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Rechtsanwalt Dr. Renz - Günter Strack /
Privatdetektiv Matula - Claus Theo Gärtner /
Drehbuch - Irene Rodrian /
Regie - Peter Weck /
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Privatdetektiv Matula - Claus Theo Gärtner /
Drehbuch - Irene Rodrian /
Regie - Peter Weck /
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TVTranskript
00:00Untertitelung. BR 2018
00:30Untertitelung. BR 2018
01:00Michaelis beherrscht sein Handwerk traumhaft sicher.
01:18Nur so ist er in der Lage, uns das zu sagen, was ihn bewegt.
01:22Vorbei sind die Zeiten, in denen Ideen allein genügt.
01:26So, Dankeschön.
01:45Ah, Dr. Renz, wie schön, dass Sie sich doch noch frei machen konnten.
01:48Ich bedanke mich für die Einladung, Herr Fugt.
01:50Unser Star-Anwalt, Sie kennen ihn ja aus der Presse.
01:52Wenn Sie also einen Mord begehen wollen, bitte.
01:54Vielen Dank.
02:24Ich weiß Gott, nicht neu. Gegenteil, uralt.
02:27Seit dem 17. Jahrhundert hat sie kaum mehr jemand angewandt.
02:33Der große Meister war Van Dijk.
02:36Naja, mit ihm will ich mich in keiner Weise vergleichen,
02:38aber er hat als erster herausgefunden,
02:40wie man die Farben wirklich zum Leuchten hat.
02:43Die Farben werden nie gemischt,
02:44also jedenfalls nicht einfach nur gemischt,
02:46sondern immer eine Schicht Farbe und dann Lasur.
02:51Dann wieder eine Schicht Farbe und dann Lasur.
02:54Das ist natürlich ungeheuer Zeitraum.
02:57Aber dann dieser Effekt.
03:00So, als würde die Sonne doch nicht scheinen.
03:03Wenn er nun auch noch malen könnte.
03:06Frau Fugt, was kostet denn das Bild da hinten?
03:08Wenn es um die Preise geht, müssen Sie bitte schon mit meinem Mann sprechen.
03:12Vielleicht wird er auch nur mal einen Hofmaler liefern da.
03:14Das ist doch ein gutes Zeichen,
03:37dass die alten Techniken wiedererkannt werden.
03:40Ich meine, Van Dijk hat für seine Zeit wirklich Großes geleistet.
03:45Sein berühmter Krabblack, wenn ich mich richtig erinnere,
03:48er war ja Schüler von Rembrandt.
03:50Rubens.
03:51Bitte?
03:52Rubens.
03:53Rembrandt war jünger als Van Dijk.
03:54Rubens, ja.
03:56Rubens.
03:57Natürlich.
03:58Was rede ich da wieder zusammen?
04:00Sollte vielleicht nicht so viel Wein trinken.
04:02So ein Blödsinn.
04:03Allein schon diese leuchtenden Farben.
04:06Aber das allein will auch noch nichts sagen.
04:09Erstens war Rembrandt nur sieben Jahre jünger als Van Dijk.
04:12Und zweitens waren seine Farben neuchten.
04:15Neuste Restaurationen haben das zu Tage gebracht.
04:17Also das berühmte Rembrandt-Dunkel ist nur der Staub der Zeit.
04:22Okay, okay.
04:23Ich gebe alles zu.
04:24Ich habe keine blasse Ahnung.
04:26Jedenfalls verstehe ich nicht viel von Malerei.
04:28Warum sind Sie denn hier?
04:29Herr Vogt hat mich eingeladen.
04:32Er ist ein Klient.
04:32Also das finde ich toll.
04:36Also wirklich, das imponiert mir.
04:39Sie sind bestimmt der Einzige hier, der das so fröhlich zugibt.
04:42So schlimm ist es nur auch wieder nicht.
04:44Na bitte, bitte, bitte.
04:45Jetzt keinen Rückzieher.
04:46Ich mag Leute, die ehrlich sind.
04:48Du, sag mal, wollen wir nicht einen kaufen?
04:49Ja, genannt.
04:50Das da drüben, das gefällt mir wirklich.
04:52Und das ist doch ganz...
04:52Selbstverständlich kaufen wir keinen.
04:54Wann hätte man das vor drei Jahren machen lassen?
04:55Heute sind das doch Modepreise.
