir möchten gerne das Zimmer sehen, das auf die Straße rausgeht.
00:17:03Ist das?
00:17:06Ja.
00:17:19Der kriegt ein Messer in den Rücken.
00:17:21So ein Mann, dann ist es aus.
00:17:24Herr Blasek, was machen Sie eigentlich so?
00:17:27Ich mein, sind Sie noch im Beruf?
00:17:30Im Beruf? Ich?
00:17:31Nein, ich, äh...
00:17:32Ich, äh, eine Rente kriege ich.
00:17:34Und spazieren gehen tue ich, äh...
00:17:36Und saufen tue ich.
00:17:39Äh, leben Sie allein hier?
00:17:42Meistens.
00:17:43Was heißt meistens?
00:17:45Wer wohnt noch hier?
00:17:46Und geben Sie eine klare Antwort.
00:17:47Ich wohne hier.
00:17:49Ich, aber...
00:17:50Manchmal kriege ich Besuch.
00:17:54Von wem denn?
00:17:55Ein Verwandte.
00:17:57Sie wissen ja, wie das ist.
00:17:57Die kommen und fragen, können wir nicht ein paar Wochen hierbleiben?
00:18:00Und dann kommen Sie und bleiben ein paar Wochen.
00:18:04Und was für Verwandte sind das?
00:18:06Na, jeder Mensch hat einen Haufen Verwandte.
00:18:08Sie nicht.
00:18:11Kinder haben Sie keine?
00:18:12Doch, ja, ich habe einen Sohn.
00:18:17Seine Tochter.
00:18:18Sie ist 23, ich halte nichts von Ihnen.
00:18:20Warum denn nicht?
00:18:21Sie ist meine Tochter, aber...
00:18:23Ebenso gut könnte es auch ein Kanarienvogel sein.
00:18:27So sieht sie aus und so huckt sie rum.
00:18:33War denn dieser Kanarienvogel gestern Abend hier?
00:18:36Das weiß ich nicht.
00:18:41Was, das wissen Sie nicht?
00:18:42Nein, ich habe Ihnen doch gesagt, ich schließe meine Tür nicht ab.
00:18:44Da kann ich auch nicht wissen, ob jemand gekommen ist.
00:18:47Oder nicht.
00:18:49Wenn ich Geld da habe, dann habe ich es in den Taschen.
00:18:51Und hier ist ja nichts von wert.
00:18:54Deswegen konnte ich mir ja auch leisten, meinen Hausschlüssel zu verlieren.
00:18:58Deswegen.
00:18:59Herr Blasek, gestern Abend hat hier an diesem Fenster eine Frau gestanden.
00:19:04Hier an diesem Fenster.
00:19:05Eine Frau an dem Fenster.
00:19:09Ja, das ist möglich.
00:19:11Ja, ich sagte Ihnen doch.
00:19:13Die Leute wissen ja, dass ich meine Türen nie abschließe.
00:19:17Und da ist eben dann ein Neugieriger raufgekommen und hat sich ein schönes Plätzchen gesucht.
00:19:22An dem Fenster.
00:19:23Wo zwei Herzen schlagen in ewiger Treu, Rosen der Liebe erblühen aufs Neu.
00:19:30Ach ja, Sie haben ja einen Sohn, nicht?
00:19:32Na ja, ich habe ihn und ich habe ihn nicht.
00:19:34Sie wissen ja, wie das ist.
00:19:36Kinder werden groß und dann spucken Sie auf einem.
00:19:39Wie alt ist er denn?
00:19:4226.
00:19:42Und wer lernt hier Englisch?
00:19:49Ach, Sie glauben mich, Sauf nur.
00:19:51Ja, das ist mein Buch.
00:19:53Ich...
00:19:54Was?
00:19:54Ja, ich versuche diese Sprache zu begreifen.
00:19:59Das ist gar nicht einfach.
00:20:00I have received an invitation to a ball for tonight, but I can't go.
00:20:14Also, Chef, das haut mich um.
00:20:17Ja, sieht's dir an.
00:20:19Wo kann ich denn das Badezimmer mal sehen?
00:20:21Wo?
00:20:22Ja, das ist hier gleich da vorne.
00:20:24Ja, nur...
00:20:25Mehr in der Rumpelkammer.
00:20:26Ja, ja, ich kann's trotzdem gerne mal sehen.
00:20:27Nylonhemdchen.
00:20:49Strumpfhosen.
00:20:51Ja, das ist ja eigentlich alles, was man so braucht.
00:20:53Nicht wahr, Herr Basseck?
00:20:54Ich sag Ihnen doch, meine Tochter ist manchmal hier.
00:20:56Ah ja, richtig, ja.
00:20:58Ja, das sagten Sie.
00:21:04Besten Dank, Herr Basseck.
00:21:06Keine Ursache.
00:21:07Ach, Herr Traufer.
00:21:33Sie sind sicher verwundert, mich hier zu sehen.
00:21:38Ja, ein bisschen, ja.
00:21:39Chef, brauchen Sie mich hier?
00:21:41Nein, Walter, danke.
00:21:44Darf ich mich setzen?
00:21:44Aber bitte, nehmen Sie doch Platz.
00:21:48Guten Tag, Herr Kohl.
00:21:49Tag.
00:21:50Bei uns hat heute Nacht niemand geschlafen, wenigstens nicht sehr gut.
00:21:54Und das Erste, was ich heute Morgen tun wollte, war, hierher zu kommen und mir ein Bild zu machen
00:21:58von dem Tatort, von den Umständen.
00:22:01Unterhalte mich gerade mit dem Wirt.
00:22:03Ja, Herr Kohl weiß nicht sehr viel.
00:22:05Ja, so gut wie gar nichts, wie ich feststelle.
00:22:06Er sagt, er weiß nichts und das muss man ihm ja auch glauben.
00:22:09Aber, Herr Kommissar, ich habe mir so meine Gedanken gemacht.
00:22:12Darf ich Ihnen meine Theorie mal entwickeln?
00:22:13Ja, bitte, das wäre wunderbar.
00:22:14Mein Schwager wurde angerufen gestern Abend, abgeholt, von irgendjemandem abgeholt, das
00:22:19haben Sie ja selbst gesagt.
00:22:21Kann es nun nicht sein, dass der Streit sich im Wagen, in diesem unbekannten Wagen abgespielt
00:22:25hat?
00:22:26Mein Schwager wollte aussteigen und er erhält beim Aussteigen den Messerstich.
