- vor 4 Monaten
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KurzfilmeTranskript
00:001, 2, 3, 4, 5, 6, 5, 7, 8, 10, 11, 12, 13, 14, 16, 18, 21, 20, 21, 22, 24, 25, 25, 26, 24, 25, 26, 26, 26, 27, 26, 27, 28, 28, 28, 29, 29, 29, 29, 29.
00:30Carina.
00:32Carina.
00:40Hey.
00:41Ich dachte, unser Sohn bedeutet ja was.
00:57Carina.
01:00Geh mir noch mal spreche.
01:30Ja.
01:32Ja.
01:33Ja.
01:34Ja.
01:35Ja.
01:37Ja.
01:38Ja.
01:39Ja.
01:40Ja.
01:42Ja.
01:43Ja.
01:44Ja.
01:45Ja.
01:46Ja.
01:48Ja.
01:49Ja.
01:50Ja.
01:51Ja.
01:52Ja.
01:53Ja.
01:54Ja.
01:55Ja.
01:56Ja.
01:57Ja.
01:58Ja.
01:59Ja.
02:00Ja.
02:01Ja.
02:02Ja.
02:03Ja.
02:04Ja.
02:06Ja.
02:07Ja.
02:08Ja.
02:09Ja.
02:11Ja.
02:12Ja.
02:13Ja.
02:14Ja.
02:15Ja.
02:16Ja.
02:18Ja.
02:19Ja.
02:20Ja.
02:21Ja.
02:22Ja.
02:23Ja.
02:24Ja.
02:25Ja.
02:26Ja.
02:27Ja.
02:28Ja.
02:29Ja.
02:30Ja.
02:31Ja.
02:32Ja.
03:02Ja.
03:32Ja.
04:02Ja.
04:32Ja.
05:02Ja.
05:32Achtung!
06:02Das war's.
06:32Das war's.
07:02Das war's.
07:31Vater, kannst du mich hören?
07:35Bist du da?
07:36Bist du da?
08:06Ach, genau so einen hatte ich auch mal.
08:10Das ist Frederik, Joachims Bruder.
08:21Amiri, das ist mein Kollege von Thal.
08:24Ja, was macht man in so einem Fall?
08:28Das ist definitiv nicht Joachims Art.
08:30Also die Fahndung nach dem Wagen läuft.
08:32Sie haben uns benachrichtigt, richtig?
08:34Mhm.
08:34Wann haben Sie Ihren Mann zuletzt gesehen?
08:37Gestern Abend.
08:39Aber ich bin früh schlafen gegangen, so gegen 20 Uhr.
08:43Das heißt, Sie haben nicht genau mitbekommen, wann er das Haus verlassen hat?
08:47Mhm.
08:48Ich hab eine Schlaftablette genommen.
08:50Hatte Ihr Mann vielleicht einen Termin, den Sie vergessen haben?
08:55Joachim und ich gehen jeden zweiten Samstag gemeinsam zum Baseball.
08:59Heute steht ein wichtiges Punktspiel an.
09:01Wir haben gestern auch darüber gesprochen.
09:04Ah.
09:05Hat denn Ihr Sohn vielleicht bemerkt, wann Ihr Mann los ist?
09:07War er gestern Abend überhaupt da?
09:23Jakob ist tot.
09:26Das tut mir sehr leid.
09:27Mein Beileid.
09:31Frau Glock, wollen Sie mir das Haus zeigen, bitte?
09:33Ja, sicher.
09:34Kommen Sie.
09:37Wann haben Sie denn zuletzt mit Ihrem Bruder gesprochen?
09:44Gestern, bei der Einleihung des Gedenkraumes.
09:47Gedenkraum?
09:49Erinnern Sie sich an den Amoklauf vor einem Jahr in Pankow?
09:54Jakob wurde von einem Mitschüler erschossen.
09:57Karina hat monatelang bei der Schulleitung für den Gedenkraum gekämpft.
10:02Dieser Raum ist für Anna, Jakob,
10:07und Sascha.
10:09Ein Denkmal für die Menschen,
10:11die uns genommen wurden.