04:57Höchstens eins von diesen Grafiken.
04:58Ach was.
05:01Ich muss Ihnen auch was sagen.
05:04Ich kann Vernissagen nicht ausstehen.
05:06Warum sind Sie dann hier?
05:09Das gehört zu meinem Job.
05:10Außerdem wollte mein Mann das.
05:17Wissen Sie, worauf ich jetzt wirklich Lust habe?
05:18Nein.
05:19Auf ein herrliches, feines, wundervolles Essen.
05:22Und einen Wein, der das Wort auch verdient.
05:25Ja, aber Ihr Mann.
05:27Ich weiß auch schon, wo.
05:28Lassen Sie uns einfach schulgeschwänzen.
05:32Ja.
05:38Gott sei Dank, das ist nicht mehr geschafft.
05:40Aber der Herr Vogts, was ich jetzt denken...
05:42Ach, Quatsch, da sind so viele Leute, das merkt man gar nicht.
05:45Ach so, Sie haben einen Wagen dabei.
05:46Wo ist er denn?
05:47Hier, das ist meiner.
05:48Ich fahr vor, ne?
05:49Wohin fahren wir denn?
05:50Überraschung.
05:51Ich fahr Ihnen nach.
05:58Ich fahr Ihnen nach.
06:28Was ist denn passiert?
06:50Ich weiß es doch nicht.
06:54Mit der Platte oder am rechten Vorderreif.
06:56Ziemlich üble Sache.
07:05Wann haben Sie zum letzten Mal in der Werkstatt gehalten?
07:13Ach, mit der Werkstatt hat das nichts zu tun.
07:15Was wollen Sie damit sagen?
07:17Nichts.
07:19Nur, dass das nicht die Werkstatt war, das hat jemand anders getan.
07:22Was Sie da andeuten, ist ja unerhörlich.
07:28Wenn ich Sie richtig verstehe, dann haben Sie den Verdacht, jemand hätte absichtlich etwas
07:32an Ihren Rädern manipuliert.
07:34Das wäre ja Mordversuch.
07:35Ja.
07:37Sorry.
07:38Ja, aber...
07:40Sie, das ist so eine lange Geschichte.
07:42Ich habe gedacht, das ist hier bei meinem Geheimtisch.
08:03Mh, der da ist unerheuer.
08:14Wieso?
08:15Ich war noch nie hier.
08:17Oh, Verzeihung.
08:20Mord doch nichts.
08:21Aber das können Sie mir nicht weisen.
08:25So schwänzeln die sonst nur um prominente Stammgäste.
08:28Die haben ganz einfach einen Riecher für Leute, die gern gut essen,
08:31dabei weder auf den Preis noch auf die Figur achten.
08:49Dankeschön.
08:49Tschö.
08:51Danke sehr.
08:59Ich glaube, die wissen ganz einfach, wer sie sind.
09:01So bekannt bin ich nur auch wieder nicht.
09:03Bekannt genug.
09:04Immerhin ist der Bild fast jeden zweiten Tag in der Zeit.
09:06Das ist doch nicht wahr.
09:09Ich mag das.
09:16Erfolg.
09:18Geld.
09:18Und einfach das Gefühl der Sicherheit, was man da durchbekommt.
09:27Sie sind sehr schön.
09:33Das war wohl nicht gerade der erste Preis für Originalität.
09:35Ich wollte ganz gerne noch einen Kaffee trinken.
09:42Oh.
09:43Aber nicht ihr.
09:44Ich könnte uns doch bei mir in der Wohnung einmachen.
09:54Mit einem guten alten Arm und Jakob.
09:56Sie sind doch verheiratet.
10:04Echt, wa?
10:05Ihr Leben getrennt.
10:09Ich nehme jetzt nicht ab.
10:11Ich bin nicht zu Hause.
10:26So.
10:27So.
10:28Seltsames Hobby für eine Frau.
10:34Ach du lieber Gott, das sind doch nicht meine.
10:36Die gehören alle meinem Mann.
10:37Ich kann die Dinger nicht ausstehen.
10:38Ich fass die noch nicht mal zum Staubwischen an.
10:40Die sind doch wohl nicht geladen.
10:42Da hab ich keine Ahnung.
10:42Ich kenn mich nicht aus damit.
10:44Ich weiß nur, dass sie ein Vermögen gekostet haben.