00:22:31Ja, das war zufälligerweise hier.
00:22:32Zufälligerweise.
00:22:34Der Mörder ließ ihn hier liegen.
00:22:36Mein Schwager versuchte aufzustehen, schwankte, stand dort am Rande des Bürgersteigs, hob die
00:22:42Hand, wollte Hilfe.
00:22:44Ja, was sagen Sie dazu, Herr Kommissar?
00:22:47Ja, es klingt eigentlich vorzüglich.
00:22:50Der Ort hier, meine ich, könnte vielleicht gar keine Rolle spielen.
00:22:57Ah, Margretel, wir haben uns hier zufällig getroffen.
00:23:01Weißt du, wir reden gerade über die Möglichkeit, dass der Ort hier nur zufällig der Tatort ist.
00:23:07Kann ich was zu trinken haben, bitte?
00:23:09Ja, natürlich.
00:23:10Kognak?
00:23:10Haben Sie Kognak?
00:23:11Kognak für meine Frau, für mich auch, Herr Kommissar.
00:23:13Darf ich?
00:23:13Nein, nein, nein, nein, danke schon.
00:23:15Das.
00:23:21Ach, der Blasek, ja kommen Sie doch nur herein.
00:23:24Sie sind noch da, Herr Kommissar?
00:23:26Ja.
00:23:26Mit Blasek sollten Sie übrigens auch sprechen.
00:23:29Der war nämlich gestern Abend hier, als der Taxifahrer hereinkam.
00:23:32Ja, wir haben seine Wohnung durchsucht, hier oben im ersten Stock.
00:23:37Durchsucht seine Wohnung?
00:23:38Nach einer Frau, die gestern da oben am Fenster gestanden hat.
00:23:43Eine Frau?
00:23:44Was für eine Frau?
00:23:45Bei mir war niemand, habe ich gesagt.
00:23:49Ich habe hier eine offene Wohnung, nicht abgeschlossen.
00:23:52Deswegen kann jeder sich ans Fenster stellen.
00:23:55Deswegen.
00:23:57Herr Kognak.
00:23:57Ja, so muss es gewesen sein.
00:24:18Unten der Auflauf, Polizei kommt.
00:24:20Was ist da los?
00:24:22Jeder fragt sich das.
00:24:23Aber jeder weiß, bei Blasek kann man rein, kann man sich ans Fenster stellen.
00:24:30Was machst du denn hier?
00:24:33Wo kommst du denn her?
00:24:34Das ist mein Sohn.
00:24:35Kommt und geht, wie er will.
00:24:37Manchmal hört man tagelang nicht von ihm.
00:24:40Und dann kreutzt er hier auf.
00:24:43Sind Sie...
00:24:44Ja, das ist Polizei.
00:24:46Aber es ist eine Sache, die dich bestimmt nicht interessiert.
00:24:49Wieso soll ich mich nicht interessieren?
00:24:52Natürlich interessiere ich mich.
00:24:56Sind Sie wegen des Mannes hier, der hier gestern Abend in einem Taxi gestorben ist?
00:25:00Ja.
00:25:02Das ist ein Ding, was?
00:25:05Scheißsache ist das.
00:25:07Komm, bitte.
00:25:08Ja.
00:25:09Einen Moment, bitte.
00:25:10Äh, Chef, ich hätte einige Fragen an Herrn Traufer.
00:25:14Herr Kommissar, darf ich Sie bitten, mich zu begleiten?
00:25:17Ich habe Ihnen etwas zu sagen.
00:25:19Aber jetzt geht in mein Büro.
00:25:22Kommt das so.
00:25:22Ja.
00:25:32Willen Sie mir bitte nachfahren, Herr Kommissar?
00:25:33Ja, bitte.
00:25:34Ich weiß nicht, ob es richtig ist, da so schnell wegzugehen.
00:25:43Das war doch der Motorradfahrer, der gestern Abend Maria Heinold abgeholt hat.
00:25:46Ach, da läuft uns niemand weg, weil...
00:25:51Wenn ich mal vorgehen darf.
00:25:52Ja.
00:25:53Bitte, meine Herren.
00:25:54Da, Frau Lamiras.
00:25:55Tag, Herr Direktor.
00:25:56Liegst du wieder?
00:25:56Ja.
00:25:57Guten Tag.
00:25:57Bitte schön.
00:25:58Danke.
00:26:00Frau Lamiras, können Sie bitte keine Gespräche durchstellen?
00:26:03Ja.
00:26:03Keine Störung.
00:26:04Bitte schön, meine Herren.
00:26:05Danke schön.
00:26:05Bitte schön.
00:26:06Danke.
00:26:12Bitte, Margarete.
00:26:13Bitte, meine Herren, nehmen Sie doch Platz.
00:26:18Brauchen Sie?
00:26:19Äh, ja, sehr gerne.
00:26:21Bitte schön.
00:26:22Danke schön.
00:26:23Bitte.
00:26:23Danke.
00:26:25Herr Kommissar, ich habe möglicherweise einen Fehler gemacht.
00:26:29Ich habe Ihnen gestern Abend nicht die Wahrheit gesagt, aus Gründen, die Sie sicher sofort
00:26:35verstehen werden.
00:26:38Meine Schwägerin Maria Heinold lebt seit drei Monaten nicht mehr zu Haus.
00:26:41Sie lebt zusammen mit ihrem Geliebten Ingo Blasek.
00:26:45Seit drei Monaten, Herr Kommissar, sind meine Frau und ich Zeugen einer Tragödie.
00:26:54Mein Schwager liebte seine Frau.
00:26:56Scheidung kam für ihn nicht in Frage.
00:26:58Sie entspräche nicht der, der Familientradition.
00:27:01Ein undenkbarer Gedanke für Heinold, der die Hoffnung nie aufgegeben hatte, dass Maria
00:27:07zu ihm zurückkehren würde.
00:27:10Diese Situation haben wir als strenges Geheimnis behandelt, Herr Kommissar.
00:27:14Gegen jedermann.
00:27:16Von wem haben Sie gehört, dass Maria in diesem Haus wohnt?
00:27:30Danke.
00:27:31Entschuldigung.
00:27:50Sie meinen die Frau, die da am Fenster steht?
00:27:53Ja.
00:27:54Das ist die Wohnung Blasek und die Frau am Fenster ist Maria Heinold.
00:27:59Die Frau da am Fenster?
00:28:00Ja, ja, das ist sie.
00:28:02Kennen Sie sonst noch jemanden auf dem Foto?