10:14Seit fast einem Jahr
10:15stehen wir dem
10:17unfassbaren Tod unserer Kinder gegenüber.
10:22Wir können nicht verstehen, was geschehen ist.
10:26Wir haben keine Vorstellung von unserer Zukunft.
10:28Wir hängen an dem
10:33verzweifelten Wunsch,
10:35dass unser
10:39Kind nur um
10:41die Ecke auf uns wartet.
10:42Wer ihm da geschrieben hat,
10:59das weiß ich nicht.
11:00Aber Joachim hat damit sehr deutlich gemacht,
11:02dass ihm dieser Raum im Grunde überhaupt nichts bedeutet.
11:05Was meinen Sie damit genau?
11:06Mir geht anders mit Trauer um.
11:11Und Karina?
11:14Karina.
11:16Die hält an allem fest,
11:17was irgendwie an Jakob erinnert.
11:21Das ist Jakobs Zimmer.
11:29Sie haben die Tür ausgehängt?
11:30Ich bin morgens immer als erstes hier rein,
11:34um ihn für die Schule zu wecken.
11:37Das macht es mir jetzt leichter,
11:38vorbeizugehen.
11:42Und das ist Ihr Schlafzimmer?
11:44Ja.
11:46Joachim wollte wieder ein Stück Normalität.
11:49Die ausgehängte Tür zum Beispiel,
11:50es hat ihn sehr belastet.
11:52Natürlich hat er versucht,
11:53eine Beziehung festzuhalten.
11:54Aber Nähe und Zuneigung
11:59konnte Karina einfach nicht mehr zulassen.
12:04Ihr Mann schläft nicht hier?
12:09Momentan haben wir getrennte Schlafzimmer.
12:11Er schläft nebenan.
12:13Sie meinen, die Ehe stand auf dem Spiel?
12:15Wenn Sie mich fragen,
12:16war die Ehe im Arsch.
12:17Es fand keine Kommunikation mehr statt.
12:19Aber wieso hat er sich da nicht getrennt?
12:21Ich weiß nicht.
12:22Vielleicht ist er dafür nicht konsequent genug.
12:26Haben Sie in letzter Zeit
12:27Veränderungen an Ihrem Mann bemerkt?
12:29Was genau?
12:30Hat er sich anders verhalten?
12:32Vielleicht sind Ihnen Kleinigkeiten aufgefallen.
12:35Neues Parfum oder so.
12:37Sie denken, er hat eine Affäre?
12:38Wäre das möglich?
12:40Nein.
12:41Joachim, nein.
12:43Was macht Sie da so sicher?
12:47Wir wollen das unbedingt gemeinsam schaffen.
12:50Für unseren Jungen.
12:52Ich kann meinen Mann nicht auch noch verlieren.
12:55Gab es denn jetzt außer Ihnen noch andere Personen,
12:58zu denen er regelmäßig Kontakt hatte?
13:00Nein.
13:02Ihr Aram hat sich von seinem früheren Umfeld völlig abgekapselt.
13:06Ich war seine einzige Bezugsperson neben Carina.
13:09Sonst niemand.
13:14Ulrike Eichmann fällt mir noch ein.
13:16Sie war die Notfallseelsorgerin damals nach dem Amoklauf.
13:19Ah, und die beiden haben Kontakte zueinander gehalten?
13:23Nein.
13:25Aber er hat Sie vor zwei oder drei Monaten wieder getroffen.
13:29Joachim hat mich vor drei Monaten hier vorm Büro abgepasst.
13:32Er war total aufgelöst.
13:34Er brauchte jemanden zum Reden.
13:36Worüber?
13:36Jens Völkel, der Vater des Amokläufers.
13:41Wurde da gerade vor Gericht freigesprochen.
13:44Das Verfahren wegen dreifacher fahrlässiger Tötung.
13:48Ich habe davon gelesen.
13:49Ja.
13:50Angeblich hat Völkel die Tatwaffe nicht richtig aufbewahrt.
13:53Dieser Freispruch,
13:55der hat Joachim wirklich in die pure Verzweiflung getrieben.