10:46Jeder einzelne von Ihnen.
10:47Schön bei Ihnen.
10:58Ich hänge auch sehr in der Wohnung.
11:00Früher hat mir das ganze Haus meinen Eltern gehört.
11:03Jetzt hab ich nur noch unten das Antiquariat und eben diese Wohnung hier.
11:07Machen Sie das mal?
11:07Oh ja.
11:08Aber es wird langsam ungemütlich.
11:11Das kann ich nicht finden.
11:13Das Haus, die Gegend, meine ich.
11:14Das sind doch nur noch Geschäfte, Anwälte, Ärzte, Büros.
11:19Nachts ist das hier wie ausgestorben.
11:30Der Aranjag ist fantastisch.
11:32Aber glauben Sie mir, ich könnte Partys geben, bis morgens früh um sieben.
11:37Würde niemanden stören.
11:39Nur wenn ich eben mal um Hilfe rufen müsste, dann würde es auch niemand hören.
11:43Mann, na.
11:45Hoffentlich rufen Sie jetzt nicht gleich um Hilfe.
11:51Ich weiß, das klingt idiotisch oder hysterisch, aber...
11:54Manchmal hab ich Angst.
11:57Vor mir?
11:59Oh Gott, das ist ja nicht.
12:00Ich bin so froh, dass Sie da sind, wirklich.
12:08Entschuldigung.
12:08Ich hab angerufen, ich dachte, es wäre niemand da.
12:11Sorry.
12:12Paul.
12:14Darf ich mal bekannt machen, das ist Paul Riemann, mein Mann.
12:17Dr. Renz, Anwalt.
12:22Sehr angenehm.
12:24Ciao.
12:25Es tut mir leid.
12:33Nein, bitte, bitte, bitte bleiben Sie, Dr. Renz, bitte bleiben Sie.
12:37Ich möchte Ihnen das alles erklären.
12:38Ich will nicht, dass Sie irgendwas falsch verstehen.
12:41Mein Mann und ich, wir leben getrennt.
12:43Und er hat seine Wohnung.
12:45Und dieses hier ist meine Wohnung.
12:47Aber statt endlich auszuziehen, er kommt jeden Tag.
12:50Er kommt wegen jeder Platte, er kommt wegen jedem Buch.
12:53Er hat einen Wohnungsschlüssel.
12:55Warum machen Sie nicht reinen Tisch und lassen sich scheiden?
12:58Will ich doch.
13:00Ich brauche nur einen Anwalt.
13:03Helfen Sie mir.
13:04Wann haben Sie geheiratet?
13:09Vor vier Jahren.
13:11Ich war so müde.
13:14Ich dachte zu zweit.
13:15Und dann habe ich mich eben verliebt in diesen...
13:25Sie haben ihn ja kennengelernt.
13:29Sieht nicht schlecht aus, hat Charme.
13:32Aber er hat nicht einen funken Ehrgeiz.
13:36Der geborene Spieler.
13:39Er hat also kein eigenes Vermögen.
13:41Der bringt es fertig, sogar im Tiefschlaf noch Schulden zu machen.
13:46Und natürlich noch Gütergemeinschaft.
13:49Ich war doch so dämlich.
13:51Ich meine, heute ist mir auch vieles klarer.
13:55Und der Mann arbeitet immer noch in Ihrem Geschäft mit?
13:58Ich kann ihn doch nicht einfach auf die Straße sitzen.
14:00Hat er denn keinen Beruf?
14:06Er hat mal bei der Stadt gearbeitet, aber da hat er Gelder veruntreut.
14:12Ich meine, es hat keine Anzeige gegeben.
14:13Die Summe war auch minimal.
14:16Aber es war eben aus, ne?
14:19Dann hat er so in Fabriken rumgejobbt.
14:21Der ist ja sehr intelligent, der passt sich überall an.
14:24Was da passiert ist, weiß ich nicht.
14:26Will ich auch gar nicht wissen.
14:27Ich will noch nicht mehr.
14:34Tja, aber es müsste doch möglich sein, sich in irgendeiner Weise zu arrangieren.
14:39Bitte, bitte.
14:39Jetzt kommen Sie mir nicht mit Versöhnungsvorschlägen, wirklich.
14:42Okay, klar, irgendwie hänge ich immer noch an ihm.
14:45Aber ich kann ihn mir einfach nicht leisten, verstehen Sie?