00:28:05Du, Margarita?
00:28:07Ja, da ist ein Motorradfahrer.
00:28:09Der war öfter hier, um Maria abzuholen.
00:28:11Ja, richtig.
00:28:13Ach, sagen Sie, Herr Kommissar, brauchen Sie das Foto noch?
00:28:16Ja, wir würden es eigentlich ganz gerne wieder mitnehmen.
00:28:20Wer hat es denn gemacht?
00:28:21Fassbinder.
00:28:22Pressefoto.
00:28:23Es wird doch hoffentlich nicht veröffentlicht, hm?
00:28:27Nein, sicher nicht.
00:28:30Steht da am Fenster.
00:28:33Sie hätten es doch sonst nicht herausbekommen, oder?
00:28:36Ich bin sicher, es ist nur das Foto gewesen.
00:28:38Ja, Sie haben vollkommen recht, es war nur das Foto.
00:28:40Kein Mensch hätte etwas erfahren.
00:28:42Was hätte kein Mensch erfahren sollen?
00:28:46Dass, äh, dass ein Mann wie mein Schwager Heinold in so entsetzlicher Weise gedemütigt wird, Herr Kommissar.
00:28:55Ein Mann, der seit Wochen, seit Monaten nicht schläft, nicht arbeitet.
00:29:01Der wie ein Schwachsinniger heulend vor Elend vor dem Haus in der Gollierstraße steht.
00:29:04Sich vor einer Rotte von Halbstarken demütigt, die ihren Spott mit ihm treiben und ihn auslachen.
00:29:10Das, Herr Kommissar, sollte keiner erfahren, wenn es nach uns gegangen wäre.
00:29:19Würden Sie mich bitte einen Augenblick allein lassen?
00:29:22Ja, gern.
00:29:25Für dich, Blase.
00:29:55Ja, was geht's damals?
00:30:12Die Motorradfahrer in der Hofeinfahrt.
00:30:14Der junge Blasek ist nicht dabei.
00:30:21Sollen wir den nachfahren?
00:30:23Ja, in Ordnung.
00:30:24Ja, in Ordnung, Harry.
00:30:25Nicht drauf.
00:30:46Die Tür ist offen.
00:30:47Das solltest du eigentlich wissen.
00:30:48Ach ja.
00:30:49Na, siehst du.
00:30:50Tatsächlich.
00:30:52Ja, kommen Sie nur herein.
00:30:55Bitte, Herr Kommissar, ich habe Sie erwartet.
00:30:57So haben Sie das.
00:30:58Na, jetzt wissen Sie es doch wohl.
00:31:01Jetzt haben Sie es Ihnen doch wohl erzählt.
00:31:04Also kommen Sie, machen Sie uns Ärger.
00:31:07Ärger?
00:31:07Wir haben nur ein paar Fragen.
00:31:08Ja, ja, nur ein paar Fragen.
00:31:10Siehst Sie es Ihnen doch an.
00:31:13Fertig machen wollen Sie uns.
00:31:18Guten Tag, Herr Kommissar.
00:31:19Guten Tag, Frau Hanot.
00:31:20Guten Tag.
00:31:21Sie wissen es.
00:31:21Sie wissen alles.
00:31:23Ich bedauere, ich hätte es Ihnen schon gestern Abend sagen sollen.
00:31:26Aber Margarete und Traufer baten mich, es nicht zu tun.
00:31:28Ich war beiden gegenüber in einer schlechten Position.
00:31:32Position.
00:31:34Schuldbewusst?
00:31:36Können Sie das nicht verstehen?
00:31:38Man verlässt seinen Mann nicht.
00:31:39Man bringt ihn nicht in eine so entsetzliche Situation.
00:31:41So entsetzlich?
00:31:43An Dauern verlassen Frauen ihre Männer.
00:31:45Warum hat er es denn nicht hingenommen?
00:31:46Er tat es nicht und das weißt du.
00:31:48Frau Hanot, ich bin kein Sittenrichter.
00:31:50Ich habe einen Mord aufzuklären.
00:31:52Also bitte, was war denn gestern Abend?
00:31:55Ja, ja, was war denn gestern Abend?
00:31:57Nichts war.
00:31:58Wir waren hier oben in der Wohnung
00:32:00und plötzlich hörten wir Polizeisirenen.
00:32:03Was ist denn da los, sagte Ingo.
00:32:05Wir gingen ans Fenster
00:32:06und draußen stand ein Taxi mit furchtbar vielen Menschen drumherum.
00:32:10Glauben Sie die Geschichte?
00:32:12Ja, warum soll ich Sie nicht glauben?
00:32:14Die glauben Sie ja doch nicht.
00:32:16Können Sie mir doch nicht erzählen.
00:32:19Wahrscheinlich haben Sie schon den Haftbefehl in der Tasche.
00:32:21Es war genau so, wie ich es gesagt habe.
00:32:24Frau Heinold, war Ihr Mann hier oben?
00:32:26Nein.
00:32:27War nie hier oben?
00:32:31Nie, nie, nie.
00:32:33Er war so oft hier oben, wie es nur ging.
00:32:39Stand plötzlich im Zimmer.
00:32:42Der Alte schließt ja nie ab.
00:32:45Ich habe gesagt, hör zu.
00:32:47Du siehst doch, sie will nicht mehr zurück.
00:32:48Sie will nicht mehr.
00:32:49Ja.
00:32:51Ich konnte mit dem Mann nicht reden.
00:32:53Einfach nicht reden.
00:32:53Ich habe gesagt, wir wollen dich hier oben nicht mehr sehen.
00:33:00Um Himmels Willen habe ich gesagt, hau ab, sonst werfe ich die eigenen Hände nicht die Treppe hinunter.
00:33:06Aber es macht ihm nichts.
00:33:11Es macht ihm einfach nichts aus.
00:33:13Soll das heißen, Sie haben ihn die Treppe runtergeworfen?
00:33:16Merkst du, Sie fangen an, es geht los.
00:33:18Ja, ich habe es getan.
00:33:21Ich wollte ihn einfach nicht mehr sehen.
00:33:23Aber dann stand er unten auf der Straße und sah rauf.
00:33:29Den habe ich noch mitten in der Nacht stehen sehen.
00:33:32Ein Verrückter.
00:33:33Was tun Sie, Herr Blasek?
00:33:37Beruflich?
00:33:38Nichts.
00:33:38Im Moment nichts.
00:33:40Ja, haben Sie was gelernt?