14:00Halten Sie ihn für Suizid gefährdet?
14:02Nein, das glaube ich nicht.
14:08Joachim Glock, Fachanwalt für Insolvenzrecht.
14:12Hat vor kurzem wieder angefangen,
14:13seinen Beruf zu arbeiten auf Stundenbasis.
14:15Wurde der Wagen gefunden?
14:16Ja.
14:18Und zwar hier auf diesem Parkplatz.
14:21Verschlossen.
14:22Wir haben die Umgebung abgesucht.
14:24Ganz in der Nähe ist die Schule,
14:26auf die Jakob Glock gegangen ist.
14:27Was könnte er da gewollt haben?
14:31Die Schule war zu dem Zeitpunkt längst geschlossen.
14:33Wir wissen aber,
14:34dass Glock gestern zu der Eröffnung des Gedenkraumes dort war.
14:37Aber das war tagsüber?
14:38Ja.
14:39Das heißt, wir können nicht davon ausgehen,
14:41dass er nachts in der Schule war?
14:42Nein.
14:45Was ist mit der Seesorgerin?
14:47Laut Ihrer eigenen Aussage
14:49war da nicht mehr als ein professionelles Verhältnis.
14:51Ich fand es sehr unauffällig.
14:54Andere Ansatzpunkte?
14:55Ja, ich habe das hier gefunden.
14:59Glock wurde erst vor kurzem
15:00mit einer Geldstrafe verwarnt.
15:02Er hat im Gericht diesen Jens Völkel,
15:05das ist der Vater des Amokläufers,
15:07nach dessen Freispruch lautstark bedroht und beleidigt.
15:11Von diesem Hass auf Völkel
15:12hat auch die Seelsorgerin berichtet.
15:14Völkel wurde vor drei Monaten
15:16in seinem Garten nachts zusammengeschlagen.
15:19Dabei wurde seine Kniescheibe zertrümmert.
15:21Glock wurde damals auch befragt.
15:23Aber der hatte ein Alibi.
15:24Sein Bruder hat es bestätigt.
15:26Sein Bruder.
15:30Völkel.
15:31War der ja auch bei der Gedenkfeier?
15:33Nein.
15:34Die Rektorin hat uns erzählt,
15:35dass er ausdrücklich nicht eingeladen wurde,
15:37um Proteste zu vermeiden.
15:39Das ist auch irgendwie verständlich.
15:41Ja.
15:42Wir setzen da an.
15:44Ihr beide redet mit Carina Glock
15:45und wir beide nehmen uns Völkel vor.
15:52Und jetzt entschulde ich mich bitte.
16:00Wer ist jetzt das?
16:02Das ist Jürgen Radecks Bruder.
16:03Der hat die Tür zu.
16:22Du hast versucht,
16:23Vaters Tresor auszuräumen.
16:25Was?
16:27Ich war nicht mal im Haus.
16:29Du hast die Schlösser ausgetauscht.
16:30Die Terrassentür war aufgebrochen.
16:33Das war ich nicht.
16:38Was willst du?
16:39Ich schulde ein paar Leuten Geld.
16:53Wem? Wofür?
16:58Wofür, Jürgen?
16:59Drogen wie früher?
17:00Ach komm, vergiss es einfach.
17:02Jürgen, bleib hier.
17:03Was ist los?
17:04Was ist los?
17:09Die bringen mich um.
17:13Wer?
17:19Wer, Jürgen?
17:26Es hat sich nichts verändert.
17:28Du weißt aus.
17:30Du lügst.
17:31Du bestielst uns.
17:32Sag mal, weißt du eigentlich,
17:33wie oft ich dir den Arsch gerettet habe?
17:35Wie oft ich für dich gelogen habe?
17:37Wie oft ich zu Vater gesagt habe,
17:38dieses Mal schafft er es,
17:40dieses Mal macht er diesen Scheißentzug,
17:41weil er es verdammt nochmal will.
17:43Das hier ist was anderes.
17:44Ja, das sagst du jedes Mal,
17:45wenn du Geld brauchst.
17:46Du hast überhaupt keine Ahnung.