14:50Er macht zum Teil die Einkäufe, ne?
14:53Also Nachlässe und Auktionen und so.
14:55Irgendwas verschwindet da immer.
15:02Ich kann ihm das auch gar nicht übel nehmen.
15:04Ich halte ihn wirklich sehr kurz, nachdem wir uns getrennt haben.
15:07Er will Sie also nicht scheiden lassen?
15:13Dann kann ich Ihnen etwas anbieten?
15:17Was haben Sie denn?
15:19Kaffee, Tee.
15:21Und nicht irgendwas Netteres?
15:25Haben wir noch Sekt im Kühlschrank?
15:26Ja, Herr Doktorin.
15:27Ja, bitte, zwei Gläser.
15:30Gott sei Dank.
15:31Ich dachte schon, Sie mögen mich nicht mehr.
15:33Wie kommen Sie denn darauf?
15:35Ich höre Sie plötzlich so anders, so sachlich und so nüchtern und überhaupt das ganze Büro.
15:40Also das schüchtert einen so ein.
15:42Tja, ich weiß eigentlich immer noch nicht, als was Sie mich engagieren wollen.
15:48Na, einfacher gesagt, wenn man einen Anwalt braucht, muss man ihn nicht unbedingt vorher nachts in seine Wohnung.
15:55So.
15:56Ja, danke.
15:58Das mache ich schon.
16:03Bitte schön.
16:04Vielen Dank.
16:12Warum sagen Sie so etwas?
16:16Warum tun Sie mir und vielleicht auch sogar sich selber weh?
16:20Sie wissen doch haargenau, dass das nicht der Grund ist.
16:23Oder?
16:25Schön.
16:26Akzeptiert.
16:28Sie haben mich gesehen und sind mir verfallen.
16:30Was kann ich für Sie tun?
16:36Ich bin total übergeschleppt.
16:41Das Gefühl habe ich auch seit einiger Zeit.
16:43Also, meine Mutter starb, als ich zwölf Jahre alt war.
16:49Und mein Vater, das sagte ich ja schon, der hat mir das Antiquariat zwar vererbt,
16:53aber er hat sich immer nur für Bücher interessiert.
16:56Ich will damit sagen, ich habe sehr früh gelernt, für mich selber zu sorgen.
16:58Paul ist jetzt 42.
17:04Aber irgendwie ist er mit 15 stehen geblieben.
17:09Ich habe nie jemanden gehabt, den ich im Rat fragen konnte.
17:12Und jetzt wollen Sie einen Rat von mir.
17:14Ehrlich gesagt, so wie Sie mir die Sache geschildert haben,
17:21wäre eine Scheidung für Sie mit großen Komplikationen verbunden.
17:26Sie haben das Antiquariat zwar in die Ehe eingebracht,
17:30dass Sie sich aber auf Gütergemeinschaft eingelassen haben,
17:33müssen Sie auf jeden Fall mit ihm teilen.
17:34Und falls Sie sich nicht mit ihm einigen können,
17:39müssen Sie sogar mit einer Zwangsversteigerung rechnen.
17:42Einer was?
17:43Einer Zwangsversteigerung.
17:46Wenn Sie alle Gründe, die dafür oder dagegen sprechen,
17:49gegeneinander abwägen...
17:52Oh Gott, nein.
17:53Das ist ja noch viel schlimmer, als ich dachte.
18:07Er will mich umbringen.
18:11Gut, ich habe keine Beweise, mit denen ich jetzt zur Polizei gehen könnte.
18:15Aber zum Beispiel das Vorderrad gestern an meinem Wagen.
18:17Das kann doch nichts mit der Werkstatt zu tun haben.
18:20Ich habe die Räder vor drei Monaten wechseln lassen.
18:22Und so ein Rad, das lockert sich doch nicht von selber, oder?
18:27Vorige Woche, da bin ich fast in eine Leitplanke gerast.
18:32Die Bremsen versagt haben.
18:33Die Bremsflüssigkeit hat gefehlt.
18:35Ich bitte Sie, ich lasse den Wagen ständig überprüfen.
18:38Die Leitung war dicht.
18:43Dass ich vor ein paar Wochen...
18:46Als ich dann nach Hause kam...
18:49Er rauchte alles nach Gas.
18:52Er kücheniert.
18:53Ich hatte ihn an diesem Tag überhaupt nicht benutzt.