00:33:41Kaufmann.
00:33:43Aber der Beruf hat mir keinen Spaß gemacht.
00:33:45Ich übe ihn nicht aus.
00:33:47Ach, dann sind Sie sozusagen beschäftigungslos.
00:33:49Das sehe ich anders.
00:33:51Ich habe jetzt Zeit, mich zu beschäftigen.
00:33:54Womit, wenn ich fragen darf?
00:33:57Womit, womit?
00:33:59Mit den Möglichkeiten, die man hat.
00:34:01Welche habe ich denn?
00:34:03Darüber denke ich nach.
00:34:05Aber das geht Sie nichts an.
00:34:07Was Sie angeht, das haben Sie bereits gehört.
00:34:10Wir waren die ganze Zeit zusammen.
00:34:12Wir haben meinen Mann nicht gesehen.
00:34:14Wieder alle Türen offen.
00:34:16Ah, Herr Kommissar.
00:34:18Sie sind da.
00:34:21Jetzt werden Sie denken,
00:34:23der Blasek, der säuft nicht nur,
00:34:26sondern der lügt auch, ne?
00:34:28Ja, ja, da.
00:34:29Haben Sie recht.
00:34:30Aber was soll ich denn machen, wissen Sie?
00:34:33Da hat man Kinder,
00:34:35die einem nicht gefallen.
00:34:36Davon sprach ich ja schon.
00:34:38Aber die kann man doch nicht im Stich lassen.
00:34:42Na, wie steht die Sache?
00:34:43Ihr Sohn und Frau Heinold sagen aus,
00:34:46sie seien gestern Abend zur Mordzeit
00:34:48hier im Zimmer gewesen
00:34:49und hätten das Zimmer nicht verlassen.
00:34:52So, na ja, dann wird das ja stimmen.
00:34:54Warum sagst du mir denn nichts davon?
00:34:55Das weiß ich ja gar nicht.
00:34:57Da lügt man und lügt man
00:34:59für nichts und wieder nicht.
00:35:03Entschuldigen Sie.
00:35:06Komm mal.
00:35:07Auf Wiedersehen.
00:35:08Auf Wiedersehen, Herr Kommissar.
00:35:09Wiedersehen.
00:35:10Wiedersehen.
00:35:11Doch von einem bedrohenden Menschen wie mir
00:35:13wollen Sie nichts wissen, was?
00:35:15Tja.
00:35:16Ich mache mir so entsetzliche Vorwürfe, Maria.
00:35:32Ich mache mir so entsetzliche Vorwürfe, Maria.
00:36:02Sie haben mit haarscharfen Messern
00:36:24auf eine alte Holztür geworfen.
00:36:25Scheinbar ging es um Geld.
00:36:27Alles Freunde von Ingo Blasek.
00:36:29Und drei von Ihnen waren am Tatort.
00:36:31Das kann doch kein Zufall sein.
00:36:32Darf ich?
00:36:34Alle.
00:36:38Was sehe ich denn da?
00:36:39Meine Fotos?
00:36:40Deswegen komme ich nämlich vorbei.
00:36:43Ich wollte fragen, ob sich was ergeben hat.
00:36:45Ihr hattet mir doch ein Mörder versprochen.
00:36:47Auf dem Bild.
00:36:48Habt ihr ihn?
00:36:49Nee.
00:36:50Aber die haben uns schon sehr geholfen, die Fotos.
00:36:52Waren sehr interessant.
00:36:53Ja?
00:36:54Mich hat da nämlich jemand angerufen,
00:36:55ein gewisser Traufer,
00:36:56ob er auch die Fotos haben könnte.
00:36:57Was denn?
00:37:01Traufer wollte die Fotos haben.
00:37:04Diese Fotos sind für mich,
00:37:06wie soll ich das nennen, Herr Kommissar?
00:37:08Dokumente, dennoch traurige.
00:37:10Hat Ihnen Herr Fassbender gesagt,
00:37:12dass ich die Fotos in Auftrag gegeben habe?
00:37:14Ja.
00:37:14Und er sagte auch,
00:37:16Sie hätten es ziemlich eilig damit gehabt.
00:37:18Eilig damit?
00:37:19Ja.
00:37:20Nein, Herr Kommissar,
00:37:21das muss ein Missverständnis sein.
00:37:23Na, ich hatte ganz allgemein keine Zeit.
00:37:25Das, das war's wohl.
00:37:28Ja, diese Fotos sind erschütternd.
00:37:30Ich hab sie meiner Frau gar nicht mehr gezeigt.
00:37:32Wo ist sie übrigens?
00:37:33Meine Frau.
00:37:35Die hat sich hingelegt.
00:37:36Ja, sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten.
00:37:38Sagen Sie, Herr Traufer,
00:37:40wirft der Tod Ihres Schwagers
00:37:41eigentlich finanzielle Probleme auf?
00:37:43Nein.
00:37:43Nein, überhaupt nicht, Herr Kommissar.
00:37:45Meine Schwägerin erbt...
00:37:48Ach so.
00:37:50Vermuten Sie dort ein Motiv, Herr Kommissar?
00:37:53Nein.
00:37:54Nein, nein.
00:37:55Mein Schwager hat ihr immer genug Geld gegeben,
00:37:57selbst in den letzten Wochen noch.
00:37:58Mhm.
00:37:59Der Ärmste hatte Angst,
00:38:00sie würde verhungern.
00:38:02Ich weiß gar nicht, was er sich gedacht hat.
00:38:04Sie wollte gar kein Geld,
00:38:05aber da hat er es bei Blasek in den Briefkasten geworfen,
00:38:07wo es die Hausbewohner dann gestohlen haben.
00:38:11Tja.
00:38:14Das könnte der Arzt sein für meine Frau.
00:38:20Ach, ähm, Anna,
00:38:22fragen Sie bitte erst, wer da ist.
00:38:26Haben Sie sonst noch Fragen, Herr Kommissar?
00:38:29Nein, eigentlich nicht.
00:38:31Hm.
00:38:37Was wollen Sie denn hier?
00:38:41Warum lassen Sie diesen Mann rein?
00:38:43Na, nur hören Sie sich doch erst mal an,
00:38:45was Herr Blasek zu sagen hat.
00:38:46Gute Nacht, Herr Torfer.
00:38:47Gute Nacht, Herr Kommissar Blasek.
00:38:55Warum haben Sie ihn eigentlich hier reingelassen?
00:38:57Ihr wurdet doch erwartet.