17:47Du hast dich überhaupt immer nur dann gemeldet,
17:49wenn du irgendwas wolltest,
17:50nicht mal als Mutter gestorben ist,
17:52hast du angerufen.
17:54Und jetzt tauchst du hier auf
17:55wegen deiner Scheißdrogen.
18:03Jürgen, du bist erwachsen.
18:06Mutti ist tot.
18:07Vater ist tot.
18:11Und ich werde mich nicht mehr
18:12mit deinen Problemen auseinandersetzen.
18:14Oliver?
18:38Alles okay?
18:39Das ist meine Schuld.
18:46Ich hätte ihn damals sofort verpfeifen sollen,
18:48statt das Zeug für ihn zu verstecken.
18:51Er wäre auf die Nase gefallen
18:52und hätte vielleicht noch eine Chance gehabt.
18:56Oliver, das ist wirklich Quatsch.
18:58Dass Jürgen abgerutscht ist,
18:59ist nicht deine Schuld.
19:00Kannst du die beiden Protokolle
19:08der Staatsanwaltschaft zufaxen?
19:10Klar.
19:10Okay.
19:11Dank dir.
19:12Ah, Frau Glock.
19:15Guten Tag.
19:16Kommen Sie.
19:20Frau Glock.
19:22Sie wollten mich sprechen?
19:23Schön, dass Sie kommen konnten.
19:24Bitte.
19:24Jens Völkel.
19:31Das war bestimmt nicht leicht für Sie,
19:32als er freigesprochen wurde.
19:37Sowas nennt sich Rechtsstaat.
19:39Der Mann ist schuld am Tod unserer Kinder.
19:40Es sah das Gericht offensichtlich anders.
19:42Das ist ein krasses Fehlurteil.
19:44Deswegen haben wir auch Berufung eingelegt.
19:46Wir waren als Nebenkläger dabei.
19:47Herr Völkel wurde vor einigen Wochen angegriffen.
19:50Mit einem Baseballschläger.
19:52Gut so.
19:54Ihr Mann und Ihr Schwager
19:56spielen seit Jahren aktiv
19:57in einem Baseballverein.
19:58Wenn etwas vorgefallen ist,
20:00dann sagen Sie uns das.
20:02Jetzt.
20:05Joachim war in der Nacht,
20:06als das passierte,
20:06mit seinem Bruder zusammen.
20:08Hat Frederik ihm geholfen?
20:11Wir haben nie darüber gesprochen.
20:13Aber trauen Sie Ihrem Mann die Tat zu?
20:15Selbst wenn,
20:16dann würde ich es Ihnen sicherlich nicht sagen.
20:17Frau Glock, wir suchen Ihren Mann.
20:20Wissen Sie,
20:20ob Herr Glock und Herr Völkel
20:22sich seit der Gerichtsbehandlung
20:23noch einmal begegnet sind?
20:24Nein, aber...
20:27Joachim hat Völkel
20:29einen Brief zukommen lassen.
20:33Und was stand drin?
20:34Nichts.
20:35Da war nur eine Patrone drin.
20:40Woher hatte er eine Patrone?
20:42Mein Mann hat eine Waffe.
20:45Das ist ein Erbstück von seinem Vater.
20:48Er hat auch alle nötigen Papiere dafür.
20:50Gut, das werden wir überprüfen.
20:52Und wo ist das Erbstück jetzt?
20:53In einem Bankschließfach.
20:56Er hat auch nie damit geschossen oder so.
20:59Mit der Patrone war das Thema Völkelfee
21:00abgeschlossen.
21:04Oha.
21:07Ach du Scheiße, ey.
21:09Hauen Sie ab!
21:25Sie betreten ein Privatgrundstück.
21:29Herr Völkel?
21:31Ich bitte Sie, bitte hauen Sie ab!
21:32Ganz ruhig.
21:34Ich bin Lucy Elberth.
21:35Das ist mein Kollege Radek.
21:36Wir sind von der LKA-Vermisstenstelle.
21:39Bausweis.
21:40Das kann ja jeder behaupten.
21:42Ja.
21:45Dürfen wir ein bisschen näher kommen?