18:59Helfen Sie mir!
19:03Jetzt beruhigen Sie sich erst mal.
19:05Ich helfe Ihnen ja.
19:07Jetzt trinken Sie noch einen Schluck.
19:11Und dann fordern Sie erst mal die Wohnungsflügel von Ihrem Mann zurück.
19:14Aber das ist doch vollkommen unmöglich, das wissen Sie selber.
19:17Er kann sich jederzeit einen Nachschlüssel besorgen.
19:19Dann wechseln Sie einfach das Schloss aus.
19:24Sie glauben mir nicht.
19:27Halten mich für hysterisch.
19:29Nein, nein.
19:30Das tue ich wirklich nicht.
19:32Ich weiß nur nicht, wie ich Ihnen helfen soll.
19:34Ich kann doch nichts tun, solange nichts nachweisbar ist.
19:39Ja.
19:41Vielen Dank.
19:44Sie reden genauso wie die Polizei.
19:48Wenn er mich dann umgebracht hat, können Sie ja meine Verteidigung übernehmen.
19:51Die Honorarfrage lasse ich dann durch meinen Nachlassverwalter regeln.
19:54Ich glaube Ihnen ja.
19:55Ich kann nur selbst als Anwalt nichts machen.
19:57Aber ich kenne jemanden.
20:01Einen Freund von mir.
20:13Guten Tag.
20:18Einen Moment bitte.
20:20Bleiben Sie mal.
20:21Ja.
20:27Sie sind bestimmt der Freund von Dr. Renz, ne?
20:33Hat er wirklich gesagt, dass ich sein Freund bin?
20:36Dann bin ich jetzt auch.
20:38Matula.
20:38Josef Matula.
20:39Riemann.
20:40Also Sie wissen ja ungefähr, worum es geht, ne?
20:42Mein Mann kann jeden Augenblick kommen.
20:44Ich werde Sie dann als Auswerbskraft vorstellen.
20:46Haben Sie eine Ahnung von Büchern?
20:48Macht auch nichts.
20:49Schauen Sie, das moderne Antiquariat, das müsste katalogisiert werden.
20:52Nach hinten zu ist alles nach Zeit geordnet, Sachgebiete und Autoren erst in zweiter Linie.
20:56Sie arbeiten offiziell im modernen Teil.
20:59Ah.
20:59Entschuldigen Sie, ich habe da noch ein Telefongespräch.
21:01Schauen Sie sich schon mal um?
21:02Ja.
21:02Und wenn ein Kunde kommt, rufen Sie einfach, ich bin gleich dahin.
21:05Ja?
21:05Ja.
21:05Komm.
21:24Guten Tag.
21:26Guten Tag.
21:27Kann ich Ihnen helfen?
21:30Ich schaue mich mal ein bisschen um, ja?
21:32Bitte.
21:44Guten Tag.
21:46Guten Tag.
21:47Ist Frau Riemer nicht da?
21:49Sie kommt gleich.
21:50Kann ich Ihnen behilflich sein?
21:51Sie werden den Fuchs wohl noch nicht haben, oder?
21:58Fuchs.
21:59Eduard Fuchs.
22:00Ach ja.
22:02Fuchs.
22:05Die Geschichte der erotischen Kunst.
22:08Ach so, ja, ja, ja.
22:0921 erschienen.
22:11Es gibt noch ein paar alte Ausgaben.
22:12Oh ja, klar.
22:14Ist ja nicht so wichtig.
22:16Ich komme nachher nochmal vorbei.
22:17Danke sehr.
22:18Bitte.
22:25Moment, Moment.
22:28Das ist Ladendiebstahl.
22:29Und was Sie gemacht haben, ist Geschäftsschädigung.
22:35Der Fuchs steht da drüben.
22:37Rarität.
22:381800 Mark.
22:40Ach, äh.
22:42Ich sehe, habt ihr euch schon bekannt gemacht.
22:44Äh, Paul, darf ich dir Herrn, äh...
22:46Madula.
22:47Madula.
22:48Äh, vorstellen.
22:49Ich habe ihn gebeten, uns ein, zwei Wochen zu helfen.
22:53Das moderne Antiquariat muss katalogisiert werden.
23:09War kein besonders geglückter Anfang, hm?
23:12Wieso?
23:13Ach, machen Sie nichts draus.