00:38:59Gute Nacht.
00:38:59Danke.
00:39:05Gute Nacht, Anna.
00:39:08Also, nachdem, was Harry und ich gehört haben, Chef,
00:39:11hat Ingo Blasek einen ganz schlechten.
00:39:13Tut nichts, spielt sich auf, ist jähzornig.
00:39:15Sagen die Leute.
00:39:16Ja, aber die reden nicht nur, die wundern sich.
00:39:18Warum wir den nicht festlegen?
00:39:20Für das ganze Haus ist es nämlich klar.
00:39:21Ingo Blasek war es.
00:39:23Denn die haben nämlich gesehen,
00:39:24wie er den Heinrich behandelt hat.
00:39:25Der war doch manchmal richtig außer sich.
00:39:27Aber Ingo Blasek hat ein Alibi.
00:39:29Maria Heinold gibt es ihm.
00:39:31Na ja, nur weiß ich wirklich nicht.
00:39:32Ja, bitte, es ist die Frage,
00:39:33wie viel das Alibi wert ist.
00:39:35Aber gehen wir mal alle durch, ja?
00:39:37Hm?
00:39:38Bitte.
00:39:39Maria Heinold?
00:39:40Hat ein Alibi durch Ingo Blasek,
00:39:42egal, was es wert ist.
00:39:43Ja, Traufer?
00:39:45Ja, den magst du nicht, was?
00:39:47Nicht besonders, ich weiß nicht warum, aber...
00:39:49Immerhin war er zur Mordzeit im Büro.
00:39:51Die Sekretärin bestätigt das.
00:39:5319.30 Uhr?
00:39:54Ja, sie hat an dem Abend bis halb zehn gearbeitet.
00:39:57Fleißige Leute.
00:39:59Weiter.
00:40:00Was ist mit Margarete Traufer?
00:40:01Es geht jetzt nur ums Alibi.
00:40:04War mit ihrem Mann im Büro,
00:40:05das bestätigt ebenfalls die Sekretäre.
00:40:07Also Traufer und Frau im Büro.
00:40:09Arbeitet die Frau Traufer eigentlich mit?
00:40:11Ja, in der letzten Zeit.
00:40:12Denn ihr Bruder hat sich ja...
00:40:13Was ist denn, Rewan?
00:40:14Ich brauche die Unterschriften.
00:40:16Oh, ich komme sofort.
00:40:17Entschuldigung.
00:40:17Entschuldigung, Entschuldigung.
00:40:18Ja, bitte.
00:40:18Ihr Bruder hatte sich ja in der letzten Zeit
00:40:20nicht sehr um das Geschäft gekümmert, ne?
00:40:21Was ist denn mit dem alten Blasek-Chef?
00:40:24Der wiederum war zur Mordzeit in der Kneipe
00:40:25und das bestätigt der Wirt.
00:40:27Ja, also los jetzt.
00:40:29Walter, du gehst auf Ingo Blasek los.
00:40:30Du kümmerst dich nochmal um die Sekretärin
00:40:32wegen der Alibis von Traufer und seiner Frau
00:40:34und du, Harry...
00:40:35Ich übernehme die Feuerstühliche.
00:40:36Ja, genau.
00:40:36Eine Frage, Schell.
00:40:37Ja.
00:40:38Was machen Sie?
00:40:40Ja, wenn du mir freundlicherweise die Erlaubnis gibst,
00:40:42ich kümmere mich noch ein bisschen um den Freund Blasek.
00:40:44Ja, ab jetzt.
00:40:46Sekretärin.
00:40:47Ja, du hast Glück.
00:40:48Sie ist ein hübsches Mädchen.
00:40:49Gehst du bei mir mit, Herr Säff?
00:40:50Ja, okay.
00:40:52Na, Rewan?
00:40:52Was denkst du?
00:40:55Was ist das für eine Frau,
00:40:58die ihren Mann monatelang quält
00:41:00mit diesem...
00:41:00mit diesem Nichtstuer?
00:41:03Maria Einhold?
00:41:04Oh, ist eine sehr attraktive Frau.
00:41:06Ach, herzlos ist die.
00:41:09Wie kann man sowas aushalten?
00:41:11Ach, Rewan.
00:41:13Diese Frau hat nicht nur ihren Mann verlassen,
00:41:14sie hat ihr Milieu verlassen.
00:41:19Sie ist aus ihrer Umwelt geflohen
00:41:20und wurde verfolgt.
00:41:23Nicht nur von ihrem Mann.
00:41:24Auch von diesem Traufer und seiner Frau.
00:41:27Äh, Moment mal.
00:41:32Rewan.
00:41:33Ja?
00:41:34Stell bitte mal sofort fest,
00:41:35ob in der Goliere-Straße oder in der Nähe
00:41:37sich eine Autoreparaturwerkstatt befindet.
00:41:40Autoreparatur?
00:41:41Ja, oder ein Abschleppdienst oder irgend sowas.
00:41:43Guten Tag.
00:41:53Tag.
00:41:54Geben Sie mir noch einen Schnaps,
00:41:56und zwar von der Sorte, die Blasek trinkt.
00:42:01So stark?
00:42:02So viel?
00:42:04So stark, so viel.
00:42:06Was heißt so viel, das weiß ich nicht.
00:42:08Ich nehme an,
00:42:08er kann eine ganze Menge vertragen,
00:42:10der Blasek.
00:42:11Ja,
00:42:13der verträgt eine ganze Menge.
00:42:16Haben Sie ihn eigentlich schon mal richtig betrunken gesehen?
00:42:20Er ist er immer, er ist er nie.
00:42:23Ich weiß es nicht.
00:42:24Ist er nicht ganz normal, oder was?
00:42:27Sehen Sie es?
00:42:33Hm.
00:42:34Warum lernt er Englisch?
00:42:35Das muss er nicht lernen, das kann er.
00:42:40Er ist zur See gefahren, und davon träumt er.
00:42:43Davon und von Kanada.
00:42:46Und was will er in Kanada?
00:42:48Fischen.
00:42:50Aber wenn Sie was wissen wollen,
00:42:51dann fragen Sie ihn doch selbst.
00:42:54Ja, zunächst frage ich aber erst mal Sie.
00:42:56Ich habe da noch eine Frage.
00:42:57Ich bin wert, ich rauche es auf,
00:43:02ich schlage mir die Nächte um die Ohren.
00:43:04Ich habe ein ganz kaputtes Gedächtnis.