21:47Entschuldigen Sie, das Theater.
22:03Kommen Sie rein.
22:04Danke.
22:11Kommen Sie rein.
22:12Ich muss eben noch nach den Mandel-Zitronen-Muffins sehen.
22:25So.
22:29Wie hat mein Sohn so geliebt.
22:32Möchten Sie vielleicht von den Fertigen einprobieren?
22:36Das würde mich wirklich freuen.
22:38Nein, vielen Dank.
22:39Wir suchen nach Joachim Glock.
22:43Ach.
22:45Kommen Sie ausgerechnet zu mir?
22:48Haben Sie ihn seit Ihrem Freispruch nochmal gesehen?
22:53Er hat mir vor Gericht unmissverständlich erklärt,
22:55dass er mich umbringen will.
22:58So wie die Zeit reif dafür ist.
23:03Das heißt also nein?
23:05Nein.
23:08Oder vielleicht doch?
23:09Vor drei Monaten?
23:11Nachts?
23:12Ich kann mich daran leider nicht so genau erinnern.
23:15Es war dunkel und die Täter, die waren maskiert.
23:19Die Täter?
23:20Es waren also mehrere?
23:22Ja.
23:23Vielleicht zwei.
23:24Ich weiß es nicht so genau.
23:26Einer hat mir dann die Kniescheibe zertrümmert.
23:28Und Sie haben gar keinen Verdacht?
23:31Und Sie haben gar keinen Verdacht?
23:33Naja.
23:34Jemand, der wohl glaubt, dass ich das wohl verdient hätte.
23:37Wissen Sie, seit meinem Freispruch kann ich nicht mehr hier sicher leben.
23:46Die Presse, die hat das hier gnadenlos ausgeschlachtet.
23:51Jeden Tag muss ich Angst vor den Anfeindungen der Nachbarn und der Angehörigen sich fürchten.
24:03Oh, wissen Sie was?
24:04Ich kann diese Menschen sogar verstehen.
24:07Haben Sie Anzeige erstattet?
24:08Was soll das denn bringen?
24:12Bevor ich hier nicht ermordet in meinem Wohnzimmer liege, interessiert das doch keinen.
24:18Was denken Sie, wenn Sie diesen Mann sehen?
24:19Ich denke, dass er ein riesengroßes Arschloch ist.
24:26Sie sind sehr wütend.
24:28Genau wie Ihr Bruder.
24:29Völkel hat seinem Sohn das Schießen beigebracht.
24:31Das hat er selbst gesagt.
24:32Und jetzt windet er sich mit gewieften Anwälten aus der Verantwortung.
24:35Da könnte man schon mal überreagieren.
24:37Sie und Ihr Bruder haben Völkel vor drei Monaten aufgelauert.
24:40Sie haben gewartet, bis sich eine günstige Gelegenheit ergibt.
24:43Sie kamen vom Training, die Baseballschläger im Auto.
24:46Mensch, kapieren Sie denn nicht, worum es hier geht?
24:48Was, wenn Völkel hinter dem Verschwinden Ihres Bruders steckt?
24:52Wollen Sie wirklich zulassen, dass Ihrem Bruder was angetan wird?
24:58Joachim war damals ein völlig anderer.
25:01Ich habe noch nie so viel Hass in seinen Augen gesehen.
25:05Er war wie besessen.
25:08Sie haben Völkel aufgelauert.
25:09Wir warteten hinter seinem Haus.
25:21Völkel war im Garten und hat dort Feuer gemacht.
25:24Was jetzt?
25:26Du kannst hierbleiben, wenn du willst.
25:28Ich ziehe das jetzt allein durch.
25:30Was hattest du vor einfachem vor?
25:33Spinnst doch!
25:33Hey, Aschlau!
25:46Oh Gott.
25:59Oh Gott.
26:00Sie waren nicht maskiert, als Sie Völkel angegriffen haben?
26:16Nein, das war doch auch gar nicht geplant, zumindest nicht von mir.
26:21Aber wieso hat Völkel Sie da nicht angezeigt?