23:14Die Story hat er Ihnen jedenfalls nicht abgenommen.
23:16Na, natürlich nicht.
23:18Wahrscheinlich hält er Sie für meinen neuen Liebhaber.
23:21Also, um ehrlich zu sein, ich habe keine blasse Ahnung von Büchern.
23:24Na, und?
23:24Ich zeig's Ihnen.
23:28Halt, warten Sie.
23:29Moment.
23:29Ach, das ist nett.
23:30Die müssen alle da rüber.
23:33Bin so froh, dass Sie da sind.
23:35Kommen Sie.
23:40Und, äh, wie macht er sich denn?
23:44Ich glaube, er mag mich nicht besonders.
23:46Aber ich finde es sehr beruhigend, dass er da ist.
23:50Und Ihr Mann?
23:52Eifersüchtig.
23:53Was denn sonst?
23:54Eifersüchtig.
23:55Mhm.
23:57Naja, also, ist es doch so, unsere Antiquariat,
24:01das verkraftet einfach keine Auslösungskraft.
24:03Das ist einfach zu offensichtlich.
24:04Aber den wahren Grund ahnt er natürlich nicht.
24:07Sie sagen eifersüchtig.
24:09Das setzt doch voraus, dass er Sie noch immer...
24:11Aber doch nicht bloß wie Sie meinen.
24:12Ach.
24:13Na gut, ne?
24:13Er kann das einfach nicht begreifen.
24:17Er hat mich alles ausschließlich ihm alleine gewinnt.
24:21Sie haben jetzt auf die Uhr geguckt.
24:22Sie wollen ja nicht schon gehen.
24:23Ja, ich muss doch...
24:23Oh, das ist doch so schön hier.
24:25Ja.
24:25Nein, nein, nicht den Verlag.
24:52Den Herausgeber in diesem Fall.
24:54Okay, und weiter?
24:58Ich wollte Ihnen doch nur helfen.
25:00Zu gütig.
25:02Blöde Frage, aber...
25:04Was tun Sie hier eigentlich?
25:07Sie wollen wissen, warum ich Ihre Frau eingestellt habe.
25:10Ganz einfach.
25:12Ich brauche dringend Geld und habe so getan,
25:13als wäre ich mit Büchern aufgewachsen.
25:16Kommen Sie, stehen Sie auf.
25:18Ich schreibe die Kartei
25:19und Sie lesen mir die Titel vor.
25:21Renunzio Bianchi Vardinelli.
25:34Rom, das Ende der Antike.
25:36Ja, da haben wir schon ein paar.
25:39Kommt unter Kunst.
25:42Rilke drei Bände.
25:44Ach ja, die Inselausgabe.
25:46Welche Bände?
25:48Zwei, vier und fünf.
25:49Zwei, vier und fünf.
25:50Sehr schön.
25:51Da warten wir schon ewig drauf.
25:52Frau Riemann ist wohl wieder nicht da.
26:02Ich bin Herr Riemann.
26:04Sie interessieren sich für den Fuchs, hm?
26:05Haben Sie ihn da?
26:07Und noch dazu eine Liebhaberausgabe.
26:09Und der Preis?
26:10Ich glaube, meine Frau hatte 1800 mit Ihnen ausgemacht.
26:14Was hat sie gesagt?
26:14Ich will Sie nicht verhehlen,
26:17aber wenn wir dran verdienen wollten,
26:18dann müssten wir mehr verdienen.
26:20Sie wissen, dass es jetzt ein Heberbank-Reprent gibt.
26:23Ja, Sie werden lachen,
26:24aber das hat den Preis für die Originale
26:26nur noch höher aufgetrieben.
26:27Das kann ich verstehen.
26:28Gibt ja kaum noch wenig.
26:31Nur mehr als 1800
26:32kann ich im Moment beim besten Willen nicht aufbringen.
26:35Das geht in Ordnung.
26:36Meine Frau hat Ihnen das zugesagt
26:37und sie ist hier der Chef.
26:39Und für gute Stammkunden tut sie alles.
26:417, 8, 9, 10, 10, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18.
27:04So, bitteschön.
27:06Bitteschön.
27:07Gern.
27:08So.
27:11Ah, hallo, da sind Sie ja.
27:20Schön, ne?
27:21Na wunderbar, wirklich einmalig.
27:23Sie sind noch meine Rucki.