00:43:06Draußen vor Ihrer Tür wird ein Mord begangen.
00:43:09Und in diesem Raum befinden sich zwei Personen,
00:43:11Sie und Blasek.
00:43:12Niemand sonst?
00:43:13Niemand sonst.
00:43:15Und wie lange war Blasek schon hier?
00:43:17Eine gute Stunde.
00:43:20Und sitzt hier und trinkt hier
00:43:21und geht nicht mal für eine Minute hinaus?
00:43:24Nicht für eine Sekunde.
00:43:25Bis der Taxifahrer hereinkam.
00:43:27Bis der Taxifahrer hereinkam.
00:43:33Und Sie sagen, Sie haben ein kaputtes Gedächtnis?
00:43:37Ich finde, es funktioniert tadellos.
00:43:40Aber ich habe nur eine andere Frage an Sie.
00:43:42Ist das eigentlich ein Verhör?
00:43:44Ja.
00:43:46Kennt der alte Blasek-Traufer,
00:43:48den Schwager von Heinold?
00:43:50Vorsichtig.
00:43:52Ich akzeptiere keine Lügen mehr.
00:43:55Kennt Blasek-Traufer, habe ich gefragt.
00:43:58Fragen Sie ihn doch selbst.
00:44:00Zunächst frage ich Sie.
00:44:04Ja, ich habe Sie zusammen gesehen.
00:44:06Hier.
00:44:08Saßen am Tisch hier.
00:44:11Kamen zusammen rein, gingen zusammen raus.
00:44:13Helfen sollt Ihr ihm, Blasek.
00:44:18Damit sein Schwager nicht total den Verstand verliert.
00:44:21Ja, ich...
00:44:23Ich habe ihn geschlagen, gestoßen.
00:44:25Angefasst habe ich ihn.
00:44:27Ich habe gesagt,
00:44:28Menschenskind hauen Sie doch endlich ab.
00:44:29Lassen Sie uns in Ruhe.
00:44:31Und?
00:44:32Hat er sich gewehrt?
00:44:33Gewehrt, gewehrt.
00:44:34Er hat sich nie gewehrt.
00:44:36Das war es ja.
00:44:38Reden wollte er den ganzen Tag reden.
00:44:39Mit mir und mit Maria.
00:44:40Ja, der Mann hat uns umgebracht, nicht wir ihn.
00:44:44Frau Heinold,
00:44:46sagen Sie mir das doch noch mal ganz genau.
00:44:49Ihr Mann war an dem Mordabend nicht in diesem Zimmer.
00:44:51Und Sie beide
00:44:52haben diese Wohnung nicht verlassen.
00:44:54Das haben Sie doch ausgesagt.
00:44:56Ja, wir haben
00:44:57immer in schrecklicher Angst darauf gewartet,
00:44:59dass er kommen würde.
00:45:01Wir haben doch immer in schrecklicher Angst darauf gewartet.
00:45:03Was machen Sie denn schon wieder hier?
00:45:07Das ist meine Wohnung hier.
00:45:09Wollen Sie mich nicht fragen,
00:45:10ob Sie hier reinkommen können?
00:45:12Entschuldigen Sie,
00:45:13aber hatten Sie nicht selbst gesagt,
00:45:15dass hier jeder kommen und gehen kann,
00:45:16wie er will?
00:45:16Ja, fragen, fragen.
00:45:17Wollen Sie nicht aufhören damit?
00:45:19Nein.
00:45:21Und zwar, weil unter dem Fenster auf der Straße
00:45:23ein Mensch umgekommen ist.
00:45:25Ja, was haben wir damit zu tun?
00:45:28Das wollte ich gerade klären.
00:45:29Vielen Dank.
00:45:30Schnüffeln überall rum.
00:45:45Hast du gesagt,
00:45:46dass du Ingo vorgestern Abend unten gesehen hast?
00:45:49Das will ich denen gerade erzählen.
00:45:52Aber dir ist es nicht wohl dabei, nicht?
00:45:54Dass er unten war.
00:45:56Im Hausflur.
00:45:58Auf der Straße.
00:45:59Warum ist sie denn nicht wohl dabei?
00:46:02Bist auch nicht ganz sicher, nicht?
00:46:04Hau auf.
00:46:07Jetzt sind Sie bei Lossmann und Conny.
00:46:11Kann ich sowas behalten?
00:46:13Können Sie den Spaß machen?
00:46:14Spaß macht mir das keinen.
00:46:16Aber Sie kriegen es heute Abend wieder.
00:46:17Das ist ein Fischmesser.
00:46:26Fisch mit Messer?
00:46:28Sie haben es beim Blasig liegen gesehen
00:46:29und er hat Ihnen ein paar davon besorgt.
00:46:31Na, gibt's was Neues?
00:46:51Nein?
00:46:52Nein, nichts?
00:46:53Nichts?
00:46:53Na, das weiß ich doch, dass Sie lügen.
00:46:59Warum tun Sie das?
00:47:00Ich bin doch darauf angewiesen, dass ich erfahre, wie alles steht.
00:47:05Das ist doch meine Sache.
00:47:08Das ist meine Wohnung, mein Sohn.
00:47:11Ich bin davon betroffen.
00:47:14Und was tun Sie?
00:47:15Sie gehen hier herum und fragen alle Leute.
00:47:20Was fragen Sie eigentlich?
00:47:22Fragen Sie mich?
00:47:24Ich sag Ihnen, wer.
00:47:27Wer ich bin.
00:47:28Ein Mann, der seine Tür offen lässt, der nichts zu verbergen hat.
00:47:36Keine Reichtümer, keine Angst.
00:47:46Ah, Herr Blasig, kommen Sie nur rein.
00:47:48Ich habe auf Sie gewartet.
00:47:50Auf mich?
00:47:51Ja, auf mich, wie sich das anhört.
00:47:55Gib mir was zu trinken, ja?
00:47:56Ja, geben Sie uns beide was zu trinken.
00:47:58Es geht auf meine Rechnung.
00:47:59Alles gut.
00:48:00Kommen Sie, nehmen Sie Platz.
00:48:04Entschuldigung.
00:48:05Danke.
00:48:18Wie wachen Sie morgens auf, Herr Kommissar?
00:48:21Ach, war ja ziemlich schwer, ne?
00:48:24Ja, da geht es Ihnen wie mir.
00:48:25Ich weiß manchmal gar nicht, wo ich bin.
00:48:28Ja, genau so ist es.
00:48:30Man weiß auch gar nicht, wie man heißt.