26:24Er muss Sie beiden doch erkannt haben.
26:26Vermutlich ja.
26:26Ja, Herr Völkel, Sie wussten, wer Sie angegriffen hat.
26:31Warum decken Sie Joachim Glock und seinen Bruder?
26:36Wollten Sie sich lieber persönlich an ihm rächen?
26:41Wollten Sie verhindern, dass es nochmal passiert?
26:44Ach, Unsinn.
26:46Bitte, wir versuchen nur herauszufinden, was mit Joachim Glock passiert ist.
26:50Sie haben ihn doch in der Nacht erkannt.
26:52Was war dann? Wie sind Sie ins Krankenhaus gekommen?
26:56Herr Völkel, müssen wir erst die Notrufprotokolle durchgehen?
27:04Und diese Frau?
27:08Eine Notfallseelsorgerin?
27:10Eichmann? Ulrike Eichmann?
27:15Der Abend, an dem Joachim plötzlich vor ihrem Büro stand.
27:19Das war der Abend, an dem er Jens Völkel zusammengeschlagen hat.
27:21Warum verhindern Sie die Verfolgung einer Straftat?
27:27Weil Joachim Glock nicht einfach nur ein Patient für Sie ist.
27:30Sie haben sich in ihn verliebt.
27:32Sie würden alles für ihn tun, sogar eine Falschaussage erzwingen.
27:36Vielleicht wollte Joachim doch wieder zu seiner Frau zurück.
27:39Das konnten Sie natürlich nicht zulassen.
27:40Nein!
27:41Joachim hat mir alles erzählt.
27:48Das war die richtige Entscheidung.
27:51Glaub mir.
27:52Das hättest du dir nie verziehen.
27:57Jakob ist tot.
28:00Völkel ist weiter frei.
28:01Wie soll ich das der Carina erklären?
28:06Ist doch jetzt schon mit den Nerven am Ende.
28:09Joachim, bitte.
28:12Schau mich an.
28:13Und hör mir zu.
28:15Dieser Mann hat deinen Sohn nicht getötet.
28:20Das muss auch Carina irgendwann verstehen.
28:22Ich werde mit Völkel sprechen.
28:31Vielleicht zieht er von einer Anzeige ab.
28:33Komm.
28:38Darum geht's mir noch gar nicht.
28:48Wieso tust du das alles für mich?
28:52Ich weiß, dass das hochgradig unprofessionell ist.
29:10Sie müssen sich für uns nicht rechtfertigen.
29:13Wie haben Sie Jens Völkel dazu überredet, ihn nicht anzuzeigen?
29:16Das musste ich gar nicht.
29:17Er hatte schon Anzeige erstattet.
29:20Gegen Unbekannt.
29:20Und warum hat er das gemacht?
29:24Was hätte es denn gebracht, wenn dieser Mann nach seinem Schicksal auch noch ins Gefängnis
29:28gemusst hätte?
29:31Fühlen Sie sich schuldig?
29:34Natürlich fühle ich mich schuldig.
29:37Ich hatte die Waffe ordnungsgemäß weggeschlossen.
29:41Aber vor einem 16-Jährigen.
29:44Da können Sie nichts verstecken.
29:45Haben Sie danach noch mal was von Joachim Glock gehört?
29:51Ulrike Eichenmann hat mich erneut kontaktiert.
29:54Joachim wolle sich bei mir entschuldigen und mit mir reden.
29:58Sie wäre als neutrale Vermittlerin dabei.
30:01Und darauf sind Sie eingegangen?
30:03Ich hatte ja nichts zu verlieren.
30:05Ich meine, für Joachim war es doch viel schwerer.
30:07Der musste doch über seinen Schatten springen.
30:09Ich bin schon wieder.
30:39Erzählen Sie mir von Lukas.
30:54Es ist seitdem das erste Mal, dass jemand meinen Sohn bei seinem Vornamen nennt.
31:01Ich hier.
31:04Ich würde Ihnen gerne etwas vorlesen.
31:31Lieber Papa, ich weiß, dass ich in meinem Leben nicht mehr glücklich werden kann.