27:26Möchten Sie eine Erkittung?
27:28Ja, fürs Finanzamt.
27:30Probieren kann man es ja.
27:31Na, ich will ja auch.
27:35Wir hatten 1,8, ne?
27:371,8.
27:371,8.
27:41Ich bringe Sie noch zu dir.
27:47Schön.
27:48Wiedersehen.
27:48Wiederschön.
27:49Wiederschön.
27:49Noch nicht, mach das schon.
27:51Ist ja prima, dass es noch geklappt hat, ne?
27:52Nein.
27:52Wir haben ja auch lange genug gewartet.
27:54Ja, ich bin.
27:54Vielen Dank.
27:55Wiedersehen.
27:55Bis zum nächsten Mal.
27:56Ja.
27:57Dankeschön.
28:00Puh.
28:01Sieh mal, ne?
28:02Brauchst du mich noch?
28:03Nein, nein, danke.
28:04Wir machen ja sowieso gleich zu.
28:05Außerdem kann Herr Matula mir helfen.
28:06Mein Gott.
28:19Was hat er denn jetzt schon wieder in den falschen Hals gekriegt?
28:21Also irgendwie mache ich da was fast.
28:22Sagen Sie, haben Sie eigentlich abends immer so viel Geld in der Kasse?
28:27Schön wär's.
28:28Wo ist denn Ihre Bank?
28:29Hm?
28:30Ich meine, die müsste da ein Nachtressort haben.
28:32Wenn Sie wollen, gehe ich schnell hin und bring's hin.
28:34Das können wir später immer noch machen.
28:36Lassen Sie uns erst mal diesen ganzen Kram hier wegaralten.
28:39Bringen Sie schon mal die Bücher da nach hinten rein?
28:42Ja.
28:44Je eher Sie einen Überblick bekommen über den Laden und die Arbeit hier, desto besser.
28:47Frau, das ist sehr misstrauend.
28:48Ich möchte nicht, dass er hinter Ihnen her schnüttelt.
28:52Stimmt, das war eher umgekehrt gedacht.
28:54Also das hier, das sehen Sie selber.
28:58Das ist eine ganz normale Buchführung wie in jedem anderen Betrieb auch.
29:01Einnahmen, Ausgaben, Datum und so weiter.
29:03Hier haben wir die wertvollen und ganz seltenen Sachen.
29:06Nach was, wann wir sie gekauft haben, wo, was ich dann dafür bezahlt habe.
29:10Aber das ist natürlich nicht für die Öffentlichkeitbestimmung.
29:13Hier sind unsere Stammkunden.
29:16Namen, Adressen.
29:16Und die kriegen zweimal im Jahr so eine hektografierte Liste mit ein paar leckerbissen Moment.
29:21Und hier ist meine letzte.
29:24Schauen Sie sich die schon mal an.
29:25Kriegen Sie ganz schön einen Überblick.
29:26Was sagen Sie?
29:27Und das sind, ich meine, das ist so ein blödes Wort, aber meine Gesamtliste, Kartei.
29:31Also sie ist nicht auf dem neuesten Stand der Dinge, aber...
29:33Ich will ja nicht unhöflich sein.
29:35Aber...
29:35Ich meine, das interessiert mich alles wirklich brennend, aber könnten wir unser Unterrichtszimmer
29:40nicht in der Netteke eine Kneipe verlegen?
29:41Ja, schön, wäre es gerne, aber lassen Sie uns das erst noch wegarbeiten hier.
29:45Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, aber ich habe heute noch keinen Mittag
29:47gemacht.
29:49Um Gottes Willen, Sie haben Hunger.
29:51Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, weil ich natürlich was gegessen habe.
29:54Also da kann man mal wieder sehen, dass es mir so leid ist.
29:54Nur keine Aufregung, es ist ja nichts passiert, was man mit einem schönen kleinen T-Bone-Steak
29:58nicht aus der Welt schaffen könnte.
29:59Genau das mache ich Ihnen, ne?
30:01Ich wohne ja gleich da drüber, ich lasse mir irgendwas Schönes einfallen.
30:04Nehmen Sie Bier oder Wein?
30:05Ja, Bier.
30:06Ja, Bier.
30:36Ja, Bier.
30:37Ja, Bier.
30:38Ja, Bier.
30:39Ja, Bier.
30:40Ja, Bier.
30:41Ja, Bier.
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