00:48:33Und wenn man sich dann allmählich an seinen Namen erinnert,
00:48:38dann sagt man sich, ach so, der bist du ja.
00:48:41Ja, und dann ist man.
00:48:44Ja.
00:48:46Das ist schlecht, Herr Kommissar.
00:48:48Schlecht.
00:48:50Ja, und dann liege ich da und dann träume ich, ne?
00:48:55Dann stelle ich mir vor, es kommt jemand, der sagt,
00:48:58aufstehen, Blasig, trinken, Blasig.
00:49:01Es geht alles auf meine Rechnung.
00:49:03Das ist gut, Herr Kommissar.
00:49:05Gut.
00:49:05Na ja, dann trinken wir mal, ja?
00:49:07Prost.
00:49:08Prost.
00:49:13So, nun sagen Sie mir mal, wer der Mörder war, denn Sie wissen das ja.
00:49:18Was haben Sie da gesagt?
00:49:20Ob ich was weiß?
00:49:21Wer der Mörder war, der Heinold das Messer in den Rücken gestoßen hat.
00:49:28Das weiß ich nicht, Herr Kommissar.
00:49:30Tatsächlich, ich weiß nichts, tatsächlich nichts.
00:49:33Fällt es Ihnen so schwer, zu sagen, was Sie wissen?
00:49:37Ich weiß nicht, Herr Kommissar, was mir schwerfallen oder was mir leichtfallen soll.
00:49:44Ja, gut, Blasig.
00:49:45Dann bleiben wir hier sitzen und trinken und trinken und warten, bis wir es herausbekommen haben.
00:49:51Und wir brauchen nicht einmal dabei aufzustehen.
00:49:54Nicht mal aufstehen?
00:49:58Ich krieg noch was.
00:50:05Nicht mal aufstehen?
00:50:06Also, ich weiß nicht.
00:50:09Das glaub ich nicht.
00:50:11Blasig, Sie fischen gerne?
00:50:15Ja, ja, ich fische gerne.
00:50:19Was ist daran schön?
00:50:21Nur, wenn man das nicht versteht.
00:50:24Verstehen Sie es?
00:50:26Oder fischen Sie nicht?
00:50:28Er hat mich mal mitgenommen zum Fischen.
00:50:32Wo fischen Sie denn gern?
00:50:33An Bächen, an Flüssen, an Seen?
00:50:37An Flüssen?
00:50:37Es gibt nichts Schöneres, als so im Wasser stehen mit den großen Stiefeln so oder durchs Wasser gehen oder am Ufer lang.
00:50:45Also, Schöneres gibt es nicht.
00:50:48Und deswegen wollen Sie nach Kanada.
00:50:54Kanada?
00:50:54Wie kommen Sie auf Kanada?
00:50:57Ja, er hat mir das erzählt.
00:51:00Das ist ein Traum von Ihnen, Kanada.
00:51:01Nur eins verstehe ich nicht dabei, Herr Blasig.
00:51:04Kanada ist so ein sehr raues Land und gesunde Luft.
00:51:08Und das für einen Soffkopf wie Sie.
00:51:10Ja, nicht wahr?
00:51:11Der morgens nicht schnell genug besoffen werden kann.
00:51:14Ja, ich finde es auch komisch.
00:51:16Aber Sie wollen hin.
00:51:18Ja.
00:51:20Man will ja immer irgendwo hin.
00:51:23Und Sie wollen nach Kanada fischen.
00:51:24Sagen wir mal, warum lässt du mich denn mit dem leeren Glas hier sitzen?
00:51:35Jetzt einen Moment mal bitte.
00:51:37Ja.
00:51:40Was ist denn?
00:51:43Das könnte die Tatwaffe sein.
00:51:46Wir haben die Maße genau nachgeführt.
00:51:49Eine Messe dieser Ahnung ist immer noch so.
00:51:50Das ist ein Spezialgeschäft.
00:51:52Das ist sehr gut.
00:51:57Ja, bleibt in der Nähe.
00:51:58Ja.
00:52:04Na, Blasig?
00:52:10Kennen Sie solche Messer?
00:52:12Haben Sie auch so eins?
00:52:16Ja, ja.
00:52:18Ja, ich habe auch so ein Messer.
00:52:20Ach, das würde ich gerne mal sehen.
00:52:21Können Sie es mir holen?
00:52:22Nein, das kann ich...
00:52:27Nee, ich habe es verloren.
00:52:30Ja, vor ein paar Tagen im Wasser.
00:52:32Das finde ich auch nicht wieder.
00:52:34Gut.
00:52:35Dann trinken wir eben noch ein bisschen.
00:52:38Herr Wirt.
00:52:40Noch einmal das Silve.
00:52:44Ich habe euch doch gesagt, ihr sollt oben bleiben.
00:52:46Warum bleibt ihr denn nicht oben?
00:52:47Herr Kommissar, ich habe mich entschlossen.
00:52:49Was, was, was?
00:52:50Sag ihr, Sie sollen Mund halten.
00:52:51Mund halten?
00:52:52Was heißt hier Mund halten?
00:52:53Sie will sagen, dass sie unten war auf der Straße.
00:52:56Schön soll sie es sagen.
00:52:57Ich war unten, ich habe Zigaretten geholt.
00:53:00Er weiß es doch, dass ich hier war und dass ich wieder raus bin.
00:53:07Sagen Sie, Herr Kommissar, empfinden Sie es nicht als Zumutung, meine Frau, meine Frau und mich hier, dieser Situation auszusetzen?
00:53:13Herr Kommissar, ich habe Sie hierher gebeten, um Ihnen zu sagen, wer Ihren Schwager umgebracht hat.
00:53:18Herr Kommissar, ich will in dieser Sache nicht länger lügen.
00:53:21Er war unten.
00:53:22Aber er hat meinen Mann nicht gesehen und er hat ihn auch nicht umgebracht.
00:53:25Ich weiß, er ist nicht der Mörder.
00:53:26Wie?
00:53:28Ja, wissen Sie denn, wer der Mörder ist?
00:53:29Ja, das weiß ich.
00:53:31Und zwar haben Sie mich auf den richtigen Weg gebracht, indem Sie die Fotos vergrößern ließen.
00:53:35Was haben Sie denn nicht darauf gesucht?
00:53:36Ich habe Ihnen ja bereits gesagt, dass diese Fotos für uns, für mich Dokumente sind.
00:53:44Weiter, Harry, wir haben einen großen Fehler gemacht.