31:45Es liegt nicht an dir, wie mir liegt es an den Menschen, die mein Leben Tag für Tag zu einer Qual machen.
31:57Dafür werde ich Rache nehmen, rücksichtslos und brutal.
32:01Ich habe mich entschieden und werde für alles die Konsequenzen tragen.
32:09Es tut mir leid, Papa.
32:12Wir sehen uns wieder.
32:15Sein Lukas.
32:16Was meint er denn mit Menschen, die sein Leben zur Qual gemacht haben?
32:30Lukas wurde gemobbt.
32:32Jeden Tag.
32:35Auch von Jakob?
32:38Ja.
32:38Das soll bestimmt keine Rechtfertigung sein.
32:49Ist aber ein kleiner Teil einer Erklärung.
32:52Haben Sie sich danach nochmal getroffen?
32:54Viermal.
32:56Wusste ihr Achims Frau Carina von diesen Treffen?
33:00Nein.
33:01Und sein Bruder, Frederik?
33:02Wussten Sie, dass Sie Ihr Bruder und Herr Völkel sich ausgesprochen und vertragen haben?
33:09Bitte was?
33:11Das glaube ich nicht.
33:14Doch.
33:15Ulrike Eichmann hat die Gespräche arrangiert.
33:18Hat Ihr Bruder in der letzten Zeit nicht mehr mit Ihnen über Herrn Völkel gesprochen?
33:22Nein.
33:23Das hat er nicht.
33:25Ich dachte, seit der Sache...
33:28Das hätte ihn irgendwie befreit.
33:32Er hat auch gar nicht mehr von Völkel Schuld gesprochen.
33:38Irgendwie hat es sich verändert.
33:40Könnte Carina von der Versöhnung gewusst haben?
33:42Ich kann es ja selbst gerade kaum glauben.
33:45Hätte Sie geahnt, dass Joachim sich mit Völkel versöhnt?
33:47Die hätte meinen Bruder längst gesteinigt.
33:51Sie haben in den letzten Monaten keine Streitsituation mitbekommen.
33:55Oder ähnliches.
33:58Doch.
34:00Vor ungefähr zwei Wochen.
34:02Ich wollte meinen Bruder zum Sport abholen.
34:07Freilich.
34:08Das ist gerade ungünstig.
34:11Joachim sagt, dass Jakob selber schuld ist an seinem Tod.
34:13Selber schuld an seinem Tod!
34:15Falsch.
34:15Ich sage nur, dass du dich endlich von deinen Rache-Gedanken lösen musst, damit du dann endlich deinen Frieden findest.
34:22Wie soll ich denn Frieden finden mit sowas?
34:24Hast du doch gerade gesagt!
34:25Hast du einmal, einmal überlegt, warum Lukas unseren Jakob erschossen hat?
34:30Hör auf!
34:31Unseren Sohn, den, den, den, den Fußballer, den, den Mädchenschwabin, den Sonny-Boy!
34:39Worte können manchmal sehr verletzen und du weißt, du weißt, wie Jakob manchmal sein konnte.
34:46Ich habe ihn nie darauf angesprochen.
35:08Aber jetzt macht das alles Sinn.
35:12Mein Bruder wollte endlich abschließen.
35:16Durch Vergebung.
35:19Ich durfte an der Trauerfeier nicht teilnehmen.
35:26Aber auch mein Sohn ist in diesem Klassenzimmer gestorben.
35:31Joachim hat das verstanden.
35:33Danke für den Moment.
35:47Es bedeutet mir wirklich viel.
35:48Wie hat Lukas entschieden, das Leben zu beenden?
36:14Ich bitte dich, nimm ihn zu dir.
36:24Und steh den Familien bei, die auch überliebt mir.
36:30Verloren haben.
36:40Wir müssen los.
36:44Joachim sagte, dass er noch abschließen wolle.
36:52Und dann?
36:53Dann bin ich wieder los.
36:54Allein.
37:00Haben Sie irgendjemanden gesehen?
37:02Nein.
37:04Da war keiner.
37:05Ich habe niemanden gesehen.
37:08Wir waren auch gar nicht lange in dem Klassenzimmer.