00:53:48Als wir uns dieses Foto ansahen, haben wir nur auf Menschen geachtet.
00:53:54Ich verstehe.
00:53:56Der Wagen.
00:53:58Die Nummer ist gut zu erkennen.
00:54:03MWX690.
00:54:06Ihr Wagen, Herr Torfer.
00:54:08Das ist Ihre Nummer.
00:54:10Wann wurden die Fotos gemacht?
00:54:11Ungefähr um 20.30 Uhr.
00:54:13Also um 20.30 Uhr stand Ihr Wagen hier in dieser Straße.
00:54:17Ich meine...
00:54:18Ja, ja, ich weiß, Sie haben sich sicher eine Erklärung dafür zurechtgelegt.
00:54:22Aber jetzt werde ich Ihnen mal sagen, was ich mir dachte, als ich auf diesem Foto Ihren Wagen sah.
00:54:27Ich dachte mir, das ist der Mörder.
00:54:30Jetzt haben wir ihn.
00:54:32Sind Sie verrückt geworden?
00:54:33Traufer selbst hat seinen Schwager abgeholt und hier in diese Straße gefahren.
00:54:41Und da wurde ja Heinold auch hinter Rückser stoffen.
00:54:44Jetzt würde ich ja auch denken, Schild, aber...
00:54:46Ja, aber warum hat er seinen Wagen hier in dieser Straße stehen lassen?
00:54:49Ja.
00:54:50Es gab ja keinen Grund, es gab ja keine Erklärung.
00:54:52Bis ich auf die einfachste Lösung kam.
00:54:55Der Mörder wollte weg.
00:54:57Nur der Wagen sprang nicht an.
00:54:58Sie fantasieren ja.
00:55:04Der Mörder musste sich ein Taxi nehmen, zurück in sein Büro.
00:55:09Ich habe übrigens die Reparaturwerkstatt ausfindig gemacht, der Sie den Auftrag gegeben haben, den Wagen abzuschleppen.
00:55:15Ja, und der Wagen, der war ja dann noch rechtzeitig in Ihrer Garage, als wir zu Ihnen kamen.
00:55:19Nur, kleiner Fehler.
00:55:22Die Kühlerhaube war kalt.
00:55:23Herr Kommissar, was haben Sie?
00:55:26Sie haben die Reparatur...
00:55:28Ja.
00:55:32Also gut, Herr Kommissar, ich...
00:55:33Ich habe meinen Schwager Heinold gestern Abend angerufen.
00:55:37Ich habe ihn auch abgeholt.
00:55:39Ich hatte mit ihm zu sprechen.
00:55:41Er sollte ins Büro kommen.
00:55:43Er war dabei, die Firma zu ruinieren, total zu ruinieren, durch...
00:55:46durch Wählentscheidungen.
00:55:48Was, was hatte ich gar keine Entscheidung?
00:55:50Er wollte nicht.
00:55:52Er wollte wieder mal hierher.
00:55:54Na, da habe ich ihn hier abgesetzt.
00:55:56Ich habe gesagt, geh zum Teufel.
00:55:59Ich war mit ausgestiegen, dann bin ich zu meinem Wagen zurückgegangen, bin wieder eingestiegen.
00:56:04Wollte starten.
00:56:07Der Motor sprang nicht an.
00:56:09Da ist aber etwas sehr sonderbar, Chef.
00:56:11Ja, sag's.
00:56:13Ich habe die Sekretärin natürlich genau befragt, nach den Alibis für die Mordzeit, die wir doch mit 19.30 Uhr annehmen.
00:56:18Ja.
00:56:18Sie sagt, um diese Zeit seien Herr und Frau Traufer im Büro gewesen.
00:56:22Sie behauptete steif und fest, weil ich habe da nicht locker gelassen.
00:56:25Ja, weiter.
00:56:26Sie hat ihren Chef zwar selbst nicht gesehen, aber seine Frau sei dauernd ins Vorzimmer gekommen,
00:56:31habe Entwürfe, Abschriften gebracht und wieder hineingetragen und hat laut und deutlich mit ihrem Mann gesprochen.
00:56:37Sagt die Sekretärin.
00:56:40Sie will es beschwören.
00:56:41Das kann sie ja auch.
00:56:42Natürlich.
00:56:44Denn wahrscheinlich hat Frau Traufer wirklich mit ihrem Mann gesprochen.
00:56:49Ja, obwohl er gar nicht da war.
00:56:51Denn auf dieses Alibi kam es ihnen an.
00:56:53Und worauf lässt das schließen?
00:56:56Dass der Mord geplant war, den er selber gar nicht ausgeführt zu haben braucht.
00:57:00Er brauchte Heinold hierher, ließ ihn aussteigen und das andere besorgte wer.
00:57:30Meinen Sie, ich?
00:57:36Ja, lass ich.
00:57:38Kanada, Fischen.
00:57:41Ihr Traum an den Flüssen entlang zu gehen?
00:57:44Aber...
00:57:45Was hat Ihnen denn der Traufer geboten dafür?
00:57:48Herr Kommissar, Sie haben doch selbst gesagt, ich bin ein oller Sofkopf.
00:57:52Glauben Sie denn, dass ich sowas kann einem Menschen, ein Messer, ein Kräuter?
00:57:57Glauben Sie das wirklich?
00:57:58Natürlich. Also wenn Sie es nicht waren, wer hat denn nun das Angebot von Traufer angenommen?
00:58:05Ich.
00:58:14Jetzt haben Sie doch längst gerutscht, Herr Kommissar.
00:58:17Danke, Koro.
00:58:28Er war dabei, alles zu ruinieren.
00:58:32Alles. Seine Familie sein.
00:58:36Ein Geschäft.
00:58:39Ich wusste tatsächlich keinen anderen Weg.
00:58:40Und wo bekam Heinold das Messer in den Rücken?
00:58:53Hier.
00:58:55Aber...
00:58:56Er fiel nicht hin.
00:59:00Er sah uns...
00:59:01...nur an.
00:59:03Und dann dreht er sich um.
00:59:07Er geht an die Tür.
00:59:10Macht sie auf.
00:59:13Und dann auch die...
00:59:15...andere.
00:59:17Dann ist er draußen.
00:59:19Fällt immer noch nicht.
00:59:22Er hebt die Hand.
00:59:24Ah, mach süß.
00:59:25Dann ist er draußen.
00:59:25Dann ist er draußen.
00:59:28Und dann ist er draußen.
00:59:30Musik
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