37:11Danke.
37:25Carina Glock ist nicht zu Hause.
37:27Die Streife wartet vor der Tür.
37:28Ich habe mit der Hausbank der Glocks telefoniert.
37:30Carina hat heute Mittag einen kleinen Koffer aus dem Schließfach der Bank geholt.
37:34Die alte Waffe ihres Schwiegervaters.
37:36Gut.
37:42Sie ist an dem Abend ihrem Mann zur Schule gefolgt.
37:45Da hat sie ihn mit Jens Völkel gesehen.
37:47Aus ihrer Sicht eindeutig Hochverrat.
37:49Aber was ist ihr Plan?
37:52Vor allem, wo ist Joachim Glock jetzt?
37:53Uns gibt's nur zusammen, Joachim Glock.
38:15Das hast du mir bei der Hochzeit versprochen.
38:18Sind wir unserem Kind schuldig?
38:19Der Gedenkraum.
38:42Sie hat ihren Mann irgendwo in der Schule versteckt.
38:44Sie brauchte Zeit, um die Waffe zu besorgen.
38:46Und jetzt will sie es dort beenden.
38:50Erweiterter Suizid.
38:51Da, wo ihr Sohn gestorben ist.
39:07Tut mir leid.
39:09Ich verstehe dich nicht.
39:11Es tut mir leid.
39:13Verzeih mir.
39:14Ich will hier mit dir reden.
39:15Über uns.
39:15Es tut mir leid, okay?
39:19Dass du mit der Eichmann schläfst?
39:22Ist mir sowas von egal.
39:26Ich will nur dich.
39:33Auch Völkel.
39:34Ist mir egal.
39:36Solange wir zusammen sind.
39:39Du und ich.
39:40Wie früher.
39:41Und Jakob.
39:48Wir hätten das schon viel früher tun sollen.
39:50Wir müssen uns an die Augen doch besitzen.
40:16Carina.
40:16Erster Stock.
40:28Carina.
40:29Carina, tu das nicht.
40:30Carina.
40:32Carina.
40:33Garland.
40:36Tu das nicht.
40:37Carina.
40:38Carina.
40:39Tu das nicht.
40:41Tu das nicht.
40:42Carina.
40:43Carina.
40:48Tu das nicht.
40:49Carina.
40:55Herr Glock.
40:56Können Sie mich hören?
40:58Radic.
40:58LKA.
40:59Vermissensstelle.
40:59Kommen Sie.
41:01Sie stehen unter Schock.
41:02Sie sind verletzt im Kopf.
41:03Kommen Sie.
41:03LKA, Miri.
41:05Ja, ich brauche sofort zwei RTW.
41:07Die Heinrich-Renz-Oberschule.
41:10Schussverletzung an der Schulter.
41:11Ja.
41:12Und Schock.
41:13Alles gut.
41:14Carina.
41:14Es ist vorbei.
41:16Ja, es ist vorbei.
41:19Carina.
41:19Carina.
41:19Kommen Sie.
41:31Kommen Sie.
41:32Kommen Sie.
41:38Kommen Sie.
41:41Er hat dem Vögel wirklich vergeben. Ich glaube, der schafft das.
41:57Radek?
41:59Ja, natürlich erinnere ich mich an Sie.
42:03Was?
42:07Ich bin gleich da. Danke.
42:09Ist was passiert?
42:10Sie war Nachbar meines Vaters.
42:13In Vaters Haus spielt jemand Geige.
42:20Jürgen?
42:24Jürgen?
42:26Jürgen?
42:29Nein, nein.
42:34Nein, nein, nein.
42:36Jürgen, wach auf.
42:41Jürgen.
42:43Jürgen!
42:44Jürgen, wach auf!
42:47Jetzt behaust du mir nicht ab!
42:48Wach auf, Jürgen!
42:50Wach auf!
42:51Wach auf, verdammt nochmal!
42:52Jürgen!
42:57Jürgen!
42:59Auch, Jürgen!
43:00Jürgen!
43:00Ihr bleibt bei mir.
43:04Ihr bleibt bei mir.
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